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gitetienlbtutT unb Berlets der Buchdrucker« bei »etein. au BaifaibaufeS in Hauau.
General-Anzeiger
Amtliches Organ sät SW null Landkreis Kanan.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
ecreeiMttL ÄAeftew: •, Schrecke, N -«««,
Nr. 20
Aernsprechairschlitst Nr. 605»
Dienstag den 25. Januar
Aernsprechanschlutz Nr. 605. 1910
Amtliches.
Candkreis Ranau.
Unter den Schweinen in Hochstadt ist die Schweine- seuche festgestellt worden.
Hanau den 24. Januar 1910.
Der Königliche Landrat.
V 526 Frhr. Laur.
Stadtkreis Ranau. Bekanntmachung.
Am Geburtstage Sr. Majestät des Kaisers und Königs sind die städtischen Amtsstellen geschlossen.
DaS städtische Steueramt und die Heuwage sind bis 10 Uhr, das Standesamt von 10—11 Uhr geöffnet.
Hanau den 20. Januar 1910.
Der Oberbürgermeister.
Dr. Gebeschus. 2231
GefiiiidtNt und verlorene Gegenstände re.
Gefunden: 1 evangel. Gesangbuch (innen der Name Naab), 1 schwarzer Kinderhandschuh (rechter), 1 Drille mit Hoblglä'ern, 1 Ledermäppchen mit verschiedenen Papieren von Willy Geisler aus Hirschberg i. Schl., 1 grauer Kutscher- mamel.
Verloren: 1 goldener Manscheitenknopf mit einem Brillanten, 1 goldener Herrenring mit blauem Stein, I rote Tuchtasche.
Hanau den 25. Januar 1910. \ ,
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Politische Rundschau.
Die nächsten Kaisermanöver. Nach den ^Danziger Neuesten Nachrichien" sollen die Kaisermanöver zwischen dem ersten und siebzehnten Korps ebenso wie im Vorjahr in Süddeulschland von den Kaiserparaden getrennt abgehalten werden. Die Kaiserparade des westpreußischen Korps soll am 27. August in Danzig, die ostpreußische Parade in Königsberg stattfinden.
Verminderung der Militärmusiker ? Wie die „Berl. Pol. Nachr/ schreiben, wird bei der nächsten Neufestsetzung der Friedenspräsenzstärke des Heeres auch dem Beschlusse des Reichstages nähergetreten werden, zu erwägen, inwieweit die Zahl der Hoboisten und Hilfsmusiker bei den Infanterie-Regimentern eingeschränkt werden kann.
Vertrauensvotum für Dernburg. Von Lüderitz- buchter Ansiedlern erhielt Staatssekretär Dernburg nach der
Stadttlicattr in Hanau.
Samstag den 22. Januar, zum 2. Male: „Der fidele Bauer."
®k er^e Wiederholung von Leo Falls flotter Operette bestätigte in vollem Maße den Eindruck der ersten Auf- ptbrung : daß das Publikum diesem Werke mit seiner hübschen uiid gar nicht flachen Musik ein außerordeniliches Interesse und große Sympathie entgegenbringt. Die Stimmung war während der^ ganzen Vorstellung äußerst animiert und der womöglich noch lebhafter als bei der Premiere. Dazu mag die abgerundetere und sichere Aufführung ihr Teil bei« getragen haben, die alle Klippen zu vermeiden wußte, sodaß es nicht wieder zu kleinen Entgleisungen kam. Das Libretto fieilich gewinnt auch durch nähere Bekanntschaft nichts; so " toir auch durch die Textdichter der neueren er» b greinn Operetten verwöhnt sind — hier wird doch mit i zu billigen Mitteln gearbeitet und der Komponist '"äst wenig Mühe, durch seine viel gehaltvollere Ver- ' "ung das Ganze aus dem süßlich - trivialen Niveau »nauvzuveben. Allein, wir haben uns allmählich daran ge- wo mt, keine allzugroßen Anforderungen zu stellen und den I £ '"ehr als notwendiges Uebel wie als adäquate Unter» ßge betraebten; und in weiser, Resignation unterdrücken wir das bedenkliche Kopfschülteln. Die Aufführung, der man durchweg viel Fleiß anmerkte, verdient wiederum volles Lob.
