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General-Anzeiger

Amtliches Organ für Mt- und Fan-Kreis Zanas.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

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Mk. 84 Zyernsprechanschltts; Nr. 005»

Dienstag den 12. April

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ftmifWd)<Mifd)(nfi Nr. 605» 1910

Amtliches.

Candhreis Ranau.

Die Herren Bürgermeister ersuche ich, die alsbaldige Einreichung der Nachtrags-Verzeichnisse über Kreis- hnndestener für das abgelaufene Vierteljahr und die Ab­lieferung der Beträge an die Kreiskommunalkasse zu ver­anlassen.

Hanau den 8. April 1910, Der Königliche Landrat.

A 1725 F rh r. Laur.

Stadtkreis F)anau. Bekanntmachung.

10 000 Mk. Stlstunar««lder sind ,n 4'1«/. gegen erftstellige Hypothek auszuleihen. Näheres Rathaus. Zimmer Nr. 4.

Hanau den 7. Avril 1910.

Stadthanptkasse. 8701

rnusgcvor.

Der Landwirt Wilhelm Mohn 2r hier, Steinweg 45, und dessen Ehefrau Margaretha Mohn geb. Dreßler daselbst haben da« Aufgebot zum Zwecke der KraitloS- erklârung der angeblich abhanden gekommenen Hypotheken­briefe über die im Grundbuche von Langenselbold Blatt Nr. 2594 in Abt. III unter Nr. 1 und 2 für sie die An­tragsteller eingetragene Hypotheken von 4000 Mark und 1000 Mark beantragt. Der Inhaber der Urkunden wird aufgefordert, spätestens in dem auf den

18. Oktober 1910, vormittag- 9 Uhr, vor dem unterzeichneten Gericht anberaumten Aufgebotstermine feine Rechte anzumelden und die Urkunden vorzulegen, widrigen­falls die Krastloserkläritng der Urkunden erfolgen wird. Langenselbold den 2. April 1910.

______Königliches Amtsgericht. 8837

Konkursverfahren.

In dem Konkursverfahren über daS Vermögen deS Kauf­manns Samuel Simon in Hanau, Inhaber« der Firma Samuel Simon wird Termin zur Abnahme der vom Konkursverwalter gelegten Schlußrechnung, zur Erhebung von Einwendungen gegen da« Schlußverzeichni« und zur Beschlußfassung der Gläubiger über die nicht verwertbaren

Die taiiimiiij litt WltiilIHm Äugend für die Leibesübungen.

time Arbeit im Dienste der Zukunft deS deutschen Bölkes und deS Vaterlandes (Fortsetzung.)

Den gleichen Standpunkt teilten die Mitglieder der be­reits erwähnten Berliner Konferenz. Sie haben ihn in folgenden Beschlüssen niedergelegt:

»DaS einzige Mittel, alle Angehörigen dieser Alters­stufen in die körperliche Ausbildung einzubezirhen, ist die Durchführung der PflichtfortbildungSschule für alle Knaben und Mädchen des 14. bis mindestens 17. Lebensjahres und die EiElhrung körperlicher Uebungen in den ErziehungSplan

3n den Lehrplan der landeSgesetzlichen Fortbildungs­schule ist die Pflege von Leibesübungen in mindesten- zwei Wochenstunden für alle For'bildnngsschülrr verbindlich rinzu- fügen, und zwar ohne Rücksicht darauf, ob die einzelnen Schulen nach diesem Gesetz einen direkten oder einen indirekten FortbildungSschulzivang haben."

Zur Erreichung dieses Zwecke« erklärte die Konferenz weiterhin als notwendig:

a)Gin Reichsgesetz, da- in Abänderung de- § 120 der Gewerbeordnung den Erlaß deS dort erlaubten O,ts- staNltS für Gemeinden mit mehr al- 20 000 Einwohnern verbind ich macht;

b) den Erlaß von Bunde-gesehen in sämtlichen Bundes­staaten, wodurch der Besuch der Fortbildungsschule für alle aus der Volksschule entlassenen Knaben und Mädchen ver­bindlich gemacht wird."

In denjenigen Siaaten, die bereits im Besitz der Pflicht- ^rtbildnngsschule sind, wird dir Einführung geregelter Leibes­übungen schneller und leichter möglich fein, als in den andern; trotzdem werden sich bedeutende Schwierigkeiten -ntgege,'stellen. Sie sind zunächst technischer Na'ur. Zur Durchführung der geplanten Maßregel sind Turnhallen mit

VermögenSsiücke sowie zur Anhörung der Gläubiger über die für den Verwalter und die Gläubigerausschußmitglieder fest- -»setzenden Vergütungen anberaumt auf den

11. Mai 1910, vormittags 11 Nhr, vor dem Königlichen Amtsgericht 5 in Hanau Markt­platz Nr. 18 Zimmer Nr. 5.

Hanau den 7. April 1910.

Königliches Amt-aericht 8. 8909

Konkursverfahren.

