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krin Land hat eine allgemeine Umgestaltung erlebt, ohne daß es Kämpfe gekostet hätte. Auch China wird den Blut- preis zahlen müssen. Wann der Sturm loSbricht, ist nicht abzusehen; sorgen wir, daß wir nicht überrascht werden können. Man denke an Japan, daß sich, ehe es — wie man immer sagt — so leicht und schnell modernisiert wurde, erst durch Ströme von Blut hindurch kämpfen mußte.
Wolkenbrüche und Gewitterkotostrophen.
Die furchtbare Überschwemmung im Ahrtal.
Ahrweiler, 15. Juni. Nachdem das Ahrhochwasser langsam zurückgegangen ist, läßt sich erst erkennen, welch unermeßlich«? Unglück da? Hochwasser über das blühende Ahrtal gebracht hat. Einzeln« Dörfer sind völlig vernichtet. Die gahl ber vermißten Personen wird jetzt auf 200 angegeben. Die AufräumungSarbeiten am Bahnbau schreiten rasch vomn. Bis zum Dienstag sind 58 Leichen gelandet worden. Der Schaden wird auf drei Millionen geschätzt.
Köln, 15. Juni. Durch die eifrigen Arbeiten der in die Gebiete der Katastrophe entsandten Soldaten konnten bereits wieder einige Brücken dem Verkehr übergeben werden. Es wird Tag und Nacht an der Instandsetzung der Landwege gearbeitet, um bie von jedem Verkehr abgeschnittenen Dörfer mit den notwendigen Lebensmitteln versehen zu können. Genaue Angaben über die Zahl der umgekommenen Personen lassen sich noch nicht machen, da eS sich meistens um ausländische Eisenbahnarbeiter handelt.
Schreckliche Einzelheiten
werden von Augenzeugen mitgeteilt. So wurde die Leichs eines Manne? gefunden, der mit beiden Armen tote Kinder umschlungen hielt. Ein Ingenieur bemerkte sechs Arbeiter auf einem DlUhgi«bel. Di« Leut« schrieen furchtbar um Hilfe, doch war es unmöglich, ihnen Rettung zu bringen. Vor den Augen des Ingenieurs versank die Gruppe, als der Giebel an eine Felswand anstieß.
StaatSbeihilfrn für gefchävigte Winzer.
Der Minister deS Jnnem und der Landwirtschaftsminister haben beschlossen, eine aus ihren Ministerien zusammengesetzt« Kommission in die Weingebiete deS Rhein« und der Mosel zu entsenden, um die durch daS Unwetter der letzten Wochen verursachten Schäden festzustellen. Nach Maßgabe der Schäden sollen den be- triffenden Winzern StaatSbeihilfen zur Anlegung neuer Anpflanzungen, sowie eine Entschädigung für die ausgefallene Ernte gewährt werden. Bei dieser Gelegenheit will der Staat auch eine alte Schuld begleichen. Am 26. Mai 1908 gerieten infolge eines außerordentlich heftigen Wolkenbmches in der Nähe von Trier ganze Weinabhänge in Bewegung und stürzten zum großen Teil in die Mosel. Auch diese Schäden sollen jetzt festgestellt und durch Geldspenden nach Möglichkeit wieder gut gemacht werben.
Die Katastrophe im preutzischen Abgeordnetenhaus.
Berlin, 15. Juni. Im preußischen Abgeordnetenhaus ist ein Antrag EngelSmann (natl.) eingegangen, bie StaatS- regierung zu ersuchen, schleunigst Maßregeln in Aussicht zu nehmen, durch die den durch schwer« Naturereignisse ge» schädigten Bewohnern des Ahrtales staatlich« Unterstützung zuteil wird. Abg. Engelsmann begründet« seinen Antrag und bat um einstimmige Annahme desselben. D«r Minister des Innern erwiderte: Ein« genaue Untersuchung über den ganzen Umfang des Unglücks, daS mit elementarer Gewalt hereingebrochen ist, ließ sich noch nicht bewerkstelligen. Wenn sich herausstellt, daß Staatshilfa erforderlich ist, wird dieselbe selbstverständlich gewährt werden, und zwar in demselben Maße, wie es bisher ür ähnlichen Fällen geschehen ist. Sollte sich zeigen, daß sür die erste Notlage sich Hilfe als notwendig «rweist, so werden sofort bie Mittel bereitgestellt werden. (Beifall.) — Nachdem bie Redner sämtlicher Parteien den Bewohnern des AhrtaleS ihre lebhafte Teilnahm« ausgesprochen hatten, wurde der Antrag einstimmig angenommen.
