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General-Anzciger

AMlichts Organ für Stakt- uni Landkreis Kanan.

A Boise*!) auf el tu H«<m.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sann- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Saantwsrü. Äebefteut:. Schrecker le Han».

JIE 226 Fernsprechauschlitst Nr. 605*

Amtliches.

Eandkrds Ranau.

Auf Grund des § 5 des am 1. Oktober d. I. in Kraft tretenden Stellenvermittlergesetzes vom 2. Juni 1910 wer­den nach Anhörung des Magistrats als Trägers des hiesigen öffentlichen Arbeitsnachweises, der Gesindevermieter und der Vertreter der Arbeitgeber und Arbeitnehmer für die den Stellenvermittlern zukommenden Gebühren

a) für Dienstherrschaften . .... 3 Mk.

b) für Stellensuchende.....1 Mk.

als Taxen festgesetzt.

Hanau den 19. September 1910. P. 9831

Königliche Polizeidirektion.

Frhr. L a u r.

St adtkreis F>anau.

Bekanntmachung

Der im Stadtschloß (Fürstenbau) gelegene Keller (ins­besondere geeignet für Gärtner) ist vom 1. Oktober 1910 ab zu vermieten.

Auskunft erteilt der Schloßkastellan.

Angebote sind alsbald bei uns einzureichen. Hanau den 21: September 1910. 20985

Der Magistrat.

Hild.

Bekanntmachung.

Der Keller im Altstädter Rathaus ist sofort zu ver­mieten.

Angebote sind an den Magistrat einzureichen.

Hanau den 22. September 1910. 20987

Der Oberbürgermeister.

J. V.: Hild.

Bekanntmachung.

Die Privatschule (mit Pensionat) des Sprachlehrers Chr. Dippel hierselbst (sogenannte Grimmschule) ist mit Ermächtigung des Herrn Ministers der geistlichen, Unterrichts- und Medizinalangelegenheiten durch Ver­fügung Königlicher Regierung zu Caffel vom 21. Septem­ber 1909 (B II Nr. 5090) mit Wirkung vom 1. Oktober 1909 ab geschloffen worden.

Die von dem Unterzeichneten widerruflich erteilte Er­laubnis zur Erteilung von Privatunterricht ist durch Ver­fügung vom 22. April d. Js. (K. 12) mit Wirkung vom 1. Juli ab zurückgezogen worden.

Die Eroberung von Straßburg.

28. September 1870.

Die deutsche Heeresleitung hatte gleich nach dem Siege von Wörth die Eroberung von Straßburg ins Auge gefaßt. Nach mehr als einer Richtung war die Besitzergreifung die­ser Stadt von hohem Werte. Es galt der uralten deutschen Stadt, dem Hauptorte des Elsaß, welches man für Deutsch­land zurückerobern wollte, und neben dieser geschichtlichen wie politischen Bedeutung, handelte es sich um einen wich­tigen Waffenplatz, der von den französischen Ingenieuren zu einer der bedeutendsten Festungen Frankreichs ausge­baut war und als Brückenkopf am Rhein eine beständige Bedrohung Süddeutschlands bildete. Hierzu kam noch, daß der Platz als Knotenpunkt dreier Eisenbahnlinien für die Sicherstellung des Nachschubes der in Frankreich stehenden deutschen Heere großen Wert besaß. Jnfolgedeffen wurde von der 3. (kronprinzlichen) Armee die badische Division ab- gezweigt, die am 11. August vor Straßburg erschien und un­geachtet ihrer geringen Stärke, ohne vom Verteidiger daran gehrndert zu werden, bis zum Rhein-Jll-Kanal vorging, das nur auf Gewehrschußweite von den Werken entfernt liegende Dorf Schiltigheim besetzte und in die Vorstadt Königshofen eindrang. Im Laufe der folgenden Woche traten unter dem Befehl des Generals von Werder den Ein- schlreßungstruppen noch hinzu die Garde-Landwehr- und die . Reserve-Division nebst einer Kavalleriebrigade, ferner ein Tilagerungstrain von 200 gezogenen Kanonen und 88 Mörsern mit 6000 Fußartilleristen und 10 Festungs-Pio­nierkompanien, zusammen 40 000 Mann. Mit diesen Kräften konnte die vollständige Einschließung der Festung durch- gefuhrt werden. Am 18. August begann auf dem Bahnhof Wendenheim das Ausladen der aus Magdeburg, Koblenz und Wesel eintreffenden Geschütze, mit dessen Erledigung die Bedingungen gegeben waren, in den eigentlichen An­

Dienstag den 27. September N<»»fprech«,,schl«K «r. cos. 1910

Zuwiderhandlungen werden laut Verfügung König­licher Regierung zu Cassel vom 20. September d. Js. (B II. Nr. 4065) geahndet werden.

Hanau den 24. September 1910. 20927

Der Stadtschulinspektor.

Hahne.

Gefundene und verlorene Gegenstände re.

Gefunden: 1 Damen-Fahrrad.

Verloren: 1 blauer Kneifer, 1 Damengürtel mit Silberschnalle, 1 schwarzer Spazierstock mit gebogenem Nickelgriff.

