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Grueral-Anzeiger
Amllichks Organ für SlaW und Landkreis Kanan.
au vaiieuhauie» m Henau.
Erscheint täglich mit Ausnahme bar sann- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Berent »ettL Redakteur: 6. Schrecker in Hanau.
Nr. 19
^ckrnsprechanschltts; Nr. 605.
Montag den 24. Januar sumfottdianMM «r. «05. 1910
Amtliches.
Stadtkreis Ran au. Bekanntmachung.
Die im Stadischloß sFriedrichsbau) gleicher Erde befindliche Wohnung, be''tebend aus 5 Zimmern und Zubehör ist vom 1. April 1910 ab tu vermieten.
Auskunft wird erteilt im Rathaus Zimmer Nr. 11.
Hanau den 11 Januar 1910.
Der Oberbürgermeister.
J. V.: Hild., 1058
Zwangsversteigerung.
Am Wege der Zwangsvollstreckung sollen die in Großauheim belegenen, im Grundbuch« von da, Band 26 Artikel 1462, Abteilung I Nr. 27 und 28 zur Zeit der Eintragung des Versteig-rung«'Vermerkes auf den Namen des Kupfer- schmiedemeisters Friedrich Walter und dessen Ehefrau Dorothea geb. Welsch in Hanau je zur ideellen Hälfte, eingetragenen Grundstücke:
Kartenblatt J Parzelle Nr. 1194/635, Hanauer Landstraße 10 — 9 ar 25 qm,
a) WobnbauS mit Hofraum,
b) Waschküche, Stall und Abtritt (A), v) Holzschuppen (B),
— GrbäudesteuernutzungSwert:
Au ai = 540 Mk., zu b) = 12 Mk. —
— Gebäudesteuerrolle Nr. 384 —
Karienblatt J Parelle Nr. 625, über den Hanauer und Klnzigheimer Weg, Acker - 2 ar 67 qm — Reinertrag = 1,41 Mk —
— Grundsteuermutterrolle Artikel 1151 —
am 15. März 1910, nachmittags 4 Uhr, durch das unterzeichnete Gericht — in Groh inheim im Gasthaus zum Löwen — versteigert werden.
Hanau den 6. Aanuar 1910.
Königliches Amtsgericht 2. 2145
Zwangsversteigerung.
Im Wege der Zwangsvollstreckung sollen die in Großkrotzenburg belegenen, im Grundbuch? von da, Band V Artikel 245 zur Zeit der Eintragung des Versteigerungsver- Merkes auf den Namen der Witwe des Ackermanns Alois Breidenbach, Adams Sohn, Anna Maria geb. Mesch zu Großkrotzenburg eingetragenen Grundstücke:
XII. WijskilschrftlichtEitzms der FMnberMki M» sorschcükii kesillslhast.
Frankfurt a. M., 22.Jan. 1910.
Borsitzender: SanitÜtSrat Dr. Ernst Roediger.
Prof. Dr. G. Greim, Darmstadt, spricht über:
„Die Zirkulation der Ozeane".
