Erstes Blatt.
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Erscheint täglich mit Ausnahme der Senn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
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Kr. 65
Aernsprechanschlns; Nr. 605*
grcitng den 18. März
tternfprechanfchlittz Nr. 605
1910
Vit ititivNwlln umfâM atzn LIIiftMtalMtti
16 Seiten.
Amtliches.
Stadtkreis Hanau.
Nachtragsstatut t«m Ortsstatnt betreffend die gewerbliche Fort' bildungsschnle zu Hanau.
Unter Zustimmung der Stadtverordnetenversammlung vom «ftltaÄrTSos "»rd k« S 1 d«s Orlèftalut« in [einem ersten Absatz nach Anhörung beteiligter Gewerbetreibender und Arbeiter wie folgt abgeändert:
Alle im Bezirk der Stadt Hanau nicht bloß vorüber» gehend beschäitigten, noch nicht 18 Jahre alten gewerblichen Arbeiter (Gesellen, Gehilfen, Lehrlinge, Fabrikarbeiter) der nachqenannten Berufszweige sind verpflichtet, die hierselbst errichtete öffentliche gewerbliche Fortbildungsschule an den von dem Magistrat festgesetzten Tagen und Stunden zu be- suchen und an dem Unterricht teilzunehmen.
Hanau den 11. März 1910.
Der Magistrat.
B od e.
6737
Zwangsversteigerung.
Im Wege der Zwangsvollstreckung sollen die in Hanau belegenen, im Grundbuche von da, Band 70 Blatt Nr. 8703 Abk. I unter Nr. 1 und 2 zur Zeit der Eintragung des Berste' gerungsvermerkes auf den Namen des Gastwirts Uranz Stützer in Brückenau (Stadt) eingetragenen Grundstücke:
Krtbl. L Parzelle 46 = 1 ar 67 qm) _ „ . „ , Krtdl. L Parzelle 47 = 39 qm / Langstraße Nr. 1
a) Wohnhaus mit Einfahrt, Abtritt (B) und Hofranm,
b) Querbau (A),
zu a) 1350 Mk. und zu b) 18 Mk. NutzungSwert, — Grundsteuermutierrolle Art. 2872 —
— Gebäudesteuerrolle Art. 440 —
am L April 1910, vormittags 10 Nhr, ^urch das unterzeichnete Gericht an der Gerichtsstelle, Markt- platz 18, Zimmer Nr. 14, versteigert werden. — 2 K 53/09. Hanau den 12. Januar 1910.
Königliches Amtsgericht 2. 6775
SiMÜfi M4 Nutzholz-Derkans. Königliche Ober- försterei Wolfe»«® bei Hanau a. M. Aus den Sckmtzbezirken Oberrovenbach, Niederroven-
Bom Offenbacher Jnterimsthcater.
Das Ende der Saison.
(Von unserem Korrespondenten.)
