•iartchuiglgelt^r l
Vez«g»prettr vi«Ehrüch 1,80 DL, monatlich 80 Wg., Rk «mS- ««tiM Mounent« «it da» betreffmben SDe^aufW«i. Die ftajdae Ihunm« k»M 10 VfG.
fbtetieelbnt# um 8 erleg da Buchdruck«- bei sali». * ScifotboujeS ta H«<m.
Gcnkl»!-Anzeiger
ANilichts Organ für MU- UN) Landkreis Kanan.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sann- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Die füaf gepaltem ödUyik »bet deren Raum R
82 &flo3iaii4il btt Aale iS w«
Nr. 192
tVmin>ted)Aiifd)litf; Nr. 605.
D»! iicrstiia dtii 18. August
I »,IIUIWW»»!^>»^MW— » tt»«,M>M»M»>», , »I « II ■■
**
Berertwetti. Erbest ein: G. Schrecker h $«««*.
Aerirsprechaitschlus; Nr. 605.
1910
«g^
Amtliches.
Eandkreis F)anau.
Wegen Vornahme von Walzarbeiten wird der Landweg von Eichen nach Heldenbergen auf dies- feittgem Gebiet für die Zeit vom 19. bis einfchl. den 25. d. Mts. für durchgehendes Fuhrwerk und für Kraftfahrzeuge überhaupt, polizeilich gesperrt.
Hanau den 18. August 1910.
Der Königliche Landrat.
Y 4832 Frhr. Laur.
In den Gemarkungen Eichen und Kilianstädten ist die Schweineseuche festgestellt worden.
Hanau den 17. August 1910.
Der Königliche Landrat.
Y4825 Frhr. Laur.
Politische Rundschau.
Ein Denkmal Kaiser Wilhelms in Mürwick. Kaiser Wilhelm II. ist ein Denkmal errichtet worden. In aller Stille wurde auf dem freien Platze vor der Marineschule in Mürwick bei Flensburg ein Denkmal des Kaisers enthüllt. Die auf einem zwei Meter hohen Sockel stehende Bronzestatue stellt den Kaiser als Großadmiral dar. Er steht, den Blick auf die Außenföhrde gerichtet, im rechten Arm hält er ein Fernglas, die Linke stützt sich auf den Degenknauf. Große Findlinge, durch schwere Ankerketten miteinander verbunden, umgeben daS Denkmal, das ein Geschenk der deutschen Werften bildet und die Widmung trägt: „Geschenk des Vereins deutscher Schiffswerften an die kaiserliche Marine 27. 1. 09".
Der Prinzregent von Bayern hat aus Anlaß des Abschlusses der Steuerreform, die in den nächsten Tagen im Gesetz- und Verordnungsblatt veröffentlicht wird, dem Finanz- minister v. Pfaff das Großkreur des Kronenordens verliehen. Außerdem erhielten eine Reihe weiterer hoher Beamter Auszeichnungen.
Eine sozialdemokratische Drohung. In Brüssel ragte kürzlich der internationale Bergarbeiter-Kongreß. Auf dem Kongresse kam es zu einer Aussprache über die Idee des Weltfriedens. Die britischen Kongreßteilnehmer hatten eine Resolution für den Weltfrieden eingebracht. Sämtliche Redner erklärten sich in leidenschaftlicher Weise für die Resolution, die denn auch unter jubelndem Beifall einstimmig angenommen wurde. Ern französischer Delegierter erklärte rund heraus, daß die internationale Arbeiterbewegung einen allgemeinen Streik proklamieren solle, wenn es zum Kriege komme. Etwas vorsichtiger in der Form drückte sich der
Der Wandertrieb der Bögel.
Von Professor Dr. K. F. Jordan.
Wie wir nach des Winters Beschwerden fröhlich aufatmen, wenn wir die ersten Schwalben, aus dem fernen Süden zurückkehrend, bemerken, da sie uns das sichere Nahen der schöneren Jahreszeit verkünden, so erfüllt holde Wehmut unser Herz, wenn wir am Ende des Sommers jene Segler der Lüfte oder die trauten Dorfbewohner: die Störche, die Wildgänse, die Kraniche und andere beschwingte Gäste unserer Heimat sich rüsten sehen, um wieder die Reise in jene Gebiete anzutreten, wo Sonne und Wärme und daher auch reichliche Nahrung ihnen entgegen- lacht.
