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Die eisgeb* Stammet tostet 10 Pf».

Ifcteiieelbnuf um Bertog bei Buchdruck«! bei »«t«. Mu Beisaß cmfM tat H«um.

Gcneral-Anzeèger

Umtlidjts Organ für Stadt- und Faudkrtis Kana».

Erscheint täglich mit Ausnahme der Ssnn- imd Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Die fâufgesuâu« vetUzeUe »der bete« Ramu M PsA tat «ettomenteü die Zeile 4d Pf».

Bermilwerti. Stoaftaa: «. Schrecker tat Ha«>^

Nr. 232

^ernfprechattschlust Nr. 605»

Dienstag den 4. Oktober

Fernfprechaitschltttz Nr. 605.

1910

An,tttches.

Eandkreis Fjanau.

Aus Staatsmitteln können zu Gemeinde-OLstpflanzungen und Musteranlagen Beihilfen gewährt werden, die je nach der Leistungsfähigkeit stets nur einen Teil der mit dem Ankauf und der Anlieferung der Bäume verbundenen Kosten ausrnachen sollen. Sie werden ferner nur dann be­willigt, wenn die Bodenverhältnisse sich für den Obstbau überhaupt eignen, die pflegliche Unterhaltung und Behand­lung durch Uebernahme entsprechender Verpflichtungen, wie Bestellung von Vaumwärtern gesichert ist und nur gutes sortensicheres Material aus einheimischen Baumschulen in möglichst wenigen anbauwürdigen Sorten verwendet wird.

Etwaige Anträge auf Gewährung von Beihilfen in 1911 sind mir bis zum 15. November d. J. einzureichen. Dem Anträge ist ein Kostenanschlag beizufügen und anzu- geben, in welcher Höhe die Beihilfe erbeten wird.

Hanau den 1. Oktober 1910. V. 5711

Der Königl. Landrat.

Frhr. Laur.______________________

Stadtkreis Hanau.

Unter den Pferden der 1., 3. und 4. Eskadron des Thüringischen Manen-Regiments Nr. 6 ist die Rotlauf­seuche erloschen.

Hanau den 3. Oktober 1910. P 11388

Königliche Polizeidirektton.

Dr. v. Waldow.

Stadt. Gas-, Wasser- und Elekttizitätswerke Hanau.

Die Abholzung der für die Errichtung der Pumpstatton und des Reservoirs des neuen Wasierwerkes dirett hinter den Schießplätzen im Wilhelmsbader Walde gelegenen Bau­plätze soll in öffentlicher Versteigerung an Ort und Stelle an den Meistbietenden vergeben werden.

Die Versteigerungsbedingungen werden in dem auf

Donnerstag den 6. Oktober, nachmittags 3 Uhr angesetzten Termine bekannt gegeben.

Zusammenkunft um 2% Uhr vor dem Empfangsgebäude des Wilhelmsbader Bahnhofes.

Hanau den 4. Oktober 1910.

Die Direktton

der städt. Gas-, Wasier- und Elettrizitätswerke.

v. EäßIer. 21721

Liegen geblieben auf dem Marktplatz am 1. d. M. 1 Teil einer Vutterwage, abzuholen auf dem Geschäfts­zimmer der Armenverwaltung.

Zum 250 jährigen Jubiläum der Heracus'schen Apotheke.

Hanau, 4. Oktober 1910.

