Einzelbild herunterladen
 

EiurückuugSgeLNh« t

De», ß »drei» r «iEH«ch 1,80 Mk., «natLch «0 Wf fk e* WietiG« ÄenntRt« mit dem detresimden P»stauftchl»A. Li« ebqtlw Nummer k«stü 10 Pf«.

*ÄMlkwr uh» 8 erlag da vuchdrucka« öd htm. 0k Seijat^aufd ia H«l«.

General-Anzeiger

Awtülhts Organ für Stadt- and Landkreis Kanan.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sann- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

DU [Meltau Paitj-rle »da da« ««« « W» im ReNamaUell Ne Zeit« 45 Pi-,

«aaMmsrÜ. Hebest tut:. Schrecker i» H««»

Nr. 220 F«.nkprecha>,s»l..s> Nr. 605. Dienstag den 20. September Fernsprecha,»schlich Nr. 60».

^^BE^aMMiMBWBMBB|aMMMBMMMMBHWMBMBMMMMMMMMMB|BMHMMMBMBBmMBgMB>MMMI!M^yjl||JH^gWBMB!i|mMBBM^

1910

Amtliches.

Eandkreis Fjanau.

Die unterm 12. d. M. V. 5330 in Nr. 214 desHanauer Anzeigers" angeordnete Sperre der HanauFrankfurter- Strahe von Station 1,7 bis Station 5,0 wird hiermit bis auf weiteres aufgehoben.

Hanau den 20. September 1910. y. 5470

Der Königliche Landrat.

Frhr. Laur.

Stadtkreis Fjanau.

Bekanntmachung.

Betreffend das Beschneiden der Hecken.

Die Besitzer, Pächter oder Nutznießer von solchen Grund­stücken, welche mit lebenden Hecken umgeben sind, werden darauf aufmerksam gemacht, daß nach der Polizei-Verord­nung vom 22. April 1892 das Beschneiden dieser Hecken nur in der Zeit vom 1. Juli bis 1. März erfolgen darf. Soweit Hecken an öffentlichen Wegen liegen, müsien sie bis zu einer Höhe von 4 Fuß und einer Breite von 1&2 Fuß beschnitten werden.

Hanau den 15. September 1910.

Städtische Polizeiverwaltung. Der Oberbürgermeister.

J. V.: Jung. 20431

Ausschreiben.

Für die Armenverwaltung sind 60 Malter Kartoffeln zn liefern.

Angebote mit Proben werden im Geschäftszimmer der Armenverwaltung entgegengenommen. 20437 Hanau den 16. September 1910.

Der Magistrat.

Hild.

^auö^rönung für das Stadttheater in Hanau.

Allgemeine Bestimmung, insbesondere für Theaterbesucher.

1. Die Theaterbesucher haben wie alle anderen im Theater­gebäude sich aufhaltenden Personen den zur Aufrecht­erhaltung der Ruhe, Ordnung und Sicherheit an sie er­gehenden Aufforderungen der Polizei- und Aufsichts­organe unbedingt nachzukommen.

2. Es ist verboten, im Theatergebäude zu rauchen, ver­brauchte oder unverbrauchte Zündhölzer wegzuwerfen.

Die WaldMn der Umpcbiing Hanans.

Von Forstmeister Fenner-Wolfgang bei Hanau.

(Fortsetzung.)

Der Oberförster mußte das gemachte Wittagsholz auf­nehmen und ein Register darüber führen, auch das Holz einem jeden vorher anweisen. Eine eigentümliche Berech­tigung ist noch erwähnenswert. Altem Herkommen gemäß erhielt jeder Untertan im Dorfe Niederrodenbach, wenn er Hochzeit hielt, einen Wagen Vuchen-Hochzeitsholz unent­geltlich aus der Vulau. Als im Jahre 1784 um Verab­reichung des Hochzeitsholzes gleichzeitig zweiHochzeiter" (Paul Vach und Konrad Scherer) baten, wurde der seither üblicheWagen voll" auf eineSchiebkarre voll" ermäßigt wegen des sehr herabgekommenen Waldes". Am 15. Fe­bruar 1831 verfügte auf eine ergangene Beschwerde wegen Nichtverabfolgung des Hochzeitsholzes die Kurfürst!. Fi­nanzkammer zu Hanau:Die Wiedereinführung der länger als 30 Jahre nicht stattgehabten Verabreichung des Hoch- zeitsholzes stehe um so weniger zu bewilligen, als zu dessen Verabreichung ein bestimmter Rechtsgrund nicht vorliege."

