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General-Anzeiger

Aültillhes Organ für Stadt- und Landkreis Sana».

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Erscheint täglich mit Ausnahme b« Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

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Amtliches.

Stadtkreis Ran au.

Bekanntmachung.

Die Ausführung der Pflasierungsarbeiten in der Straße Vor dem Kanaltor und auf der Süd- und Nordseile des Marktplatzes, sowie die Neit-eckung der Chausseen für das Rechnungsjahr 1910 soll unter Zugrundelegung der Be­dingungen für die Bewerbung um städtische Arbeiten und Lieferungen öffentlich verdungen werden.

Die Verdinaungsunterlagen liegen im Stadtbauamt, Rat­haus Zimmer Nr. 22, zur Einsicht aus und können von dort bezogen werden.

Verschlossene, mit kennzeichnender Überschrift versehene An­gebote sind bis zum Eröffnunastermin am Montag -en 7. März, vormittags 11*/, lihr, einzureichen.

Die Eröffnung der Angebote erfolgt in Anwesenheit etwa erschienener Anbieter.

Zuschlagsfrist 14 Tage.

Hanau den 1. März 1910.

Der Magistrat.

Hild. 5217

In das Genossenichaftsregister ist zu Nr. 3: Langen- -iebacher DarlehnHkassenverekn, eingetragene Ge­nossenschast mit unbeschränkter Haftpflicht zu Langendiebach eingetragen worden:

An Stelle des verstorbenen Wagnermeisters Wilhelm Rüger ist durch Beschluß der Generalversammlung vom 2. Februar 1910 der Landwirt Wilhelm Trax el 3r in Langendiebach in den Vorstand ge­wählt worden.

Langenselbold den 16. Februar 1910.

Königliches Amtsgericht. 5193

Politische Rundschau.

Der neue Reichstagspräsident. Graf v. Schwerin- Löwitz, der gestern zum Reichstagsprästdenten gewählt wurde, ist am 19 Mai 1847 in Schwerinsburg geboren. Er trat 1885 in das Kürassier Regiment Nr. 7 ein, dem er bis 1881 angehörte. Nachdem er als Rittmeister au« dem aktiven Heeresdienst ausgeschieden war, widmete er sich vor allem der Vertretung der landwirtschaftlichen Interessen. Unter den Landwirten errang er sich bald großes Ansehen; dies fand auch darin seinen Ausdruck, daß Graf Schwerin Präsident des Deutschen Landwirtschaftsrates und Vorsitzender des Landesökouom'ekollegiums wurde, Dem Reichstag ge­hört er seit 1893 für den Kreis Anklamm-Demmin an; dem preußischen Ab« eordnetenhauie seit 1896.

März.

Der März übernahm gestern das Regiment. Dieser Monat hat für uns seine besondere Bedeutung dadurch, daß er uns die lieblichste aller Jahreszeiten, den Holden Frühling bringt. Wohl kann des Minters Macht besonders in der ersten Häl'te noch groß sein, aber meistens macht die milde, warme Luft sich doch sieghaft bemerkbar. Für den Landmann ist der März die Zeit zum Beginn der Sommersaat, auch werden die Wiesen und Kleefelder gereinigt und zur Aufnahme neuen Samens vorbereitet. Darum will der Landmann auch von nasser Witterung im März nichts wissen, rote es in der alten Bauernregel heißt:

Nasser März

Ist für keines Bauern Herz,

Der der Sonne wehrt,

Wird wenig begehrt.

