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General-Anzeiger
Allltiilhes Organ für Stadt- nad Fandkreis Sana».
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Erscheint täglich mit Ausnahme der Sann- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
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Ms, 55 Aernsprechanschluß Nr. 605,
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Amtliches.
Unter Bezugnahme auf die Verordnung deS Herrn Ober« präsideuden der Provinz Hessen-Nassau vom 13. Mai 1905 betreffend Verbot der Ausfuhr von Reben aus reblauSver- feuchten ^emarfunnen (veröffentlicht im Amtsblatt Nr. 21 von 1905) wird hiermit zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß derzeit die Gemarkungen Wellmich, Nochern, St.Goarshausen, Bornich, Caub, Lorck, Geisenheim, Biebrich, Wies, baden und Hochheim, sämtlich im Regierungsbezirk Wiesbaden, als rrblanSverseucht zu gelten haben. A III 845.
Cassel, am 16. Februar 1910.
Der Regierungspräsident.
V 1309. J. D.: Rieß von Scheurnschloß.
Landkreis Ranau.
Der Metzger Iohannes 9htbH 'N Hüttengesäß beabsichtigt auf den Grundstücken Kartenblatt 16 Nr. 61 und 63 ein Schlachthaus zu errichten.
Plan und Beschreibung liegen im Bureau deS Kreisausschusses (Kreishaus) zur Einsicht au§.
Einsprüche können innerhalb zwei Wochen, vom Tage der Veröffentlichung an, hier angebracht werden. Später eingehende Einsprüche bleiben unberücksichtigt.
Termin zur Erörterung der rechtzeitig erhobenen Einwendungen steht:
Mittwoch brn 23* März v. Js., vormittags 10 Uhr
km Bureau des Kreisaus'chussts an, zu welchem die Interessenten hiermit eingeladen werden. Im Falle ihres Nickt- erscheinens wird gleichwohl die Erörterung der Einsprüche erfolgen.
Hanau den 5. März 1910.
Der Vorsitzende des KreisausichusseS. 5701 1*1074. Z. D.: vr. v. Waldo w, Reg.-Assessor.
Stadtkreis Ranau. Bekanntmachung.
Nachdem der Fliichtlinienplan für das Gelände nördlich der krummen Kinzig, zwi'cken Hanau—Friedberoer Eisenbahn und Wiesenweg, durch Beschluß vom 25. v. Mts. förmlich festgeslelll worden ist, wird er auf Grund des § 8 des Gesetzes vom 2. Juli 1875 von nun an im städtischen Vermessungsamt, Rathaus, Zimmer 21, während der Geschäftskunden zu jedermanns Einsicht offen gelegt.
Hanau den 2. März 1910.
Der Magistrat.
Hild. 6609
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Bekanntmachung.
Die im Stadtschloß (Friedrichsbau) gleicher Erde befindliche Wohnung, bestehend aus 5 Zimmern und Zubehör ist vom 1. April 1910 ab zu vermieten.
Auskunft wird erteilt im Rathaus Zimmer Nr. 11. Hanau den 11. Januar 1910.
Der Oberbürgermeister.
J. V.: H i l d. 1053
Handelsregister.
1. Das unter der Firma:
Bernhard Scherf in Hanau bestehende Handelsgeschäft ist auf die Witwe des Zimmermeisters und Holzhândlers Bernhard Scherf, Babette geb. Müller, in Hanau übergegangen.
^ie der Frau Scherf erteilte Prokura ist durch Ueber- gang des Geschäfts auf sie erloschen.
2. Firma: Lonis Jassoy.
Das Handelsgeschäft ist nach dem Tode der seitherigen Inhaberin Witwe Wilhelmine Jassoy geb. Beichor in Hanau auf die Papier- und Schreibwarenhändlei innen AnnaJasfoy und Mathilde Jassoy, beide in Hanau, durch Erbgang übergegangen. Das Handelsgeschäft wird von ihnen unter der bisherigen Firma seit dem 21. Januar 1910 mit dem Sitze in Hanau alâ offene Handelsgesellschaft fortgeführt.
Die Prokura des Graveurs Eduard Fu es von Hanau ist erloschen.
3. Die offene Handelsgesellschaft in Firma:
Schwarzschild & Weil ist aufgelöst.
Das Geschäft wird unter unveränderter Firma zu Hanau von dem früheren Gesellschafter, Kaufmann B e n j a m in Weil in Hanau fortgeführt.
Montag den 7. Mörz
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Dem Kaufmann Isidor Weil in Hanau ist Prokura erteilt.
4. Firma: Krebs & Klenk.
Der Musikinstrumentenmacher H e i n r i ch K l e n k in Hanau ist aus der Geiellichaft ausgeschieden. Die offene Handelsgesellschaft ist aufgelöst. Der Gesellschafter Kaufmann Hermann Krebs in Hanau führt in Hanau das Handelsgeschäft unter unveränderter Firma alS Einzelkaufmann fort.
5. Firma: W. F. SimeonS Nachfolger.
Die Niederlassung ist von Hanau nach Oberursel verlegt. Die Firma ist gelöscht.