Das Hochtvaster im bayerische» Ob erlaub.
Augsburg, 15. Juni. In Augsburg find über Nacht groß« Ueberschwemmungen eingetreten. Der Lech gleidjt einem reißenden Strom. Er. führt Bäume, Brückenleil« und Bahnschwellen mit und richtet groß« Verheerungen an. Er zeigt den höchsten Pegelstand ssit 40 Jahren. Nachts würd« die Feuerwehr requiriert. Jetzt besorgt Militär die Sicherungsmaßregeln. Von Schöngau wurde nach hier gemeldet, daß mehrere Personen ertrunken lind. In Oberammergau ist das Wasser nachts zurückgegangen, es steigt jetzt aber wieder. Der Regen dauert fort. Aus dem Allgäu wird berichtet, daß der Zugverkehr zwischen stellt" ^^ ""& Kempten, Sonthos«n und Oberstdorf ein-
Die Iller gleicht einem See und überflutet di« Brücken. In Kempten wurden die Häuser in der Altstadt geräumt. Die Iller steigt rapid weiter. — u 1 anhaltenden wolkenbruchartigen Regens ist auch die über die Ufer getreten. Dir Gegend südlich von pohemchwangau gleicht einem ungeheuren See. Dte Feuerwehren von Schwangau und Füssen sind zur Hilfeleistung ausgerückt. Man befürchtet eine Katastrophe, da es an- Dauernb regnet. Die Loisach riß fast alle Brücken fort. DaS HDcyroaffer ist größer als je zuvor. Für mehrere Häuser be- steht die Gefahr des Einsturzes. Der Bahnhof ist vom Orte aus nicht mehr erreichbar. Das König Ludwig-Denkmal ist
Verkehr ist nach fast allen Seiten abgeschnitten. die Loisachbrücken zerstört sind, wird die Verbindung aufrecht erhalten, an denen Lebensmittel Hin- Uderbefördert werden. DaS Elektrizitätswerk erlitt großen ,^r die nächst« Zeit bleibt der Ort ohne Licht. Der Verkehr nach München ist nur über Kochel möglich. Infolge des Regens, der seit 36 Stunden anhält, ist der m ^Ä^iark gestiegen und über die Ufer getreten. Die Bahnstrecke Lindau—Innsbruck ist an mehreren Stellen unter» brüten, $ie Bahnstrecke Lindau-Kempten ist gleichfalls m der Nahe von Jmmenstadt unterbrochen. Der Verkehr Lindau wird über Memmingen geleitet.
Lunchen, 15. Juni. Bei Weilheim wurden infolge des Hochwasser? 2000 Riesenstämme von einem Staattzlager ab» getrieben. Dre Münchener Pioniere rückten nach Dem H>och- iDafiergebiete ab. Auch eine StaatSkommission reiste dorthin, ^^n weitere Hiobsposten ein.
mi+i p $uni- ^^ hydrographische Bureau teilt nutiagS mit; übermäßig starker Regen hat von gestern aus heute noch das obere Ammertal (Linderhof) betroffen
âderung der Laas in Oberamurergau ist, da fort- * Gesellschaft ist gestern hier eingetroffen
Donnerstag
während Regen gemeldet wird, für heute kaum zu erwarten. Aus Garmisch und Mittenwald lauten die Nachrichten dahin, daß der Höchstpunkt der Flutwelle bereits überschritten ist. Auch der Mangfall ist schon wieder im Fallen. Dio Isar in München erreichte gestern nachts 11 Uhr ihren Höchststand und ist bis heute früh 10 Uhr um 50 Zentimeter gefallen. Iller und Lech wurden weniger betroffen, schwellen jedoch infolge des anhaltenden Regens ebenfalls an. Der Inn in Rosenheim steigt langsam. Die Donau wird rasch auf ihrer ganzen Länge steigen und kann insbesondere in der Strecke Dilshofen bis zur Landesgrenze eine beträchtliche Höhe erreichen. Am schwersten betroffen erscheint das obere Ammer- und das Lotsachgebiet. Das Hochwasser war hier höher als 1899, wahrscheinlich auch höher als die bisher als die höchsten bekannten. Voraussage: Das Hochwasser ist für alle südbayerischen Flüsse noch anhaltend, für die Donau und die mittelfränkischen Flüsse ist es in Sicht.
