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Erstes Blatt.

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General-Anzeiger

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KAtlichts Organ für Stadt- und Landkreis Kanan.

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Erscheint täglich mit Ausnahme der Sann- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

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^ernsprechanschlitsr Nr. 605

Samstag den 24. September

Kernsprechanschluf! Nr. 605. 1910

Sie blutige Nummer nmf«M tn^tt t.WnhM^tlitt 16 Seite».

Bekanntmachung.

Arbeitsuchende in der Zeit vom 17.23. September 1910:

2 Erdarbeiter, 3 Hausburschen, 2 Schreiner, 5 Tage­löhner

Gesucht: 1 Kindermädchen, 1 Dienstmädchen.

Hanau den 24. September 1910. 20819

Städtische Arbeitsvermittelungsstelle.

Gcfiindtnt und vcrlorcnt Ktatiistäiidt?r.

Zugelaufen: Schwarzer Wolfshund mit weißer Brust. Bürgermeisterei Ostheim.

Hus Hanau Stadt und Eand.

Kanan, 24 September'

* Meisterkursus. Die Handwerkskammer für den Regie­rungsbezirk Cassel beabsichtigt auch im folgenden Winter­halbjahr bei genügender Beteiligung einen Kursus im Ee- werberecht, in der Buchführung und in gewerblicher Kalku­lation in Hanau abzuhalten als Vorbereitung zur Meister­prüfung. Der Kursus umfaßt 100 Unterrichtsstunden, welche in den Abendstunden an den im Einvernehmen mit den Teilnehmern zu bestimmenden Tagen im Gebäude der städtischen gewerblichen Fortbildungsschule abgehalten wer­den. Die Gebühr an die Handwerkskammer beträgt für den Kursus nur 8 Mk., wofür noch die Bücher, Hefte und Formu­lare gestellt werden. An den Kursus wird sich die Meister­prüfung unmittelbar anschließen. Da die Anforderungen an das theoretische Wissen der Meisterprüfungskandidaten nach Einführung des kleinen Befähigungsnachweises Meis­tertitel, Lehrlingshaltung) größere als früher geworden sind, kann die Benützung dieser außerordentlichen, billigen Ausbildungsgelegenheit für junge Handwerker nicht genug empfohlen werden. Zugelasien werden auch weibliche Hand­werker, insbesondere Putzmacherinnen und Damenschneide­rinnen. Auswärtige Teilnehmer können jeweils nach Schluß ves Unterrichts die Abendzüge benutzen. Anmeldungen sind möglichst bald, da der Kursus im Oktober beginnen soll, an den Vorsitzenden der Meisterprüfungs-Kommissionen in Hanau, den Direktor der gewerblichen Fortbildungsschule L. Geißler zu richten, der auch zur Erteilung weiterer Auskunft bereit ist.

* Die Frauen- und Mädchen-Spielabteilung des Turn- and Fechtklub hat mit dem heutigen Tage ihre Spieltätig­keit auf dem Sportplätze an derSchönen Aussicht" einge­stellt, da die immer früher hereinbrechende Dämmerung ein längeres Verweilen im Freien nicht mehr gestattet. Wenn auch durch die Ungunst der Witterung das Spiel gar oft beeinträchtigt wurde, so entwickelte sich doch an den vom Wetter begünstigten Tagen eine rege Spieltätigkeit, wie ste in keinem der vorhergegangenenIahre zu verzeichnen war. Die Spiele fanden auch in diesem Jahre wieder Mon­tags und Donnerstags von 6 Uhr ab statt und dehnten sich an den langen Sommertagen oft bis gegen 9 Uhr aus. Von den 36 Spieltagen waren 4 ganz verregnet, während an 9 Tagen das Spiel durch Regenwetter beeinträchtigt wurde. Der stärkste Besuch war am 16. und 20. Juni mit je 64 Spielerinnen, der schwächste am 21. Juli mit 16 Spiele- rinnen. Es gewährte einen herzerfreuenden Anblick, wenn man die einzelnen Gruppen in den mannigfachsten Spielen bewegen sah. Von den verschiedenartigsten Ballspielen war es besonders der Tamburinball, der von den Turne- rrnnen am meisten bevorzugt wurde. Auch das Tennisspiel hatte sich einer ganz besonderen Pflege zu erfreuen. Da bei großen Zahl der Schülerinnen die beiden Spieltage nicht austeichten, so waren, wie schon im vorigen Jahre, auch an den übrigen Wochentagen sowie Sonntag morgens e egenheit gegeben, dieses schöne Spiel zu üben. Vrrsuchs- weise war in diesem Jahre auch den Turnern gestattet war­en außer Sonntag morgens auch Donnerstags von 8 Uhr av oen Spielplatz zu benutzen, um Faust-, Schleuder- und Lamburrnball üben zu können und, soweit dies möglich war, pch auch an dem Tennisspiel zu beteiligen. Auch die Teil- nayme der Eltern und anderer Angehörigen, die auf dem prelPlatz oder von der Terrasse aus dem Spiel der Ihrigen zusehen konnten, war eine regere und oft sah man an warmen Sommerabenden die Spielerinnen nach vollbrach­ter Arbeit mit ihren Familien zu einem stärkenden Labe- trunk daselbst vereinigt. Neben dem Spiel waren von der Leitung auch Wanderungen in die nähere und weitere Um­gebung Hanaus, sowie eine Nachtturnfahrt auf den Hahnen­

