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Gencral-Anzeiger
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tatlonsdruck und Verlag der Buchdruckerei des verein, eo. Waisenhaufe» in Hanau.
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Freitag dc» 16. Dczemlicr »«tnivttdinuwitft »«. 230
1910
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_____ 14 Seite».
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Rmlliches.
Eandkreis kjanau. I Beka»nt»i»chnttg.
Der Metzger Karl Wolf in Fechenheim beabsichtigt f dem in der dortigen Gemarkung belegenen Grund- cke des Landwirts Georg Philipp Vöff — nie P Nr. 374/119, an der Offenbacher Landstraße . 37 — ein Schlachthaus zu errichten.
Einwendungen gegen die Anlage, zu welcher Zeichngen und Beschreibung im Bureau des Kreisausschuffes, linstraße Nr. 10 hier, offen liegen, sind binnen 14 iigen, vom Tage des Erscheinens dieser Bekanntmachung gerechnet, schriftlich in 2 Ausfertigungen oder zu wtokoll hier anzubringen. Später eingehende Ein- cüche werden nicht berücksichtigt.
Zur mündlichen Erörterung der rechtzeitig erhobenen nwendungen wird Termin auf
-onnerstag den 5. Januar 1911, vormittags 10 Uhr,
das Bureau des Kreisausschuffes anberaumt. Die litereffenten werden hierzu mit dem Bemerken geladen, ß im Falle des Nichterscheinens des Antragstellers er der Widersprechenden gleichwohl mit der Erörterung c etwa erhobenen Einwendungen oorgegangen werden rd. A 5326
Hanau den 14. Dezember 1910. 28995
Der Vorsitzende des Kreisausschuffes.
F r h r. L a u r.
Gefunden auf dem Marktplatz am 10. Dezember: Schlüssel. Abzuholen auf dem Geschäftszimmer der rmenverwaltung. 28947 Hanau den 14. Dezember 1910. —------—---1__ zesilndcnc mid verlorene ©tflcnflnnbe re.
Gefunden: 1 Zwanzigmarkstück, 1 Schlüsselbund 1 Stück, davon 1 Aluminiumschlüssel).
Hanau den 16. Dezember 1910.
Politische Rundschau.
Der Kaiser nicht mehr portugiesischer Ehrenoberst. Der Kaiser bekleidete in der portugiesischen Armee, solange Portugal Königreich war, die Stellung eines Ehrenobersten des Kavallerieregiments Nr. 4. Diese Würde wurde ihm am 8. Oktober 1888, also kurz nach seinem Regierungsantritt, erliehen. In dem neuesten „Gothaischen Hofkalender" findet ch, worauf die „Weserzeitung" aufmerksam macht, diese Stellung nicht mehr unter den militärischen Würden des Kaisers vor. Man wird also annehmen müssen, daß der Kaiser darauf verzichtet hat.
Große Kavallerieaufklärungsübungen finden in diesen tagen in der Oberrheinebene im Bereich des 14. (badischen) Armeekorps statt. Die drei Kavalleriebrigaden der Stand- »rte Karlsruhe, Colmar und Mülhausen i. E. und das Lelegraphenbataillon Nr. 4 in Karlsruhe nehmen daran eil; ferner zur Darstellung von Heereskolonnen die Truppenteile der bis zu 200 Kilometer auseinanderliegen- )en Standorte Karlsruhe, Rastatt, Ettlingen, Lahr, Möllnheim, Schlettstadt, Colmar und Neubreisach.
