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General-Anzeiger

Amtliches Organ für L'tadt- na) FandKreis Kanan.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sann- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

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Ml. 86 Zyernfprechanschlusr Nr. 605.

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Amtliches.

Eandkreis fianau.

Diejenigen der Herren Bürgermeister, welche noch mit der Erledigung meiner Verfügung vom 25. Februar 1910, V 1259 (abgrdruckt in Nr. 48 des ^Hanauer Anzrigersâ vom 26. Februar 1910) betreffend Einstampfung der vor dem 1. Januar 1895 in Gebrauch gewesenen Stenerkaiaster vn Rückstände sind, werden hieran mit 5tägiger Frist erinnert.

Hanau den 14. April 1910.

Der Königliche Landrat.

V 1289 Frhr. Laur.

Stadtkreis Hanau.

Unter Bezugnahme auf meine Kreisblattbekanntmachung vom 21. Februar d. I., M 817, betreffend daS diesjährige Musterungsgeschäft bringe ich hiermit zur öffentlichen Kenntnis, daß die Verhandlung der sämtlichen, durch Zurückstellung nicht erledigten Reklamationen des Stadtkreises Hanau und Klassifikation nicht am 19., sondern am 18* d. Mts. hattfindet.

Hanau den 12. April 1910.

Der Königliche Landrat.

M 1484 I. V.: Dr. v. Waldow.

Bekanntmachung.

Die Arbeiten zur Verlegung einer Tonrohrleltnna in der Kurfürst enstraße sollen unter Zugrundelegung der Bedin­gungen für die Bewerbung um Arbeiten und Lieferungen für die Stadt Hanau öffentlich vergeben werden.

Die Verdingungsunterlagen liegen im Rathaus, Zimmer 22. zur Einsicht aus und können von dort bezogen werden.

Verschlossene, mit entsprechender Aukschrift versehene An­gebote sind bis zum Eröffnungstermin am Samstag den 16. d. Mts., vormittags 1P/e Uhr, einzureichen.

Die Eröffnung der Angebote erfolgt im Beisein etwa erschienener Anbieter.

Zuschlagsfrist 3 Wochen.

Hanau den 11. April 1910.

Der Magistrat.

Dr. GebeschuS. 9053

Königliches Gymnasium.

Die Kohlenliefernng für daS Rechnungsjahr 1910 (700 Zir. Anthracit Nuß II und 75 Ztr. gewöhnliche Nuß II) soll unter Abschluß eines Vertrags an den Mindestfordernden veroeben werden. Angebote (einschleßlich sämtlicher Trans­portkosten) erbitte ich versiegelt mit Unterschrift und Angabe der Bezugsquelle (Seche) bis zum 25. d. MiS. Die

Der erste Kranz.

Von Otto Schwarz*)

. . l Nachdruck verboten.)

Sie wurde gefragt, nach welchem Akt ihr der Kranz über- reicht werden sollte.

Sie tat erstaunt.Ein Kranz 1 Mir? Nein, daS ist nicht möglich, das muß ein Irrtum sein. Wirklich mir?"

»Ja". Nach welchem Akt?

Nun, nach dem zweiten Akt".

Sie hatte Aktschluß, und war also klug. Denn eS ist eine alte Erfahrung, daß wer die Pointe auSgibt, den Tank für die Entwicklung auch noch mit erhält.

Der Vorhang fiel, der Kranz wurde auf die Bühne ge­reicht.

Sie tat erstaunt, wurde verlegen, nahm den Kranz zögernd, ireubig bewegt, gerührt. Sie war geradezu köstlich in ihrer hilflosen Bescheidenheit. Bald sah sie erstaunt den Kranz an, bald fragend in das Publikum, und es sah einen 'Moment aus aber einen Moment nur! als wollte sie den Kranz in Jfyrer Bescheidenheit einer älteren Kollegin überreichen. Sie besann sich aber doch noch rechtzeitig, und dankte nun nach allen Seiten, wie wenn jeder Einzelne an der Gabe beteiligt gewesen wäre. Der Vorhang rollte endlos.

