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BM^t^tB^ 1,80 W m-natlich 60 Wg., Hk m* «tiy Motte ent« mit dem betretenden Pskaufichl«^ Die einzeln« Nummer kostet 10 Pfg.

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IbMtiwlkMtt uns Verlag der Vuchdruckeret »t8 mein.

Ackliches Organ für Stadt- und Landkreis Kana«.

«. NSsiiaehauseL in Heman.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

BerontmedL Redakteur: G. Schreck,, M H»»

Nr. 168

^ernfVredjrtHfdjhtF» Nr. 605»

Donnerstag neu 21. Juli

«tzernsprechanschlust Nr. 605» 1910

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Amtliches.

Landkreis Fjanau.

Auf Beschluß des Bundesrats werden die Reichskassen- scheine zu 50, 20 und 5 Mark von 1882 und die Reichs- kassenscheine zu 50 Mark von 1899 vom 1. Januar 1911 ab nur noch bei der Königlich Preußischen Kontrolle der Staatspapiere eingelöst.

Hanau den 18. Juli 1910.

Der Königliche Landrat.

V 4169 Frhr. Laur.

Stadtkreis kjanau.

In der letzten Zeit ist die Wahrnehmung gemacht worden, daß verschiedentlich die Mülleimer erst nach Durchfahren der tSammelwagen durch die Straße herausgestellt werden. Da hierdurch eine Verzögerung in der Abfuhr entsteht und die Mülleimer unter diesen Umständen bisweilen überhaupt nicht entleert werden können, mache ich hiermit zur Vermeidung von Unannehmlichkeiten auf die nachstehenden Vorschriften über die Bereitstellung der Mülleimer zur Abfuhr wiederholt aufmerksam.

8 7.

Der sortzuschaffende Kehricht ist in Behältern von be­stimmter Beschaffenheit (§ 8) am Abend vor dem Abfuhr- tage, jedoch nicht vor 9 Uhr abends, entweder in der Haus- türe (Torfahrt) oder unmittelbar an der Vorderseite der Häuser bereit zu stellen. Ist ein Vorgarten vorhanden, so kann die Aufstellung unmittelbar am Eingänge hinter der Einfriedigung ei folgen.

In denjenigen Straßen, in welchen nicht gefahren werden kann, müssen die Behälter am Eingänge der betreffenden Straße aufgestellt werden.

Hanau den 13. Juli 1910.

Königliche Polizei-Direktion.

P 7928 I. A.: vr. v. Waldow.

Bekanntmachung.

Die technischen Vorschriften für den Anschluß der Aborte an die Kanäle sind im Entwurf fertig- gestellt und können von dem Bauamt seitens der Unternehmer unentgeltlich bezogen werden.

Hanau den 18. Juli 1910.

Der Magistrat.

Dr. Gebeschus. 16003

Bekanntmachung.

Das auf die Namen Heinrich, Johanna und Maria | Franz in Langendiebach lautende Sparkassenbuch

Wie entstehen die Gewitter?

Von Professor Dr. Ä» F. Jordan.

Der gewitterreiche Sommer dieses Jahres regt von neuem die vielerörterte Frage an, wie die gewaltigen eleklrischen Entladungen der Atmosphäre, die schon so viel Unheil ange­richtet haben, ihren Ursprung nehmen. Hat doch diese Frage von jeher die Menschheit beschäftigt und auch schon in den vorgeschichtlichen Zeiten der Mythe ihre vielfach wechselnde Beantwortung erfahren. Bei den alten Griechen war es der Donnerer Zeus, der in seiner Hand ein Bündel Blitze hielt und sie auf die Erde schleuderte. Sinnreicher ließ die nordisch-germanische Sage den Gott Thorr, Donar oder Donner, nach dem unser Donnerstag seinen Namen er- halten hat, seinen mächtigen Hammer schwingen, der, auf die Felsen niedersausend, Feuer schlug und dabei Donnerschall erzeugte. In beiden Fällen waren Blitzbündel wie Hammer Waffen, die in dem bevorstehenden Kampfe gegen die den Göttern feindlichen Titanen oder Riesen gebraucht werden sollten. Das Ende dieses Kampfes sollt« nach der An­schauung unserer Vorfahren die Götterdämmerung, als eine Abenddämmerung nach Sonnenuntergang aufgefaßt, d. h. also der Untergang der herrlichen Götterwelt sein, auf welchen dann später die Schöpfung einer neuen Welt folgen sollte.

