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Mtâxtdnick und Verlag der Buchdrucker« del hwr. au vatseahaus^ tu Hanau.

General-Anzeiger

Amtliches Organ für Stadt- uni Landkreis Sanaa.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sann- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

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^ernsprechanschltts; Nr. 605

Mittwoch bcn 5. Januar

^eriesprechanschlutz Nr. 605

1910

Amtliches.

Eandkreis Ffanau.

Die Herren Bürgermeister ersuche ich unter Hinweis auf meine Verfügung vom 12. 5. 09 A 2393 um Ein­sendung der Hiendesteuer-Nachtragsttsieti bis zum 8. Januar 1910.

Hanau den 4. Januar 1910.

Der Königliche Landrat.

A 1 Frhr. Laur.

Stadtkreis Ranau.

Bekanntmâchnnq.

Die Arbeiten zur Herstellung einer TonrohrleitUUst im Fischerhüttenweg sollen unter Zugrundelegung der Be­dingungen für die Bewerbung um städtische Arbeiten und Lieferungen öffentlich verdungen werden.

Die Derdinaungsunterlagen liegen im Stadtbauamt, Rat­haus Zimmer Nr. 22, zur Einsicht aus und sönnen von dort bezogen werden.

Verschlossene, mit kennzeichnender Aufschrift versehene An­gebote sind bis zum Eröffnunastermin am Montag den 10. Januar, vormittags 11 Nhr, einzureichen.

Die Eröffnung der Angebote erfolgt im Beisein etwa erschienener Anbieter.

Zuschlagsfrist 14 Tage.

Hanau den 31. Dezember 1909.

Der Magistrat.

Dr. Gebeschus. 437

Bekanntmachung

betr. Handelskammerwahlen.

Gemäß § 15 des Gesetzes über die Handelskammern vom 24. Febr. 1870 / 19. Aug. 1897 machen wir hierdurch be­kannt, daß die Ende 1909 vorgenommenen brgânzungs- Wahlen zur Handelskammer für die Wahlperiode bis Ende 1915 nachstehendes Ergebnis gehabt haben.

Es sind gewählt worden:

1. für den Wahlbezirk Stadt- und Landkreis Hanan r Herr Heinrich Bracker i. Fa. G. D. Bracker Söhne, Herr Albert Deines i. Fa. Nicolay & Duncker, Herr Paul Philips i. Fa. August Philips & Söhne, Herr Rudolf Treusch i. Fa. A. Grubener;

2. für den Wahlbezirk Kreis Anlda r Herr Oskar Schmitt i. Fa. Richard Schmitt ;

Ein klassisches Jahr der Astronomie.

Eine Dreihundertsiahrserinnerunq zum neuen Jahre.

Von Viktor Thomas.

(Nachdruck verboten.)

Das Jahr 1609 batte dem Menschen denSchlüssel zur Unendlichkeit" in die Hand gegeben, das Fernrohr. Mehrere Völker streiten sich um die Ehre, seinen Erfinder hervor­gebracht zu haben. Am wahrscheinlichsten ist eS, daß es in Holland erfunden ist, denn aus diesem Lande erhielt Galilei im selben Jahre die Nackricht, man habe in Flandern für den Grafen Moritz von Nassau ein Instrument konstruiert, daS entfernte Gegenstände als nabe darstelle. Ueber den Bau des Instruments enthielt die Nachricht nichts. Galilei behauptet, er habe auf Grund seiner Kenntnisse der Optik den Bau des Instruments erraten, wozu er eine ganze Nacht verbracht habe; dann sei er darangegangen, ein solches Tele­skop zu bauen. Noch im selben Jahre L...de er jedenfalls j in Venedig ein Fernrohr mit 30 facher Linearvergrößerung vorzeigen. In den Händen der Handwerker, die das Fern­rohr erkunden hatten, schien es unbedeutend zu sein. Erst dadurch, daß es einem großen Denker in die Hände fiel, wurde es zum Schlüssel der Unendlichkeit. Galilei war der Erste, der das Fernrohr auf die ewig schweigende Sternen­welt richtete und ihr ihre Geheimnisse abzwanq: Schlag auf Schlag folgten einander seine großen astronomischen Ent­deckungen, die das Jahr 1610 zu einem klassischen Jahr der Astronomie machten, wie die Geschichte dieser Wissenschaft kein zweites enthält.

Galilaee, tu vicisti! so soll Kepler ausgerufen haben, als er die ersten Entdeckungen seines Freundes Ga­lilei vernahm. Ein Sieg war es in der Tat zu nennen, ein Sieg über das ptolemäische Weltsystem, das in den Augen der Einsichtigen damals den Todes 'toh von der Hand Gali­leis erhielt. 67 Jahre waren vergangen, seitdem Cover-

3. für den Wahlbezirk Kreis Gelnhausen; Herr Wilhelm Schöffer, Direktor der Elektrizitäts- Gesellschaft m. b. H.;

4. für den Wahlbezirk Kreis Schlüchtern:

Herr Ferdinand Fenner i. Fa. Ferd. Fenner;

5. für den Wahlbezirk Kreis Hünfeld:

Herr Heinrich Aha i. Fa. F. C. Aha;

6. für den Wahlbezirk Kreis Gersfeld: Herr Franz Schüßler i. Fa. Franz Schüßler.

