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General-Anzeiger
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Itetetienibmtf ueb Berits bee Buchdruckerei bei Miia.
K»Wes Organ für SUN« nu) Landkreis Kanan.
n. Saijeuhaufe» m Hauau,
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
«erautworü. Behaftet* : •. Schrecker N ^amm
Nr. 56
^rtiifpredxinfdHitf; Nr. 605,
Sit 6 ttfijt ferner Mül außer U.llitnialtiWliö
13 Seiten.
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Amtliches.
Stadtkreis Ranau
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Der Herr Minister des Innern hat durch Erlaß vom 11. Februar 1910 — II e 314 — dem Landespferdezucht- verein im Großherzoatum Hessen zu Darmstadt die Erlaub» nis erteilt, zu den öffentlichen Ausspielungen von Pferden, Fohlen und landwirtschaftlichen Geräten, die mit Genehmigung der Großherzoglich Hessischen Landesregierung in Verbindung mit den im Frühjahr und Herbst d. Js. in Darmstadt stattfindenden P'erde- und Fohlenmärkien veranstaltet werden sollen, auch in dem Land- und Stadtkreise Hanau Lose zu vertreiben.
Hanau den 7. März 1910.
P2528
Königliche Polizei-Direktion.
J. V.: Dr. v. Waldow.
Candkreis Ranau.
In den Gemarkungen Niederdorfelden, Rückingen und Rüdigheim ist die Schireineseuche festgestellt worden.
Hanau den 7. Mär, 1910.
V 1450
Der Königliche Landrat.
I. B.: Dr. v. Waldow.
Stadtkreis Ranau
Ansschreiben.
Der Bedarf an Lebensrnitteln, mit Fleisch, Brot, Milch, Butter und sonstigen Bedürfnissen, wie Kolonialwaren, Seife usw. für das städtische PstenehanS für die Zeit vom 1. April 1910 bis 31. März 1911 soll ver- geben werden.
Die Angebote sind bis zum 15. März d A., bot« mittags 10 11 hr, im Zimmer Nr. 2 des Armen- amtes, Nathans, Langstratze Nr. 43 abzugeben, wo auch die Lieferungsbedingungen in der Zeit von 8 biS 12 Uhr vormittags aiifliegen.
Im laufenden Jahre betrug der Verbrauch des Pflege- hanfes unter anderem: etwa 6000 L. Brot zu 1,125 kg, 16900 Brötchen. 375 kg Ochsen-, 59 kg Kalb-, 540 kg Schweinefleisch, 102 kg Speck, 490 kg versch. Wurst waren, 152 kg Schmalz, 132 kg Nirrensett, 62 Lungen, 302 kg Mehl, 50 kg Erbsen, 60 kg Sinsen, 62 k§ Bohnen, 177 kg Kaffee, 177 kg Mal,, 131 kg Nudeln, 122 kg Reis, 62 kg Gries, 50 kg Hafergrütze, 64 kg Graupen, 46 kg Graupen, 91 Liter E'sig, 61 Liter Speiseöl, 179 kg girier, 3673 Liier Milch, 303 kg Salz, 96 kg Backobst, 432 kg Dw ter, ferner 47 kg weiße Seife, 80 kg #dbe Seile, 340 kg Schmierseife, 54 kg Soda, 371 Liter Petroleum usw. Hanau den 3. März 1910.
Der Magistrat.
Hild. 5787
politische Rundschau.
Dev Kaiser in Wilhelmshaven. Nach Beendigung des Frühstücks begab sich der Kaiser mit dem Prinzen Heinrich zu der evangelischen GarnisonSkirte, deren Erweiterung geplant ist. Sie besichtigten die Kirche und hörten ein Konzert des Kirchenckores an. Alsdann fuhr der Kaiser W dem Linienschiff „Deutschland", wo er Wohnung nahm.
