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Erstes Blatt.

e*tiwibnrf um Berl«? bar Buchdrucks« bei mm. SrifealjaufeS « Hruau.

General-Anzeiger

ZAtlilhes Organ für Lladt- in) Landkreis Hansa.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

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Wr. 125 K-rnsprechanschlusz Nr. 605

Mittwoch den 1. Juni

Zyernsprechanschltttz Nr. 605

1910

Die ItifiitSiMtt Maßt außer ».MahslbWiltit

14 Seiten.

Amtliches.

Ich habe Veranlassung darauf hinzuweisen, wie es im allgemeinen Interesse dringend erwünscht ist, daß bei Be­nutzung der Eisenbahn die mit ansteckenden Krankheiten, wie Diphtherie, Ruhr, Scharlach, Keuchhusten und Masern be­hafteten Reisenden oder deren Begleiter den 'Stations- oder Zugbegleitungsbeamten rechtzeitig von der Krankheit Mit­teilung machen, damit ihre Beförderung in gesonderten Ab­teilen erfolgen kann und dadurch einer Weiterverbreitung dieser Krankheiten durch Übertragung auf Mitreisende vor- aebeugt wird.

Zweckmäßig ist, daß diese Mitteilung in Form einer von dem behandelnden Arzt auszustellenden ärztlichen Bescheinigung erfolgt. (A III 4174.)

Cassel am 14. Mai 1910.

Der Regierungspräsident.

V 3256 Graf v. Bernstorff.

Candhrets Banau.

Die Herren Bürgermeister und Gutsvorsteher ersuche ich, in Gemäßheit des § 4 der Kreis-Hundesteuer-Ordnung vom 24. November 1894 (Hanauer Anzeiger" Nr. 7 von 1895) in der ersten Hälfte des Monats Juni die Artfnahme (Zählung) der Hirnde und Veranlagung der Besitzer zur I Hundesteuer für das Rechnungsjahr 1910 zu bewirken und das durch meine Verfügung vom 3. Mai 1901 A 2229 vorgeschriebene Verzeichnis alsbald nach der Aufstellung, spätestens am 20. Juni d. I. einzureichen und die Steuerbetiäge bis spätestens den 1. August d. I. bei der Kreiskommunalkasse abliefern zu lasten. Eine zweite Ausfertigung des Verzeichnisses ist dem Gemeinderechner zur r Erhebung der Steuer zuzustellen.

Die Nachtrags-Verzeichnisse sind, wie bisher, zu Beginn eines jeden Vierteljahres einzureichen.

Hanau den 31. Mai 1910.

Der Königliche Landrat.

A 2682 F r hr. Laur.

Zwangsversteigerung.

Zum Zwecke der Aufhebung der Gemeinschaft, die in Ansehung des in der Gemarkung Langenselbold belegenen, im Grundbuche von Langenselbold Artikel 1381 zur Zeit der Eintragung des Versteigerungsvermerkes auf den Namen

Die Ausstellung des Deutschen Künstler- bundes in Darmstadt.

II.

Die Revolutionäre von gestern die Klassiker von heute!" Diese Empfindung drängt sich uns immer wieder auf, wenn wir in Darmstadt vor die letzten Werke der früher Iso arg verschrieenen und verkannten Revolutionsmänner der Berliner Sezession treten. Unsere Zeit ist sichtlich hinein­gewachsen in ihre Kunst, oder besser gesagt, sie haben mit der Kraft ihrer sieghaften Jugend uns zu sich emporgezogen. Vor dem Selbstporträt Max Liebermanns verstummt [heute jede nörgelnde Kritik; wir sehen mit den Augen des Meisters, so weit wir überhaupt je sehen lernten oder lernen werden, und mit diesem Zusammenklang des Empfindens hat das Werk das Revolutioiräre verloren.

