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Erscheint täglich mit Ausnahme der Sann- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

verantmarü. Skedaktrur: S. Schrecke, in («ann.

Nr. 191 Mernsprechanschlub Nr. «05.

Amtliches.

Stadtkreis Hanau.

Bekanntmachung.

Am Donnerstag den 18. d. Mts., nachmittags 4 Uhr, findet im unteren Saale des Neustädter Rathauses, Zimmer 1, öffentliche Sitzung des Gewerbegerichts statt.

Hanau den 16. August 1910.

Der Vorsitzende des Gewerbegerichts.

Hild. 17865

Handelsregister.

Firma: Carl Söhnlein in Hanau.

Die Firma ist erloschen.

Hanau den 13. August 1910.

_________Königliches Amtsgericht 5. 17825

Gefundene und verlorene Gegenstände re.

Gefunden: 1 silberne Uhrkette, 1 Bügeleisen.

Verloren: 1 silberner Damengürtel, 1 goldenes Herz mit Kettchen, 1 Schlüsselring mit 2 Hausschlüsseln, 1 Vor­spannwage, 1 Brosche mit Photographie (auf dem Wege LangendiebachHanau).

Abhanden gekommen: 1 vierräderiger Handkarren.

Stehen geblieben bei Jean Bauer, Steinheimerstr.: 1 Sack Gurken.

Zugelaufen: 1 schwarzer Pinscher mit 4 weißen Pfoten und weißer Brust m. Geschl.

Entlaufen: 1 schwarzer deutscher Schäferhund m. Geschl., 1 wolfsfarbiger Schäferhund, auf den Namen »Lux" hörend.

Hanau den 17. August 1910.

Politische RundTtbau.

Zur Fleischteuerung erklärte das Vorstandsmitglied des Deutschen Fleischerverbandes Stadtv. Lamertz-Kâln einem Vertreter derPost" mit Bezug auf die Absicht Oesterreichs, ein Ausfuhrverbot für Schlachtvieh zu erlassen, daß eine solche Verfügung der österreichischen Regierung auch für West­deutschland von nachteiliger Wirkung sei, da ein größerer Mangel an Schlachtvieh eintreten würde, der eine Fleisch- teuerung zur notwendigen Folge habe. Lamertz versicherte, die jetzigen Zustände seien unhaltbar. Uebrigens würde dem­nächst eine dreigliedrige Abordnung von Vorstandsmitgliedern des Fleischerverbandes in einer Audienz beim Landwirtschafts- Minister dahin zu wirken suchen, daß die Tuberkulinimpfung aufhöre und dänisches, holländisches, sowie französisches Vieh

Aus dem Hnnshalte des Genies.

Von M. Krain.

(Nachdruck verboten.)

Jedermann kennt das Sprichwort, nach dem vor seinem Kammerdiener niemand ein großer Mann ist. Es soll be­sagen, daß auch der geistig Bedeutendste seine Schwächen be­sitzt, die, wenn sie auch dem Publikum verborgen sind, doch daheim, vor solchen Personen, vor denen er sich, wie der volkstümliche Ausdruck lautet,gehen läßt", hervortreten. Oft verdienen sie auch nicht einmal den Namen von Schwächen, es sind vielmehr Eigentümlichkeiten oder bizarre Gewohnheiten, die eng mit der Individualität des Betreffen­den verknüpft sind, und deren er sich nicht entäußern kann oder will, ohne die Resultate seines Schaffens zu schädigen; fast möchte man behaupten, daß sie um so wunderlicher, ja kindischer erscheinen, je größer die Persönlichkeit des Mannes ist, gerade als wollte sein Genie sich in törichtem Treiben einen Ausgleich suchen für die Arbeit, die ihm zugemutet wird. Freilich, zuweilen sieht solch Treiben auch nur kindisch aus, während es in Wahrheit ganz zweckentsprechend ist, was die, welche e§ beobachten, mit ihrem mangelnden Ver­ständnisse und konventionell alltäglichen Empfinden nicht zu beurteilen vermögen.