Kaiserliche Anerkennung für deutsch-englische Waffenbrüderschaft. Nach dem „Lok.-Auz." empfing der Kaiser am Samsiag den Oberleutnant von Stephani der Schützt,uppe Kamerun in Audienz und sprach ihm seine Anerkennung aus für die deutsche Waffentreue, mit der er ge- ltgenilich der vorjährigen Grenzregulierung in Nordnigeria den bedrängten Engländern Hilfe und Rettung gebracht habe. Aus Anerkennung für sein tapferes Eingreifen in dieses Gefecht, in dem Oberleutnant von Stephani schwer verwundet wurde, übe,reichte ibm der Kai'er persönlich den Kronenorden 4. Klaffe mit Schwertern. Wruer soll den beteiligten deutschen Unteroffizieren und Soldaten die englische Kmg- Edward-Medaille verliehen werden, für Oberleutnant von Stephani ist wohl eine höhere Auszeichnung zu erwarten. Am 9. b. M. tritt Oberleutnant von Stephani seine Wieder- ausreise nach Kamerun an.
Hansa-Bund und Neichsv rstcherungsordnung. Der Hansa-Bund hat sich in einer den amtlichen Stellen übermittelten Eingabe zur Frage der Reichsoersicherungs-
Dienstag den 8. März
ordnung dahin ausgesprochen, daß die Errichtung von Ver- sicheruugsämiern in den Krei'en des Hansa-Bundes als „unproduktive Millionenausgabe" ange^hen würde. Die auf Gewerbe, Handel und Industrie ruhenden öffentlichen Lasten möge man nicht ohne Not vermehren.
Zu den Wahlrechtskuudgebungen in Berlin. Die vorgestrigen Kundgebungen im Berliner Tiergarten — schreibt die „Nordd. Allg. Zig." — haben gezeigt, was die Sozialdemokratie unter Wahlrechtsspaziergang versteht. Die Demonstrationen haben sich fast ungestört entwickeln können und bieten somit ein ganz unverfälschtes Bild der Absichten ihrer Urheber. Da ist eS denn aufs neue zu beobachten, daß den sozialdemokratischen Führern die Wahlrechtsfrage nichts weiter als ein Mittel bedeutet, die Massen in Bewegung zu Hallen, ihnen die Leistungsfähigkeit der sozialdemokratischen Organisation klar zu machen und zugleich den Sinn für Gesetz und Ordnung nach Möglichkeit zu untergraben. Die „Nordd. Allg. Ztg." weist dann auf die Ungesetzlichkeit der Maffenaufzüge hin und betont: Der wahre Charakter de» „Spazierganges" lasse sich aus den Vor- kommniffen ersehen, die in den Berichten erwähnt werden. Daß die Arbestermarseillaise gesungen, rote Fahnen geschwenkt, Hochrufe auf die Sozialdemokratie ausgebracht wurden, daß sich Redner vernehmen ließen ohne Genehmigung, ist eine ungesetzliche Kundgebung. Wenn die vorgestrigen Demonstrationen wieder einige Opfer gefordert haben, so fällt die Verantwortung dafür auf die Leiter der Kundgebungen zurück. — Der Artikel schließt: Wenn wir aber bei diesen Vorfällen ei mit einer Auflehnung gegen das Gesetz zu tun haben, ist ei ganz unverantwortlich, wenn Blätter, die zu den bürgerlichen Parteien zählen, die Demonstration als einen Sieg über die Polizei verherrlichen. Der Abgeordnete Konrad Haußmann sagte bei dem vorgestrigen Festmahl der neuen Fortschrittspartei: „Der Freisinn stehe auf dem Standpunkt, daß man gesetzliche Zustände nur mit gesetzlichen Mitteln erobern könne. Die höchste Freiheit ist die höchste Ordnung und die höchste Ordnung ist die höchste Freiheit." WaS vorgestern geschehen ist, war eine organisierte Verhöhnung de» Gesetzes. Die Blätter de» Berliner Freisinns, die für diese Demonstrationen Sympathie zeigen, sind sicher nicht von dem Geiste erfüllt, der aus den Hauß- mannschen Worten spricht.
Die llnterhtdumfl gegen die Bremer sozial« demokratischen Lehrer. Die Untersuchung gegen die sozialdemokratischen Lehrer, die am Tage der Dienstentlassung des Lehrers Holzmeier das Glückwunschtelegramm an Bebel sandten, wird von der Schulbehörde jetzt mit aller Energie betrieben. Die Namen der 35 Lehrer, die mit dem Führer der Bremer Sozialdemokraten das Telegramm unterzeichneten, sind der Behörde bekanntgegeben; 4 der Lehrer wurden bereit» vernommen.