Weilheim, 15. Juni. Der Pollingerbach ist ausgetreten und überflutet die ganze untere, tiefer gelegene Stadt. Schon den ganzen Vormittag wurden die Einwohner aus den Häusern teils durch die Fenster herausgeschafft. Feuerwehr und Pioniere aus München leisten Hilfe. Die angerichtete Zerstörung ist sehr bedeutend. Die Eisenbahnsignalmasten und Telegraphenstangen wurden fortgespült und der Bahndamm vollständig weggeschwemmt. Das Wasser steigt noch immer. Die Häuser am unteren Graben stehen ganz unter Wasser.
Neubrandenburg, 15. Juni. Bei den schweren Gewittern, die über Mecklenburg niedergingen, schlug der Blitz auf dem Vorwerk Riepe, zu dem Rittergut Cammin bei Stargard in Mecklenburg gehörend, in das Viehhaus und äscherte es ein. 32 Stück Vieh kamen in den Flammen um.
Breslau, 15. Juni. Gestern nachmittag wurden nach einer Meldung der „Schlesischen Zeitung" in der Nähe von Herrenstadt 3 bei der Heuernte beschäftigte Frauen, die vor einem Gewitter unter einem Heuwagen Schutz gesucht hatten, vom Blitz erschlagen. Eine vierte Frau wurde schwer verletzt.
Furchtbare Unwetter in Norvtirol.
Innsbruck, 15. Juni. Heute früh trafen hier neue Hiobsposten über furchtbare Hochwasserschäden ein. In der Gegend um Reutte sind alle Wildbäche ausgetreten. Die Reichsstraße nach Lermoos ist an sieben Stellen unpassierbar. Die meisten Brücken sind zerstört. Bet vielen besteht Einsturzgefahr. Heute früh gingen von Innsbruck nach Lermoos 100 Soldaten zur Hilfeleistung ab. Der Lech ist um fünf Meter gestiegen und hat einen Teil der Regulierungsarbeiten zerstört. Feldkirch steht zu zwei Drittel unter Wasser, ebenso Bregenz. Am schrecklichsten scheint bas Unwetter wieder im Zillertal gewütet zu haben. Die austretenden Wildbäche zerstörten hier alles was ihnen im Weg« lag. — Die Amper überschwemmte die Bahngleiss zwischen Raisting und Weilheim, wo ein Durchbruch des Bahndammes droht. Der Verkehr Dießen-Weilheim ist eingestellt. Das Wasser ist noch im Steigen.
Patent-Erteilungen.
Nr. 223 761. Cprechmaschineu - Schalldose aus Holz, bei der die Membran von einer parallel zu ihr liegenden durchlochten Platte und einer ausgehöhlten offenen Kappe abgedeckt ist. Johann Veit in Hanau a. M., vom 14. Oktober 1909 ab. — V. 8824. Kl. 42g.
Nr. 223 811. Zähigkeitsmesser für Flüssigkeiten, bei dem der Zähigkeitsgrad der Flüssigkeit durch Beobachtung der Geschwindigkeit bestimmt wird, mit der eine Luftblase die Flüssigkeit durchstreicht. Anton BalduS in Frankfurt a. M., Eschenheimer Anlage 6, vom 5. Oktober 1909 ab. — B. 55 844. Kl. 421.
Nr. 223 758. Verfahren zur Darstellung wirksamer Tuberkulose - Jmmunsera. Farbwerke vorm. Meister Lucius L Brüning in Höchst a. M., vom 23. Juli 1909 ab. — F. 28 096. Kl. 30h.
Nr. 223 802. Selbsttätig wirkende Vorrichtung zur Entfernung der Verbrennuttgsrückstände bei Wanderrostfeuerungen. Franz Hof in Frankfurt a. M., Schleusenstraße 18, vom 16. November 1909 ab. — H. 48 7 25. Kl. 24g.
Nr. 222 037. Elektromagnetische Bandbremse mit einodermehrfacher Umschlingung des Bremsbandes. Felten & Guillcaume-Lahmeyer werke Akt. - Ges. in Frankfurt a. M., vom 17. März 1908 ab. — F. 25 174. Kl. 47c.
Nr. 223 492. Vorrichtung zum Befestigen und Auswechseln von Tragpatten an Hosenträgern. Samuel Immer- g u t in Frankfurt a. M., Allerheiligenstraße 85, vom 9. März 1909 ab. — I. 11 464. Kl. 3b.