Dies trifft z. V. für eines der größten Künstlergenies der Neuzeit, Richard Wagner, zu. Wie oft ist der unsterbliche Meister nicht von Personen, denen jegliche Fähigkeit fehlte, ihn zu begreifen, wegen dieser oder jener seiner Handlungen verlacht worden l So hatte gelegentlich seines für ihn so trüben Wiener Aufenthalts, als seine Gläubiger ihm fort­während Exekutoren und Zahlungsbefehle auf den Hals schickten, die Hausbesorgerin in seinem Arbeitszimmer ein seltsames und kostbares Sofa gesehen, dessen einzelne Teile mit schillernden Seidenstoffen bezogen waren und sich durch Druck an einer Feder in wellenförmige Bewegung versetzen ließen. Häufig kamen junge Mädchen zu ihm, die sich der Länge nach mit der Brust auf die Polster legten, worauf auf die Feder gedrückt wurde, was wiederum zur Folge hatte, dich die Frauenköroer gleichsam zu schwimmen schienen. Der

Mittwoch den 17. August

unter den entsprechenden Seuchenvorschriften mit direkter Einführung in die öffentlichen Schlachthäuser eingeführt würde.

Englisch-deutsche Stiftung. DasBerl. Tage­blatt" meldet: Sir Ernest Cassel machte, um das Andenken des Königs Eduard zu ehren und dem deutschen Kaiser seine Verehrung auszudrücken, eine Stiftung, die englisch-deutschen Charakter tragen soll und für die vorläufig vier Millionen ausgeworfen sind. Es soll ein Fürsorgesystem geschaffen werden, das gleichzeitig minderbemittelten Engländern, die in Deutschland weilen und dort ihren Erwerb suchen, und Deutschen in England, die in gleicher Lage sich befinden, zu­gute kommen soll. Der König und die Königin, die Kö­nigin-Mutter von England, der deutsche Kaiser und Kaiserin sollen das Protektorat übernehmen.

Der Ausbau der kolonialen Selbstverwaltung in Deutsch-Südwcstafrika macht rasche Fortschritte. So ist, wie dieNeue pol. Korr." erfährt, die Anordnung des Reichskanzlers über die Schaffung kommunaler Verbände so­eben durch eine Verordnung des Gouvernements auch für die Wohnplätze Usabis und Tsumeb in Kraft gesetzt worden. Die beiden neuen Kommunen sind als Hauptpunkte der Otavi- bahn von besonderer Bedeutung.

Die deutschen Kriegergräber in Deutfch- füdwestafrika. Die Verwandten gefallener oder ver­storbener Schutztruppenangehöriger haben in letzter Zeit öfters Grabsteine oder anderen Schmuck für die Gräber der Gebliebenen aus Deutschland nach Südwestafrika gesandt. Wie derLokalanz." erfährt, ist dies künftig nicht mehr nötig, weil btt Truppen selbst alle Gräber ihrer Angehörigen mit Marmorsteinen oder gußeisernen Tafeln versehen. Die erforderlichen Steine sind bereits sämtlich fertiggestellt und die Tafeln aus Deutschland im Schutzgebiete angekommen. Die Aufstellung auf den Gräbern wird, soweit sie nicht bereits erfolgen konnte, in nächster Zeit vorgenommen werden.

Die Bulgaren von Koevruelue veranstalteten eine große Kundgebung gegen die geplante Bandenbewegung, wo­bei sie gegen die Sprache der bulgarischen Preffe Verwahrung einlegten. Die Bewegung im Bezirk Jstip flaut ab. Die Bevölkerung ist ruhiger und gibt ihren Widerstand gegen die Behörden auf. Die Situation wird danach allgemein als günstiger beurteilt.

Die chinesische Regierung sandte dem deutschen Kronprinzen ein Telegramm, in dem sie ihn willkommen heißt.

Kaiser Franz Josef I.

(Zu seinem 80. Geburtstage am 18. August.)

