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Bezugspreis-

BferfeTjnfiTn^ 1.80 Mk., monatlich 60 Vig., für aus­wärtige Abonnenten mit dem betreff Postausichlag. Die einzelne Nummer kostet 10 Pfg.

Rotationsdruck und Verlag der Duchdruckerei des verein, eo. Waisenhauses in Hanan.

Gtneral-Anzeigcr

Organ für Stabb und FanNrris Kanan.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Einrückungsgebührt

Die Sgespaltene Petitzelle oder deren Raum 20 Pf- im Reklamenteil die Zeile 45 Pfg.

Verantwort!. Redakteur: E. Schrecker in Hana»,

Nr. 250

^eviilVrediaiifdHtift Nr. 230

Dienstag Den 25. Oktolm

st er»sprecht»«schlich Nr. 230

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Amiliches.

St adtkreis Ranau.

Steuererhebimq.

Die Erhebung der Steuern und des Schulgeldes für die Monate Oktober-Dezember d. J. hat begonnen.

An Stelle der Barzahlungen werden Schecks (Platzan- Hanauer Kreditverein oder auf eines der hiesigen Bank­weisungen ausgeschlossen), welche auf die Reichsbank, den Häuser bezogen find, angenommen. Hierbei wird bemerkt, daß die Aussteller und die Indossanten für die Einlösung der Schecks haften und dah die von den Kassen ausgestellten Quittungen (die zum Zeichen, dah Zahlung nicht in bar er­folgt, mit dem Stempeldurch Scheck bezahlt" versehen wer­den) keine Gültigkeit haben, sobald die Einlösung der Schecks durch die Bezogenen abgelehnt wird.

Einzahlungen durch die Post sind zulässig, jedoch hat der Steuerzahler Porto und Bestellgeld zu tragen.

Gleichzeitig wird darauf aufmerksam gemacht, dah In­haber von Guthaben bei der Stadt. Sparkasse Zahlung der Abgaben durch Ueberweisung von ihrem Sparkassengut- Haben leisten können. Anträge dazu find bei der Sparkasse zu stellen.

Die Steuerkasse befindet sich im Rathaus (Neustadt), Zimmer Nr. 3, Erdgeschoh rechts, und ist für Einzahlungen täglich vormittags von 812H Uhr (vom 1. November ab von 8^12^ Uhr) geöffnet.

Schluh des Zahlungstermins ist der 15. November d. 3* Hanau den 24. Oktober 1910. 23469

Stadtkasse.

Bekonntmachnnq.

Mannschaften für Südwestafrika.

Für die Schutztruppe in Südwestafrika werden frei­willige Mannschaften der Reserve, welche noch nicht länger als 2 Jahre aus dem aktiven Dienst ausgeschieden sind, vor­gemerkt. Unteroffiziere werden nicht angenommen. Zu­sammentritt 26. November 1910, Ausreise 30. November 1910. Zum Eintritt bereite Mannschaften haben sich bis spätestens 30. Oktober 1910 beim zuständigen Bezirksfeld- webel zu melden, bei dem auch die näheren Bestimmungen eingesehen werden können. Handwerker aller Art sind be­sonders erwünscht.

Gebührnisse wie Schutztruppe, Dienstverpflichtung 3^ Jahre.

Hanau den 24. Oktober 1910.

Königliches Bezirkskommando.

Stadttvcater in Hanau.

= Hanau, 25. Oktober.

Wiener Blut."

Operette in 3 Akten von Johann Strauß.

(Aufführung am 21. Oktober.)

