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WâjHrlt- 1,80 TM., monatlich 80 Wg., Mr e* ewtiy »»nnenten mit dem betreuenden Postcmfjcht««.

Sie liMMiiw Nummer kostet 10 Pf».

MMoLionLtrnlk und Verloq der Buchdrucker« der »ereur,

ee, WaiienhauieS in Hanan.

Rr. 61

General-Anzeiger

Avtlilhes Organ für Stadt- und Landkreis Hanan.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

tfrmtfvretfxinfdHiift Nr. 605«.

Montag den 14. März

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Verantwortt. Nedakteur: e. Schrecker in ^nn,

Kernsprechantchlns! Nr. 605. 1910

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Amtliches.

Stadtkreis F)anau.

Sitzung der Stadtverordneten« Versammlung

am Donnerstaa den 17. März 1910 im- Freitag den 18. März 1910,

nachmittags 5 Uhr.

Tagesordnung:

L Grundstückslausch mit dem Domänenfiskus.

?. Ausbau des Auheimerweges.

ö Ausbau der Leipzigerstraße vor dem Lückhardtsschen Hause, Ecke Leipzigerstraße und Spessartstraße.

t. Ausbau der Brnchköbelerlandstraße vom Fasanerieweg bis zur Gustav-Adosiftraße.

^. Festsetzung von Banfluchtlinien auf dem Gelände zwischen Fasanerieweg und Kiausenweg.

6. Fluchlinienplan für die Philippsruher Allee (Strecke Ackergasse Psarraafle).

7. Fluchtlinienplbn für die Straße Nr. 150 und 151 in Kesselstadt.

3. Abänderung der Fluchtlinien der Straße Nr. 116 und 117,

9. Abänderung der Fluchtlinien der Straße Nr. 39 zwischen Lamboystraße und Exerzierplatz.

W. Abänderung der Fluchtlinien -wischen Schwindefurtsiraße, Henri-Blachlärestraße, Grünerweg und Gärtnerei Rödiger.

11. Abänderung des Fluchtlinienplanes für den Teichweg.

12. Gelândeaustausch für den Ausbau der Rüblsiraße.

13. Nachbewill'gung eines Betrages von 180 Mk. für die Gebühren für Auszüge aus den Katasterkarten.

14. Verkauf eines Eckgrundstncks an der Blachièrestraße und am Grüneniveg an den Turn- und Fechtklub zur Errichtung einer Turnhalle.

15. Einfriedigung des Viehmarktplatzes.

16. Bericht Über die Baukontrolle im Jahre 1909.

17. Erhebung von Gebühren für die Prüfung von Plänen der Entwässerungsanlagen und deren Abnahme.

18. Ausarbeitung des Kanälstatuts.

19. Abrechnung über die Herrichtung der VohwinkeNschen Wohnung in der Sandelmühle.

20. Einbau des Sieles in die Karlstraße.

21. Beschaffung von neuen G-^ässern.

22. Ortsstatut der gewerblichen Fortbildungsschule.

23. Schulgeldfreiheit t Volksschule) für die Bewohner deS Hauses Auheimerweq 1 (G'markung Großauheim).

Robert Schomonnsssoiistszenen." tAur Aufführung des Werkes im in. Konzert des Oratorienvereins am 15. März.)

