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General-Anzeiger

Änliches Organ für Stadt- and Landkreis Kanan.

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Erscheint täglich mit Ausnahme der Ssnn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

BeraxiwettL Rebafteut: ®. Schrecker de 4 am.

Nr. 221

Fernsprechanschlutz Nr. 605

Mittwoch den 21.' September

Ferttsprechanschltttz Sèr. 605

1910

Attttliches.

Zur Vermeidung etwaiger Zweifel wird darauf aufmerk­sam gemacht, daß mittellose Kranke, die im Wege der öffent­lichen Armenpflege nach öffentlichen Kliniken, Kranken­häusern, Irren- und Jdioten-Anstalten übergeführt werden, auf Gewährung der Fahrpreisermäßigung gemäß Aus­führungsbestimmungen C. VI zu § 12 des Deutschen Eisen- bahn-Personen- und Eepäcktarifs Teil I vom 1. April 1909 keinen Anspruch haben.

Cassel den 24. August 1910. N. 8682

Der Oberpräsident.

Hengstenberg.

Eandkreis Ranau.

Wahlen der Mitglieder und Stellvertreter des Steuerausschuffes der Gewerbesteuerklaffe III»

Die Wahlperiode der Abgeordneten und Stellvertreter ist abgelaufen.

Zur Vornahme der Neuwahlen habe ich Termin auf

Dienstag den 27. September d. I., vormittags 11 Uhr, im Kreishaus zur Wahl von 3 Mitgliedern und 3 Stellver­tretern anberaumt.

Wahlberechtigt sind sämtliche zur Zeit der Wahl zur Gewerbesteuer veranlagten Gewerbetreibenden des Veran­lagungsbezirks in ihrer Klaffe. Die Wiederwahl der Mit­glieder des Steuerausschuffes sowie der Stellvertreter ist gestattet.

Wählbar find nach § 47 des Gewerbesteuergesetzes nur solche männliche Mitglieder der betreffenden Klaffe, welche das 25. Lebensjahr vollendet haben und sich im Besitze der bürgerlichen Ehrenrechte befinden.

Von mehreren Inhabern eines Geschäfts ist nur Einer wählbar und zur Ausübung des Wahlrechts zuzulaffen. Aktien- und ähnliche Gesellschaften üben die Wahlbefugnis durch einen von dem geschäftsführenden Vorstande zu be­zeichnenden Beauftragten aus; wählbar ist von den Mit­gliedern des geschäftsführenden Vorstandes nur Eines. Minderjährige und Frauen können die Wahlbefugnis durch Bevollmächtigte ausüben, wählbar sind letztere nicht.

Wird die Wahl der Abgeordneten und Stellvertreter seitens einer Steuergesellschaft verweigert oder nicht ord­nungsmäßig bewirkt, oder verweigern die Gewählten die ordnungsmäßige Mitwirkung, so gehen die dem Steueraus- schuffe zustehenden Befugnisse für das nächste Jahr auf mich über.

Die Wahl erfolgt mittels Abgabe von Sttmmzetteln bezw. durch Akklamation.

Hanau den 17. September 1910.

Der Vorsitzende des Steuerausschuffes der Gewerbesteuerklaffe IIL Frhr. Laur.

Die Wlildnnn der Umgebung Hanaus.

Von Forstmeister Fenner-Wolfgang bei Hanau.

(Fottsetzung.)

