Sekte 4
SamSta«
14. Stof
gangen hat, die Beamten täten gut, wenn sie sich nicht so aufs hohe Roß setzen würden, denn sie seien für die Bürgerschaft da und nicht umgekehrt. Nach den Aussagen des Dr. Mogk fei die Schuld an dem Eindringen der Feuchtigkeit nur dem unzulänglichen Kanalsystem zuzuschreiben, während Kolloge damals behauptete, daß allein die exorbitanten Regengüsse den Anlaß dazu gegeben hatten und dem Kanalnetz keine Schuld zuzuschreiben sei. Dr. Mogk habe ihm erwidert, das glaube ihm kein Mensch in Offenbach, worauf Kolloge entgegnete: Wollen sie meine persönliche Wahrheitsliebe in Zweifel ziehen? Dr. Mogk blieb die Antwort nicht schuldig und meinte, wenn Sie es persönlich nehmen wollen, dann kann ich es nicht ändern. Amtsanwalt Dr. Aull hielt die Beleidigungen für erwiesen, der Angeklagte sei daher zu bestrafen, die Höhe des Strafmaßes stellte er dem Ermessen des Gerichts anheim. Rechtsanwalt Schiff plaidierte auf Freisprechung. Das Gericht erkannte auch demgemäß. Die Kosten des Verfahrens werden der Staatskasse auf erlegt.
Weitere Berichte „Aus Nay uuv Fern" im zweiten Blatt.
Ocsftiitlicher Wetterdienst.
Beobachtungen des Physikalischen Vereins, Frankfurt a. M.
Voraussichtliche Witterung für vie Zeit vom Avenv deS 14, Mai bis zum nächsten Abend.
Teilweise heiter, meist trocken, warm, ruhig.
Bandet Gewerbe and Verkehr«
Marktbericht.
Hanau, 14. Mai. (Lebensmittelpreise.) Geflügel: Tauben, das Pärchen 0.80 bis 1.00 Mark, ein alter Hahn 1.80—2.00 Mk.; ein junger Hahn 0.00 bis 0.00 Mark; ein Huhn 1.50 — 1.80 Mark; eine Ente 2.00 bis 2.50 Mark; eine Gans 0.00 bis 0.00 Mark; Gans, gerupft, 00—00 Pfg., */, Kilogramm. Fische: gewöhnl. Sorte 40 Pfg., bessere Sorte 50 Pfg., Aal 0.90—1.00 Mk., Hecht 0.00 Mk., Bresem 60—70 Pfg., Barben 60 Pfennig, Barsch 80 Pfennig, frische holl. Schellfische 00—00 Pfg., Kabeljau im Ausschnitt 00 Pfg., 1 /s Kilogramm. Gemüse: Meerrettich die Stange 20—25 Pfg., Spargel, Pfd. 00.80—0.90 Mk., Blumenkohl d.St. 0.60—0.80 M., Kopfsalat d. St. 10—15Pf., Endivien, St. 00—00 Pfg.; Rettich, das St. 10—15 Pfg.; Ober- Kohlrabi, St. 15—25 Pfg.; Unter-Kohlrabi, St. 10—15 Pfg., Wirsing, das Stück 00—00 Pfg; Weißkraut, das Stück 00—00 Pfg., Rotkraut das Stück 00-00 Pfg., Sellerie das Stück 15—20 Pfg.; Gurken d. St. 40—50 Pfg., gelbe Rüben b. Pfd. 10 Pf.; neue Erbsen, Pfd. 40 Pf., Neue Bohnen, Pfund 80 Pfg^ Schnittkohl, Pfund 00 bis 00 Pf., Schwarzwurzeln, 1 Pfd. 20—25 Pf., Spinat, 1 Pfd. 15 Pf.; Latliq, Pfd. 00 — 00 Pf.; Schmalzkraul, die Portion 00—00 Pfg.; Kartoffeln, Kilogramm, 6 bis 8 Pfg. — Obst: Erdbeeren, Pfund 2.00 Mark, Aepfel, das Pfund 25—50 Pfg., Birnen, das Pfd. 00—00 Pfg., Zwetschen, d. Hdt. 00—00 Pfg.; Nüsse, das Hdrt. 00—00 Pfg.; Pfirsiche, Pfd. 00 Pfg., Citronen, das Stück ö—7 Pfennig, Apfelsinen das Stück 5—10 Pfennig; Paradiesäpfel, das Pfund 00—60 Pfg. Verschiedenes: Butter, das Pfd. 1,30-1,45 Mk.; Käse, 1 Stück 4-6 Pfg.; Eier, das Stück 5—9 Pfg.; Gänseeier, Stück — b. 00 Pfg., Zwiebeln, 1 Pfd. 10-12 Pf.; Welschkorn, 1 Pfd. 0—0 Pfg^ Radieschen, Bündel 4—5 Pf.; Kastanien, Pfd. 00 Pfg.; Weizenmehl, 1. Sorte 00 Pfennig; 2. Sorte 00 Pfg., 3. Sorte 00 Pfennig; eine Spansau 0—0 Mk.
