Erstes Blatt
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General-Anzeiger
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Amtliches ©inan für Stobt- uni faubkreis Sana».
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
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Samstag den 9. April
Fernsprechanschlutz Nr. 605» 1910
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18 Seiten
Amtliches.
Stadtkreis Hanau. Bekanntmachung.
Die Ausführung einer Tonrohrleitung in der Katharina Delgicastraße soll unter Zugrundelegung der Bedingungen für die Bewerbung um Arbeiten und Lieferungen für die Stadt Hanau öffentlich verdungen werden.
Die Verdingungsunterlagen liegen im Rathaus, Zimmer 22, zur Einsicht aus und können von dort bezogen werden.
Verschlossene, mit entsprechender Aufschrift versehene An- geböte sind bis zum Eroffnungstermin am Samstag den 16. d. Mts., vormittags 11 ^» Uhr, einzureichen.
Die Eröffnung der Angebote erfolgt im Beisein etwa erschienener Anbieter.
Zuschlagsfrist 3 Wochen.
Hanau den 5. April 1910.
Der Magistrat.
Dr. Gebeschus. 8741
Bekanntmachung:
Arbeitsuchende in der Zeit vom 2. bis 8. April 1910;
1 Fabrikarbeiter, 8 Fahrburschen, 1 Haus- bursche, 1 Schreiner, 8 Tagelöhner.
Hanau den 9. April 1910. 8743
Städtische ArbeitsvermitteluugSstelle.
Bekanntmachung.
Auf Grund des Erlasses des Ministers für Landwirtschaft, Domänen und Forsten vom 81. Dezember 1909 — I A Ille 7777/09 — wird hierdurch zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß im Verkehr vom Deutschen Reiche nach Oesterreich- Ungarn und umgekehrt für folgende tierische Rohstoffe und giftfangende Gegenstände Ursprungszeugnisse gemäß Artikel 2 des deutsch-österreichiscknungarischen ViehsenchenübereinkommenS oom 25. Januar 1905 (R.-G.-Bl. 1906 S. 287) beigebracht werden müssen:
a) für frisches Fleisch von Pferden, Rindvieh, Schweinen, Ziegen und Schafen, sofern er nicht im kleinen Grenzverkehr oder im Post- und Reiseverkehr eingeführt wird;
-u Wilm im WlinS'Wn Sesujmcist.
Grüß Gott mit hellem Klang, Heil deutschem Wort und Sang.
Diesen Sângergruß den Jubilaren.! — Ein freudiges Ereignis ist es, wenn in einem Verein ein Jubiläum zu feiern ist. Um wie viel mehr ist aber daS Interesse daran erhöht, wenn gleich vier Jubilare in Betracht kommen. Und wenn nun gar der Dirigent des Vereins, der sich der ungeteiltes Sympathien seiner Sänger zu erfreuen hat, auf eine L5jährige ersprießliche Tätigkeit zurückblicken kann, da darf man mit Fug und Recht sagen, es ist ein freudiges Ereignis ! Besonders beachtenswert ist aber auch, daß neben zwei Mitgliedern, die setzt 25 Jahre dem Verein angehören, e i n alter Sänger als 50 j 8 hriger Jubilar zu feiern ist. Ohne Unterbrechung hat er, in Freud und Leid, ein Menschenalter hindurch dem Gesang gehuldigt und noch heute ist er in voller Rüstigkeit ein stimmbegabteS, aktives Mitglied. — „Ihm sei ein volles Glas geweiht!"
DaS Festkonzert zur Feier des Dirigentenjubiläum« des Herrn Adolf Müller findet, wie bereits bekanntgegeben, am Donnerstag den 14. April in der „Centralhalle" statt. Ein gewählte« Programm hübscher Männerchöre, darunter eine neue Komposition von unserem H Appunn, sowie einige Volkslieder aus den Kaiserliederbüchern kommen zum Vortrag. Herr Adolf Müller, der stets gern gehörte Bariton, tritt selbst als Solist auf und seine Tochter Frau Annie Schmidt-Müller wird die Kouzertbesucher mit ihrer herrlichen Sopranstimmr in mehreren Sololiedern und einigen Duetten mit ihrem Vater erfreuen. Das Konzert gestaltet sich hiermit zu einer wahren „Müller- Fe ier" und sind wir überzeugt, einen äußerst genußreichen Abend verleben zu können.
