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Selbstverwaltung zu leisten vermag. Drei Momente seien die Geheimnisse seiner Erfolge: eine überaus glückliche, zwischen Einheit und Freiheit, zwischen den Einflußsphären des Gesamtvereins und seiner Glieder, den Kreis- und Orts- verbLnden, die richtige Mitte haltende Organisation, die vor allem auf dem enflcheidenden und schwierigen Gebiete des Tarifwesens durch einen bis ins feinste durchgebildeten Apparat Verwaltung und Rechtsprechung sicherstellt; so­dann die klare Entwickelung des Programms und der ganzen Vereinsarbeit aus den lebendigen Bedingungen des wirt­schaftlichen und sozialen Lebens, unter Ausscheidung von allem, was diesem fremd ist und «8 stören könnte, unter Ausscheidung vor allem der Parteipolitik und unter starker Betonung des Gemeinsamen, des Nationalen; endlich die Führung der trefflichen Organisation durch kraftvolle Persönlichkeiten, die sich mit Kopf und Herz für die gemein­samen Interessen einsetzen, und die, undbeschadet des Rechtes freiester und offenster Aussprache, von der Gesamtheit willig und dankbar anerkannt wird. Unter großen sozialen Ge- sichtspunkten und im Einklang mit den Forderungen der Wirklichkeit habe der Verein Großes und Vorbildliches auf den verschiedensten Gebieten geleistet, dem Gewerbe Frieden und die Stetigkeit der Arbeit in schweren Zeiten erhalten und vor allem durch den Lohn- und Preistarif das sicher­gestellt, was für die Beziehungen der Prinzipale unter sich und mit der Kundschaft und im gegenseitigen Verhältnis von Prinzipalen und Gehilfen durch ganz Deutschland hin­durch als gerecht und billig anerkannt werden muß. Dafür gebühre dem Verein Dank und Anerkennung weit hinaus über die Kreise der Fachgenossen. Rach Erstattung und Genehmigung des Geschäfts- und Rechenschaftsberichts wurde im Anschluß an ein vom Vorsitzenden des Berechnungsamts de« Deutschen Buchdrucker-Vereins erstattetes Referat über den Deutschen Buchdruck-Preistarif die Einsetzung einer Kommission beschlossen, die den Tarif auf Grund der ge­machten Erfahrungen einer Revision noch im Laufe des Jahres unterziehen soll. Sehr eingehend wurden weiter Lohntarifangelegenheiten und Zusammenhängendes erörtert. Mit großem Beifall wurde die einstimmige Annahme einer Resolution begrüßt, die neue Grundlagen für ein ersprieß­liches Zusammenwirken des Deutschen Buchdrucker-Vereins und des Vereins Deutscher Zeitunasverleger festlegt. Als erster Vorsitzender wurde Herr Dr. Petersmann-Leipzig und als dessen erster Stellvertreter Herr Dr. Kliukhardt-Leipzig wieder- und als zweiter Stellvertreter Herr Kommerzienrat Haus Oldenbourg-München neugewählt. Die nächstjährige Hauptversammlung findet in Hamburg statt.

