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General-Anzeiger
Motâchdrnck lieb vertag her Buchdruckerei bei v«â.
Amtliches Organ für Stabt« an) FanNreis Kanan.
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«au Vatiachausei» t» Hanau.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
veriUltivsrü. Steaftaot: O. Schrecker in $tMm
Nr. 8 K«rnsprechan,chlntz Nr. 605. Dienstag den 11. Januar
K«»»sprech«,,kchl«b Nr. 605. 1910
Amtliches.
Landkreis Ranau.
Unter den Schweinen zu Niederrodenbach ist die Schweinestuche erloschen.
Hanau den 8. Januar 1910.
Der Königliche Landrat.
V 131 I. A.: Vr. v. Waldow, Reg.-Asseffor.
Im Interesse einer rascheren Erledigung dürfte eS sich empfehlen, die Briefumschläge mit den Steuererklärungen nicht mit meiner persönlichen Adresse, sondern mit folgender Adresse: „An den Herr»» Vorsitzenden der Ein- kommensteucr VeranlagnngSkommissio»» für den Landkreis" zu versehen.
Hanau den 11. Januar 1910.
Der stellvertretende Vorsitzende der Einkommensteuer-Veranlagungs-Kommission.
St 65 vr. v. Waldo w, Reg.-Asseffor.
Statut
über die Unterverteilung der auf Grund deS Gesetzes betreffend die Unterhaltung der öffentlichen Volksschulen vom 28. Juli 1906 vom ^orftftntsbezirke Wolfgang aufzubringenden Schullasten.
§ 1.
Die auf den Gutsbezirk Wolfgang als Mitglied deS Ge- zamtschulverbandes Niederrodenbach entfallenden Echullasten werden gemäß den für die direkten Gemeindesteuern geltenden Bestimmungen deS Kommunalabgabengesetzes durch Veranlagung der innerhalb des Gutsbezirks wohnhaften oder mit Grundbesitz oder Erbbaurecht angesessenen oder ein Gewerbe treibenden Steuerpflichtigen unterverteilt.
Die Veranlagung erfolgt in der Form von Zuschlägen zur Einkommensteuer und den staatlich veranlagten Realsteuern einschl. der Betriebssteuer, wobei alle Steuerarten prozentual gleichmäßig belastet und die fingierten Normalsteuersätze voll in Anrechnung gebracht werden. Von denjenigen Steuerpflichtigen, welche dabei nach dem Maßstabe einer fingierten Einkommensteuer von einem Einkommen von nicht mehr als 900 Mark veranlagt sind oder deren bei der Veranlagung zugrunde zu legende Grund-, Gebäude- oder Gewerbesteuer in ihrer staatlich veranlagten Höhe den Betrag von 6 Mark nicht übersteigt, werden die veranlagten Beiträge nicht erhoben.
§ 2.
Maßgebend für die Veranlagung ist das Steuersoll am Beginn des Rechnungsjahres. Abgänge gegen diese Ver-
Stadttheater in Hanau.
Sonntag den 9. Januar:
„Die schöne Ungarin."
Posse mit Gesang in 4 Akten von Mannstaedt und Weller.
Im Rahmen der Posse, die mit Hilfe eines leicht- schwingigen Humors ohne besondere Tiefe ihr Publikum anspruchslos amüsieren will, kann die Auf ührung des altbewährten Zugstücks am Sonntag abend durchaus als musterhaft gelten. Die Posse errang mit ihren ulkigen selbst durch die leidige Tendenz zu unmöglichen sentimentalen Eskapaden nicht merklich beeinträchtigten) Situationen und Witzen einen sehr starken Lache: folg, den man ihr um so mehr gönnen darf, als das Stück in ungewöhnlich kurzer Zeit herausgebracht wurde. An diesem Erfolg mögen allerdings auch in nicht geringem Maße die hübschen Einlagen chrrn Anteil haben, die über die etwas dünne Handlung — jorem man von einer solchen überhaupt sprechen darf — gut binweghalfen.
Die Ausführung verdient durchweg volles Lob. Fräulein Harves war in der Titelrolle geradezu glänzend und die von ihr gegebene Verkörperung der schönen Ungarin mit dem guten Herzen und dem großen Kassenichrank in jeder Hinsicht so außerordentlich sympathisch, daß wir der vielseitigen Künstlerin unsere ganz besondere Anerkennung aussprechen müssen. Den gesanglichen Teil ihrer Aufgabe löste sie, an diesem Abend besonders gut disponiert, ebenso gesch ckt wie den schauspie erischen Teil und sah in allen Phasen ihres Ungarinnentums entzückend aus. Ganz reizend war das Tanzduett im ersten Akt. Auf gleicher Höhe stand die Leistung des Herrn Heß. Er war ein äußerst lebendiger, beweglicher und durchtriebener Schusterjunge, mit einem tüchtigen Schuß guter Laune und natürlicher Komik, auch in den Gesaugspartien durchaus befriedigend und seine groteske Mimik bei dem wirkungsvollen Couolet im letzten
anlagung hat zunächst der Gutsbesitzer zu tragen, jedoch erfolgt die Erstattung durch Hinzurechnung zu den Schullasten des nächsten Rechnungsjahres.
