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AMÜMlvrmk um 8 erlag bet Buchdruck«, bei Berne.

General-Anzelgei

Amtliches Organ für Stadt- and Faudkreis Kanan.

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Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn« und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

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Nr. 194 RrttnfrtedxinWuß Rr. 605.

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14 Seiten.

Amtliches.

Stadtkreis Fyanau. I Bekanntmachung

Arbeitsuchende in der Zeit vom 13. bis 19. August 1910:

1 Fabrikarbeiter, 2 Fahrburschen, 1 Monats frau, 1 Schuhmacher, 5 Tagelöhner.

Hanau den 19. August 1910. 18071

Städtische Arbeitsvermittelungsfteüe.

Gefundene und verlorene Gegenstände re.

Gefunden: 1 Sparkassenbuch für Elise Peter. Stehen geblieben: Vor dem Hauptpostamt 1 Fahr­rad Marke Iltis, Fabriknummer 128477, 1 desgl. bei Wirt Michael HerbertZur Mainluft" mit weißem Nummerschild, roter Buchstab, O und Nr. 6690. Verloren: 1 silbervergoldetes Kugelkollier. Hanau den 20. August 1910.

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Politische RundTd^au.

Die Gedenkfeiern bei Metz. Wie aus Metz ge­meldet wird, galt der Donnerstag, der letzte Tag der Ge­denkfeiern bei Metz, dem Andenken der wackeren Krieger, die bei Gravelotte und St. Privat für das Vaterland ihr Leben ließen. Die Feier begann um 9 Uhr vormittags am Jäger­denkmal in der Schlucht von Gravelotte. Daran schloß sich fine Gedenkfeier in der Gedenkhalle zu Gravelotte, wo Graf Häseler der Korpsführer und einzelner hervorragender Persönlichkeiten besonders gedachte. Es folgten dann mehrere kürzere Feiern, am König-Wilhelmstein bei Mogador, an den Denkmälern der 18. Division bei Verneville, des Alexander- regimeuls bei Amaniveiler, des Gardekorps und des 1. Garde­regiments bei St. Privat. Nach achtstündiger Wanderung war die Feier auf den Schlachtfeldern zu Ende. An den einzelnen Denkmälern wurden orientierende Vorträge über den Verlauf der Schlachten, u. a. auch vom Grafen Häseler, gehalten. AIs am Schluß der Feier der Vorsitzende der Vereinigung zur Schmückung und Erhaltung der Krieger­gräber und -Denkmäler Combrix dem Wunsche Ausdruck gab, Graf Häseler möge in 10 Jahren auch wieder so frisch und gesund wie heute der Feier vorstehen, erwiderte der 75 jähr. Generalfeldmarschall vergnügt:Dann bleibt mir wohl nichts anderes übrig, als Ihnen Lebewohl zu sagen bis auf Wieder­sehen in 10 Jahren." Abends 8/* Uhr formierten sich auf dem Theaterplatz in Metz 23 patriotische Vereine aus Metz und Umgegend mit ihren Fahnen und Lampions zu einer Schlußfeier und zogen mit sämtlichen Musikkorps der Gar­nison an der Spitze vor das Kaiier-Wilhelm-Denkmal, wo in Anwesenheit einer ungeheuren Menschenmenge ein Militär­konzert mit anschließendem Zapfenstreich den würdigen Ab­schluß der glänzend verlaufenen Gedenkfeierlichkeiten bildete. Ueber die Seeoffizierslaufbahrr berichtet die amt­licheBerl. Korresp." : Die vor einigen Jahren erlassene Bestimmung, daß gut beurteilten Leutnants zur See, die als Abiturienten in die Marine eingetreten sind, bei der Be­förderung zum Oberleutnant zur See durch Vorpatentierung ein Vorteil gewährt werden soll, wird in Kreisen, die mit Marineverhältnissen nicht näher vertraut sind, hinsichtlich ihres praktischen und tatsächlichen Effekts weit überschätzt. Infolgedessen scheint sich die Ansicht herausgebildet zu haben, daß Seekadetten, die als Primaner eintreten, nur sehr ge­ringe Aussichten für eine erfolgreiche Laufbahn hätten und gegenüber den gleichzeitig eintretenden Abiturienten unter allen Umständen zwei Jahre verlören. Deshalb ist darauf hinzuweisen, daß nach nie vor gut qualifizierte Primaner stets Aussicht auf Einstellung haben, und daß die etwaige Schädigung durch Vorpatentierung von Abiturienten be­deutend geringer ist, als vielfach angenommen wird, da ja nur die gut qualifizierten Abiturienten für eine solche in Frage kommen. Außerdem ist in der oben erwähnten Be­stimmung ausdrücklich vorgesehen, daß vorzüglich beurteilte Primaner ebenfalls vorpatentiert werden können. Diese hatten dann den gleichzeitig eingetretenen Abiturienten gegen­über noch den Vorteil jüngeren Lebensalters, wozu noch die günstigeren Beförderungsverhältnisse in der Marine kommen, di« besonders infolge des planmäßigen Ausbaues der Torpedo­

