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General-Anzeiger

Amtliches OlM für Äadt- uni Nortis Sa«««.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sann- und Feiertage, belletristischer Beilage.

Betmthsetti. Htboflrot:. SchreSer N Hemm.

F-rnsprechanschlub Nr. 605. MvNtllg bCll 26. SepttMÜtt

FernsprechattschlttK Nr. 605

1910 -asA

Amtliches.

Landkreis Ranau.

An die Ortspolizeibehörden des Kreises.

Vielfach werden Weine in Flaschen zu so niedrigen Prei­sen im Kleinhandel abgegeben, wie sie beim Verkauf gesetz­mäßig hergestellter Weine unmöglich bemessen werden können.

Nachdem inzwischen das neue Weingesetz ergangen und zu seiner Durchführung eine hauptberufliche Weinkontrolle geschaffen ist, ersuche ich, in allen Fällen, in denen Flaschen­weine zu ungewöhnlich niedrigen Preisen im Kleinhandel feilgeboten werden, unter Namhaftmachung der Verkaufs­stellen und nach Feststellung der Bezugsquellen dem haupt­amtlichen Weinkontrolleur Dr. Neis bei der landwirt­schaftlichen Versuchsstation in Harleshausen bei Casiel Mit­teilung zu machen.

Hanau den 21. September 1910. V. 5431

Der Königl. Landrat.

Frhr. Laur.

Stadtkreis Fjanau.

Bekanntmachung

Am Donnerstag den 29. d. Mts., vormittags 8 Uhr, findet im unteren Saal des Neustädter Rathauses, Zim­mer 1, öffentliche Sitzung des Gewerbegerichts statt..

Hanau den 22. September 1910. 20901

Der Vorsitzende des Gewerbegerichts.

_____ Hild.____________________

Bekanntmachung.

Die Privatschule (mit Pensionat) des Sprachlehrers Thr. Dippel hierselbst (sogenannte Grimmschule) ist mit Ermächtigung des Herrn Ministers der geistlichen, Unterrichts- und Medizinalangelegenheiten durch Ver­fügung Königlicher Regierung zu Casiel vom 21. Septem­ber 1909 (B II. Nr. 5090) mit Wirkung vom 1. Oktober 1909 ab geschlossen worden.

Die von dem Unterzeichneten widerruflich erteilte Er­laubnis zur Erteilung von Privatunterricht ist durch Ver­fügung vom 22. April d. Js. (K. 12) mit Wirkung vom 1. Juli ab zurückgezogen worden.

Zuwiderhandlungen werden laut Verfügung König­licher Regierung zu Casiel vom 20. September d. Js. (BII. Nr. 4065) geahndet werden.

Hanau den 24. September 1910. 20927

Der Stadtschulinspektor.

Hahne.

Die Waldmin der UmacOnna Hanaus.

Von Forstmeister Fenner-Wolfgang bei Hanau.

(Fortsetzung und Schluß.)

Am Maintor des von Hanauern so viel besuchten Ortes Erotz-Steinheim steht eine Linde (die sogen. Cent-Gerichts- linde), deren Alter etwa 600 Jahre beträgt. Schon vor 300 Jahren soll sie vom Blitze in sieben einzelne Teile von ein­andergerissen sein, welche aber allmählich bis auf die jetzt noch vorhandenen zwei nunmehr selbständige Bäume bil­denden Teile abgestorben sind. Eine jede dieser beiden Lin­den hat in Brusthöhe 65 Ctm. Durchmesser und bei einer Schafthöhe von 3,5 Mtr. eine Eesamthöhe von 12 Mtr.; sie werden, weil schief stehend, durch ein Gerüst gestützt. Der Sage nach sollen unter dieser Linde die Femgerichte abge­halten worden sein.

Ein in der Geschichte Hanaus aus der Zeit des 30jähri- gen Krieges bekannt und berühmt gewordener Baum ist

Linde auf einer Anhöhe bei Windecken, das sogen. Wartbäumchen". Schon im ältesten Kirchenbuche von Win- decken wird sie im Jahre 1577 bereits als arbor speculatoria erwähnt, und es ist wohl anzunehmen, daß sie an Stelle emer früher sogenannten Warte, wie solche in der Wetterau zahlreich vorkommen, gepflanzt worden ist und davon ihren Namen erhalten hat. Landgraf Wilhelm von Hessen gab von Hrer aus in der Nacht vom 12. zum 13. Juni 1636 der von dem Kaiser!. General Lamboy belagerten Stadt Hanau durch etliche Kanonenschüsse das Zeichen, daß er zu deren Befreiung gekommen sei.

