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General-Anzeiger

Amtliches Organ für AM- m) Landkreis Kanan.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sann- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Die ffafgefratewe yttit-eik »der beten Rau« 98 ^ im Stâmenteü * 3* 45 Wg.

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Nr. 163 Ftrn,pr«chanschl«s> Rr. 605. Freitag den 15. Jllli F<r,ispr<ch»i,schl,ik Nr. 605. 1910

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Amtliches.

Landkreis F)anau.

Wegen Vornahme von Dampfivalzarbeiten wird der Landweg Nr. 22 von Großauheim nach Groß' kroßenburg von Station 6,7 bis 7,5 + " für die Zeit vom 14. bis einschl. 16. d. Mts. für Fuhrwerke von mehr als 20 Ztr. Ladegewicht, sowie für Kraftfahr- zeuge aller Art polizeilich gesperrt.

Hanau den 11. Juli 1910.

Der Königliche Landral.

J. V.: Dr. v. Waldow.

Stadtkreis F)anau.

Polizei-Verordnung betreffend die Aufsicht über Gast- und Schankwirtschaften mit Kellnerinnen im Stadtkreise Hanau.

Auf Grund der §§ 5 und 6 der Allerhöchsten Verord­nung über die Polizeiverwaltung in den neuerworbenen Landesteilen vom 20. September 1867 (G.»S. S. 1529) und der §§ 143 und 144 deS Gesetzes über die allgemeine Landesverwaltung (G.-S. S. 195) wird mit Zustimmung des Magistrats der Stadt Hanau für den Stadtkreis Hanau Nachstehende Polizei-Verordnung erlassen:

L

Der § 2 der Polizei-Verordnung betreffend die Aufsicht über Gast- und Schankwirtschaften mit Kellnerinnen im Stadtkreise Hanau erhält folgende Fassung:

§ 2.

Für Gast- und Schankwirtschaften mit weiblicher Be­dienung wird die Feierabendstunde (Polizeistunde) auf 11 Uhr abends festgesetzt. Sie tritt auch dann ein und ist zu hand­haben, wenn von diesem Zeitpunkt ab die Bedienung durch männliches Personal oder den Wirt oder seine Angehörigen oder Stellvertreter erfolgt.

Vor 7 Uhr morgens darf mit dem Schankbetrieb nicht begonnen werden.

Die Polizeibehörde ist befugt, die Feierabendstunde (Polizeistunde) für einzelne Schankbetriebe ausnahmsweise einzuschränken.

II.

Diese Polizei-Verordnung tritt mit dem Tage ihrer Ver­kündigung imHanauer Anzeiger" in Kraft.

Hanau den 12. Juli 1910.

Königliche Polizei-Direktion.

£ 7902 Frhr. Laur.

Bekanntmachung.

Der Holzhändler Konrad Fuß hier hat um Genehmi­gung zur Errichtung einer Halle an dem Stadtgraben, auf dem Grundstück L 192, Nürnbergerstraße 4, nachgesucht.

Die Pläne und sonstigen Unterlagen sind vom 16. Juli 1910 ab 2 Wochen lang im Rathaus, Zimmer 14, zur Einsicht ausgelegt.

Einwendungen sind innerhalb der Offenlegungszeit bei uns anzubringen.

Hanau den 12. Juli 1910.

Der Stadtausschuß des Stadtkreises Hanau.

Dr. Gebeschus. 15641

In das Handelsregister A Nr. 35 ist bei der Firma Emil Richard Brand in Bergen-Enkheim eingetragen worden : Die Firma ist erloschen.

Bergen b. Hanau den 12. Juli 1910.

Königliches Amtsgericht. 15639

politische Rundschau.