streitkräfte und des Unterseebootswesens auch jüngeren Offi- ^ zieren gute Aussicht für selbständige Stellungen bieten. Auch läßt die beabsichtigte Entsendung S. M. S.Gneisenau" in das Ausland darauf schließen, daß mit der durch das Flottengesetz vorgesehenen allmählichen Vermehrung der Aus­landschiffe der Anfang gemacht wird. Die Zahl der Aus« landkommandoS, zumal für jüngere Offiziere, würde sich da­durch erhöben.

Zwischen demVorwärts" und Rosa Luxem­burg besteht seit einiger Zeit eine kleine Fehde, weil das Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei die Massen­streikagitation der Genossin nach deren Meinung nicht ge­nügend unterstützt hat. Auf den letzten Angriff der Genossin Luxemburg in derLeipziger Volkszeitung" entgegnet der Vorwärts":Sie scheint fest entschlossen zu sein, um jeden Preis einen Skandal zu entfesseln, um zu verhindern, daß die badische Angelegenheit zum Mittelpunkt des Parteitages wird und nicht sie selbst. Sie gibt vor, eine sachliche Dis­kussion über die Taktik des Wahlrechtskampfes herbeiführen zu wollen. In Wahrheit steuert sie mit allen Mitteln auf das skrupelloseste darauf hin, den Parteitag zu einem wüsten Skandaltag zu gestalten. Damit will sie die Agitation zu den Reichstagswahlen einleiten, für die sie nur noch Ver­achtung übrig hat. Aber, sie hat zu früh losgeschlagen, die Parteigenossen wissen jetzt, woran sie sind, und werden da­für sorgen, daß der Skandal auf dem Parteitage keinen Boden findet".

Die spanische Regierung hat ihren Geschäftsträger beim Vatikan angewiesen, die Aufmerksamkeit des Heiligen Stuhles auf die Ausschreitungen zu lenken, welche einige Priester in ihren Predigten begehen, in denen sie die Volks- leidenschaflen entfachen und die Minister beleidigen.

Bei Ben Kämpfen um Schehba in Aura fielen 100 Drusen und 10 Soldaten. Die Drusen-Frauen nahmen an dem Gefecht Anteil. 2000 Soldaten trafen am Dili Cap ein. Das Kriegsministerium entsendet 20 Militärärzte nach Deutschland, wo sie während dreier Jahre an verschie­denen Hochschulen ihre Studien vollenden sollen.

Aus Persien. Zwischen dem Regenten und dem Kabinett hat eine Versöhnung stattgefunden. Der Regent bleibt auf dem Posten. In der Medschlis wurde ein Antrag eingebracht, Sattar Khan und Bagir Khan lebenslängliche Pensionen zu gewähren. Auf die neuerdings erfolgte Inter­pellation betreffend die Räumung des Landes von den russi­schen Truppen antwortete der Minister des Aeußern, Ruß­land beabsichtige, der persischen Regierung einige neue Be­dingungen zu stellen, die in Anbetracht der freundschaftlichen Gesinnungen Persien gegenüber wahrscheinlich nicht allzu­drückend sein werden.