Einsprüche gegen diese Wahlen sind innerhalb zweier Wochen bei der Handelskammer anzubringen. Hanau den 5. Januar 1910.

Die Handelskammer zu Hanau.

C a n th al.

Der Syndikus.

393 Dr. phil. Grambow.

Handelsregister.

1. Die offene Handelsgesellschaft in Firma

Stadahl & Gattwinkel zu Hanau ist aufgelöst, die Firma erloschen.

2. Unter der FirmaHermann Gattwtnkel* be­treibt zu Hanau der dort wohnhafte Gärtner Hermann G a t t w i n k e l ein Handelsgeschäft Handelsgärtnerei als Einzelkaufmann.

Der Ehefrau Mathilde geb. Zwicker zu Hanau ist Prokura erteilt.

Hanau den 27. Dezember 1909.

Königliches Amtsgericht 8. 403

Handelsregister.

1. Firma Kilb & Thiele.

Der Gesellschafter Georg Kilb ist am 5. Oktober 1906 gestorben und damit die offene Handelsgesellschaft auf­gelöst. Das Geschäft wird zu Hanau unter unveränderter Firma von dem bisherigen Mitinhaber Kaufmann Robert Thiele zu Hanau als Einzelkaufmann fortgeführt.

2. Unter der Firma

Elisabeth Elsaß

betreibt zu Hanau die dort wohnhafte Ehefrau des Kauf­manns Hugo Elsaß, Elisabeth geb. Schlegel, als Einzelkaufmann ein Handelsgeschäft Agentur- und Kommissionsgeschäft sowohl in Waren, als auch in Hypotheken und Immobilien.

Dem Ehemann Hugo Elsaß in Hanau ist Prokura erteilt.

Hanau den 23. Dezember 1909.

Königliches Amtsgericht 8. 405

nieus als letztes Werk in feinem Todesjahre das Buch De revolutionibus corporum coelestium veröffentlicht hatte; jetzt wurde alles, was dort nur behauptet wurde, durch daS Fernrohr gezeigt.

Der erste Blick, den Galilei durch das Fernrohr auf den gestirnten Himmel richtete, gilt dem Jupiter (am 7. Januar 1610). Was Copernicus von der Bewegung der Planeten um die Sonne gesagt hatte, sieht Galilei dort im kleinen: drei kleine Sterne enthüllt daS Fernrohr, die um den Jupiter als Zentralkörper kreisen. Der erste, dritte und vierte Mond dieses Planeten sind es, die Galilei an diesem Tage sieht; am 13. Januar sieht er auch den zweiten. Tagelang setzt er die Beobachtung fort, bis er unleugbare Gewißheit über die Tragweite seiner Entdeckung hat:DaS Anhalten der Ent- fernungsbeziebungen zwischen den beobachten Sternen und dem Jupiter während aller verschiedenen Stellungen, die sie zu einander annehmen", so schreibt er darüber,läßt keinen Zweifel daran, daß sie mit ihm innerhalb von 12 Jahren eine Umdrehung um den Mittelpunkt der Welt ausführen. Die Kreise, die sie um Jupiter selbst beschreiben, sind un­gleichmäßig ; und die innersten werden am schnellsten durch­laufen. Der größte Kreis, den der vom Jupiter am weitesten entfernte Planet (heute sagen wir Mond) durchläuft, Meint in ändert halb Monaten beschrieben zu werden. Diese Tat­sachen sind dazu angetan, alle Zweifel derer schwinden zu lassen, die bei dem 'System des Copernicus wohl he Be- wequnq der Planeten um die Sonne zugestehen, sich aber an der Vorstellung der Bewegung eines Mondes um die Erd, während des gemeinsamen Umlaufs bemer < eflmie um bie Sonne so stoßen, daß sie den d-n d^ W, ^ .« Nea fünftem behauvtet, als unmöglich verwerfen. -vier ist es ni»i ein Wemet <M-nd> der fl* um mm, anderen während der gemeinsamen Umdrehung um he v onne dreh , V rn sogar vier Planeten (Monde), he unsere Smne uns e gen wie sie sich um den Jupiter drehen, genau rote der Mond um die Erde, während sie in 12 Jahren mit Jupiter

UnterrichtSkursuS an btt Königlichen Fach schule für die Kleineisen- und Stahlwaren

Industrie zu Schmalkalden.

Die Anstalt beginnt zu Ostern 1910 einen neuen Unter» richtskursuS und nimmt hierzu neue Schüler auf.