Ein lies Geheimnis der Natur taucht vor uns auf, wenn wir uns die Frage vorlegen: Was treibt die Vögel zu ihrer weiten Wanderung? woher wissen sie, wohin sie sich zu wenden haben? und wie finden sie ihren Weg? — ein altes Geheimnis, das uns wie viele andere Einrichtungen der Schöpfung ein Rätsel bleibt, mögen wir auch mit Begriffen wie Trieb, Instinkt usw. den Versuch einer Lösung desselben machen; es sind im Grunde genommen doch nur Worte und weiter nichts; eine wahrhaft wissenschaftliche Erklärung geben sie nicht.
Nicht alle Vögel unserer Gegenden verlaßen beim Eintritt der kälteren Jahreszeit ihren Aufenthaltsort, sei es nun wegen der Abnahme der Temperatur oder der Nahrung oder wegen des Vrutgeschäfts, um wärmere Länder aufzusuchen; ein beträchtlicher Teil hält sich das ganze Jahr hindurch in einer und derselben Lokalität auf. Solche Vögel werden Standvögel genannt. Dahin gehören von Singvögeln vor allem unser Sperling und der Zaunkönig, die Raben und Elstern; von Raubvögeln der Steinadler und die Eulen; von den Hühnervögeln die Waldhühner und andere mehr.
Andere Vögel erweitern im Winter ihr Revier, worin
Deutsche Pokorny aus. Er beschränkte sich darauf, zu sagen, daß die deutschen Arbeiter auf dem Posten sein würden, wenn ein Krieg ausbrechen sollte. WaS unter dem „auf dem Posten sein" zu verstehen ist, liegt auf der Hand. Die Zuhörer erkannten es auch und quittierten durch stürmischen Beifall. — Das ist nicht das erste Mal, daß von sozialdemokratischer Seite mit einem Massenausstande für den Fall des Krieges gedroht wird. Auch internationale Vereinbarungen der sozialdemokratischen Arbeiter darüber sind in Aussicht gestellt worden. Solche Drohungen sind zunächst nichts als Worte; aber daß man überhaupt solche Worte zu machen wagt, ist bezeichnend für die Größe der Gefahr, die in der sozialdemokratischen Bewegung liegt.
Aus der Spiritusindustrie. Der Finanzminister hat dieser Tage folgende Verfügung erlassen: Die Kenntnis des Ausbeuteverhältniffes in den einzelnen Brennereien bildet, wie bisher, ein wichtiges Mittel, um annähernd festzustellen, ob der in den Verschlußbrennereien und in den auf die Mindestmenge abgefundenen Brennereien gewonnene Alkohol vollständig zur Versteuerung (in Meßuhrbrennereim, denen die Vorführung erlassen ist) oder Abfertigung gestellt ist. Das Ausbeuteverhältnis bietet die Grundlage für etwaige Nachforderungen an Verbrauchsabgabe und Betriebsauflage, wenn Branntwein vor der Abnahme burd) Zufall oder absichtliche Entnahme der Steuerkontrolle entgangen oder eine Störung im Gange der Meßuhr eingetreten ist. Außerdem wird bei künftigen Veranlagungen zum Kontingent, ähnlich wie nach der bisher gültig gewesenen Kontingentierungsordnung, zur Ermittlung der jährlich herstellbaren Alkoholmenge und des Kontingentsfußes das bisherige Ausbeuteverhältnis der etwa zum Vergleich heranzuziehenden Brennereien und der zu veranlagenden Brennerei von wesentlicher Bedeutung sein. So lange die Maischbottischsteuer erhoben wurde, bot der bemaischte Bottichraum eine geeignete Unterlage für die Berechnung des Ausbeuteverhältnisses, weil bei der Herstellung der Maischen und bei der Befüllung der Maischbottische ziemlich einheitlich verfahren wurde. Unter dem neuen Branntweinsteuergesetz bat der Brennereibesitzer keinen Vorteil mehr, wenn er im Verhältnis zum bemaischtrn Bottichraum hohe Ausbeuten erzielt. Infolgedessen werden neuerdings das Maischverfahren, das Verhältnis der verwendeten Rohstoffmengen zu den Maischmengen und die Art und Brennereien oft erheblich von einander abweichen. Dem aus dem bemaischten Bottichraum und der gewonnenen Alkoholmenge ermittelten Ausbeuteverhältnis wird daher die bisherige Bedeutung nicht mehr beigelegt werden können. Es erscheint deshalb zweckmäßig, die Durchschnittsausbeute künftig aus der Menge der verwendeten Rohstoffe, und zwar bei mehligen Stoffen unter Berücksichtigung des Stärkegehalts, zu berechnen. Bei der Bedeutung, die die Kenntnis des Ausbeuteverhältnisses als Kontrollmittel und auch in anderer Be- V'ehmg hat, emvfiehlt es sich, dies Verhältnis von Zeit zu
ste während Ler Fortpflanzungszeit sich aufhielten, um so mehr Aussicht auf ausreichende Nahrung zu haben. So die Meisen, die Spechte, die Drosseln, viele Finkenarten, die Haubenlerche u. a. Sie werden als Strichvögel bezeichnet. Doch ist die strenge Unterscheidung zwischen Stand- und Strichvögeln nicht leicht und einwandsfiei.