Wiener Blut . . ." Es steckt schon im Titel dieser graziösen Strauß-Operette etwas leise lockendes, ein prickeln­des Ahnen weichwiegender Walzermelodien und Wiener 1 Lebensfröhlichkeit, jenes undefinierbaren Gemütszuges, der 1 ein unveräußerliches Erbteil der fröhlichen Donaustadt bleibt und seinen ganz besonderen Reiz darin hat, daß er so gut zu fühlen und so unendlich schwer nachzuahmen ist. Das wissen die Wiener und sind stolz darauf und lächeln nachsichtig mokant, wenn sie mal dem Versuch begegnen, oie im Grunde konkurrenzlosen Urtypen ihrer Heimat zu bestimmt umrissenen Kamera-Bildern umzuschaffen. Ober- slächlichkeit hat ja auf diesem Gebiete ein wenig gesündigt, oft sogar ein wenig stark und so mochte es wohl gekommen jein, daß sich im Laufe der Zeit die große Mehrheit der reichsdeutschen Brüder ihren Wiener Nachbarn insonderheit walzertanzend, Frauen umschwärmend und in besonders schönen Stunden unausgesetztJuhu!" schreiend vorzustellen gewöhnt, hat. Und gar die Wiener Frauen! Ein bißchen mollat , ein bißchen stark lebenslustig und ein bißchen sehr stark leichtlebig so wurde uns das Bild durch lange Zeiten etwas einseitig übermittelt. Und Legenden sind so schwer zu zerstören, denn es ist über die Maßen bequem, auf die Schablonen zu schwören.

Was uns imWiener Blut" an Typen der blauen Donaustadt begegnet, entfernt sich nicht gar zu weit vom altüberlieferten walzerfröhlichen Juhu-Jdeal. Der Grund­zug: fröhlicher Leichtsinn, bei dem die Seele nicht verdorrt; graziöser Uebermut, durch dessen gütige Hilfe der Tag nicht allzulana wird. Handlung: Ach nein, bemühen wir uns

Betreffend: Maßregeln gegen dieEinschleppung der Maul- und Klauenseuche.

Nachdem die Maul- und Klauenseuche in Fechenheim a. M. ausgebrochen ist, bestimmen wir in Ergänzung unserer Bekanntmachung vom 8. d. M. folgende Schutzmaßregeln:

I. Die Gemarkungen Offenbach, Bürgel, Rumpenheim, Mühlheim und Dietesheim bilden das Beobachtungsgebiet unseres Kreises.

1. Der Auftrieb von Klauenvieh aus dem Beobachtungs- gebiet auf Märkte ist verboten.

2. Der Auftrieb von Klauenvieh durch das Beobach­tungsgebiet ist verboten.

3. Das Treiben von Klauenvieh auf öffentlichen Stra­ßen ist verboten.

4. Die Ausfuhr von Klauenvieh ohne unsere schriftliche Erlaubnis ist verboten. Die Erlaubnis wird nur für Schlachtvieh und nach amtstierärztlicher Unter­suchung des Bestandes auf Grund eines amtstierärzt­lichen Zeugnisses über den Befund erteilt. Das Zeug­nis hat nur 24 Stunden Geltung.

5. Die Sammelmolkereten dürfen Magermilch, Butter­milch und Molken nur nach Abkochung abgeben. Der Abkochung wird eine viertelstündige Erhitzung auf 90 Grad C. gleichgerechnet.

Offenbach den 22. Oktober 1910.

Großherzogl. Kreisamt.

Lochmann.

Dienstnachrichten aus dem Kreise.

In der Gemarkung Mittelbuchen ist die Schweine­seuche erloschen.

Hanau den 24. Oktober 1910. V. 6122

Gefunden auf dem Wochenmarkt am Samstag 1 Schlüssel, sowie 1 Schlüsselbund mit verschiedenen Schlüsieln. Abzuholen auf dem Geschäftszimmer der Armenverwaltung.

Hanau den 24. Oktober 1910. 23477

Gtsiiiidcnc und verlorene ©egenftiinbe k.

Gefunden: 1 silberne Herren-Remontoiruhr, 6 Mtr. rotbraunes Einfaßband, 1 dunkelgrünes Automobilschild Nr. 399.

Verloren: 1 Schlüsselring mit etwa 67 Schlüsieln,

1 goldenes Medaillon mit Photographie.