Zugänge werden zunächst zur Deckung von Abgängen verwendet. Darüber hinaus hat sie der Gutsvorsteher zu vereinnahmen und demnächst von den Schullastru deS nächsten Rechnungsjahres abzuziehen.
8 3.
Die Veranlagung erfolgt durch den GniSvorsteher und ist den Beitragspflichtigen durch besondere Mitteilung unter Angabe der zuständigen Zahlungsstelle bekannt zu machen.
Die vera ulagten Beiträge sind innerhalb 8 Wochen nach der Mitteilung für das ganze Jahr zu zahlen.
8 4.
Für die Verteilung steuerpflichtigen Einkommens auf eine Mehrzahl von Gemeinden oder Gutsbezirken finden die §§71 bis 74, für die Nachforderung und Verjährung die §§ 83 bis 88, für die Rechtsmittel die §§ 69, 70 und 75, für die Kosten und die Zwangsvollstreckung die §S 89 und 90 des KommunalabgabengesetzeS entsprechende Anwendung.
Der Gutsvorsteher hat die Befugnisse des Gemeinde- Vorstandes.
S 5.
Die Vertreter deS Gutsbezirkes im Schulvorstande werden mit Rücksicht auf daS überwiegende Beitragsverhältnis deS ForstfiskuS von der Königlichen Regierung, Abteilung für direkte Steuern, Domänen und Forsten B, ernannt.
S 6.
Dieses Statut ist nach erfolgter Bestätigung im „Hanauer Anzeiger" zu veröffentlichen.
Er tritt mit dem Tage der Veröffentlichung in Kraft.
Hanau den 31. März 1909.
Der KreiSauSschuß des Landkreises Hanau, von Deckerath, Landrat.
Reul. Grün. Ebert.
Vorstehendes vom Bezirksausschuß in Cassel am 16. Dezember 1909 — B. A. 601 a/09 — bestätigte Statut bringe ich hiermit zur öffentlichen Kenntnis.
Hanau den 8. Januar 1910.
Der Vorsitzende des KreiSausschusseS.
A 5148/09 Frhr. Laur.
Stadtkreis Hansa. Bekanntmachung.
DaS Dchnlfteld für diejenigen Schüler und Schülerinnen der Volksschulen, deren Eltern nicht in Hanau
Akt brachte ihm stürmischen Applaus. Sehr drollig und in seiner trockenen Komik immer Herr der Situation war Herr Schneider als Mielebeck. Man glaubte ihm die selbstlose Gutherzigkeit so gern wie die vom Hauch eines glücklichen Leichtsinns umwehte Lebensfröhlichkeit. Auch Herr Liebert wußte aus dem selbstbewußten Komponisten Triller mit dem Buttergeschäft eine Figur voll drastischer Komik zu machen. Ebenso verstand Herr Meyer aus dem Halsabschneider Walzebock in Maske und Spiel eine wirkungsvolle Possenfigur zu machen. Der etwas saftlos geratene Alfred von Schönfeld wurde in der Darstellung durch Herrn H e r b st nicht viel lebendiger. Den finsteren Miklos spielte Herr Burau recht nett. Auch Herr Hellmuth war als Bankier Schröder ganz am Platze. Von dem weiblichen Teil der Mitwirkenden gefiel uns Fräulein W a l l i ch t als Lilli recht gut, Frau N a t h u s i u s wußte mit sicherem Gefühl die Grenze zwischen Drastik und Groteske zu wahren und Fräulein Groß war von einer allerliebsten munteren Beweglichkeit. Unter den Vertreterinnen der kleineren Rollen fielen die schonen Stimmittel von Fräulein Arpe angenehm auf. Die Neqiefübrung des Herrn Schneider hatte für ein flottes Tempo und eine wohltuende Abgerundetheit ge» sorgt. Der musikalische Teil der Posse verriet in seiner Wiedergabe überall die sichere, geschickte Dirigenlenhand des Herrn Kapellmeisters Kähler.
Vom Offenbacher Stadttheater.
r. Offenbach a. M., 11. Januar.
Gin köstliches Intermezzo ereignete sich gestern abend im Offenbacher Jnterimstheater, in dem vor einem bis auf den letzten Platz gefüllten Hause Millöckers „Bettelstudent m Szene aehen sollte Alles war voller Erwartung, als pünkltch zur gewohnten Stunde der Vorhang hoch ging und vor der Rampe ein Herold erschien, der in pathetijchen Worten die
wohnen, beträgt für da« Schuljahr 1910 69 Mk. Erlaß oder Ermäßigung des Schulgeldes wird nicht gewährt.
Hanau den 4. Januar 1910.
Die Stadischuldeputalitm.
Hild. 979
Bekanntmachung.