Endlich fiel er doch ein Letztesmal.

Erhobenen Hauptes verließ sie die Bühne. Trium- phierend, höhnisch durchschritt sie die Reihen der Kolleginnen und Kollegen, hochmütig lächelnd dankte sie für die Glück­wünsche.

Ein Brief entfiel dem Kranz; er war unverschlossen. Ihre Rivalin hob ihn heimlich auf. Die Neugier stach sie. Sie entnahm das Schreiben dem Kuvert und las:

23 Mark 50 Pfennig" für einen bestellten Kranz mit Schleife und angegebener Widmung in Golddruck dankend erhalten

Hofgärtnerei Paradies".

*) Aus einer Sammlung StudienMimen" betitelt. Von dem Veranstalter des am 18. April in der Cerrtralhalle staUfindenden RetitatiovsaLard.

Donnerstag den 14. April genaueren Bedingungen können an Werktagen zwischen 11 und 12 Uhr vormittags beim Schuldiener eingesehen werden. Hanau den 13. April 1910.

Der Kgl. Gomnasialdirektor.

D r. Braun. 9051

In das hiesige Handelsregister Abteilung B ist unter Nr. 4 eingetragen:

Firma: Oppenheimer und Wahl, Gesellschaft mit beschränkter Haftung in Mainkur bei Bergen.

Gegenstand deS Unternehmens ist der Vertrieb von Gummiabfällen und anderen Rohprodukten, sowie die Um­arbeitung von Gummi in Vi alten und Fellen. DaS Stammkapital beträgt 45 000 Mark. Geschästs'ührer ist der Kaufmann Salomon Oppenheimer in Frank­furt a. M., Röderbergweg 43. Der Gesellschaktsvertrag ist am 26. März 1910 festgejtellt. Hat die Gesellschaft 2 Geschäftsführer, so haben die Geschäftsführer zusammen zu zeichnen, um die Firma rechtsverbindlich zu verpflichten. Die Gesellschaft ist auf die Dauer von 10 Jahren errichtet. Soll die Gesellschaft dann fortgesetzt werden, so bleibt die rechtzeitige Aenderung deS Gesellschaftsvertrags vorbehalten. Die Bekanntmachungen der Gesellschaft erfolge» im Deutschen Ntichsanzeiger.ä

Bergen den 9. April 1910.

__ Königliches Amtsgericht. 9131 Gefundene und verlorene Gepenstönde re.

Gefunden: 1 lederner Geldbeutel mit 3,58 Mk. und 1 Schlüffelchen, 1 lilablauer Gürtel mit stähl. Schnalle, 1 bunter Gummi-Damengürtel.

Zugelaufen: 1 junge schwarzbraune Teckelhündin, 1 junger schwarzbrauner Wolfshund hl Geschl.

Hanau den 14. April 1910.

politische Rundschau.

Die Verabschiedung des kommandierenden Generals des IX. Armeekorps, Generals der Infanterie Frhrn. von Dietinghoff ist gestern bekannt gegeben worden; er wurde zur Disposition und & Ja suite deS Kürassier-RegimentS Königin Nr. 2 gestellt. An seiner Stelle wurde der Kom­mandeur der 22. Division in Cassel, Generalleutnant Frhr. v. Plettenberg, unter Beförderung zum General der In­fanterie zum kommandierenden General deS IX. Armeekorps ernannt. Die 22. Division erhielt der Generalleutnant von Clasr, bisher Kommandeur der 11. Infanterie-Brigade in Brandenburg; mit der Führung dieser Brigade wurde Oberst v. Drossel, Kommandeur des Infanterie-Regiments Nr. 26, beantragt. Außerdem wurde der Generalleutnant Frhr. von

Die Komctcnnacht.

Don Wilhelm Bölsche.

(Nachdruck verboten.)