Die Kiefer nimmt in dem hiesigen Waldgebiet neben der Eiche als bestandbildende Holzart die erste Stelle ein mit einer Fläche von 1400 Hektar oder rd. 51 Prozent der Ge­samtfläche des Staatswaldes und 700 Hektar der Gemeinde- waldungen, zusammen 2100 Hektar des Reviers Wolfgang. In den Waldungen der Oberförsterei Hanau tritt die Kiefer mehr zurück; es sind im Staatswald, Schutzbezirk Bruchköbel, nur 107 Hektar und in den hier angrenzenden Gemeinde- waldungen 355 Hektar, im ganzen 462 Hektar (Gesamtfläche tb. 2600 Hektar). Der Wuchs der Kiefer ist mit geringen Ausnahmen (an Südhängen, ferner auf Flächen mit un­durchlässigem Untergründe oder auf Erhebungen größerer Anhäufungen trockenen Sandes) überall ein guter, ja vor­züglicher, und sie wächst, wenn man sie das nötige Alter er­reichen läßt, zu vorzüglichen Nutzholzstämmen heran; sie zeichnet sich durch große Stammzahl, sehr hohen und geraden Schaft aus und hält bei hochangesetzter Krone sehr lange im Stärkenwachslum an. In den Kiefernbeständen älteren und mittleren Alters findet sich häufig Buchen-, Hain­buchen-, auch Eichen-Zwischen- und Unterwuchs (Reste miß­lungener Naturverjüngung und Stockausschlag des früheren Laubholzes), welcher oft gleichaltrig (mit der Kiefer) am Hauptbestande teilnimmt, In den Beständen jüngeren Alters ist ein durch künstlichen Anbau der Buche erzogener Unterwuchs vorhanden. In neuerer Zeit ist der Unterbau der Kiefernbestände mit Rotbuchen auf größeren Flächen planmäßig durchgeführt worden, eine waldbauliche Maß­regel, welche für die hiesigen Verhältnisse dringend geboten erscheint und in den älteren vorzüglichen Kieftrnbeständen mit Buchen-Unter- unb Zwischenwuchs ein nachahmens-

Die Herren Bürgermeister von Bergen, Bruchköbel, Eichen, Fechenheim, Gronau, Großauheim, Großkrotzenburg, Hochstadt, Kilianstädten, Langendiebach, Langenselbold, Marköbel, Ostheim, Ravolzhausen, Rückingen, Windecken und der Herr Eutsvosteher von Wilhelmsbad, wollen die vorstehende Bekanntmachung zur Kenntnis der beteiligten Gewerbetreibenden bringen und dieselben auf Grund der dort befindlichen Eewerbesteusrrolle und der Mitteilungen über die Zugänge unverzüglich zu dem angesetzten Wahl­termin laden.

Hanau den 17. September 1910. St. 1791

Der Vorsitzende des Steuer-Ausschuffes der Gewerbesteuerklaffe III.

Frhr. Laur.

Stadtkreis Hanau.

Auf Grund des § 5 des am 1. Oktober d. I. in Kraft tretenden Stellenvermittlergesetzes vom 2. Juni 1910 wer­den nach Anhörung des Magistrats als Trägers des hiesigen öffentlichen Arbeitsnachweises, der Eefindevermieter und der Vertreter der Arbeitgeber und Arbeitnehmer für die den Stellenvermittlern zukommenden Gebühren

a) für Dienstherrschaften.....3 Mk.

b) für Stellensuchende.....1 Mk. als Taxen festgesetzt.

Hanau den 19. September 1910. P. 9831

Königliche Polizeidirektion. Frhr. Laur.

Attsschreiben.

Für die Armenverwaltung sind 60 Malter Kartoffeln zu liefern.

Angebote mit Proben werden im Geschäftszimmer der Armenverwaltung entgegengenommen. 20437 Hanau den 16. September 1910.

Der Magistrat. ___Hild. ___

Dicnstnuchrichten mis dem Kreise.

In der Gemeinde Mittelbuchen ist die Schweineseuche erloschen.

Hayau den 20. September 1910. V. 5453

Politische RundTehatt.

Kaiser Wilhelm in Oesterreich.

Bahnhof Hetzendorf, bei Wien, 20. Septbr. Als der kaiserliche Sonderzug in den Bahnhof eingesahren war, trat Kaiser Franz Josef an die Tür des Salonwagens, dem Kaiser Wilhelm in der Uniform eines österreichisch-ungari­

wertes Vorbild findet; die Kiefer wächst dann im Lichtungs- Hiebe in viel kürzerer Zeit als beim dichten Schluß zu starken Nutzholzsortimenten heran.