Es ist eine schöne Pflicht unserer deutschen Chorvereine, bte Gedenktage großer Komponisten durch Aufführungen ihrer bedeutendsten Werke festlich zu begehen. Wie im Vorjahre Mendelssohns hundertstes Geburtsjahr durch den Oratorien, verein mit der Wiedergabe verschiedener Chor- und Orchester­werke, die zu den besten ihrer Art zählen, gefeiert wurde, so bietet sich in diesem Jahre die gleiche Erinnerung an den großen Romantiker Robert Schumann. Wer sollte dieses kdlen Geistes nicht in Liebe gedenken, der einen wahren Lieders, ühl'ng geschaffen, dessen innige Töne manchen Schmerz gelindert und jubelnde Freude im Gemüt wachgerufen haben! In fast noch höherem Maße als Mendelssohn hat Schumann die musikalische Welt durch feine tiefe und neuartige Er- sinduugskiasi bereichert und Werke hoher Schönheit auf in­strumentalem und vokalem Gebiet geschaffen. Schumann ist durch und durch Romantiker und setzt damit eine neue und empfindung^volle Seite der nachklassischen Musik zu, die nach vielen Richtungen belebend , wirkte. Dazu kommt noch die leidenschaftliche Ausdrucksweise, die sich in Schumanns Musik offenbart. Wenn auch Schumann auf dem Gebiet der Klaviermusik und des Liedes sein D stes gegeben und hierin zum Teil bahnbrechend gewirkt Hai, so hat er doch auch in den großen Formen der Symphonie und des Oratoriums Werke geschaffen, die zwar nicht konstruktiv das höchste Maß erreichen, wohl aber dem Vesten an Erfindung und reicher Phantasie zuzurechnen sind. Hierzu gehören seine beiden als weltliche Oratorien annisprechenden ChorwerkeDas Paradies und d>e Peri" undSzenen aus Goethes Fmst".

Das letzte Werk wählte der Oratorienverein zu seiner Ehrung Schumanns, weil er diese, jetzt seltener gehörte Komposition zum e r st e n Mal in seiner Originalgestalt mit Orchester vor das Hanauer Publikum bringen will, nach-

24. Beitritt der Stadt bezügl. der Mittelschulkehrer zur Alterszulagenkasse und zur Ruhegehaltskasse der Volks- schullehrer.

25. Nachbewilligung von 500 Mk. für Bekleidung der uniformierten Beamten.

26. Oitsstatut betr. Gewerbeaericht.

27. Belastung einer Feuerwehrleiter.

28. Festsetzung der Bier- und Obstweinsteuer für 1908.

29. Bericht deS Stadtarztes über die Sterblichkeit an Schwindslicht und Krebs.

30. Haushaltsplan der Sammelwa^enmeisterei.

31. Ersatzwahl für die Arbeitsamtskommi'sion.

82. Außerordentliche Revision der Steuerkaffe.

33. Desgl. der Gas- rc. WerkSkasse.

34. Desgl. der Stadthauptkasse.

35. Desgl. der Kasse des Steueramtes und der Stadtwage.

36. DeSgl. der Hebestelle in Kesselstadt.

37. Desgl. der Sparkaffe.

88. Schächten im hiesigen Schlachthofe.

39. Berechnung des Ruhegehalts für die Oberlehrer an der Oberrealschule.

40. Bewilligung der Kosten für den Umbau deS KellerS im Stadllchloß.

41. Anlegung eines botanischen Schulgartens.

42, . Bewilligung von Kosten für Straßenherstellungen. Hieran anschließend geheime Sitzung.

Hanau den 11. März 1910.

Der Stadtverordneten-Vorsteher.

J. V.: Schroeter. 6299

Bekanntmachung.

Die im Stadtschloß iFriedrichsbau) gleicher Erde befind­liche Wohnung, bestehend aus 5 Zimmern und Zubehör ist vom 1. April 1910 ab zu vermieten.

Auskunft wird erteilt im Rathaus Zimmer Nr. 11. Hanau den 11. Januar 1910.

Der Oberbürgermeister.

______________________I. V.: Hild. 1053

MinMf^ AortWiinMille.

Das neue Schuljahr beginnt Montag den 4« April früh 7 Uhr.

Anmeldungen werd n in der Zeit vom 14« bis 18. März, täglich von It bis 12 Uhr vor- mittags, im Sckulhause, Gärtnerstraße 67, entgegen- genommen. Geburtsschein und letztes Schulzeugnis sind vorzulegen.

Verpflichtet zum Besuche der kaufmännischen Fortbildungs­schule sind alle im Bezirk der Stadt Hanau in HandelS-

dem vor einer Reihe von Jahren dieFaustszenen" ledigltch mit Klavierbegleitung aulgesührt morden waren.

