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Erstes Blatt.

vezvgspees«:

Metteftöhrffch 1.80 IRL, monatlich 60 Pkg.. kür aus. Bärtige Abonnenten mtt dem betreff ^oftaufidjUg, Die einzelne Nummer lostet 10 Pfg.

Rotationsdruck und Verlag der Luckdruckerei de» verein, ev. Waisenhauses bi Hanau.

General-Anzeiger

Awlliihtg Organ für SUM« und Landkreis Zanan.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Eknrücksngsgeisthrt

Die 5gespaliene Petitzeile oder deren Raum 80 Pf^ im Rettamenteil bi« Zeil« 45 Pfg.

verantwort!. Rebafteur: 6. Schrecker tu Hanau,

^k. 268 ^er«kprechanschl«k Nr. 230.

Sir ilâNiMtk nmMt nkn Mlittrliiltiitlildl

14 Seiten.

Aurlliche?.

Eandkreis Ranau.

Mit Bezug auf meine Kreisblattbekanntmachung vom 3. d. M. V. 6354 betr. Sperrung des Landweges von Dörnig­heim bis Bahnhof Hochstadt-Dörnigheim wegen Umbau der Braubachbrücke, bringe ich hiermit zur öffentlichen Kennt­nis. daß die genannte Strecke vom 18. d. M. ab mit Fuhr­werken bis zu 20 Zentner Ladegewicht bezw. bis zu 40 Zentner Gesamtgewicht befahren werden kann. Für schwerere Fuhrwerke bleibt die obengenannte Strecke noch bis auf weiteres gesperrt.

Hanau den 15. November 1910. V. 6601

Der Königl. Landrat.

Frhr. Laur.

Sicnfhtndiriifitcu niis dem Kreise.

In der Gemarkung Marköbel ist die Schweineseuche erloschen.

Hanau den 14. November 1910. V. 6597

Landwirtilhaftlilher Kreismtin Smu.

Nächste Versammlung

den 19. d. M., nach-

mittags 2H Uhr, im Gasthaus zum gownen Löwen, hier.

Tagesordnung:

1. Geschäftliche Mitteilungen.

2. Vortrag des Herrn Professors Kleeberg aus Fried­berg über Düngungsversuche im allgemeinen und insbe­sondere über die Versuche und Erfolge auf den Lände­reien der Güter in Wickstadt und Niederflorstadt.

3. Mitteilung über das Ergebnis des diesjährigen Auf­triebes auf die hiesige Kreisjungviehweide.

4. Besprechung über den gemeinschaftlichen Bezug von Saathafer.

5. Sonstiges.

Die Herren Bürgermeister werden gebeten, die vor­stehende Bekanntmachung des landwirtschaftlichen Kreis­vereins in den Gemeinden in ortsüblicher Weise bekannt wachen zu lassen.

Hanau den 12. November 1910. 25033

Der Vorstand.

Gtsiiiidtnc und verlorene © hieltstiiubt re.

Gefunden: 1 Meßlatte, 1 Damenportemonnaie mit 1.10 Mark und einem Trauring (gez. I. M.), 5 Sperrsitz- Theaterkarten, 1 weißer Rosenkranz, 1 Quittungsbuch vom Verband der Fabrikarbeiter für Hugo Karl Wachmann, 1 weißer wollener Kinderhandschuh, 1 schwarzes Damen­portemonnaie mit 1.01 Mark und 2 Dons von Lostow.

Stehengeblieben bei Wiedersum Nachf.: 1 Da­menschirm mit kleinem weißen Metallgrift. Empfangnahme auf dem Fundbureau.

Verloren: 1 goldene Damenuhr, 2 gelbe Pferde­decken mit blauen Streifen, 1 Trauring (gez. F. Sch. 5.6.09), 1 schwarzer Damenpelz, 1 Damengürtel mit großer gelber Schnalle.

Zugelaufen: 1 weißer Foxterrier mit schwarzen Abzeichen, w. Geschl.

Hanau den 15. November 1910.

Politische Rundschau.