kamm in Aussicht genommen worden. Durch die Ungunst der Witterung konnten nur 2 Wanderungen zur Ausführung kommen. Die erste am 20. Juli nach den Kahler Steinbrüchen die zweite am 28. Juli durch die Vulau nach dem Buchberg. Die Feldbergturnfahrt soll, günstiges Wetter vorausgesetzt, am Mittwoch den 28. September ausgeführt werden, wo­rüber bis. Montag an dieser Stelle noch Näheres bekannt gegeben wird. Zum Abschluß der Spielzeit wird, wie in früheren Jahren, am heutigen Abend eine Familienfeier in den Räumen derSchönen Aussicht" stattfinden, mit der das Stiftungsfest, die Verkündigung der Sieger von dem gestern abend stattgehabten Vereinswetturnen, sowie eine Abschiedsfeier für die am 1. Oktober zum Militär ein­tretenden Mitglieder verbunden wird. Der musikalische Teil des Abends liegt in den Händen der seit einem Jahre be­stehenden 11 Mann starken Vereinskapelle. Die Damen­abteilung, die jetzt auf eine 17jährige Tätigkeit zu­rückblickt und in der ersten Hälfte des Vereinsjahres sich in erfreulicher Weise entwickelt hat, zählt gegenwärtig 92 Mitglieder.. Von Montag den 26. September ab werden die regelmäßigen Turnstunden wieder ausgenommen, die Montags und Freitags von 6 bis halb 8 Uhr in der Turn­halle, Jahnstraße 3, abgehalten werden. Wir hoffen, daß sich dortselbst eine ebenso erfreuliche Rührigkeit entfaltn möge, wie auf dem Spielplatz. Die Mädchen-Spiel­abteilung muß leider für diesen Winter wieder ein­gehen. Dem vielfach zum Ausdruck gebrachten Wunsche, daraus eine Turnabteilung erstehen zu lasten, kann erst im nächsten Jahre mit Fertigstellung der neuen Turn­halle, die im Herbst 1911 erfolgen wird, entsprochen werden.

* Jubiläum. Seit 25 Jahren besteht in unserer Stadt der St. Vincenz-Verein zur Unterstützung der Armen. Bei vielen Notleidenden hat er in dieser langen Zeit durch Bei­hilfen, Aufmunterung, Verschaffung von Arbeit usw. die bitterste Not gemildert, so manchen Entmutigten wieder aufgerichtet, manchen Versinkenden wieder zur Selbsthilfe be­fähigt. Leider konnte der Verein gerade in den letzten Jah­ren diese hervorragend christliche und soziale Tätigkeit nicht ganz in dem erwünschten Maße ausüben, weil die dazu nötigen Beiträge nicht den vorhandenen Bedürfnisten ent­sprechend gewachsen sind. Zur Förderung seiner Vereins­ziele hat nun der Vorstand des Vereins beschlosten, das fünf­undzwanzigjährige Bestehen desselben öffentlich zu feiern. Die Feier soll den Verein in weiteren Kreisen bekannt machen, das Interesse für seine Bestrebungen wecken und recht viele zur tatkräftigenMitwirkung aneifern. Die Feier findet am 23. Oktober, abends 7 Uhr, in der Centralhalle statt. Sie wird in ihrem ersten Teile ein reichhaltiges Pro­gramm von ausgewählten musikalischen und gesanglichen Darbietungen hiesiger und auswärtiger Künstler und eine Ansprache eines bedeutenden Redners und im zweiten Teile einen Bazar, Tanz und andere Belustigungen umfasten. Der Erlös aus dem Bazare fließt in die Armenunter- stützungskaste des Vereins. Freunde und Gönner werden vom Vorstände freundlichst gebeten, durch unentgeltliche Ueberweisung von Verkaufsgegenständen zu einem recht günstigen Ergebnis des Bazars beizutragen, auf daß auch in die Behausungen der armen Pfleglinge des Vereins ein Freudenstrahl von der Jubiläumsfeier falle. Die hoch­herzigen Spender einer Gabe werden gebeten, sich an Herrn Dechant Braun, Sternstr. 18, oder Herrn Lehrer Weismüller, Körnerstr. 11, zu wenden.