Im Garten fangen die Zwiebelgewächse, besonders die in allen Farben leuchtenden Hyazinthen und Tulpen, schon lang­sam an zu blühen. Veilchen gticken neugierig aus dem Boden hervor,» und an den Bäumen brechen die ersten Knospen aus den bräunlichen Hülsen. Sobald die Wärme zunimmt, stellen sich auch die Zugvögel wieder ein. Die Stare und Finken bilden den Vormarsch, dann folgen als das Gros des Heeres die Schnepfen, die Kiebitze, Wildgänse, Drosseln und Dohlen, hinterher kommen als Nachtrab Bachstelzen, Rotkehlchen, Ammern und Störche. Ist das Wetter recht lind, so fängt bei vielen bereits das Nisten an. Für den Jäger liefert die Jagd auf den Auerhahn und Birkhahn ganz besondere Freuden, da gerade in der Balzzeit dieser Tiere das Pürschen von großem Reiz ist. Der März bringt überhaupt jedem Menschen etwas Schönes mit. Vorbei ist der Winter mit seinem Un­gemach, den vielen Ausgaben für Heizung, warme Kleidung und Gesellschaften, aekommen ist der Frühling mit Sonnen­schein, Blüten an Baum und Strauch, Vogelgesang und herrlichen Tagen. Man kann wieder ozonhaltige Lust «in-

Mittwoch den 2. März ^rnfvr*nfd)faß Nr. 605. 1910

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Zur Frage der Schiffahrtsa-gaben wird be­richtet, daß die Verhandlungen der Bundesstaaten auf dem besten Wege zu einer Verständigung sind. Trotz des starken Gegensatze« zwischen Preußen und Sachsen-Baden dürste eine Einigung auf folgender Basis zustande kommen: Der An­fangs in Erwägung gezoaene Zwangsbestritt zu den Zweck verbänden wird durch einen selbständigen, von der Mit­wirkung des DundeSrats völlig losgelösten Zweckverband der Uferstaaten ersetzt. D'e Frage der Stromunterhaltungskosten, die nach einem Vorschläge teilweise au« den Kasten für die SchiffahrtSabgaben bestritten werden sollen, ist noch nicht völlig erledigt, wird aber eine einheitliche Regelung in kurzem finden. Daâ größte Hindernis stellt dieTariffeststellung dar. Hier hat Preußen, obwohl e« in der Abstimmung durch seine Urbermacht leicht seine Wünsche hätte durchdrücken können, ein Opfer für die Versöhnung gebracht, indem eS dem Staffel­tarif grundsätzlich zustimmte. Durch diesen Tarif kommen die Binnenstaaten mit billigeren Sätzen fort, obwohl die Strombau- und Unterhaltungskosten für diesen Flußteil nicht geringer find als für die unteren Gebiete.

Wirkungen der Diamantenfun-e. Die Volks­zählung vom 1. Januar 1910 ergab für den Ort Lüderitz­bucht eine weiße Bevölkerung von 1379 Personen gegen 648 im Vorjahre. Davon sind 592 Männer, 429 Frauen, 171 Kinder. Im Vorjahre waren eS nur 256 Frauen und 97 Kinder. Nach Berufen ergab die Zählung: 68 Regie- runqsbeamte, 7 Schutztruppenangehörige. 3 Geistliche und Missionare, 21 Ansiedler, Pflanzer, Farmer, Gärtner, 65 Techniker, Ingenieure, Maschinisten ulw , 408 Handwerker, Arbeiter, Bergleutte, 308 Kaufleute, 26 Seeleute und Fischer, 8 Aerzte, 2 Rechtsanwälte, 41 sonstige. Bon der weiblichen Bevölkerung sind 168 v-rbeiratete, 88 ledige. Im Bezirk Lüderitzbucht sind 1737 Personen ohne Schutztruppen- angeborige. Man wird wohl nicht fehlgehen, wenn man die außerordentliche Zunahme der weißen Bevölkerung in Lüde- ritzbucht mit der Entdeckung der Diamantenfelder in Ver­bindung bringt.

Das Fel-zitflS-enkmal für Win-Hulk. Im Berliner Zeughause find jetzt die Entwürfe für daS Wind­huker Feldzugsdenkmal ausgestellt. Preisrichter waren u. a. Reinhold Begas, Walter Schott, Konstantin Stark. Fünf Bildhauer haben sich an der großen Konkurrenz beteiligt. Das Denkmal soll unmittelbar vor der Windhuker Militär- station ausgestellt werden.