Die Fichte hat für unser Gebiet (mit einer Gesamt­fläche von nur 147 Hektar der Oberförstereien Hanau und Wolfgang, Staats- und Gemeindewald) nur eine ganz untergeordnete Bedeutung; sie ist meist nur in den jüngeren Altersklassen vertreten, nimmt nur kleine Flächen ein, da sie bei den Nachbefferungen zum Ausfüllen der Vestandes- lücken benutzt wurde, welchen Zwecken sie auch für die Zu­kunft mit Erfolg dienen wird. Dem Fichtenanbau eine größere Ausdehnung zu geben, liegt keine Veranlaffung vor, da die Kiefer für unser Gebiet die vorteilhafteste Holzart ist, auch die Fichte auf dem hiesigen Boden verhältnismäßig früh der Rotfäule unterliegen würde.

Die Hainbuche tritt zum Teil bestandbildend vorzugs­weise im Ueberschwemmungsgebiet der Kinzig, wo auch noch alte Kopfholzstämme vorhanden sind, sonst überall als Misch- und Unterholz auf und ist als solches auch nicht zu entbehren.

Die Erle (Roterle), welche in Folge des Sinkens des Erundwaffers immer mehr an Fläche verliert, nimmt noch zirka 193 Hektar ein. (Oberförsterei Wolfgang, Staatswald 112, Gemeindewald 8 Hektar; Oberförsterei Hanau, Staats­wald 4, Gemeindewald 73 Hektar). Größere zusammen­hängende Erlenbruchflächen (zirka 50 Hektar) sind im Forst Rotelache des Reviers Wolfgang auf dem^feuchten und nassen Boden mit undurchlässigem Untergründe, sonst meist horstweise auf kleinen, nassen Einsenkungen vorhanden; die Erle erreicht bei einem Alter von 6080 Jahren eine Stärke, welche sie zur Verwendung bei der Fabrikation von Zigarrenkisten brauchbar macht. Bei der geringen Ren a i lität der Erlen und ihrem Rückgang in Folge Inkens oes Erundwaffers hat man begonnen, einen Teel dieser Flachen in Wiesen umzuwandeln, mit recht gutem Erfolg.

schen Feldmarschalls entstieg. Die Monarchen reichten sich herzlichst die Hand, küßten sich zweimal und sprachen mEhrer« Minuten angelegentlich miteinander. Kaiser Wilhelm stellt« dem Kaiser Franz Josef die Herren seines Gefolges vor und schritt zu den Erzherzogen, die in einer Reihe Aufstellung genommen hatten. Alsdann unterhielten sich die Monarchen kurze Zeit mit dem deutschen Botschafter v. Tschirschky und dem österreichisch-ungarischen Botschafter in Berlin, Grafen Szögyeny. Darauf begrüßte Kaiser Wilhelm bie. Herren der deutschen Botschaft, der Gesandtschaften und die übrigen er» schienenen Herren. Gegen 8/<10 Uhr begaben sich die Maje» stâten zu dem Wagen, worauf unter dem brausenden Jubel des Publikums und demHeil Dir im Siegerkranz" einer Knabenkapelle die Abfahrt nach Schönbrunn erfolgte.