Schiffsberichte.
Mitgeteilt vom Vertreter des Norddeutschen Lloyd in Bremen, M. Schuster, Fahrstraße Nr. 1.
Der Dampfer deS Norddeutschen Lloyd „Rhein" ist am 12, Mai wohlbehalten in Baltimore angekommen.
: Alle Inserate, =
die für den „Hanauer Anzeiger" aufgegeben werden, erscheinen gleichzeitig, und zwar unentgeltlich, in den Nebenausgaben des „Hanauer
Anzeigers", dem
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und dem
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Amtliches Organ für den Amtsott Langenselbold.
Inserate in dem „Fjanauer Anzeiger" sind daher von durchschlagender Wirkung.
Drahtnachrichten
Zur Reichsversicherungsordnung.
Berlin, 13. Mai. Zur Ermittelung der Kosten, welche durch die Einrichtung der Verücherungsämier nach der Rcichsversicherungsordnung entstehen würden, hat sich eine Kommission unter dem Vorsitz des Direktors der sozialpolitischen Abteilung im Reicksamt des Innern nach der Rheinprovinz begeben. Nach Pfingsten soll die Provinz Pommern besucht werden.
Dom Hansabimd.
Berkin, 13. Mai. Der Hansabund hat eine Abteilung zur Förderung der Inleressen des gewerblichen Mittelstandes gebildet, deren Aufgabe die Kreditorganisation für den Mittelstand, insbesondere die Beleihungen offener Buchforderungen bildet.
Roosevelt in Berlin.
Bertin, 12. Mai. Der französische Botschafter gab abends zu Ehren Roosevelts e'N Diner, wozu außer der Familie Roosevelt der amerikanische Botschafter und sämtliche Sekretäre beider Botschaften geladen waren. Nachher empfing Roosevelt die Mitglieder der amerikanischen Kolonie in der amerikanischen Botschaft.
Verschieden.
Lyon, 13. Mai. Der Aviatiker Michelin ist seinen Verletzungen erlegen, ohne das Bewußtsein wiedererlangt zu haben.
Die Finlandvorkage.
Petersburg, 14. Mai. Die Kommission der Duma für die Finlandvoilage beendete die Beratung und nahm folgende Abänderungen an: Die Frist der Mandate der finischen Mitglieder des Reichsrates wird von neun auf drei Jahre herabgesetzt. Die Zahl der finischen Mitglieder des Reichsrates wird auf zwei statt auf eins festgesetzt, dagegen wird die Zahl der finischen Mitglieder der Duma von fünf auf vier herabgesetzt, indem ein Vertreter der russischen Bevölkerung Finlands gestrichen wird. Der von dem Mitglied der extremen Rechte, Markow, Angebrachte Antrag, das Gouvernement Wiborg Rußland einzuverleiben, wurde mit sieben gegen fünf Stimmen abgelehnt.
Verschoben.
