Einzelbild herunterladen
 

8ewtort<*t

»Mf^tH« 1,80 SIL, monatlich 60 Wfr. fit 8* W-ttig« afcoBiteiltet mit dem betreffenden Postausschl«-, Vie einjeine Stummer testet 10 Pfz.

General-Anzeiger

AetatlenIdntS und Serien der Buchdruckern de» »er««, w. watlmhause» « Henan.

Amtlilhes Organ für SUN- m«) Mkrtis final

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

CMht|ltiil|rt

^ fkaszespaltene Pnit^üe oder deren «mm A W» im ReklamenteU die Zeile sb Ug,

VerantwarS. Redakteur: S. Schrecker tu Hm«,

$L 1 Fernjprechanschlutz Nr. 605.

.............................

Amtliches.

Stadtkreis Ranau.

Bekanntmachung.

Die Besitzer derjenigen jüngst auSgegebenen Zinsschein­bogen zur 31/» °/oigen Hanauer Stadtanleihe von 1889 Reihe 2, welche auf der Zinsscheinanweisung den roten StempelaufdruckReichsstempelabgabe, oerftenert* nicht tragen, werden ersucht, diese Bogen zwecks Abstempelung bei der Stadthauptkasse (Rathaus Zimmer Nr. 4) bis zum 15. Januar 1910 einzureichen.

Stempelkosteu entstehen für die Ein­reicher nicht.

Hanau den 30. Dezember 1909.

Der Magistrat.

Vr. Ge beschütz. 73

Oeffentliche Bekanntmachung.

Steuer-Veranlagung für daS Steuerjahr 1910.

Auf Grund des § 25 des Einkommensteuergesetzes wird hiermit jeder bereits mit einem Einkommen von mehr als 6000 Mk. veranlagte Steuerpflichtige in der Stadt Hanau aufgefordert, die Steuererklärung über fein Jahreseinkommen nach dem vorgeschriebenen Formular m brr £tii jom 4. bis eilischl. 20. Jliiliitt 1910 dem Unterzeichneten schriftlich ober zu Protokoll unter der Versicherung abzugeben, daß die Angaben nach bestem Wissen und Gewisien gemacht sind.

Die oben bezeichneten Steuerpflichtigen sind zur Abgabe der Steuererklärung verpflichtet, auch wenn ihnen eine be­sondere Aufforderung oder ein Formular nicht zugegangen ist.

Die Einsendung schriftlicher Erklärungen durch die Post ist zulässig, geschieht aber auf Gefahr des Absenders und deshalb zweckmäßig mittels Einschreibebriefs. Mündliche Er­klärungen werden im Bureau der Steuer-Verwaltung Marktplatz 14, 1 Treppe hoch während der Stunden von 10 bis 12", Uhr zu Protokoll entgegengenommen.

Wer die Frist zur Abgabe der ihm obliegenden Steuer­erklärung versäumt, hat gemäß § 31 Abs. 1 des Einkommen- steuergesetzkS neben der im Veranlagungs- und Rechtsmittel­oerfahren endgültig festgestellten Steuer einen Zuschlag von 5 vom Hundert zu derselben zu entrichten.

Wissentlich unrichtige oder unvollständige Angaben oder wissentliche Verschweigung von Einkommen in der Steuer­erklärung sind im § 72 des Einkommensteuergesetzes mit Strafe bedroht.

Gemäß § 71 des Einkommensteuergesetzes wird von Mit­gliedern einer in Preußen steuerpflichtigen Gesellschaft mit

Stadttheater in Hanau.

, SamStag den 1. Januar:

Zum 1. Male:Der dunkle Punkts

Lustspiel von G. Kadelburg und A. PreSber.