schlechten ist das Porträt Liebermanns die größte Leistung der Ausstellung, mag man sonst zu dem bereit- greifenden Maler sich stellen wie man wolle. Es ist klassisch klassisch durch seine geniale Technik, seine innere Größe und durch seinen Geist, den keine vergangene Epoche atmete. Neben ihm steht Lovis Corinth. Sicherlich bedeuten seine stark sinnlichen Bilder in ihrer Vorliebe für unüber- troffen wiedergegebene Nacktheit nicht den Höhepunkt seiner Kunst. Dafür erscheinen sie viel zu sehr als geniale Im­provisationen. Auch wird seine Auffassung der Passion Christi allezeit auf berechtigten Widerspruch stoßen. Unver­gänglich jedoch wird die Größe seiner Gestaltung auch der Nachwelt erscheinen. In seinerToienklage" hat er eine wahrhafte Monumentalität erreicht, und zwar mit höchst persönlichen Mitteln. Diese Monumentalität hat nichts mit Der eines Michel Angelo oder gar mit der unseres Cornelius' gemein, sie ist ungleich nervöser, malerisch bedeutender. In diesem Bilde vereinigt sich eine gewaltige Komposition mit einer nur unserer Seit attouftaen malerischen Bebandluna.

1. des Ackermanns Anton Wacker 2r und dessen Ehe­frau Karoline geb. Eichelmann in Langenselbold zu ^a,

2. des Maurers Philipp Völker und dessen Ehefrau Katharina geb. Pfeiffer in Langenselbold je zu einem ideellen Viertel eingetragenen Grundstücks:

Krtbl. 70 Nr. 105 Borngasse Nr. 2, 6,00 ar,

a) Wohnhaus, 60 Mk. Nutzungswert,

b) ^s Scheuer mit Stall, link-,

c) */, Schweinestall,

d) Stallgebäude,

Borngasse Nr. 4,

a) Wohnhaus mit Hofraum,

60 Mk. Nutzungswert,

b) ^3 Scheuer mit Stall, rechts,

e) Schweinestall, hinten,

besteht, soll dieses Grundstück

am 26. Juli 1910, vormittags 9 tthr, durch das unterzeichnete Gericht an der Gerichtsstelle versteigert werden.

Langenselbold den 27. Mai 1910.

Königliches Amtsgericht. 12691

Gefundene und verlorene Gegenstände re.

Gefunden: 1 weißes Kinderkäppchen, 1 Schlüssel­ring mit 6 Schlüsseln, 1 Zahngebitz (6 Zähne).

Verloren: 1 Schraubenschlüssel, 2 Halsbinden (1 schwarze und 1 Helle), 2 Zeichnungen für ein Grab­denkmal.

Zugelaufen: 1 gelbes Huhn.

Hanau den 1. Juni 1910.

Politische Rundschau.

Der Kaiser ist der Parade in Potsdam ferngeblieben und wird auch heute nicht an der Galatafel teilnehmen, die zu Ehren des belgischen KönigSpaares stattfindet. ES wäre verfehlt, daraus irgend welche ungünstigen Schlüsse auf seine Gesundheit zu ziehen. Er hält sich den offiziellen Ver­anstaltungen nur fern, weil er die Hand zur Schonung noch in der Binde trägt.

Der König der Belgier in Berlin. Der Kaiser hat dem König der Belgier die Kette zum Schwarzen Adler­orden und der Königin von Belgien den Luisenorden mit der Jahreszahl 1813/14 verliehen. Gestern vormittag nahm der Kronprinz im Auftrage deS Kaisers die Potsdamer Parade in Begleitung des belgischen KönigspaareS ab.

