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General-Anzeiger

ANtliches Organ für Stadt- and Landkreis Sana«.

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Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

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Nr. 128

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Samstag den 4. Juni

Fernsprechanschltch Nr. 605

1910

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16 Seiten.

Amtliches.

Eandkreis Ranau.

In den Gemarkungen Gronau, Kilianstädten, Marköbel und Ostheim ist die Schweineseuche festgestellt worben; in der Gemarkung Rüdigheim ist sie erloschen.

Hanau den 2. Juni 1910.

Der Königliche Landrat.

V 3203 Frhr. Laur.

Bekanntmachung.

Der erste Grasschnitt zweier Schläge der Kreis» Inngviehweide, zirka 21 Morgen groß, soll am Dienstag den 7. d. Mts., vormittags 9 Uhr, an Ort und Stelle öffentlich meistbietend verkauft werden. Zusammenkunft an der Halle.

Hanau den 4. Juni 1910.

Der Königliche Landrat.

Frhr. Laur. 12981

Stadtkreis Hanau.

t Sitzung der Stadtverordneten-

Bersammlung

am Donnerstag den 9. Juni 1910,

nachmittags 5 Uhr.

Tagesordnung:

1« Einführung der neugewählten Magistratsmitglieder.

2. Gebühreilordnung für die neuen Badeanstalten.

3. Nachbewilligung von Kosten für Ueberstunden an der höheren Mädchenschule.

4. Bewilligung von Mitteln für Veranstaltung von Jugend­spielen in den Volksschulen.

5. Erhebung einer Gemeindesteuer von Wild und Geflügel für den Bezirk der Stadt Hanau.

6. Ueberichuß der städtischen Sparkasse aus 1909.

7. Gewährung eines Beitrages für Beschaffung von Ehren­preisen für das Wettschreiben des GabelSberger Steno- graphen-Verbandes.

8. Gesuch des Hanauer Kreisobstbauvereins um Gewährung eines Beitrages zu den Kosten der KreiSobstbau- auSstellung.

9. Fürsorge für die schulentlassene Jugend.

Die Poesie der Rose.

Von Dr. Heinz Silvanus.

Wenn der holde Lenz allmählich Abschied nimmt, hinter- aßt er uns noch ein duftiges Andenken: die Rosen. Es beginnt nunmehr die Rosenzeit, von der Otto Roqustte singt: Noch ist die blühende, goldene Zeit,

Noch sind die Tage der Rosen l

AuS allen Gärten grüßt jetzt die stolze Blumenkönigin und entsendet ihren köstlichen Wohlgeruch, und in den Schaufenstern und Läden der Blumenhändler steht man sie n allen Spielarten, von der edelblassen Prinzessin bis zur bürgerlichen vollblütigen Stammutter. Es ist ja Juni

Das ist die Zeit der Rosenpracht.

O Herz, Gott woll« dich hüten! Sie glänzen am Tage, durchglühen die Nacht, Sie treiben, st« knospen, sie blühen mit Macht, Knospen verdrängen die Blüten.

Es gibt wohl keine zweite Blume auf der ganzen Erde, die so wie die Rose seit undenklichen Zeiten der Liebling aller Völker war. Schon von der griechischen Dichterin Savpho wurde sie zur Königin der Blumen erhoben, zur strahlend schönen Fürstin, die in allbeglückendem Liebreiz von ihrem grünen Throne huldvoll herablächelt, umstanden von der wehrhaften Garde ihrer Dornen. Und ebenso hat es wohl kaum einen Dichter gegeben, der diese Königin der Blumen nicht besungen und gefeiert hätte; und in der Tat, sie verdient diese Auszeichnung. Vornehm und gering, arm und reich, jung und alt haben ihr zu allen Zeiten mit gleicher Liebe und Treu« gehuldigt; sie ist nicht wie die Kamelie, die duftlos nur abends im Ballsaal ihre Nolle spielt, nicht wie die phantastische Orchidee, die nur im Gewächshaus des Reichen sich sehen läßt sie verschönt mit gleicher Anmut den Garten des Bauern, wie den des Magnaten, sie blüht mit gleicher Lieblichkeit am Gürtel der Fürstin wie in der Hand des ärmsten Kindes. Goethe nennt sie das Vollkommenste, das die Natur in unserem Klima hervorgebracht hat, und die Botaniker belehren uns, daß das Geschlecht der Rosen durch Änep aexotfien Abstand von allen übrisen Spanien aefebiobw