Nach solchen Träumen der Phantasie stand der menschliche viele Jahrhunderte hindurch den Erscheinungen des Ge­witters völlig ratlos gegenüber. Erst nachdem Benjamin Franklin um die Mitte des 18. Jahrhunderts seine elektrische Natur nachgewiesen hatte, konnte chm die wissenschaftliche Forschung nähertrelen. Franklins Verfahren hatte dabei in ganz einfacher und doch überzeugender Weise darin bestanden, ^ er beim Herannahen von Gewitterwolken einen Drachen auslleigen ließ, dessen Schnur, nachdem sie feucht geworden war, die Elektrizität zur Erde leitete; aus ihrem unteren, polierten Ende ließen sich nun Lunken ziehen. und auch die

Nr. 5999 ist angeblich abhanden gekommen. Der etwaige Besitzer wird aufgefordeit, seine vermeintlichen An­sprüche bei dem unterzeichneten Vorstand binnen 3 Monaten geltend zu machen, widrigenfalls das Sparkonto gelöscht und der Verliererin ein neues Einlagebach ausge­stellt wird.

Hanau den 21. Juli 1910.

Der Vorstand Der Kreissparkasse. 16039

politische RandTd/iau.

Für die Reichstagsersahwahl in Frankfurt a. D- - Lebus, dem durch den Tod des nationalliberalen Abg. Detto freigewordenen Wahlkreise, ist der Arbeilersekretâr Hermann Dunkel von den dortigen Konservativen als Reichs­tagskandidat endgültig aufgestellt worden.

Die Wertzuwachsabgabe in Nürnberg ist nach einem Beschluß des Magistrats auf V/g9 Prozent Grundwertabgabe von 20100 Prozent Zuschlag festgesetzt worden.

Ein internationales Arbeitgeberkartell. Zwi­schen dem Deutschen Arbeitgeberbund für das Baugewerbe und der Föderation d'Entrepreneur de Belgique mit dem Sitz in Brüssel, ist, wie der Berliner Lok.-Anz. hört, ein Kartellvertrag zur gegenseitigen Unterstützung bei Streiks und Aussperrungen abgeschlossen. Derartige Verträge bestehen bereits mit Oester­reich, der Schweiz, sowie mit Dänemark, Schweden und Norwegen. Die betreffenden Verträge sind jungen Datums. Erst mit Beginn dieses Jahres wurden die Verhandlungen darüber gepflogen und sind jetzt in Brüssel zu einem schnellen Abschluß gebracht. Dieser internationale Verband ist auch bereits erprobt und zwar bei Arbeilsstreitigkeiten in der Schweiz und Oesterreich. Die Unterstützung ist lediglich moralischer Natur, indem die Arbeitgeber sich dazu verpflichten, Arbeitnehmer aus einem im Kartell stehenden Lande, in dem ein Streik oder eine Aussperrung vorhanden ist, nicht einzustellen.

Der Aachener Philologentag faßte die Forde­rungen des Oberlehrerstandes in folgenden Beschlußanträgen, die einstimmig angenommen wurden, zusammen: 1. Der Rheinische Philologen-Verein erhebt erneut Einspruch gegen jede vermehrte Anstellung von Mittelschullehrern auf der Unterstufe höherer Schulen. Er will die Einheitlichkeit der Kollegien, des Unterrichts und der Erziehung gewahrt und die höheren Schulen als solche erhalten wissen. Eine weitere Gefahr sieht er auch darin, daß Hinfort die Schüler von Rektorat- und Mittelschulen, soweit diese dem Direktor einer benachbarten höheren Schule unterstellt sind, ohne besondere Aufnahmeprüfung in allen wiffenschaftlichen Fächern in ent­sprechende Klassen höherer Schulen übergehen sollen. Er verlangt eine reinliche Scheidung zwischen Volksschullehrer und Oberlehrer wie auch zwischen höheren Schulen und Volksschulen. Er bittet die Preußische Delegierten-Konferenz,

