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Verse, die er in mehreren Zeitschriften, besonder« im Century Magazine veröffentlicht hat, lassen zwar keinen fertigen Dichter erkennen, aber doch einen feinfühligen, formgewandten Menschen, dessen melodisches Empfinden in der Einsamkeit des Gefängnisses sich zu einem künstlerischen Ausdruck durch­ringt.

Hus Hab und fern-

Wächtersbach, 24. April. Im Hiesigen Schloß fand am SamStag die Verlobung Ihrer Durchlaucht der Prinzessin Maria zu Asenburg und Büdingen mit Don Domingo Aloisi statt. Die Braut ist die älteste Tochter unseres Fürstenpaares, der Bräutigam entstammt einem alten italienischen Geschlecht und ist in Toscana begütert. Zur Verlobung waren die Geschwister der hohen Braut ge­kommen : Erbprinz und Erdprinzessin zu Aenburg aus Potsdam und Graf und Gräfin Desronsseaux aus Frankreich.

Wiesbaden, 25. April. In Stellvertretung des Ober- piästdenten der Provinz Hessen-Nassau eröffnete heute um 6 Uhr Regierungspräsident v. Meister die 44. Tagung des Kommunallandtage- mit einer Ansprache, in der er hervor« hob, daß die königliche StaatSregierung nur zwei Vorlagen dem Kommunallandtage zugehen läßt, nämlich den Entwurf einer königlichen Verordnung über die Verbindung der Aem­ter des Gemeindewaisenrate« und des Schiedswesens mit den örtlichen Gerichten und den Entwurf eines neuen Tarifs der von den preußischen Armenverbänden zu erstattenden Armen« pflegekosten. Wesentlich reicher ist der vom Landesausschuß unterbreitete Arbeitsstoff, besonders eine Ordnung des Wander« arbeitSwesen« behufs Einführung in einzelne Bezirke. Aus dem Vortrag über die Beseitigung der Schäden, welche daS Hochwasser im Februar 1909 verursacht hat, ist zu entnehmen, daß die vorjährigen Beschlüsse deS Kommunallandtages sehr wesentlich dazu beigetragen haben, die durch daS Hochwasser hervorgerufenen Schäden zu beseitigen. Einen Antrag der Landwirtschaftskammer auf Bereitstellung von Mitteln zur Unterstützung solcher Gemeinden, in denen die Konsolidation der Kostenfrage auf Schwierigkeiten stößt, erlaubt sich der Regierungspräsident zur wohlwollenden Prüfung zu empfeh­len. Zum Schluß brachte der Alterspräsident Abg. Finck ein Hoch auf den Kaiser aus. Nach Festsetzung der Tagesord­nung wurde die Sitzung dann auf den 2. Mai vertagt.

FC. Wiesbaden, 25. April. Im Auftrage des Groß­herzoglich Hessischen Kammerherrn Freiherrn v. Riedesel aus Darmstadt, machte der Gelegenheitsarbeiter Georg Seiler, aus Heidesheim gebürtig, bei einer Reihe von Geschäftsleuten größere Bestellungen, die am 4. Oktober verflossenen Jahres um 2 Uhr in der Villa, Sonnebergerstraße 67, welche Frhr. D. Riedesel gelegentlich seines Umzüge» von Darmstadt nach Wiesbaden gekauft habe, ab geliefert werden sollte. Zur fest« gesetzten Zeit erschienen denn auch die Lieferanten an der Villa vor der bereits ein hochgeladener Wagen mit Heu und Stroh für den freiherrlichen Marstall bestimmt, angefahren war. Da in dem Hause sich niemand regte und rührte, setzte man.die Klingelleitung in Bewegung. Doch vergebens. Da auch der Kammerdiener nicht erschien, leuchtete eS den Leuten, nachdem sie bald 2 Stunden getreulich ausgeharrt, ein, daß sie das Opfer eine» Scherzvogels geworden. Dies empfand mancher umsomehr, al» er dem Diener für die groß­artige Bestellung ein gute«Trinkgeld" gegeben hatte. Schlosser, Schreiner, Tischler, Installateur usw., sie mußten wieder abziehen, nachdem ihnen polizeilicherseits gesagt war, daß die Villa unbewohnt und noch zu verkaufen sei. In Bingen a. Rh. besuchte Kammerdiener Seiler die Hotelier« und ließ für seinen Herrn, Freiherrn v. Wolzogen in Darm­stadt, die besten Zimmer im Hotel reservieren. In Mainz bestellte er für Daron v. Allendorf bei Delikatessengeschäften und Metzgereien größere Quantitäten Lebensmittel. Seiler bezweckte dabei lediglich, von den Geschäftsleuten ein Trink» gelb zu erhalten, war ihm aber nur in wenigen Fällen ge* lang. Für diese Schwindeleien nahm ihn bereits die Mainzer Strafkammer in eine Zuchthausstrafe von 2 Jahren, 6 Mo­naten und 600 Mk. Geldstrafe. Die Wiesbadener Straf­kammer, vor der heute Seiler stand, erlangte auf eine Ge« samtzuchthausstrafe von 8 Jahren und 750 Mk. Geldstrafe.