Aus Anlaß der Borromätts-Enzyklika fand am Sonntag in Berlin eine vom Vorstand des Evangelischen Bundes einberufene Volksversammlung im Zirkus Busch statt, die von mehr als 4000 Personen besucht war, darunter von Professor Harnack, einer Reihe von Theologieprofessoren und Geistlichen. Es sprachen unter anderem unter großem Beifall der Anwesenden Landtagsabgeordneter Strosser, Professor Hans Delbrück, Reichstagsabgeordneter Friedrich Naumann und Professor Kahl. Sämtliche Redner wiesen darauf hin, es sei höchst bedauerlich, daß gerade in der jetzigen Zeit, wo das deutsche Volk des konfessionellen Friedens am meisten bedürfe, eine derartige Kundgebung zu erlassen. Es gelangte schließlich folgende Resolution zur Annahme: Die heutige Versammlung im Zirkus Busch weist die durch keinerlei Herausforderung begründete, vielmehr mutwillig unternommene und zweifellos in beleidigender Form vorgebrachten Angriffe des Papstes auf die Reformation und den Protestantismus mit dem Ausdruck tiefsten Befremdens und unverhohlener Entrüstung zurück und erhebt Einspruch im Namen der Geschichte gegen die Ver- Ruglimpfung der Reformation und ihrer leitenden Männer alsVerderbern des Glaubens" undWortführern sittliche Zügellosigkeit, im Dienste korrumpierter Fürsten und Völker", im Namen des konfessionellen Friedens gegen die schimpfliche Unterstellung der Protestantismus sei Pest und Ketzerei und Minute 91 Personen und 5 Kinderwagen, was in der Stunde 5460 Menschen und 300 Kinderwagen ergeben würde. Diese Rechnung scheint zu stimmen, wenn ich den Festplatz überschaue, denn nicht Hunderte, sondern Tausende weilm hier. Ein idealer Festplatz, wenn er nicht stellenweise 1° naß wäre. Indes es geht. Seine angenehmen Seiten überwiegen bei Weitem. Von der fürchterlichen, manchmal lebensgefährlichen Eng«, dem Staub, der Hitze, den üblen Gerüchen anderer Festplätze merkt man hier nichts. Es ist schön hier, sagt der Besucher, und der Geschäftsmann wohl nicht minder, denn das Standgeld hier scheint keine Nolle zu spielen. Ellbogenfreiheit überall.

Für die Verpflegung sorgen nicht öffentliche Festwirte, man beköstigt sich selbst, was originelle Bilder schafft. Gruppenweise schart man sich in Familien und Vereinen zu­sammen. Offenbar ist diese Gepflogenheit von den Belager­ten begründet. worden, die nach 9monatiger Gefangenschaft ins Freie strömten und ihre häuslichen Gewohnheiten, wenn auch nur für kurze Zeit, aus der dumpfen Enge der auch von Krankheiten heimgesuchten Stadt in die köstlich anmutende Junilandschaft verlegten. Neberall gewähre ich große Schließ­körbe mit schier überwältigenden Reichtümern von Lebens­mitteln und stellenweise seh« ich Vatern und Muttern essen essen mit einer Hingebung und Ausdauer, als hätten auch sie eine Belagerung mit obligaten Fastentagen hinter sich. Zwei Dinge sehe ich überall, Kaffeekannen und Napf­kuchen. Kaffeekannen, von denen einige schon die Be­lagerung mitgemacbt zu haben scheinen. Vor allem aber der Napfkuchen. Nein, diese Fülle! Kleine, große, weiße, braune, gelbe und schwarze, mit und ohne Rosinen, Napfkuchen in allen Variationen. Jetzt weiß ichs. Fragt mich fürderhin jemand: Was ißt man in Hanau? so werde ich antworten: Napfkuchen. Und diesen Dingen widmet man sich vielfach an kuriosen 3eckigen Tischen, wie ich sie noch nie gesehen, die mcht selten überragt werden von der die Honneurs machenden Hausdame, die in modernem gewaltigem Hute

die evangelische Freiheit sei eine Seuche, ein Laster und Zucht­losigkeit, und im Namen des deutsch - nationalen Ehrgefühls gegen die Anmaßung, das zwar nicht ausdrücklich genannte, aber folgerichtig am schwersten betroffene Mutterland der Reformation, das zu drei Fünftel Protestanten zählt an der Spitze der deutsche Kaiser trotz amtlich geregelter Be- ziehungen öffentlich zu beschimpfen. Indem die Versamm- lung dir Schuld an dem unerhörten Vorgehen und seinen unberechenbaren Folgen ausschließlich der römischen Kurie beimißt, erinnert sie die katholischen Mitbürger .an den schreienden Widerspruch zwischen der jetzigen Herabwürdigung des Protestantismus und der früheren Erklärung der Papstes, nirgends sei der Katholizismus so gut aufgehoben wie in Deutschland und erklärt zugleich dem von Rom gegebenen Beispiel, den Streit der Bekenntnisse mit vergifteten Waffen und sittlicher Schmähung zu führen, nun und nimmer folgen zu wollen und ruft alle Vaterlandsfreunde auf, sich der ziel­bewußten Abwehr der friedensstörerischen päpstlichen Kund­gebung rückhaltlos auzuschließen. Es wurde beschlossen, die Kundgebung dem Ministerpräsidenten von Bethmann-Hollweg zu übersenden. Die Versammlung sang alsdann den ersten Vers von:Ein feste Burg ist unser Gott", worauf sie um 2^4 Uhr nachmittags geschlossen wurde.