Entlaufen: 1 weißer Foxterrier mit schwarzen Ab­zeichen, m. Eesch.

Hanau den 25. Oktober 1910.

nicht, es könnte eine etwas absonderliche Analyse werden. Wer wird auch so pedantisch sein wollen, nach Handlung zu schreien, wenn ihm die prächtigsten Melodien eines Johann Strauß das Ohr umschmeicheln? Das packt ja so eigentüm­lich und läßt einem nicht los, kichert, lockt und lacht, und ehe man sichs versieht, ist man ganz und gar und unentrinnbar eingewickelt in den eigenen Charme dieser Musik, die bei all ihrer Leichtigkeit so viel mitschwingende Fröhlichkeit auszulösen versteht. Was verschlägts da schließlich, wenn in der lustigen Operette Probleme, Situationen und Kon­flikte einfach aber gründlich durch einen schnell improvi­sierten Walzer gelöst werden? San mer lustig juhu! I sag's wie's is!

Die erste Aufführung der Operette brachte einen lauten, fröhlichen, ungeteilten Erfolg, vielleicht den stärksten, den wir bis jetzt in der Saison zu verzeichnen hatten. Daß eine Johann Strauß-Operette nicht versagen würde, war un­schwer zu prognostizieren, aber die fast durchweg gute, teil­weise sogar glänzende Aufführung, verdient darum nicht weniger Lob. Der Geist der Operette war von fast allen Mitwirkenden geschickt erfaßt, die Effekte gut herausge­arbeitet, die Regie (Herr Mothes) flott und gewandt

und wenn auch der liebe Wiener Dialekt, der so leicht an­spricht und so schwer zu handhaben ist, manchmal arg verge­

waltigt wurde, so fällt dies nicht so sehr ins Gewicht.

An erster Stelle müssen wir Frl. Adam nennen, die in jeder Hinsicht eine glänzende Leistung gab, die selbst die ge­wagtesten Superlative rechtfertigen würde. Bei ihrem Par - ner, Herrn Wiesinger, konnte eine kleine |ttmm x je Indisposition den großen Erfolg seiner Par^e, re _ aller Bravour durchführte, nicht schmalern. P p, bewegliche Probiermamsell die volkstümliche Seite des Wiener Blutes zu vertreten hatte, in Frl. H a r v es eine sehr geschickte Vertreterin, deren liebenswürdiges und sicheres Spiel immer wieder gleich herzerfreuend wirkt. Dte Wiedergabe des Fürsten Bosheim durch Herrn Schneider

Politische RtmdTAaa.

Der Deutsche Stipendienverein konnte in seiner General» Versammlung, die kürzlich in Ostrowo als dem Ort seines Sitzes stattfand, ein erfreuliches Wachsen feststellen. Der Vorsitzende Superintendent Harhausen berichtete, daß im laufenden Jahre wieder 118 Mitglieder neu beigetreten seien. Seit dem Gründungsjahr 1907 ist dies der stärkste Zuwachs. Sehr bemerkenswert dabei ist, daß der Verein allmählich mehr Boden außerhalb der Ostmark gewinnt Seinen Satzungen gemäß konnte der Verein daher wieder eine Anzahl Stipendien zu akademischer und fachschul­mäßiger Ausbildung von evangelischen Bewerbern und auch Bewerberinnen gewähren. Wie wichtig dies für die Ost­mark ist, zeigt am besten die Tatsache, daß die Polen eine ganze Reihe von Stipendienvereinen unterhalten, von denen der größte allein im letzten Jahre rund 100 000 Mark aufgewendet hat. Sein eisernes Vermögen beträgt jetzt gegen 2 Millionen Mark. Diesen gewaltigen Mitteln gegen­über sollte es von den Deutschen als Ehrenpflicht empfunden werden, nun auch ihreakademische Ansiedlungskommission" wie der Stipendienverein in Ostrowo zutteffend genannt worden ist, nach allen Kräften zu fördern, und zwar bal­digst, ehe noch die finanzielle Uebermacht der polnischen Mittel die Möglichkeit deutscher Erfolge auf diesem Gebiete gar zu sehr erschwert. Die geringe Höhe des Vereinsbei- trages (5 Mk.) ermöglicht den weitesten Kreisen, helfend einzugreifen.