Nr. 223 446, Kühlvorrichtung für Seifenplatten. Wilhelm Nivoir jun. in Offenbach a. M., Kaiserstraße 111, vom 17. Juni 1908 ab. — N. 26 544. Kl. 23f.
Nr. 223 682. Verfahren zur Herstellung von Reserven unter Schwefelfarbstoffen. Leopold Cassella & Co. G. m. b. H. in Frankfurt a. M., vom 7. August 1908 ab. — K. 38 365. Kl. 8n.
Nr. 223 773. Einrichtung an Resonanzrelais, bei welchen abgestimmte elastische Systeme bei Resonanz die Unterbrechung von Stromwegen herbeiführen. Hartmann & Braun Akt. - Ges. in Frankfurt o. M. - Bockenheim, vom 8. April 1909 ab. — H. 46 637. Kl. 74c.
Nr. 223 629. Schloß mit rotierendem Schlnffel^ylinder.
Carl August Müller in Witzenhausen, vom 9. Dezember 1909 ab. — M. 39 800. Kl. 68a.
Schiffsuachrichteu.
(Mitqeleilr von ^gem Wb. Treu sâ) - Hanau.)
Der Hamburger Dampfer „Hamburg" ist am 13. Juni wohlbehalten in New-?)ork eingetroffen.
Hamburg, 14. Juni. Der Dampfer „Dortmund" von der Hamburg - Amerika - Linie ist gestern in Havana und der Dampfer „Calabria" vorgestern in St. Thomm eingetroffen.
NsW-BoVZ, 15. Juni. Der Dampfer „Noardam' von dsr Niederländisch - Amerikanischen - Dampfschiffahrt
Gemeinnütziges.
Erfrischungsgetränke im Sommer. Wenn tm Winter vor dem Genuß alkoholischer Getränke, welcher Art sie auch seien, gewarnt werden muß, so muß diese Warnung im Sommer noch schärfer ausgesprochen werden, weil an heißen Tagen Bier, Wein oder gar Schnaps noch mehr den Körper erschlaffen und seine Widerstandsfähigkeit herabsetzen. Die Mißachtung dieser Tatsache haben mit schweren Störungen der Gesundheit, bisweilen sogar mit dem Leben jene Auswanderer nach unsern jungen Kolonien bezahlen müssen, die dort nicht der leidigen heimischen Sitte des Trinken? vov Bier und Wein zu entsagen vermochten; denn di« Trink, gewohnheit und wiederholte Trinkgelage sind unzweifelhaft eine der hauptsächlichsten Ursachen für die Malaria, diese verheerende Tropenkrankheit, und gewiß hätte mancher sich doi dieser Krankheit schützen können, wenn er besonders in bezug auf die alkoholischen Getränke verständiger gelebt und sich kluger Enthaltsamkeit befleißigt hätte. Dieses extreme Bei. spiel gibt uns unbedingt auch für unser Verhalten in bei Heimat während der heißen Tage des Sommers einen seht beachtenswerten Fingerzeig, und selbst durch das verhält- nismäßig alkoholarme Bier soll der sommerlich« Durst nicht gelöscht werden. Auf der andern Seite hat sich aber bii Industrie in einer nicht immer einwandfreien Weis« deS Strebens nach alkoholfreien Getränken bemächtigt, und vor allem werden mit mehr oder weniger tönender Reklame Brauselimonaden und angebliche Fruchtsäfte dem Publikum für einen Preis angeboten, der in gar keinem Verhältnis zu den Herstellungskosten steht und wo für die wenigen Pfennig« des Anlagekapitals der Konsument das zehn- bis zwanzig- fache bezahlen muß. Es ist daher Pflicht, auf dies«? Mißverhältnis hinzuweisen. Schon bie Natur zeigt uns. indem sie uns im Sommer Frücht« und Beeren in reicher Fülle bietet, auf welche Weise wir am besten das Durstgefühl beseitigen können. Doch Obst und Beeren sind nicht immer zur Hand, und an ihre Stelle können dann sehr wohl die säuerlichen Fruchtsäfte treten, bie vermischt mit Wasser die erquickendsten Sommergelränke darbieten. Leider halten sich diese Fruchtsäfte nicht lange und besonder? nicht in der Form von Dauerlimonaden, so daß I. König über die letztere« schreiben konnte: „Weil aber