FC. Assenheim in Oberhessen, 25. April. Heute ver« starb hier die Tante des Grafen Franz zu Solms-Rödel« $eim und Assenheim, Gräfin Agnes. Sie war im hiesigen Schlosse am 18. Juli 1833 geboren als das jüngste Kind des Grafen Karl zu Solms Rödelheim und Assenheim (t 1844) und der Gattin Amalie, geb. Gräfin zu Erbach- Schönberg (f 1875). Die Verstorbene, die unvermählt, be­tätigte sich in hervorragender Weise durch Wohltun.

() Weimar, 24. Apr'l. Das Konzert des Weimarer C. C., Verbandes deutscher Sängerschaften, anläßlich seines dritten Bundesfestes vom 19. bis 21. Mai dieses Jahres in Weimar, wird unter Mitwirkung der verstärkten Großherzogl. Hofkapelle am 20. Mai, nachmittags 1/a5 Uhr, im Groß- herzogl. Hoftheater, welches durch Se. Kgl. Hoh. den Groß« Herzog Wilhelm Ernst von Sachsen dem Verbände ständig für seine Konzerte zur Verfügung gestellt wurde, stattfinden. Der Reinertrag fließt dem Ernst von Wildenbruch Denkmal- fonds zu. Der erste Teil unter Leitung von Professor Dr. Paul Klengel-Leipzig beginnt mit der akademischen Fest- Ouvertüre von Brabms. Anschließend daran folgen zwei a capella-Chöre:B'umen vom Wilde" von Dürrner (geb. 1810) undSchlachtgelang" von R. Schumann (geb. 1810). Um die Pflege des Volksliedes besonders hervor­treten zu lassen, folgen drei prächtige vierstimmige Lieder au» dem auf Veranlassung beS deutschen Kaisers Wilhelm II. herausgegebenen Liederbuch?:Schöner Augen schöne Strahlen",Ja schön ist mein Schatz nicht", beide für kleinen Chor, undEin Jäger aus Kurpfalz" für Gesamt- $ov- Den Schluß dieses Teiles bildet das Chorwerk mit Orchester:FrühlingSnetz" von Go'dmark. Den zweiten

< welcher von Prof. Friedrich Brandes-Leipzig dirigiert wird, die symphonische DichtungLes Préludes" von w cw' Dieser folgen wieder zwei a eapâ Chöre:

Sckön Nottraut" von Veit undBlauer Montag" von Fr. Otto. Das Konzert schließt mit dem gewaltigen Werk von Schnlz-Bcuthen:Harald" für Doritonsolo, Cbor Orchester nnb Klavier. Ein Solovortrag ist bei der Auf­stellung des Programmes vermieden worden, um die Ein­heitlichkeit zu wahren. DaS Konzert wird von ungefähr 600 Studenten aulaeführt, die nach Ankunft in Weimar am Tage vor dem Konzerte die Werke nur in einer Probe gemeinsam üben können. Besonderen Reiz werden die a oapella-Cböre erzielen; aber auch die größeren Werke dürften durch die jugendf>ischen Stimmen der Studenten ihre Wirkung nicht verfehlen. Ein prächtiges Gesamtbild wird den Zuhörern dieses Mal geboten, da die Mitwirkenden zu diesem Konzert nicht nur in der bunten Mütze, sondern auch in der farbigen Pekesche der einzelnen Korporationen austreten. Billetbestellungen sind an die Tageskasse des Großherzogl. Hoiiheaters in Weimar zu richten.

* Frankfurt a. M., 25. April. Aus einem hiesigen Privathause sind durch Einbruch Gegenstände im Werte von 600 Mark entwendet worden, darunter eine alte goldene Damenschlüsseluhr, eine schwere goldene Damenuhrkette, eine silberne Brosche mit Brillanten.