Penssonsverssckerung der Privatbeamten. Auf dem am Sonntag in Dresden abgebaltenen sächsischen Privat- beamieutag gab der nationalliberale Reichstagsabgeordnete Dr. Heinze (Dresden) auf Grund von Erkundigungen im Reichsamt des Innern die bestimmte Erklärung ab, daß dem Reichstage noch in dieser Legislaturperiode ein Gesetzentwurf über die PensionS- und Hinterbliebenenversicherunq der Privatbeamten zugehen werde, wahrscheinlich im Herbst dieser Jahres.
Englisches Unterhaus. Premierminister Asquith erklärte auf eine Anfrage, daß die Resolutionen, welche die Regierung bezüglich des Oberhauses einbringen werde, auch Vorschläge über die Verkürzung der Dauer der Parlaments- session enthalten würden. Kriegsminister Haldane erwähnte bei seinen Erklärungen zum Heeresbudget auch, daß das KnegSministerium Erwägungen über die Frage der Selbstlader angestellt habe und dabei zu der Anschauung gekommen sei, daß es noch einige Zeit dauern werde, bis die Selbstlader praktisch verwendbar seien. Man habe in der Armee vier Jahre lang an der Heransbringung eines neuen Geschosses gearbeitet, das sich nunmehr als rufriedenstellend erwiesen habe und versuchsweise ein geführt werden solle. In seinem Material ähnle es dem deutschen Geschoß, sei aber größer und aus festerem Stoffe hergestellt als dieses. Der Krieasmmister gab ferner die Erklärung ab, daß das Kriegs- mmiftetium die Einrichtung eines regulären Ln'tschifferkorps beabsichtige und berichtete über die Forschungen, die die Kommission, deren Präsident Lord N>yUngb sei, über das Problem der Lustsch ffabrt anaestelli habe. Auf Grund des Ergebnisses dieser Fälschungen arbeite das Kriegsmmisterium nunmehr. Es besitze ein kle nes lenkbares Luftschiff in Aldershot, das uifriebcnftcnenbe Erfolge auszuweisen habe. Es sei mit dem Entwurf zu einem großen Lenkballon be- fdmhigt, brr während des laufenden Fmauziabres erbaut werden solle, wahr nd ein großer, zum Flottendienst be-
^ernsprechanschlutz Nr. 605* 1910
stimmter Lenkballon im Sommer „auf Stapel gelegt" werden würde. Zwei weitere kleine Lenkballon» seien in Frankreich in Auftrag gegeben. Sobald da» Kriegsministerium sich Er- fahrlingen zu eigen gemacht haben werde, die au» diesen Neuerwerbungen sich ergeben würden, werde man an den Bau weiterer Lenkballon» gehen und so in den Besitz einer Luftflotte gefangen.
Die Balkanfragen. Zu den Aeußerungen in bei ausländischen Presse über den Besuch de» König» von Bulgarien in Petersburg und den zu erwartenden Besuch bei König» von Serbien schreibt die „Russija" in ihrer morgen erscheinenden Nummer: „Für jeden unparteiischen Beobachter muß ei klar sein, wie grundlo» der Verdacht der ausländischen Presse ist, die russische Politik verfolg« andere Ziele als bi$ Erhaltung bei Status quo auf dem Balkan, die demnach mit den guten Beziehungen zu der Türkei und zu Oesterreich-Ungarn unvereinbar seien. Man braucht nur die Toaste bei der Anwesenheit de» König» von Bulgarien in ZarSkoje Sselo aufmerksam zu lesen, um sich zu überzeugen, wie grundlo» Rußland und Bulgarien Gebeimplän« zugeschrieben werden. Diese Toaste sind von Friedensliebe durchdrungen und derselbe Gedanke liegt dem am Tage der Abreise bei König» Ferdinand veröffentlichten Kommunique zu Grunde. Der Besuch de» Herrscher» dürfe daher kein« Befürchtungen hervorruken. Beide Besuche tragen ganz offiziellen Charakter, und e» kann nicht verwundern, daß der König von Bulgarien, wie der König von Serbien den russischen Hof zuerst besuchten; die traditionellen Beziehungen Rußland» zu den slawischen Ländern begründen die» vollständig. Dieser Umstand darf nicht den geringsten Anlaß geben, die russische Regierung irgendwelcher Absichten gegen die Türkei oder Oesterreich-Ungarn zu verdächtigen. Wa» insbesondere Oesterreich -Ungarn betrifft, so sind all« Verdächtigungen, wie sie in den Blättern zum Ausdruck kommen, schon wegen der von Rußland in der Frage der Herbeiführung normaler diplomatischer Beziehungen zur Nachbarmonarchie eingenommenen versöhnlichen Haltung ausgeschlossen. Die enge Gemeinschaft der leitenden russischen Kreise mit den bulgarischen und serbischen werden da» beste Unterpfand zur Wahrung de» Frieden» und der Ordnung auf dem Balkan sein, worauf di« vollkommen aufrichtigen Bemühung« der russischen Regierung gerichtet sind.
