Erstes Blatt.
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General-Anzeiger
Amtliches Organ für Stabb unb Fan-Kreis Kanan.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sann- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
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BeeemtiwdL Redakteur: •. Schrecker d» H«n«.
Nr. 182 F«r„fpr<cha»,chl«b Nr. 605. Samstag (ICH 6. Augnst
Fernsprechanschlutz Nr. 605,
1910
Bit bMeÄMN mW Mr H.MMtnMttt 14 Seiten.
Amtliches.
Jagdordnung.
Für den Umfang des Regierungsbezirks Cassel wird auf Grund der §§ 39 und 40 der Jagdordnung vom 15. Juli 1907 die Eröffnung der Jagd auf Rebhühner auf Montag den 22. August 1910 festgesetzt. B A 1466/10.
Cassel den 21. Juli 1910.
V 4572 Der Bezirksausschuß zu Cassel.
Candkreis Fjanau.
In der Gemarkung Roßdorf ist die Schweineseuche sest- zestellt worden.
Hanau den 5. August 1910.
Der Königliche Landrat.
V 4564 Frhr. Laur.
Da nunmehr durch einen Beamten des Genossenschafts- Borstandes der landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft eine eingehende Belehrung über die Ausführung der seit dem Jahre 1906 gültigen Unfall-Verhütungs-Vorschriften in allen Gemeinden und Gutsbezirken des Kreises stattgefunden hat, ersuche ich die Landwirte nochmals dringend, umgehend und loch vor Beendigung der Ernte alle Sicherheits-Vorrichtungen in ihren Betrieben herstellen zu lassen.
Es wird in aller Kürze eine Nachrevision erfolgen und rann in jedem Falle der Nichtbefolgung strenge Bestrafung »er säumigen Betriebsunternehmer eintreten.
Es kommen hauptsächlich folgende Punkte in Betracht:
1. An den Häckselmaschinen müssen die Messer des Schwungrades sowohl nach der Lade wie nach den Handgriffen zu durch eine Schutzhaube abgedeckt sein. Die Zahnräder zu beiden Seiten müssen verdeckt sein. Die Lade muß über den Einziehwalzen bis auf 60 cm nach hinten, von der Schnittfläche der Maschine an gemessen, überdeckt sein. Außerdem muß sich an jeder Maschine eine Sperrkette befinden, womit das Rad festgelegt werden kann. *
2. An jeder Dickwurzmühle, Rübenschnitzler, Rübenschneider muß ein starkes Holzstück hängen, mit welchem die Verstopfungen zu beseitigen sind.
3. Bei den Fegenmühlen müssen die außen liegenden Zahnräder verdeckt sein.
4. Kreissägen, Sämaschinen, Mähmaschinen usw. müssen Schutzvorrichtungen haben.
ö. Kinder und geisteskranke Personen dürfen an Maschinen nicht beschäftigt werden.
6. Die Gerüste in den Scheunen müssen einen sicheren Bodenbelag haben, damit niemand durchbrechen kann. An jedem Einsteigloch muß sich unten auf dem Bodenbelag an 3 Seiten, von denen aus das Einsteigen nicht stattfindet, eine Fußleiste befinden, außerdem muß an diesen 3 Seiten auch ein Geländer von 80 cm bis 1 m Höhe angebracht sein. Einsteiglöcher, die nicht benutzt, sondern zugelegt werden,' müssen ebenso wie der ganze Bodenbelag der Scheunen-Gerüste mit starken Brettern zugelegt und vernagelt sein.
7. Oberböden, Gerüste, Bühnen, die mehr als P/e m hoch liegen, müssen auf den Seiten, wo Menschen bei einem Fehltritt herunterstürzen können, eine Bretter- Einfriedigung oder ein festes nicht abnehmbares Geländer von 80 cm bis 1 m Höhe erhalten.
8. Die senkrechten Leitern in den Scheunen müssen gute Sprossen haben und diese selbst müssen 10 cm von der Wand abstehen, damit der Fuß nicht nur mit der äußersten Spitze austritt.
9 Alle kleinen Leitern müssen ebenfalls gute Sprossen haben, ausreichend lang sein und -beim Besteigen an einem Haken festhängen bezw. Fußstacheln haben.
Aufgenagelte Sprossen sind vor allem unstatthaft.
10. Scheunentore, die in Angeln hängen, müssen durch einen Winkel gegen Ausheben gesichert sein. Außerdem muß jeder Torflügel festzuhängen sein, damit er sobald er geöffnet ist, nicht zuschlagen kann.
11. Abnehmbare Treppen müssen zum Festhängen eingerichtet sein.
12. Jede Treppe mit mehr als 4 Stufen im Wohnhaus und anderen Gebäuden muß eine Handlehne haben und oben um den Treppen-Ausgang muß ein Geländer sein, welches ein seitliches Herabstürzen verhindert. Auch die Kellertreppen müssen eine Handlehne haben.