Die Kretasrage.

Berlin, 19. August. DieNordd. Allg. Ztg." schreibt: Nach der Meldung eines Korrespondenzbureaus soll in den Kreisen der Pforte das Gerücht verbreitet sein, daß die Idee einer Konferenz zur Bestimmung einer autonomen Regierung auf Kreia wieder aufgetaucht und daß sogar die Kandidatur eines dänischen Prinzen aufgestellt worden sei. Hier ist davon nichts bekannt. Es ist auch nicht abzusehen, was eine derartige Konferenz sollte; sie könnte doch nur über eine Aenderung in der staatsrechtlichen Stellung Kretas beraten. Eine solche könnte aber nur dann zur Beratung gezogen werden, wenn der Eigentümer der Provinz d. h. die Türkei, den Antrag stellte. Dies dürfte kaum in ihrem Interesse liegen.

Athen, 19. August. Der Kreter Papamastorakis ver­zichtet auf seine Kandidatur zur griechischen Nationalversamm­lung, Pologeorgis soll noch zaudern, weil er die hellenische Nationalität besitzt. Die Antwort Venizelos, der sich auf der Rückreise von der Schweiz nach Athen befindet, ist noch nicht bekannt.

Athen, 19. August. Der kretensische Führer Kowduros hat den Konsuln in Canea angezeigt, daß er eine Kauditatur für die griechische Nationalversammlung unter allen Um­ständen ablehnen werde.

Hus aller Meli.

Folgenschwere Benzinexplosion. Der Verl. Lokalanzeiger meldet aus München: Der Drogist und der Hausdiener des Weberschen Kolonialwarengeschäftes in der Herzogspital­straße 23 wollten Benzin aus einem Glasballon abfüllen, der in einer Vorratskammer hinter dem Laden auf Petro- leumfäffern stand. BeimHerabnehmen ließen sie den Ba on fallen und die Gase zogen zu der durch eine Ra rtz von der Vorratskammer getrennten Waschküche sie sich an der offenen Feuerung entzündeten,^ .

und nun auch die Vorratskammer in Brand teuren, wo

sämtliches Petroleum, Benzin usw. explodierte. Die im Augenblick der Explosion im Treppenhaus weilende Haus­meisterin wurde getötet, außerdem ein junges Mädchen, das beim Waschen geholfen hatte. Beide wurden durch die Gewalt der Explosion an die Wand geworfen und erlitten tödliche Schädelbrüche. Der Drogist und der Hausdiener, die das Unglück verursacht hatten, rannten mit brennenden Kleidern auf die Straße, wo besonnene Paffanten sie sofort auf dem Boden wälzten und dieFlammen mit ihren Röcken erstickten. Beide haben jedoch lebensgefährliche Verletzun­gen erlitten, ebenso zwei Frauen, die noch im Waschhause zu tun hatten. Die meisten Bewohner des Hauses flüchteten nach der Explosionvor dem von unten heraufdrängenden Feuer und vor den giftigen Dämpfen über das Dach des eigenen Hauses und die Nachbardächer hinweg, während sich einige Frauen im Schreck in ihren Wohnungen einge­schloffen hatten, die durch die Feuerwehr aufgebrochen wer­den mußten. Das Feuer griff vom Laden aus in das erste Stockwerk des Hauses über, wo auch ein großes Tuchlager, in Gefahr kam. Hier konnte jedoch der Brand von der Feuerwehr abgedämmt werden.

Selbstmord. Der Rektor Caß in Gera entleibte sich, an­geblich in geistiger Umnachtung.