General v. Liebert über Deutschlands Politik und Welthandel. Im Alldeutschen Verband in Berlin hielt am Mittwoch der allbekannte Parlamentarier Generalleutnant z. D. o. Liebert einen mehr als zweistündigen Vortrag, in dem er Deutschlands auswärtige Politik und seinen Welthandel besprach. Der ehemalige Gouverneur von Deutsch-Ostafrika vergleicht Deutschland mit einem „überheizten Dampfkessel, der vor der Explosion steht, wenn nicht irgendein Ventil gezogen wird." Liebert sieht wegen des gewaltigen Anwachsens der Vevölkerungsziffer und der wirtschaftlichen Interessen eine Expansion über kurz oder lang voraus und hält die Kriegsgefahr für näherliegend, als viele andere. Daß es aber für Deutschland keine Kriegsgefahr ist, ' sucht er durch eine Skizzierung der politischen und wirtschaft- - lichen Beziehungen des Reiches zu den Großmächten zu beweisen. Das Bündnis mit. Oesterreich - Ungarn wurde durch das unaufhaltsame Vordringen des Slaventums in Oesterreich schwer bedroht. Die deutsche Regierung könne sich in innerpolitische Angelegenheiten eines fremden Staates nicht einmischen, aber das deutsche Volk müsse in Oesterreich das deutsche Vereins-, Schul- und Kirchenwesen fördern. Italiens Bündnistreue aeaenüber dürfe man Hih
keinen Illusionen hingeben, da das Land nach Frankreich Hinneige und auch im Ernstfalle keine Truppen nach Norden abgeben könne, weil seine großen Städte eine offene Lage hätten. Mit Frankreichs Land und Leuten müsse jeder noch so national gesinnte Deutsche Sympathie haben, die aber leider nicht erwidert werde. Militärisch sei indessen von unserem westlichen Nachbar nichts zu befürchten. Von seinem Bundesgenoffen Rußland, der gegenwärtig seine Westgrenze systematisch entblöße, sei eine Kriegsgefahr nicht zu befürchten. Die Potsdamer Kaiserentrevue bedeute einen weiteren Erfolg der friedlichen Beziehungen. Dann kommt Redner auf England, sein Mißtrauen gegen den deutschen Handelsaufschwung und die deutschen Rüstungen. Entscheidend für die Flottenkraft sei nicht die Zahl, sondern der Typ der Schiffe, und da sei Deutschland im Dreadnoughttyp England ziemlich gewachsen, an Geschützqualität sogar überlegen. Die freundschaftlichen Beziehungen zu Amerika, von dem wir für 1262 Millionen Mark einführen, Deutschlands Fußfaffung in China und die ungetrübten Beziehungen zu Japan, Argentinien und Brasilien, die ja lediglich den Handel angingen, bildeten den Beschluß des gehaltvollen Vortrages.
Die Bekämpfung der Sozialdemokratie. Die Konservative Korrespondenz sieht sich veranlaßt, folgende parteiamtliche Note zu veröffentlichen: Der Reichskanzler und die Konservative Partei. Die Presse bemüht sich seit einigen Tagen, unter schlecht verhüllter persönlicher Zuspitzung gegen einzelne Mitglieder der Konservativen Partei, einen förmlichen Gegensatz zwischen der Konservativen Partei und dem Herrn Reichskanzler in Sachen der notwendigen Maßnahmen gegen die Sozialdemokratie zu konstruieren. Demgegenüber legen wir Wert darauf, in dieser Angelegenheit im Anschluß an einen Passus aus der gestrigen Rede des Herrn Reichstagsabgeordneten zu Putlitz den nachfolgenden Standpunkt der konservativen Fraktion des Reichstags darzulegen: Ohne uns in allen Einzelheiten mit dem Standpunkte der Reichsregierung gegen die Sozialdemokratie zu identifizieren, haben wir mit Genugtuung davon Kenntnis genommen, daß die Reichsleitung gegenüber dem immer stärkern Ansturm der Sozialdemokratie sich von ihrer Pflicht und ihrer Verantwortung bewußt ist, die Grundlagen unseres Staatswesens, unserer Gesellschaft und unserer Kultur wirksamer als bisher schützen zu müffen. Wir hatten nichts anderes erwartet und von seiten der Redner unserer Partei im. Reichstage ist etwas Abweichendes weder gesagt noch angedeutet worden. Wohl aber war und ist es unser Recht und unsere Pflicht, unter den obwaltenden Umständen der Reichsleitung ein „videant consuies“ zuzurufen, so daß die dagegen gerichtete Verwahrung des Herrn Reichskanzlers der sachlichen Berechtigung entbehrte.