Diese drängt durch ihre hinreißende Licht- und Schatten- wirkung den früheren Linienaufbau stürmisch beiseite. Nicht nur flächig, sondern auch räumlich will dieses Bild empfunden sein. Seine Wirkung ist deshalb lebenswahrer als die der bisherigen monumentalen Linearkompositionen und packt durch seine malerische Kraft auch die Augen, denen der Reiz der Linie sich noch nicht erschloß. Geht Coriuth auf diesem Wege weiter und seine ganze Entwicklung berechtigt zu der Hoffnung so wird Deutschland in ihm den lange ersehnten Monumental maler gefunden haben, den es seit Grünewald nicht mehr aufzuweisen hatte. Nur muß er Maler" bleiben. Denn in der Reinheit der Linie wird er kaum die Höhe des Cinquecento, selbst nicht die der modernen Monumentalmelster Puvis de Chavannes oder Hodler erreichen.

Der Zug zum Monumentalen, zum mindesten zum Deko­rativen eignet überhaupt der Ausstellung. Wir empfinden in dieser neuen künstlerischen Sehnsucht die Reaktion gegen die bisher herrschende rein malerische Richtung. Mit dem sieghaften Vordringen der von Frankreich ausgehenden Kultur des Auges ging eine starke Vernachlässigung der Komposition Hand in Hand. Die junge Generation hatte genug damit zu tun, das Auge in der neuen Weise zu üben. Die bisher fast nie gesehenen Schönheiten des Lichtes, seines ewigen Wandels zu jeder Tageszeit, in jeder Luftstimmung, waren nicht sofort zu erfassen und zugleich in die künstlerische Wiedergabe zu bannen. Langsam, wie in der Entwicklung eines Kindes, wandte sich allmählich das erstarkende Auge vom einfachsten Vorwurf zum schwierigeren, aber man scheute sich, die langsam erworbene Beherrschung des Lichtes nun auch frei anzuwenden, innerlich Geschautes den hier- burd) gewonnenen neuen Gesetzen unter;uordnen. Schien doch das Hauptgesetz dieser jüngsten Kunstauffassung: die Aufloiung jeglicher Gestaltung in Licht und Farbe: jeder modernen monumentalen Knnstauffassung geradezu entgegen­zulaufen. Jetzt ist unsere Gegenwartskunst zu der Erkenntnis

Eine amtliche -entsche Mitteilung stellt fest, daß die Besprechungen deS Reichskanzlers mit dem italienischen Minister deS Äeußern die Einigkeit der Dreibundmächte und die Friedlichkeit der allgemeinen Lage bestätigt haben.

Die Etatsberatung im Herrenhause hat zu einem scharfen Redekampf zwischen dem neu eingetretenen Mitgliede Herrn v. Givinner, Direktor der Deutschen Bank, und dem Finanzminister geführt. Es handelte fich dabei vor­nehmlich um die finanzielle Behandlung der Staatsbetriebe, namentlich der Eisenbahnen, und den KurS und die Begebung der Staatsanleihen. Herr v. Gwinner kritisierte die Finanz­verwaltung vom Standpunkte und nach der Erfahrung bei Leiters einer Großbank, der Finanzminister verteidigt« di« bestehende Uebung unter Betonung der Voraussetzungen und der Erfordernisse der Staatsfinanzwirtschaft. Daß bei solcher Verschiedenheit deS Au-gangSpunkteS in wichtigen Punkte« gegensätzliche Auffassungen zutage traten, ist nicht zu ver­wundern. Ebensowenig, daß bei der Kritik die große Ver­schiedenheit der Verhältnisse und Bedürfnisse der StaatSwirt- schaft von denen privater Erwerbsunternehmungen nicht ganz zu ihrem Rechte kam und daß demzufolge dabei ander einen oder anderen Stelle Mißverständnisse unterliefen. Demgegen­über konnte sich der Finanzminister auf die von Herrn von Miquel für die Finanzverwaltung festgelegten Grundsätze be­rufen. Wenn man übrigen- die Beteiligung deS Herrn von Gwinner an der Etat-beratung bei Herrenhauses als rin Zeichen dafür ansehen dürfte, daß die Größen unserer Finanz- welt an der Ueberwindung der Schwierigkeiten, welchen in Preußen die Finanzverwaltung und insbesondere der StaatS- schulddienst begegnet, tatkräftig Mitwirken wollen, so könnt« das nur im höchsten Grade erwünscht sein.