6. Das bisher von dem Kaufmann Heinrich Gabel unter der Firma:
Heinrich Gabel vormals Jean Klng in Hanau betriebene Handelsgeschäft ist auf den Kaufmann Wilhelm Lang und den Zuschneider Matthäus H a s s e l b a u m, beide in Hanau, übergegangen und wird von ihnen als offene Handelsgesellschaft seit dem 1. März 1910 unter der abgeänderten Firma:
„Lang & Hasselbaum*
mit dem Sitze in Hanau fortgeführt.
7. Das unter der Firma:
Gustav Gerlach Nachf.
in Hanau bestehende Handelsgeschäft ist auf den Kaufmann Wilhelm Eckel in Hanau übergegangen. Die Firma ist in:
„Gustav Gerlach Nachf, Inhaber Wilhelm Eckel jr * geändert.
Einträge deS Königlichen Amtsgerichts 5 in Hanau zu 1: vom 11. Februar 1910,
zu 2 bi8 4: vom 26. Februar 1910,
zu 5: vom 28. Februar 1910,
zu 6 und 7: vom 2. März 1910. 5615
Bekanntmachung.
1. Die Aushändigung der Kriegsbeorderungen «N- Pastnotizen erfolgt in diesem Jahre in der Zeit vom 10. bis einschl. 25. März.
In der Stadt Hanau durch Ordonnanzen deS Hauptmeldeamts, in den Landorten durch die Ortspolizeibehörden.
2. Die bis jetzt noch nicht zur dienstlichen Kenntnis gebrachten Wohnung-veränderungen sind sofort zu melden.
3. Die Mannschaften der Reserve, Landwehr 1. und 2. Aufgebot-, sowie die Ersatz-Re'ervisten haben in den Tagen vom 10. bis 25. März, falls sie nicht selbst zu Hause sein können, eine andere Perion des Hausstandes mit Empfangnahme der Kriegsbeorderungen oder Paßnotizen zu beauftragen. Die Beauftragten haben die Quittung auf dem Qiiittungsabschnitt der Kriegsbeorderung bezw. Paßnoiiz zu leisten.
4. Denjenigen Mannschaften des BeurlaubtenstandeS, welchen bis zum 25. Mär, 1910 noch keine Kriegsbeorderung oder Paßnoti; für das Mobilmachungsjahr 1910 biS 1911 ausgehändigt ist, wird hierdurch angegeben, dieselbe in der Zeit vom 26. bis spätestens 3k März 1910 beim Hauptmeldeamt Hanau, Paradeplatz, Zeughaus, während der Gesckästsstnnden, an Wochentagen von Vormitt 'gs 9 bis 12 U r, nachmittags von 3 bis 6 Uhr und Sonntag vormittags von 11 bis 12 Uhr, abzuholen. Mannschaften der Landarte können die betreffende Meldung über Nichiemp^ang an das Hauptmeldeamt schriftlich machen.
Militârpapiere sind milzubringen beim. mitzusenden.
5. Die am 1. April d. IS. nicht mehr gültigen gelben Kriegsbeoiderungen und Paßnotizen sind an diesem Tage durch die Mannschaften selbst zu veinichten, die neuen roten sind einrukleben.
Hanau im Februar 1910.
M 889 Königliches Hanptmeldeamt.
PolitiTche Rundschau.
Das Armee-Verordnungsblatt veröffentlicht eine Allerhöchste Kabinetts Ordre vom 23. Februar, welche im Vertrauen auf die bewahrte Zuverlässigkeit lind Pflichttreue der Unteroffiziere bestimmt, daß die Vorschriften, nach denen alle Mannschaften zu einer bestimmten Abendstunde in die Kaserne oder ins Quartier zurückzekrhrt sein müssen, auf Unteroffiziere mit O'finerSckara'tcr keine Anwendung finden; alle übrigen Unteroffiziere dürfen ohne Urlaub bis Mitternacht außerhalb der Kaserne oder der Quartiere bleiben. Ferner werden die Unteroffiziere der Fußtruppen vom Tragen des Gepäck« befreit bei allen Friedensübungen und Märschen • mit Ausnahme solcher, die aus Rücksichten der Unterkunft
Fernsprechanschlutz Nr. 605. 1910
die Mitnahme deS Gepäck- bedingen, oder bei denen für Offiziere da- Tragen ber Tornister vorgeschrieben ist. DaS Armee-VerordnunqSblatt veröffentlicht ferner Bestimmungen über die Herbstübungen. Die große Parade deS 1. Armeekorps findet bei Königsberg am 24. August, die de- 17. Armeekorp- bei Danzig am 27. August statt. Die Kaiser- manöver finden vom 8. bi- 10. September statt.