An dem Konkursverfahren über daS Vermögen deS KaufmannS Konrad Hestermann in Hanau, Inhaber- der Firma Koch & Hestermann in Hanau wird Termin zur Prüfung der nachträglich angemeldeten Forderungen auf den

1L Mai 1910, vormittags 11»/» Nhr, vor dem Königlichen Amtsgericht 5 in Hanau Markt­platz Nr. 18 Zimmer Nr. 5 anberaumt.

Hanau den 7. April 1910.

Königliches Amtsgericht 5. 8911

Bekanntmachung.

Die Königliche KreiSkasse hier bleibt am Donners­tag den 14. d. Mts wegen auswärtiger Dienstgeschäste de- Rentmeister« geschlossen.

Hanau den 8. April 1910.

Königliche KreiSkasse.

Gefunden auf dem Wochenmarkt: 1 Kopftuch. Ab­zuholen auf dem Geschäftszimmer der Armenverwaltung.

Hanau den 11. April 1910. 8925

Gcsiiiidcne und verlorene ©enenßiiiibc rc.

Gefunden: 1 Brille mit Futteral, 1 vergold. Ketten­armband.

D erkoren: 1 braunlederne- Herrenporlemonnale mit 17 Mk. 23. P'g., 1 goldener Herrenring mit schwarzgrünem Stein, 1 braune« Herrenportemonnaie mit über 13 Mk., 1 schwarze Damenbuifeder, 1 schwarze- Damenhandtâschchen mit Taschentuch (M. P.) und gold. Zwicker, 1 brauneS Damenporlemonnaie mit 2 Mk. 65 Pfg., 1 lilablauer Gürtel mit stâhl. Schnalle:

Entlaufen: 1 grauer deutscher Schäferhund m. Gelchl., 1 schwarzbrauner Dackel m. Geschl., 1 junger grauer Schäfer­hund (Cäsar), 1 kleiner schwarzh. Hund m. Geschl. (ge­schnittene Ohren, gestutzten Schwanz, Fifi).

Hanau den 12. Avril 1910.

Spielplätzen und Lehrkräfte nötig. Wo Schulturnhallen und geeignete Lehrer nicht oder doch nicht in ausreichendem Maße vorhanden sind, kann in den Vereinen der Deutschen Turner- schast Aushilfe gefunden werden. Auch die Berliner Konfe­renz schlägt diesen AuSweg vor. Der Beschluß lautet:

»Unter Umständen kann bestehenden Vereinen, wenn sie über ausreichende Einrichtungen und Lehrkiäfte verfügen, die regelmäßige Fürsorge für die Körperpflege der schulentlassenen Jugend übertragen werden."

In der Tat wird sich der Staat bei seinen Einrichtungen immer dann den größten Erfolg sichern, wenn er sich auf die Mitwirkung seiner Bürger stützen kann, wa- ja auch bereit« vielfach auf andern Gebieten geschieht. In der Deutschen Turnerschaft ist der Boden für den zu säenden Samen aufs beste vorbereitet und viele Kräfte sind vor­handen, die nur de« Rufes warten. Mancher Verein besitzt eine stattliche Turnhalle oder einen Turn- und Spielplatz; viele verfügen über ständig gemietete, geeignete Säle; die nötigen Turn- und Spielgeräte fehlen nicht und Vereins- turnwarte, die über eine bemerkenswerte, natürliche päda­gogische Begabung für da« Turnen verfügen, sind nicht so selten. In größeren Städten haben überdies die Vereine vielfach geprüfte Turnlehrer «''gestellt; häufig sind auch in kleineren Vereinen Lehrer als Turnwarte oder sonst in der Vereinslcitttng tätig.

Wir sind jedoch nicht so voreingenommen, das Zuge­ständnis zu zinterlassen, daß die Frage, ob und in welchem Umfang die Hilfe eine« Vereins durch eine Schule in An­spruch genommen werden kann, nach Prüfung aller Ver­hältnisse immer von Fall zu Fall entschieden werden muß. Ausdrücklich sei darauf hiug-w'esen, daß wir diesen Vorbehalt als selbstverständlich betrachten. Ebensowenig sind wir da­rüber im Zweifel, daß einer Schule auch das Recht zustehen muß, einen von ihr eingerichteten Unierrichlsgegenstand zu überwachen. Dieser Fall wird besonders dann eintreten, wenn sie etwa einen Verein mit der Durchführung des Turnunter­

PotitiTdie Run dichaa.

Mr die Schluhberatung der Wahlrecht-» Vorlage sind die Fraktionen übereingekommen, keine Ab- Lndenlngsanträge zu stellen und in der Debatte nur kurz, Erklärungen abzugeben. Die Vorlage wird in der Fassung der dritten Lesung Annahme finden. Da- Herrenhaus wird, wie nunmehr feststeht, die Wahlrechtsvorlage am 15. April beraten. Die Vorlage wird von einer 21gliedrigm Kommission vom 18. ab beraten werden. Man nimmt an, daß die Kommission ihre Arbeiten in drei bi« vier Sitzungeo beenden wird, so daß der schriftliche Bericht bereits am 25. April verteilt werden kann und die Cchlußberatung bei Plenum- am 27. oder 28. April stattfinden kann.

