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General-Anzciger

AMlilhes Orga» für Stob un) Landkreis Sana».

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sann- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

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Nr. 233

Fernsprechanschlutz Nr. 605»

Mittwoch den 5. Oktober

Smih'tcduntidiluB Nr. 605.

1910

Amtliches.

Bekanntmachung.

Vom 1. Januar 1911 ab sind ebenso wie im inneren Verkehr Deutschlands, auch im Verkehr mit dem Auslande zu den Paketen mit Nachnahme nur Paketadresien mit an- I hängender, vom Absender vorzuschreibender Postanweisung h zu verwenden. Derartige Formulare werden zum Preise von 5 Pfg. für 10 Stück von Ende Dezember ab zum Verkauf bereit gehalten werden. Es ist gestattet, die Formulare durch die Privatindustrie herstellen zu lassen. Die nicht von der Post bezogenen Formulare müssen, worauf zur Vermeidung von Zurückweisungen durch die Postanstalten besonders hingewiesen wird, in Größe. Form und Vordruck, sowie in Stärke und Farbe des Papiers den amtlichen Formularen genau entsprechen. Musterformulare können » in einigen Wochen bei d»n Postanstalten eingesehen und von Interessenten kostenlos bezogen werden.

Berlin W 66 den 24. September 1910.

Der Staatssekretär des Reichs-Postamts.

r _________ I. A.: Kobelt.

Städt. Gas-, Wasser- und Elektrizitätswerke Hanau.

Die Abholzung der für die Errichtung der Pumpstation und des Reservoirs des neuen Wasserwerkes direkt hinter den Schießplätzen im Wilhelmsbader Walde gelegenen Bau­plätze soll in öffentlicher Versteigerung an Ort und Stelle an den Meistbietenden vergeben werden.

t Die Versteigerungsbedingungen werden in dem auf Donnerstag den 6. Oktober, nachmittags 3 Uhr lngesetzten Termine bekannt gegeben.

Zusammenkunft um 2% Uhr vor dem Empfangsgebäude )es Wilhelmsbader Bahnhofes.

Hanau den 4. Oktober 1910.

Die Direktion

der städt. Gas-, Wasser- und Elektrizitätswerke.

v. E ä ß l e r. 21721

In das Handelsregister A des unterzeichneten Gerichts ist bei der Firma Gebrüder Deckmann zu Langendiebach eingetragen worden:

Die Gesellschaft ist aufgelöst. Die Firma ist er­loschen.

Langenselbold, 27. September 1910. 21763

Königliches Amtsgericht.

Zwangsversteigerung.

Im Wege der Zwangsvollstreckung sollen die in der Ge­markung Ravolzhausen belegenen, im Grundbuchs von Ravolzhausen Blatt 587 zur Zeit der Eintragung des Ver­

Stadtlücater in Hanau.

Hanau, 4. Oktober 1910.

»Der Graf von Luxemburg."

Operette von Franz Lehar.

Die Wiederholung der OperetteDer Graf von Luxem­burg" hatte das Theater gut gefüllt. Das Stück bewegt sich bekanntlich ganz inmoderner" Richtung und trägt dem Ge­schmacke unseres heutigen Zeitgeistes Rechnung. Man bietet leichte Ware und leichte Musik. Ueberall, wo es nur angängig ist, hat der Komponist seine leichten Tanzweisen eingelegt, woran man Gefallen findet. Die Aufführung am Dienstag war durchschnittlich gut, blieb jedoch etwas hinter der ersten zurück. Der Vertreter der Titelrolle Herr W i e - s l n g e r schien, was die stimmlichen Verhältnisse anbe- , indisponiert zu sein, sodaß auch Frl. Mia Adam »Angela" sich etwas Zurückhaltung auferlegte. Vor allem interessierte Frl. Harves alsJuliette". Ihr be- sonders angenehm berührendes, gewandtes, sicheres Spiel, lhre zur Entfaltung gebrachten hübschen Stimmittel haben der Partie zu einem anerkennenswerten Erfolge verhalfen. Herr S ch n e i d e r alsFürst Basil" unterhielt die Besucher wieder aufs beste

Das Konzert.

Lustspiel von HermannVahr.

Auch die Wiederholung des hübschen Lustspiels Her­mann Bahrs, betiteltDas Konzert", eine hochinteressante

l lante vom Thema desberühmten Mannes", fand am onn ag eine beifallsfrohe Aufnahme. Wir können dem ge- spendeten Verfall ebenfalls beistimmen, denn Bahr schwingt die Settel fernes Spottes mit behaglicher Laune, echt wienerisch, das ganze ist ein Feuerwerk witziger Plaude- ll'len, mit prasselnden Paradoxen durchsetzt. Den Musik­direktor, der sich den Huldigungen des schönen Geschlechts

steigerungsvermerkes auf den Namen des Landwirts Wil­helm Konrad Tag, Johann Daniels Sohn, in Ravolzhausen eingetragenen Grundstücke