sehr wirkiame Bauernterzett, in dem Fräulein Harves >)re ganze drollige Beweglichkeit entfaltete, mußte wiederholt werben und die allerliebste Heinerle-Szen« löste stürmischen Beifall aus. Schon diese Szene allein dürfte der Operette
. De Langlebigkeit verbürgen. An Stelle des Herrn rand spielte diesmal Herr Feigel den Huiarenleutnant
111,1 sicherem Geschick. Auch Herr Schneider als ^chelchelroither mit der großen, selbstlosen Liebe zu dem ohne fand verdienten Beifall. Der musikalischen Leituna
„Kreuz-Ztg.* folgende Depesche: „Die Unterzeichneten beglückwünschen Ew. Exzellenz zu dem Erfolge in der Etatsberatung und betonen, entgegen allen Angriffen der irregeleiteten Bevölkerung, ihr Vertrauen in die Leiiuug des Kolonialamtes. Hermann. Henning. Paul Weiß."
Folgen deS dänischen Chauvinismus. Im Kirchspiel Bjolderup im Kreise Apenrade hatten die dänisch- gesinnten Kirchenältesten gegen das Singen deutscher Weihnachtslieder in der Bjolderuper Kirche Einspruch erhoben. Dieses Vorgehen hat, wie wir der „T. R." entnehmen, eine von den unduldsamen Dänen nicht erwartete Wirkung gehabt. Im Kirchspiel wurde eine Petition in Umlauf gesetzt, die eine Vermehrung der deutschen Gottesdienste an zuständiger Stelle beantragt. Es haben 90 angesehene Männer den Antrag unterschrieben, so daß das Kieler Konsistorium voraussichtlich zustimmen wird.
Parlamentarische». •
Berlin, 24. Januar. Die alljährliche Denkschrift über die Entwicklung des Kiautschaugebietes ist soeben dem Reichstage zugegangen. DaS Jahr 1909 brachte auch dem Kiautschau-Gebiet« eine entschiedene Besserung der Lage, indem die Krisis langsam überwunden wurde, die während der vorangehenden Jahre den Weltmarkt beherrschte. Di» Tatsache darf man, ohne sich allzu großem Optimismus hin- zugeben, gewiß als Zeichen für eine gesunde Grundlage ansehen, auf der die Entwicklung der Kolonie aufgebaut ist. Der Gesamtwert deS Handels ist von 49 704 985 Doll, im Jahrs 1907/08 auf 65 019 877 Doll. im Berichtszeitraum, also um 36,8 pCt. gestiegen. Gegenüber der bislang günstigsten Entwicklungsperiode (1906/07) mit 51 592 440 Dollar beträgt die Steigerung 18 427 437 Doll, oder rund 25 pCt. Hieran ist besonders die Ausfuhr beteiligt. Die Gesamtausfuhr stellte sich auf 26 449 426 Doll., gegen 18416 548 Doll, im Vorjahr. Eingeführt wurden Waren nichtchinesischen Ursprungs im Werte von 25 436 680 Doll. (21 449 510 Doll.), Waren chinesischen Ursprungs im Werte von 13 106 771 Doll. (9 838 927 Doll.). Die Seezollein- nahmen in Tsingtau für die Zeit vom 1. Oktober 1908 biS 30. September 1909 betrugen insgesamt 1 099 278 Haikuan- Tael gegen 877 727 Haikuan-Tael im Vorjahre; das bedeutet mehr 25,2 pCt. Der Schiffsverkehr des Tsingtauer Hafens ist von 432 Schiffen mit 519 292 Reg.-TonS in 1907/08 auf 511 Schiffe mit 670 085 Reg.-Tons in 1908/09 angewachsen ; daS ist eine Steigerung von rund 18 bezw. 29 Prozent. Der Gesamtbetrag der eigenen Einnahmen der Kolonie belief sich auf 2 399 000 Mk. Die eigenen Einnahmen übersteigen bereits den für die Deckung der fortdauernden Ausgaben der Zivilverwaltung erforderlichen Betrag. Aus dem Berichtsjahre ist hervorzuheben: Die Gründung einer chinesischen Handelskammer, die Einrichtung einer Zweigniederlassung der chinesischen Staatsbank in Tsingtau. Als charakteristisches Anzeichen bafür, daß das Vertrauen auf die Entwicklung
müssen wir wieder ganz besonderes Lob zollen; alle wirksamen Pointen und Feinheiten der Partitur kamen unter Herrn Kapellmeister KählerS geschickter Führung zur vollen Geltung.