Es sind heute 250 Jahre verflossen, seitdem Isaak Heraeus aus Güstrow in Mecklenburg in der reformierten Kirche (heute Marienkirche) mit Anna Margareta Leutens (ursprünglich Luytens, niederländisch), der 21jährigen jungen Witwe des Apothekers 5toe Faucque, getraut wurde. Durch diese Einheiratung und spätere Abfindung der Fauc- que'schen Kinder wurde er alleiniger Besitzer der Apotheke, die seitdem, vom Vater auf den Sohn sich vererbend, im Besitze der Familie geblieben ist. Auf dieses Vierteljahr­tausend zurückblickend, nehmen die jetzigen Besitzer der Apo­theke und Chefs der Firma Heraeus, die Herren Brüder Dr. Wilhelm und Heinrich Heraeus, Anlaß, in einigen Tagen ihren Arbeitern und Angestellten ein Fest zu geben. Heute jedoch haben sie ihre Familie, speziell die Träger des Namens Heraeus um sich versammelt, und feiern die Er- mnerung an die Heirat ihres Ahnherrn mit der Bürgerin von Neu-Hanau und Besitzerin der Apotheke. Den Fest- nehmern wird eine Schrift eingehändigt werden, in wel­cher ein Glied der Familie, Herr Professor Dr. Heinrich n«06?5, Ob.ettehrer am Großherzoglichen Gymnasium zu Offenbach, die Geschichte der Familie von 16001910 so ausführlich erzählt, als es die Quellen nur irgend ge- statteten. Die Schrift enthält unendlich viel Wistenswertes, besonders über die Neustadt Hanau und ihre Verhältnisse, von ihrer Erbauung (15971619) bis auf den heutigen

Nur behalten uns vor, mehreres aus dieser Schrift den verehrten Lesern unseres Blattes mitzuteilen, für heute mögen folgende Angaben genügen.

^^ obengenannte Begründer des Hanauer Zweiges der Familre Heraeus war ein Sohn des herzoglich mecklenbur-

Gefundene niib verlorene Gegenstände re.

Gefunden: 1 Sturmlaterne.

Verloren: 1 Seiden-Haarkamm, 1 neue blaue Jockey­mütze, 1 gelber Damen-Eummigürtel mit gelber Schnalle, 1 braunes Kinder-Sammetkäppchen.

Hanau den 4. Oktober 1910.

PotitiTcbe RundTckao.

Todesfälle. Der Senior des Hauses Reuß-Köstritz, Fürst Heinrich XXIV., ist in Schloß Ernstbrunn in Nieder- Oesterreich gestorben. Der konservative Reichstagsabge­ordnete Amtsrat Arendt, Vertreter des Wahlkreises Labiau- Wehlau, ist auf seinem Gute Spannegel bei Popelken ge­storben.

Heimatpolitik. Eine starke, wenn auch nicht die einzige Wurzel hat die Vaterlandsliebe, wie schon der Name sagt, in der Liebe zum Lande der Väter, zum Geburtslande, zur heimatlichen Scholle, auf der wir geboren und groß ge­worden sind, in. der unser Gemütsleben mit seinem Zauber und Segen seinen Ursprung hat, mit der wir von Kindes­beinen innig zusammengewachsen sind. Die Sozialdemo­kratie weiß nur zu gut, daß die vaterländische Gesinnung, die sie nicht brauchen kann, mit der Anhänglichkeit an den angestammten Grund und Boden fest zusammenhängt. Da­rum sucht sie alles, im Großen wie im Kleinen, zu be­kämpfen, was solche Anhänglichkeit gewähren und nähren kann; darum trachtet sie danach, die Menschen von der vaterländischen Scholle loszulösen, auf der das Gefühl der Zugehörigkeit zu Land und Volk, das Bewußtsein der vater­ländischen Zusammengehörigkeit erwächst. Die Freude, die ein eigenes Stück Erde gibt, und wenn es auch nur eng begrenzt ist, das Behagen an eigenem Herd, an Haus und Garten ist etwas, was dem Denken, Fühlen und Wollen, wie es die Sozialdemokratie für ihre Sonderzwecke brauchen kann, nicht zuträglich erscheint. Mit Leib und Seele zur Sozialdemokratie gehören kann nur der, der nichts sein eigen nennt, der besitzlos, heimatlos, vaterlandslos ist, los­getrennt von dem Mutterlands der heimischen Scholle und allem, was damit zusammenhängt. In Leipzig hat un­längst die sächsische Sozialdemokratie ihre Landesversamm­lung abgehalten. Dott ist lebhaft Klage geführt worden, daß Eenosien in ihren Parteipflichten lässig werden, weil sie einen Schieber (Lauben) garten oder ein Einfamilien­haus besitzen. Ein Redner sagte, man beginne überall zu fühlen, daß selbst sehr gute Sozialdemokraten, die in den glücklichen Besitz eines Schrebergartens gelangt seien, für die Partei nicht mehr so arbeiteten wie ftüher. Ein ande­rer Redner stimmte bei. Er führte aus, daß er selbst

