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General-Anzeiger
Amtliches Organ für Mt- un) Landkreis Kanan.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
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Mk. 87 ^erusprechanschluf; Nr. 605*
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14 Seiten.
Amtliche-!.
4 J. 210,05. Der am 19. April 1905 erlassene und am 1. Juli 1905 und 2. Januar 1906 erneuerte Steckbrief gegen den Zögling Iacob Johann Michael Hally geboren am 17. 7. 88 w Frankfurt a. M. ist erledigt.
Frankfurt a. M., 12. April 1910.
Der Erste Staatsanwalt.
Gcsiindcnc iiiib verlorene ©eitenfliinbe ic.
Gefunden: 1 gold. Zwicker mit Kette (im ®taM« r theater), 1 Zeitkarte der Hanauer Straßenbahn Nr. 9762. Liegen geblieben: 1 rechter neu besohlter Herrenstiefel.
Hanau den 15. April 1910. r~ 1 "n I _ ..... _ I. I II n ■ ■ I———
PotitiTcbe RundTd?aa.
Der Seniorenkonvent des rlbgeordnetenhatises hat einstimmig beschlossen, die EtatSberatung unter strenger Einhaltung der früher festgesetzten Kontingentierung und unter Ausscheidung aller Angelegenheiten, die den Gegenstand später zu beratender Aniräae und Petitionen bilden, so zu fördern, daß der Etat noch vor dem Himmelfahrtsfeste dem Herren- Hause übergeben werden kann. Das Herrenhaus wird dann hoffentlich die Beratung so beschleunigen, daß der Haushaltsplan noch vor Pfingsten in der Gesetziammlung erscheint. In der Zeit zwischen dem Himmelfahrtstage und Pfingsten beabsichtigt das Abgeordnetenhaus die zweite und dritte Beratung der noch in der Kommission liegenden Gesetze (Ge- richtskosten, Reisekosten, Landgericht Krefeld usw.) und die erste Beratung des Eilenbahnanleihegesetzes zu erledigen.
Die Sekundärbahnvorlage. Die sogenannte Se- kundärbahnvorlage ist dem Abaeordnetenhause zugegangen. Der Entwurf enthält folgende Forderungen : a) Zum Bau einer Haupteisenbahn von Witten-West nach einem geeigneten Punkt der Bahnstrecke Schwelm— Barmen-RiHrrsbausen, Grunderwerb 1 705 000 Mk. b) Zum Bau von Nebenbahnen: 1. Marggrabowa— Cynochen 8 483 000 Mk., 2. Prust— Cagnitz-Tuchel 3 240 000 Mk., 3. Gnrsen— Pysgcgyn-R-vier—Schotten 4 260 000 Mk., 4. Kontopp— ScbwiebuS 636 000 Mk., 6. Tantow —Garz (Ober) 710 000 Mk., 6. Fürstenwerder— Straßburg (Uckermark). 2 286 000 Mk. 7. AbrenSsee - Geest sGottberg— Witten-
Morgcniirbtit int Circus.
Bei den öffentlichen Proben im CircuS Sarrasani, der augenblicklich in Frankfurt gastiert, hat man Gelegenheit in mehr al« einer Hinsicht interessante Beobachtltngen anzustellen; Vorab: Eine sinnfälligere Illustrierung und eine lückenlosere Beweisführung für daS uralte Wort, daß die Götter den Schweiß vor das Gelingen, die Müh« vor den Preis gesetzt haben, läßt sich schlechthin nicht denken. Ueberall, wohin man sieht, eine behende Regsamkeit gepaart mit selbstsicherer Krait, ein eifriges Bemühen, ein Streben nach Vervollkommnung, dessen bester Teil jene zähe Beharrlichkeit ist, die nur in der Liebe zum Beruf so eisenfest rankendes Wurzelwerk zu schlagen vermag 1 . . DaS Ziel, die Sicherheit in der Ausübung — selbstgewählter oder angestammter Künste — auch Artistenfamilien haben Traditionen — und der einzig erstrebte, lockende und lachende Erfolg, das ist el, waS sie alle stachelt und spornt, waS ihnen als leuchtender Ideal vorschwebt, wovon sie sinnen und sagen im Glück und im Schmerz. — Wie vielfach sind doch die Ansichten, die man von solchen, die es wissen, oder gar besser willen wollen. Über das Circusleben und Treiben hinter den Knlillen und auf den Proben zu hören bekommt, und wie häufig nötigen diese meist mit der überlegenen Miene des Kenners vorgebrachten Erzählungen über daS dankbare Thema „wie's gemacht wird", dem Fachmann ein belustigtet Lächeln ab. Und wie anders verhält sich doch die Wirklichkeit zu solchen Tiraden. Richt mit „Strenge a tout prix" wie man vielfach glauben machen möchte, wird bei der Pferdedressnr sowie beim Abrichten der Elefanten. Löwen, ZebraS, der Zebroide, Kamele, Dromedare, GnuS, Seelöwen, Hunde, Affen und der anderen Tiergattungen gearbeitet, deren Gelehrigkeit und richtiger Behandlung bei CircuS Sarrasani einen großen Teil seiner schönsten Erfolge verdankt. Ganz daS Gegenteil ist der Fall. Der wahre Dresseur liebt seine Tiere und ist vor allem bestrebt, sich ihnen verständlich zu machen, ihnen durch geeignete Hülsen, durch Zureden, Schmeicheln und Leckerbissen anzudeuten, was er von ihnen verlangt, daß sie ausjühren sollen.