sonstigen Eigenschaften statischer*) Elektrizität konnten festge­stellt werden, wie an dem Konduktor einer Elektrisiermaschine. Der Physiker De Romas zu Nerac erzielte noch bessere Resultate, indem er in die Drachenschnur der besseren Leitung wegen einen feinen Metalldraht einflechten ließ. Er beobachtete Funken oder besser gesagt Feuerstreifen von 9 bis 10 Fuß (etwa 3 Meter) Länge und 1 Zoll Dicke und wurde bei seinen Versuchen einmal trotz aller Vorsicht durch einen Schlag zu Boden geworfen.

Nachdem so auf unzweifelhafte Art die elektrische Natur des Blitzes erwiesen war, fragte es sich, wie die Elektrizität in der Atmosphäre zustande kommt. Hervorgehoben muß hier werden, daß, wie die spätere Forschung ergab, nicht nur die Gewitterwolken Träger von Elektrizität sind, sondern daß auch in anderen Wolkenformen sowie in der klaren Luft stets Elektrizität, wenn auch in geringeren und wechseln­den Mengen enthalten ist. Im allgemeinen läßt sich sagen, daß das Quantum der atmosphärischen Elektrizität dem Wassergehalte der Luft entspricht und ihre Spannung mit der Konzentration des atmosphärischen Wassers zunimmt. Da bte Gewitterwolken besonders dicht sind und aus großen Tropfen bestehen, so ist die elektrische Spannung in ihnen eine bedeutende, sodaß es zu Entladungen kommt, die ent­weder nach benachbarten Wolken oder nach der Erdoberfläche hin stattfinden, und zwar hier um so leichter, je besser leitende Gegenstände vorhanden sind. Noch einer Beobachtung möge Erwähnung geschehen, die, wenn sie auch nur ver­einzelt gemacht wurde, doch von grundlegender Bedeutung ist: Als Werner Siemens am 14. April des Jahres 1859 die Cheopspyramide bei Kairo bestieg, beobachtete er, als der von heftigem Winde getriebene Wüsteustaub die Spitze er Pyramide erreichte, eine starke elektrische Ladung der e >ei. Hier vertrat die Staubwolke die sonst mit Elr irizi ladene Gewitterwolke.

) D. h. ruhender Elektrizität, im Gegensatz »u,n Strom.

solches dem Ministerium in geeigneter Weise zu unterbreite«.

2. Er spricht allen Abgeordneten, die bei den Verhandlungen im Landtag für die Interessen der höheren Schule und der Oberlehrer eingetreten sind, seinen Dank aus und bittet sie, diese Interessen auch in Zukunft zu vertreten, insbesondere die bisher noch unerledigten Fragen einer Lösung entgegen- führen zu wollen. 3. Er hält an der Forderung fest, daß der Beamtencharakter der Direktoren und Oberlehrer alsbald klargestellt und durch Gesetz festgelegt werde und gibt seiner Ueberzeugung dahin Ausdruck, daß eine derartige Maßnahme eine Forderung unabweislicher Bedürfniffe ist. Er spricht er­neut die bestimmte Erwartung aus, daß sowohl die in Aus­sicht gestellte Dienstinstruktion für Direktoren und Oberlehrer als auch eine gegebenenfalls zu erlassende Instruktion für die Kuratorien die Rechte dieser Kuratorien auf die inneren Schulangelegenheiten nicht erweitert, noch die örtlichen Sonderrechte einiger weniger Patrone auf die Gesamtheit der Gemeinden überträgt. Es erscheint dem Rheinischen Philo­logentag unbedingt notwendig, daß die Kompetenzen aller Faktoren in beiden in Frage stehenden Instruktionen un­zweideutig abgegrenzt und festgelegt werden. Insbesondere darf 1. dem Vorsitzenden des Kuratoriums oder dessen Stell­vertreter das Recht deS Hospitierens im Unterricht eine Ausnahme wäre nur im Falle der Berufung in eine Direk­torenstelle statthaft nicht verliehen werden; 2. ihm nicht die Befugnis übertragen werden, jederzeit Einblick in den amtlichen Schriftverkehr zwischen dem Provinzial-Schul- kollegium und den Direktoren zu nehmen ; 3. das Provinzial- Schulkollegium und der Direktor nicht gezwungen werden, jedes Gesuch betr. Halten von Pensionären und Erteilung von Nachhilfestunden den Kuratorien zu gutachtlicher Aeuße­rung vorzulegen; es muß vielmehr den staatlichen AuffichtS- instanzen vorbehalten werden, dies wie bisher nach eigenem Ermessen zu tun.