Hanau den 27. September 1910.

Politische Runds dpaa.

Bom Biehzw^chenhandel. Der österreichische Sozialdemo­krat Höger hat früher einmal außerordentlich aus dem Leben folgendes über den Zwischenhandel im Viehverkaufe geschrieben:Für die traurigen Zustände auf unseren Vieh­märkten find nicht einzelne Personen, sondern ein System verantwortlich. Ueberall treibt sich eine ganze Bande von Leuten herum, welche nie gearbeitet haben und nie den Ehrgeiz in sich fühlen, arbeiten zu wollen. Diese Leute ver­stehen aber doch, ohne daß sie im Leben einen Handstreich ehrlicher Arbeit geleistet haben, ein recht behagliches und sorgenfreies Dasein zu führen. Sie ermöglichen sich dies auf Kosten ihrer arbeitenden Mitmenschen, die sie übers Ohr hauen. Zwischenhändler, Kommissionäre, Agenten nennen sich diese Gesellen, und unsere allen Schwindel wollende Gesellschaft ist noch bereit, diese Burschen als Han­delsleute anzuerkennen. In Wirklichkeit sind diese Subjekte aber nicht anderes als in das Moderne übersetzte Räuber. Diese Leute beschwindeln den Produzenten, den Käufer und den Konsumenten aus zweiter Hand. Sie regulieren den Markt, sie bestimmen, wieviel Vieh auf jeden zuzulassen ist; sie stellen fest, wieviel Stücke der A und wieviel der T auf jedem Markt auftreiben darf. Der Viehproduzent, der seine Tiere auf den Markt bringt, ist nicht in der Lage, mit dem Fleischer direkt zu verhandeln. Wie ein Schutzengel steht zwischen beiden der Kommissionär, der befiehlt, ob der Pro­duzent verkaufen oder der Käufer kaufen darf. Um diese Leute gruppiert sich eine ganze Reihe van Agenten, besser genannt Tagedieben, die teils im Solde des Kommissionärs stehen, teils von demselben mit Trinkgeld abgefunden wer­den, oder die Verkäufer einem anderen Plusmacher zu­führen. Der Produzent wird schon beim Erscheinen auf dem Markte überfallen, die Agenten laufen von Kommissionär zu Kommissionär, von einem Bauern zum anderen, von

griff einzutreten, der auch nicht lange auf sich warten ließ. Die Gesamtzahl der Besatzung belief sich auf etwa 23 000 Mann, deren Befehlshaber der General Uhrich war, ein geborener Elsässer, 68 Jahre alt, dem infolge seiner Lei­stungen in der Krim und in Italien der Ruf eines tüchtigen Offiziers zur Seite stand.

Um in möglichst kurzer Zeit die Uebergabe zu erzwingen, wurde deutscherseits der Versuch gemacht, durch eine Be­schießung der Stadt und der Festungswerke den Komman­danten zur Kapitulation zu bewegen. Da der Bau der Vom- bardementsbatterien in den regnerischen, finsteren Nächten auf große Schwierigkeiten stieß, richtete zunächst nur die Feldartillerie ihr Feuer gegen die Stadt, aber in der Nacht zum 25. August konnten auch die schweren Geschütze in Tätig­keit treten, und bald rötete sich der Himmel von dem Wider­schein der aufleuchtenden Flammen. In der folgenden Nacht wurde das Bombardement mit gesteigerter Heftigkeit fort­gesetzt, und neue Verwüstungen waren die unausbleibliche Folge. Etwa 450 Häuser wurden zerstört und 10 000 Men­schen dadurch obdachlos. Das Museum, die Gemäldesamm­lung, die neue Kirche, das Stadthaus und das Theater, die Kommandantur und die Bibliothek mit 200 000 Bänden waren niedergebrannt, auch der herrliche Münster zeigte an einigen Stellen die Spuren der Granaten. Während von Norden und Westen her die Batterien ihre Kugeln in die Stadt sandten, donnerte von Osten herüber das Feuer der bei Kehl aufgestellten badischen Artillerie gegen die Zita­delle, deren Tore zerschmettert und deren Magazine ver­nichtet wurden, so daß sie einem Trümmerhaufen glich. Trotz dieser Erfolge führte die Beschießung zu keinem entschel- denden Ergebnis. General Uhrich blieb standhaft: eine us- forderung des Generals von Werder wies er ebenso a die Bitten der Einwohner, durch eine Kaprtulatlon ihre Leiden zu beendigen. Es blieb daher nichts anderesi ul rrg als zu dem zeitraubenden und mühsamen förmlichen Angriff zu schreiten, der nun mit aller Kraft begonnen wurde. *

Fleischhauer zu Fleischhauer, überall den Backschisch, am Zentralviehmarkt Schmattes genannt, einheimsend. . . Der dumme hungrige Kerl von Konsumenten bezahlt das Ganze, während Kommissionär und dessen Agenten und Unter­agenten den Profit einheimsen, was die einzige Arbeit ist, die sie leisten." Was sagen die Stadtvorstände dazu, die überall die Oeffnung der Grenzen fordern und auch die Sozialdemokraten, die in Magdeburg dem Bauern die Schuld an der Fleischteuerung geben!