In den 70er und 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts wurden sämtliche auf der Vulau lastenden Berechtigungen gegen Geldentschädigungen abgelöst.

Nach Hanau kamen ... 226 142 Mk.

und nach Niederrodenbach . 174 114 Mk. 23 Pfg.

zusammen 400 256 Mk. 23 Psg.

Wie ganz andere Waldformen und Bestandesbilder zei­gen jetzt die hiesigen Waldungen! Die regellose Plenter- und Mittelwaldwirtschaft, wo alle Altersklassen in vertikaler Gruppierung in bunter Mischung durch- und übereinander­stehen, ist schon seit langer Zeit durch eine planmäßige Schlagwirtschaft ersetzt worden, bei welcher sich die Alters- klasieu schematisch-horizontal aneinander reihen und die ge­

3. Kopfbedeckungen (auch die Hüte der Damen), Ueberkleider, Schirme und Stöcke sind abzulegen.

4. Zu spät kommende Theaterbesucher dürfen ihre Plätze nur dann sofort einnehmen, wenn es Eckplätze sind, an­derenfalls müsien sie bis zum Niedergang des Vorhanges in den Gängen warten. Ein Durchgehen durch die Zu­schauerreihen bei offener Szene ist nicht gestattet.

Bei Opern und Operetten werden mit Beginn der Ouvertüre alle Türen des Zuschauerraumes geschlosien. Der Eintritt ist den zu spät kommenden Theaterbesuchern erst nach Beendigung der Ouvertüre gestattet.

5. Es ist verboten, Hunde in das Theater mitzubringen.

6. Das Betreten der Bühne und der mit ihr in Verbin­dung stehenden Räume ist den Theaterbesuchern nicht gestattet.

7. Das Aufstellen von Stühlen in den Korridoren oder in den Gängen des Zuschauerraumes ist verboten.

8. Ein Anfasien der Beleuchtung, der Wasierkranen und sonstigen Löschvorrichtungen des Theaters ist den Thea­terbesuchern untersagt.

9. Der Aufenthalt im Theatergebäude zum Zwecke des Abholens von Theaterbesuchern ist nur in der Haupt­eingangshalle im Erdgeschoß gestattet.

10. Die Auffahrt der Fuhrwerke vor dem Stadttheater hat derartig zu erfolgen, daß die Fahrzeuge von der gelben Mauer her an den Seiteneingang zum Theater an der Bangertstraße an- und durch die Bangertstraße wieder abfahren.

Hanau den 12. September 1910.

Der Magistrat. Hild.

Wird hiermit zur öffentlichen Kenntnis gebracht. Hanau den 12. September 1910.

Der Magistrat.

Hild.

Gefundene ob verlorene Genenstonde re.

Gefunden: 1 gelbe Brosche (Herz, Anker und Kreuz), 1 AVT-Vuch (Fibel), 1 rotbraune Brieftasche mit Photo­graphie, 1 schwarzes Kinderportemonnaie mit 2.05 Mk., 1 rotbraunes Kinderportemonnaie mit 0.20 Mk., 1 Schlüssel­ring mit einem Schlüssel, 1 Patent-Hohlschlüssel, einige Meter grauen und braunen Futterstoff.

Verloren: 1 kleine runde goldene Brosche, 1 weißes wollenes Kinderjäckchen, 1 kleines Herrenportemonnaie mit 8283 Mk., 1 Rolle Zeichnungen (Klärbeckenanlagen), 1 Trauring (gez. Eugen Rimbach 16.2.98), 1 Perlen-Hand- ^äschchen.

schlossenen dichten Bestände wie mit der Schere abgeschnitten sich abheben.