Friedberg, 24. April. An der Großh. Obssbauschule Friedberg findet vom 9. bis 14. Mai der Obstbcrukursus für Geistliche, Lehrer und sonstige Freunde des Obstbaues statt. Dieser Kursus besteht aus zwei Teilen und ist in Aussicht genommen, daß der zweite Teil vom 1. bis 6. August ab­gehalten wird. Dieser Lehrgang soll den Gartenliebhaber soweit ausbilden, daß er in die Lage versetzt wird, seine Obstbäume, sowohl Hoch- als Niederstämme und Form- bäume, selbst richtig schneiden, behandeln und pflegen zu können. Die Einrichtung ist so getroffen, daß vormittags der theoretische Unterricht um 9 Uhr beginnt, und in drei Stunden die Teilnehmer mit den wichtigsten Obstbaumkrank- Heiten, Bodenverbesserung, Düngung usw. vertraut macht. Nachmittag von 2 Uhr ab finden ausschließlich nur prak­tische Unterweisungen statt. Es wird also nicht nur Theorie getrieben, sondern es ist vor allen Dingen der Praxis der größere Teil der zur Verfügung stehenden Zeit zugemessen. Die Großh. Direktion der Obstbauschule ist zu weiterer AuS« kunft gern bereit.

Alsfeld, 24. April. Die hessischen Vorschuß- und Kredit­verein« hielten am Donnerstag und Freitag ihren 48. Ver« bandstag ab. Den Vorsitz führte Justizrat Harnier-Cassel, anwesend waren etwa 80 Vertreter auswärtiger Vereine. Dem Verband gehören 23 Vereine mit ungefähr 20 000 Mit­gliedern an, der Gesamtumsatz beträgt etwa 550 Millionen Mark. Der größte Verein ist der Casseler Creditverein mit 3064 Mitgliedern und über 170 Millionen Umsatz; der kleinste Verein Schlitz mit 125 Mitgliedern und 1'/, Millionen Um­satz. Eine lebhafte Aussprache wurde bezüglich des Quittungs­und Scheckstempels geführt. Der Verbandsanwalt Dr. Crueger« Charlottenburg, der das Gesetz über den Quittungsstempel besprach, empfahl, von den sog.Platzanweisungen", die stempelsrei seien, Gebrauch zu machen. Eine lebhafte Aus­sprache rief auch die Frage der Diskontierung von Buch­forderungen hervor. Ferner gelangten wichtige Berichte, u.a. über die Hilfs-, Ruhegehalts-, Witwen- und Waisenpensions­kasse, das Gesetz betr. Sicherung der Bauforderungen, Be­dingungen für Heimsparkassen usw. zur Besprechung.

GericbtsTaal.

Sitzung der Strafkammer Hanau vom 25. April 1910.

Der bei dem Bäckermeister Balth. Müller in Fechenheim vom August v. I. bis Ende Februar d. I. beschäftigt ge­wesene Bäckergeselle Peter Hermann entwendete seinem Arbeit­geber größere Quantitäten Mehl und Schmalz. Der Ange­klagte ist geständig und gibt an, mit dem gestohlenen Mehl eine in Not geratene ihm unbekannte Frau unterstützt zu haben. Das Gleiche habe er auch mit dem Schmalz beab­sichtigt, ehe er jedoch sein Vorhaben zur Ausführung habe bringen können, seien seine Unredlichkeiten entdeckt und er verhaftet worden. Der wegen Diebstahl schon öfters vor­bestrafte Angeklagte wird zu 9 Monaten Gefängnis verurteilt, wovon 2 Monate auf die seit dem 24. Februar währende Untersuchungshaft in Anrechnung gebracht wurden.

Unterschlagung.

Der bei einem hiesigen Bäckermeister anfangs dieses Jahres in Stellung gewesene Bäckergeselle Franz Göbelbecker erhielt von seinem Meister den Auftrag, bei einem Kunden einen Betrag für Backwaren einzukassieren. Das Geld, ca. 25 Mk., brachte der Bursche aber nicht zur Ablieferung, verwendete es vielmehr zur Beschaffung von Kleidungsstiicken für sich. Das Gericht verurteilte den Angeklagten wegen Unterschlagung zu 1 Woche Gefängnis.

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Hus Ran au Stadt und Hand.

Hanan, 26. April.

Zur Feier des lOjährigen Bestehens des Garde-Vereins.