Von der besonderen Eigenart der Meeresströmungen ausgehend, die sich von den auf dem Festland vorhandenen Stömungen wesentlich unterscheiden, erwähnt der Vortragende die in dieser Eigenart begründeten Methoden zur Untersuchung der Oberflächenströmungen, um sodann die Theorien zur Erklärung der Strömungen genauer zu erörtern. Bis vor kurzem war, zwar von manchen Seiten widersprochen, doch bei den meisten Ozeanographen fast allgemein anerkannt, die von Zo epp ritz 1878 genauer begründete Wind- (Trift)-theorie, die den Wind (ober besser die großen Systeme in der Zirkulation der Atmosphäre) als Ursache für Entstehung der Meeresströmungen ansieht. Z o e p p r i tz hatte die Fortpflanzung der Jinnulse der Atmosphârebewegnng, die natürlich nur auf die Oberfläche wirken können, in den Tiefen des Wassers sehr plausibel gemacht und durch Rechnungen gestützt. Dieser Theorie trat in den letzten Jahren eine andere gegenüber, die unter Führung Nansens von einer Reihe hauptsächlich nordischer Forscher auf die Verhältnisse in den Nordmeeren und die Ergebnisse ihrer Untersuchung gestützt und experimentell und rechnerisch verfolgt wurde. Sie verneint die Atmosphärenbeweglingen als Ursachen der großen Meeresströmungen und erklärt die Zirkulation der Ozeane für einen von der Atmosphäre unabhängigen, selbständigen Kreisprozeß der Wärme, in dem die warmen Wasser der tropischen Meere und die Eisschmelze in den arktischen Gewässern die Hauptfaktoren sind. Durch die Eiâjchmel»« »erbot danach in Stifter Linie die Strö mungen
Kartenblatt F Parzelle Nr. 473/119 = 1 ar 16 qm, an der Kahlerstraße, Wiese,
— Reinertrag = 0,27 Mk. — Kartenblatt F Parzelle Nr. 474/114 = 2 ar 48 qm, daselbst, Acker — Reinertrag ----- 1,32 Mk. — Kartenblatt G Parzelle Nr. 245 = 18 qm, an der Bach, Garten — Reinertrag = 0,12 Mk. —
Karten blatt G Parzelle Nr. 477 = 67 qm. die Hainwiesen, Wieie — Reinertrag — 0,06 Mk. —
Kartenblatt H Parzelle Nr. 12i = 7 ar 87 qm, auf dem Waizweg, Acker — Reinertrag = 5,07 Mk. — Kartenblalt ^ Parzelle Nr. 181 = 17 ar 18 qm, daselbst, Acker — Reinertrag — 9.09 Mk. —
Kartenblatt M Parzelle 9tr. 13 = 5 ar 57 qm, auf dem Niederwald, Acker — Reinertrag — 3,60 Mk. —
Kartenblatt M Partelle Nr. 176 = 5 ar 73 qm, auf dem Dammsweg, Acker — Reinertrag - 3,03 Mk. — Kartenblatt M Parzelle Nr. 272 = 5 ar 57 qm, das Lehr- lohgewann, Acker — Reinertrag = 1,17 Mk. — Kartenblatt Q Parzelle Nr. 96- = 3 ar 18 qm, auf daS heiligen Haus, Acker
— Reinertrag — 1,11 Mk. — Kartenblatt Q Parzelle Nr. 97 = 4 ar 45 qm, daselbst, Acker — Reinertrag = 1,56 Mk. — Kartenblatt Q Parzelle Nr. 98 = 4 ar 30 qm, daselbst, Acker — Reinertrag = 1,53 Mk. — Karienblatt Q Parzelle Nr. 99 = 2 ar 66 qm, daselbst, Acker — Reinertrag = 0,93 Mk. — Kartenblatt Q Parzelle Nr. 331 = 5 ar 89 qm, auf die Niederwitsen und den schmalen Weg, Acker — Reinertrag = 1,23 Mk. — Kartenblatt Q Parzelle Nr. 398 = 2 ar 79 qm, daselbst, Acker — Reinertrag = 0,27 Mk. — Kartenblatt Q Parzelle Nr. 458 = 1 ar 29 qm, die Niederwiesen, Wiese — Reinertrag — 1,20 Mk. — Karienblatt Q Parzelle Nr. 518 — 2 ar 50 qm, daselbst, Wieke — Reinertrag = 1,77 Mk. —
Kartenblatt 8 Parzelle Nr. 310 — 10 ar 74 qm, im Speckenfeld, Acker — Reinertrag = 3,78 Mk. — Kartenblatt 8 Parzelle Nr. 311 = 5 ar 25 qm, daselbst, Acker — Reinertrag = 1,86 Mk. — Karienblatt D Parzelle Nr. 141 = 2 ar 10 qm, die Oberwiesen, Wieie
— Reinertrag = 1,47 Mk. —
Kartenblatt F Parzelle Nr. 421 = 48 qm, die Oberwein- garten, Garten — Reinertrag = 0,33 Mk. — Kartenblatt G Parzelle Nr. 449 = 34 qm, die Heinwiese, Wiese — Reinertrag — 0,09 Mk. — Kartenblatt Q Parzelle Nr. 281 = 5 ar 57 qm, auf die Niederwiesen und den schmalen Weg, Acker — Reinertrag — 1,98 Mk. —
erzeugt und die Wärme dadurch in Bewegung verwandelt, lieber beide Theorien hat sich neuerdings unser deutscher Ozeanograph Krümmel geäußert, der einen vermittelnden Standpunkt insofern einnimmt, als er rât, vorläufig überhaupt nicht von U> fachen, sondern von Konstituenten der großen Strömmungen in den Ozeanen zu sprechen.
