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Geucral-Auzcigtk

AMliches Orga« für Stabt« nab Landkreis Kanan.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

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SIL 207 Fernsprechanschlittz Nr. 605»

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Montag den 5. September

Ferttsprechaitschltttz Nr. 605*

1910

Amtliches.

Zwangsversteigerung.

Im Wege der Zwangsvollstreckung soll das in der Ge- marlung Langenselbold belegene, im Grundbuche von Langen­selbold Blatt 1803 zur Zeit der Eintragung des Versteige­rungsvermerkes auf den Namen der Ehefrau des Obst- und Gemüsehändlers Josef Schwarzkopf, Elisabeth geb. Schiester in Langenselbold zu einer ideellen Hälfte und deren Kinder: Karl, Adolf und Willi zu je einem ideellen Sechstel eingetragene Grundstück:

ÄrtbL 69 Parz. 100 Steinweg Nr. 16, 1,80 ar,

a) Wohnhaus mit Hafraum re.

150 Mk. Nutzungswert,

b) Stall A,

zu der der Ehefrau Schwarzkopf zustehenden ideellen Hälfte

am 28. Oktober 1910, vormittags 9 Uhr, durch das unterzeichnete Gericht an der Gerichtsstelle versteigert werden.

Langenselbold den 30. August 1910.

___________Königliches Amtsgericht.___19121

LaMirWWer Kreiswein Ham.

Der Kreis Schlüchtern veranstaltet Mittwoch den 7. September d. I. in Schlüchtern eine grössere Prämien-Tierschau mit Ausstellung von landwirtschaft­lichen Maschinen und Geräten.

Hiervon wird unseren Mitgliedern Kenntnis gegeben mit dem Bemerken, daß sich ihnen durch diese Tierschau vorzüg­liche Gelegenheit bietet zum Ankauf von Simmentaler Vieh.

Der Vorsitzende.

F r h r. L a u r, Königlicher Landrat.

Hus aller Mett.

Wettersturz im Berner Oberland. Das Berner Oberland leidet seit 36 Stunden unter einem bedenklichen Wettersturz. Am Furkapaß schneit es seit zwei Tagen un­aufhörlich, auch an der Grimsel schneit es seit gestern nacht tüchtig. Die eidgenössische Post vom Wallis her erreichte in­folge Unwetters gestern morgen mit Verspätung das Grimsel- Hospiz. Auf der Paßhöhe weht ein eisiger Nordweststurm mit heftigem Schneetreiben. Rothorn, Schynige Platt» und Große Scheidegg liegen in tiefem Schnee, der bis auf eine Höhe von 1700 Meter hinabgeht.

Ein schweres Automobilunglück trug sich vorgestern abend gegen 8 Uhr in Choren an der Döbeln Dresdner Landstraße zu. Das mit zwei Personen besetzte Automobil des Svritfabrikanten Schreyer in Dresden stürzte den 15 Meter tiefen Steinbruch hinab. Der achtzehnjährige Chauffeur wurde vom Automobil erdrückt. Eine eiserne Spitze an der Luftpumpe drang ihm ins Gehirn und führte seinen Tod herbei. Sämtliche Glieder waren ihm zerschmettert. Der Bruder des Besitzers, der in den 30 Jahren stehende unver­heiratete Kaufmann Schreyer wurde vom Sitz geschleudert und erlitt einen Unterschenkelbrruh, mehrere Rippenbrüche und eine Verstauchung der Wirbelsäule. Er wurde in hoff­nungslosem Zustande ins ländliche Krankenhaus nach Meißen gebracht. Das Automobil wurde total zertrümmert.

Beim Salulschiesten getötet. In Neumark bei Weimar wurde am Sedantage beim Salutschießen mit einer Kanone älteren Systems der 28jährige das Geschütz bedienende Schmied Preißer durch einen vorzeitig losgehenden Schuß so schwer getroffen, daß er vorgestern morgen im Sophienhaus seinen Verletzungen erlegen ist. Ihm war ein Teil des Kopses und ein Arm weagerissen worden.

Sport

Frankfurt a. M., 4. Sept. Bei strömendem Regen wurde heute das zehnte Paris-Frankfurter Achterrennen au§= ^fahren. Die Pariser Mannschaft, die die ganze Strecke lührle, siegte überlegen mit vier Längen.