Freitag den 15. April
berge) 2 273 000 Mk., 8. Merseburg - Zöschen 1 705 000 Mark, 9. Cock— Wallenberg— NeuhauS (Rennweg) — Igels- Hieb, mit Abzweigung von Ernsttal nach Louschau 5 800 000 Mark, 10. Heiligenstadl—Schwebda (Eschwege) 6 411 000 Mark, 11. Klaustal— Zellerfeld-Altenau 2 290 000 Mk., 12. St. Wendel-Tholey 4 679 000 Mk., 13. Irren — Siegel 6 636 000 Mk. c) Für Beschaffung von Fahrzeugen 5 842 000 Mk. Ferner werden gefordert 41 332 000 Mk. zur Herstellung des zweiten, dritten und vielten Gleises auf den Strecken: 1. Neurode —Glatz 3 034 000 Mk., 2. Kohl- furt— NieSky und Mürka—Hohenbocka 5 040 000 Mk., 3. Maltntt—Gremsmühlen—Eutin 336 000 Mk., 4. Wegeleben— Tbale 3 030 000 Mk., 5. Weimar — Göschwitz 2 430 000 Mk., 6. Koburg-Crridwitz 223 000 Mk., 7. Löhne—Minden einschließlich Umgestaltung des Bahnhofes Oeynhausen-Nord 12 122 000 Mk., 8. Emden—Abzweigung nach dem Außenhafen und Umlegung der ostfriesischen Küstenbahn von der West- auf die Ostseite der Stadt Emden 23 000 000 Mk., 9. Börnig-Kastrop 440 000 Mk., 10. Bochum —Nordpräsident und Präsident—Riemke 2 950 000 Mark, 11. Effen-Wrst-Haupibahnhof 3 900 000 Mk., 12. Höchst a. M.—Niedernhausen 3 300 000 Mk., 13. Trier— Karthaus 2 507 000 Mk. Schließlich werden gefordert: 1435 000 Mk. für die Erweiterung des oberschlesischen Schmalspurnetze«, 1 080 000 Mk. für die Fertigstellung bei Ausbaues der Nebenbahn Allenstein - Kobbelbude zur Hauptbahn, 240 000 Mk. für die Fertigstellung des Baue« der Verbindungsbahn Danzig— Holm, 1 170 000 Mk. für die Herstellung einer Verbindungsbahn in Halle a. S., 75 000 000 Mk. zur Beschaffung von Fahrzeugen für die bestehenden StaatSbahnen, 5 Millionen Mark für weitere Forderung des Baues von Kleinbahnen, 141 000 Mk. zur Gewährung eine« unverzinslichen Zuschusses an daS Reich zu den Baukosten einer Bahn Bettsdorf—Waldwiese- Metsig, sowie 18 324 000 Mk. zur Deckung von Barkosten bereits bewilligter Banaus'ührungen. Insgesamt foibert der Entwurf 199 383 000 Mk., die durch Anleihe zu decken sind.