Reste der früheren Wirtschaft sind jedoch noch vorhanden und bieten ästhetisch schöne Waldbilder.

Wir haben gesehen, wie verschiedene Verhältnisse, außer Boden und Klima auch geschichtliche Vorgänge, Servituten usw. auf die damalige Beschaffenheit unseres Waldgebietes von entscheidendem Einflüsse gewesen sind; die Ausscheidung der Waldungen nach Holzarten und Betriebsarten und die Vestandes-Verhältnisie konnten dabei nur ganz flüchtig be­rührt werden, und auch jetzt müssen wir uns nur auf die vorlommenden Waldbäume und Sträucher beschränken. Die sehr reiche übrige Pflanzenwelt unseres Gebietes kann nur kurz und nur, soweit sie auf den Wald Bezug hat, besprochen werden; dasselbe gilt auch für die Tierwelt, diese jedoch, soweit Wald und Jagd in Bettacht kommt.

Die Vestandesverhältnisie unseres Gebietes können als außerordentlich wechselnd und mannigfaltig bezeichnet wer­den und stehen dadurch im Gegensatz zu so manchem größe­rem Waldkomplexe mit einerlei Holzart und Wirtschafts­art. Die bestandbildenden Holzarten sind Kiefer, Eiche, Buche, auch Erle. Gruppen- und horstweise sowohl wie in Einzelmischung kommen jedoch auch die übrigen Holzarten, Esche, Ahorn, Birke, Linde, Ulme, Hainbuche, ferner Fichte, Lärche, Tanne und Weymouthskiefer vor, in jüngster Zeit an Ausländern: Douglastanne, Quercus rubra, Picea pun- gens, Chamaecyparis Lawsoniana u. a. Sämtliche Laub­hölzer und wohl auch die Kiefern sind urwüchsig, d. h. sie stammen von Baumgattungen gleicher Art früherer Jahr­hunderte ab, sind also aus natürlicher Verjüngung urwüchsi­ger Bestände hervorgegangen.

Fichte, Lärche und Weymouthskiefer und Ausländer sind erst viel später angebaut worden.

Die Eiche und zwar fast nur die Stieleiche, ^iwrcus pe- dunculata, war früher in den hiesigen Waldungen die her schende Holzart; sie nimmt jetzt noch zirka 600 Hektar, oder

Entlaufen: 1 gelber Pinscher m. Eeschl., 1 junges Huhn.

Hanau den 20. September 1910.

Politische RundTdfaa.

Zum Besuch Kaiser Wilhelms in Oesterreich-Ungarn. Die Wiener Abendpost schreibt: Nach einem kurzen Ausflug in die wildreichen Jagdgründe der ungarischen Tiefebene kommt Kaiser Wilhelm II., einer Eingebung seines Herzens folgend, hierher, um seinem erhabenen Verbündeten persön­lich seine Glückwünsche zur Vollendung des 80. Lebensjahres auszusprechen und ihm die Gefühle treuer, verehrungsvoller Freundschaft zu bezeugen. Mit aufrichtiger Freude begrüßt Wien den erlauchten Gast, den es in gleicher Weise als den erprobten Freund Seiner Majestät, wie als Schirmherrn des Friedens ehrt. Als getteuer Dolmetsch der Empfin­dungen aller Völker Oesterreichs wird die Bürgerschaft der Reichs-, Haupt- und Residenzstadt den Herrscher des ver- bünbeten Nachbarreiches durch einen warmen festlichen Em­pfang für die neuerliche sinnige Betätigung seiner bewähr­ten Freundschaft danken, deren weihevollste Bekundung im Jubeljahre ihres kaiserlichen Herrn die Stadtverttetung in lebensvollem Bilde für alle Zeiten hat festhalten lassen. Um so herzlicher wird der Willkommengruß der Wiener er­klingen, da er gleichzeitig dem Fürsten gilt, der seit langen Jahren in den Reihen der ruhmreichen österreichischen Armee steht und nun hier das Jubiläum seiner 25jährigen Oberstinhaberschaft eines tapferen Reiterregiments begehen wird.