D" Kaiser in Kiel. Aus Kiel wird geschrieben: Der Kaiser trifft zur Vereidigung der Marinerekruten der Ost­seestation und der Hochseeflotte am 19. November, früh halb S Uhr, in Kiel mit Sonderzug ein und begibt sich sofort an Bord des FlottenflaggschiffesDeutschland", das ihm

^ie Zeit seines Aufenthaltes bei der Flotte als Wohn­schiff dient Nach der Rekrutenvereidigung nimmt der Kaiser bei den bei der Vereidigung beteiligten Offizier- korps im Offizierkasino das Frühstück ein und fährt dann zur Besichligung der Arbeiten zur Erweiterung des Kaiser Wilhelms-Kanals nach Holtenau. Am Sonntag hält der Kaiser an Bord der ..Deutschland" Gottesdienst ab und be­sichtigt den Linienschiffskreuzervon der Tann" sowie an­dere Heuhaufen. Der 21 November tu dem Besuche der

Ticiistag Den 15. Novemlicr i ^Xa <ii iwmm I I r

Marinestalion Flensburg-Mürwik gewidmet, wo nunmehr die offizielle Einweihung der neuen Marineschule erfolgt. An Bord derDeutschland", begleitet vom kleinen Kreuzer Hela" und dem DepeschenbootSleipner", tritt der Kaiser die Fahrt dorthin früh halb 7 Uhr von Kiel an. Beim Pastieren von Sonderburg begrüßen die bort liegenden Kriegsschiffe den Kaiser mit einem Salut von 21 Schuß, und gegen 10 Uhr geht das Kaisergeschwader bei Holnis am Eingang der Flensburger Innenförde vor Anker. An Bord desSleipner" begibt sich der Kaiser weiter nach Mürwik, wo er gegen 11 Uhr eintrifft. Nach der Einweihung und Besichtigung der Marineschule kehrt der Kaiser nach Kiel zurück. Abends 11 Uhr erfolgt mit Sonderzug die Rück­reise nach Berlin.

Die Kaiserspende der Marinekreise. DerKöln. Ztg." wird aus Berlin anscheinend offiziös gemeldet:In der Danziger Ztg." ist erzählt worden, daß man sich in dortigen Marinekreisen mit der Absicht trage, dem Kaiser zu seinem 25jährigen Regierungsjubiläum, das am 15. Juni 1913 ge­feiert werden wird, als freiwillige Spende des ganzen Volkes eine neue Kaiseryacht anzubieten. Die Herren, von denen dieser Gedanke ausgegangen ist, hätten richtiger ge­handelt, wenn sie, ehe sie mit ihrem Plane an die Oeffent- lichkeit traten, sich vergewissert hätten, wie der Kaiser über diese Anregung denkt. Nun wisten wir, daß dem Kaiser der Gedanke an die Annahme eines solchen Geschenkes voll­ständig fern liegt und wir können nach eingezogenen Er­kundigungen sagen, daß weder eine amtliche noch eine höfische Stelle mit der Aufwerfung dieses Planes in irgend

einer Weise in Verbindung steht."

Ein Kaiserwott. Durch den Militäroberpfarrer des Ear- dekorps, Dr. Leinz, erfolgte am Sonntag die Einführung des neuen Militäroberpfarrers des 5. und 6. Armeekorps, Dr. Joppen. In der Eröffnungsrede teilte Dr. Leinz n. a. mit, bei der Truppenvereidigung am Mittwoch habe er aus dem Munde des Kaisers das Wort vernommen:Ich wünsche, daß meine Soldaten täglich ihr Vaterunser beten."