10. Wahl einer Kommission zur Beschlußfassung über die Errichtung eines Kaiser Wilhelm-Denkmals.

11. Wahl von Mitgliedern der Landwirtschaftskammer.

12. Neuwahl der Sachverständigen für die Abschätzung von unentgeltlich abgetretenem Straßengelände.

13. Ersatzwahl für die Stadtverordneten-Versammlung.

14. Wahl eines Armenpflegers für Zwernemann.

15. Desgl. für Schäfer.

16. Desgl. für Umbach.

Hieran anschließend geheime Sitzung, Hanau den 2. Juni 1910.

Der Stadtverordneten-Vorsteher.

Uth, Justizrat. 12907

Bekanntmachung.

10000 M». Sttfttmgsgelder find MM 1. AM d. A oder später gegen erststellige Hypothek zu 41/*°/o auszuleihen. Näheres Rathaus, Zimmer Nr. 4.

Hanau den 3. Juni 1910.

Stadthauptkafie. 12958

Dienstnachrichtrn ans dem Kreise.

Der Tagelöhner Friedrich Bilz in Dörnigheim ist zum Nachtwächter daselbst bestellt und verpflichtet worden. V 3104

Gesundenr ei« goldener Kneifer. Db- zuholen in der 12979

__________Bürgermeisterei r« Wachenbuche«.

Gesilndcnc und verlorene Gegenstände re.

Gefunden: 1 Halskettchen mit 2 herzförmigen An­hängern (in dem einen befinden sich 2 Photographien), 1 eiserner Gartentisch (in einer Meßbude am Theater stehen geblieben.)

Verloren: 1 Ledertäschchen mit Schreibutensilien. Hanau den 4. Juni 1910.

6rotr68lâfi|ltit der Bevâlkermg Devtschlnds.

In.derStatistik de« Deutschen Reichs" sind die Er­gebnisse der im Jahre 1907 vorgenommenen Zählung über den Haupt- und Nebenberuf der ländlichen Bevölkerung des Deutschen Reiches im ganzen, wie der einzelnen Bundes­staaten und ihrer Landeßteile, und zwar nach Beruf und Stellung im Berufe geordnet, veröffentlicht worden. Nach dem Hauptberufe wird die gesamte Bevölkerung des platten Lande- in Erwerbstätige, in deren Haushalt wohnende häus­liche Dienende und Angehörige ohne eigenen Hauptbedarf ge­schieden und dem Berufe wie der Berufsstellung zugeordnet, ' welcher der Einzelne als Erwerbstätiger bezw. berufsloser

ist, wie sich dies auch für eine königliche Famili« geziemt. Di« nächsten Verwandten der Rose gehören zu den edelsten Baum- §eschlechtern, die allein unter den Bäumen unserer Zone im Kühling den Schmuck der Baumblüte tragen und im Herbst mit den süßesten Früchten prangen, die uns die Mantel, Pfirsich und Aprikose, Kirsche, Pflaume, Apfel und Birne liefern. Außerdem ist die Familie eine sehr weit verzweigte, denn schon vor vierzig Jahren kannte man 145 Hauptlinien und die Zahl der Nebenlinien, der Formen, Sorten, Spiel­arten, Raffen geht ins Unzählige. Wie die Eiche, Lind« und andere einheimische Bäume, wird auch der Rosenstock sehr alt. Einer der berühmtesten dieses edlen Geschlechts ist der tausendjährige" Rosenstock am Dom zu Hildesheim, den der deutsche Kaiser Ludwig der Fromme gepflanzt haben soll und der, obwohl durch Feuer mehrere Male fast vernichtet, doch stets neu ausgeschlagen hat und noch heute die Wand der Kapelle mit frischem Grün und Blumen überkleidet.