Die überall bei ihrem Erscheinen mit Beifall begrüßte Lustspielnovität der Herren Gustav Kadelburg und Rudolf PreSber, betiteltD e r d u n k l e P u n k t*, ist auch im hiesigen Stadttheater eingezogen. Am Neujahrstage fand ihre Erstaufführung statt, und half getreulich, die frohe Laune, welche die Silvesterfeier ausgeläst, neu zu entfachen. Wir haben eS sicherlich mit einem recht anregenden Lustspiel Schwank wäre wohl die treffendere Bezeichnung zu tun, das wohl auch hier noch manch volles Haus ergeben wird. Nicht um einen dunklen Punkt handelt eS sich bei dem Stück, vielmehr sind deren mehrere zu verzeichnen, die amüsant durchkostet werden müssen, ehe der schwärzeste Punkt erscheint, welcher dem Lustspiel den Titel verschafft hat. Die Familie derer von Kuckrott trägt sich mit dem Gedanken, sich mit der Familie derer von der Duhnen zu verbinden, zwei junge Leutchen stellen sich bei Auszug des Vorhangs sofort als Verlobte vor, sicherlich ein Vorzug der Novität vor anderen Erzeugnissen, in denen erst nach vielen Wirrnissen diese angenehme Tatsache verkündet werden kann. Doch auch in dieser Novität bleibt die Lösung vieler Wirr­nisse nicht ans. Den ersten Fleck in die Familie des adelS- stolzen Frhrn. v. d. Dühnen trägt die Familie v. Kuckrott, deren Sprößling sich mit der Toch'er des Butter und Käse fabrizierenden Kommerzienrats Brinkmeyer verlobt hat. Adelsschrullen und Siandesv-Zrurteile werden ausgetischl, jedoch mit allem Anstand und wohl genießbar. Kaum ist sie eine Antipathie überwunden, als ein weiterer Fleck, ein dunkler Punkt, auftaucht, und zwar in der Familie Drink­meyers in Gestalt des allerdings nur Hiner der Szene austretenden Schwiegervaters, der auf Capri das

äJiontnß bcn 3. 3 Almut $ettifvredMiiMnit& Nr. 605. 1910

^SSSSBLl ----"J-LJ---.. -""---»

beschränkter Haltung derjenige Teil bet auf sie veranlagten Einkommenstener nicht erhoben, welcher auf G winnanteile der Gesellschaft mit beschränkter Haftung eni'ällt. Diese Vor­schrift findet aber nur auf solche Steuerpflichtige Anwendung, welche eine Steuererklärung abgegeben und in dieser den von ihnen empfangenen Geschäftsgewinu besonders bezeichnet haben. Daher müssen alle Steuerpflichtigen, welche eine Berück­sichtigung gemäß § 71 a. a. O. erwarten, mögen sie bereits im Vorjahr nach einem Einkommen von mehr als 3000 Mk. veranlagt gewesen sein oder nicht, binnen der oben bezeich­neten Frist eine, die nähere Bezeichnung des empfangenen Geschäftsgewinns aus der Gesellschaft mit beschränkter Haftung enthaltende Steuererklärung einreichen.

Die vorgeschriebenen Formulare zu Steuererklärungen werden bei der Steuerverwaltung, Marktplatz 14, 1 Treppe hoch, kostenlos verabfolgt.

Hanau den 7. Dezember 1909.

Der Vorsitzende

der Einkommensteuer-VeranlagungS-Kommisston für den Stadtkreis Hanau.

vr. G e b e s ch u S. 87

An die Listen zur Ablösung der NeujahrS- Gratulationen zum Besten der von der Stadt unter­haltenen armen Pflege- und Waisenkinder haben sich ferner eingetragen:

Becker, Wilhelm, Kgl. Daurat. Koch, Hugo, Zahlmeister. Lossow, Heinrich, Kaufmann. Ohl, Heinrich, Metzger- meister. Peleler, Ignatz, Schlossermeister. Roth, Karl, Möbelfabrikant, Sternstraße 13. Steffter, Adalbert, Direktor de- Stadttheaters. Schwab, Samuel, Juwel-n- dändler, vnb Familie. Wälzlem Wilhelm, ^*,e^ meister. Wirth, Jakob, BauüâtMtâ.

Hanau den 3. Januar 1910.

Der Magistrat, Armenamt.

Hild. 155

Bekanntmachung.