Das 50jährige Jubiläum der deutschen Kolonie Brusqne in St. Catharina in Südbrasilien wurde kürzlich festlich begangen. Im Juli 1860 trafen die ersten deutschen Ein­wanderer, insgesamt 25 Familien, ein. Nach dem ersten Provinzialgouverneur de Aranjo Drusque erhielt die Ko­lonie später ihren jetzigen Namen. 1881 wurde die Kolonie eine selbständige Gemeinde, die heute bei einer Ausdehnung von 2200 Quadratkilometern 14 000 Seelen zählt. Das Klima ist gesund, der Boden fruchtbar, und die Bewohner haben ihr, gutes Auskommen. 257 Kilometer Fahrstraße erschließen die Gemeinde nach allen Richtungen. Die Zahl der Deutschen in ihm beträgt zur Zeit nach den Mit­teilungen des Vereins für das Deutschtum im Auslande etwas über 2000. Von den zuerst eingewanderten 25 Fami­lienhäuptern lebt heute noch der Kolonist Franz Hörner. Der Stadtplatz Drusque ist ein freundlicher Ort von 200 gut gebauten Häusern mit 1200 Einwohnern. Im Munizipium bestehen im ganzen 22 deutsche Schulen mit rund 700 Kin­dern. Die Umgangssprache ist im allgemeinen nur deutsch, in vier Fällen katholischer Schulen deutsch und portugiesisch.

v. Oldenburg-Januschau und die tommenben Reichs­tagswahlen. In einer Wählerversammlung zu Marienburg litt etwas durch die mangelnden stimmlichen Qualitäten dieses sonst so gern gesehenen Künstlers. Fräulein Monti als Tänzerin Cagliari führte ihre Partie geschickt und an­sprechend durch, ganz besonders auch musikalisch. Auch Herr Wallbrück als Kammerdiener ward seiner Rolle, die vielleicht noch etwas mehr Geschmeidigkeit, namentlich in der Tanzszene, vertrüge, in bestem Sinne gerecht. Von den übrigen Mitwirkenden seien noch lobend genannt: Herr Grundmann mit seiner stark unterstrichenen Massivität als Kapler und Fräulein Brand als Wäschermädel mit schöner stimmlicher Begabung. Unter Herrn Kapellmeister Kählers sicherem Dirigentenstab führte das Orchester seine oft schwere Aufgabe recht befriedigend durch.

Die flotte, amüsante Vorstellung löste einen sehr starken Beifall aus und die Vertreter der Hauptpartien wurden durch häufige Hervorrufe ausgezeichnet. Wir glauben, daß der Operette in dieser Saison ein großer Erfolg sicher rst

Bolksvorstellong.

Wenn der junge Wein blüht."

Lustspiel in 3 Akten von Björnstjerne Biornfon.

Als erste Vorstellung veranstaltet vom Ausschuß Volksvorlesungen ging gestern abend im Stadttheater Björnstjerne Björnsons letztes WerkWenn der junge Wern blüht" über die Bretter. Auf die Handlung des Stückes ein­zugehen, können wir uns versagen, da dies in erschöpfender Weise bereits anläßlich der Erstaufführung dieses Stückes an unserer Oühne geschehen ist. Wir haben gelesen, daß es die Liebe der Alternden ist, der der greise Dichter feine Lustspielweise weihte. Frühlings- und Herbststimmungen werden in dem Werke in einer eigentümlichen Mischung durcheinander gewirbelt. Einleitend hielt Herr Direktor Adalbert Steffi er einen Vortrag über Björnstjerne Björnson und seine Werke. In knappen scharfen Striche« zeichnete der Vortragende die Charaktereigenschaften die diesem großen nordischen Dichterfürsten und leinen Werk«