gischen Hof^Medicus und Apothekers Dr. Johannes Heraeus und seiner Frau, Anna geb. von Dohren. Dieser stammte aus Wetter, einem Städtchen nördlich von Marburg. In seinem noch vorhandenen Stammbuch ist sein bewegter, äußerst interestanter Lebenslauf erzählt. Er war ein wissenschaftlich ungemein strebsamer Mann, der viele Uni­versitäten besuchte, um sich immer mehr auszubilden. Nachdem er eine feste Stellung erworben, auch glücklicher Gatte und Vater geworden war, begab er sich noch einmal in die Welt, und studierte Medizin, und ward dann Hofapotheker und herzoglicher Leibarzt in einer Person. Er starb sehr ftüh und hinterließ eine Frau nebst mehreren Kindern. Von diesen waren namentlich zwei, der älteste, unser Isaak, und sein Bruder Christian Heraeus, dem Vater sehr ähnlich. Letzterer brachte es zur Stellung als Dr.med., königlich schwe­discher Leibarzt und Hofapotheker in Stockholm. Seine Nachkommenschaft ist im Mannesstamm früh erloschen, be­steht aber heute noch in Schweden. Johannes Heraeus ist der erste, der sich mit dem latinisierten Namen benannte. Ursprünglich hieß der Name wohl Heer, und wie viele Akademiker des ausgehenden Mittelalters, gab auch er seinem Namen eine lateinische Endung.

Die von Jean Faucque begründete, von seinem Vetter Noë Faucque fortgeführte und von Isaak Heraeuser­heiratete" Apotheke hieß zuerstZum weißen Einhorn" und befand sich in der Hammerstraße, im Hause des heutigen Waisenhauses, wie Herr Geheimrat Eisenach herausge­funden hat. Später kauften dann Isaak Heraeus und seine Frau das HausZum Cölnischen Bau" an der Ecke der Nürnbergerstraße, dem Brunnen zum Nabeneck (auch Säu- brunnen genannt) gegenüber, und in diesem Hause, das im Laufe der Jahrhunderte mancherlei Umbauten, Ver­größerungen und Verschönerungen erfahren bat a e in der Hauptsache dasselbe geblieben ist, befindet sich be^ kanntlich die Apotheke bis auf den