13. Alle Brunnen und Jauchegruben müssen gut zugedeckt sein.
14. Sensen müssen, sobald sie getragen oder auf den Wagen gelegt werden, entweder abgeschlagen, oder mit einem Schutz über der Schneide versehen sein.
15. Abgeschlagene Sensenklingen in Viehställen rc. unbeweglich zu befestigen, um an denselben Stroh zu schneiden ist untersagt.
16. Bullen müssen an starken doppelten Halsketten angebunden sein.
Dieses sind nur die wichtigsten Unfall- Verhütungs-Vorschriften, die ein jeder Landwirt unbedingt befolgen muß, wenn er sich vor Strafe schützen will. Nähere Auskunft wird auf den Bürgermeisterämtern sowie im Bureau des SektionsVorstandes erteilt.
Hanau den 3. August 1910.
Der Vorsitzende des Sektions-Vorstandes.
U 1623 I. A.: 0r. v. Waldo w.
Handelsregister.
Firma: Huber und Comp.
Die Prokura des Kaufmanns Hugo Spangenberg in Hanau .ist erloschen.
Hanau den 1. August 1910.
Königliches Amtsgericht 5. 17125
PolitiTcbe Rundschau.
Der Kaiser «nb die Kaiserin sind gestern um 6 Uhr 40 Min. auf dem Bahnhöfe in Hannover eingetroffen. Der Kaiser trug die Uniform des Königsulanen-Regiments, die Kaiserin war in Trauer. Anf dem Bahnsteig war der Polizeipräsident anwesend. Die Majestäten begaben sich mit dem Gefolge in Automobilen durch die geschmückten Straßen unter lebhaften Kundgebungen des Publikums bei sehr schönem Wetter zu dem Prinzesstunen-Denkmal, welches der Kaiser der Stadt Hannover zum Geschenk gemacht hat. Das Denkmal von Casal, nach dem bekannten Schadowschen Original geschaffen, fand seinen Platz am Eingang zum Eilenrieder Park. Beim Denkmal waren Oberpräsident Dr. v. Wentzel, Stadtdirektor Tramm und der Vizebürger- meister anwesend. Die beiden letzteren Herren sprachen dem Kaiser den Dank der Stadt für das Geschenk des Denkmals aus. Der Kaiser und die Kaiserin besichtigten das Kunstwerk eingehend. Der Kaiser sprach seine volle Befriedigung über die Aufstellung und die gärtnerischen Anlagen am Denkmal aus. Unter lebhaften Kundgebungen des Publikums fuhren die Majestäten nach dem Königlichen Schlosse, wo sie Wohnung nahmen. — Am Abend hatte sich in der Umgebung des Schlosses eine vieltausendköpfige Menschenmenge versammelt, welche patriotische Lieder sang und die Majestäten, die sich wiederholt an den Fenstern des Schlosses zeigten, stürmisch begrüßte. Anstelle des Flügeladjutanten Majors v. Neumann-Co'el ist der Flügeladjutant v. Dommes mit dem Kaiser eingetroffen.
Sehr erfreulich ist in letzter Zeit die Entwicklung, die in Bezug auf die Einnahme die Börsensteuer macht. Im Reichshaushallsetat für 1910 ist ihre gesamte Jahreseinnahme auf 62,5 Millionen Mark angenommen. Im ersten Viertel des laufenden Jahres hat der Stempel von Wertpapieren 13,4 Millionen Mark, die Talonsteuer b2 M'^ Mark und der Stempel von Kauf- und sonstigen n- schaffungsgeschäften 5 9 Millionen Mark erbracht. ^« '' eine Gesamleinnahmesumme von 20,5 Millionen ' g^jon(>Tf nach dem Etatsantchlage ein Vierteljahr grifft*seit die Mark abzuwerfen hätte, so hat demnach 's roert,acr als Etatschätzung im ersten Viertel 1910 ^n Einnahme rund 5 Millionen Mark überstiegen. -»Urd
aus der Börsensteuer das ganze Jahr hindurch sich auf bet jetzt erreichten Höhe halten, so würde für 1910 aus der Börsensteuer ein Ertrag fließen, wie noch in keinem Jahr« vorher.
Ein böser Irrtum. Das Artillerie-Lehrgeschwader der baltischen Flotte hielt die Häuser des Villenortes Koppel bei Neapel für Zielscheiben und eröffneten morgens das Feuer auf sie. Zwei Geschosse schlugen in den Garten, ein drittes in die Wand einer Villa direkt über dem Bett des Besitzers ein. Glücklicherweise hatte dieser kurz vorher das Bett verlassen. Auch an der Kirche wurden durch einige Geschosse Zerstörungen angerichtet. Andere fielen auf der zur Stadt führenden Allee nieder. Unter den Einwohnern brach eine furchtbare Panik aus. Die Regierung hat eine energische Untersuchung eingeleitet.
