Beieglwreltt
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General-Anzeiger
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KAtlilhes Organ für SIM un) Landkreis Zanan.
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Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
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Amtliches.
Stadt- und Eandkräs Fjanau.
Nach Mitteilung der Königlichen Gestüt-Direktion zu Dillenburg müssen die 4 ersten Sätze des § 10 der in Nr. 32 des „Hanauer Anzeigers" veröffentlichten Bekanntmachung der Hengst-Deckbedingungen wie folgt, laufen:
„^ 10. An Deckgeld sind vor der ersten Deckung 51/s Mark zu erlegen.
Kalibluihenaste dürfen alle Arien Stuten außer Warm- blut-Ctutbuchstuien decken. Stuten, die vom Kaltbluthengst und einer Warmblutstute abstammen, dürfen weiter nur mit Kaltbluchengsten gedeckt werden.
Warmblutbengste sollen aber keine Kaltblutstuten decken. Soll eine Warinblut-Siutbuchstnte von einem Kaltbluthengste gedeckt werden, so wird sie aus dem Stuibuch gestrichen."
Hanau den 18. März 1910.
Der Königliche Landrat und Polizeidirektor.
V 1711 I. V.: Dr. v. Waldow.
Stadtkreis Ran au. Bekanntmachung.
Schulgelbermâßigungsantrâge für das Schuljahr 1910 für die Oberrealschule, Höbere Mädchenschule, kaufmännische und gewerbliche Fortbildungsschule sind bis zum 1. April 1910 auf Rimmer 14 des Rathau'es zu stellen. Später eingehende Anträge finden seine Berücksichtigung.
Hanau den 8. März 1910.
Der Magistrat.
Hild. 6201
Bekanntmachung.
Die im Stadlschloß l Friedrichsbau) gleicher Erde befind- li^chk Wohnung, bestehend aus 5 Zimmern und Zubehör ist vom. 1. April 1910 ab zu vermieten.
Auskunft wird erteilt im Rathaus Zimmer Nr. 11.
Hanau den 11. Januar 1910.
Der Oberbürgermeister.
J. V.: Hild. 1053
Bekanntmachung.
Die Gesuche um Bewilligung einer Beihilfe zu dem Schulgeld der Oberrealschule, der Höheren Mädchenschule und der Mittelschulen für das Schuljahr 1910 aus der Pedro Jung'schen Stiftung sind bis 1, April 1910 im
Stadtchealer in Hanan.
— Hana«, 20. März.
Kurz vor Schluß der dieswinterlichen Spielzeit bot die Direktion in anet kennenswerter Weise noch ein interessantes Gastspiel, das Auftreten der berühmten Schauspielerin Irene Trieich jn Ibsens Sdauspiel „Nora", in dem Frau Irene Triesch die Titelrolle spielte. In einem größeren Aufsatz ist kurz vor dein Auftreten der Künstlerin ihre Laufbahn bar« gelegt, ih'e Begabung, ihr Erfolg in den verschiedenen Orten ihrer künstlerischen Wirksamkeit in das rechte Licht ge» je^t worden. Sie besitzt binreißendes Temperament und, so lautete der Bericht, verkörpert ihre Gestalten, wie sie ihr in der Wirklichkeit begegnen, denn sie bat das Leben von allen Zeiten kennen gelernt und versteht namentlich Gestalten aus dem Volke mit außerordentlicher, oft erschütternder Naturwahrheit zu verkörpern. So sahen wir am Freitag auch ihre „Nora", in der sie uns eine Leistung bot, die lie Besucher nicht so leicht wieder aus der Erinnerung schwinden lassen können. In dieser Rolle hat bekanntermaßen die Künstlerin auch ihre größten Triumphe gefeiert, ^oba^ der Erfolg ihres hiesigen Auftretens begteiflich er» scheint. DaS bis auf den letzten Platz besetzte Haus spendete bem gefeierten Gaste wohlverdienten, geradezu enthusiastischen Bestall. Die in dem fesselnden Jbienschen Schauspiel m t- wirkenden hiesigen Mitglieder des Ensembles fügten sich treff« li^ ein: Vgr allem war es Herr Feigel, der in dem Advokaten Robert Hellmer eine wohldurchdachte, trefflich gelungene Leistung bot und durchweg befriedigte. Ebenso konnten wir uns mit der Darstellung deS Herrn Burau freunden, der den „Doktor Rank" zu verkörpern hatte. vfrr Hellmuth, der verantwortlich für die Regie zeichnete und deshalb auch den kargen Christbaum auf dem Gewissen hat, spielte den „Günther" in angemessener Weise, Frl.
Montag den 21. Mâr;
Zimmer 14 des Rathauses mündlich anzubringen. Nach diesem Zeitpunkte eingehende Gesuche finden keine Berücksichtigung mehr.
Hanau den 8. März 1910.
Das Kuratorium der Pedro Jung'schen Stiftung.
Hild. 6199
Schnlnachricht.
Städtische Höhere Mädchenschule.