Parlamentarisches.
mb. Der Postetat in der Budaetkommifstoa. Dl« Verhandlung über die StellorrtretungSkosten wird fortgesetzt. Von konservativer Seit« wird ausgeführt, daß an keinem Etat die Ansätze so sparsam erfolgt seien wie beim Postetat. Trotz 55 Millionen Mark Mehrgehälter sind 62 Million« Mark Ueberschüsse angesetzt. Da sei nicht mehr viel zu sparen. Neue Stellen seien nicht gefordert. Da» Anwachsen de» Verkehr» solle trotzdem bewältigt werden. Da dürfe man di« StellvertretlmgSkosten nicht anch noch herabsetzen. Denn eine Einschränkung de» Erholungsurlaub» set auch nicht wünschenswert. Auch der Vertreter der Sozialdemokraten ist gegen den vom Zentrum beantragten Abstrich. Der Zentrum»- redner meint, wenn von 50 Beamten 2 erkrankten, brauch« man nicht sofort Vertreter zu schicken. Der Aufforderung bei Staatssekretär», seine Gewährsmänner zu nennen, könne er nicht nachkommen. Er verlas statt dessen den Prioatbrirf eine» Kaufmann» aus Traben-Trarbach, der bie Steigerung der Ausgaben de» Postamtes behandelt, in dem zuviel Beamte für diesen Ort von 5000 Einwohnern seien. Der Staatssekretär erwidert, Versehen könnten ja Vorkommen. Ob das Urteil des Geschäftsmannes richtig fei, könne er ohne weitere» nicht sagen. Die Einwohnerzahl sei nicht maßgebend. Zuträgern müsse der Abgeordnete sagen, sie hätten für ihre Angaben einzustehen. Den in der vorigen Sitzung erwähnteen sächsischen Fall habe er untersuchen lassen; keinem Postamt seien Vertreter aufgedrängt. Die Fama übertreibe. Der Abstrich wird abgelehnt. Hierauf werden bie Resolu- tionen der Konservativen (Dröscher, ßattmann) und der Nationalliberalen (Beck) über die Personalreform verhandelt. Der Berichterstatter Beck betont bie Schwierigkeiten, die bie Besoldungsordnung wegen der steten Vergleiche mit Preußen gemacht habe. Deshalb solle man versuchen, die Organisation der preußischen anzugleichen. Natürlich habe dies seine große Tragweite, aber die Mißstände müßten irgendwie beseitigt werden. Die Erörterung wird dann bis nach Erledigung des gesamten Etats zurückgestellt. Die weitere Erörterung dreht sich zum Teil über etatSrechtlich« Fragen, bie Kosten der Schneebrüche, die Entlassung von Arbeitern. Der Staatssekretär erklärt, Arbeiterentlaffungen seien nicht zu vermeiden, das Groß gehöre jüngeren Jahrgängen an. Die Anrechnung der Dienstzeit der Telegraphenarbeiter bei ihrer Anstellung als Beamte unterliege noch der Erörterung. Schatzsekretär Wermuth erklärt schon jetzt, daß er einer Erhöhung der Anleihe für Fernsprechzwecke im nächsten Jahre entgegentreten müsse. Staatssekretär Kraetk« erklärt, bie Reichs telegraphenverwaltung sei drr Vrwat.