Sonntag den 23. Januar:
„Der Teufel", ein Spiel in 8 Aufzügen von Molnar.
Eine literarische Feinkunst bot die SonntagSaufführung mit der Novität „Der Teufel", die mit ihrer spannenden, eigenartigen Handlung daS Interesse der Zuhörer in hohem Maße gefangen nahm. Hinzutrat eine vorzügliche Darstellung, die in Verbindung mit entsprechender Ausstattung den Erfolg herbeisührte. Herr Oskar Feigel als moderner Mephisto hatte eine schwierige Aufgabe zu bewältigen, für deren Durchführung wir ihm volle Anerkennung zollen müssen. Als „Jolantha" bot sich Frl. Alide Ballin wiederum Gelegenheit, ihr Talent zu entfalten. Es war ein Genuß, ihrem Spiel zu folgen. Den „Hans" spielte Herr Herbst, die „Mizzi" Frâul. Groß, die „Ella" Frl. Nelly W a ll i ch t. Weiter waren noch beschäftigt die Damen Mimi Fuchs, Else Roscher, C. W a l l i ch t, Betty G i r o d a, die Herren Siebert, Meyer, Frischmann, Schwarz.
EiterariTcbes.
@ttgeL E., Kurzgefatzte deutsche Literutu» geschichte.
Ein Volksbuch. Mit 33 Bildnissen und 14 Handschriften. ; 8°. 370 Seiten. In Originaleinband Ladenpreis 4 'M = ' 4 K 80 h. Verlag von G. Freytag in Leipzig und F.
Temp s ky in Wien. . , . , . o:.
Grundfragen der Literaturg eschichti. Literatur ist Kunst; Literaturgeschichte leitet zum Genuß an der ejunft Jeder andere Zweck literalurgeschichtlicher Beschäftigung als der Genuß an der Kunst steht hinter dieser höchsten weit zurück. Nicht zum Auswendiglernen vieler Namen, Dücher- titel Jahreszahlen, sollen Literaturgeschichten dienen; zu den Kunstwerken hinleiten sollen sie, indem sie dem Leser nur
Tsingtaus auch von anderen Nationen geteilt wird, ist zu verzeichnen, daß hervorragende fremde Firmen in zunehmendem Maße damit vorgehen, im deutschen Schutzgebiete Zweigniederlassungen zu begründen. Große fremde Schiffahrtslinien haben begonnen, den Hafen der deutschen Kolonie auf direkten Fahrten nach Europa anzulaufen. Das Betriebs, jahr brachte erhebliche Fortschritte im Ausbau deS Bahn- netzeS nach dem Hinterland». Auf der Tientsin-Pukon-Eisen« bahn, der wichtigen Anschlußlinie der Schantung-Eisenbahn, ist der Bau auf der nördlichen Strecke so weit fortgeschritten, daß voraussichtlich im Frühjahr 1910 die Strecke Tientsin- Tetschen eröffnet werden kann. Die deutsche Schantung- Eisenbahn selbst weist eine erhebliche Steigerung deS Güterverkehrs auf, der von 418 269 Tonnen im Vorjahr aus 649 685 Tonnen im Berichtsjahre gestiegen und damit eine Zunahme des UeberschusseS von 1532 993 Doll, auf 1800 287 Doll., so daß für daS Kalende'jahr 1908 wiederum die Der- teilung einer Dividende von 4*/< pCt. möglich war. Besonders bemerkenswert erscheint hierbei die Zunahme deS Stein- kohlenoerkehrS auf der Eisenbahn, die ihren Grund hat in der Steigerung der Fördermengen auf den Kohlenfeldern bei Weihsien und Peßhantal. Mit dieser gesteigerten Förderung ist aber auch eine Verbesserung der Qualitär der Kohle Hand in Hand gegangen, insbesondere der Hungschau-Kohle.