Hus Hab und fern.

-r. Bievenkopf, 4. Septbr. Im Bahnhof zu Creuzthal wurde gestern der Hilfsbremser Wagner von dort, ein junger verheirateter Mann, vom Zug überfahren und so ver= letzt, daß er bald darauf starb.

. )( Seligenstadt, 4. Septbr. (Verhaftung). Unter­suchungsrichter Lehr aus Darmstadt weilte gestern in unserem Städtchen, um betreffs der neuesten Wilderer-Affäre »ine Reihe von Zeugen protokollarisch zu vernehmen. Der Augenscheinnahme am Tatorte, demNiederfeld", wo die Gebrüder G u t b am Kirchweibsonntag nachmittag bei der

Hasenjagd von unserer Gendarmerie ertappt wurden, wohnten auch die beidenSonntagsjäger" bei. Die Untersuchung endete mit der Verhaftung des vollständig überführten Brüder­paares, Arbeiter im Alter von 32 resp. 23 Jahren, die bisher auf freiem Fuß geblieben waren. Unter Gendarmerie- und Ortspolizeibedecküng wurden beide sofort nach dem Unter­suchungsgefängnisse in Darmstadt eskortiert.

)( Schwetzingen, 4. Septbr. Der 14 Jahre alte, in der Eder'schen Ziegelei zu Brühl beschäftigte Arbeiter Alois Schimmele verunglückte in entsetzlicher Weise. Er hatte sich auf die Oberkante des Fahrstuhls gesetzt, als sich derselbe aufwärts bewegte. Dabei wurde der Junge gegen die Decke geschleudert und so schwer verletzt, daß er nach einigen Mi­nuten den Geist aufgab.

£ Fechenheim, 5. Sept. (S e d a n fe i e r.) Der Tag von Sedan, dessen 40jährige Wiederkehr in allen Gauen unseres Vaterlandes zu besonderer Feier Anlaß gibt, wurde auch hier in hervorragender Weise festlich begangen nicht allein in unserem Kriegerverein, auch, diesem sich anschließend, in unserer Bürgerschaft, was sich schon durch reichen Fahnen­schmuck am Gedenktage selbst und besonders am gestrigen Festtage bekundete. Eingeleitet wurde dieser durch einen im Saalezur Schanze" abgehaltenen Festkommers, dem die von Blumen und reichlichem Blattgrün umrahmten Büsten unserer drei ersten Kaiser ein festliches Aussehen verlieh. Zunächst begrüßte der Vorsitzende des Kriegervereins, Kamerad Spamer, die Gäste und Kameraden und eröffnete die Feier mit dem Gelöbnis unwandelbarer Treue zu Kaiser und Reich und einem begeisterten Hoch auf unseren Kaiser, dem der gemeinsame Gesang der Nationalhymne folgte. Dann ergriff das Wort der Festredner des Abends Herr Professor Dr. Arendt-Hanau. All überall in deutschen Landen feiere man diesmal besonders die ruhmreiche Zeit 1870/71, aber nicht in eitler i n > prahlerischer Selbstüberhebung, nein auch anerkennend den Opfermut und die Tapferkeit des Gegners, dessen Söhne für des Vaterlandes Ruhm und Frei­heit zu kämpfen und sterben bereit waren. Dank soll unser Herz erfüllen für alles das, was in den ruhmreichenJahren 70u.

71 erreicht worden : die Einigung unseres teuren Vaterlandes, Dank gegen die, welche unjerHeer damals so glänzend geführt, besonders ihm, dem Liebling des deutschen Volkes, Kaiser Wilhelms I., der trotz seines hohen Alters aller Gefahren,