Amtliches Ergebnis der Reichstagsersatzwahl in Frank­furt a. O. Abgegeben wurden 28 695 Stimmen. Davon er­hielten Schuhmachermeister Faber-Frankfurt (Soz.) 14 319, Geh. Archivrat Winter-Magdeburg (Natl.) 7754 und Ar­beitersekretär Dunkel (Kons.) 6595 Stimmen. Mithin ist Stichwahl zwischen Faber und Winter erforderlich, die auf den 26. September anberaumt worden ist.

Neue Forderungen der Christlich-Sozialen. Der kürzlich in Siegen i. W. stattgefundene Parteitag der christlich­sozialen Partei hat einstimmig folgende Resolution ange­nommen:In Erwägung, daß im Alkoholgenuß eine der Hauptgefahren für die Gesundheit, Sitte, Wehrkraft und Zukunft des deutschen Volkes zu erblicken ist, erklärt die christlich-soziale Partei es als eine ihrer Hauptaufgaben, die Aufklärung des Volkes über die Alkoholgefahren durch die christlich-soziale Presie, die christlich-sozialen Orts­gruppen und in den Parlamenten durch die christlich­sozialen Abgeordneten zu fördern und dafür einzutteten, daß von Reich, Staat und Gemeinden den alkoholgegne­rischen Vereinigungen auch finanzielle Unterstützung zu ^^^^^egg "g

rund 23 Prozent der Waldfläche der Oberförsterei Wolfgang ein, vorwiegend im Ueberschwemmungsgebiet der Kinzig, wo sie auf dem ihr zusagenden feuchten, lehmigen, tiefgrün- digen Sandboden einen vorzüglichen Wuchs zeigt. Als Mischholz tritt sie nur in den Vuchenbeständen auf, aber auch in den besseren Kiefernbeständen, in meist sehr alten Stämmen als stummen Zeugen vergangener Eichenherrlich­keit. Im Ueberschwemmungsgebiet der Kinzig sind die Eichen mit Hainbuchen, Ulmen, Eschen, Ahorn, Linden, Aspen mehr oder weniger stark gemischt mit einem Unter­stände von Hainbuche, Linde, Hasel, Schwarzdorn, Wach­holder usw.

Die aus Saat oder Pflanzung hervorgegangenen jungen Bestände find künstlich mit Buchen unterbaut. (Es empfiehlt sich nicht, dem Eichenanbau eine größere Ausdehnung zu geben, sondern ihn nur auf die besten Standorte zu be­schränken, wo die Eiche in verhältnismäßig kurzer Zeit zu vorzüglichem Nutzholz heranwachsen kann.) Nördlich der Kinzig (Oberförsterei Hanau, Schutzbezirk Bruchköbel) ist die Eiche herrschende Holzart; auf diesem schon mehr der fruchtbaren Welterau angehörenden Boden nimmt sie rund 1422 Hektar oder 55,2 Prozent der Gesamtfläche ein. ârde man die Eichen der Mischbestände mit in Rechnung ziehen dann ergebe sich ein erheblich größerer Prozen satz ih $ e Ohne Zweifel war auch die Buche in unserm Gebiete früher stärker vertreten als jetzt, wo sie von der Krefer zu- rllckaedrängt wurde. Auf dem Höhenzuge Buchberg, Lehr» Kirchberg (bei Oberrodenbach) nimmt sie bestandbildend größere Flächen ein und ist mit gleichalterigen und älteren Eichen mehr oder weniger durchstellt; in den bei Groß- krotzenburg a. M. gelegenen Forstorten, auf ttefgründigem Diluviallehm, zeigt sie vorzüglichen Wuchs und ist mit der Eiche die Hauptholzart; in den Kiefernbeständen der besseren Bodenklassen ist sie als Misch- und Unterholz am häufigsten vorhanden; ihr Wuchs ist hier recht befriedigend. Sie nimmt