Ktbl. 5 Nr. 37 Acker die Pfingstweide, 3,83 Ar,

0,73 Tlr. Reinertrag

Ktbl. 4 Nr.. 144/16 Wiese auf dem Weinberg, 5,16 Ar,

0,67 Tlr. Reinertrag

Ktbl. 5 Nr. 64/38 Acker die Pfingstweide, 5,68 Ar,

1,19 Tlr. Reinertrag

Ktbl. 14 Nr. 53 Obergasse Haus Nr. 7, 19,50 Ar,

a) Wohnhaus mit abgesondertem Abort, Stall, Hofraum und Hausgarten, 120 Mk. Nutzungs­wert,

b) Scheune mit Stall,

c) Stallgebäude,

d) Stallgebäude,

Ktbl. 13 Nr. 70 Acker in der Floescheid, 91,88 Ar,

18,97 Tlr. Reinertrag

Ktbl. 15 Nr. 57 Wiese die Gärten, 11,99 Ar,

3,97 Tlr. Reinertrag

Ktbl. 17 Nr. 109 Acker an den 14 Morgen, 1,19,61 Ar,

29,35 Tlr. Reinertrag

Ktbl. 17 Nr. 52 Acker im Unterfeld, 8,79 Ar,

2,44 Tlr. Reinertrag

Ktbl. 14 Nr. 52 Garten die Baumgärten, 6,89 Ar,

2,16 Tlr. Reinertrag

Ktbl. 13 Nr. 71 Acker in der Floescheid, 8,53 Ar,

2,10 Tlr. Reinertrag

am 26. November 1910, nachmittags 3 Uhr durch das unterzeichnete Gericht in der Gastwirtschaft von Wilhelm Clauß in Ravolzhausen versteigert werden. Langenselbold den 29. September 1910. 21765

Königliches Amtsgericht.

Dienstmichrichten aus dem Kreise.

In der Gemarkung W i n d e ck e n ist die Schweineseuche erloschen.

Hanau den 4. Oktober 1910. V 5717

Hafer- und Roggenlangstroh kauft fortgesetzt 21471

Proviantamt Hanau.

Gefundene mid verlorene Gegenstände re.

Verloren: 1 silberne Damenuhr mit Kette und An­hänger, 1 Vlockbuch für Holzlieferungen, 1 dünne silberne Herrenuhrkette.

Zugelaufen: 1 schwarzer Rehpinscher, m. Geschl.

Entlaufen: 1 dunkelbrauner Dobermannpinscher, etwa 7 Monate alt.

nicht zu entziehen vermag, gab Herr Direktor Steffter wiederum mit prächtiger Charakteristik, auch die Ironie der duldenden Frau vermochte Frl. Ballin gut zu treffen. Für den köstlichen Philosophen der Ehe, Dr. Jura, fand Herr H e l l die rechten Töne, kurz, die Darsteller boten eine Auf­führung, die Begeisterung zu entfachen vermochte.

Kunst und Leben.

Paris, 4. Okt. Der Professor der Dermatologie, Hallopeau, der bereits wiederholt in Zeitungsinterviews das Ehrlich'sche Heilmittel heftig angegriffen hatte, hielt heute nachmittag in der Akademie der Medizin ein Vortrag, in welchem er behauptete, daß die Anwendung des Präparates 606 zahlreiche Gefahren in sich berge, daß es mehrere Todesfälle verursacht habe und daß häufig Rezidive auftreten.

Paris, 4. Okt. Für die Mitglieder des internationalen Kongresses für Krebsforschung fand heute nachmittag im Rathause ein Empfang statt, bei welchem der Vorsitzende des Kongresses, Professor Dr. Czerny-Heidelberg, der Präsident des Munizipalrates Bellan, der Präfekt des Seine- Departements de Salves und der Polizeipräfekt 8épine An­sprachen hielten. Sépine gedachte in seiner Rede seiner Studienzeit in Heidelberg, wo er vor nunmehr bald einem halben Jahrhundert ein Schüler Helmholtz' gewesen und be­grüßte darauf in der Person von Professor Czerny einen der hervorragendsten Nachfolger jenes großen Gelehrten.

Die erste bayerische Haudels-Hochschrtle.

München, 4. Oktbr. ^cutc ist b r schule, die erste in Bayern, durch einen Festakt im Borte | in Anwesenheit des Prinzen Ludwig un\ der er er­öffnet worden. Die bayerischen Universitäten, . Hochschulen von Leipzig Mannheim und Franks.r a. M. hatten ihre Vertreter entsandt. Prinz LudwigabJn einer Ansprache seiner Freude Ausdruck, daß nunmehr auch Bayern eine Handels-Hochschule besitze und wünschte, dag sie mit Dee

Politische Rundfcbati.