Eine Aenderung der Dienstbezeichnung der mittleren technischen Beamten der technischen In­stitute der Infanterie und Artillerie ist durch Allerhöchste Kabinetts-Ordre vom 14. Juni 1910 bestimmt worden: Es führen fortan die Bezeichnung: Betriebsobermeister die bis­herigen Obermeister, Betriebsmeister die bisherigen Meister, Betriebsmeister-Diatare die bisherigen Meister (außeretats­mäßig), Waffenoberrevisoren die bisherigen Ersten Revisions­Beamten und Revisoren. Konstruktions-Sekretäre die bish. Hilfskonstrukteure, Technische Sekretäre die bisherigen Kon­struktionszeichner. Das Büchsenmacher-Personal erhält in Zukunft folgende Dienstbezeichnung: Die Büchsen­macher Waffenmeister, die Zeughausbüchsenmacher =

Zeughaus-Waffenmeister, die Büchsenmacher-Unteroffiziere = Waffenmeister-Unteroffizier.

Abschiedsfeier. Anläßlich des Scheidens des bis­herigen Oberpräsidenten Frhrn. v. Schorlemer-Lieser hatte dir Rheinprovinz und die Stadt Koblenz gestern nachmittag ein Festmahl veranstaltet, an dem alle Regierungskreise der Rheinprovinz teilnahmen. Ferner der Kommandierende General des 8. Armeekorps v. Ploetz, mehrere Oberbürger­meister, Vertreter der städtischen, kirchlichen, militärischen

und Gemeindebehörden, die Vertreter des Handels, der In­dustrie und der Landwirtschaft. Bürgermeister Spiritus­

Bonn hob in der Festrede die Verdienste des Freiherrn v. Schorlemer als Präsident der Rheinprovinz hervor. Tief­bewegt dankte dieser und versicherte, er werde da», was er als Oberpräsident für wahr und richtig befunden habe, auch alS Staatsminister nicht versäumen. Er gebe di« Hoffnung nicht auf, daß dem deutschen und dem preußischen Volke durch die politischen, konfessionellen und wirtschaftlichen Gegensätze die Freude am Vaterland nicht verleidet werde.

Zur Frage der deutsch-englischen Wirtschafts­beziehungen. Auf zahlreiche Anfragen aus den Kreisen der Industrie und des Handels bezüglich der englisch-deutschen Wirtschaftsbeziehungen schreiben dieMitteilungen deS Hansa- Bundes" zur Frage der Gesamtausfuhr Deutschlands nach Großbritannien folgendes: Bei der ständigen Zunahme der gegenwärtig in England auf Einführung deS Schutzzolles gerichteten Bewegung ist es angebracht, einmal auf die enormen

Werte hinzuweisen, die hier für Deutschland in Frage stehen.

Deutschland hat im Jahre 1908 Waren (einschl. Edelmetalle) im Werte von 1008,5 Millionen Mark nach Großbritannien (ohne Kolonien) ausgeführt. Nachstehende Tabelle gibt eine

Uebersicht über die wichtigsten hierbei in den Waren r

Betracht k

ommen-

Zucker.....

143,7 MA. Mk.

Wollgewebe (Kleiderstoffe usw.) .

31 ,

V

Baumwollene Handschuhe

26,8 ,

. *

Dicht« Gewebe ....

26,5 ,

V

Luppeisen, Rohschienen usw.

22,7 ,

*

Hafer .....

20,3 ,

*

Spielzeug und Christbaumschmuck

17,7 ,

*

Anilin und andere Teer-Farbstoffe

17,3 ,

V

Oberleder für Schuhe usw. .

15,9 ,

»

Sattler- und Lederwaren .

14,6 ,

V

Posamentierwaren

18,6 ,

V

Baumwollene Gewebe, gefärbt, bedruckt

13- ,

*

Pelztierfelle ....

12,8 ,

*

Fahrradteile ....

12,7 ,

W

Kleider, Blusen, Schürzen für Frauen

und Mädchen . .

11,8 ,

V .

Zink, rohes ....

10,4 ,

V

Klaviere .

10,2

V

Stickereien ....

9,5 ,

IT

Baumwollene Spitzenstösse, Spitzen

7,5

»

Porzellan und ähnliche Waren

7,4 ,

*

Baumwollene Unterkleider .