Die Reise unseres Kronprinzen nach dem fernen Osten ist vom wirtschaftlichen und politischen Standpunkte aus von hervorragender Bedeutung: ihr, Einfluß auf das deutsche Wirtschaftsleben wird nicht ausbleiben. Das nächste Ziel, die Insel Ceylon, ist in besonderem Maße geeignet, Kennt- niffe über die Tropen zu vermitteln, nicht allein was die bpi&e Zone an Reichtum der Pflanzen- und Tierwelt in sich birgt, sondern auch, um zu zeigen, welch' große Reichtümer das Mutterland aus einer gut gelegenen und gut geleiteten Kolonie erzielen kann. Ceylon hat viele Wandlungen im Laufe der Jahrhunderte erlebt, nach den Portugiesen und Holländern sind seit nunmehr über 100 Jahren die Eng­länder im Besitz der Insel, die mit einem Flächeninhalt nicht größer als Holland und Belgien enorme Erträge an den Produtten des Plantagen- und Bergbaues liefert Gewürze mannigfacher Art, Pfeffer, Zimmet, Vanille, Kar­damom werden in hervorragender Qualität und den Welt­markt beeinflustender Menge produziert. Bedeutend sind die Kulturen in Kakao, Kokosnüsten und ganz besonders Kautschuk, was aber dem ganzen Leben der Insel seinen Inhalt gibt, das ist die Kultur des Teestrauches. Ein Kapi­tal von über 300 Millionen Mark dient der Teeproduktion und die gesamte jährliche Ernte beträgt mehr als 150 Mill. Pfund. Die Nachfrage ist noch stetig im Wachsen, da die vorzügliche Qualität des Teès den Verbrauch in immer weitere Kreise trägt Die Kultur des Teestrauches wird be­sonders in dem gebirgigen Innern gepflegt. In Höhen von 5 und 6000 Fuß über dem Meeresspiegel werden die besten Qualitäten geerntet. In unseren deutschen Kolonien macht der Plantagenbau stetig weitere Fortschritte, und es ist zu hoffen, daß, sofern das deutsche Kapital sich in größerem Maße als seither dort beteiligt, ein bedeutender Aufschwung der verschiedenartigsten Kulturen in kurzer Zeit hier ein- treten wird. Vielleicht gibt die Reise des Kronprinzen hier­zu den Anlaß.

Der Reichskanzler über die Eesetzessprache. Reichs­kanzler von Bethmann Hollweg hat dem Allgemeinen Deutschen Sprachverein, zu Händen seines Vorsitzenden ^" Sarrazin, seinen Dank für die Uebersendung der Fach­schrift übermittelt, die aus Anlaß der 25-Iahrfeicr des Vereins die deutsche Sprachbewegung des letzten ^Viertel- jahrhunderts aus der Feder von Prof. Dr. Dunker in den darstellt. Der Reichskanzler schreibt u. a.: »^" Be­friedigung darf der Verein auf seine vielseitige un . reute' Tätigten zuElè 5* ."J.^.S t itrebungen gern dadurch fördern, hab ch ^ ' . .. eine gute deutsche FaNung unserer Sesetze erntete. und rj hoffe, daß der Verein seine Mitwirkung für diesen 3®^ auch künilia nicht -»er>aoen roirh-

^eriifvredjrtiildHtiß Nr. 230

1910

Staatssekretar Dernburg, der am Montag nunmehr seine mehrmals verschobene Heimreise über Sibirien ange­treten hat, hat am Sonntag in Schanghai eine längere Rede gehalten, in der er demBerl. Tagebl." zufolge ein­leitend sagte:Der Vorsitzende hat vorhin auf meine Tättg- keit angespielt, die ich als Staatssekretär des Deutschen Reiches für die Kolonien ausgeübt habe. Ich darf vielleicht sagen, daß diese Tätigkeit jetzt weit hinter mir zurückliegt. Ich möchte mich hier bei Ihnen weit mehr als Kaufmann, denn als früberet Staatssekretär fühlen, und ich glaube, daß das, was mich zu Ihnen hinzieht, mehr auf die Eigen­schaft zurückzuführen ist, die ich 20 Jahre lang ausgeübt habe, als auf meine Tättgkeit als Staatssekretär."

Der frübere Reichstagsabgeordnete Schack scheint wieder hergestellt zu sein. Jedenfalls ist, wie dasBerl. XgbL* meldet, seine Beleidigungsklage gegen einen Königsberger Kaufmann, die er infolge feiner Erkrankung seinerseits verschieben ließ, jetzt auf den 6. Dezember angesetzt worden.