Die Winterspielzeit in unserem interimistischen Musen- tempel in der Kirchgasse, dem Saal« des evangelischen Ver- einshauses, wurde gestern mit dem vor drei Jahren am Wiener Hosburgtheater auS der Taufe gehobenen Lustspiel „Die große Gemeinde" der Eheblinden, wie man den Titel weiter ergänzen könnte, von Rudolf Lothar und Leo- pold Lipschütz beendet. Der ergänzte Titel besagt genug, wovon das Stück handelt, und es erübrigt sich auf seinen Inhalt näher einzugehen, zumal auch dies bereits an anderer Stells geschehen ist/ Um die Wiedergabe dieses modernen Lustspiels machten sich die Mitglieder deS Hanauer Stadt- theater-Ensembles infolge ihres flotten und gewandten Spiels recht verdient, und dem Publikum, das den Hauptdarstellern reichlichen und wohlverdienten Beifall spendete, schienen die kleinen Pikanterien, Zweideutigkeiten und komischen Situationen, die dem Stück einen gewissen Reiz verliehen, sichtbares Vergnügen und ehrliche Freude zu bereiten und mehrmals mußte sich zum Schluß der Vorhang heben und senken. In den stärker heroortretenden Rollen deS von Direktor Adalbert Steffter inszenierten Stückes zeichneten sich namentlich die Damen Alide Ballin (die Gemahlin des Bankiers Lordano), Margarete H a u s s i g (Baronin da Mincio), Nelly W a l l i ch 1 (deren Tochter) und die Herren OSkar Feigel (Staatssekretär Mariani), Wilhelm Hellmuth (Bankier Lordano), Paul Liebert (Professor Searpa) und Johannes Burau als Cesare Colonna aus. So stehen wir denn am Ende der diesmaligen Saison, wo ein kleiner Rückblick zeigt, daß Direktor Steffter seit der nunmehr vor drei Jahren erfolgten Schließung des alten Stadttheaters, in dem seit 1792 regelmäßia aefoieit wurde, und das in seiner ersten
bad), NeuwirtShaus soll das nachstehende Nutzholz im Wege des schriftlichen Angebots verkauft werden.
Eichen: 49 Stämme A 1.—3. Kl. (bis 77 Cm. Mitten- durchmeffer) gleich 86,93 Fm.; 117 Stämme B 1.-4. Kl. gleich 132,01 Fm. in 31 Losen.
Rotbuchen: 9 Stämme A 1. und B. 1.—4. Kl. (bis 90 Cm. Mittendurchmesser) gleich 10.63 Fm., in 2 Losen.
Hainbuchen: 139 Stämme B 3.-6. Kl. gleich 23,99 Fm. in 2 Losen. /
Erlen: 9 Rm. Nutzscheit 2. Kl. und 5,5 Rm. Nutzknüppel in 1 Los.
Kiefern: 335 Sägeblöcke 1.—3. Kl. gleich 627,85 Fm., in 32 Losen, 610 Stück Bauholz 1—3. Kl. gleich 723,80 Fm., in 28 Loken.
Kleine Berichtigungen der Maffe bleiben Vorbehalten. Die Hölzer sind größtenteils von vorzüglicher Beschaffen- heit. Die Angebot« sind schriftlich für 1 Am. bezw. 1 Rm., in Zahlen und in Buchstaben auSgedrückt, mit der Erklärung, daß Dieter den im hiesigen Bezirk für öffentliche Ho'zverkäufe maßgebenden Bedingungen sich unterwerfe, für jedes Los in gut verschlossenem, mit der Aufschrift ,Angebot für Nutzholz in der Oberförsterei Wolfgang" versehenem Umschlag bis zum Mittwoch den 6» April d. IS., abendS, einzureichen. Die Eröffnung der Gebote erfolgt in Gegenwart etwa erschienener Bieter am Donnerstag den 7. April d. IS., vormittags 10 Nhr, im Gasthause „Zn den drei Rindern" in Hanan a. M. Aufmaßlisten mit LoseinleUung können bet rechtzeitiger Bestellung gegen Erstattung der festgesetzten Schreibgebühren von dem Förstaufseher Schüler dahier bezogen werden. Für die Lose, auf welche der Zuschlag etwa nicht erteilt werden kann, findet im Anschlutz an den Süd- missioustermi» öffcutl. Meistbietende Versteigerung statt.
Näheres durch Forstmeister Fenner zu Forsthaus Wolfgang bei Hanau a. M., Post Niederrodenbach. 6763p
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Politische Rundschau.