sagten vorhin, daß sich die Apotheke wahrend der 2a0 Jahre

Vorsitzender eines Vereins sei, der Schrebergärten gegrün­det habe; er kenne das Leben in ihnen sehr genau und müsse deshalb alles unterschreiben, was der Vorredner ge­sagt habe. Ebenso verhalte es sich mit dem Einfamilien­hause. Er sei der Ueberzeugung, daß die herrschenden Klaffen das Einfamilienhaus in der Absicht förderten, die Arbeiter der Parteitätigkeit abwendig zu machen. Man klage darüber, daß die Frauen noch zu wenig am öffent­lichen Leben Anteil nähmen; durch das Einfamilienhaus werde der Frau diese Möglichkeit noch mehr genommen. Mit Schrebergärten und Einfamilienhäusern wird sich ge­wiß nicht allein die sogenannte soziale Frage beantworten lassen. Aber was in Leipzig dagegen mit sichtlichem Eifer gesagt worden ist, hat Anspruch, beachtet zu werden, weil es zeigt, daß jede Art von Heimatpolitik, wozu auch die Be­strebungen gehören, den Arbeitern zu eigenem Häuschen und Gärtchen zu verhelfen, den natürlichen Gegensatz zur Sozialdemokratie bildet und daher gefördert werden muß. Los von der Scholle! lautet die Losung der Sozialdemo- kratte. Sie sagt nichts anderes als: los von der Heimat, vom Vaterlande! Wer der Sozialdemokratie wirksam ent­gegenarbeiten will, der pflege überall und auf jede Weise die Anhänglichkeit an die Scholle, das Leben auf der eigenen Hufe. Das Gefühl des Traulichen, Gemütlichen, Heimlichen, Heimischen, das rechte Heimatsgefühl, wächst und gedeiht am besten auf eigenem festen Boden, mag dieser auch noch so klein und bescheiden sein. Wer mit der Scholle in der Stunde der Arbeit wie der Erholung verbunden bleibt, behalt auch ständig die wohltätige Fühlung mit der freien, frischen Natur, mit den nährenden und schaffenden Kräften der Mutter Erde. Im steten Umgänge mit der ursprünglichen heimatlichen Natur ist am besten für des Körpers und des Geistes Gesundheit gesorgt. Unwägbarer, unschätzbarer Segen ersprießt daraus. Da werden die Sinne geschärft, die Sehnen und Knochen gestärkt, die Muskeln gestählt. Eigener Grund und Boden bereitet den Geist der Genügsamkeit, des Erhaltens und Bewahrens. Wer der Scholle Treue erzeigen kann, weil er sie besitzt, vermag auch der Familie treu zu bleiben und damit auch dem großen Ganzen, dem Vaterlande, von dem ein greifbares Stückchen fein eigen jst. Steh zu deinem Volke, sagt Schiller, da ist dein angeborner Platz! Man kann auch sagen: Wer einen angebornen Platz hat, wird zu seinem Volke stehen.

Der englische Premierminister Asquith erklätte Lord Beresford in seiner Antwort auf deffen offenen Brief, die englische Regierung sei vollständig durchdrungen von der Notwendigkeit, die Oberherrschaft Englands zur See auf­recht zu erhalten. Sie werde nicht unterlassen, alles, was für diesen Zweck notwendig erscheine, unverzüglich vom Parlament zu fordern.

regelmäßig vom Vater auf den Sohn vererbt hat. Das ist auch richtig, aber die meisten Heraeus der älteren Zeit (denen der Jetztzeit wünschen wir von Herzen, daß sie auch darin ihrem Herrn Vater, Großvater und Verwandten folgen und ihn noch übertreffen möchten) starben ftüh unb hinterließen eine Witwe, die dann die Apotheke mit Hilfe von Provisoren verwaltete, bis der Heranwachsende Sohn seine Lehrzeit beendet hatte und sie übernehmen konnte. Folgendes sind die Vornamen der Besitzer:

1. Isaak, 16601676, gräflicher Hofapotheker,

2. Franz, 16831707, gräflicher Hofapotheker,

3a. Philipp Reinhard, 1707 bezw. allein 1719 bl- 1721,

3b. Johann Daniel L, 17251738,

4. Johann Daniel II., 17541779, gräflicher Hof-

apotheker,

5.

6.

Jean Martin, 17841809, Garnisonsapotheker,

7.

Esay Carl, 18091830, Garnisonsapotheker,

7. Wilhelm Carl, 18511888,

8. Wilhelm, Dr. phil., und Heinrich, seit 1889.

Näheres über die Genannten soll noch folgen; heute sei nur noch daran erinnert, daß, nachdem mehrere seiner Vor­fahren sich schon mit Chemie beschäftigt, Wilh. Carl Heraeus ein solches Laboratorium und eine Platinschmelze be­gründete, Anstalten, die sich heute eines Weltrufes er­freuen und für das gewerbliche und sozrale Leben unserer Stadt von der allergrößten Bedeutung geworden sind. Auch unsere wärmsten Glückwünsche begleiten diese großartigen Unternehmungen, und wir hegen die Hoffnung, daß ihre jetzigen Besitzer sie noch lange fortführen werden zum Ruhme unserer lieben Stadt Hanau, zu ihrer eigenen Freude, zum Segen ihrer Nachkommen.