Zu den Zugvögeln, die im Herbste weite Strecken fortziehen, um dem warmen Süden zuzustreben, gehören außer den schon genannten (den Schwalben, Störchen, Wildgänsen und Kranichen) die meisten unserer Singvögel (so der Pirol, die Nachtigall, die Stare, die Dohlen und Krähen usw.) sowie unter den Klettervögeln der Kuckuck, der im Sommer mit seinem Rufe weithin die Wälder erfüllt, und viele andere.
In verschiedener Weise wird der Wanderflug seitens der Zugvögel ausgeführt. In großen, oftmals dicht gedrängten Haufen ziehen meist die Singvögel dahin, in schrägen Reihen fliegen die Gänse, in hakenförmig angeordnetem Zuge die Kraniche. Dabei find Schwimmvögel- und Sumpf- oder Watvögel noch dadurch zu unterscheiden, daß letztere ihre langen stelzenförmigen Beine nach hinten ausgestreckt halten, sodaß die Gestalt der Vögel ein Kreuz darstellt, während die Schwimmvögel ihre Beine an den Rumpf anziehen und daher eine dreieckige Form repräsentieren. Die Höhe des Fluges ist verschieden; die Störche schrauben sich meist so hoch in die Luft, daß man sie nur noch mit dem Fernrohr erkennen kann; die Schnepfen (auch zu den Watvögeln gehörig) streichen dicht über den Boden hin. Auch die Geschwindigkeit ist sehr ungleich und wechselt für eine Entfernung zwischen Berlin und der afrikanischen Küste von 6 Stunden (bei den Seglern, zu den Schreivögeln gehörig) bis zu mehr als 60 Stunden. .
Um schneller vorwärtszukommen und, da ihre zu dem Fluge übers mittelländische Meer ni 1’ S wücfen würde, lassen sich kleinere Vögel vielfach auf der Störche nieder und werden so transportier.
Zeit, vielleicht, bei jeder Branntweinabnahme, festzustellen und laufeude Anschreibungen darüber führen zu lassen, soweit dies, nicht etwa ohnehin schon geschieht.