* Stadttheater. Die Direktion bittet uns, nochmals da­rauf hinzuweisen, daß die in diesem Jahre neu eingeführ­ten Operettenpreise nicht etwa erhöht worden sind, sondern mit den vorjährigen gewöhnlichen Preisen identisch sind, sodaß die am morgigen Sonntag stattfindende Eröff­nungsvorstellungDer Graf von Luxemburg" bei gewöhn­lichen Operettenpreisen stattfindet. Dagegen hat sich die Direktion entschlossen, die Preise für das Schauspiel zu er­mäßigen, um so weit wie möglich dazu beizutragen, auch den Besuch des letzteren zu heben. Es sind demnach die mit dieser Spielzeit neu eingeführten Schauspielpreise niedriger als wie im vorigen Jahre, sodaß sich beispielsweise ein Platz in der Parterre-Loge nur noch auf 1.50 Mk. stellt.

* Nednerkursus. Der vorgestrige Vortrag des Redner- kurses, den der Nationalliberale Verein Hanau für seine Mitglieder durch Herrn Generalsekretär Brehm veran­stalten läßt, hielt die sehr stattliche Zuhörerschaft lebhaft gefesselt. In fast zweistündiger Rede wurden die hundert­jährigen Bemühungen des deutschen Volkes um seine Be­fassung und deren Ergebnis dargelegt. Die staatsrechtliche Stellung des Kaisers, des Bundesrats und des Reichstags trat in dem Vortrage ebenso klar hervor, wie die Sou- veränetät der Bundesstaaten und die Sondervei Tagung Elsaß-Lothringens. Dem Eeschüftsverfahren des Reichs­tages und den verfastungsmäßigen Rechten der Staats­

bürger, insbesondere auf dem Gebiet des Dereinswesens. waren eigene Abschnitte gewidmet. Nach dem Vortrag hielt eine überaus rege Diskussion die Teilnehmer noch lange zusammen. Wie wir hören, wird der nächste Vortrag am Donnerstag, 29. September, abends halb 9 Uhr, in der Concordia" stattfinden und denVerwaltungsaufbau Preußens" behandeln. Nachträgliche Anmeldungen zu dem Kursus nimmt der Schriftführer des Nationalliberalen Vereins Hanau gern entgegen.