Anschließend an das Konzert findet im Verein-lokal ein fröhlich« Äoattusè zu Ehr«» der Jubilar« statt.
b) für frische (rohe, grüne, nur angesalzene, angekalkte, angestrichene) Häute und Felle. Trockene oder durch- gesalzene Häute und Felle unterliegen nicht der Zeug- nispflicht;
v) für rohe, nicht trockene Hörner, Hufe, Klauen und Knochen, falls sie nicht im Postverkehr eingeführt werden;
d) für Därme, Schlünde, Magen und Blasen von Vieh, die weder trocken noch gesalzen sind, soweit sie nicht im Postverkehr eingeführt werden;
e) für Stalldünger, sofern er nicht im Grenzverkehr eingeht. Die Ursprungszeugnisse find nach nachstehendem Muster auszustellen.
Ursprungszeugnis für tierische Rohstoffe und giftfangende Gegenständ«
(Gültig für 80 Tage.)
Herkunftsort*) der Ware:....... . . ..^.^^
Kreis:.................
Provinz:................
Bundesstaat: Preußen.
Name und Wohnort des Versenders: . . . ......2
Bezeichnung der Ware:.................
Zahl der Packstücke:...............
Gewicht der Sendung:....... ......
Etwaige besondere Kennzeichnung:.......
......(Marken, Plomben, Stempel).....
Bestimmungsort der Ware:.............. .
Angabe bei Wege« bis zur Eintritt-station: ......
...... (eventuell: »siehe Frachtbrief") .......
........ den ......19 . . A;
(Dienststempel) Die OrtSbehörd«.
Andere Rohstoffe ulw. unterliegen bis auf weitere« der Verpflichtung zur Beibringung von Ursprungszeugnissen nicht.
Cassel am 3. März 1S!0.
Der Regierungspräsident.
3 D.: Rieß von Sch«»r »schloß.
Wird veröffentlicht.
Hanau den 4. April 1910. , ,
Der Oberbürgermeister .
A B.: Hild. 8745
♦ Ms Herkunftsort gilt der Ort, wo die Gegenstände gewonnen werden; bei rohen Hörnern, Hillen, Klauen, Knocken, sowie bei Stall- dünger auch der Ort, wo die Gegenstände zulammengebracht werden; bei Milch gilt als Herkunftsort der Schlachtort da Tiere, von beim die Ware stammt
Ein Festbankett zur besonderen Ehrung bei Herrn Adolf Müller am Samstag abend in der „Centralhalle" wird dadenkwürdige Ereignis bei den „Weinsern" beschließen und werden wir nicht versäumen, hierüber später eingehend zu berichten.
Schon beute aber reichen wir den Jubilaren im Geiste die Hand und gratulieren herzlichst. — Ehr«, dem Ehre gebühret.
Die städtische Bibliothek
Gärtnerstraße 67 (alte Zeichenakademie) ist Sonntags, Mittwochs und Samstags von 11 bis 1 Uhr zur kostenfreien Benutzung für das Publikum geöffnet. — Gesamtkataloge find in der Bibliothek zu haben.
Gedankensplitter.
Das Leben ist nur ein flüchtiges Wandern. — Und diese Welt eine Brücke zur andern. Arabischer Spruch.
e •
Wem das Schicksal zugetan, Dem legt Eier auch der Hahn.
Russischer Sinnspruch.
Albumblätier. Dem kleinen Vöglein ist nicht bang Vor seines Schöpfer« Grimme; Es hört auch in dem Donerklang Rur feiner Liebe Stimme. J. Sturm.
• * *
Die Kunst ist zwar nicht das Brot aber der Wein des Leben«. I- Paul.
Sitzung der Stadtverordneten Versammlung
am Donnerstag den 14. April 1910, nachmittags 6 Uhr.