bie Fruchtsäfte wegen ihre? Gehaltes an Pektinstoffen die Limonaden leicht mißfarbig und trübe machen, außerdem in reinem Zustande verhältnismäßig teuer sind, so werden für diese Bereitung statt der Fruchtsäfte jetzt meistens Limonaden-Essenzen verwendet." Aus diesem Grunde hat man bie echten Fruchtsäfte durch Sirupe ergänzt und ersetzt, die aus aromatischen Frucht- essenzen^ der verschiedensten Art, einer kristallisierten reinen Fruchtsäure, einem unschädlichen Farbstoff und Zuckerlösung bestehen. Die Ersatz-Fruchtsäfte, wenn man so sagen darf, sind keineswegs al? Fälschungen aufzufassen und können den natürlichen durchau? gleichgeachtet werden. Nur sollte da? Publikum sich daran gewöhnen, dies« künstlichen Fruchtsäfte nicht mit teurem Geld« in fertigen Limonaden zu kaufen, sondern sollte die Sirupe selbst erwerben und dann beliebig sich daS Erfrischungsgetränk durch Zusatz von Selterswasser oder einfachem Wasser bereiten. Auch die Gastwirte sollten so verfahren. Wie man heute überall Kognak oder anders Schnäpse erhält, sollte man auch in einem kleinen Glase diesen oder jenen Fruchtsirvp, je nach dem Geschmack des einzelnen, mit einem Glase Wasser zum Verdünnen erhalten können, und sowohl der Wirt als der Gast würden sich dann besser stehen, als wenn für bie fertige Brauselimonade bet heutige unverhältnismäßig hohe Preis bezahlt wird. Neben Obst, echten Fruchtsäften und künstlichen Fruchtsirupen kommt der Zitrone eine hohe Bedeutung im Sommer zu, weil man sich mit ihrer Hilfe das Glas Zitronenlimonade stets frisch bereiten kann. Auch die Buttermilch soll nicht vergessen werden, und es würde gewiß vom gesundheitlichen Standpunkte aus empfehlenswerter sein, wenn statt der kleinen. Karren mit schlechtem Eis, die in den mittleren und größeren Städten an heißen Tagen durch die Straßen fahren und hauptsächlich die Kinder zu diesem recht zweifelhaften Ge- nuffe verführen, in Karren gut gekühlte Buttermilch als Erfrischung angeboten würde. Dr. M.
Auszüge aus dem Amtsblatt der Königlichen Regierung zu Cassel.
Gelnhausen. Zum Zwecke der Aufhebung der Gemeinschaft, die in Ansehung der in der Gemarkung Geln» Hausen belegenen, im Grundbuch« von Gelnhausen zur Zeit der Eintragung des VersteigerungsvermerkeS auf den Namen des Metzgers Jakob Schäfer (Jakobs Sohn) zu Gelnhausen zum ideellen */» und dessen Kinder bezw. Enkel: a) Su- sanna Katharine Menzler (Joh. Heinrichs Tochter) in Gelnhausen, b) Ehefrau des Georg Christian Reichert, Katharine, geb. Schäfer, zu Frankfurt a. M., c) Philipp Jakob Kögler (Philipps Sohn) zu Gelnhausen, d) Ehefrau des Postassistenten Karl Fusch, Marie, geb. S ch.â- fer, daselbst, e) Metzgers Friedrich Schäfer (Jakobs Sohn) daselbst, je zum ideellen V« eingetragenen Grundstücks besteht, soll dieses Grundstück am 22. Juli 1910, vormittags 10 Uhr, durch das Königliche Amtsgericht zu Gelnhausen — an der Gerichtsstelle — versteigetr werden.
Waldumrauschte Kirchentrümmer, Hoher Himmel schaut hinein, Und des Laubwalds golb’ner Schimmer Spielt auf moosbedecktem Stein.
Zwar verödet steh'n die Mauern
?U5 ein Denkmal trüber Zeit, Doch der Buchwald neigt in Trauern Drüberhin sein grünes Kleid.
Wundersame stille Stätte,
' ämm'runqsfrieden ringsumher; Wer den Himmel hier nicht hätte, fand' auf Erd' ihn nimmermehr.
nd daS tiefe Waldesrauschen
"Hngt wie Mahnruf und Gebet;
Wird das Herz in Andacht lauschen, Fühlt's des Himmels Majestät. e —ü.