Auch die Königseiche im Büdinger Wald unweit des Drugstores auf der sogenannten Königsplatte, hat ihre Geschichte, auch wenn sie nur der Sage angehört. Als tuns er Barbarossa in der Pfalz zu Gelnhausen Hoflager hielt, jagte er zur Winterszeit im Büdinger Wald und ver­irrte sich. Einen im Walde angetroffenen Köhler fragte er

Bekanntmachung.

Der Zementarbeiter Erwin Balthasar Fuchs, geboren am 6. Januar 1880 zu Zellhausen, Kreis Offenbach, und daselbst wohnhaft, hat sich am 17. September d. I. von zu Hause entfernt und ist bis heute noch nicht zurückgekehrt. Zuletzt ist er am 17. Sept, in Mainflingen gesehen worden. Fuchs ist etwa 1,64 Meter groß, von mittlerem Körperbau, hat schwarze Haare und schwarzen Schnurrbart. Sein Blick soll kratz sein und er den Eindruck eines Geistesgestörten hervorrufen.

Bei seiner Entfernung war er barfuß und nur mit Hemd und Hose (Arbeitshose) bekleidet.

Es wird um Fahndung nach Fuchs und im Falle des Aufgreifens um sofortige Benachrichtigung der Großh. Bürgermeisterei Zellhausen ersucht.

Offenbach a. M., am 22. September 1910.

Erotzherzogliches Kreisamt.

Lochmann.

Gefundene und verlorene Gegenstände re.

Stehengeblieben bei J. Adler, Langstratze 49, 1 Damenschirm; Empfangnahme daselbst.

Entlaufen: 1 schwarzer Dachshund mit Lederhals­band, 1 junge Bulldogge, weiß mit grau, m. Eeschl.

Hanau den 26. September 1910.

EuftTcbiffabrt.

Frankfurt a. M., 25. Septbr. An dem für heute vom Frankfurter Verein für Luftschiffahrt veranstalteten Frei­ballonwettfliegen, daS für Führer des Kartells südwestdeutscher Luftschiffervereine offen war, beteiligten sich sieben Ballons und zwarZiegler" (Paul Merzbach),Taunus" (Assessor Seefried),Tilly" (Frl. AdickeS),Justitia" (Asseffor Mever), Hansea" (Referendar Landmann),Mönus" (Julius Horle) undHesien" (A. Engelhardt). Als Ziel war Groß-Gerau bestimmt, doch trieben die Ballons etwas mehr westwärts in der Richtung nach Mainz zu. An der sich anschließenden Weitfahrt beteiligten sich die drei BallonsBreiSgau" (Leut­nant Vogt-Saarburg),Zähringen" (Oberleutnant Ernst) undFrankfurt" (G. Korn). Sieger ist derjenige, der mit seinem Ballon ohne Zwischenlandung am längsten in der Luft verweilt. Leutnant Vogt-Saarburg ist bekanntlich einer der deutschen Preisbewerber bei dem nächsten Gordon-Bennett- Wettfliegen, das diesmal in Amerika ausgetragen wird.

Bitterfeld, 25. Sept. Heute nachmittag um 6'/, Uhr fand hier ein vom Bitterfelder Verein für Luftschiffahrt ver­anstaltetes Ballonwettfliegen statt. Es nahmen teil: Ballon Hewald" vom Berliner Verein für Luftschiffahrt,Anhalt" vom Anhalter Verein,Harburg" vom Berliner Verein,De­litzsch" vom Bitterfelder Verein,Magdeburg" vom Magde- buroer Verein,Leipzig" vom Leipziger Verein,Tichndi",

nach dem Wege. Bereitwilligst Auskunft gebend, fuhr der Köhler, die Richtung des Weges erläuternd, mit zwei ge­schwärzten Fingern durch den Schnee. Aus Dankbarkeit schlug der Kaiser, wohlbehalten nach Gelnhausen zurück­gekehrt, den Köhler zum Ritter und verlieh ihm als Wap­pen einen weißen Schild mit zwei schwarzen Querbalken; das war der erste Herr von Büdingen, die dieses Wappen heute noch führen. Die Königseiche hat in Brusthöhe 5,9 Meter Umfang und eine Höhe von 26 Mtr., Kronendurch- mesier gleich 17 Mtr.