Für den kottfefstottellett Friedeu. Die sächsischen Regierungsblätter veröffentlichen folgende amtliche Meldung: Dresden, 13. Juni. König Friedrich August hat heute die in Evangelicis beauftragten Staatsminister zu sich be­rufen, um mit ihnen die durch die Borromäus-Enzyklika ge­schaffene Sachlage zu besprechen. Se. Majestät erklärte seine lebhafte Genugtuung darüber, daß seine Bestrebungen, den konfessionellen Frieden im Lande zu sichern, bisher immer von Erfolg gekrönt gewesen seien. Um so mehr bedauere er, wenn diese seine Bestrebungen gegenwärtig durch so schwere Angriffe auf die der evangelisch-lutherischen Landeskirche an­gehörende überwiegende Mehrheit seiner Untertanen durch­kreuzt würden. Se. Majestät eröffnete den Staatsministern, daß er deshalb aus Allerhöchsteigener Bewegung in Aussicht genommen habe, ein Handschreiben an den Papst zu richten. Die Saatsminister sprachen im Namen der evangelisch­lutherischen Landeskirche Sr. Majestät für diese gnädige Entschließung ihren wärmsten Dank aus. Samstag den 11. Juni sind die in Evangelicis beauftragten Staatsminister zn einer Sitzung zusammen- getreten, um zu der Borromäus-Enzyklika Stellung zu nehmen. Sie haben mit tiefein Bedauern von der die Reformation verunglimpfenden und damit die evangelisch-lutherische Kirche schwer verletzenden Kundgebung Kenntnis genommen, teilen die Entrüstung der evangelischen Volkskreise des Landes hierüber und weisen jene Angriffe auf das schärfste zurück. Von dem lebhaften Wunsche erfüllt, daß der bisherige kon­fessionelle Friede zum Segen der Bevölkerung bewahrt bleibe, halten sie sich versichert, daß die 'Königliche Staatsregierung eintretendenfalls nach Maßgabe der Landesgesetze für den er­forderlichen Schutz sorgen werde.

Die bayerische liberale Landtagsfraktiott hat, wie dieMünchener Neuesten Nachrichten" melden, aus Anlaß der Borromäus-Enzyklika in der Kammer der Abge­ordneten folgende Interpellation eingebracht: Die Unter­zeichneten ersuchen die Staatsregierung, den schweren Be­leidigungen, welche dem Protestantismus des Königreichs Bayern, wie allen evangelischen Glaubensgenossen durch die Borromäus-Enzyklika zugefügt wurde, entgegenzutreten.

Die Kretafrage. DerTemps" schreibt betreffs der Haltung Englands gegenüber dem französischen Vorschläge nach eitler endgültigen Lösung der Kretafrage: Unter den Gründen, welche man in London gegen diesen Vorschlag geltend mache, müsse der, daß der Augenblick für eine rnd- gültige Regelung schlecht gewählt sei, als richtig anerkannt werden. Eine solche Regelung sei gegenwärtig, wo die Ge­müter so erhitzt seien, nicht leicht, aber man müsse es dann mit irgend einem kräftigem Provisorium versuchen, denn wenn man mit dem Spiel der Noten und Gegennoten fort» und Latzschürze seltsam anmutet, indes freigebig und heiter lächelnd die Taben verteilt.

Sehr viel Musik, indes wenig gute, viele Hausierer, viele Buden, viele Bierschänken und Bierwagen, daß man meint, soviele. gäbe es überhaupt nicht aber sehr wenig Bedürfnisanstalten. Dieser Mangel tritt grell in die Er- scheinung. Ich sehe einige dieser kleinen Häuschen, gewahre aber auch wie sie alle von mindestens einem Dutzend Frauen oder Mädchen umgeben sind, die hier peinlich berührt von dem Aufsehen das sie erregen, sehr lange warten müssen. Eine nein zwei bis drei große öffentliche Bedürfnis­anstalten an die Platzecken verteilt erweisen sich bei diesem gewaltigen Menschenandrange als ein dringendes Be­dürfnis. Oeffentlichrr Anstand und Reinlichkeit, wie die Schonungen des jungen Waldbestandes erfordern sie.