Ein Jubelfest im wahrsten Sinne des Wortes war es, das der hiesige Garde-Verein nach einem am Abend zuvor tn derConcordia" stattgefundenen Kommers am vergangenen Sonntag in den prächtig dekorierten Sälen derCcntralhalle"ans Anlaß seines 10jährigen Bestehens feierte. Bis auf den letzten Platz waren die geräumigen Säle mit einem festlich gestimmten Publikum gefüllt. Nach Eröffnung der Feierlich­keit durch den seilens der Kapelle des Leibgcnde-Infanterie- Regiments (1. Großh. Hess.) Nr. 115 aus Darmstadt unter persönlicher Leitung des Herrn Obermusikmeisters Hanske mustergültig zu Gehör gebrachten MarschUnsere Garde" von N. Förster, dem sich die Ouvertüre zuWilhelm Tell" von G. Nosini, recht wirkungsvoll vorgetragen, ansckloß, nahm der Vorsitzende, Herr Kanzleisekretär Lotz, das Wort zur Begrüßung. Eine ganz besondere Freude, führte er aus, sei es ihm, eine so reiche Zahl verehrungswürdiger Gäste zu dem Jubelfeste des Garde-Vereins willkommen heißen zu formen. Das zahlreiche Erscheinen sei ein Beweis bafür, daß nicht nur dem Garde-Verein, sondern auch der ganzen bkdeuienden Sache, die lererer vertrete, den Zielen, denen er im Dienste d-L Vaterlandes nachlebe und nach-

strebe, daS Wohlwollen zugewendet fei. Eine ganz besonder« Auszeichnung sei e« für den Garde - Verein, daß Herr Landrat Freiherr Lanr der Einladung Folge geleistet habe und die Liebenswürdigkeit batte, sich zur Ueber­nahme der Festrede bereit zu erklären. Mit herzlichem Will­kommensgruß an den Herrn Landrat, sowie an die Herren Offiziere der Königlichen Pnlversabrik, ferner an Herrn Oberleutnant und Bezirks-Adjutanten Schnlcke, Herrn Ober­leutnant Theobald, Herrn Gefängnis-Oberinspektor Gehrt als Vertreter des Krei ^-Krieger-Verbandes Hanau und Herrn Oberzohlmeister a. D., Nechnnngsrat Wagner, an die Ab­ordnungen der auswärtigen Vereine: Garde-Verein Frank­furt, Verein ehem. Jäger Aschaffenburg, die Unteroffiziere der 166er in Bitsch und im weiteren an die Damen bei Festes, sowie an die Freunde und Gönner, ließ der Vereinsvorsitzende den Wunsch laut werden, daß ade die besten Eindrücke von der 10. ©rünbungifeier des Garde- Vereins mit nach Hanse nehmen möchten. Z hn Jahre seien nunmehr verrauscht im Strome der Zeit seit der Garde- Verein gegründet ward; gar mancher Kamerad, der an bet Wiege des Vereins gestanden habe, wäre inzwischen abge« rulen worden zur großen Armee, aber daS Andenken an diese würde bei ihnen treulich bewahrt bleiben. Die Gründung des Vereins, führte Redner weiter aus, fiel in eine Zeit, in der die finsteren Mächie des Umsturzes bereits rege an ihrer Maulwurfsarbeit waren, die fein andres Ziel kennt, als dem deutschen Volke seine heiligsten Güter aus dem Herzen zu reißen und ibm die Seele zu vergiften. An- gesichls solch drohender Gefahr habe man sich hier nuen dem Krieger-Verein zum Garde-Verein zusammengeschlossen mit den ebenfadfigen Aufgaben, König und Vaterland zu lieben mit der Tat und treue Kameradschaft zu pflegen und zu betätigen. Unter strengster Wahrung dieser hoben Auf­gaben sei der Garde-Verein nun bis zu dem Lebensabschnitt gelangt, der Veranlassung zur festlichen Begehung geboten habe. Wie bisher auch weiterhin seine Pflichten zu ei füllen, das sei des Vereins ernstester Vorsatz. Mit den Worten:

Höchster Herrscher, du von allen, Behüt uns in Gitfabr und Not, Schirm und 'chütze unsern Kaiser, Großer, allgewali'ger Gott. In der Lieb' zum Vaterland« Mach uns alle stark und aleich, Daß wir leben, daß wir sterben Mr den Rarer, für das Reich!