Die neugegründete fortschrittliche VolkSpartel. Unter Beteiligung von Delegierten aus allen Teilen Deutschlands fand gestern in Berlin im Wintergarten der erste Parteitag der neugegründeten fortschrittlichen Volkspartei statt. Fast säntilich« Reichstagsabgeordnete der drei sich zusammenschließenden Parteien (Freisinnigen VolkSpartei, Freisinnigen Bereinigung und Süddeutschen VolkSparte,), sowie eine große Anzahl von Landtagsabgeordneten der drei Parteien waren anwesend. Landtagsabgeordneter Funk ■ Frankfurt a. M. leitete die Versammlung. Abg. Dr. Müller-Meiningen sagte, b»e neue große Partei müsse bestrebt sein, alle liberalen bürgerlichen Elemente zusammenzulassen und auch Fühlung zu nehmen mit der noch rechtsstehenden liberalen Partei, den Nationalliberalen. «Bravo!) Die bürgerlichen Liberalen hätten einen ungemein schweren Kampf in dieser Zeit der Interessengegensätze zu führen. Abg. Mommsen bezeichnet eS al- notwendig, daß die Partei die Landbevölkerung für sich gewinne. Es sprachen alsdann Abg. Gyßling-KönigS- berg, LandtagSabgeordneter Waldstein-Altona, der badische Landlagsabgeordnete Professor Dr. Heimburger • Karlsruhe namen- der badischen Liberalen. Der bayerische Landtag-- abgeordnete Professor Dr. Günther überbrachte Grüße auS Bayern. Nach Professor von Liszt und Frl. Zietsch-Ham- burg spricht Abg. Dr. Wiemer. Als letzter Redner erklärte Abg. Dr. von Payer, der Zusammenschluß der drei linksliberalen Parteien bilde ein Stückchen deutscher Einheit; es solle damit gezeigt werden, daß ein Zwiespalt zwischen Nord und Süd nicht bestehe. Im Inneren Deutschlands find noch viele Mißstände zu beseitigen, ganz besonders ist erforderlich, in Preußen daS allgemeine, glc che, direkte und geheime Wahlrecht zu schaffen. DaS sei durchaus keine bloß preußische, sondern eine volle deutsche Angelegenheit. Abg. Funck schloß hierauf mit einem dreifachen Hoch auf die neue Partei den Parteitag.
Wahlrechtsdemonstrationen.
Berlin, 6. März. Infolge des von den Sozialdemokraten angelünbigten Wahlrechtsspazierganges fluteten Tausende nach dem Treptower Park, der aber durch eine starte Polizeimacht zu Fuß und zu Pferde vollständig abgesperrt war. Die Menge brachte Hochrufe auf das freie Wahlrecht aus und sang die Arbeitermarsaillaise. Die Nordringbahn und die Straßenbahn brachten immer neue Menschenmassen herbei. Zu ernsten Konflikten ist eS bis zwei Uhr nirgends gekommen.
Berlin, 6. März. Durch die Bekanntmachung deS Berliner Polizeipräsidenten war die Sozialdemokratie vor dem Demonstrationsspaziergang nach dem Teptower Park gewarnt worden; eS begab sich ein großer Teil von vornherein nach dem Tiergarten, wo man sich nach der an den Zahlstellen ausgegebenen Parole „am großen Stern- treffen sollte. Immerhin fanden sich in Treptow etwa 6000 Personen ein; am Bahnhöfe Treptow wurde die Menschenmasse wiederholt von der Schutzmannschaft und der Gendarmerie mit blanker Waffe auseinandergetrieben, wobei einige 40 Demonstranten sistiert und ein Schutzmann durch einen Steinwurf erheblich am Kopfe verletzt wurde. Bei der Räumung von Sckank- lokalen wurden auch einige Demonstranten verletzt. Als bte Menge die Unmöglichkeit der Demonstration im Treptower Park erkannte, begaben sich die Demonstranten größtenteils mit der Stadt- oder Hochbahn nach dem Tiergarten, wo inzwischen, trotz der erfolgreichen Bemühung der Schutzmann- schaft, einzelne Trupps abzudrängen, große Menschenmassen sich zusammengesunden hatten; im ganzen dürften 30 000 Personen im Tiergarten versammelt gewesen sein. Mehnacy wurden rote Fahnen entfaltet und Hochrufe auf das allgemeine Wahlreckt ausgebracht; auch sang man Arbeiterlteder und trug Plakate mit den Aufschriften: „Hoch daS allgemeine Wahlrecht." Wiederholt kam es zu einem Einschreiten der berittenen Schutzmannschaft; es wurden zahlreiche Sistierungen vorgenommen. In der Siegesallee versuchte ein Mann, eine Ansprache zu halten, wurde aber sistiert. Mehrere Versuche, zu reden, wurden verhindert, an verschiedenen anderen Stellen aber trotzdem Reden gehalten. Auch auf den Rampen des Reichstagsgebäudes wurden unter Entfaltung einer roten Fahne Hochrufe auf das allgemein« Wahlrecht ausgebracht und eine kurze Ansprache gehalten. Dann zog die Menge durch dieDorotheenstraße. Einander« Teil der Demonstranten war durch Charlottenburg nach dem Grunewald abgezogen. Die ganze Demonstration mürbe diesmal durch das herrlichste Wetter begünstigt.