Die Nationalliberalen und die Wahlrecht-» Vorlage. Der nationalliberale Parteitag für die Provinz Brandenburg wurde am Freitag Abend unter starker Be­teiligung und in Anwesenheit vieler Reich«- und Landtags­abgeordneten abgehalten. Er beschäftigte sich mit der gegen­wärtigen politischen Lage, wobei der Landtag-abgeordneN Schiffer-Magdeburg in Bezug auf die Wahlreform erklärte: »Wenn kein Wunder geschehe, würden die Nationalliberale« am 12. April da« konservativ-klerikale Kompromiß ablehnen. Die Vereinigung ' von Konservativen und Zentrum dürfe man nicht al« vorübergehend ansehen. Gl handle sich um ein systematische- Zusammengehen. Augenblicklich fei* aller­dings eine Mißstimmung zwischen den beiden Verbündeten wegen der Drittelung und der Privilegierung eingetreten. Die Freikonservativen bemühten stch um eine Einigung, jedoch würden ihre Beschlüsse nicht für die Nationalliberalen maß­gebend sein. Im besonderen würde eine Aenderung bei Drittelung allein die Nationalliberalen nicht bestimmen können, von ihrer bisherigen Haltung abzugehen. Schließlich würd« eine Resolution angenommen, in der daS Verhalten der Land­tag-fraktion gebilligt wurde.

Der CFttftoittf eine- Reich- Wertzuwach-» Stenergesrhes ist in der Ausarbeitung bei Neichsschatz- amte- vom Dunde-rat gestern angenommen worden und geht dem Reich-tage bereit- heute zu. Regierung-seitig wird ge­wünscht, daß der Entwurf, der gewissermaßen einen Teil der Reichsfinanz-Reform darstellt, vom Reich-tage noch not seiner Vertagung verabschiedet wird. Der Entwurf steht nur eine Besteuerung de- Wertzuwachse- von Immobilien vor, während von der Besteuerung des Wertzuwachse« von Wertpapieren abgesehen ist.

Der Gesamtvorfiand deS Verbände- deutscher Veamtenvereine hielt am SamStag in Berlin ein« Sitzung ab. An Stelle de- verhinderten Vorsitzenden bei Verbände-, Ministerialdirektor- Just, leitete der stellvertretend«

Vorsitzende Geh. Rechnung-rat Nacke die Verhandlung.

richt« betraut. Die Deutsche Turnerschaft hat sich zweifellos solche Verdienste um die nationale Erziehung unsreâ Volke« er­worben, daß man ihr, wenn nötig, einen solchen Anteil an der Erziehung der schulentlassenen Jugend wohl anvertrauen darf. Wir sind der Ueberzeugung, daß sich die Einführung bei obligatorischen Turnunterricht« um so leichter vollziehen wird, je mehr man die Hilfe der vorhandenen Einrichtungen in Anspruch nimmt. Die ganze Angelegenheit wird dadurch auch von vornherein weniger auf den reinen Schulton ge­stimmt, der besonder« im Turnen für da« Alter der schul­entlassenen Jugend nicht mehr zuträglich sein würde. Unsere Vereine aber werden sich freuen, wenn die Aufsicht-behörden der Fortbildungsschulen recht oft auf den Turnplätzen er­scheinen, um sich selbst von der Durchführung der beabsich­tigten Maßregeln zu überzeugen, noch mehr aber, wenn sie dem Verein-leben überhaupt näher treten und dann viel­leicht selbst da mit Rat und Tat helfend eingreifen, wo einem Verein die richtige Leitung und Unterstützung fehlen fönte. In dieser Richtung kann noch manche patriotische Arbeit »ob bleibendem Wert geleistet werden.

Sehr erfreulich ist die Tatsache, daß der hier vorgezeich­nete Weg allch bereit- eine Billigung au« jenen Kreisen ge­funden hat, die in erster Linie dazu berufen sind, da« Werk zu fördern. So hat der Turnkrei- UIc auf ein in dieser Angelegenheit an den Oberpräsidenten der Provinz Sachse« von Boetticher gerichtete« Schreiben folgende Antwort er­hallen :

. . . . Wir sind überzeugt, daß gerade au« den Kreise« der Turnvereine heraus unseren Bestrebungen eine wertvoll« Mitaibeit erwachsen kann und würden deshalb dankbar sein, wenn sich diese Mitarbeit, abgesehen von der Bildung von Jugendriegkn, auch nach der Richtung betätigen wollte, daß die führenden Persönlichkeiten der Vereine wenn möglich auch bei Einrichtung von Jugendvereinigungen mitwirke« und die turnerische Arbeit bann übernehmen wollten."

gez. v. Doetiich«.