Kaiser Franz Josef I., der edle Herrscher des unS be­freundeten und verbündeten NachbarreichesOesterreich-Ungarn

Meister aber rannte, die Hände auf den Rücken gelegt, in seinem Sanktuarium umher, unverwandt den Blick auf sie gerichtet.Der verrückte Musiker bei unS da drinnen ist nun ganz verrückt geworden", erzählte die Hausbesorgerin den Nachbarinnen, und alle lachten, daß ihnen die Tränen aus den Augen rannen. Richard Wagner aber hatte sich die Szene mit den Rheintöchtern anschaulich machen wollen, indes er die Melodiken dazu ersann. Ein wenig komisch deucht uns eine Gewohnheit, die Ibsen beim Schreiben hatte. Auf seinem Schreibtisch befand sich eine Art von Jardiniere, in der ein kleiner Bär, ein Teufelchen, drei Katzen und mehrere Kaninchen aus Blech lagen, die er ab und zu heraus­nahm und miteinander spielen und kämpfen ließ. Sie stellten die Personen seiner Stücke vor, und bevor er eine Szene zu Papier brachte, führte er sie mit seinen Spielzeugtieren auf. Eine ähnliche Methode hatte auch Ponson du Terrail, nur verfolgte er etwas andere Zwecke dabei. In seinen Romanen starben immer sehr viele Personen, und da er fürchtete, zu vergessen, wenn wieder eine den Weg alles Irdischen gegangen war, so hatte er sich folgenden Trick ausgedacht. Uebèr seinem Schreibtisch spannte er horizontal einen Draht aus, an den er eine Anzahl Puppen hing, die mit den Namen der Personen seines Romans benannt waren; hatte nun eine das Zeitliche gesegnet, so nahm er sie herunter und warf sie beiseite. Trotz dieser Vorsicht soll es ihm wiederholt passiert sein, daß sich Unordnungen in seine Bücher einschlichen, indem er einmal vergaß, eine Puppe zu entfernen, und ein andermal eine falsche sortnahm.

Was nun die Mittel anbetrifft, die berühmte Männer anwenden, um die zum Schaffen nötige Stimmung zu haben, so sind sie sehr verschieden. Während viele den Alkohol bei der Arbeit meiden müssen, können andere ihn nicht ent­behren. So soll Gluck, wenn er komponierte, auf einer Seite eine große Flasche mit Wein und auf der anderen ein Käst­chen mit Tabak stehen gehabt haben. Dem Verfasser Kater Murr", dem Herrn Gerichtsrat ^ofi^an»1, 0 fpjn. das aber nicht, er bedurfte noch stärkerer Mut , ., Phantasie anzuregen. Er hatte sich ein ^^'j^ ^euielsfratzen tapezieren, mit Gerippen, Todenköpfenr unb dekoriren lassen nnb auf besondere Art Lan

Ferusprechauschlutz Nr. 605. 1910

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und treue Freund unseres Kaisers, begeht am 18. August seinen 80. Geburtstag. Die Wiener sagen, man sehe dem Kaiser seine Jahre nicht an. Das ist in der Tat der Fall. Wenige Männer desselben Alters besitzen dessen jugendlich« Erscheinung und Frische. Zwar ist die hohe, starke Stirn kahl, das ganz kurz gehaltene Haupthaar und der üppig« Vollbart weiß, aber von weitem macht der Kaiser den Ein­druck, als habe man es mit einem vorzeitig grau gewordenen Manne zu tun. Das bewirkte die körperliche Uebung von Jugend auf. Vorerst die militärische Laufbahn ; denn man kann von Kaiser Franz Josef sagen, daß er sie vom Leutnant an bis empor zum höchsten Range durchgemacht hat; sodann der Aufenthalt in freier Luft, im Sommer in Schönbrunn und Ischl und im Frühjahr und Herbst die Jagd auf den Alpen Niederösterreichs, Oberösterreichs imb Steiermarks, wo der Kaiser, ein eifriger Jäger, dem Weidwerke stets oblag und noch obliegt.