Die vingemeindnnge«. Dem Abgeordnetenhaus ging ein Gesetzentwurf zu, betreffend die Auslösung deS Landkreises Frankfurt und die Eingemeindung sämtlicher elf Orte nach Frankfurt zum 1. April 1910. In der Begründung der Vorlage wird hervorgehoben, daß diese Eingemeindung besonders deshalb notwendig sei, weil bie zuwachsend« Bevölkerung der Stadt Frankfurt in erster Linie auf den bisherigen Landkreis angewiesen sei, denn das für di« Bebauung in Frankfurt zur Verfügung stehende Gelände werd« für bie Zukunft umso weniger auSreichen, als in Frankfurt im Gegensatz zu den meisten anderen Großstädten bie Bauweise vorliegend offen ist, also dadurch ein größerer Flächenraum zur Bebauung nötig ist. Die Eingemeindung wird ferner damit empfohlen, daß sie für die Ortschaften deS bisherigen Landkreises die Vorteile einer Kanalisation, einer Wasserleitung und der Versorgung mit GaS, sowie den Anschluß an daS städtische Trambahnnetz bringen werden. Im Interesse der Verkehrssicherheit sei ferner eine neue Anlage der Straßen in dem bisherigen Landkreise notwendig. Diese Aufgabe werd« aber so hohe Kosten erfordern, daß der Landkreis nicht in der Lage sei, sie allein zu tragen. Er sei deshalb auf die finanziellen Mittel der Stadt Frankfurt angewiesen. Zu der beschränkten finanziellen Leistungsfähigkeit der Gemeinden kommen noch, daß sie in administrativer Hinsicht nicht geeignet erscheinen, bie ihnen als Vororte erwachsenden Aufgaben zu erfüllen. ES handelt sich um folgende Ortschaften: Berkersheim, Bonames, Eckenheim, Eschersheim, Ginnheim, Hausen, Heddernheim, Niederursel, Praunheim, Preungesheim, Rödelheim, die zusammen zirka 35000 Einwohner besitzen. DaS Gemeindegebiet Frankfurt steigt dadurch auf 13485 Hektar und übertrifft damit daS aller deutschen Städte.
daS Allernotwendigst« über bis Dichter, ihr Leben, bin Schöpfungsbedingungen ihrer Gebilde sagen und ihn dann mit den Kunstwerken allein lassen. Unter literaturgeschichtlichem Wissen ist vor allem andern die Kenntnis der Literatur selbst zu verstehen. ES gibt keine andere echte Art, Kunst in sich aufzunehmen, als den unmittelbaren Genuß der Kunstwerke. „Man lese ein Buch und lasse eS auf sich wirken, gebe sich dieser Einwirkung hin, so wird man zum richtigen Urteil darüber kommen" (Goethe). Hieraus folgt die oberste Regel: zuerst und immer wieder an di« Dichtungen selbst zu gehen und vielleicht hinterher, etwa zwischen erstem und zweitem Lesen, ausnahmsweise ein lebensvolles Buch über den Dichter zu befragen, der die besondere Teilnahme geweckt hat. Wenn man auS dem ungestörten Einfühlen in daS Kunstwerk dessen seelischen Gehalt in sich ausgenommen und sich ein Urteil über dessen allgemeinmenschlichen Wert grubet hat, alsdann mag man an guten Büchern über daS Kumt- werk daS eigene Urteil nachprüfen. Zuerst in gesammelter, gehobener Stimmung die Meisterwerke still auf sich wirken jassen, sie nur liebevoll genießen, erst dann sie tiefer nerfrehen wollen; nicht wissensgierig nach den „Ideen" emer Dichtung, nicht nach äußerlicher Belehrung suchen, vielmehr durch Die absichtslose Kunst sich absichtslos in der Seel« adeln und weihen lassen: bieS heißt Beschäftigung mit Kunst, mit Literaturgeschichte. Goethe erklärte, „bie Leser feien ihm die liebsten, die sich ganz und gar in einem Buche verlieren können", und ein andermal: „Alles Große bildet, sobald wir es gewahr werden". Diese Bildung durch das Große steht über allem Wissen von Namen, Zahlen und geschichtlichen Zusammenhängen. Die Kenntnis dieser Dinge ist nützlich zum Verständnisse aller Einzelheiten deS Gelesenen, in manchen Fällen kann sie unseren Genuß an den Kunstwerken vertiefen; sie ist jedoch ein Schaden echter Bildung, sobald sie zum Selbstzweck wird, der den läuternden Genuß an der Kunst zurückdrängt. Freudige, ja begeisterte Liebe zu entflammen für das Herrlichste, für daS Ewigbleibende, was deutscher Geist auf seinen Gipfelhöhen hervorgebracht hat: vornehmlich dazu ist deutsche Literaturgeschichte berufen. „Man liest viel zu viel geringe Sachen, womit man die Zeit verdirbt und wovon man weiter nichts hat": dies hat Goethe rückschauend