Wenn wir kurz darauf Hinweisen, daß Schumann nicht beabsichtigen konnte noch wollte, die eigentliche Fausttragödie in Musik zu letzen, so sagen wir etwas nahezu Selbstverständ­liches. Die innere Berechtigung, verschiedene Szenen der Dichtung herauszugreifen und mit musikalischem Leben zu erfüllen, lag nicht blos in der absoluten Zwecklosigkeit Goethes Werk als Ganzes zu komponieren, sondern auch in der künstlerischen Möglich­keit, einen weltbekannten Stoff auch in Einzelepisoden wirkungsvoll musikalisch auszug- stallen, ja sogar nach des Dichters Intentionen noch zu illustrieren. Der Beweis hier­für wird erbracht, wenn wir uns der Schumann'chen Kom­position hingeben und ihre überreichen Schönheiten auf uns wirken lassen.

Nach der Ouvertüre hat Schumann aus dem ersten Teil der Tragödie nur eine zusammeugrdrängte Szene im Garten mit Faust und Gretchen in ihrem ersten Zwiegespräche, feiner Gretchen vor dem Bilde der Mutter Goties uiib die Domszene komponiert. Diese 3 Szenen sind zur ersten Ab­teilung des Werkes gruppiert. Alles übrige hat der Kom­ponist dem 2. Teil der Dichtung entnommen. Zur zweiten Abteilung benutzt Schumann aus Goethes 2. Teile den An­fang des 1. Aktes, der .schon von Goethe ganz der Musik geweiht ist. Ariel beginnt seinen wund rooHen Gesang, um dem ermüdet hingesunkeuen Faust den Schlummer zu bringen; dazu treten im Chor die Schaar en der Ellen, die wieder von Ariels G iaug abgelöst werden, bis Faust, ^n neuer Tat­kraft erwacht, den großen Monolog anstimmt, dem Schumann in feiner Mnsik einen hinreißenden Ausdruck verleiht. Hier­an schließt sich aus dem 5. Akt die Szene der vier grauen Weiber: Mangel, Schuld, Sorge und Not, die Schauerszene der Lemuren, jener Halbwesen, die unter Aussicht des Mephistopheles im Beisein deS erblindeten Faust dessen Grab ausbeben und endlich die ergreifende Schilderung von Faust's Tob,

geschälten beschäftigten Gehilfen und Lehrlinge, die das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet haben; ausgenommen sind diejenigen, welche den Besitz des Zeugnisses über die wissen­schaftliche Befähigung für den einjährig-freiwilligen Dienst nachweisen.

Kaufmännische Gehilfen und Lehrlinge, welche zum Be» suche der kaufmännischen Fortbildungsschule nicht verpflichtet sind, können gegen Zahlung des festgesetzten Schulgeldes zur Teilnahme am Unterricht vom Kuratorium zugelassen werden.

Zu näherer Auskunft ist der Unterzeichnete gern bereit. Hanau den 11, März 1910.

Der Direktor.

B. Pfeifer._________________ 6033

Stehen geblieben; auf dem Wochenmarkt ein Damen- Regenschirm. Abzuholen auf dem Geschäftszimmer der Armen* Verwaltung. 6301

Hanau den 12. März 1910.

Gefundene nnd verlorene Gegenstände rc.

Gefunden: 1 gelbe« Ledertäschchen mit weißem Taschen­tuch, 1 grünes Ledertäschchen mit 2 Schlüsseln und 1 weißen Taschentuch, 6 kleine Schlüssel an einem gelben Kettchen, 2 alte Pferdedecken, 1 Einlagebuch für Jüngling II., 1 Paar graue Glacehandschuhe, 2 alte weißleinene Frauenhemden. Verloren: 1 Paar braune Damen-Glacèhand schubs Zugelaufen: 1 grauer Pinscher m. Geschl.