Die Ausstellung der Zeichnungen und Handarbeiten der Schülerinnen findet von Sonntag den 20, bis Mittwoch den 2 k d. M., täglich von 10-1 (Sonntag von 11 — 1) und 3—6 11 hr, statt.
Zum Besuche der Ausstellung ladet ergebenst ein Hanau den 19. März 1910.
Der Direktor.
Bungen st ab. 6969
politische RundTdfaa.
Reichskanzler von Bethmann-Hollweg ist vor- gestern abend 9 Uhr nach Italien abgereist.
Der preußische Mnanzminister hat die Oberzoll, direktionen davon benachrichtigt, daß der Bundesrat beschlossen hat, daß inländische, vor dem 1. August 1909 vorschriftsmäßig verstMerte Wertpapiere einer weiteren Abgabe nicht unterliegen. Er hat die Oberzolldirektionen veranlaßt, die unterstellten Behörden hiernach mit Anweisungen zu versehen.
Die Schistahrtsvorlage bringt die italienische Regierung in Gefahr. Bisher nahm die Beratung in der Deputiertenkammer einen für sie ungünstigen Verlauf. Es sprachen fast nur Gegner des Entwurfs, darunter angesehene Volkswirte wie Bonomi und Nitti, Seefachleute wie Orlando und Luzzalti; endlich gestern der vorige Postminister Schanzer, der unter dem lebhaften Beifall der Kammer einen kritischen Vergleich zwischen der jetzigen Vorlage und der früheren, von ihm selbst eingebrachten, anstellte, woraus die Vorzüge der letzteren einleuchtend hervorgingen. Die Wirkung dieser Erörterung ist der in parlamentarischen Kreisen verbreitete Eindruck, daß das Geschick des Kabinetts an einem Haar hängt, und daß im günstigsten Falle nur eine geringe Mehrheit für die Vorlage stimmen wird.
Zur Vorgeschichte der neuesten Oldenburgkade. Wie den „Münchener Neuesten Nachrichten" vom Kriegsministerium bestätigt wird, ist eine Forderung des Kriegsministers durch den Reichstagsabgeordneten v. Oldenburg nicht erfolgt. Dem Kriegsminister ist aber zur Kenntnis Haussig trat als „Frau Linden" auf, in kleineren Rollen waren noch tätig Frl. NathusiuS, Frl. Giroda, Herr Feidler.
Die heutigen SonntagSvorstellungen brachten Wiederholungen auf dem Gebiete der heiteren Muse, und zwar nachmittags die Operette „Der fidele Bauer", abends die Operette „Die geschiedene Frau" mit entsprechendem Erfolge.
* Stadttheater. (W 0 ch«nspielpIan.) Montag den 21. März. Außer Abonnement, bei ermäßigten Preisen: „Die F ö r st e r ch r i st ' l". Anfang 8 Uhr. — Dienstag den 22. März. Abonnement A.: „D a S große L i ch t". Anfang 7 Uhr. Gewöhnliche Preise. — Mittwoch den 23. März. Abonnement B. Zum ersten Male: „D e r Doppelmens ch". Anfang 7 Uhr. Gewöhnlich Preise. —1 Donnerstag den 24. März. Abonnement C.: „D i e geschiedene Fra u". Anfang 7 Uhr. Gew. Preise. — Samstag den 26. März. Auß-r Abonnement. Klassiker- Vorstellung bei volkstümlichen Preisen: „O t h e l l 0". Anfang 6 Uhr. — Sonntag den 27. März, nachmittags ^«4 Uhr. Außer Abonnement, bei ermäßigten Preisen: „D i e Dollarprinzessin". Abends */*8 Uhr. Außer Abonnement , bei gewöhnlichen Preisen: „D i e geschiedene Fra u."
* Stadttheatckl. Heute Montag wird bei ermäßig« ten Preisen die liebenswürdige Operette: „Di e FLrster- ch r i st ’l" nochmals zur Aufführung kommen. Das melobien« reiche prächtige Werk wird sicherlich auch heute wieder seine Zugkraft bewähren. Die Vorstellung beginnt um 8 Uhr. — Morgen Dienstag wird im Abonnement A das Philippi'sche Schauspiel: „Das große Licht" nochmals zur Aufführung gelangen. Nach dem starken Erfolge des trefflichen Werkes wird eS morgen wieder seine Wirkung ausüben.
^ernNrechanschlutz Nr. 605, 1910
gebracht worden, daß Herr v. Oldenburg durch seins Aeußerungen in der bayerischen Abgeordnetenkammer, falls sie so gelautet, wie ein Teil der Presse sie brachte, sich beleidigt fühle. In der Voraussicht, das die Sache im Reichstage zur Sprache kommen würde, wurde darauf die vom bayerischen Militärbevollmâchtigten zu gebende Antwort festgelegt, und der Wortlaut der vom Generalmajor Frhrn. v. GebsaUel im R-ichsiage verlesenen Erklärung entspricht dieser Festlegung. Im übrigen wurde der Militärbevoll- mächtigte ermächtigt, die gleiche Antwort erforderlichenfalls auch Herrn v. Oldenburg persönlich zu geben.