DaS Jahr deS Heils 1910 wird als großes Kometenjahr in der Erinnerung fortleben. Schon hat eS auch eine gar beträchtliche Kometenliteratur hervorgebracht, in der sich, wie in den meisten menschlichen Dingen, Gutes und lieble! wunderlich mischt. Einen dauernden Platz in dieser Literatur aber wird die treffliche Schrift behaupten, die der allgemein bekannte und geachtete Wilhelm Bölsche unter dem Tirel Komet und Weltuntergang" demnächst bei Eugen Diederichs in Jena Heraußbringt. Mit gründlicher Kenntnis des Gegen­standes und bekannter Meisterschaft des Stils wird in dieser Schrift die Geschichte unseres Wissens von den Kometen, und insbesondere unseres Wissens von dem Halleyschen Kometen auf ebenso anmutige, wie interessante Weise vorgetragen, auch das merkwürdige Kapitel der Kometenfurcht und des Einflusses der Kometen auf die menschlichen Dinge geistvoll und vielseitig erörtert. Durch die Freundlichkeit des Verlages können wir aus diesem schönen Werke BölscheS schon jetzt einen Hauptabschnitt mitteilen, einen Abschnitt der besonders interessant ist, weil er gewissermaßen die Gesamtergebnisse, zu denen der Versaffer gelangt, in Kürze summiert.

Welches wird unser Los in der kritischen Nacht vom 18. zum 19. Mai sein?

Nach bet vorläufig Besten und neuesten Berechnung liegt die eigentlich bedeutsame Nachtstunde für uns in Deutsch­land genau zwischen morgens 3Uhr 22 Minuten u n d 4 U h r 22 Minuten. Sie gehört plfo nach unserer bürgerlichen Notierung bereits dem 19. Mai an. während der Astronom sie nach seiner Berechnungsart noch zum 18. Mai zählt. Ueber eventuelle Verschiebungen des engeren Termines werden im letzten Momente ja noch alle Zeitungen wie bei einer wichtigen Theaterpremiere berichten.

In dieser Stunde also geht der Komet genau zwischen der Sonne und unserer Erde durch. In Australien, in der Südsee und in Ostasien wird man direkt beobachten können, I wie der Kometenkopf scheinbar in bie Sonnenschsibe eintritt,

^ernsprechanschlntz Nr. 605. 1910

Egloffstein, Gouverneur von Straßburg, zum General bei Infanterie und der Generalleutnant Graf von Schluffen, Gouverneur von Mainz, zum General her Kavallerie be­fördert.

Englische- Unterhalt-. Graf Winterton (Tons.) fragte an, ob das Abkommen zwischen England und Deutsch­land betreffend die deutschen Interessen auf der Schantung- Halbinsel und die englischen Interessen im Dangtse-Gebiet im vorigen Jahre auf daS Verlangen von Deutschland füi veraltet oder unwirksam erklärt worden fei und ob infolge­dessen Deutschland mit Erfolg das Recht in Anspruch ge­nommen habe, an dem Projekt der Hankau-Canton-Bahv einen Anteil zu haben. Unterstaatssekretär Mae Kinnon Wood erklärte: daS Abkommen sei im Jahre 1898 von englischen und deutschen Finanzgruppen in den beiden er­wähnten Distrikten vereinbart worden. Es sei keine förm­lich« Vereinbarung seitens der beiden Regierungen. Daß Abkommen sei nicht aufgehoben worden, aber die deutsch« Gruppe habe im Verein mit der englischen erklärt, daß ei im Fall einer Anleihe für die Hankau-Canton-Bahn und die Hankau-SzechuanBahn keine Anwendung finde und man habe es nicht für ratsam gehalten, diese Behauptung anzu- fechten, waS nur zu einem scharfen Wettbewerb zwischen den verschiedenen Jnteressentengruppen geführt haben würde.