* Vogelsberger Höhen-Club (V. H. E.) Samstag und Sonntag den 1. und 2. Oktober zweitägige Vereinswanderung gemeinsam mit den V H. C. Frankfurt, Offenbach und Büdingen Hartmannshain Ul­richstein Alsfeld (3. und 4. Teilstrecke des rot­weißen Bandes; Führer: Prof. Bender-Frankfurt). Ab­fahrt Samstag früh 5.41 Hanau-Ost über Gelnhausen (an 6.16, ab 7.26), Stockheim (an 8.12, ab 8.23) nach Hart­mannshain (an 10.14), Fahrkarte 4. Klaste Mk. 1.40. Wan­derung über Bonifatiuskanzel und Pfingststein (Felsgrup­pen), Herchenhainerhöhe (Fernblick), Taufstein mit Bis­marckturm (großartige Rundsicht) nach dem Hoherods- k o p f. (Mittagsrast im Klubhaus des V. H. C. von 1 bis 2.30 Uhr.) Hierauf am Niddawasserfall vorüber auf stim­mungsvollen Waldwegen über die Feldkrücker Höhe (den Rigi" des Vogelsbergs) mit dem Ludwigsbrunnen und Feldkrücken (Rast von 55.30 Uhr) nach der alten Berg­feste Ulrichstein. Zusammensein mit dem dortigen V. H. C. und Uebernachten. Eesamtmarschzeit 5% Stunden. Sonntag, 2. Oktober: Wanderung vorm. 8 Uhr ab Ulrichstein über den Köppel (Fernblick), Stumpertenrod (Rast 9.159.45), Groß-Felda (Frühstück 10.5011.50) an der V. H. C.-Buche (Blick nach Amöneburg, Marburg und dem Knüll), vorüber nach Romrod mit großherzoglichem Schloß (Rast 1.302 Uhr), Oberrod (idyllisch gelegenes uraltes Kirchlein) nach Liederbach (3 Uhr) und von hier mit Musik nach Alsfeld. Ankunft 3% Uhr. Eesamt­marschzeit 5 Stunden. Um 4 Uhr gemeinsames Esten (Mk. 1.25) und dann Kommers mit allen V. H. C. - Zweigvereinen (V. H. C.-Herbstausflug) im Deut­schen Kaiser. Rückfahrt 7.42 abends über Fulda (an 9 Uhr, ab 9.56), an Hanau-Ost 12.12. Fahrkarte 4. Klaste Alsfeld- Hanau Mk. 2.70. Diese zweitägige Wanderung über die schönsten Punkte des Vogelsbergs verspricht besonders loh­nend und genußreich zu werden. Wegen des Nachtlagers in Ulrichstein am 1. Oktober ist vorherige Anmeldung an den Wandermeister Herrn Jakob Himmler, Frankfurter­landstraße 43, bis zum 28. d. M. unbedingt erforderlich.

* Der Einzug des Eisenbahnregiments Nr. 3, das am nächsten Samstag gegen Mittag hier erwartet wird, wird unter Vorantritt der mitgeführten 50 Mann starken Dri- gademusik erfolgen. Musikfreunde werden es sicherlich be­grüßen, daß es Herrn Restaurateur Leipold zurCen­tralhalle" gelungen ist, die Kapelle, deren hiesiger Auf­enthalt auf etwa 8 Tage berechnet ist, für mehrere Konzerte zu verpflichten. Dieselben finden voraussichtlich am Sonn- tag den 2. Oktober und im Laufe der darauffolgenden Woche statt. Nähres wird noch bekannt gegeben werden.

* Unterschlagung. Der in einer hiesigen größeren Zi­garrenfabrik beschäftigte 18jährige Kaufmann Ludwig Schr. hat durch Bücherfälschungen rc. den Betrag von etwa 700 Mark unterschlagen. Er wurde verhaftet.

* Aus Liebe zu einem Ulanen hat das 15jährige Dienst­mädchen Sch. aus Niederrodenbach zum 5. Male die Stelle aufgegeben. Um mit dem Liebhaber nach Westfalen ziehen zu können, hat die junge Person ihre Eltern bestohlen und mußte gestern unter dem Sofa einer Stellenvermittlerin hervorgezogen werden, um dem Gericht zugeführt werden zu können.

* Große Hamsterplage. In dem in unserem Landkreis gelegenen Dorfe Kilianstädten herrscht eine große Hamster­plage. Im Monat August, nach der Ernte, sind dort in den Stoppelfeldern nicht weniger als 10 900 Hamster getötet worden. Die Gemeinde hat auf den Kopf eines jeden ge­töteten Hamsters eine Prämie von 10 Pfg. gefetzt,sodaß sie also im Ganzen 1099 Mark für Hamster ausgegeben hat. Insbesondere entwickeln die Buben eine große Geschicklich­keit im Erlegen der Hamster. Sie graben auf dem Feld den Gängen der Hamster nach und stoßen gar nicht tief, etwa einen halben Meter unter der Erdoberfläche auf den Bau des Tieres, wo ihnen dann oft die Alte mit einer ganzen Anzahl Jungen zum Opfer fällt. Das häufige Vorkommen des Hamsters in der Gemarkung Kilianstädten hat seinen Grund in der Beschaffenheit des dortigen Bodens. Derselbe ist Lößboden und eignet sich sehr für den Höhlenbau. Auch über eine große Mäuseplage hört man allenthalben in den Kreisen Hanau und Gelnhausen klagen. Es ist dies zu ver­wundern, da der Sommer doch äußerst feucht war.