7,2

V

Wirk- und Netzwaren

7,1

Man sieht also, welche ungeheure Bedeutung die Einführung

des englischen Schutzzolles für die deutsche Industrie haben

würde, und es gilt hier, wie bei allen zollpolitischen Ver­änderungen, der Satz, daß diejenige Industrie am wenigsten bedrückt werden wird, welche sich zur rechten Zeit auf die Veränderungen einzurichten weiß.

Arbelteraussperrungen in Preußen. Rach der Statistik des Deutschen Reichs" wurden in Preußen im

Jahre 1909 72 Aussperrungen gezählt, gegen 91 im Vor­jahre, 152 im Jahre 1907, 148 im Jahre 1906 und 157 im Jahre 1905 ; ihre Häufigkeit ist also in den letzten Jahren stark zurückgegangen. An den Aussperrungen waren 1905 712 Betriebe mit 9209, 1908 872 mit 28 397 und 1907 4102 mit 56 181 auSgesperrten Arbeitern das waren von je 100 der in den betroffenen Betrieben überhaupt beschäf­tigten Arbeitern 1909 53, 1908 60 und 1907 65 be­

teiligt. Von den AuSgesperrten waren im Berichtsjahre 52 (1908 227, 1907 290) mit Verletzung des Arbeitsvertrages von der Arbeit ausgeschlossen worden. Gezwungen feierten infolge der Aussperrungen 834 (96, 1711). Unter den Nus­

gesperrten befanden sich 1085 (4786, 4197) Minderjährige, d. i. 45 (49, 57) v. H. der in den betroffenen Betrieben überhaupt beschäftigten Arbeiter unter 21 Jahren. Die Forde­rungen der Arbeiter betrafen überwiegend, und zwar 54 (72, 107) mal den Arbeitslohn, darunter 38 (54, 75) mal dessen Aufrechterhaltung in der bisherigen Höhe un g (13, 3) mal dessen Herabsetzung; die Arbeitsze.t (18, 58) mal, und zwar bereit Anfrechterhattung n gerißen Dauer 6 (12, 48) mal, >'«" ®± ^ (3, 1) mal und die Beibehaltung von Überstunden

mal in Frage. Vom Hundert der Aussperrungen hatten für die Arbeitgeber nur 4 (4, 9) keinen, 50 (41, 49) dagegen teilweisen und 46 (55, 43) vollen Erfolg. Beendigt wurden die Aussperrungen durch Verhandlungen: unmittelbar zwischen den Parteien 15 (28, 43) mal, vor dem Gewerbegerichte 5 (20, 30) mal, unter Vermittlung von Berufsvereinigungen oder dritten Personen 40 (33, 37) mal, auf Antrag der Ar­beitnehmer 45 (58, 80) mal, hingegen auf solchen der Ar­beitgeber nur 19 (27, 33) mal.

Die hessische Zweite Kammer befaßte sich gestern mit 39 Vorstellungen von Beamten, Unterbeamten und Lehrern um Gehaltsaufbesserungen und Teuerungszulagen und empfahl die Eingaben der Regierung zur Berück­sichtigung bei der nächsten Besoldungsrevision, die allerdings bei der jetzigen Finanzlage wenig Aussicht hat, da ein« Verbefferung um 10 Prozent 2 Millionen Mark erfordern würde. Für die Unterbeamten soll eine Teuerungszulage alsbald beraten werden. Das Fürsorgekassengesetz wurde erheblich erweitert und auf Lehrer, Lehrerinnen, Beamte und Bedienstete von BerufSgruppen und Verbänden aus­

gedehnt.

Die Unruhen in Niederländisch-Jndien. Nach einer offiziellen Depesche aus Hollândisch-Jndien ist im Be­zirk Moro deS Distrikts Tapanoeli auf Sumatra eine Patrouille angegriffen worden. Ein europäischer Soldat wurde getötet, wahrscheinlich find auch acht von den einge­

borenen Soldaten gefallen.