Die eigentliche Heimat der Rose ist der gemäßigt« Teil der nördlichen Halbkugel, jener Erdgürtel, den diè Natur auch dadurch bevorzugte, daß sie ihn dem bildungsfähigsten Zweige des Menschengeschlechts zum Wohnsitz anwies. Die Länder des indogermanischen Volksstammes, das ganz« Europa mit Ausnahme seiner nördlichsten, unwirtbaren Ge­filde, der Kaukusus, Kleinasien, Persien, China und Nord­amerika wissen von der Blumenkönigin als einer zu erzählen, die in ihrer Mitte lebt. In dem extremen Klima der heißen wie der kalten Zone lebt die Rose nicht. Es ist als habe die gütige Natur ihre vollkommenste Schöpfung unter den Blumen nur denjenigen Völkern vergönnt, die zivilisiert ge­nug sind, sie zu würdigen. Ueberhaupt ist die Rose als Ideal pflanzlicher Schönheit gleichsam eine Schöpfung des Menschen, denn die wilde Heckenrose, die Stammmutter unserer Garten­rose, ist schnell vergänglich und atmet einen schwachen Duft. Ihre volle Schönheit uud ihre kulturhistorische Bedeutung erlangte die Rose erst, seit sie aus dem Walde oder vom Feldrain in den Garten verpflanzt wurde, und noch jetzt überrascht sie durch neue Gestaltungen. Die meisten unserer schönsten Gartenrosen, wie die Zentifolie, die MooS- rose, die gelbe Eglantine, die Damaszener-Rose u. a., stammen aus Asien, wo besonders di« Rosenfeld«: von Schiras be­

Selbständiger unmittelbar oder mittelbar als Dienender oder Angehöriger zugehört. Alle drei Bevölkerungsgruppen zu­sammen sind die Berufszugehörigen des betreffenden Berufs. Bezüglich der Nebenberufstätigkeit wird einmal nachgewiesen, wie viele der hauptberuflich Erwerbstätigen Nebenerwerb überhaupt (und darunter Nebenerwerb in der Landwirtschaft) treiben, und zweitens wird die Zahl der Fälle verzeichnet, in der ein jeder Beruf nebenberuflich auSgeübt wird, sei es nun durch Erwerbstätige oder sei eS durch Angehörige, die einen Hauptberuf nicht haben.

Auf dem platten Lande betrug 1907 die Gesamtbevölke­rung 25 883 084 Personen, in den Städten 35 837 445, tm Reiche im ganzen 61 720 529. Davon waren auf dem Lande 12 306 170 hauptberuflich Erwerbstätige und 286 162 Dienende für häusliche Dienste, zusammen also 12 592 332 Personen oder 48,7 v. H. selbsterwerbend tätige Personen, davon kamen auf die Erwerbstätigen 47,5 v. H., in den Städten dagegen machten die Selbsterwerbenden 43,3 v. H. der Gesamtbevölkerung aus, mit einer Zahl von 15 499 785 Erwerbenden, darunter sind 14 521 192 Erwerbstätige oder 40,5 v. H. 13 290 752 oder 51,3 v. H. sind demnach auf dem Lande und 20 337 660 oder 56,7 v. H. in den Städten nicht selbst erwerbstätig. Hierin sind auf dem platten Land« 12 113 399, in den Städten 18 109 430 Angehörige ohne Hauptberuf und 1 176 753 oder 4,5 v. H. berufslose Selbst­ständige auf dem Lande gegenüber 2 228 230 oder 6,2 v. H. Berufslosen in den Städten (Rentnern, nicht in ihrer Fa­milie lebenden Schülern und Anstaltsinsassen).