Schönbrunn, 20. Septbr. Schon in den frühen Morgenstunden herrschte in der Umgebung des Schönbrunner Schlosses lebhaftes Treiben. Bald zogen die Truppen der Ehrenkompanie in Paradeuniform, mit Fahnen und Tannen» reisig auf dem Fez (es ist dies eine Kompanie des bosnisch» herzegowinischen Infanterieregiments Nr. 1) mit klingendem Spiel durch die Straßen nach dem Schönbrunner Schloß, wo links vom Tore an der Gartenseite ihre Aufstellung er­folgte. Um 9 Uhr 15 Minuten verkündeten laute Hochrufe des Publikums das Herannahen des Kaisers mit seinem Gaste. Die Wagen fuhren durch das Tor bei der Gloriette in den Schönbrunner Park zum rechten Schloßflügel, wo sie an der Freitreppe Halt machten. Der Kommandant der ansgerückten Truppen erstattete seine Meldung, worauf di« Monarchen die Front abschritten. Kaiser Wilhelm begrüßte den Statthalter, den Polizeipräsidenten und den Bürger­meister, indem er ihnen die Hand reichte und nahm dir Vorstellung der zur Aufwartung erschienenen Generale ent­gegen. Die Monarchen nahmen Aufstellung auf^der Frei­treppe und ließen die Truppen mit klingendem Spiel vor­übermarschieren. Nunmehr begaben sich die Monarchen in das Schönbrunner Schloß. In der kleinen Galerie be­grüßten die Erzherzoginnen und die Herzogin von Hohen­berg den deutschen Kaiser. Nach diesem Empfang begab sich der Kaiser mit dem Kaiser Franz Josef, den Erzherzogen und den Erzherzoginnen in die Sâle und die Fremden­appartements. Um/e 1 Uhr nachmittags fand im Maria Theresia-Zimmer Dejeuner statt, dem die beiden Kaiser und die Mitglieder des Kaiserhauses mit den Suiten beiwohnten.

Schönbrunn, 20. Septbr. Im Maria ' Theresia- Zimmer empfing Kaiser Wilhelm den Minister des Aeußern Grafen v. Aehrenthal, die obersten Hofchargen, die Garde- kapitäne, den Hofmarschall in Ungarn, Fürsten Palffy, dir Hofdienste, den Ministerpräsidenten Bienerth, die gemein­samen Minister, den Generaladjutanten General der Infan­terie Frhrn. v. Belfras und die Staatsdame Fürstin von Traulmannsdorff in Begleitung der Erzherzoginnen. Vor­mittags um 11 Uhr empfing der Kaiser die Offizierdeputa-

Die Esche tritt als reiner Bestand. auf einer Fläche von 1,3 Hektar (Jagen 129) im Revier Wolfgang auf und zeigt hier auf tiefgründigem, sehr frischen Alluviallehm einen ganz vorzüglichen Wuchs. Sie eignet sich ganz besonders für das Ueberschwemmungsgebiet der Kinzig, wo sie als Mischholz einzeln und horstweise auf natürlichem Wege vorkommt; sie ist auch künstlich angebaut worden, was auch in Zukunft mehr und mehr beabsichttgt wird, da sie ein gutes Gedeihen zeigt und auch Eschenutzholz zu hohen Preisen sehr gesucht wird.

Es ist nicht länger als ein Jahrhundert, seitdem die ersten Versuche, auch die Lärche, diese wertvolle Holzart des Hochgebirges, in den hiesigen Waldungen der Ebene hei­misch zu machen, unternommen wurden. Der Versuch kann, mit ganz geringer Ausnahme, als gescheitert angesehen werden; die Lärche findet in der hiesigen Ebene keinen ihr zusagenden Standort und hat den gehegten Erwartungen nicht entsprochen und kommt nur noch hier und da einge­sprengt in den jüngeren Kiefernorten vor.

Außer den vorangeführten sind fast alle in Deutschland heimischen bezw. -ing-führt-n Holzarten in unserm ®e= biete als Mischhölzer vertreten: Berz- und Spitzahorn, Feldahorn ode, Matzholder, Ulme^ Sommer- und W.nt-r- linde Aspe' Birke, Weißerle, Schwarzpappel, kanadische Pappel wilder Kirschbaum, Vogelbeere, Saalweide, ver­einzelt Platane, Akazie, Weymouthskiefer, Schwarzkiefer. Unter den zahl- und artenreichen Sträuchern haben die größte Bedeutung: Hasel, Faulbaum und Schwarzdorn, welche häufig als Vodenschutzholz auftreten, ferner strauch­artige Weiden, Salix Helix, fragilis, alba, selten viminalis an der Kinzig; ferner Wacholder, Weißdorn, Hartriegel, Spindelbaum (Pfaffenhütchen), Traubenkirsche, Kreuzdorn, schwarzer- und Traubenhollunder, Schneeball (jetten).

(Fortsetzung folgt.)