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Erscheint tâgkch mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristisch« Beilage.

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Mittwoch dcii 8. Juni

Fernsprechanschlutz Nr. 605.

1910

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14 Seiten.

Amtliches.

Candkreis Ffanau.

Wegen Umbaues der Kolzbrücke des Landwege? Nr. 5 von Roßdorf über Ostheim nach Eichen, Station: 6,7 bis 6,8, wird dieselbe für sämtliche Fuhrwerke rc. für die Zeit vom 9. bis einschl 1L -. Mts. Polizeilich gesperrt.

Die Fuhrwerke können ihren Weg über Windecken Heldenbergen nach Eichen nehmen.

Hanau den 7. Juni 1910.

Der Königliche Landrat.

V 3440 Frhr. Laur.

Stadtkreis Hanau. Bekanntmachung.

Nachdem der Plan betreffend die Abänderung der Flucht­linien zwischen der Schwindefurtstraße und Blachierestraße, dem Grüne, iweg und der Gärtnerei Rödiger durch Beschluß vom 30. v. Mts. förmlich festgestellt worden ist, wird er auf Grund des § 8 des Gesetzes vom 2. Juli 1875 von nun an im städtischen Vermessungsamt, Rathaus, Zimmer Nr. 21, während der Geschäftsstunden zu jedermanns Ein­sicht offen gelegt.

Hanau den 4. Juni 1910.

Der Magistrat.

Hild. 13139

Bekanntmachung

Von allen Einkommen- und ErgänzunaSsteuerpflichtigen wird auch im Steuerjahre 1910 ein Zuschlag zur Staatssteuer erhoben, welcher beträgt in den Ein- kommensstufen

von 1200 3000 Mk. 5°/o ' 300010500 , 10°/® 1050020500 15°/o 2050030500 20°/o über 30500 Mk. . . 25> bei der Ergänzungssteuer 25°/o in allen Vermögensstufen.

Hanau den 8. Juni 1910.

Der Magistrat.

Hild. 13183

Zur Unsterblichkeit.

AuS Schumanns Leben zu seinem hundertsten Geburtstage' den 8. Juni.

Von C. Norden.

Bei dem berühmten Rechtsgelehrten der Universität Heidelberg Professor Thibaut fand an einem Maiabend des Jahres 1830 eine musikalische Abendunterhaltung statt. Durch die geöffneten Fenster drang der Odem des Frühlings, und Lenzblüten dufteten in Schalen und Vasen unter den Büsten der großen Meister der Tonkunst.

Professoren mit ihren Frauen und Töchtern und einige jüngere Herren waren anwesend und lauschten mit mehr oder minderem Interesse der Aufführung eines Bachschen Klavier­konzertes mit Geigen- und Flötenbegleitung.

Manchem Jungfräulein dünkte sie ein wenig langweilig, und immer wieder sahen schöne Augen erwartungsvoll nach oer Türe. Es waren doch sonst bei diesen Abenden noch andere Zuhörer zugegen; wo blieben sie heute nur?

Mit einem langgehaltenen Akkord schloß das Musikstück, und Thibaut begann in seiner etwas pedantischen Manier, dessen Gedankengang zu erläutern ; da ertönten im Vorraume rasche Schritte und fröhliche Stimmen. Die Mädchenherzen klopften schneller bei diesen Lauten.

Und nun traten drei Saxoborussen in den Gartensaal, alle drei flott und frisch, der blonde Gisbert Rosen mit dem gewaltigen Schmiß über der rechten Wange, der kleine, ge­mütlich aussehende Töpken und der schlanke Robert Schu­mann. Er warf die dunkeln Locken aus der heißen Stirn, als er sich und die Freunde bei Thibaut entschuldigte.

Der wunderbare Zauber des Abends habe sie länger, als sie beabsichtigt, auf der Burgruine festgehalten; es wäre ein Klingen und Singen in bei Statur gewesen, und der Strom hätte machtvolle Lieder gerauscht. Diese Musik hätte sie die Zeit vergessen lassen.

Thibaut nickt und ftrtch fast zärtlich über die Bach- Partitur; auch er war ein Kenner und Verehrer der Ton­kunst und wär- lieber Musiker als Pandektist aewordsn.

Bekanntmachung.

Für die Stadtverordneten

Kaufmann Heinrich Jost j r., II. Wahlabteilung und Fabrikant Julius Steinheuer, I. Wahlabteilung, die ihr Amt niedergelegt haben, sind Ersatzwahlen vorzu- nehmen.

Die'Wahlzeit des Stadtverordneten Jost läuft Ende 1911, diejenige deS Stadtverordneten Steinheuer Ende 1913 ab.

Die Wahlen finden wie folgt statt:

Die Wähler der II» Abteilung wählen am Montag den 20. Juni d. Js., vormittags von 9 bis 12 Uhr, im unteren Saale deS Neustädter Rathauses.

Die Wähler der I Abteilung wählen am gleichen Tage von mittags 12 bis 1 Uhr im unteren Saale des Neustädter Rathauses.