Englisches Unterhaus. Bei der Verhandlung über den Flottenbauetat von 3 444 000 Pfund beantragt« Dillon (Nationalist) eine Herabsetzung um zwei Millionen. Er setzte auseinander, daß die Wirkung der Herabsetzung einfach darin bestehen würde, die Ausführung des ungeheuerlichen Programms zum Teil aufzuschieben. Dies würde in keinem Falle die Sicherheit des Lander gefährden. Im weiteren Verlauf seiner Rede bemühte sich Dillon, zu zeigen, daß der Fall, welcher den Bau von vier weiteren Dreadnoughts rechtfertigen sollte, nicht eingetreten sei. Der Beginn des Baues dieser vier Schiffe bilde beinahe eine Verletzung der bona fides. Diese Dinge würden sicher nicht vergessen werden und auf die deutsche Negierung einen starken Einfluß machen. Auch nicht ein Wort der Rechtfertigung sei von der Regierung vorgebracht worden, soweit Deutschland in Betracht komme. Oesterreich und Italien in Rechnung ziehe» zu wollen, sei lächerlich. Italien sei im Begriff, gegen Oesterreich Schiffe zu bauen. DaS österreichische Parlament habe noch nicht einen Penny für einen Dreadnought be- willgt. Asquith wies nachdrücklich darauf hin, wie sehr sich di« Regierung in den vergangenen Jahren durch den Wunsch nach Sparsamkeit habe leiten lassen. Niemand, so fuhr der Premierminister fort, kann di« Notwendigkeit vermehrter Flottenausgaben mehr beklagen als ich; aber da ist ein anderer, sehr wichtiger Punkt, den Dillon hervorgehoben, und der, wie ich gleich ihm meine, Anlaß zu tiefem Bedauern ist, nämlich, daß die Vermehrung unserer Flottenausgaben mit der Idee verknüpft worden ist, al» wären wir in irgend einem Sinne feindselig gegen die befreundete deutsche Nation, oder als hegten wir irgend welche feindselige Absichten gegen sie. Nichts ist von der Wahrheit weiter entfernt als das. (Beif.) Ich bedauere lebhaft im Jnteress« der internationalen Freundschaft, daß es Dillon für angezeigt gehalten hat, aus Magazinen anonyme Artikel zu zitieren, um den Eindruck zu erwecken, als ob in einem oder der anderen der Leiden Länder, die sich zur Vermehrung der Flottenausgaben ver­

anlaßt sehen, die feindselige oder aggressive Absicht gegen das andere im Spiele wäre. Nicht- ist von der Wahrheit weiter entfernt als das. (Beifall.) Ich kann mit voll­kommenster Anfrichtigkeit sagen, daß unsere Beziehungen zu Deutschland von herzlichstem Charakter getragen find und ihn noch in diesem Augenblicke tragen. Ich glaubt an eine von Jahr zu Jahr zunehmende Wärme und Jnnigkett in diesen Beziehungen und begrüße, wie es jedermann in diesem Hause tun muß, all die verschiedenen SerDegungen, welche die beiden Völker mehr und mehr zut em ^$ seitigen Verständnis gelangen. ^ ^.?" ^würde/ die man deutsche Regierung die Ansicht »'"" 'Hr ^&sere flotten- dem deutschen Volke untergesi ) ebensowenig wie ich dre rüstungen gegen sie A deutschen Flottenrüstungen

Ansicht unterschreibe, als Deutschland habe seine eigene gegen «ns ger-cht« ' feine Interessen zu wahren. Es Pol'.t'k zu' v^g^^acht und hat weit entfernte Kolonien, £ f-ude? unablässig feine Söhn« und Töchter in die fernsten Weltteile; sein Handel wächst überall. Die deutschen Staats­männer und das deutsche Volk glauben ehrlich, und haben ein Recht zu glauben, daß sie die Stellung als große Weltmacht nicht behausten und den vielfachen beständig wachsen-.