Not mit seinem Heere geteilt, Dank gegen die tapferen Krieger, Offiziere wie Mannschaften aus allen Gauen Deutsch­lands, aus Nord und Süd, mit Dank endlich auch gegen die, welche als Helden gefallen und die der kühle Rasen deckt hier oder in Feindes Land. Doch wir wollen bei dem Ge­fühle der Trauer nicht stehen bleiben und uns der Freude zuwenden darüber, wieder ein starkes deutsches Reich zu be­sitzen. Lange, ach so lange hat es gedauert, bis dieser Glaube unserer Väter in Erfüllurg gegangen, bis der alte Rotbart das Klopfen des deutschen Volkes gehört, dessen Wiederkehr zu erhoffen es nie aufgehört. Und nun entwarf in glänzender Rede der Festredner ein treues Bild des Werdens unseres Vaterlandes von den Verhandlungen des Wiener Kongresses 1814 und 15 an, dessen Machwerk niemanden erfreut und in sich den Keim der Zersplitterung trug. Er gedachte dann der Pflege des nationalen Ge­dankens durch die deutsche Studentenschaft und der folgenden Reaktion, der idealen Begeisterung des Jahres 48, welches den Gedanken des Kaisertums der Hohenzollern zeitigte, der aber leider jetzt noch nicht seine Verwirklichung fand, aber doch seitdem von Preußen gehegt und gepflegt wurde, bis der Tag von Ollmütz die Ueberzeugung brachte, daß eine Aus­einandersetzung mit dem alle Einigung hemmenden Oester­reich folgen müsse. Da kam Wilhelm I. und mit ihm Bismarck. Ihrer beider Werke, die Lösung der deutschen Frage, war vollendet, als am 18. Januar 1871 Preußens sieg­reicher König die deutsche Kaiserkrone, von Fürsten und Volk ihm angeboten, auf sein greises Haupt "setzte. 40 Jahre sind seitdem verflossen, und schon seit 22 Jahren waltet der Enkel des großen Kaisers, Wilhelm II., seines Amtes, sich bemühend, den Frieden zu wahren, des Volkes Wohlfahrt auf allen Gebieten zu fördern und freie Bahn zu schaffen für die geistigen und materiellen Kräfte der Nation. Und wenn das deutsche Volk seines Kaisers Mahnung, unter Hintan­setzung aller Parteiinteressen nur des Reiches Wohlfahrt, seine Größe und sein Glück zu fördern im Auge behält, so wird das deutsche Reich, begleitet von der Achtung und Ehr­furcht der Völker, eine Stütze deS Friedens sein und bleiben. Das walte Gott! Nach dem gemeinsamen Gesang des Liedes:Es braust ein Ruf wie Donnerhall", nahm sodann der Vorsitzende, Herr Spamer, Gelegenheit, allen denen im Namen der Kameraden zu danken, welche eins ge amp und gerungen, den Gefallenen und den noch e ei , allem dadurch, daß wir sorgen dafür, daß die F

Tage nicht verloren gehen, und festhalten an der Treue zu unserem Kaiser und seinem Hause. Darauf überreichte er den anwesenden Veteranen Blumensträußchen, als bescheidenes zwar, aber von Herzen kommendes Zeichen des Dankes. Es folgte dann das gemeinschaftliche Lied:Ich hatt' einen Kameraden". Verschönt wurde dann die Feier noch durch den Gesangsvortrag der Kame­raden, des Opernsängers Meyer und Konzertsängers Enring, welcher lebhaften Beifall fand, ebenso wie der Stab- reigeit der Zöglingsriege des hiesigen Turnvereins. Im weiteren Verlauf wechselten dann noch gemeinschaftliche Ger- fänge und musikalische Vorträge, während heitere und frohe Unterhaltung und Stimmung alle Teilnehmenden noch lange erfreute. Am gestrigen Sonntag war dann Festqottesdienst in der evangel. Kirche, an welchem sich der Kriegerverein geschlossen beteiligte. Hier hielt Herr Pfarrer Stoppel die Festpredigt im Anschluß an das Wort: Luc. 1,4952: Denn er hat große Dinge an mir getan, des usw." die geschichtliche Tatsachen einflechtend, von weither aus dem Mittelalter bis zum 1. Sedantage, führte der Festprediger aus, daß der Tag von Sedan ein Tag großer Dinge, ein Tag ernsten Gerichts und ein Tag herrlicher Erhöhung war. Für uns, das spätere Geschlecht, sei er aber auch ein Tag der Buße, des Gebets, daß Gott uns das erhalten möge, was er Großes an uns getan, daß die Opfer nicht umsonst gebracht, die Gebete um die Einheit unseres Vaterlands und den endlichen Sieg nicht umsonst zu Gott emporgesandt sind. Er sei aber auch ein Tag des heiligsten Gelübdes der Treue gegen Gott, gegen König und Vaterland. Auch der Kirchen- und Posaunenchor wirkten bei dem Festgottesdienst mit. Nach demselben begab sich der Kriegerverein mit Fahne und Musik nach dem Kriegerdenkmal, wo gleichfalls eine Gedächtnisfeier abgehalten wurde. Nach einleitendem Gesang des Schülerchors:Wie groß ist des Allmächtigen Güte", hielt Herr Pfarrer Stoppel eine Ansprache. Nach großen geschichtlichen Er­eignissen wird der Blick freier und man erkennt alles im größeren Zusammenhang und gelangt dahin, den Herrn der Welten zu preisen. Der große Kaiser tat es am Abend des

