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General-Anzeiger
AMlichts Organ für Stadt- and FandKreis Kanan.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
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Nr. 193
fpernsprechanschlittz Nr. 605.
Freitag den 19. August
N«rnsprecha»schl«k Nr. 605
1910
Amtliches.
Stadtkreis Fjanau.
Unter den Schweinen des MilchführerS und Landwirts Schaffrath, hier Josefstraße Nr. 5, ist die Rotlaufseuche (Backsteinblattern) ausgebrochen.
Ueber das Gehöft wurde die Sperre verhängt.
Hanau den 18. August 1910.
Königliche Polizei-Direktion.
P 9464 I. Ä.: Dr. v. Waldow.
Eandhreis Hanau.
Der Bürgermeister Franz Otto Grün in Großauheim ist auf eine weitere zwölfjährige Amtsperiode als Bürgermeister gewählt und bestätigt worden.
Hanau den 17. August 1910.
Der Königliche Landral.
A3807 Frhr. Laur.
Handelsregister.
Eingetragen ist heute die Aktiengesellschaft in Firma: „Hanauer Kunstseidefabrik, Aktiengesellschaft" mit dem Sitze in Groß-Auheim.
Der Gesellschaftsvertrag ist am 30. April 1910 fest- gestellt.
Gegenstand deS Unternehmens ist:
1* der Erwerb der Aktiva der Hanauer Kunstseibefabrik, Gesellschaft mit beschränkter Haftung, .in Groß-Auheim sowie der Erwerb von Patenten, Erfindungen und Verbesserungen betreffend die Herstellung, Bearbeitung und Verarbeitung von Kunstseide, sowie von allen anderen industriellen Erfindungen oder Verfahren;
2 die Herstellung, Be- und Verarbeitung von künstlichem Roßhaar und Kunstseide;
3. der Erwerb oder die Pachtung bestehender und zukünftiger Fabriken, Betriebe und Unternehmungen, welche ganz oder teilweise ähnliche Zwecke, insbesondere die Fabrikation von Zelluloseprodukten verfolgen, sowie die Beteiligung an solchen Fabriken, Betrieben und Unternehmungen Dritter;
4. die Anlage und Errichtung von neuen Fabriken auf dem Gebiet der Zellulose oder verwandter Produkte, von Niederlaffungen, Zweig- und Untergesellschaften, Agenturen und Betrieben im In- und Auslande;
5. die Ausübung aller mit dem Zwecke der Gesellschaft zusammenhängenden chemischen, mechanischen, textilen und anderen Reben betriebe;
6. der Erwerb, die Verwertung und Veräußerung von Patenten, Lizenzen und Verfahren sowie die Beteiligung an solchen;
7. die Bebauung von Liegenschaften der Gesellschaft zu Fabriken und Wohnzwecken sowie der weitere Erwerb hierzu geeigneter Grundstücke.
Das Grundkapital beträgt 2 500 000 Mk. und ist eingeteilt in 1780 Aktien Serie A im Nennbeträge von je 1000 Mk. und 720 Aktien Serie B im Nennbeträge von je 1000 Mk., die Aktien Serie B stellen nur Vergütungen dar, welche für Patente und Patentanmeldungen den betreffenden Sacheinlegern gewährt werden. Sie nehmen deshalb erst am Gewinn der Gesellschaft teil, wenn daS in Höhe des Nennwertes dieser Aktien zu bildende Patentkonto der Eröffnungsbilanz auf 4O°/o herabgeschrieben worden ist. Die Aktien Serie B sollen auch im Falle einer Liquidation der Gesellschaft erst zur Befriedigung gelangen, wenn die Aktien Serie A befriedigt sind, solange nicht beide Aktien-Serien im Gewinn gleichgestellt sind.
Die Aktien lauten auf den Inhaber. Die Hanauer Kunstseidefabrik, Gesellschaft mit beschränkter Haftung, in Großauheim, bringt in die Aktiengesellschaft ein, und letztere übernimmt von der genannten Gesellschaft mit beschränkter Haftung, in Anrechnung auf das Grundkapital die dieser gehörige, in Großauheim gelegene Fabrik mit allen nach der überreichten Aufstellung vom 23. April 1910 ihr zustehenden Aktiven, insbesondere den Grundstücken, Patenten und Patentanmeldungen, sowie allen etwaigen Geheim- und sonstigen Verfahren, Erfahrungen und Fabrikationsmethoden.
Die Firma G e b r ü d e r U e b e l in Plauen bringt in die Aktiengesellschaft in Anrechnung auf das Grundkapital die ihr gehörigen, in dem überreichten Verzeichnisse im einzelnen genannten Kunstseidepatente bezw. Patentanmeldungen für Deutschland ein.
Die Hanauer Kunstseidefabrik, Gesellschaft mit beschränkter Haftung, erhält für ibr Einbringen 280 "Stück Aktien,
Serie A, im Nennbeträge von je 1000 Mk. und 470 Stück Aktien, Serie B, im Nennbeträge von je 1000 Mk.