Zur französischen Viehcinfuhr wird aus München gemeldet, daß im dortigen Schlachthof bei einem französischen Mastochsen die Maul- und Klauenseuche festgestellt wurde. Die weitere Einfuhr wird unter diesem Fall wahrscheinlich, zu leiden haben.
Hus aller Melt.
Ein bedauerliches Schiffsunglück.
Hamburg, 15. Dezbr. Heute wehen im Hamburger Hafen auf allen Schiffen die Flaggen Halbmast. Die vom Wolffjchen Telegraphen-Vurean gestern verbreitete Nachricht, daß Mannschaften und Passagiere des an der spanischen Küste in der Nacht von Sonntag auf Montag untergegangenen Hamburger Dampfers „Palermo" gerettet worden wären, hat sich leider nicht bewahrheitet. Es ist nämlich zu sicher, daß die 19 Mann der Besatzung, sowie die 5 Passagiere, also alle Menschen an Bord, ihren Tod in den Wellen gefunden haben. Die Passagiere sind Mitglieder der Familie Slomann, der alten Rederfamilie, die Eigentümerin des Dampfers ist. Sie wollten das Weihnachtsfest bei ihrer Stammfamilie in Hamburg verbringen. Genau vor einem Jahre ist ebenfalls ein großer Dampfer dieser Rederei, das Schiff „Capua", auf bisher unaufgeklärte Weise in den Wellen verschwunden.
Madrid, 15. Dezbr. Der Schiffbruch des Dampfers ..Palermo" fand unterhalb Corrubedo in der Nähe von Billa Garcia an einer gefährlichen Stelle statt, wo schon mehrfach Schiffbrüche vorgekommen sind. Die vom Meer ans Ufer geworfenen Waren werden von Zollwächtern und Gendarmen bewacht, um Plünderungen zu verhüten. Mehrere Dampfer sind nach der Unfallstelle abgegangen.
15 Jahre Zuchthaus für 24 Pfarreinbrüche.
Güstrow (Meckl.), 15. Dezbr. Wegen 24 schwerer Einbrüche in Pfarrhäusern in Mecklenburg, Holstein und Hannover batte lieb der berücktiate Einbrecher. Seemann Otto
Emiliens, geboren 1866 in Pleschen, vor der Strafkammer in Güstrow (Meckl.) zu verantworten. Der Angeklagte ist vielfach vorbestraft wegen Bettelns, Sachbeschädigung, Körperverletzung und Diebstahls, und hat bereits insgesamt 15 Jahre Zuchthaus verbüßt. Als er am 21. Februar d. I., nach Verbüßung einer 2^jährigen Zuchthausstrafe, aus dem Zuchthause Mewe entlassen wurde, hat er sich erfolglos um Arbeit bemüht und sich dann nach Hamburg begeben, von wo aus er vom März bis September d. I. Streifzüge nach Mecklenburg, Holstein und Hannover unternahm, dann immer wieder nach Hamburg zurückkehrte, um hier die Beute durchzubringen. Als der Angeklagte in der Nacht vom 4. zum 5. Dezember d. I. bei dem Pastor Habenicht in Eimke bei Uelzen einbrach, wurde er ebenfalls überrascht und nach heftiger Gegenwehr mit einem Stemmeisen, wobei er mehrere Messerstiche in Schulter und Arm davontrug, über» wältigt und verhaftet. Sämtliche Diebstähle des Angeklagten konnten noch gar nicht festgestellt werden. Die Strafkammer verurteilte den gefährlichen Einbrecher zu einer Gesamtstrafe von 15 Jahren Zuchthaus und 10 Jahren Ehrverlust
Kollission zweier Kriegsschiffe.