Diamantsun-e in -en Vereinigten Staaten. Eine kleine Gruppe von Kapitalisten hat, wie demLok.-Anz." aus London gemeldet wird, in der Nähe von Murfreesburg in Pike Country in Staate ArkansaS ein Feld von 100 Ackern erworben und darauf Gebäude errichtet und Maschinen aufgestellt, mit denen die umliegenden Felsblöcke zerkleinert und nach Diamanten durchsucht werden sollen. Innerhalb | der letzten drei Jahre bat man in dieser Gegend über 700

atmen und sich am Erwachen der Natur, daS jede« Jahr wieder einen überwältigenden Eindruck auf finnige Gemüter macht, erfreuen. Von dem kriegerischen Schutzpatron deS März, dem Mars, ist wenig zu merken, höchstens sprechen wir von der Schlacht zwischen Winter und Lenz. Friedens­gefühle werden in uns lebendig, und neues Hoffen zieht in die Seelen ein.

Wohltätigkcitsvcroiistoltiinsi.

X Hanau, 2. März.

Wohlzutun und mitzuteilen vergesset nicht . . , / Nirgends wird wohl dieser Spruch mehr beherzigt und nirgends wird wohl mehr danach gehandelt, als bei der Einwohner­schaft Hanaus. Viele Beweise großer Opferwilligkeit sind von ihr gegeben worden und auch heute noch ist diese hehre Tugend anzutreffen, bat konnte man auch dieser Tage wieder sehen. Zwei Familienväier, m der Blüie der Jahre, sind durch einen jâben Tod ihren An­gehörigen entrissen worden, mitten aus ihrer Tätigkeit hat sie der Allbezwinger abgerufen. Not und Armut müssen jetzt in den Familien einkehren, denn ihnen sind ja die Ernährer genommen. Doch nein noch ist es nickt so weit, noch gibt es ein Wort, das schöner und herrlicher nicht geprägt werden konnte: Nächstenliebe. Wir alle wissen, was Nächstenliebe in den letzten Wochen zustande gebracht, welch hohe Summen in Siadt und Land eingingen, um den trauern- den Familien über die erste Not hinwegzuhelfen und für die Zukunft der Kinder zu sorgen. Doch damit nicht genug, auch eine Wohltät'gkeitsveranstaltung erschien. Der Kirchen- »or der Johanneskirche unter Leitung des Herrn Kantors Breidenbach und Herr Rezitator I. B o ck hatten sich vereinigt, um ihr schätzenswertes Können in den Dienst der Wohliätigkeit zu stellen. Die Veranstaltung fand gestern abend in derCentralhalle" statt. Wir hatten schon des öfteren Gelegenheit, der rezitativen Kraft des Herrn Bock

Diamanten gefunden, von denen einige über sechs Karat wogen. Das Durchschnittsgewicht war ein Karat. Die Ge­sellschaft hatte den bekanntesten Sachkenner Amerika«, Dr. Georg Kunz, mit der Untersuchung der Felder beauftragt, und dessen Bericht soll mehr als zufriedenstellend gewesen sei. Ein Diamanteningenieur aus Südwestafrika ist mit der Leitung der Ausbeute betraut worden.

Österreichisches Abgeordnetenhaus. Im Ver­laufe der Sitzung wendete sich Abg. Sylvester dagegen, daß von RegierungSdeutschen gesprochen werde. Die Regierung sei ohne Zutun der Deutschen ins Leben gerufen worden und die Deutschen hätten die Regierung auch nur dort unter­stützt, wo sie es für sachlich berechtigt erachtet hätten. Ins­besondere durch die Ereigniffe der letzten Zeit seien die Deutschen von der Regierung noch weiter abgerückt. Die Zu- sammenschließung der nationalen Parteien habe die Deutschen veranlaßt, sich auf der nationalen Grundlage zusammenzu­schließen. Der tschechische Abg. Baxa kritisierte daS gegen- wärtige RegierungSsystem; die Beseitigung de« jetzigen slawen- feindlichen Regimes sei da« Losung-wort aller slawischen Parteien. Es gebe nicht an, daß im Hause de« allgemeinen Wahlrecht« die Majorität der Ministerbank von Deutschen gebildet werde, während die Slawen sich in entschiedener Minorität befinden. Hierauf wurde die Verhandlung abge­brochen. DaS HauS verhandelte dann über Dringlichkeit- antrâge.