Für die Stimmabgabe ist die Liste der Stimmberechtigten für das Jahr 1909 maßgebend.

Zur I. Wahlabteilung gehören hiernach die in dieser Liste der Stimmberechtigten verzeichneten Wähler, welche an direkten Steuern (Staats- und Gemeindesteuern zusammengerechnet) in der Stadt Hanau 2278,91 Mk. und mehr, zur II. Wahl­abteilung diejenigen, welche 210,60 Mk. und mehr bis einschl. 2271,10 Mk. entrichtet haben.

Für die Wahl kommt die Vorschrift deS § 18 der Städte- Ordnung für die Provinz Hessen-Nassau vom 4. August 1897 in Anwendung; demzufolge müssen die zu Wählenden Hausbesitzer sein.

Wahlberechtigt und wählbar find nur diejenigen Personen, welche in der Liste der Stimmberechtigten verzeichnet sind.

Wir laden hiermit die Stimmberechtigten zur Teilnahme an den Wahlen ein.

Hanau den 26. Mai 1910.

Der Magistrat.

Hild. 12409

Bekanntmachung.

Der Keller im Allstädter Rathaus ist sofort zu ver­mieten. Angebote find an unS einzureichen.

Hanau dm 4. Juni 1910.

Der Magistrat.

Hild. 12997

Zwangsversteigerung.

Im Wege der Zwangsvollstreckung sollen die in Ober­rodenbach belegenen, im Grundbuche von da, Band 8 Ar­

Robert Schumann setzte sich zu den jungen Damen, die er von manchen winterlichen Festen, Maskenbällen und sommerlichen Ausflügen kannte. Er erzählte ihnen von seiner vorjährigen Fußtour durch die herrliche Schweiz, das zaube­rische Welschland, und wie eigen ihn die italienische Musik im Scalatheater in Mailand berührte.

Und die schönen Mailänderinnen haben Sie wohl be­zaubert?- fragte des Hausherrn Nichte, die anmutige Maria, und dabei regte sich's wie ein feiner Schmerz in ihrem Herzen.

Sie wirken faszinierend, die glutäugigen Italienerinnen", gab er zu,aber lieben könnte ich doch nur eine Deutsche. Zunächst hängt mein Sinn aber nicht am Lieben, sondern am Musizieren."

Und nicht am Jus!" neckte Freund Rosen.

Nein, weiß Gott, eS ist mir zu kalt und langweilig. Die Musik jedoch gewährt mir die edelsten und reinsten Stunden".

Bitte, spielen Sie!" bat Maria.Ich war leider nicht in Heidelberg, als Sie im Musikverein die Alexandervaria- tionen von Moscheles so herrlich vorgetragen. Vielleicht darf ich sie jetzt hören l"

Er nickte und setzte sich an daS Instrument, und da er­brauste es mächtig unter meisterlichen Händen; wie gebannt lauschte alt und jung.

Und nun etwas Eigenes, bitte 1" flüsterte Maria.

Ich will Ihnen denFrühling" spielen!" antwortete er leise.

In hinreißenden Tönen malte er ihn, den leuchtenden Lenz. Unter dem Kuß der Sonne erblühten Blumen, die Bäume rauschten im leisen Winde, zart rieselte der Quell. Stiller und stiller ward's,'Abendfrieden senkte sich auf die Welt, melodisch erklang Glockengeläute, silberner Mondschein, übergoß Wald und Feld, im Busche sang die Nachtigall, und durch die Fluren wandelte ein seliges Paar. Liebe atmete die Schöpfung, Liebe empfanden jene beiden. Wie ein Hauch verschwebte der letzte Ton.

Stille herrschte einige Minuten im Saale, dann aber brach stürmischer Beifall los. Sie umringten alle den Zauberer am Klavier und lorachen ihm ihr Lntzifckut aus.

tikel 399 in Abteilung I unter lfde. Nr. 1 bis mit 24 zur

Zeit der Eintragung deS Versteigerungsvermerkes auf den Namen des Tagelöhner Wilhelm Störmer, Siegmunds

Sohn, zu Oberrodenbach eingetragenen Grundstücke:

Krtbl. J Parzelle 54 = 5 ar 25 qm, Acker, Erste Bruch­

gewann, Reinertrag 0,18 Pfg.,

Krtbl. J Parzelle 249 = 13 ar 20 qm, Acker aus der Hain» buche, Reinertrag 48 Pfg.,

Krtbl. G Parzelle 71 = 5 ar 89 qm, Holzung, UL Gewann, Reinertrag 21 Pfg.,

Krtbl. G Parzelle 126 4 ar 61 qm, Holzung, N. Gewann, Reinertrag 33 Pfg^

Krtbl. H Parzelle 180 = 3 ar 94 qm, Holzung, XL wann, Reinertrag 15 Pfg.,

Krtbl. A Parzelle 277 = 6 ar 28 qm, Acker', obern langen Klingel, Reinertrag 21 Pfg.,