Im Lanvesaiisschittz für Elsah - Lothringen bot auch geilern immer noch der Fall Gneiße-Wetterl^ den Stoff für die D rbandlungen. Der liberale Abg. Georg Wolf erklärte, Dr. Pfleger habe mit seinen Angriffen auf die Colmarer Richterschaft eine völlige Niederlage erlitten. Auch ein wilder Abgeordneter, Bianh, anerkannte die Unr Parteilichkeit der Colmarer Richter und bedauerte, daß sie persönlich zu vielen Anteil an dem politischen Streit genommen hätten. UnterstaatSsekreiâr Dr. Pet>i bezeichnete nachher die Rede des Dr. Blumenthalschen Parteifreundes, Dr. Pfleger, alS ein Rückzugsgefecht. Der Fall Gueiße- Weiterlè dürfte damit erledigt sein. Die Debatten handelten im üb'igen von den Parteikonstellationen deS Landes und
Hierbei ist es ihm selbstredend auch genau bewußt, welche Anforderungen er an das betreffende Exemplar stellen kann und in wieweit er eS gnm Gehorsam anzuhalten hat. Es ist also weit eher daS Verhältnis bei Lehrers zum Schiller, als das irgend einer strafenden oder Unwissenheit und kleine Unterlassungssünden mitleidlos rächenden Instanz, welches auch hier zum Ausdruck kommt. Ebensowenig wie es nun aber in der Schule jemals ohne Strafen in Wort und Tat abgeben wird, ebensowenig sind auch aus der ZirkuSmanege die Peitsche oder „Ckambriere", wie unsere Artistenväter mit Vorliebe wohlklingend sagten, der Elefantenhaken, bezw. die Fischbeingerte zu verbannen. Der echte Tierfreund aber wird sie nur dann in Bewegung setzen, wenn er die Trägen anzuspornen, oder die Widersetz- lichen in die verdiente Strafe 31t nehmen hat. Deutliche Beweise dafür, daß nach diesen Grundsätzen in SarrasaniS Arena zu Gunsten ihrer Erfolge verfahren wird, liefern aber gerade seine Proben, die nicht etwa mit den wenigen öffentlichen Stunden beendet sind, sondern die bereits um 7 Uhr in der Frühe beginnen und sich häufig bis in die späten Nachmittag-stunden erstrecken. Eine Menge des wirklich neuen Interessanten bekommt man auf ihnen zu schauen. In aller Frühe schon wird der Manegekäfig ansaebaut, in dem Dresseur Haupt unter seinen gelben Wüstenkönigen Cercle abhält, wobei er sich schon seit Wochen bemüht, dem Kreise dieser finsteren Majestäten etliche neue Prätendenten einzuverleiben; eine diplomatische Mission, die wohl noch in diesen Tagen von Erfolg gekrönt sein dürste, sodaß dann 16 Löwen im großen Rundkäfige erscheinen werden. Bald nach dem Abbau der großen Gitterteile gehört das Feld der P'erdedressur. Herr Riffenach, der schneidige Schulreiter des Circus, erhält seine Zöglinge vorgesührt und unterweist sie, teils vor der Manege, teils vom Sattel aus in ihren schwierigen Evolutionen. Herrliche Russen mit charakteristisch runden Formen unb der vollen, gedrängten Halsstellung, flinke Ungarn, edle englische Vollblutrenner, seltene Tigerpferde, Lippizaner effektvoll mit Rappen zusammengebracht, schwere Seeländer und lebhafte Schecken in großer Zahl und allen Farben wie Notschecken, Schwarzschecken, Blauschecken. Graulchecken. Vrozeüanschecken, aber auch eigenwillige Ponnys,
^ernsprechattschluk Nr. 605. 1910
von gewissen Vorkommnissen in Richterkreisen, die schon gestern Dr. Blumenthal berührt hatte und die ihm der Üulerstaatssekretär auch heute nicht genügend aufgeklärt hatte, sodaß nächste Woche nochmals darauf eingegangen wird. Schluß 7 Uhr. Nächste Sitzung Dienstag nachmittags 3 Uhr.
Die D-rhâstniF- im Diamanta-bi-t von Süd» tVtffiiifriftU Der Bürgermeister von Lüderitzbucht E. Krep- lin und mehrere Mitglieder des dortigen Dezirk-rate- haben dem Reichstage eine Petition mit ausführlicher Begründung unterbreitet. Darin führen fie aul, daß der Staatssekretär bei ReichSkolonialamte» bei Erlaß der Sperrverfügung vom 22. September 1908, bei Abschluß bei Vertrages vom 28 Januar 1909, bei Erlaß der Verordnung vom 14. Juli 1909 und mit der Vorlegung bei Entwurf« zu dem neuen Abkommen mit der Konialgesellschaft die fiskalischen Interessen nach ihrer Ansicht ganz unzureichend wahrgenommen und teils zum Nachteile bei Staal«, teilt zum Nachteile der Ansiedler, der Deutschen Kolonialaesellschaft für Südwestafrika und dem Südivestafrikanischen Minensyndikat, sowie der Diamanten- Pachtgesellschaft und der Berliner Handelsgesellschaft erhebliche finanzielle Vorteile z. T. ohne zureichende Gegenleistung zugewendet habe. Sie bitten, daß Sonderrechte und Landkonzessionen in der Kolonie nicht mehr verliehen werden und daß künftig alle Verträge, die da« Schutzgebiet finanziell belasten, dem Gouvernement unb dem LandeSrat wenigstens zur Begutachtung vor dem Abschluß vorgelegt werden.