Ein weiterer Sozialdemokrat. Bei der gestrigen Reichs- tagsersatzwahl im Wahlkreise Frankfurt-Oder-Lebus wurde der Sozialdemokrat Faber mit einer Mehrheit von 172 Stimmen gewählt. Für Winter (natl.) wurden 15 625, für Faber (Soz.) 15 797 Stimmen abgegeben.

Hus Banau Stadt und Eand.

Hanan, 27. September.

* Manöverschluß. Die Heeresausbildung hat ihren Ab- schluß in den Truppenmanövern gefunden. Die Reserve rüstet sich zur Heimkehr; ein Teil der Offiziere geht auf Kommandos; ein anderer Teil bereitet sich mit seinen Unteroffizieren für die neue Rekrutenausbildungsperiode vor, die für den Leutnant wie für die Unteroffiziere die an­strengendste Tätigkeit des Dienstes darstellt. Dem Unter­offizier winkt dafür nach zwölfjähriger Dienstzeit der Zivil­versorgungsschein. Eine Anzahl von ihnen gegen 8000 steht nunmehr wieder vor der Rückkehr zum bürgerlichen Beruf. Zur Erleichterung des Ueberganges hat der Minister des Inneren im vorigen Jahre eine Verfügung erlassen, wonach bei den Bezirkskommandos über die bei den Kommu­nalverwaltungen den Kapitulanten vorbehaltenen Stellen Verzeichnisse geführt werden, die den Truppenteilen für die alten Unteroffizieren zur Verfügung stehen. Wir machen im Interesse der Heeresverwaltung und zur Erlangung eines guten Kapitulantenersatzes gern auf diese Einrichtung auf­merksam.

* Städtisches Wasserwerk. Im Berichtsjahr wurden aus der städtischen Wasserleitung insgesamt 1598 209 Kubik­meter Wasser verbraucht, 54 460 Kubikmeter mehr als im Jahre 1908. Diese Steigerung ist umso bemerkenswerter, da durch die Verlegung des Infanterieregiments Nr. 166 nach Bitsch am 1. Oktober 1909 der Personen­stand um 1200 Personen zurückging. Es sei dies ein weiterer Beweis für die unsinnige Wafferverschwendung in unserer Stadt, die unterstützt würde durch das hier bestehende System der Bezahlung des Waffergeldes nach dem Wohnungsmietwerte. Der Betrieb in den beiden Pumpstationen gestaltete sich daher auch in diesem Jahre wieder äußerst schwierig, bereits am 22. Mai

General von Mertens übernahm die Leitung der Pio» nierarbeiten, General von Decker die der artilleristischen Tätigkeit. Als Angriffsfront wählte man den nordwestlichen Teil der Befestigungen zwischen bem- Steintor und dem Zabernertor, wodurch man die Verteidiger überraschte, welche ein Vorgehen gegen die Westftont erwartet hatten. In der Nacht zum 30. August wurde die erste Parallele nahe am Glacis eröffnet und dann auf der ganzen Strecke vom Rhein-Marnekanal über den Kirchhof St. Helena bis zum Judenkirchhof bei Königshofen ausgedehnt. Von ihr aus richtete sich das Vorgehen gegen die Bastionen 11 und 12, die an der nach Nordwesten vorspringenden Spitze der Festung lagen. In der Nacht zum 2. September begann der Bau der zweiten Parallele, der mit großen Schwierigkeiten verknüpft war und heftige Kämpfe nach sich zog. Bei Tages­anbruch am 2. September unternahm die Besatzung einen größeren Ausfall, und als dieser zurückgewiesen war, er­öffnete die Artillerie der Festung ein so heftiges Feuer gegen das Arbeitsfeld, daß dieses geräumt werden mußte, bis die deutschen Batterien die feindlichen zum Schweigen gebracht hatten. Am 3. September, demselben Tage, an dem die Belagerer den Sieg von Sedan durch Biktoriaschreßen verherrlichten, erfolgte ein neuer heftiger Ausfall, der brs an die zweite Parallele vorstieß. Dann trat auf Brite des Generals Uhrich ein kurzer Waffenstillstand ein, um dre vor den Werken liegenden zahlreichen Toten zu beerdigen. An­haltender Regen erschwerte in den folgenden Tagen die Ar­beiten, sodaß erst am 9. September die zweite Parallele, die in ihrer ganzen Ausdehnung von fast 2000 Meter fußhoch mit Wasser gefüllt war, vollständig fertig wurde. Nunmehr konnte die Artillerie besser wirken, 96 gezogene Kanonen und 38 Mörser warfen ihre Geschosse aus nahe den Werken angelegten Batterien gegen diese. Jedes Geschütz sollte bei Tage 20 Granaten, bei Nacht 10 Schrapnells verfeuern. Der Erfolg blieb nicht aus; die Verteidigungsartillerie war ge­zwungen, ihre Kanonen hinter die Brustwehr zurückzu-