Die staatserhaltende Macht der Bauern. In seinem Buche „Die Naturgeschichte des Volkes als Grundlage einer deutschen Sozialpolitik" schreibt W. H. Riehl: Es ruht eine unüberwindliche konservative (d. h. staatserhaltend«) Macht in der deutschen Nation, ein fester trotz alles Wechsels beharrender Kern, — und das sind unsere Bauern. Sie sind ein rechtes Originalstück, dazu kein anderes Volk ein Gegenbild aufstellen kann. Der Gebildete mag konservativ gesinnt sein aus Vernunftgründen, der Bauer ist es kraft seiner Sitte. In den sozialen Kämpfen unserer Tage hat der Bauer eine wichtigere Rolle gespielt als die meisten ahnen; denn er hat den natürlichen Damm gebildet gegen das Ueberfluten der französischen Revolutionslehren in die unteren Volksschichten. Nlir der träge Widerstand der Bauern hat im März 1848 die deutschen Throne gerettet. Man sagt, die Revolution sei vor den Thronen stehen geblieben ; dies ist nicht ganz richtig: die Bauern find vor den Thronen stehen geblieben. Eine konservative Politik, btt Bestand haben will in Deutschland, muß sich auf die Bauern stützen. Ein Ministerium, welches wahrhaft volkstümlich werden will, muß damit anfangen, bauerntümlich zu sein. Alle Maßregeln zur Sicherung des gesellschaftlichen Friedens, zur Kräftigung der Staatsgewalt hallen nur für den Augenblick wider, sofern ste nicht von dem Grundsatz auSgehen, daß der Bauer die konservative Macht im Staate sei, daß darum vor allen Dingen seine Wucht erhöht, seines Charakters Eigenart gefestigt, seine Bedürfnisse beachtet werden müssen. Er stellt das in Ueberfeinerung verschobene Gleichgewicht in der Gesellschaft wieder her; den Sozialismus kann man nicht mehr durch die Presse, nicht mehr durch Regierungsmaßregeln erfolgreich bekämpfen, man kann daS aber durch die Bauern, durch die Pflege ihrer zähen Sitte. In den Dauern kann der praktische Staatsmann die leibhaftige Geschichte gegen die Geschichtslosigkeit unserer gebildeten Jugend aufmarschieren lassen, die leibhaftige Wirklichkeit gegen die Ideale des Schreibtisches, das letzte Stück einer „Natur" gegen eine gemachte Welt; er kann in den Bauern die Macht der Gruppen und Massen wirken lasten gegen btt ins Endlose zerfahrene und persönlich verflachte gebildete Gesellschaft.
Konfessionelles Turnen. Auf der kürzlich in Braunschweig abgehaltenen Konferenz der Zentralstelle für Volkswohlfahrt verurteilte der Vertreter der deutschen Turnerschaft, LandeSturninspektor Schulrat Schmuck- Darmstadt, das konfessionelle Turnen in den Jugendvereinen mit folgenden trefflichen Worten: Die deutsche Turnerschaft weiß sich frei von allem konfessionellen Gezänk, sie möchte die Jugend auch frei davon erzogen sehen. Die deutsche Turnerschaft
Der günstigste Wind ist für die Zugvögel ein ihnen mäßig entgegenkommender, da er sie hebt und trägt. In der Flugrichtung wehende Winde bringen von hinten her das Gefieder in Unordnung und erschweren daher den Flug.
Zu wechselnden Zeiten machen sich die verschiedenen Vogelarten auf den Weg. Jede Art kennt ihre Zeit. Woher? und was bestimmt sie zum Aufbruch? — das sind Fragen, die wir nicht beantworten können. Denn die Temperatur allein kann hier nicht als Ursache in Betracht kommen, da sie sich ebenso wie die Abnahme der Nahrung in verschiedenen Jahren nicht immer zur selben Zeit gleich verhält.
Die Störche sammeln sich zunächst von einem oder mehreren benachbarten Dörfern aus auf einer Wiese, scheinen sich hier zu beraten und fliegen dann zu einem weiteren Sammelplatz, wo andere Züge Hinzustoßen. Unter der Führung älterer Tiere geht es dann nach dem südlichen Europa und auf drei Hauptstraßen über das Meer nach Afrika. Diese Straßen stellen den kürzesten Weg übers Master dar: für Westeuropa über die Meerenge von Gibraltar, für Mitteleuropa von Süditalien aus über Sizilien nach Tunis und für Osteuropa über Kleinasien und Cypern nach
Die jüngeren Vögel, welche den anhaltenden Flug übers Meer nicht zu leisten imstande sein würden, bleiben in S
öftren Weg finden die Zugvögel nicht mit Hilfe ihres scharfen Gesichts, denn viele fliegen des Nachts, andere sehr nahe über dem Boden, wieder andere zu hoch in der Luft, als daß sie sich genügend über den Verlauf ihrer Wanderung orientieren könnten. Das Ziel derselben vermögen sie ja so wie so nicht zu erblicken. Richten sie sich etwa nach dem Mittagsstande der Sonne? — Das ist aber für die nachts fliegenden ausgeschlossen.
Wenn von einem sie leitenden Instinkt gesprochen ist, so ist das doch. wie schon gesagt, nur ein Wort. das nichts er