Die AuSwan-erung deutscher Frauen in die Kolonien zu fördern, ist bekanntlich eine« der Hauptz,el« deS Frauenbundes der Deutschen Kolonial-Gesellschaft (Ge­schäftszimmer: Berlin W. 9, Potsdamerstraße 134), dessen Bestrebungen durch Beitritt zu unterstützen wir nicht genug empfehlen können. Durch Vermittlung deS Frauenbundes und auf Kosten der Deutschen Kolonial-Gesellschaft, die ent­weder freie Reise 3. Echlffsklasse oder eine Reisebeihilfe von Mk. 150 zur 2. Echiffsklaffe bewilligt, sind im Jahre 1909 68 junge Mädchen (Köchinnen, Stützen, 8 Lehrerinnen) nach Südwestafrika in kontraktlich feste Stellungen gegangen. DaS Streben junger Mädchen, nach unseren Kolonien zv gehen, ist sehr rege. Es melden sich durchschnittlich jeden Monat ungefähr 200 auswanderungslustige Mädchen beim Frauenbund, der aber auf Grund der aus Südwestafrika bei ihm eingehenden Wünsche nur etwa 34 Bewerberinnen mit jedem Dampfer hinaussenden kann. Nach der Errichtung bet Heimatshauses, da» in KeetmanSboop geplant ist und junge Mädchen aut Deutschland aufnehmen und in der afrikanischen Wirtschaft unterweisen soll, ehe sie an die Farmerfamilien ab­gegeben werden, hofft der Bund viel mehr Bewerberinnen unterbringen zu können als bisher. Mit Hilfe der über bat ganze Deutsche Reich verbreiteten Abteilungen bet Frauen­bundes wird eine sorgfältige Auswahl getroffen, damit nur solche Elemente in die Kolonie kommen, bit dem Deutschtum wirklich von Nutzen sind.

lobend zu gedenken. Auch gestern abenb zeigte er sich wieder als Meister der Dortragskunst und verstand et, die Zuhörer . unmittelbar in seinen Dann zu ziehen. Namentlich wußte er von dem RitterShauSffchen v6tn deutscher Held,* aus ^Unerkannte Schätze" undDer alte Hans", an sich schon Perlen der Dichtkunst, prächtig« Bilder zu zeichnen, wobei ihm sein volle« und wohltönendeS Organ sehr zu statten kam. Herr Kantor Breidenbach wartete wie immer so auch gestern mit einigen ausgezeich­neten Chorwerken auf. Wir wollen nicht einzelne nennen sie wurden alle gut zu Gehör gebracht und ernteten reichen Beifall. Sogar mit dem 1. Bilde aus Goethe« Faust" wurden wir bekannt gemacht. Herr Bock als Faust" schuf eine Glanzleistung. Er war von einer Wucht und Größe, die unwillkürlich mit sich fortriß. Hatten wir vorher an Herrn Bock die Art, wie er feint Stimm« meisterte, bewundern können, so war et hier die prächtig« GestaliungSart, mit der er den emporstrebeuden Menschen- geistFaust" wiedergab. Auch Herr Andreas Peter als Erdgeist" und Herr Wilh. Breidenbach jun. alt Wagner" trugen nach Kräften dazu bei, dieTragödie" zu einem guten Absckluß zu bringen. Allen denen aber, di« sich um das Zustandekommen und die Durchführung deS Feste» verdient gemacht haben, sei auch an dieser Stelle herzlich« Dank abgestattet.

Fredéric Chopin.

Geb. 1. März 1810 zu Warschau.

Don S. G., W.

Zwischen Bellini und Cherubini auf dem altehrwürdigen Père Lachaise zu Paris befindet sich bat Grab deS früh dahingeschiedenen melancholischen Genius F. Chopin. Ein Marmordenkmal mit den edlen Zügen seines KopseS schmückt die Stätte hoffen, dem sein Freund und Kunstgenosse F. LiSzt in seinem WerkeChopins Leben" ein Denkmal setzt«, schön« als einer von Stein. Sin Lebensbild, bat die Gestalt deS