Wieder ein Zwischenfall Oldenburg im Reichstage. Im Reichstage hat gestern bei der dritten Beratung deS Miliiärelats der Abg. v. Oldenburg, der, wie man weiß, wenn er polemisiert, in der Wahl seiner Ausdrücke nicht immer sehr glücklich ist, eine arge Lârmszene provoziert, die zu einem Skandal ausartete. Herr v. Oldenburg fragte den bayerischen Militär-bevollmächtigten, ob eS zutreffe, daß der bayerische Kriegsminister im bayerischen Landtage ihn beleidigt habe. Frhr. v. Gebsattel gab eine Erklärung ab, die dem Abg. v. Oldenburg genügte. Die Abgg. Dr. Müller-Meiningen, Haußmann und Noske kritisierten diesen Vorgang und veranlaßten dadurch Herrn von Oldenburg zu dem Vorwurf, sie hätten in persönlichen Dingen überhaupt keinen Ebrenstandpunkt. Und nun ge» schab eS, daß der amtierende Vizepräsident Dr. Spahn diese kraffe Beleidigung nicht sofort mit einem Ordnungsruf belegte, sondern sich dazu erst durch die Parteien der Linken
Blütezeit so leistungsfähig war, daß selbst bis Mitte deS vorigen Jahrhunderts Frankfurter Familien eS nicht verschmähten, es zu besuchen, eifrig und erfolgreich bemüht gewesen ist, das Theaterleben in Offenbach nach Möglichkeit zu heben.
Wer die Verhältnisse in Offenbach kennt, der wird ohne weiteres zugeben müssen, daß es mit den primitivsten Bühnen- Verhältnissen und den nur geringen zu Gebote stehenden Mitteln äußerst schwierig ist, eine nur einigermaßen abgerundete Vorstellung zu bewerkstelligen, aber Direktor Steffter hat auch in den meisten Fällen die Schwierigkeiten, die ihm entgegentraten, zu überwinden gesucht, sodaß er Stücke auf« führte, deren Wiedergabe man anfänglich für unmöglich hielt. Und bafür sind wir Direktor Sreffter Dank schuldig, der ihm auch ohne Zweifel von allen Theaterbesuchern gezollt wird. Ebenso verdienen auch die Mitglieder des Hanauer Ensembles ein Wort der Anerkennung, die es sich stets als ihre höchste Aufgabe machten, im Verein mit den übrigen Darstellern im Sinne ihres Direktors sich zu betätigen.
Albnmblâtter.
Beklage dich nicht auf deinem Pfad, Daß dir'S an Raum zum Handeln fehle;
Ein jeder Klang aus voller See!« Ist eine wirkungsvolle Tat. Geibel,
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Ernste Tätigkeit sehnt zuletzt immer mit dem Leben aus. * Jean Paul.
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Ein Wunsch, der still für und und andre fleht, Ein Seufzer, der dem Herzen leis' eutiveht, Den keine Lippe spricht, ist ein Gebet. Herder.
zwingen ließ. — Ueber die Vorgänge wird der morgen erscheinende Parlamentsbericht, der heute wegen Raummangel- zurückbleiben mußte, Näheres enthalten.
Weitere „Politische Rundschau" im zweite« Blatt.
Hus ßanau Stadt und Cand.
Hanau, 18. März.
Lcisciltliche Nhm her TtadtUrordnttell-VnsmwIUt vom 17. März 1910.
Anwesend die Herren : Vorsteher-Stellvertreter Schroeter^ Beyer, Birkner, Craß, Fischer, Franz, Dr. Hoffmann, Honsen, Kämmerer, Kehl, Kempf, Koburger, Dr. Küch, Loß» derger Müller, Ohl, Rouffelle, Salomon, Schreiber, Sommer, Spatz, Stephan, Stübing, Schwabe, Voltz, Dr. Wagner, Daurat Wohlfarth, Wolff und Wild.
Vom Magistrat: Oberbürgermeister Dr. Gebeschu« und Bürgermeister Hild.