TageS von Sedan in den denkwürdigen Worten:Welch eine Wendung durch Gottes Fügung". Ist Gott allein es gewesen? Unser tapferes Heer und seine Führung waren Werkzeuge in der Hand des Herrn. Darum wollen wir auch derer gedenken, die auch aus dieser Gemeinde mitge­

zogen waren, hier an diesem Denkmal, daS ihren Ruhm verkündet, wollen wir ihnen danken mit dem Gelöbnis der Treue gegen unseren Kaiser, der sich als ein Instrument des Herrn betrachtet und ohne Rücksicht auf die Tages­meinungen und Ansichten seinen Weg geht, der lediglich der Wohlfahrt und der friedlichen Entwicklung unseres Vater­landes gewidmet ist. An bas folgende Hoch auf den Kaiser reihte sich der Gesang der Nationalhymne, worauf Kamerad Spamer einen Kranz im Namen des Kriegervereins niederlegte. Mit dem Gesang deS Schülerchors:An des Rheines Strand, wo die Reben blüh'n", endete darauf die Feier.

Hochstadt, 2. Septbr. (S edan feier.) DaS diesjährige Sedansfest wurde auch in unserem Flecken beson­ders feierlich begangen. Gestern abend um 7 Uhr wurde das Fest mit allen Glocken eingeläutet, und der heutige Vor­mittag war für unseren Ort zum halben Feiertag erhoben worden, an dem alle öffentliche Arbeit ruhte. Heute früh um 9 Uhr zog der Kriegerverein mit Fahne nebst den sämt­lichen Klaffen unserer Schule vom Ratbause aus durch bit

mit Fahnen geschmückte Hauptstraße in die Kirche zum Fest- gottesdienst, in dem nach einer besonderen, für den heutigen Festtag passenden Liturgie und dem Liede Nr. 369 unser Seelsorger, Herr Metropolitan Reich, die Festpredigt über Psalm 54 hielt. Danach sang der Kirchengesangverein, unter Leitung des Herrn Lehrers Geb zwei gut vorgetragene Lie­der, nämlich:Nun danket alle Gott" und nach dem Gebet Alles, was Odem hat, lobe den Herrn." Danach trat her OrtSgeistliche an den prächtig mit Blumen geschmückten Altar, vor dem die Veteranen ihre Ehrenplätze eingenommen hatten, und sprach zu den ergrauten Briegern Wort- d-i i"iuchsten Dank-? namens her Semeii.be und namens »-'^'"l"nd-- ihn-n allen die Hand reichend und ferne ®9"ä^ bringend Nach dem Segen sang noch ein für den heutiger. Tag extra gebildeter Schülerchor das Lieblingslied unseres Kaisers das niederländische Dankgebet, dirigiert von Herrn Hanptlehrer Möbus und auf der Orgel begleitet von Herrn Lehrer Weigand. Diese Darbietung machte noch einen besonders erhebenden Eindruck auf alle Zuhörer. Auch wird der ganze überaus feierliche und ergreifende Gottesdienst den zahlreich erschienenen Teilnehmern die ganze Zeit ihres Lebens unvergessen bleiben. Nachmittags um 1 Uhr gab die Gemeinde den Veteranen ein Festessen im Saale des