Hansabnnd und Innungen. Der Zentralausschuß der vereinigten Jnnungsverbânde Deutschlands bat unter dem Vorsitz des Tischlermeisters Richt, der dem Vorstande des Hansadundes angehört, beschlossen, mit seiner Beschwerde in Sacken des Hansabundes nunmehr an den Handelsminister zu geben. Auch der Regierungspräsident von Potsdam hatt« in Bestätigung einer landrâtlichen Verfügung den korporativen Beitritt von Innungen zum Hansabunde untersagt. In dieser Hinderung erblickt der Zentralausschuß unter seinem Vorsitzenden Richt eine Beschränkung des Selbstverwaltung?» rechts der Innungen, und er ist der Ansicht, daß das der ganzen Organisation des Handwerks nur nachteilig sein könnte.
RetchStagsabgeordneter Hermes f. Der freisinnige Rtichstagsabgeordnele Dr. Otto Hermes, der Direktor des Berliner Aquariums, ist im Alter von 71 Jahren einem Schlaganfall erlegen. Er vertrat im Reichstage leit 1887 den Wahlkreis Jauer-Landeshut-Bolkenhain. Auch dem Ab- geordnetenhaule hat er als Vertreter deS 6. Berliner Land« »agSwahlkrei'es von 1886 bis 1896 angehört. Die Fortschrittliche Volkspartei verliert in ihm einen alten Veteranen.
Die Veruntreuungen der französischen Liquidatoren. Aus Rom wird gemeldet: Staatssekretär Merry bei Val erklärte, daß zwischen dem Vatikan und den Liquidatoren der Kongregationsgüter niemals irgendwelche Beziehungen bestanden haben. Weder Duez noch irgend ein anderer Liquidator sei jemals vom Papste empfangen worden.
Der französische General d'Amade, der vor sechs Monaten wegen abfälliger Aeußerungen über den spanisch- marokkanischen Feldzug zur Disposition gestellt wurde, ist zum Kommandeur der 9. Infanterie-Division ernannt worden.
König Peter von Serbien trat gestern vormittag in Begleitung des Ministerpräsidenten und bei Minister- des Aeußern die Reise nach Petersburg an. Bei der Ab «>rt bei Zuges brach das auf dem Bahnhof zahlreich versammelt« Publikum in stürmische Ziviorufe aus.
In der letzten Dumasitzung kam es bei einer Rede des Prof. Pur'fchkewitfch zu lärmenden Tumulten und zur Ausschließung mehrerer Abgeordneten.
Präsident Taft hat die Proklamation unterzeichnet, die Frankreich und Algerien den amerikanischen Minimaltarif einräumt.
Hus aller Welt.
An de« Rechten gekommen. Der Hauptgewinn von 50000 Mk. der in Berlin gezogenen KriegeroerbandS-Lotteri» fiel an einen in der Umgegend von Essen wohnenden Bahnarbeiter mit zahlreicher Familie.
Wegen der Wastlrechtskrawalle vom 6. und 13. Februar verurteilte die Strafkammer Halle von 13 Angeklagten 10 wegen Auflaufs uuö Beleidigung von Polizei- beamten zu Gefängnisstrafen von 2 bis 6 Wochen.
Auf vem Brocken herrscht seit 24 Stunden starker Schneefall bei 6 Grad Kälte und schwachem Nordwind. Bisher sind 20 Zentimeter Neuschee gefallen.
Die Nnterschleife bei der Altonaer GenoffenschaftS« bank. Die Unterschlagungen, die, wie bereits gemeldet, der Direktor der Genossenschaftsbank in Altona, Julius Homann, begangen hat. sollen sich auf 140000'Ulf. belaufen. Homann hat sich freiwillig gestellt unter der Beschuldigung, 110000 Mark veruntreut zu haben. 20 000 Mk. will er selbst davon in den letzten Jahren verbraucht haben. 90000 Mk. will er der Firma Jessen & Lorentzen nach und nach gegeben haben. Die Bank, die größtenteils von kleinen Leuten frequentiert wird, besteht seit 33 Jahren. Hohmann war seit sechs Jahren als Direktor angestellt und hat eine Kaution von 10000 Rlk. hinterlegt. Die Firma Jessen & Lorentzen gab der Genossenschaftsbank eine Sicherheit von 150000 Mk., sodaß die in Frage kommenden 90000 Mk. gedeckt sind. Homann führte bei Jessen & Lorentzen die Bückèr, hatte seit mehreren Jahren Vollmacht und konnte so uneingeschränkt über ihr Konto bei der Genossenschastsbank verfügen. Er steht im 69. LebenSjabre und hat mehrere erwachsene, aber auch noch schulpflichtige Kinder. Wenn die Bank einen Verlust erleidet, so wird dieser durch Reserven ganz gedeckt sein. Homann soll nicht spekuliert haben.