Viel Trübes hat der greise Herrscher erfahren und er­dulden müssen in seiner Familie und in der politischen Ent­wicklung seiner Länder.Mir bleibt aber auch gar nicht- erspart," so rief der Kaiser Franz Josef schmerzbewegt aus, als die Kunde kam, daß die Kaiserin Elisabeth am 10. Sep, tember 1898 in Genf dem Dolch eines anarchistischen Meuchel­mörders zum Opfer gefallen war. Schwere Schicsialsschläge waren schon vorangegangen. Sein ältester Bruder, der un­glückliche Kaiser Maximilian von Mexiko, war in Queretaro am 19. Juni 1867 von den Revolutionären stand­rechtlich erschossen. Dann kam das furchtbare Drama von Meyerling, das am 30. Januar 1889 den Kronprinzen Rudolf im 31. Lebensjahre dahinraffte. Kaiser Franz Josef ertrug diese persönlichen Schicksalsschläge mit ein ganzer Mann, er suchte und fand Trost in an­gestrengtester Arbeit, die ihm lindernden Balsam inS Herz träufelte. Er widmete sich mit hingebendem Eifer den Staatsgeschäften, er beweist auch jetzt noch, trotz seine- hohen Alters, eine bewundernswerte Energie und eine nimmerrastende Arbeitslust und Kraft, die alle, die mit ihm persönlich in Berührung kommen, zu höchster Anerkennung zwingt. Der greise Monarch versäumt, wenn nicht dringende Rücksichten auf seine Gesundheit ihn zwingen, keine seiner zahlreichen Herrscherpflichten, als militärisches und politisches Oberhaupt der Monarchie ist er stets auf dem Posten. Auch politisch hat Kaiser Franz Josef manchen Leidensweg wandeln müssen, bis sich an seinem Lebensabend die innere und äußere Lage der Monarchie freundlicher gestaltete.

Was uns Deutsche besonders innigen Anteil an dem Ge­burtstagsfeste deS Kaisers Franz Josef nehmen läßt, liegt, abgesehen von den Sympathien für die Persönlichkeit des greisen Herrschers, vorwiegend auf dem Gebiet« der aus­wärtigen Politik. Wir begrüßen in Oesterreichs Kaiser und Volk treue Freunde und Verbündete des Deutschen Reiches.

blauen und weißen Schleiern darin verteilt. Wenn die nun brannten und unheimliche Lichter auf die schauerliche Um­gebung warfen, betrank er sich, und in der so erzeugten Auf­regung schrieb er seine geistvoll spukhaften Erzählungen. Un­gezählte bedürfen auch starken Kaffees bei der Arbeit; so trank Lortzing stets, bevor er sich zum Komponieren nieder­setzte, mehrere große Tassen voll. Als Kuriosum will ich er­wähnen, daß Cimarosa, der Komponist derHeimlichen Ehe" nur inmitten einer lärmenden Menge zu komponieren ver­mochte. Er ging in ein öffentliches Lokal, in Gesellschaft, auf einen menschenbelebten Platz, ja sogar ins Theater, um zu arbeiten, und je lauter man um ihn herum lachte und schwatzte, desto rascher schrieb er seine Noten auf. Auch der Italiener Antonio Salieri benötigte der Menschen, um in Stimmung zu kommen. Er suchte, mit einem Heft und einem Bleistift versehen, Straßen und Plätze mit lebhaftem Verkehr afu, beobachtete dort die Leute, horchte auf das, was sie sprachen, und verwob das Erlauschte unmittelbar in sein Werk. Es wäre ja nicht so merkwürdig, wenn er sich nur Notizen zur späteren Verwertung gemacht hätte, aber nein, er brachte es direkt in seine Arbeit hinein oder lieh ihr wenigstens mit dem, was er gesehen und gehört hatte, die Färbung. Weiterhin wurden Beethovens musikalische'Ideen beim Spazierengehen geboren, doch entstanden sie mcht cy Einwirkung von außen her, sondern, wie eS , dem Einfluß rascher Bewegung. Hierauf laßt zum wmdes der Umstand schließen, daß er

rannte, keinen Bekannten, der ihm begegnete, erkannte ^n nicht merkte ob es regnete, schneite oder stürmte. ^em Musiker der Vergangenheit und Gegenwart aber hat sich wohl seine Inspirationen in der Weise geholt, wie der Mo- dernste der Modernen - Richard Strauß. Er belauscht nämlich das Orchester, wenn es die Instrumente stimmt, und empfängt dabei die außerordentlichsten Anregungen. Als er seinerzeit seinem Vater, einem tüchtigen Hornbläser, daS Manuskript mit seiner ersten Symphonie zeigte, soll dieser gesagt haben :Aber lieber Junge, diese Musik zu spielen, ist ja ganz unmöglich!" Worauf der Sohn erwiderte:Unmöglich? Warum? Aber lieber Vater, Du bläst ja jeden Abend, bevor das Orchester einlekt. so etwas AelmlicheS!" GewiL ist