London, 13. Mai. Dem Wunsche der Königin-Witwe entsprechend ist die Versiegelung des Sarges, die abends stattfinden sollte, wie die Aufbahrung im Thronsaal, wom von morgen ab bevorzugte Persönlichkeiten Zutritt erkalten sollten, verschoben worden. Für die Aufbahrung im Thronsaal ist der Thron von seinem Platze entfernt worden. Unter seinem karmoisinroten, von der Krone überragten Baldachin ist ein Altar errichtet. Derselbe ist mit einem weißen mit Gold besetzten Tuch bedeckt, von Kandelabern, sowie mit einer Masse von weißen Blumen verschwenderisch umgeben. Vor dem Altar steht der mit Purpur bedeckte Katafalk. An seinen vier Ecken stehen riesige, mit großen Lichtern besteckte Kandelaber. An dem vom Altar am weitesten entfernten Ende des Katafalks befinden sich zwei Gebetstühle. Sobald der Sarg auf den Katafalk gestellt ist, wird er mit einem Bahrtuch bedeckt. Die Krone, das Zepter und die anderen königlichen Embleme werden auf dem Sarge ruhen. Gardegrenadiere werden um den Katafalk Wache halten.
Unwetter.
Prag, 14. Mai. Gestern nachmittag ging ein Wolkenbruch von P/äftünbiger Dauer nieder, der mannigfachen Schaden anrichtete. Auf einem Felde in der Umgebung von Prag wurde der Ingenieur Adalbert Czerny vom Blitz getötet. Der Regen dauerte mit Unterbrechungen fort.
Paris, 13. Mai. Von der Küste, namentlich aus Lorient, La Rochelle und Rochefort, kommen Meldungen von andauernden Stürmen, die schweren Schaden verursacht haben. Eine Anzahl Boote wurden auf Strand geworfen und zerbrochen, mehrere Seeleute sind ertrunken.
Untersuchung.
Paris, 14. Mai. Mehreren Blättern zufolge wurde infolge der Anzeige eines hiesigen Juweliers gegen die bekannte Gründerin und Leiterin des Tuberkulose-Sanatoriums in Ormessen, Schwester Candide, eine gerichtliche Untersuchung eingeleitet. Schwester Candide soll, um den Bestand ihres Sanatoriums zu ermöglichen, versucht haben, Geld auf verschiedenste Weise aufzutreiben, u. a soll sie von einem Juwelier Edelsteine im Werte von 800 000 Fr. zum Verkauf übernommen haben: da sie aber weder das Geld, noch die Edelsteine rechtzeitig zurUckerstattete, strengte der Juwelier Klage an. Schwester Candide erklärte einem Berichterstatter, sie sei lediglich das Opfer widriger Verhältnisse geworden, habe aber selbstverständlich nicht die geringste Veruntreuung verübt.
Erlaß.
Paris, 14. Mai. Das Amtsblatt veröffentlicht einen Erlaß, durch den dem Deputierten Jonnart das Amt als Generalgouverneur von Algerien für weitere sechs Monate übertragen wird. Das in der letzten Zeit verbreitete Gerücht, Jonnart. wolle wegen der durch die Uenza-Angelegen- heit hervorgerufenen Schwierigkeiten von diesem Posten zurücktreten, erscheint hierdurch widerlegt.
Selbstmordverfnch.
Paris, 14. Mai. Generalstabshauptmann Louis Martin, ein Bruder des vor einiger Zeit wegen Betrugs verurteilten Henry Mariz, verübte einen Selbstmordversuch, indem er sich eine Revolverkugel in den Kopf jagte. Seine Verletzung ist ebensgemhrlich. Ueber die Ursache der Verzweiflungstat ist noch nichts bekannt.
Das Automobil.
Paris, 14. Mai. Der vormalige Präsident wurde gestern von einem Automobil zu Boden geworfen alS er beim Ueberschreiten der Straße einem anderen Wagen ausweichen wollte. Er trug nur eine leichte Wunde an der Hand davon.
Großseuer.
Stettin, 13. Mai. In Alt-Sarnow wurden durch ein bei heftigem Sturm sich rasch verbreitendes Feuer sieben Geholte und insgesamt sechzehn Gebäude niedergelegt. Dem Vernehmen nach liegt Brandstiftung vor.
Verhaftet.
Teilchen, 13. Mai. Auf dem Weisenhofer Bahnhof wurde ein Einbrecher Walter, der aus Berlin angekommen war, verhaftet. Er hatte dem Gutsbesitzer Schönfelder ans Weiglitz 30000 Mark entwendet.
Giftige Beeren.