Vom Reichsetat. Es ist erfreulich, daß in den maßgeben­den Organen der verschiedensten Parteien in der letzten Zeit betont wird, wie außerordentlich wichtig für die Ge­sundung der Reichsfinanzen die vorsichtige Schätzung der Einnahmen im Reichsetat ist. Einst war es anders. In den verschiedensten Tagungen find vom Reichstage Ein­nahmeeinsätze der verbündeten Regierungen in die Höhe geschraubt worden. Es darf anerkannt werden, daß einige Male diese Schätzungssteigerungen in der Wirklichkeit ihre Bestätigung erhielten, in den meisten Fällen aber ent­sprach die Wirklichkeit der Schätzung des Reichstages nicht und so kam es, daß, während auf dem Papier die Reichs­finanzen sich noch ganz erträglich ausnahmen, sie in Wirk- * lichkeit recht schlecht waren. Nach den oben erwähnten Aeußerungen der verschiedensten Preßorgane ist anzu­nehmen, daß im Reichstage mit derartigen Einnahmeüber­schätzungen endgültig gebrochen werden soll. Daß die ver­bündeten Regierungen in den Etatseinnahmeansätzen recht vorsichtig vorgehen, zeigt noch der Reichshaushaltsetat für 1910. In ihn war zum ersten Male die Jahreseinnahme aus der letzten Reichsfinanzreform einzusteLen. Von den ver­schiedensten Seiten wurden die zuständigen Reichsstellen, namentlich der Reichsschatzsekretär, gedrängt, diese Ein­nahme möglichst hoch in den Etat einzustellen, damit in- folgedessen weitere und höhere Ausgaben bewilligt werden könnten. Der Reichsschatzsekretär hat sich derartigen An­forderungen energisch widersetzt, und wie recht er damit ge­habt hat, daß er nur etwa fünf Siebentel des geschätzten dauernden Ertrages in den Etat einsetzte, geht aus den bis­herigen Erträgen aus Zöllen, Steuern und Gebühren während des laufenden Jahres zur Genüge hervor. Man darf sich darauf verlasien, daß im Etat für 1911 die Schätzung dieser Einnahmen recht vorsichtig vorgenommen werden wird. Davon, daß im nächsten Reichshaushaltsetat schon die als dauernd angenommene Ertragssumme von 413 Mill. Mark eingestellt werden wird, kann keine Rede sein. Die Steigerung des Ansatzes gegenüber 1910 kann nach den bis­herigen Erfahrungen gar nicht groß sein. Ob sich überhaupt aus der neuesten Reichsfinanzreform die Summe von 413 Millionen Mark als dauernde Einnahme ergeben wird, muß abgewartet werden. Vorläufig hat es den Anschein, als ob sie nicht ganz erreicht werden wird. Jedenfalls darf der Reichstag, wenn er die Einnahmeansätze in den Reichs­etats vorsichtig und nicht zu hoch bemißt, sicher sein, mit den verbündeten Regierungen in einer und derselben Richtung zu arbeiten.

Veranlagung zur Einkommensteuer. Demnächst werden in Preußen die Vorarbeiten für die Veranlagung zur Ein-

Universität gemeinsam für die Hebung der Bildung wirken möge. Die Examina seien notwendig, aber man solle die Examennoten nicht überschätzen, da sich manchmal Leute mit guten Examennoten im Leben als unpraktisch zeigten, während Leute mit minder guten Noten im Leben Tüchtiges leisteten. Niemand könne genug lernen und wissen, aber er müsse dieses Wissen auch anzuwenden suchen. Der Handelsstand bringe neben dem Gewerbe den meisten Reichtum ins Land. München habe für die Entwicklung deS Handels eint geographisch ungünstige Lage, sei aber trotzdem auf diesem Gebiete vorwärts gekommen. Die kaufmännische Bildung tue auch jedem Produzenten not. Ministerpräsident v. Pode- wils führte in seiner Ansprache unter anderem folgendes aus: Die Eröffnung der ersten Handels-Hochschule Bayerns, wie wir sie unter Anwesenheit deS Prinzen Ludwig, dank der Mitarbeit der Stadt München, der Handelskammer München und des Münchener HandelSvereinS heute feierlich begehen können, bedeutet eine glückverheißend« Tat zur Hebung unserer wirtschaftlichen Schaffenskraft. Für den, der in dem wirtschaftlichen Kampfe auf vorgeschobenem Posten stehen will, ist nicht zuletzt ein auskömmlicher Besitz an theoretischen Kenntnissen von Bedeutung. Uvssere Z verlangt die gediegene Aus- und Durchbildung des einzelnen weist dem früher oft ziellos strebenden Eifer den We e nes geordneten Lehrbetriebs, eröffnet dem Tüchtigen die Möglich feit, sich eine abgeschlossene, zukunftsichernde Bildung zu er- werben. Fern aber sei es, daß wir vergessen, daß die Wissenschaft der Spiegel der Wirklichkeit ist. Allzeit viel­mehr wollen wir dankbaren Herzens eingedenk bleiben, daß die Männer, die Deutschlands Handel und Industrie groß gemacht, dem deutschen Volk seinen geachteten Platz auf dem Weltmärkte erkämpft haben, durch die Schule der Praxis geschritten sind; mehr als jede andere akademische Lehrstätt« wird unsere Handels-Hochschule daher bedacht sein müssen, ill ununterbrochenem Zusammenhang mit der Praxis in enger Fühlung mit den Forderungen des Tages zu bleiben.