Eine der stärksten und ältesten Eichen findet sich in der Nähe von Wilhelmsbad. Ihr Stammumfang beträgt 7,6 Meter, ihre Scheitelhöhe etwa 18 Mtr. Der anbrüchige Kern des Stammes ist vor etwa 20 Jahren ausgebrannt; die Oeffnungen sind vermauert. Ein Teil der Krone existiert noch. Ihr Alter ist ein sehr hohes.

Im Bruchköbeler Gemeindewald, Distrikt 13, mächtig über ihre jüngeren Stammesgenossen emporragend, steht eine der schönsten alten Eichen der Umgegend mit einem Umfange in Brusthöhe von 5,85 Mtr.; sie ist der einzige vereinsamte Zeuge geblieben des schönen Eichenwaldes, der vor Zeiten der Axt zum Opfer fiel.

Als Reste eines ehemaligen Hutewaldes in der Nähe des Forsthauses finden sich etwa 25 mehrhundertjährige Eichen in einzelner Stellung. Malereichen werden sie genannt, weil sie den Kunstschülern Hanaus als Modelle dienen sollen; sie sind meist kurzschäftig, sehr weitästig, knorrig, mit zackigen, in die Luft ragenden, hirschgeweihähnlichen Zweigen und bilden für Maler und Waldästhetiker sehr markante Erscheinungen, wie sie selten schöner gefunden werden können. Die Höhe der Bäume beträgt 1825 Mtr., Umfang 45 Mtr., Schaftlänge 415 Mtr., Masse 10 bis 15 Fstm. der einzelnen Stämme; sie sind meist hohl und werden von Dohlen bewohnt.

Dicht am Landweg von Kahl nach Großkrotzenburg (Waldecke an der bayerischen Grenze des Oberwaldes) steht

vom Berliner Verein,Clouth 3" vom Bitterfelder Verein, D. A. K. 3" vom Kaiserlichen Aeroklub,D. A. K. 2" vom Kaiserlichen Aeroklub undBitterfeld" vom Bitterfelder Ver­ein. Für dieses Weltfliegen sind Ehrenpreise gestiftet vom Kreis und der Stadt Bitterfeld, vom Frhr. v. Bodenhausen auf Burg Kemnitz, vom Grafen zu Solms-Sonnenwalde und der Chemischen Fabrik Griesheim-Elektron, ferner ein Preis der Frau Luft, der Mutter des mit dem BallonDelitzsch" im April verunglückten Luftschiffers.

Trier, 25. Sept. Bei prächtigem Wetter und großem Menschenandrange nahm der heutige erste Tag der Flug­woche TrierMetz einen glänzenden Verlauf. In der Zeit von 4 bis halb 7 Uhr wurden 12 Flüge ausgeführt. Thelen, der als Erster aufstieg und 12»/» Minuten in der Luft blieb, stieg noch dreimal auf und erreichte mit fast 25 Minuten di« längste Fahrtdauer. Haad hatte Mißgeschick. Bei einer zu kurz genommenen Kurve fiel sein Apparat in einen Kartoffel­acker und wurde leicht beschädigt. Jeannin errang mit einem ganz neuen Apparat, der nur einen Motor hat, einen großen Erfolg, er flog über die Stadt Trier. Engelhardt kam bis ins Sauertal.

Hus aller Welt.

Rauvanfall auf einen Grubenbeamten. Vorgestern nachmittag wurde, wie ein Telegramm aus Metz meldet, der Bureauchef der GrubeMaxingen" auf dem Wege zur Grube, wo die Lohnauszahlung stattfinden sollte von 4 Italienern überfallen, die ihm Pfeffer in die Augen streuten, ihn zu Boden warfen, mißhandelten und ihn der Auszahlungsgelder in Höhe von 14000 M. beraubten. Es ist alles aufgeboten, um der Täter habhaft zu werden. Der Ueberfallene hat starke Verletzungen davongetragen.