Die Einigungsverhan-lungen im Baugewerbe wurden in der gestrigen Sitzung im Reichstage zu Ende geführt. Ein positives Ergebnis wurde nicht erzielt. 68 wurde jedoch ein Hauptvertrag aufgesetzt, zu dem beide Parteien sich bis zum 6. Juni beim Reich-amt deS Innern zu äußern haben. Im Falle der Annahme haben sofort die örtlichen Verhandlungen zu beginnen, die bis zum 13. Juni abzuschließeu find. Soweit örtlich keine Einigung zustande kommt, sollen die Verträge durch ein Schiedsgericht, welches ebenfalls am 13. Juni in Dresden zusammentrrten würde, endgültig erledigt werden unter Ausschluß der Berufung. Die Aussperrung ist spätestens am 15. Juni aufzuheben. Die heute getroffenen Schiedssprüche bewegen fich in mittlern Linie und ei ist zu erwarten, daß beide Parteien den Ver­tragsentwurf annehmen.

Deutschfreundliche Stimmen aus China. Au- Schanghai wird der Deutschen Kabeltelegrammgesellschaft ge­meldet : Die halbamtlicheSchanghai Times" kommentieren die Aufnahme des an der Spitze der Militärstudienkommisston

gekommen, daß fich sehr wohl die monumentale Gestaltung mit den Mitteln modernster Lichtbehandlung durchführen läßt. Durch die Darmstädter Ausstellung geht ti deshalb wie ein Ahnen neuer gewaltiger Kunst, in der sich die Künstler nicht mehr so ängstlich wie noch vor kurzem an zufällige Ausschnitte der Natur klammern, sondern wie Dichter in der neuge­wonnenen künstlerischen Sprach, ihre freien Schöpfungen zum Ausdruck bringen. Zu diesen regnen bereits Arbeiten rote dasFamilienbild" CarlBantzerS und derSommer" von Alfred Schmidt. Beide« Bilder von wunder­vollster Lichtmalerei, strahlend im hellsten Sonnenlicht, und dennoch das Wesentliche der herrliche Aufbau: hier am Bug des Bootes hoch emporsteigend der sonnendurchglüht« Körper der Badenden, das Boot die weiche dunkle Diagonal«, in der rechten unteren Ecke bei Bilde- ali Gegengewicht gegen die vorn emporgerichtete Gestalt die in dunkler Silhouette gesehene Figur der am Steuer sitzenden Freundin ein wirklicher Aufbau ohne Zwang, voll Linienwohllaut und Größe und das erste: über btt Blumenwiese kommt im fröhlichen Sommerwind die Mutter mit ihren fünf Kindern daber, sie selbst mit dem jüngsten auf dem Arm die eine Seite bei Bildes beherrschend, vor ihr all zweite Gruppe singend und Blumen pflückend die vier Kinder, so zwanglos scheinbar dahinjubelnd, al- sei ti eine Moment­aufnahme. Prüft man aber diese Gruppierung genauer, so empfindet man sofort, wie hoch diese über einem flüchtig von der Camera erhaschten Bilde steht. Alle Linien sind einem heimlichen, aber sicheren Rhythmus unterworfen, was man sofort erkennt, wenn man irgend eine Gestalt aus der Reih« herausnimmt. Durch die künstlerische Einordnung der Ge­stalten in diesen Rhythmus wurde aus dem schnellgesehenen Naturansschnitt eine künstlerische Tat. . Läßt man dann wieder die ganze Licht- und Farbenschönheit des Bildes auf sich wirken, so wird die Wahl schwer, welchem Teile man die Palme zuerteilen soll: dem herrlichen Aufbau oder dem freudigen malerischen Gewände. Ein« bewußter« Mor»--