Ein' Drama im Eisenbahnzuge. Dem Berliner Lokalanz wird telegraphiert: Leuten, die sich zufällig in der Nähe aufhielten, bot sich gestern bei der Vorüberfahrt eines Schnellzuges auf der London und Northwestern-Vahn ein sehr aufregendes Schauspiel. Plötzlich öffnete sich eine Cou peetüre. Man gewahrte ein Durcheinanders von ringenden Männern, und dann sah man, wie einer mit dem Kopf nack unten aus der Türe hing, während ein andererihn nur nock an einem Beine festhielt; ein dritter Mann wieder halt« den Leib des zweiten umklammert, und mit einer Geschwirr digkeit von 80 Kilometer die Stunde sauste der Zug dahin Durch die schreckvollen Gebärden einiger Paffanten veran laßt, hielt endlich der Lokomotivführer an, aber der Mann der eben noch aus der Türe hing, war jetzt gefallen. Er lag eine blutige Masse, neben dem Geleise. Die übrigen In fassen des Coupees erklärten, sie seien Wärter in einet Jrenanstalt und mit dem Transport eines Kranken be schäftigt gewesen, als dieser plötzlich die Türe öffnete, um zu entspringen. Dabei hätte ihn einer der Wärter eben nock am Beine gefaßt, mußte ihn aber schließlich fahren lassen um nicht selbst zu stürzen.

Selbstmord eines Millionärs. In einem Hotel der Rm Verton in Paris hat sich vor einigen Tagen ein Mann er- schaffen, deffen Leich erst jetzt rekognosziert werden konnte Der Selbstmörder ist, wie der Preßtelegraph meldet, bei mehrfache Millionär Geraldo Sartis aus Argentinien, bei sich in Paris zur Erholung befand. Die Ursache des Selbü, mordes soll ein neurasthenisches Leiden sein.

Hâs Ran au Stadt und Tand.

Aaira«, 20. August.

* Kirch enkollekte für das Diakoniffenhans jv Gaffel. Auch in diesem Jahre wird wieder am 13. p. Trin. also morgen, die dem Hessischen Diakoniffenhause vom Kgl Konsistorium bewilligte Kirchenkollekte erhoben. Alle sein» Schwestern dienen dem Hessenlande, es sendet keine von ihnen (mit einer seit 12 Jahren bestehenden Ausnahme über seine Grenzen hinaus; alle dargereichte Hilfe kommt darum dev Gebern selbst wieder zu gut. Das Hessische Diakonissenhauk hat im Bezirk Hanau-Gelnhausen Gemeindestationen in Altenhaßlau, Eschersheim, Fulda, Gelnhausen, Gersfeld, Hanau, Langenselbold, Meerholz, Ramholz, Schlüchtern, Steinau, Eterbfritz, Wächtersbach, Wehrda, Schwarzenfels, also 15 Stationen mit 20 Schwestern, deren Arbeit iw letzten Jahre 2024 Kranken und armen Familien durch 36 016 Pflegebesuche und 373 Nachtwachen diente. Ferne» arbeiten Schwestern unseres Hauses in den Krankenhäusern in Hanau, Diakonisfenheim, in Schlüchtern, Gelnhausen nn Steinau und 6 Kmderschwestern in den ^'nschulen w Fulda, Gersfeld, Langeulelbald, MW ®*Jn Wächter-bach linier 436 flinkern. Auch *« »K be> Scknvettern in 12 Jungfrauenvereinen mit 367 ^'tglreven ®,b un r 609 MW-, u m 10 »reinen ist eine recht nach, Xe nnb gesegnete. Iusqesamt bienen dem H-l ând jim .eil 302 Schwester» in 77 heMsch-u Gemeinden, I Krankem Lusern 11 Hospitälern, 36 Kleinkinderschulen, 5 Er- ziehungsanstalten, Siechenhaus, Kinderheilanstalt u. f. f. Ein unendliches Maß von Liebe und Treue, von gesegneten Dienen und geheiligter Arbeit für das Reich Gottes birg! sich in diesen Zahlen. Das Hessische Diakonisseuhaus bedars des bleibenden, regsten Interesses aller Gemeinden für fein« Arbeiten, und wir zweifeln nicht, daß auch die evana. Ge-