Arbeitsuchende in der Zeit vom 24. bis 31. Dezember 1909:

1 Ausläufer, 3 Eigarrenmacherinnen, 1 Fahr­bursche, 4 Taglöhner.

Hanau den 31. Dezember 1909. 75

Städtische ArbettsvermittelungSsteNe.

Hanauer Ortskrankenkasse.

Die Beiträge der freiwilligen Mitglieder werden Mittwoch den 12. Januar 1910 entgegen, genommen.

ehrsame Schusterhandwerk betreibt Der schwärzeste Punkt kommt am Schluffe zum Vorschein. Wir erfahren, daß eine Tochter der tadellosen Familie Dühnen, die nach Amerika gegangen war, fich dort mit einem schwerreichen Anwalt einem Neger vermählt hat, mit dem ste beim Erdbeben in San Francisco zusammen unter den Trümmern lag. Diese für den stolzen Frhrn. v. b. Dühnen bittere Pille wird ihm jedoch nach und nach beigebracht und löst köstliche Szenen aus, die allein schon wert erscheinen, das Stück sich anzusehen. Beifall und Amüsement erreichen ihren Höhepunkt, als der Negei sprossen Bildnis in großer Plakattafel dem Publikum vorgeiührt wird. Der Erfolg kann bei einem Stück, das so viel Szenen köstlichen Humors bietet,* keines­falls ausbleiben. So war eS überall, wo das Stück seine Erstaufführung erlebte, so gestaltete sich die Sache auch im Hanauer Stadttheater. ES war ein herzlicher, ein warmer, uneingeschränkter Erfolg, den das festlich froh gestimmte Publikum der Novität bereitete. Hinzu trat eine prächtige Darstellung, die unserem Kunstinstitut wiederum zur Ehre gereichte. Voran stand Herr Direktor «Steffter in der Rolle des Frhrn. Gebhard v. b. Dühnen, eine köstliche Figur bietend, die unwillkürlich die Lachmuskeln in Bewegung setzen mußte. ES war sogar etwas wie ein Charakterbild, das er uns vorsetzte, jedenfalls aber eine Leistung, die fein schau­spielerisches Können inS beste Licht zu setzen vermochte. Lebenswahr gestaltete Frl. Haussig se>»e Gattin, die stets die rechten Herzeustöne zu treffen und auch mit einem entsprechenden Miniensp.ele aufzuwarlen wußte. Beider Sohn, den "Ngm Fr«Herrn Emmerich, gab Herr Liebert, der m dieser Rolle umeren Beifall fand. In der Gestaltung deS Kommeru«ira,s Brni - mtver fand Rerr W'lly Schneider wiederum Gelegeuhn , r.in Takus w entfalten. Seine Tochter 2oih gab Fr!. Groß lebendig und ausgelassen, während Herr Herbst als ibr Liebhaber diesnial viel zti kalt spielte, um glarib, nii au erscheinen. Daß Herr Hellmuth als Major a. D.

^m Mittwoch den 5. Januar ist die Kasse für die fr», willigen Mitglieder geschlossen.

Hanau den 31. Dezember 1909.

Der Vorstand.

A. Kiefer, 1. Vorsitzender. öS

Gefundene nnd verlorene Gegenstände re.

Gefunden: 1 Portemonnaie mit 80 Pfg., 1 Zeit­karte von der Straßenbahn für Fr. Ermann, 1 silberne Damenuhr, 1 Portemonnaie mit 20 Pfg.

Liegen geblieben bei Joost-Heiu. ^nn: 6 neue Herren-Umlegekragen; Empfangnahme auf dem Fundbureau.

Verloren: 1 kleine Damenuhr mit Goldrand, 1 brauner Kinderpelz.

Zugelaufen: 1 junger KriegShund, 1 junger schwarzer Spitz w. Geschl.

Hanau den 3. Januar 1910.

Politische Rundschau.

Eine prinzliche Reise nach Uganda. Prinz Moritz von Schaumburg-Lippe, der 25 jährige Sohn de­legierenden Fürsten Georg, hat eine Reise nach Uganda (Britisch-Ostafrika) unternommen. Der Prinz reist in Be­gleitung des Ostafrikaforschers Grafen v. Pfeil, begibt sich zunächst nach Genua und setzt von dort feine Reise mit dem DampferKronprinz" der Deutschen Ostafrika-Linie fort

Der Aufenthalt in Afrika ist auf etwa 3 Monate berechnet.