Am Donnerstag den 13. d. MtS», vormittag» 9 Uhr, findet im unteren Saale des Neustädter Rathauses, Zimmer 1, öffentliche Sitzung des Gewerbegerichts statt. Hanau den 6. Januar 1910.
Der Vorsitzende des GewerbegerichtS.
________ Hild.___________\
In das Handelsregister Abt. B ist zu Nr. 1 bei der Firma I. Brüning «nd Sohn, Aktiengesellschaft zu Langendiebach, folgendes eingetragen worden:
Die dem Kaufmann Karl Schupp, früherm Langendiebach, jetzt in Ragnil in Ostpreußen wohnhaft, erteilte Kollektiv-Prokura ist erloschen.
Langenselbold den 4. Januar 1910.
Königliches Amtsgericht. 989
Politische RandTtbaa.
Die Hekmat der Marinerekruten. Nach den amtlichen Listen wurden im Jahre 1908/09 im ganzen 11 915 Militärpflichtige für den Dienst in der Marine auS- gehoben. Das sind 4514 Mann mehr als vor fünf Jahre«. Von den AuSgehobenen stammten 7515 Mann aus der Land- und 4200 Mann aus der seemännischen und halbseemänni- schen Bevölkerung. Weiter traten 4077 Freiwillige in den Marinedienst, darunter 872 Einjährigfreiwillige. Die Zahl der Freiwilligen stieg in den letzten fünf Jahren um 696 Mann. Der Ersatzreserve wurden 2327 Mann überwiesen. Faßt man die Zahl der AuSgehobenen und freiwillig Ginge- tretenen nach den Bezirken der Armeekorps zusammm, so stellten die meisten Marinerekruten: SchleSwig-Holstein, Hansestädte, Mecklenburg (9. A.-K.) 2518 Mann, Hannover (10. A.-K.) 1355 Mann, Münster (7. A.-K.) 1356 Mann, Stettin (2. A.-K.) 1047 Mann, Magdeburg (4. A.-K.) 1036 Mann, Königsberg (1. A.-K.) 935 Mann, Sachsen (12. und 19. A.-K.) 904 Mann, Berlin (3. A.-K.) 888 Mann, Breslau (6. A.-K.) 874 Mann, Koblenz (8. A.-K.) 869 Mann, Bayern (1., 2. und 3. bayer. A.-K.) 790 Mann, Cassel (11. A.-K.) 782 Mann, Danzig (17. A.-K.) 720 Mann. Vor fünf Jahren waren SchleSwig-Holstein, die Hansestädte und Mecklenburg daS einzige Armeekorps, das über 1000 Mann stellte, jetzt sind schon fünf Armee-
für den Direktor bei Hanauer Stadttheater, dem aber an dem köstlichen Zwischenfall kein Verschulden zuzuschreiben ist, weniger angenehme Mitteilung machen mußte, daß man mit dem Stück noch nicht beginnen könnte, da man bedauerliche» Weise die Noten vergessen habe. Man hoffe jedoch, daß der im Auto vor etwa einer halben Stunde nach Hanau entsandte Eilcourier mit den Noten in wenigen Minuten erscheinen werde. Aus den angeblichen fünf Minuten aber wurde eS F/s Stunde, bis der Bote schweißtriefend, hoch in seiner Rechten die vermaledeiten Noten haltend, begrüßt von dem Jubel der Menge, zurückkam. Die Zwischenzeit war jedoch unter den Klängen der Hanauer Ulanenkapelle, die in recht angenehmer Weise von den Sologesängen und Duetten des Ensembles unterbrochen wurden, recht schnell vergangen, das Publikum schien sich recht gut über den unfreiwillig längeren Aufenthalt im Musentempel zu amüsieren,, und zeigte sich auch recht dankbar für die „vielen Genüsse , d-e es sonst, wenn die vermaledeiten Noten zur rechten Zett zur Stelle gewesen wären, für das billige Eintrittsgeld nicht zu hören bekommen hätte. ^IO Uhr endlich konnte man mit der Operette beginnen, die aber trotz der großen Ette, die man nötig hatte, recht gut und ausdrucksvoll vor dem äußerst beifällig gestimmten Publikum in Szene ging. Das Publikum amüsierte sich aufs Beste und quittierte die guten Leistungen der ausführenden Kräfte, die von dem edlen Spiel des Gastes, Hofopernsängers Wilhelm H en ke-WieSbaden, in der Titelrolle schier mitgerissen wurden, mit lebhaften Beifall, der mitunter gar kein Ende zu nehmen schien. Der Gast, eine prächtige Bühnengestalt, ausgestattet mit dem erforderlichen gesanglichen und schauspielerischen Talent, schuf eine Leistung, die der höchsten Anerkennung bedarf. Gesanglich wie darstellerisch auf gleicher Höhe, führte er seine Roll« mit bestem Gelingen durch und erntete dafür den gebührenden Dank. Mit ihm wetteiferte Maximilian Heß, der in seiner Studentenrolle manch glücklichen Treffer aufzuweisen hatt«. Die markante, drollige Person des Oberst Ollendorf fand io