Kunst und Leben.
Deutschlands Niedergang durch — KrebSessen. Eine liebliche Blüte des Deutschenhasses hat die Rigaer „DünaZeitung" in einer Tagesplauderei entdeckt, die Herr A. Stolypin. der Bruder des russischen Ministerpräsidenten, in dem panslawistischon Zentralorgan, der „Nowoje Wremja", zum besten gibt. Ueber seine Erfahrungen in Deutschland läßt er sich also aus; Deutschland sei nicht nur gewachsen, sondern wachse alljährlich, und es sei kein Ende dieser Entwicklung aufgespeicherter Kräfte abzusehen. Jedoch in diesem Wachstum müsse man die äußere und innere Seite unterscheiden. Es seien dies zwei feindliche Prinzipien, und irgend- einmal würde die äußere und innere Größe Deutschlands den inneren und kostbaren Gestalt dieses Volkes erdrücken und verderben, wenn es sich nicht beizeiten zu besinnen und von bem Zauber des sinnlichen Prinzips 31t befreien verstehe. „Es ist fein Zweifel," so erklärt Herr Stolypin, „die deutsche Wissenschaft lebt, Philosphie und Poesie 'eben, dl- deutsche ehrliche und energische Arbeit lebt, die deutsche Ehrlichkeit lebt, aber es stirbt die deutsche Entha tsamkeit. Der Wald von Fabrikschornsteinen in den Fabrikstadten, der Wald von Sch'ffs'nasten in den Seestädten, die großartigen Ge- bände und die teuren Denkniäler — alles das zeugt natürlich von Kraft jedoch den unmittelbaren Eindruck der niedrigen Seite der Kratt empfing ich durch eine viel alltäglichere «eiche — durch einen vorübergehenden Besitch in einem Berliner Restaurant. Niemals habe ich soviel Suppenschüsseln gesehen soviel Teller mit Krebssuppe, soo el Schüsseln mit Krebsschalen. ES war gerade Krebstag im Restaurant. Ich meiä nicht, wieviel Menschen dort waren, aber eS lag dort
Kartenblatt Q Parzelle Nr. 282 = 5 ar 57 qm, daselbst
Acker — Reinertrag = 1,95 Mk. — Kartenblatt ü Parzelle Nr. 313 = 4 ar 77 qm, an der Hanauer Straße, Acker
— Reinertrag — 1,68 Mk. — Kartenblatt ü Parzelle Nr. 314 = i ar 62 qm, daselbst, Acker — Reinertrag = 0,57 Mk. — Kartenblatt W Parzelle Nr. 53 = 6 ar 44 qm, vor den spitzen Gehren, Acker
— Reinertrag — 1,35 Mk. — Kartenblatt D Parzelle Nr. 140 = 4 ar 46 qm, die Oberwiesen, Wiese — Reinertrag — 3,15 Mk. — Kartenblatt F Parzelle Nr. 489'127 = 2 ar 22 qm, an der Kahlerstraße, Wiese
— Reinertrag — 0,51 Mk. — Kartenblatt F Parzelle Nr. 490/127 = 3 ar 60 qm, daselbst, Acker — Reinertrag — 1,89 Mk. — Kartenblatt F Parzelle Nr. 422 = 1 ar 42 qm, die Oberweingärten, Garten
— Reinertrag = 0,99 Mk. — Kartenblatt G Parzelle Nr. 255 = 20 qm, an der Bach, Gar'en — Reinertrag = 0,15 Mk.