Ich nähere mich dem Polizeizelte, diesem ruhenden Pole in der Erscheinungen Flucht und indem ich in das wogende Treiben blicke, suche ich nach einem Aus­druck einer Formel, in die ich das, was alle diese Menschen bewegt, diesen Festestrubel als Grundmotiv durchklingt, fassen möchte. Da bringt plötzlich, d. h. soweit das der Festlärm gestattet, eine Frauenstimme keck, ja übermütig an mein Ohr. ^ie singt den bekannten Vers des schönen Roquette'schen Liedes. Ja das ist's. Das empfinden sie wohl alle hier nach des Werktages Plage im schattigen Hochwalde, über den sich der blaue Junihimmel wölbt:

Ihr Fröhlichen fingt, weil das Leben noch mait, Noch ist die schöne, die goldene Zeit.

Noch sind die Tage der Roten. Bk.

..... ""«iMiilgS^äSäH^»

Albumblütter.

Der Staat ist das Herz der großen menschlichen Gemein­schaft: er hält den Kreislauf der materiellen und geistigen Interessen in Gang, die die Zellen eine« hochkultivierten Cozialkörpers befruchten. Karl Lamprecht.

fahre, so führe dies zum Kriege. Eine Erklärung der Mächte möge ankündigen, daß die ungewöhnliche Lage von Kreta die Entsendung einer ungewöhnlichen Mission er- heische, welche durch ihre Gegenwart die einander gegenüber­stehenden Leidenschaften zügeln könnte, es sei dies wohl nicht hinreichend, aber vielleicht notwendig.

Englisches Unterhaus.