Eine erfreuliche Steigerung deS Handels­verkehrs in Tsingtau. Aus Tsingtau wird der Deut­schen Kab- ^rammgesellschaft gemeldet: Der Handel Tstngtauß hn ^o 91t "1909 weist gegen as rjuhr eine Zunahme von

30 Prozent auf, di« hauptsächlich in bet Ausfuhr zum Aus­druck kommt.

WeiterePolitische Rundschau" in der Beilage.

Hus Ran au Stadt und fand.

Kanau, 3 Januar.

Unterverdandstag der Raifleisen-Dereine.

Am Mittwoch den 29. Dezember hielten die 16 Raiffeisen­vereine deS Kreises Hanau ihren diesjährigen UnterverbandS- tag in Hüttengesäß ab. Die Versammlung fand in dem festlich geschmückten Saale deS Gastwirts Arndt statt und begann um 2 Uhr. Nachdem der Unterverbandsdirektor, Pfarrer Schlicht- Rückingen, daS Kaiferhoch auSgebracht hatte, begrüßte Herr Lehrer Klöpfel namens deS Hütten- gefäßer DarlehnSkassenvereinS mit beredter herzlicher An­sprache die Versammlung, die über 100 Teilnehmer zählt«. Dann hieß der Vorsitzende die erschienenen Gäste willkommen)

v. Kuckrott feinen Platz ausfüllte, ist bei ihm selbstverständ­lich, da er selten versagt. Frl. N a t h u s i u S als sein« Gatttn und Frl. W a l l i ch t als feine Tochter befriedigten ebenfalls. Herr Oskar Feigel, der als Dr. Roby Wood- leigh in diesem Stücke wie Graf Trast in derEhre" über echtes Menschentum sprechen, einen Ausflug in daS Land bei Gefühls unternehmen muß, bot empfindsame Töne und konnt« über Bkifall quittieren. Daß er auch bei der Einstudierung der Novität als Regisseur eine wohl abwägende Hand verriet, darf nicht unerwähnt bleiben, wie auch wir die Be­sprechung nicht schließen wollen, ohne Herm Direktor Steffter Anerkennung darüber auszusprechen, daß er zum Jahresbeginn uns die Bekanntschaft mit einer zug­kräftigen, sehenswerten Novität vermittelte, noch bevor das Fratrkfurtcr Schauspielhaus stch dazu zu entschließen vermochte.

Humoristisches#

Aus DenFli-aenven Blättern." m-b--Pro­duktion.) .....Wenn's Ihnen gar so sch-cht geht-- wollen Sie denn nicht 'mal versuchen, anstatt «- betteln zu arbeiten?"Alles überfüllt, Madam -- d-t sehen Si- a' Sogar den Nordpol haben gleich zwee uff eenmal entdeckt! - Ä e w i s s e n h a f t.) /. . Ist Ihr Milchmann auch inoerlässig?"Unbedingt. Er sterilisiert sogar daS Wasser, dâs er in dië Milch gießt." - Interessante Fest- st e l l u n g.)Was schaust D' denn so genau auf der Land- kart'n nach?"Rüdesheim such ich!"WaS willst D' denn da?"Gestern hat mir einer a' Weinflasch'n an den Schädel g'haut" da warRüdesheimer" d'rin!" (Köchinnen- ora kel.)Zu meiner Kartenschlägerm geh ich auch nicht mehr. Die hat mir gestern einen buckligen Älann prophezeit und dafür zwei Mark verlangt!"Bersuch'S milder meinen. Di« hat mir um fündig Pfennig einen Baron mit 200000 Mk. garantiert!" Dilemma.)Wenn ich jetzt nur wühl': Ist meine Frau in Ohnmacht gefallen wegen des Kleides um Himdertsünfzig Mark oder wegen des Hutes um »Ut6 zig Mark?"