Hanau den 14. März 1910.

.. I ....... II» -agaa

politische Rundldrau.

Die ManneSmann-Angelegenheit.

Berlin, 13. März. DieNordd. Allg. Ztq.- schreibt in ihrer Wochenrundschau: Die ManneSmann-Angelegenheit, die seit einer Reihe von Monaten in der Presse und auch im Reichstag lebhafte Erörterungen hervorgeruken hat, ist Gegen­stand einer dreitägigen Besprechung in der Budgetkommission deS Reichstages gewesen. Die Erörterungen zeigten, wie in der Sache verschiedene Rechtsauffassungen gegenüberstehen. Die vom Auswärtigen Amt von Beginn an geltend ge­machten Anschauungen sind in keiner Weise erschüttert. Bei allem Bestreben, die deutschen Interessen auch in Marokko mit größtem Nachdruck zu fördern, ließ sich daher das Aus­wärtige Amt nicht zu einer Haltung bewegen, die mit den unter seiner Mitwirkung und auch zum Teil auf seine An­regung abgeschlossenen internationalen Abmachungen hätte in Widerspruch geraten müssen. Demgemäß erklärte Staats­sekretär v. Schön in der Kommissionssitzung am Freitag im Auftrage des Reichskanzlers, daß daS Auswärtige Amt an der Rechtsauffassung sesthalte, die seiner Behandlung der deutschen Bergwerksinteressen in Marokko zu Grunde gelegen habe. Diesen Interessen werde innerhalb des durch die

In der 3. Abteilung schildert Schumann die Erlösung Fausts, wie sie im Schluß deS 5. Aktes der Dichtung wiedergegebcn ist. Auch hier kommt der Dichter einer musi­kalischen Behandlung auf halbem Wege entgegen. Der Ort der Seligkeit ist in verschiedenen Abstufungen belebt von er­lösten Geistern, deren Beseligung, nach Stufen geordnet, zu­nimmt. Es ist die Wohnung der Himmlischen, welche sich allmählich dem Throne der Mater gloriosa, der Himmels­königin, nähern. Die tiefste Region bildet der Chor heiliger Anachoreten mit dem herrlichen Gesang:Waldung, sie schwankt heran" ; eS folgt der Einzclqesang der 3 Führen­den, des pater ecstaticus, profundus und seraphicus. Diese, die mittlere Region der Seligkeit einnehmend, leiten Chöre seliger Knaben; Enqelchâre steigen mit FaustS Seele nach oben; als Doctor Marianas erblickt der alles Irdischen und Sündlichen entkleidete Faust die Königin deS Himmels, der er1 einen herrlichen Gelang weiht. Schumann läßt dann eine rührend schlichte MelodieDir, den Unberührbaren" querst voit Marianus, dann Männerstimmen und schließlich dem vollen Chor an stimmen, bis dann unter den Büßenden Gretchen erscheint und in überaus süßem Gesang die Seele Fausts zu der höchsten himmlischen Region entführt. In dem Chorus mysticusAlles Vergängliche ist nur ein Gleichnis" hat Schumann alle Mittel, die sich ihm darboten, zu­sammengefaßt, um das Werk wirkungsvoll ausklingen zu lassen. Zwei 4 stimmige Chöre und daS (Soloquartett ver­einigen sich hier zu 3 Klanggruppen, die in kunstvoller Ab­lösung die Motive übernehmen und vereint zu Ende führen.

Die Tonschöpfung setzt einen recht komplizierten Apparat von AuSführenden voraus: Doppelchor zu 8 Stimmen, 5 Solisten als Vertreter von Einzelrollen und 5 weiters Einzelstimmen für Frauenquartett, Terzett und Sextett. Die Hauptpartie des Faust ist musikalisch sehr reich bedacht und gehört zum Schönsten, was Schumann geschrieben, Ueberaus zart und sinnig in Tönen ist die Rolle des Gretchen ausgesialtet: die ganze Empsindungswärm» Schz»