Praktische Mittelstandspolitik. Die Nieder­deutsche Bank in Dortmund ist, wie durch die Presse bereit- bekannt geworden ist, in Zahlungsschwierigkeiten geraten. Da durch den Zusammenbruch auch zahlreiche mittlere und kleinere Betriebe in Mitleidenschaft gezogen werden würden, so ist von mehreren Seiten die Einleitung einer Hilfsaktion durch die Reichsbank angeregt worden. In diesem Sinn hat sich auf Anregung aus rheinisch-westfälischen Panei- kreisen auch der nationalliberal« Parteiführer Bassermann verwandt, indem er bei dem Reichskanzler und dem preußischen Finanzminister mit Rücksicht auf die durch den etwaigen Zusammenbruch der Bank schwer gefährdeten Mittel­standexistenzen für eine Hilfsaktion unter Führung der Reichsbank eintrat. Es wäre nur zu wünschen, daß diese Anregung von Erfolg begleitet sein wird.

Die Schwedenfahrt. Als Dank für die liebenS- ] würdige Aufnahme in Schweden hat der Obmann der an der Fahrt beteiligten deutschen Publizisten Chefredakteur

Von eigenartigem Interesse ist es für den Elektrizitäts­forscher, daß trotz mannigfacher schon unternommenen Ver­suche, die Frage nach dem Ursprung der atmosphärischen Elektrizität zu lösen, bisher noch keine endgültig und allge­mein akzeptierte Theorie sich hat geltend machen können. Al­ich vor einer Reihe von Jahren sämtliche mir bekannten Hypothesen, nach denen ich emsig gespürt hatte, so daß mir schwerlich eine entgangen sein dürfte, kritisch beleuchtete, fand ich, daß es deren einige dreißig gab, ein Beweis, wie unsicher und somit unvollkommen menschliches Wissen selbst gegenüber Naturerscheinungen ist, die zu den gewöhnlichen und jedem zugänglichen zu rechnen sind. Die verschiedensten Ursachen wurden herangezogen, um die Gewittererscheinungen zu erklären: die Verdunstung deS Wassers, die Konden­sation des in der Luft verteilten WasserdampfeS, die Sonnen­strahlung, die Reibung der Erdatmosphäre am Weltäther beim Fluge der Erde durch den unendlichen Raum; und es dürfte nicht wundernehmen, wenn über kurz oder lang das Radium, dem man bei seinen wunderbaren Eigenschaften alles Mögliche zutraut, auch als Erzeuger der atmospbari- . schen Elektrizität angesprochen würde. Hat man doch W' gestellt, daß es bei der Stoffaussendung, die in Form sogenannten Emanation vor sich geht, W^meen w , 4 auf bi.» UW -m Ersatz ^Ä 8«- die Erde durch bte allmähliche Ausstrayl« g funden ist. nmftanb einen gangbaren Weg

Nun zeigt uns «^^^^ nämlich der, daß es zwei zur Losung des G^ . Wärmegewitter und Wirbelgewitter. Wäbrend" erstere die gewöhnlich anftretenden sind, die wir im Bunner nach hohen Temperaturen beobachten, stellen sich die Wirbclgewitter meist in der späteren Jahreszeit im Gefolge heftiger Stürme ein. Die Wintergewitter sind nach meinen Beobachtungen stets Wirbelgewitter, während der Sommer sie nur gelegentlich aufweist. Der vorhin erwähnte, von Siemens beobachtete Fall der GldtrUität aus der Ldeov4_