Kiel, 15. Dezbr. Als das Linien» und Artillerieschu!» schiff „Schwaben" gestern abend auf der Fahrt von stiel nach Sonderburg die Kieler Anßenföbrde passierte, stieß el in dichtem Nebel mit dem Linienschiff „Elsaß" zusammen. Der Zusammenstoß war durch Ausweichmanöver beider Linienschiffe etwas abgeschwäckt worden, aber doch sehr heftig. Soweit bis jetzt feststeht, sind auf dem Linienschiff „Elsaß* 2 Geschütze gebrochen und auch die Außenseiten des Schiffes sind erheblich beschädigt worden. Auch das Linienschiff „Schwaben" hat ähnlichen Schaden davongetragen und soll ebenso wie „Elsaß" oberhalb der Wasserlinie ein Leck haben. Die „Schwaben" ist sofort nach stiel zurückgekehrt, um ini Dock zu gehen.
Berlin, 15. Dezbr. Die Beschädigungen, die das Linienschiff „Schwaben" bei der bei dichtem Nebel erfolgten Kollission mit dem Linienschiff „Elsaß" erlitten hat, sind, wie jetzt bekannt wird, nur geringfügig und befinden sich ausschließlich an den Neberwasserteilen. Das Schiff ist auch im jetzigen Zustande völlig reisefähig. Der Schaden wird in einigen Tagen beseitigt sein.
Hus Hanau Stadt und Eand.
Hana«, 16 Dezember.
* Postdienstliches. Am Sonntag den 18. Dezember sind die Paketannahme- und Paketausgabeschalter des Hauptpostamts außer von 8—9 Uhr vormittags und von 12—1 Uhr mittags auch von 1—2 Uhr und 5—7 Uhr nachmittags geöffnet. In der angegebenen Zeit werden auch Einschreibbriefsendungen ohne Erhebung der besonderen Ein, lieferungsgebühr angenommen. Ferner findet an diesem Sonntag um 8 Uhr vormittags eine Ortspaketbestellung statt. Die Zweigpostanstalt bleibt an diesem Tage geschloffen.
* Kunstverein Hanau. Die Kunst-Ausstellung 1910 in den Räumen der Kgl. Zeichenakademie ist täglich geöffnet (vom 1. Dezember 1910 bis 5. Januar 1911) von 10—4 Uhr Eintritt für Mitglieder frei. — Für Fremde 50 Pfg. Verzeichnis an der Kaffe.
* Kunstverein. Wir machen auf die Ausgabe der Prä, mienblätter des Kunstvereins aufmerksam, welche nächsten Sonntag von 10—1 und 3—4 Uhr in der Königl. Zeichenakademie stattfindet. Jedes Mitglied oder deffen Vertreter darf sein Blatt selbst ziehen, doch müssen die Mitgliedskarten vorgelegt werden. Die bis 4 Uhr nicht abgeholten Blätter werden vom Vorstand ausgelost und können beim Hausmeister der Akademie abgeholt werden. — Von 1 Uhr ab ist der Eintrittspreis am nächsten Sonntag auf 25 Pfg. ermäßigt.
* Hanauer Tierschutzverein. Nächsten Sonntag den 18. d. Mts., mittags 11K Uhr, findet im „Hotel Riesen" der alljährliche Prämiierungsakt statt, zu dem die Mitglieder des Vereins wie auch alle Freunde der Tierschutzsache herzlich willkommen sind. Die Tagesordnung ist folgende: 1. Be- grützung der Gäste durch den Vorsitzenden; 2. Ehrung der geladenen Tierpfleger: Ansprache, Ueberreichung eines ent» sprechenden Diplomes und eines Geschenkes; 3. Kundgebung der Namen hervorragender Vogelschützer in unserem Kreis« und Verleihung einer Ehrenurkunde; 4. Vortrag über das Thema: „Tierschutz und Volkserziehung".
* Weihnachtsfeier des 1. Hanauer Fuffball-KlubS 1893 e. B. Am kommenden Sonntag findet in den Lokalitäten des „Hotel zur Post" die diesjährige Weihnachtsfeier des 1. Hanauer Fußball-Klubs 1893 e. P. statt. Mit. gliedern wie Gästen steht eme schöne Unterhaltung bevor, der Vergnügungsausschuß hat für Abwechselung bestens ge- sorgt. Auch die mittags hier spielende Germania-Mannschaft wird Galt der 63« sein. ffieniun her Feier ungefähr 6 Ufo