Der türkische Staatshaushalt. Das Budget des nächsten Finanzjahres weist an Einnahmen 28,613 Millionen Pfund zu 18,6 Mark, an Ausgaben 35 Millionen Pfund auf. Di« Einnahmen sind um 2,6 Millionen und die Ausgaben um 2 Millionen höher als im Vorjahre. Das Heeresbudget be­ziffert sich auf 9 Millionen Pfund. Das Marinebudget, das 1,4 Millionen Pfund beträgt, weist gegen das Vorjahr einen Rückgang um 226 005 Pfund auf. Die Begründung des Budgets rechtfertigt den Fehlbettag mit den Bedürfnisten für die Neugestaltung der Wehrmacht und aller Derwal- tungszweige, kündet ein neues Gesetz über die Gewerbe­steuer an und hebt hervor, daß die Nichtanwendung der vierprozentigen Zollerhöhung und der Gewerbesteuer aus Fremde die Türkei finanziellen Schwierigkeiten ausgesetzt habe. Falls die fortgesetzten Schritte, die Einwilligung der Mächte zu erreichen, erfolglos sein würden, werde die Türkei darauf verzichten. Die hauptsächlichste Schwierigkeit für die Zollerhöhung bilde die Klausel im Bagdadbahnverttag, wo­nach die Mehreinnahmen aus der Zollerhöhung als Ge­währ für den Bau der Bagdadbahn dienen sollen, eine Vor­schrift, in welche die am Bau nicht interessierten Mächte nicht einwilligen wollten. Die fortwährend steigenden Mehr­einnahmen der Dette publigue würden für den Bau der noch freien Strecke der Bagdadbahn ausreichen, so daß die Bahngesellschaft durch Verzicht auf die genannte Klause! nichts verlieren, der Türkei aber einen wichttgen Dienst leisten würde. Ferner wird ein neues Stempelgesetz, ein Pettoleummonopol, Beratungen über die Einführung eines Alkoholmonopols und eines Tabaksteuergesetzes angekündigt. Bei letzterem wird in der Begründung bemertt, daß sich die Verwaltung der Dette publigue gegen das Banderole- System, aber für das Monopol-System ausgesprochen hat. Das Finanzgesetz ermächtigt den Minister der öffentlichen Arbeiten, einen Vertrag über die Bewässerung Mesopota­miens abzuschließen.

Ein faftcher Dumaabgeordneter. Der rusiische Minister des Innern Stolypin hat in einem Schreiben an den Präsi­denten der Duma darauf aufmerksam gemacht, daß der kau­kasische Abgeordnete Tscheidse, ein einflußreicher Führer der Sozialdemottaten auf Grund faftcher Dokumente in die Duma gewählt worden sei.

PorlomentarilcheS.

mb. Die Reichsversicherungskommission setzte gestern nachmittag die zweite Lesung des Abschnittes über die ge­werbliche Unfallversicherung fort. Nach § 607 des Negi^ rungsentwurfs haben nur die ehelichen Kinder Anipruch auf die Unfall-Hinterbliebenen-Rente. Die Komminion hat in der ersten Lesung diesen Anspruch auch den ancbiliäen Kindern gegeben. In zweiter Lesung wurde bei Stimmen­gleichheit (das Zenttum stimmte geteilt) gegen die Linke die Regierungsvorlage wiederhergestellt. Die Kommistion hatte in erster Lesung in einem § 614 a einen Ausländer- paragraphen eingefügt und bestimmt, daß die Hinterblie­benen eines Ausländers, die zur Zeit des Unfalles nicht im Inland ihren gewöhnlichen Aufenthalt hatten, keinen Anspruch auf die Rente haben. Für bestimmte Grenzgebiete sowie bei internationaler Gegenseitigkeit find Ausnahmen zugelaffen. Die Regierung verlangte die Beseitigung dieses Kommiffionsbeschluffes unter Bezugnahme darauf, daß die Unfallversicherung an Stelle der Zahlpflicht getreten sei und der Ausländer auch im Zivilrecht nicht schlechter gestellt sei, als der Inländer. Die Kommission bestätigte aber mit 16 gegen 12 Stimmen, gegen Fortschrittler, Sozialdemokraten, Polen, während das Zentrum auch hier geteilt stimmte, den Beschluß erster Leiuns. 8 626 bestürmt daß nach Ab lau! von