Tagesordnung:
1. Neuwahl von Magistratsmitgliedern.
2. Ueberweisung der Lehrlinge der Edelmetallindustrie in die Kgl. Zeichenakademie.
B. Erhebung von Gebühren für die Prüfung von Pläne? der Entwässerungsanlagen und deren Abnehmer.
4. Einziehung der Straßenkostenbeiträge von der Firma
2. Wilhelm, Maschinenfabrik hier.
5. Versetzung der KieSbürgerfleige mit Mosaikpflaster.
6. Wartehalle für die Straßenbahn am Markt.
7. Verlegung des auf der Eberhardschule befindlichen FeueralarmwerkeS in den Behälterturm deS Gaswerks.
8. Pflasterung der Fahrbahn auf der Nordseite bei Marktplatzes von der Ecke Fahrstraße bis Ecke Hammerstraße.
9. Unterstützung der SanitätSkolonne durch die Stadt.
10. Giadtbibliothek.
11. Festsetzung der Gebühren für FamilienbegräbniSplätz».
12. Außerordentliche Revision der Schlachihofkaffe.
18. Wahl eines ArmenpflegerS für Kalbhenn.
14. Wahl der Kommission zur Begutachtung der Baugesuche auf Grund des OrtSstatutS betr. Verunstaltung von Straßen und Plätzen.
15. Wahl eines Mitgliedes in dm Finanzausschuß.
16. Gemeindebeschluß betr. Erhebung einer Vergütung für AuskunftSerteilung an Privatpersonen durch daS Einwohnermeldeamt.
17. Antrag Salomon und Genossen betr. Gewährung von Frühstück an Bolksichullinder.
18. Antrag Salomon und Genossen betr. Jugendspiele der Volk-schulkinder.
19. Antrag Salomon und Genoffen betr. Dienst- und Ge- Halt-verhältnisse der Straßenbahnbediensteten.
Hieran anschließend geheime Sitzung.
Hanau den 8. April 1910.
Der Stadtverordneten-V orsteher.
U t h. 8801
Bekanntmachung.
Die Königliche Kreiskasse hier bleibt am Donners» tag den 14. d. Mts wegen auswärtiger DieustgeschäsN des Rentmeisters geschlossen.
Hanau den 8. April 1910.
Königliche Krei-kasse.
Politische RundTebaa.
König Friedrich August von Sachsen trifft im Monat Mai zum Besuch auf der Krupp'schen Villa Hügel in Essen ein.
Kronprinz Konstantin von Griechenland wird zu den griechischen Ofterfeiertagen in Athen eintreffen und wieder dauernden Aufenthalt in Griechenland nehmen.
Tief bedauerlich! Am letzten Freitage ist e- in Berlin bei der Abreise der Senegalesen, die im Paffage- panoptikum sich halten sehen lassen, zu ungewöhnlich widerwärtigen und ekelerregenden Abschiedsszenen gekommen, deren Umfang und tiefgreifende Bedeutung erst nach den jetzt sich ergänzenden Berichten voll ermessen werden kann. Eine förmliche Kette von Schutzleuten hatte alle Hände voll zu tun, um „junge Damen von besserer Familie" daran zu hindern, mit den abreisenden Farbigen Zärtlichkeiten au-zu- tauschen. Auf anderthalbtausend Köpfe wird die Zahl der Ehrvergessenen berechnet, die sich vor der Tür angesammelt hatten, um ihren schwarzen Freunden den erstaunlichen Beweis zu liefern, wie würdelos und verächtlich ein Teil deS deuischen Volkes noch immer sich zu betragen vermag. ES tritt hier ein ungewöhnlich ernst stimmender und schmerzlich betrübender Zug nach unten hervor, der noch immer durch unser ganzes Volk geht und sich ebenso als Bedientenhaftig- feit im gesellschaftlichen Leben wie in anderen Dingen äußert. Das erschreckeude Wachstum deS Exotenkollers muß auch all ein Zeichen schwerer sittlicher Erkrankung unseres Volkes betrachtet werden und steht unzweifelhaft in Wechselwirkung mit der Verflachung bei deutschen Lebens, wie sie durch bat sinnlose Anschwellen der Großstädte und den dort sich immer breiter machenden Fremdgeist bedingt wird. ES wäre grundfalsch, diesen Zug etwa auf Kosten unserer Kolonialbewegung ie^en zu wollen. Im Gegenteil wird jeder Halbwegs ehrenhafte alte Afrikaner und jede Dame, die über See die farbige Welt kennen gelernt hat, mit grenzenloser Verachtuug auf dirs Treiben blicken.