Aus dem Buchdruckerverband. Dem aus der Redaktion des „Korrespondenten", des Organs des Buchdruckerverbandes, ausscheidenden Rexhäuser, widmet der „Gewerkverein", das Organ der Hirsch-Dunckerianer, einen ehrenden Gedenkartikel. Es heißt darin: „Rexhäuser hat der deutschen Arbeiterbewegung große Dienste geleistet. Als er vor 14 Jahren seine Stelle antrat, war der Verband durch die sozialdemokratische Bevormundung innerlich zerrüttet. Rexhäuser wollte eine wirklich neutrale Gewerkschaft aus dem Verbände machen, und wie sehr sein Streben doch bei der größeren Anzahl der deutschen Buchdrucker Anklang gefunden hat, zeigt die Tatsache, daß der Verband während Rexhäuser« Tätigkeit von knapp 21 000 auf 60 000 Mitglieder herangewachsen ist. Dieses Beispiel zeigt aber auch, daß bei eurer intelligenten Arbeiterschaft der gewerkschaftliche Neutralitätsgedanke ebenso siegreich wie auch praktisch erfolgreich ist Schließlich aber ist Rexhäuser doch der im Verband« wühlenden Minderheit sozialdemokratischer Fanatiker zum Opfer gefallen. Rexhâusers Arbeit wird nicht vergeblich gewesen sein. Gelingt es der Sozialdemokratie, jetzt wie einst im Verbände die Führung zu gewinnen, obgleich sie numerisch in der Minderzahl ist, so wird dies wie Sprengpulver wirken. Im Interesse der Arbeiterbewegung wünschen wir von ganzem Herzen, daß auch nach RexhâuserS Fortgang sein Geist im Verband« der Buchdrucker lebendig bleiben möge."
Die bayerische Kammer der Abgeordneten hat das Finanzgesetz, das die Zustimmung zum ganzen Budget bedeutet, gegen die Stimmen der Sozialdemokraten angenommen.
Die Ermordung des Kaufmanns Bretschneider. Mit der letzten Post ist ein amtlicher Bericht über das vorläufige Ergebnis der Untersuchung über die Ermordung des Kaufmanns Bretschneider in Südkamerun eingegangen. Danach verließ Bretschneider am 9. Mai d. J. Abong Mbang am oberen Nyong, um durch daS Makkagebiet nach Ngelemenduka und Nanga -Eboko, Landschaften, die von Dume aus in nordwestlicher Richtung liegen, zum Anwerben von Arbeitern zu gehen. Am folgenden Tage bog er von der großen Straße Dume» Akonolinga nach Norden in der Richtung auf Sef ab. Unterwegs wurde er von Häuptlingen vor den Makkas mehrfach gewarnt, setzte aber in der Meinung, die Makkas würden ihm nichts tun, da er in friedlicher Absicht komme, den Marsch fort. Von der Ort- schaft Nangabetun ab begleiteten ihn bewaffnete Eingeborene, denen sich beim Orte Sef di« Sef- und Wondo-Leute an- schlossen. Im Sumpfe zwischen Sef und Ngamba wurden den Trägern die Lasten abgenommen und ein Träger ge- tötet. Gleich hinter Ngamba begannen die Makka, die Karawane mit Speeren und Pfeilen zu beschießen. Während die Träger davonliefen, erhielt Bretschneider einen Pfeilschuß in den Hals, der den sofortigen Tod herbeiführte. Die Leiche wurde unter die an dem Ueberfall beteiligten Häuptlinge verteilt. Von den Trägern haben sich nur zwei e> der Expeditionstruppe gemeldet. Auf deren Anga '" "^ die Aussagen mehrerer aufoegriffener Makka- er j ® «ich di. °°rlâufig.n Feststellungen. *.SÄ' darin überein, daß Bretschneider »ich fl en [affen. Die über den Eingeborenen hat Zuschulden r An Ort Motive der Tat b-^rf-n noch der und Stelle bei dem Dorfe ^anb st unb ein Notizbuch SIM« "i-Ä- ^ »” ari,f -"und.n
in China. Der bisherige Ausbau unb^bie Umwandlung der chinesischen Armee in sechsunddreißig Divisionen sind aus ständigem Geldmangel wert hinter den Plänen der verstorbenen Kaiserin-Witwe zurückgeblieben.
Die Vorgänge in Tibet. Aus Tibet kommt die Nachricht, daß die Chinesen das stellvertretende Oberhaus