schloß der Vereinsvorsihende seine von der Festversammlung sehr beifällig aufgenommenen Ansfübrungen. Ein hierauf von Frl. Steil mit innigem Verständnis und feiner Be­tonung gesprochener Festprolog, dem sich unmittelbar danach ein dem Sinn dieser Worte angepaßtes lebendes Bild anschloß, fand ebenfalls ein reckt dankbares Publikum. Nachdem die ewig schön bleibende Komposition Richard WagnersLohengrin", deren Wiedergabe der Kapelle Ehre machte, verklungen war, nahm Herr Landrat Frhr. Laur das Wort zur Festrede und führte u. a. etwa folgendes aus:Der Gardeverein kann heute auf eine 10jährige er­folgreiche Tätigkeit zurückichanen. Der Einladung zum heutigen Feste habe ich gerne Folge geleistet und freudigst habe ich dem Ansuchen, einige Worte zu sprechen, meine Zu­stimmung gegeben. Erwarten Sie jedoch keine Festrede, sondern begnügen Sie sich mit nur wenigen Worten, aber mit solchen, die von Herzen kommen und zu Herzen geben. AlL der ©arbeoerein vor 10 Jahren sich gründete, wurden in interessierten Kreisen Bedenken hiergegen laut, die Be­fürchtungen, daß der Gardeverein ein scharfer Konkurrent gegen den Kriegerverein werden würde, stürzten allmählich zusammen und heute steht der Gardeverein kräftig und geachtet da, davon lege auch der starke Besuch des heutigen Festes Zeugnis ab. Und wenn brr Gardeverein auch bis in die fernste Ankunft hinein sich seiner hohen Aufgaben be­wußt bleibt, die Treue zu bewahren gegen Gott und die Kameraden und in Treue zu verharren gegen den König, welchem Preußen zu verdanken habe was es ist, dann werde der Gardeverein allseits geachtet und geliebt dastehen. Eine weitere Pflickt sei es, daß der Gardeverein auch stet« der Invaliden und Veteranen gedenke. Dadurch, daß er (Herr Landrat Frhr. Laur) selbst den Rock der Garde trage, fühle er sich auch besonders zum Gardeverein hingezogen. Mit berechtigtem Stolz könne das Gardekorps behaupten, daß es seiner bevorzugten Stellung gerecht worden ist, sowohl im Frieden wie im Kriege. Er erinnere nur an den Tag von St. Privat, den 18. August 1870, der der Garde große Opfer kostete, der ihr aber nicht destoweniger auch reichlich Lorbeeren zum Ruhmeskranze brachte. Im besonderen sei die Garde zum Schutz des Königs bestimmt, dies solle aber keinen Gardisten zu Ueberhebungen neigen lassen, denn jeder Soldat, einerlei ob Gardist oder Liniensoldat soll seine Pflicht tun, vor allem kommt es darauf an, daß der Soldat das Herz auf dem rechten Fleck hat. Halten wir in Treue und Liebe zu unserem Kaiser und König, dem würdigen Nachfolger Friedrich I., hurra, hurra, hurra!" Begeistert stimmte die Festversamm'ung in das Hurra ein, stehend die Nationalhymne singend. Hieran anschließend er­folgten nach einem Vortrag der vorzüglich geschulten Gesangs- abteilung des Frankfurter Gardevereins die Gratulationen seitens des Gardevereins Frankfurt und des Vereins ehemaliger Jäger Aschaffenburg; beide Vereine übergaben als Geschenk 2 ,ehr schöne Bilder unter Glas und Rahmen (Bildnis Sr. Maj. des Kaisers, sowieKriegsgefangen"). Ihr Hoch galt dem Vaterlands und der Kameradschaft. Von dem Vorsitzenden des Kriegervereins Hanau, Herrn Hauptmann a.D. v. Buttlar, welcher infolge Trauer verhindert war, der Feier anzuwohnen, sowie von dem Vorsitzenden des Kreis-Krieger­verbandes Hanau, Herrn Landtagsabgeordneien Junghenn, liefen in herzlichen Worten gefaßte Glückwunsch-Telegramme ein. Das Vereinsmitglied Herr Gottfried Schnarr erfreute mit seiner mächtigen Baßstimme die Zuhörer durch einige recht wirkungsvoll vorgetragene SolisTom der Reimer" sowieWanderlied" und dankte für den lebhaften Applaus noch durch eine Zugabe. Kräftig applaudiert wurde der von