Krtbl. D Parzelle 323 = 4 ar 14 qm, Acker, am Kunz» nickelpfad, Reinertrag 15 Pfg.,

Krtbl. J Parzelle 186 = 4 ar 77 qm, Acker, auf der Hainbuche, Reinertrag 18 Pfg^

Krtbl. A Parzelle 409 = 3 ar 9 qm, Acker, am Haßlauer Weg, Reinertrag 12 Pfg^

Krtbl. C Parzelle 584 = 4 ar 14 qm, Acker, am Hallberge, Reinertrag 39 Pfg^

Krtbl. C Parzelle 874 = 64 qm, Wiese, die Krohlwiesen, Reinertrag 15 Pfg.,

Krtbl. 0 Parzelle 1098 = 36 qm, Wiese, im Salig, Reinertrag 9 Pfg^

Krtbl. D Parzelle 259 = 1 ar 15 qm, Acker, Raingarte«, Reinertrag 24 Pfg^

Krtbl. D Parzelle 266 = 3 ar 4 qm, Acker, die Rain- garlenstücke, Reinertrag 27 Pfg.,

Krtbl. G Parzelle 259 = 2 ar 59 qm, Holzung, sechste Gewann, Reinertrag 9 Pfg.,

Krtbl. J Parzelle 204 = 6 ar 44 qm, Acker, auf der Hainbuche, Reinertrag 21 Pfg.,

Krtbl. 0 Parzelle 621 = 56 qm, Garten, die Kaspargärten, Reinertrag 21 Pfg.,

Krtbl. D Parzelle 325 = 8 ar 19 qm, Acker, am Kuu^ nickelpfad, Reinertrag 30 Pfg.,

Krtbl. D Parzelle 327 = 7 ar 88 qm, Acker, am Kunz­nickelpfad, Reinertrag 27 Pfg.,

Krtbl. B Parzelle 372 = 3 ar 77 qm, Acker, daS Weiden­feld, Reinertrag 86 Pfg.,

Krtbl. C Parzelle 188 = 4 ar 61 qm, Acker, im Winküaal, Reinertrag 15 Pfg.,

Krtbl. F Parzelle 383 = 1 ar 10 qm, Acker, im Wingert, Reinertrag 3 Pfg.,

Krbl. C Parzelle 194 = 1 ar 70 qm, Acker, im Winkelaal, Reinertrag 6 Pfg.,

So herrlich kann doch sonst niemand spielen l" schwärmt Maria. .

O doch," erwidert« der Jüngling lächelnd.Mele Über­treffen mich sogar, ein kleines Mädchen tat- im vorigen Jahre, Klara Wieck in Leipzig. Ich kam in das HauS ihres VaterS, deS bekannten MustklehrerS, um seinen Unterricht zu erbitten. Er ließ mich etwas spielen; als ich geendet, trat ein Kind zu mir und sagte ohne Anmaßung:Das spiele ich viel besser," und bewies «S glänzend. Täglich bewundert« ich bann ihre Kunst."

Ein Wunderkind ist aber beklagenswert, eS hat keine Jugend mit Spiel und harmloser Fröhlichkeit."

Der armen Klara fehlt« sie auch. Darum erzählte ich ihr oft Märchen, gab ihr Rätsel auf und fuhr st« auf dem Strome spazieren. Da strahlten ihre schönen Augen, und st« jauchzte vor Lust. Sie war mir so dankbar, die Klein«, Fein«, und ich wiederum ihr, denn ich lernte von ihr!"

Und soll nun Ihr großes Talent im nüchternen Berufs­leben verkümmern?"

Eine Wolke zog über des Jünglings Stirn«, doch et schüttelte den Kopf.Nein, nein, ich hoffe, ich erreiche eS, daß ich der Musik leben darf. Seit ich Ostern Paganini spielen hörte, läßt es mir keine Ruhe mehr. Ich muß dem Flügel seine herrlichsten Klänge entlocken können, ich muß dem Ausdruck geben, was in mir singt und klingt."

Und wieder glitten seine Händ« über bie Tasten und zauberten träumerische Gebilde hervor. Der schönen Maria aber erglänzte eine Träne im Auge; sie ahnte, daß er, den sie heimlich liebte, ihr durch seine Hingabe an bie Musik ganz genommen werden würde, daß er Heidelberg für immer verlassen, nach Leipzig zu jener Kleinen, Feinen mit de» klingenden Seele, die vielleicht einst sein eigen würde, gehen werde.

Plötzlich rauschte es stürmisch aus den Tasten auf; er­schreckt sah Maria empor; totenblaß war des Spielers Ge­sicht, in seinen Augen loderte eine Flamme.

Mir war's mir war's," flüsterte er auf ihre bange Frage,als täte sich ein schauervoller Abgrund vor mir aus und ich stürzte hinein. Doch nun ist's vorüber."

Und himmlisch hell, wie EngelLsang tönte sein Spiel.