Sie bietet befähigten jungen Leuten Gelegenheit, in den mit neuzeitlichen technischen Hilfsmitteln reich außgestatteten Musterwerkstätten eine sorgfältige und vielseitige, auf der Grundlage neuzeitlicher Technik fußende praktische Ausbildung in der Eisen- und Stahlverarbeitung, besonders in der Werkzeugtechnik, zu erlangen, und jene zeichnerischen, fach­theoretischen und wirtschaftlichen Kenntnisse zu erwerben, welche unter den heutigen Anforderungen bet Gewerbebetriebes für künftige Vorarbeiter und Werkmeister oder für selbständige Gewerbetreibende in der Kleineisen-, Werkzeug- und MetaÜ- waren-Jndustrie unbedingt erforderlich find.

Aufnahmefähig find junge Leute mit guter Elementar- schulbildung nach erfüllter Schulpflicht. Vorherige praktisch» Tätigkeit ist erwünscht, aber nicht Bedingung.

Die KursuSdauer beträgt je nach Fähigkeiten 2 bis 9 Jahre, das Schulgeld für preußische Schüler 60 Mk., für solche auS dem nichtpreußischen Deutschland 160 Mk. jährlich.

Absolventen, welche die Reifeprüfung abgelegt haben, sind von der Gesellenprüfung befreit.

Minder bemittelten und würdigen Schülern preußischer Staatsangehörigkeit können Stipendien und Schulgelderlasse gewährt werden.

Nähere Auskunft auf Anfrage durch den Unterzeichneten. Anmeldungen werden baldigst erbeten.

Der Direktor der Königl. Fachschule.

Beil. ___

Gefundene und verlorene Gegenstlinde re.

Gefunden: 1 Brille mit Futteral.

Verloren: 1 Kinder-Filzstiefel, 1 goldener Kinder- ohrring mit rotem Granatstein, 1 hellbraunes Kinder- Portemonnaie mit 5 Mk., 1 brauner Damenpelz, 1 kleines schwarze- Handtäschchen mit 2 Rechnungen von Ferd. Schwarz, Baiersröderhof.

Hanau den 5. Januar 1910.

Politische Rundschau.

Die Airma Krupp itnb ihre Arbeiter. Im Geschäftsjahr 1908/09 hat die Firma Krupp für ihre Arbeiter, ohne dazu gesetzlich verpflichtet zu sein und ohne die 3 954 278 Mark für Arbeiterversicherung, 6 884 288 Mark gegen 6 532 099 Mark im Jahre vorher aufgewendet. Diese gewaltige Summe, welche daS Sechsfache der gesamten

zusammen ihren großen Umlauf um die Sonne vollenden." Diese erste und größte Entdeckung des JahreS 1610 ver­öffentlicht Galilei zusammen mit zwei anderen in einem Buch, für das er den schönen Namen Nuntius sidereus, Sternen- bote, ersinnt. Die anderen Entdeckungen erfolgen zwar noch im selben Jahre, werden aber erst 1611 in einem Nachtrag zum Sternenboten bekannt gegeben. Im März, unmittelbar nachdem Galilei die Druckerlaubnis erwirkt hat, erscheint der Sternenbote, dem Großherzog von ToScana gewidmet, zugleich Venetiis, 1610* und Francos orti, 1610*. Kepler, bet zwar die Entdeckungen des Sternenboten mit dem Auge nicht hatte prüfen können, beeilt sich trotzdem, da für ihn die An­gaben Galileis unumstößliche Wahrheiten sind, in einer dissertatio cum nuntio sidereo, Pragae 1610" für die Richtigkeit des Systems des Copernicus einzutreten. Erst im Spätsommer desselben Jahres sieht er selbst mit eigenen Augen durch ein Galileisches Fernrohr die Trabanten des Jupiter. Auch andere Astronomen sehen bald diemedi- ceischen Sterne", wie Galilei die Jupitermonde näm­lich Harriot, angeblich bereits am 16. Januar, und Gaâr am 17. Oktober; ja, Simon Marius tritt mit Pr-ontäts anfptücben hervor und behauptet, bereits-am 29. Dezem > er 1609 die Jupitermonde gesehen zu haben. D'c e- Hauptung hat er jedoch nie beweisen können; seine ©rieft an Kepler aus den Jahren 1609 und 1610 enthalten nichts von dieser Entdeckung. Die anderen beiden Entdeckungen, von denen der Sternenbote spricht, beziehen sich auf den Mond und die Fixsternwelt: auf dem Mond siebt Galilei deutlich die Berge und die Zerrissenheit der Oberfläche; er sieht die Lergspitzen in der Abendsonne funkeln, während in den Tälern längst Nacht ist, und gelangt so zu einer an­genäherten Abschätzung ihrer Höhe und zieht den richtigen Schluß, daß die Mondgebirge verhältnismäßig viel höher sind, als die Berge der Erde; er richtet sein Rohr auf die Ple- jaden, das Siebengestirn, und sieht in diesem Sternbild eine große Anzahl neuer Sterner an Stellen des Himmels, bu