Die genannte Gesellschaft erhält weiter für die AuSlandS- patente und Lizenzen noch die in Art. 26 des Statuts der Aktiengesellschaft vom 30. April 1910 näher bezeichnete Vergütung von 60 0/e.
Die Firma Gebrüder Uebel erhält für ihr Einbringen 250 Stück Aktien, Serie B, im Nennbeträge von je 1000 Mk.
Diese sämtlichen Aktien im Gesamtbeträge von 280 Stück Aktien, Serie A, und 720 Stück Aktien, Serie B, gelten als voll einbezahlt.
Der Vorstand der Aktiengesellschaft besteht aus einem, zwei oder mehreren, vom Aufsichtsrate zu ernennenden Mitgliedern. Falls der Vorstand nur aus einer Person besteht, so ist diese allein berechtigt, die Gesellschaft zu vertreten und die Firma zu zeichnen. Die die Gesellschaft verpflichtenden Urkunden und Erklärungen deS Vorstandes sind mit der Firma der Gesellschaft zu unterzeichnen.
Dem Chemiker Dr. W a l t e r V i e w e g in Hanau ist Prokura mit der Maßgabe erteilt, daß er berechtigt sein soll, in Gemeinschaft mit einem Vorstandsmitgliede die Firma der Gesellschaft zu zeichnen und die Gesellschaft zu vertreten.
Die Berufung der Generalversammlung erfolgt durch den Vorstand oder den Aufsichtsrat durch eine Bekanntmachung, welche so zu erlassen ist, daß zwischen dem Datum deS Der- sammlungStageS und dem der Bekanntmachung, beide Daten nicht mit eingerechnet, ein Zwischenraum von mindestens drei Wochen liegt.
Die in der Generalversammlung zu verhandelnden Gegenstände werden in der Berufung bekannt gemacht. Ein Beschluß der Generalversammlung kann auch dann gefaßt werden, wenn die Ankündigung der Tagesordnung mindestens eine Woche vor dem Ablauf der Hinterlegungsfrist und bei Beschlüssen, die eine größere als eine einfache Stimmenmehrheit erfordern, mindestens zwei Wochen vor dem Ablauf der Hinterlegungsfrist erfolgt.
Die Bekanntmachungen der Gesellschaft gelten als gehörig veröffentlicht, wenn sie in den Deutschen Reichsanzeiger eingerückt sind.
Die Gründer der Gesellschaft sind:
1. die Gesellschaft mit beschränkter Haftung in Firma „Hanauer Kunstseidefabrik Gesellschaft mit beschränkter Haftung" zu Groß-Auheim.
2. die offene Handelsgrse^schaft in Firma „Gebrüder Uebel" zu Plauen.
3. Bankier Siegmund Weis in Frankfurt am Main.
4. Kaufmann Karl Müller zu Hanau.
5. Fabrikant Jean Brüning zu Eindhoven (Holland).
6. Bankier Ludwig Hirschmann zu Frankflirt am Main.
7. Kaufmann Ernst Bechtel zu Hanau.
8. Kaufmann Walter Kraus» zu Leipzig.
9. Fabrikant Johannes Elster in Adorf i. B.
10. Kommerzienrat Adolph Herb st zu Triebes.
11. Fabrikant Robert Baum zu Meerane i. S.
12. Fabrikant Moritz Hendel jr. zu Oelsnitz i. V.
13. Fabrikant Paul Julius Meißner zu Leipzig. Die Gründer haben die sämtlichen Aktien übernommen. Der Vorstand besteht aus:
1. dem Kaufmann Walter Schwartner zu Groß- Auheim.
2. dem Kaufmann Ernst Bechtel zu Hanau.
Jedes dieser Vorstandsmitglieder ist berechtigt, in Gemeinschaft mit einem anderen Vorstandsmitglied oder einem Prokuristen die Firma der Gesellschaft zu zeichnen und die Gesellschaft zu vertreten.
Die Mitglieder des Aufsichtsrates sind:
1. Kommerzienrat Heinrich Brüning in Hanau.
2. Rechtsanwalt Ad olf Berlizheimer in Frankfurt am Main.
3. Bankier Louis Stern in Frankfurt am Main.
4. Bankier SiegmundWeis in Frankfurt am Main.
5. Kaufmann Karl Müller in Hanau.
6. Fabrikant Johann Elster in Adorf.
7. Kommerzienrat Adolph Herbst in Triebe».
8. Färbereibesitzer Arno Lincke in Crimmitschau.
9. Fabrikant Robert Baum in Meerane i. S.
10. Fabrikant Gottlieb Paul Leonhardt tn
Dresden. _
Von den bei der Anmeldung eingeretdifen Schnfts " insbesondere dem Prüfungsberichte des ^0^« iforen fann sichtsrates, sowie dem Prüfungsberichte de werden bei dem unterzeichneten Gericht Einsicht geil
Der Prüfungsbericht der Revisoren kann auch bei ber Handelskammer in Hanau eingesehen werden.