Kartenblatt P Parzelle Nr. 622 = 57 qm, die Bitzen, Wiese — Reinertrag = 0,27 Mk. —
Kartenblatt 8 Parzelle Nr. 348 = 8 ar 03 qm, neben der Feldlache, Acker
— Reinertrag ----- 2,82 Mk. — Kartenblatt W Parzelle Nr. 52 = 10 ar 58 qm, wr dem spitzen Gehren, Acker
— Reinertrag = 2,25 Mk. — Kartenblatt W Parzelle Nr. 313 = 4 ar 45 qm, die Niederwiesen, Wieie
— Reinertrag = 1,56 Mk. — Kartenblatt G Parzelle Nr. 677a = 11 ar 85 qm, auf die Bach, Acker, — Reinertrag — 2,52 Mk. — Kartenblatt H Parzelle Nr. 31, = 9 ar 46 qm, die mittelste Flurstadt, Acker,
— Reinertrag — 5,01 Mk. — Kartenblatt J Parzelle Nr. 114 = 7 ar 88 qm, auf dem Waizweg, Acker — Reinertrag — 2,79 Mk. — Kartenblatt N Parrelle Nr. 12 — 4 ar 93 qm, auf den Niederwald, Acker
— Reinertrag — 3,18 Mk. —
Kartenblatt M Parzelle Nr. 14 = 5 ar 73 qm, auf bett Niederwald, Acker — Reinertrag — 3,69 Mk. — Kartenblatt P Parzelle Nr. 646 = 67 qm, die Bitzen, Wiese — Reinertrag — 0,33 Mk. — Kartenblatt N Parzelle Nr. 132 — 5 ar 9 qm, Nebengasse . im SeisenhauS Nr. 82 Hofraum,
a) Wohnhaus,
b) Scheuer mit Stall (A),
etwas Verblüffendes über dem Ganzen: es schien, all ob ganz Deutschland Krebse esse, die auS aller Welt zusammengetragen und an einem Tage gekocht worden waren. Und es ist schwer wiederzugeben weshalb, aber in diesem Bild« lag etwas Häßliches und Beängstigendes, etwas wie Gewalt. Der allgemeineTon der etwas überfütterten hübschen Menschen, das gleichzeitige Kauen der starken Kiefern und die Bewegung der abgespannten Schläfenmuskeln, daS Ueberwiegen von groben, nicht durchgeistigten Zügen unter den Frauen wirkte wie ein Anzeichen für groben und brutalen Verfall. Unwillkürlich müßten einem die Geschichten von dem Sinken der Sittlichkeit im Heer einfallen, von den geheimen Lastern Berliner Kleinbürgerinnen, von der Leidenschaft gelangweilter deutscher Messaiinen zu importierten Kamerunnegern. DaS nächtliche Berlin ist mir ganz unbekannt, aber man sagt, daß es in seinen Orgien Paris und London überträfe. Und nun schien eS, als ob diese anständige, kaum gesättigte Menge am Tage ißt, in der Nacht aber stumpfsinnig dem Laster bnWqt In b-zun auf die Mehrzahl der Anw-lenb-n war das natürlich ein falscher Eindruck, eine einfache Nervenuber- reizung, jedoch heroorgerufen durch die wahre Tatsache, baß es zwei Deutschland gibt, von denen daS eine geistig lebt, das andere nur körperlich. Die ganze pangermonische Be- weaunq, der ganze Aufschwung deS deutschen Militarismus, in Kleinigkeiten - Ausfälle in der Art der Daumülleriad«, das alles ist die schmutzige Kehrseite der philosophischen Heimat Kants. Uebersättigung gebiert Selbstvertrauen, Selbstgefühl souffliert dem Fanstrecht seine Rechtfertigung, erniedrigt aber die geistige Lebensfähigkeit der Völker.- An dem Tage, wo Herr Stolypin diese Krebsstudien gemacht hat, bemerkt die „Duna-Zeitung" hierzu, muß eS wohl sehr heiß gewesen sein. Wir würden ihm übrigens empfehlen, sich das Leben und Treiben in den Restaurants und Chan- tanS während der Nishnier Messe anzusehen, vielleicht stimmt ihn dann ein Vergleich milder gegen bi* krebSessend«« Deutschen.