London, 13. Juni. Asquith kündigte an, dem Hause würden morgen königliche Botschaften zugehen, welche die Zivilliste und die Einführung eines Regentschaftsgesetzes zum Gegenstand haben würden. Am Donnerstag werde die Re­gierung beantragen, eine Kommission zu ernennen, di« sich mit der Zivilliste und der Einführung eines Regentschafts- gesetzes befassen solle. Auf eine Anfrage teilte der Premier­minister mit, die Regierung beabsichtige, demnächst eine Vor­lage einzubringen, durch die der Wortlaut des bei der Thronbesteigung vom König zu leistenden Eides geändert werden solle. Sir James Dalziel (liberal) stellte an den Staatssekretär des Auswärtigen die Frage, ob inbezug auf Aegypten irgend eine erhebliche Meinungsverschiedenheit zwischen dem diplomatischen Agenten Sir Eldon Gorst und dem Auswärtigen Amt bestände, und ob dieser noch bai volle Vertrauen der britischen Regierung genieß«. Sir Edward Grey erklärte hierauf, daß keinerlei derartige Differenzen beständen und er die Gelegenheit benutze, hier auszusprechen, wie sehr die Regierung die Arbeit Gorsts zu schätzen wisse. Er wüßte nicht, daß irgend etwas vorge­fallen oder gesagt worden sei, das Anlaß zu solchen Miß­deutungen geben könnte. Auf eint weitere Anfrage Dalziels, ob Grey dafür sorgen woll«, daß Roosevelt eine Kopie dieser Antwort zugestellt werde, erwiderte Gr«y, daß hierzu keine Veranlassung vorliege. Gibson Bewies (liberal) fragte, ob die anläßlich der Barromäusfeier veröffentlichte Enzyklika des Papstes, die an der Reformation Kritik übt und die Reformatoren verdammt, der britischen Regierung mitgeteilt worden sei. Werde Grey, wenn dies der Fall sei, dem Hause eine Uebersetzung des lateinischen Texte- zugchen lassen, und wolle er erklären, ob die englische Regiernug be­absichtige, beim Vatikan Vorstellungen über diesen Gegen­stand zu erheben? Grey erwiderte, die Enzyklika sei der englischen Regierung nicht mitgeteilt worden. Auf Anfrage, ob der Kriegsminister an der Absicht festhalte, daß Lord Kitchener den Posten eines Generalinspekteurs für die Streit­kräfte im Mittelmeer und in Südafrika übernehmen solle, und wann dies ungefähr geschehen würde, erwiderte Haldane, daß Lord Kitchener mitgeteilt habe, daß er zur Zeit das Kommando nicht anzutreten wünsche. Die Regierung lege indes mit Rücksicht auf bereits eingetretene und beabsichtigte Aenderungen d«r Ernennung große Wichtigkeit bei und wolle sie deshalb bestehen lassen. Aber selbst, wenn Kitchener die Stelle übernehme, wären Aenderungen derselben beabsichtigt, über die er sich binnen kurzem näher auslassen werde. Er wolle aber jetzt schon sagen, daß mit dieser Stelle die Inspektion über alle Ueberseestreitkräfte, mit Ausnahme von Indien, verbunden werden solle, und daß der Inhaber der­selben nicht selbständig in Malta residieren werde. Da der Posten ein rein militärischer sei, werde eS nicht notwendig sein, den Titel Oberkommissar beizubehalten. Auf eine weitere Anfrage erklärt Haldane, daß die von ihm erwähnten beabsichtigten Aenderungen" nichts mit der inter­nationalen Lage oder mit Truppenbewegungen zu tun hätten, sondern lediglich Organisationsfragen betreffen. Im weiteren Verlaufe der Sitzung fragte Lord Charle- Beresford den Ersten Lord der Admiralität, ob er dem Hause über die Stapellegung zweier österreichischer Linienschiffe oder Panzerkreuzer des Dreadnought- oder deS Jnvincibletyps in Triest bezm. in Pola Auskunft geben könne, und ob er amt­liche oder nichtamtliche Mitteilungen darüber erhalten habe, daß zwei andere Schiffe der gleichen Klaffe auf öster­reichischen Werften auf Stapel gelegt seien oder gelegt würden. Me. Kenna erwiderte, daß die Regierung nur aus den Blättern davon erfahren habe. Lord Beresford fragt« weiter ob die Admiralität amtliche oder nichtamtliche Mitteilungen darüber erhalten habe, ob die drei Schlachtschiffe deS Dreadnoughttyps und die Jnvineible-Kreuzer, die im dies­jährigen deutschen Marineetat enthalten sind, schon vergeben seien, und wenn dem so wäre, in welchem Monat der Jahres 1912 diese Schiffe fertig sein dürsten. Der Parlaments­sekretär der Admiralität erwidert«, daß nach deutschen Zeitungsmeldungen dir Bauaufträge für diese Schiffe schon erteilt seien. Aller Voraussicht nach dürfte unter normalen Verhältnissen keines dieser Schiffe eher fertig sein als 1913.

Hus alter Mett.

Wie aus der Dummheit Gold gemünzt wird. Vor längerer Zeit wurden bekanntlich in Hartenrod im Kreise Gladenbach zweiWunderdoktoren" verhaftet, di« riesigen Zulauf hatten, an ihren Patienten aber die merk­würdigsten Kuren vornahmen und ihnen die tollsten Rezept« verordneten. Für sie selbst war aber diese Tätigkeit höchst einträglich. Wie jetzt berichtet wird, habe die Untersuchung ergeben, daß die beiden in einem halben Jahre ihrer Tätig­keit 120 000 Mk. verdienten. Wenn diese Angabe auch über­trieben sein sollte, sicher ist daß die Schwindler es ausge­zeichnet verstanden haben, die Dummen zu schröpfen.

Klage. Der Gatte der Frau Schönebeck-Weber, der Schriftsteller Weber, hat gegen den verantwortlichen Redakteur der Wahrheit eine Klage angestrengt. Mitangeklagt ist auch der Reichstagsabgeordnete Bruhn, den Ehemann der Frau Schönebeck-Weber durch den Vorwurf geschäftsmäßiger Pro- zeßverschleppung und der Duldung von Veröffentlichungen, in welchen seine Frau ihre Ehebruchgeständnisse machte, beleidigt zu haben.

Eine seltene Plage hat sich in dem bosnischen Städt­chen Mioc eingestellt. Wie man aus Sarajewo schreibt, er­scheinen in der dortigen Gegend in letzter Zeit Habichte in Schwärmen von 30 bis 40 Stück, die auf die Hühnerwelt * ein regelrechtes Kesseltreiben veranstalten und diese geradezu dezimieren.