Don den hauptberuflich Erwerbstätigen waren in bet Derufsabteilung Land- und Forstwirtschaft, Gärtnerei und Tierzucht tätig auf dem Lande 8 511 610, davon in selbst­ständiger Stellung 2 131 202, in den Städten 1 371 74k, davon in selbständiger Stellung 369 772; in der Derufs­abteilung Industrie einschließlich Bergbau auf dem Land« 2 879 542, davon selbständig 661 583, in den Städten 8 376 712, davon selbständig 1 315 539; im Handel und Verkehr auf dem Lande 584 913, davon selbständig 215 649, in den Städten 2 892 713, davon selbständig 796 543 Von 100 Erwerbstätigen jeder Berufsabteilung auf dem Lande bezw. in den Städten waren selbständig in der Land- und Forstwirtschaft auf dem Lande 25,0. in der Stadt 27,v in der Industrie auf dem Lande 23,0, in der Stadt 15,7, im Handel und Verkehr auf dem Lande 36,9, in der Stadt 27,5.

Die NebenberufStätigkeit findet vorwiegend auf dem Land» statt. Von den 7,5 Millionen Fällen nebenberuflicher Tätig­keit werden nämlich auf dem platten Lande 5,0 Millionen auSgeübt. In Stadt wie Land entfällt der Hauptteil aller Nebenerwerbstätigkeit auf die Nebenbeschäftigung in der Land- und Forstwirtschaft. Die Landbevölkerung betreibt in 4 004 491, die städtische Bevölkerung in 1 595 731 Fällen Landwirtschaft nebenher.

rühmt sind, während das engere Vaterland der so beliebten Theerosen China und Indien sind. Wie alles Herrliche auf Erden nur langsam reift, so bedürfen auch bie Blütenknospen der Rose langer Zeit zu ihrer Ausbildung. Der ganze Früh­lingsflor mußt« blühen und wieder verblühen, bte Sänger des Waldes beginnen zu verstummen, und selbst die Nach- tigaU spricht nur noch selten ihr« Sehnsucht nach der Ros« in schwermütigen Liedern aus, wenn dies« auS dem Kospen- schlummer zu erwachen beginnt und ihr« Blumenaugen zu öffnen wagt. Ihre Blütezeit, bte Rosenzeit, bezeichnet die schönste Epoche deS Jahres, wo die lindesten Lüfte, die buntesten Farben mit den schönsten Formen sich zusammen­drängen.

Wie nun di« Rose selbst die personifiziert« Poest« ist, so ist auch ihr Ursprung mit dem Schleier der zartesten Poesie umwoben. Nach der griechischen Sage ist die Ros« ursprüng­lich weiß gewesen und hat erst vom Blut« bei Gros, der sich an ihren Dornen geritzt hatte, di« rote Farb« bekommen. Am sinnigsten erzählt Herder den Ursprung der Rosa: AIs einst ein nackter FelS, bie Erde, dastand, trug eine freund­liche Schar von Nymphen den jungfräulichen Boden hinan, und gefällige Genien waren bereit, den nackten FelS zu be« blumen. Vielfach teilten sie sich in ihr Geschäft. Schon unter dem Schnee und im kalten, keinen Gras« fing bie b«. scheidens Demut an und webte das sich verbergende Veilchen. Die Hoffnung trat hinter ihr her und erfüllte mit kühlenden Düften die kleinen Kelche der erquickenden Hyazinthe. Jetzt kam, da es jenen so wohl gelang, ein stolzer, prangender Chor vielfarbiger Schönen. Die Tulpe erhob ihr Haupt, bie Narzisse blickte umher mit schmachtendem Auge. Viele ander« Göttinnen und Nymphen beschäftigten sich aus mancherlei Art und schmückten die Erde, frohlockend über ihr schönes Ge­bilde. Als nun ein großer Teil von ihren Werken mit seinem Ruhm und ihrer Freude daran verblüht war, sprach Venus zu ihren Grazien:Was säumet ihr, Schwestern * ber Anmut ? Auf! Und webet von euern Reizen auch eint sterbliche, sichtbare Blütel" Sie gingen zur Erde hinab, und Aglaja, die Grazi« der Unschuld, bildete di« Lilie, Thalia und Euphrosyn« webten mit schwesterlicher Hand bie Blum« der Freud« und bet Siebe bte jungfräulich» Rok, Manch«