In bet Reich-duma wurde gestern ein vom Finanz- minister eingebrachter Gesetzentwurf betreffend die Maßregeln zur Beseitigung der künstlichen Preiserhöhung deS Zuckers beraten. Die Finanzkommission schlägt vor, im Falle bei SteigenS der Zuckerpreise außer der zeitweiligen Einstellung der Rückzahlung der Steuer für exportierten Zucker die Ein­fuhrzölle eine Zeitlang so weit herabzusetzen, daß der Preiß deß auS dem Auslande eingeführten Zuckers den vom Minister­rat für den inländischen Markt festgesetzten Normalpreis nicht übersteigt. Als Termin für die Gültigkeit des Gesetzes ist der 14. September 1912 festgesetzt. Die Duma nahm die Vorlage in der KommissionSfassung mit dem von dem Oklobristen Lerche beantragten Zusatz an, wonach der Ein­fuhrzoll für Raffinadezucker, falls der erhöhte Preis deS RasfinadezuckerS den seitens deS Ministerrates festgesetzten äußersten Preis für Rohzucker um mehr, als einen Rubel übersteigen sollte, zeitweilig so herabgesetzt werden muß, daß der Preis deS aus dem AuSlande eingeführten Raffinadr- zuckerS den äußersten Preis deS Rohzucker- um nicht mehr als einen Rubel übersteigt.

Deutscher HandelStag.

Berlin, 13. April. Der Deutsche HandelStag trat tm Langenbeckhause zu seiner 36. Vollversammlung zusammen, zu der Vertreter der zuständigen Reichs-und Staatsbehörden erschienen waren. Der Staatssekretär de- Innern, Dr. Del­brück. begrüßte den HandelStag im Namen deS Reichskanzlers. Präsident Kämpf teilte mit, daß der HandelStag im Jahr« I um sie erst nach einer ganzen Stunde deS BorbeipassierenS wieder zu verlassen.

Während dieser Stunde aber wird die Erde selbst durch den Kometenschweif gehen, und wenn dieser Schweif angetan wäre, wirklich unsere Atmosphäre mit irgend etwas Schreck­lichem zu versetzen, so würde sich dieses Schreckliche dann alsbald unaufhaltsam durch unsern gesamten LustkreiS ver­breiten müssen.

WaS ist nun in Wahrheit zu erwarten?

Da uns nicht ein Kometenkopf berührt, sondern nur der Ausläufer eines Kometenschweif-, ist el nicht wahrscheinlich, daß wir direkt noch meteorischen Staub von der Stärke in unseren obersten Atmosphäreschichten erhalten, daß ein Stern­schnuppenregen auftritt; schade, denn diese- Schauspiel wäre ebenso ungefährlich wie schön, und eS lohnt«, daß man ein« Nacht darum ausbliebe.

Ausgeschlossen sind nach aller bestehenden Theorie sowohl katastrophenhaite Stoßerscheinungen, wie Gefahren durch ex­plosible oder giftige Stoffe.

Denkbar wäre dagegen zu dem kritischen Termin eine be­stimmte Sorte irdischer Feinwirkung, di« wir diesmal zum erstenmal genau fest stellen könnten, weil wir zum erstenmal bie nötigen Apparate dafür zur Verfügung haben. Auch ihr geht jeder katastrophenhafte. uns und unsere Technik ge­fährdende Charakter ab, dagegen handelt eS sich um di« Möglichkeit von sowohl wissenschaftlich wie technisch wertvollen Feststellungen.

Es wäre nämlich immerhin möglich, daß der Kometen- schweif gewisse seine elektromagnetische Störungen auf unserer Erde hervorriefe.

Bekanntlich gibt eS auf unserem Planeten höchst eigen­tümliche zeitweise Störungen und Stürme innerhalb der ge­heimnisvollen Kraftbetätigungen, die wir elektromagnetisch« nennen und deren Wirksamkeit wir erst in neuerer Zeit ge­nauer zu erforschen und zu verwerten begonnen haben. In stärkeren Fällen durchsausen gewaltige elektrische Erd­ströme die Oberflächenschicht des Planeten und bringen all« unsere Telegraphenleitungen für eine kurze Weile in Heillos, Unordnung, ja außer jeglicher brauchbaren Funktionen. Zu­gleich wird bis in Gegenden, wo man an dergleichen nicht gewohnt ist, eine völlig unLesährlrch«, aber sehr auffällig-