Vor Eintritt in die Tagesordnung machte der Vorsitzende Mitteilung von der Amtsniederlegung der Herren Stadtver» ordneten Steinheuer und Jost. — Stadtverordneter Rousselle bemerkte hierauf persönlich, daß Stadtverordneter Salomon ihm in der lebten Sitzung den Vorwurf der Steuerhintertiebung gemacht habe. Er verliest eine im ^Hanauer Anzeiqerâ in Nr. 41 vom 18. Februar d. J. abgedruckte Erklärung, aus der hervorgeht, daß er in dieser Sache (Doppelbesteuerung) korrekt und richtig gehandelt hat und auch das Landgericht seinen Standpunkt durch die Aufhebung der Strafverfügung als den richtigen anerkannt habe. Gegen den ihm gegenüber gemachten Vorwurf müsse er daher aufs schärfste Verwahrung einlegen. Während her, Erwiderung Salomon», in der er bestreitet, Herrn Rouffelle den Vorwurf der Steuerhinterziehung gemacht zu haben, vielmehrannehme, daß dieser in gutem Glauben handelte, kommt eS zwischen Stadtv. Salomon und Dr. Hoffmann einerseits und Rouffelle andrerseits zu erregten Auseinandersetzungen, die damit endeten, daß Salomon wegen eine» gebrauchten beleidigenden Ausdruck» zur Ordnung gerufen wurde. Hiermit ist dir Sache erledigt. — Stadtv. Salomon bittet bei weiteren, zu erörtern, ob nicht die für dir geheime Sitzung vorgesehenen zwei Punkte: Höherlegung der Eisenbahn Wilhelmsbad— Hanau-Ost und Regelung der Löhne der ständigen städtischen Arbeiter, in die öffentliche Sitzung gehören. Beschloffen wurde in der sich anschließenden geheimen Sitzung, die erstere Frage geheim, di« zweit« dagegen in der heute (Freitag) stattfindenden Sitzung öffentlich zu behandeln. Hierauf wurde in die eigentliche Tagesordnung eingetreten. Zu Punkt 1,
Grundstücksaustausch mit dem Domänen- fiskus,
lautet der Beschluß bet Magistrats vom 7. September 1909: Die Annahme der Artikel 5'und 6 der Zusammenstellung
Sprachest des Allgemeinen Deutschen Sprachvereins.
Zwelgvereln Hana«, selten frisch.
Immer wieder muß vor der ganz unsinnigen Anwendung des Umstandswortes „selten" gewarnt werden. Da wurde kürzlich ein Bericht über einen plötzlichen Todesfall mit den Worten begonnen: „Gestern abend starb Herr N. Am N!argen seines Todestages war er selten frisch gewesen" — Atza, sagt man sich, kein Wunder, daß er nachher starb; aber baS stimmt nicht, denn es heißt weiter: „obwohl er in der Nacht vorher sehr wenig geschlafen hatte". Also liegt ein Gegensatz vor: trotz schlechten Schlafens war er „selten frisch", das soll heißen „frisch wie selten", heißt aber gar nicht so. sondern ist falsch und höchst irreführend. — In einem andern Nachruf stand: „Er war vor allem ein Mensch, ein selten wohltuender Mensch, ein christlicher Mensch." Ist das christlich, nur „selten" wohlzutun? — Oder eS steht geschrieben : „Dieses Unternehmen gibt selten gute Dividenden". Also werde ich mich hüten, mich daran zu beteiligen, denkt man. Liest man aber weiter, dann erfährt man, daß so hohe Gewinnanteile ausgezahlt wurden, wie man es selten erlebt. — Ein feiten schöner Stil ist keineswegs ein einzig schöner, sondern ein höchst minderwertiger, der nur hier und da einige Lichtblicke zeigt; ein selten reicher Ernteertrag ist etwas sehr Betrübliches, genau wie ein selten fleißiger Schüler und ein feiten wohltuender Eindruck. Auch die selten glückliche Ehe, von der man in mancher Todesanzeige liest, sollte doch eigentlich nicht so öffentlich erwähnt werden; der Anzeigende beleidigt ja den Toten wie sich selbst aufs seltsamste mit dieser Redensart. Wann werden wir solchen Tolbeiten seltener beaeanen-