Deutscher Handelstag.
Berlin, 14. April. An dem heutigen zweiten Sitzung»» tage nahm der Deutsche HandelStag einstimmig eine von dem Geh. Kommerzienrat Vogel-Cbemnitz begründete Erklärung an, in der er sich gegen die Beseitigung der Pauschgebühren im Telephonverkehr ausspricht. Darauf erstattete Generalsekretär Dr. Soetebeer ein eingehendes Referat, in welchem er dem Handelstag empfahl, eine Erklärung betreffend die Abänderung der Gewerbeordnung abzugrben, in der der Deutsche Handel-tag davor warnt, daß die Regierung zu weit darin gehe, anstelle bei freien Vertrages zwischen Arbeiter und Unternehmer den Zwang de- Gesetze- treten zu lassen. Ferner sprach sich der Deutsche Handelstag in einer Re'olution dafür aus, eine Auskunft-stelle für den Außenhandel auf Reichskosten zu errichten, die auch von dem Reiche zu verwalten wäre. Nachdem dann noch die Wahlen zu dem Ausschuß bei Deutschen Handel-tages vorgenommen waren, wurde die diesjährige Versammlung geschlossen. Heute abend werden die Mitglieder einen Vartrag deS Staatssekretärs Dernburg über Baumwollfragen hören.
Zebras, Zebroide, denen man eS anmerkt, daß sie die ungebärdige Wildheit noch lange nicht abgelegt haben, passieren vor ihm den Ring und werden alle nach der Reihe und doch jedes einzeln in einer verschlossenen dem End. zweck der Abrichtung entsprechenden Weise vorgenommer und behandelt. Während dieser Zeit sind übrigen- bi« Artisten deS Institut- nicht müßig. Im Reitergang bezw im Aurittraum haben sie sich manch ruhiges Plätzchen, an dem sie ungestört ihren Uebungen obliegen können, aut» gesucht.
Die Akrobaten breiten ihre Teppiche au-, und probieren ihre gewagtesten TrikS. Templinspringer sausen auf ihre Fallbretter nieder, daß man unwillkürlich an ein Fehlschlägen dieser Waghalsigkeiten glaubt, bi« man sich, aufatmend und erstaunt, vom Gegenteil überzeugt. Die große Japaner- truppe ist auch schon zeitig zur Stelle und bevölkert di« Manege mit ihren zahlreichen Milgliedern, die wie Katzen an glatten Bambusstäben empor klettern und auf 12 Meter hohen Perchen freie Kopfstände ausfühlen, denen man immer von neuem wieder mit atemlosen Staunen zuschaut. Die Marokkanertruppe tummelt sich währenddessen im Sande der Manege. Braune, kraftvolle Gestalten, mit furchtlosen 'UI jenen, wirbeln sie umher, um ihr« sehnigen Glieder geschmeidig zu erhalten. Weit ruhiger geht eS dagegen bei den Chinesen zu, denn auch diese gelben Fremdlinge fehlen nicht im Kranze exotischer Rationalitäten, die in dem Circus Sarrasani, ihren Artistenadel entsandt haben. Sie probieren mit einer Geduld, die indischen Büßern und Fakiren Ehre machen würde; ihre Jonglagen, Balanzierkünste, sowie Reck- und Zop'akrobatik. Darf man ferner den schon eingangs erwähnten Dompteur Ernst Haupt, der es glänzend versteht, Rebellionen unter seiner trotzigen Löwenschaar im Keime zu ersticken, als den Typus der Kraft und Energie bezeichnen, so kann man das Roberts-Trio, die „fliegenden Menschen", die ihre kühnen Sprünge von Trapez zu Trapez ausführen, als die Vertreter der höchsten Gewandtheit hinstellen. Selten erscheinen diese Artisten par excellente allerdings nur zu den Proben, denn nach dem Ausbalanzieren der verschiedensten Trapeze konzentrieren diese Könige der Luft ihr, ganze Energie auf die von ihnen so viel Ruhe und Selbst.