Schweidnitz, 13. Mai. In Michelsdorf erkrankten plötzlich acht Kinder nach dem Genusse von giftigen Beeren, di» sie gefunden hatten.
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Santiago de Chike, 13. Mai. Die Regierung vereinbarte mit einer englischen Firma den Bau einer 500 Kilometer langen Eisenbahnstrecke, durch die das Zentrum des Landes mit der Salpetergegend verbunden werden soll. Die Kosten beiragen vier Millionen Pfund Sterling.
Christiani«, 14. Mai. Das Odelsthing nahm mit 71 gegen 10 Stimmen einen Antrag betreffend die Erweiie- rung des jetzt bestehenden kommunalen Wahlrechts für die Frauen, zum allgemeinen kommunalen Wahlrecht für Frauen an. Durch die Erweiterung des Wahlrechts wird die Zahl der wahlberechtigten Frauen um über 200 000 erhöht.
Trier, 14. Mai. Eine spätere Meldung berichtigt die Nachricht von der Wiederherstellung des Friedens im Baugewerbe hierselbst dahin, daß es sich nur um die dem katholischen Verbände angehörenden Bauarbeiter handelt, die etwa die Hälfte der bisher Ausgesperrten darstellt.
Auszüge aus dem Amtsblatt der Königlichen Negierung zu Cassel.
Fechenheim. Im Wege der Zwangsvollstreckung sollen die in der Gemarkung Fechenheim belegenen, im Grundbuche von Fechenheim zur Zeit der Eintragung des Versteigerungsvermerkes auf den Namen des Kaufmanns Karl Theodor Sommer und Ehefrau, Marie Elisabeth, geb. Wöll, in Fechenheim eingetragenen Grundstücke am 29. Juni 1910, nachmittags 4 Uhr, durch das Königliche Amtsgericht zu Bergen — im Rathaus in Fechenheim — versteigert werden.
Patentliste.
Mitgeteilt vom Patent- und technischen Bureau Eonrad Köchling, Ingenieur, beeidigter Sachverständiger beim Königlichen Landgericht Hagen L W.
Broschüre „Patentwissenschaft" kostenlos.
Frankfurt a. M., Neue Zeil 92.
Patentanmeldungen. Halter für Kohlenbürsten. O. Aue. Hanau a. M.
Patenterteilungen. 222 584. Verfahren zur Herstellung eines kunstholzartigen, insbesondere m Bekleidungen, Rinnen und sonstigen Drehlingen für Pissoirs und Aborte geeigneten Baumaterials. H. Amend, Hanau a. M.
Gebrauchsmuslererteilungen. An eine Druckwasser- leitung angeschlossenc MilchkannenreinigungSanlage mit mittelst Turbine sich drehender Milchkanne und feststehenden Bürsten. Ph. R. Frey, Guntersblum, Rheinhessen. — In Papierbülse verpackte Pulverladung zum leichten und genauen Füllen von Patronen mit rauchschwachem Pulver. W. Franz, Fechenheim.
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den „gannner inniger“
(General-Anzeiger)
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Pflege deine Stimme.
Nicht nur im strengen Winter, sondern sozusagen das ganze Jahr hindurch gebrauchen viele Menschen regelmäßig irgendeine Tablette oder Bonbon, um ihre Stimme zu pflegen, sie vor Katarrh zu schützen. Deshalb ist es nicht verwunderlich, daß die in der Schweiz seit 60 Jahren geschätzten Wybert-Tabletten auch in Deutschland leichten Eingang gefunden haben. Denn eine einzige Probe davon zeigt sofort deren einzigartige Wirkung auf die Stimme.
Hustenreiz, Heiserkeit, Verschleimung verschwinden sofort nach deren Gebrauch und soviel steht fest: Wer einmal die angenehmen Eigenschaften der Wybert-Tabletten erprobt hat, wird dieselben nie mehr missen wollen. Wybert-Tabletten sind daher für Sänger, Raucher, Redner, Sportsleute und alle, die ihre Stimme pflegen wollen, ein unentbehrlicher Begleiter. In Original schachteln ä Mk. 1.— sind dieselben in den Apotheken erhältlich Depots in Hanau: Hof-Âpot'ieke, Markt 19, Engel-Apotheke, Markt 12 und Altstadt-Apotheke, 19,17