Hanau den 15. August 1910.
Königliches Amtsgericht 5.
Handelsregister.
Gesellschaft mit beschränkter Haftung in Firma: „Hanauer Kunstseidefabrik, Gesellschaft mit beschränkter Haftung," mit dem Sitze in Großauheim.
Durch Beschluß der Generalversammlung vom 21. Juni 1910 ist die Firma der Gesellschaft geändert in:
„Union, Kunstfäden-Gesellschaft
mit beschränkter Haftung" und ist der Sitz der Gesellschaft von Großauheim nach Hanau verlegt worden.
Der Kaufmann Walter Schwartner in Großauheim ist aus dem Amt als Geschäftsführer ausgeschieden. Hanau den 15. August 1910.
__ Königliches Amtsgericht 5. 17943
Gefundene und verlorene Genenstiinde re.
Gefunden: 1 Paar neue schwarze Damenhandschuhe, 1 goldenes Herz mit Kettchen, 1 silberner Damengürtel, 1 Jnvalidenkarte Nr. 5 für Elise Schüßler auS Altengronau. Liegen geblieben bei K. I. Cahn: 1 gelbes Damentäschchen; Empfangnahme auf dem Fundbureau.
Verloren: 1 Standlampe.
Hanau den 19. August 1910.
Politische Rundschau.
Höhere Schulen und Militärtangtichkeit. Die preußische Heeresverwaltung hat für eine Reihe von Jahren in ganz Deutschland umfangreiche statistische Erhebungen über die Frage angestellt, ob die Militärtauglichkeit der Zögling« an höheren Schulen im Niedergang begriffen ist. Obwohl die Bearbeitung de- hierbei gewonnenen Materials noch auS» steht, lassen sich doch aus den zahlenmäßigen Feststellungen manche Schlüsse ziehen, die für unser höhere? Schulwesen von Interesse sind. Zunächst darf als erwiesen angesehen werden, daß die Tauglichkeitsziffer der Militärpflichtigen mit der Berechtigung zum einjährigen Dienst gegenüber den anderen Militärpflichtigen keine ungünstige ist. Denn bei 50 650 Untersuchungen von Zöglingen höherer Lehranstalten ergaben . sich 67,4 v. H. als tauglich, während in dem gleichen Zeitraum von den sonstigen Gestellungspflichtigen nur 57,3 v. H. tauglich waren. Dieses Verhältnis würde sich noch erheblich günstiger für die höheren Schulen stellen, wenn nicht Augenfehler eine relativ große Zahl untauglich machten. Von den zum einjährigen Dienst Berechtigten wurden 10,3, von den übrigen aber nur 4,4 v. H. wegen unzureichender Sehkraft für untauglich erklärt. Hierbei ergaben sich große Unterschiede für die einzelnen Landesteile; denn die Ebene steht günstiger da als das Gebirge. Die größte Zahl der Kurzsichtigen fiel auf Bayern (in Preußen auf Schlesiens bit geringste auf Schleswig-Holstein. Auch die Krankheiten deS Herzens und der Lunge sind unter den zum einjährigen Dienst Berechtigten verhältnismäßig erheblich stärker vertreten als unter den übrigen Wehrpflichtigen. Die verschiedenen Schularten weisen jedenfalls regelmäßig wiederkehrend» Unterschiede inbezug auf die Tauglichkeit der Schüler auf. Die Gymnasien stehen schlechter inbezug auf die allgemeine Tauglichkeit und die Zahl der Lungenerkrankungen der Zöglinge als die Realschulen.
Norddeutsche Misstonsgesellschast. Nach dem Jahresbericht der Norddeutschen Misstonsgesellschaft kann diese auf ein Jahr mancherlei Segens zurückblicken. Zum erstenmal hat die Hahl der Getauften tausend überschritten. Nicht weniger als 1143 Taufen wurden vollzogen darunter 826 Heidentaufen, gegen 449 und 529 in den beiden o - jähren. Aus 8 Haupt. und 143 R-t>-ust°st°u-u standen am Schluffe des letzten 3«BreS 7635 tonfitn ''"b 6^7 ®*>'« in der Pflege der Mission, wahrend zu Ende 1902 auf Sau,*, und 41 Nebensta,tauen erst 2908 G.m-md.gst-d-, S 1487 Schäler a-z-d-t wurden. Auch d,e Entnahmen sind beträchtlich „'wachsen; sie -rr-tchten die HSH- von 284 920 Mk. und blieben nur um rund 5490 Mk. Hinter den Ausgaben ;urM. Allerdings lastet noch immer ein schweres Defizit auf der Norddeutschen Mission; auf 143331 Mk. ist es im Laufe der letzten Jahre gestiegen. Soll eS getilgt und die Jahreseinnahme auf die bei dem schnellen Wachstum des Misstonswerkes unbedingt erforderliche Höh, von 300 000 Mk. aebracht werden, so sind damit dem