Verhaftung eines Defraudanten. Wie ein Tele­gramm aus Duisburg meldet, wurde dort der Prokurist SuwalSki wegen Unterschlagung von 13000 M. verhaftet. Er befand sich auf Urlaub in Wiesbaden, als die Unter­schlagung entdeckt wurde. Einer telephonischen Aufforde­rung, zurückzukehren, leistete er unverzüglich Folge.

Schlechtes Wetter in Tirol. Aus Innsbruck meldet ein Telegramm: Das Wetter wird täglich schlechter. Es herrscht winterliche Temperatur, und es schneit bis zu den Dörfern des Mittelgebirges herab. Arlberg und Brenner liegen tief im Schnee.

Bon einem Bullen aufgespietzt. Ein Viehwärter in dem westfälischen Orte Wrexen wurde auf der Weide von einem wütend gewordenen Stier angegriffen. Das Tier nahm ihn auf die Hörner und stieß ihn mit voller Kraft gegen einen Baum, so daß ihm der Leib völlig durchbohrt würd«. Der Tod trat auf der Stelle ein.

Auf 26 männliche Einwohner eine Gastwirtschaft. Vor dem Senat der pfälzischen Regierung kam vorgestern eine Beschwerde wegen Nichterteilung einer Wirtschaft-» konzession in Neustadt zur Verhandlung. Vom Bezirksamt war Mitteilung gemacht worden, daß in Neustadt 153 Wirt­schaften vorhanden sind, so daß auf je 26 erwachsene männ»

eine durch auffallende Stärke und gleichmäßige Kronenent­wickelung hervorragend schöne Eiche, die Hexeneiche. Diesen Namen erhielt sie von der alten Hinrichtungsstätte, die sich hier befand, wo tatsächlich zur Zeit des 30jährigen Krieges und danach hunderte von Hexen verbrannt wurden; die letzte Hinrichtung mit dem Schwerte geschah am 24. April 1684; der Delinquent war ein gewisser Blümer aus Klein- Krotzenburg, der Erotzkroßenburg in Brand gesteckt hatte.

Im Forstorte Pechhütte, nicht weit von der bayerischen Landesgrenze, steht inmitten des erstklassigen, weit über 100jährigen Kiefern-, Buchen- und Eichenbestandes eine merkwürdige Kiefer, gleichaltrig und gleichwüchsig mit ihrer Umgebung, aber vom Wurzelanlauf bis zum Kronenansatz (ganze Höhe 33 Mtr.) mit faustdicken und größeren Beulen oder Warzen behaftet; daher Veulenkiefer genannt. Ein ganz ähnliches Exemplar befindet sich in Westpreußen. Die Ursache dieser eigentümlichen Mißbildung konnte nicht fest­gestellt werden. Es waren früher 2 Exemplare; die eine ist im laufenden Jahre vom Sturm geworfen worden.

Die schönste und stärkste Kiefer der Vulau, bis jetzt noch ohne Namen, befindet sich im Jagen 59, unweit der alten Virkenhainerstraße; sie macht in ihrer Wuchsform den Ein­druck einer alten Eiche. 30 Mtr. hoch, Durchmesser in Brust- 1,15 Mtr. Die hart an dem Schneißenwege, der von der Aschafenburgerstratze nach dem Wolfgang führt, stehende, alte, mächtige Eiche wurde dem Andenken Bismarcks ge­weiht und erhielt den Namen des eisernen Kanzlers, an den sie uns durch ihren Wuchs, ihre Größe und ihre Stärke erinnert. Wenn der Sturm durch ihren Wipfel rauscht, der Donner rollt, Blitze zucken, steht fest und unge­beugt die Eiche da, uns immer und immer mahnend an des ersten deutschen Kanzlers Wort:Wir Deutschen fürchten Gott und sonst nichts auf der Welt!"

Schon längst schläft er im Sachsenwald 3m selbgeschaffenen Reiche, An seine markige Gestalt

Gemahnt die DismarckeiLe.