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General-Anzeiger
Amtliches Organ für Stadt- und Landkreis Kana«.
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Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Geraut»««. Redakteur r G. Schrecker i» Ga»«»
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14 Seiten.
Amtliches.
Stadtkreis Hanau.
Bekanntmachung.
Der Stundenplan der gewerblichen ^orf« bildrtNgsschule für das Sommerhalbsahr 1910 liegt gemäß § 13 der Städleordnung für die Provinz Hessen-Nassau zur allgemeinen Einsicht auf dem Rathause, Zimmer Nr. 11 (SladisekretariaN offen.
Einsprüche können innerhalb 2 Wochen vom Tage deS Erscheinens vorliegender Bekanntmachung au gerechnet, bei uns erhoben werden.
Hanau den 25. Februar 1910.
Der Magistrat.
H i l d. 5083
Gtsiindcnc nnd ötrlorcitt Gcgrnstäiide rc.
Gefunden: 1 Paket (am Marktplatz), 1 altes Portemonnaie mit 1 Pfg. und einem unechten Ring, 1 Paar weiß- seidene halblange Damenhandschuhe, 1 Doppelschlüssel.
Verloren: 1 Kneifer mit Schnur und Futteral, 1 weißes Taschentuch (gez. A. M.).
Zugelaufen: 1 weißer Foxterrier mit schwarzen Abzeichen m. Geschl.
Hanau den 1. März 1910.
politische RundTdbaxL
Die Schiftahdtsnbgaben. Die Hauptversammlung des „Konzessionierten Sächsischen ScbiffervereinS" legte in einer Resolution „den allerschâristen Protest gegen die Bestrebung auf Einführung von Schiffahrtsabgaben auf freien Strömen" ein. Im Anschluß hieran sei auf einen anscheinend informierten Artikel der „Dresdner Nachrichten hingewiesen, in welchem bit jüngsten Aeußerungen deS Ministers Grafen Vitzthum in der sächsischen Zweiten Kammer dahin interpretiert werden, daß „auf preußischer Seite eine Wandlung eingetreten ist, nämlich, daß die preußische Regierung den formalen Standpunkt der Majorisierung aufgegeben und den Weg freundschaftlicher Verhandlung betreten hat."
Der Minifterwechsel in Heften. Nachdem der Großherzog das Entlassungsgesuch des Finanzministers Dr. Gnauth angenommen hat, sind die Verhandlungen bezüglich der anderweitigen Besetzung des Finanzministerium» und deS Ministeriums des Innern zum Abschluß gelangt. Das Ministerium der Finanzen übernimmt der bisherige Minister des Innern Braun, das Ministerium des Innern der Pro- vinziaidirekior der Provinz Rheinhessen, Frhr. v. Hombergk zu Vach, der zunächst zum Präsidenten des Ministeriums des Innern ernannt wird. — Der Großherzog verlieh dem in den Ruhestand getretenen Finanzminister Dr. Gnamh die Krone zum Großkreuz des Verdienstordens Philipps deS Großmütigen.
Ueber das Befinden deS greisen Pastors v. Bodelschwingh waren in diesen Tagen sehr beunruhigende Nachrichten im Umlauf; danach sollte der Zustand schon in nächster Zeit das Schlimmste befürchten lassen. Eine Berliner Korrespondenz erfährt dazu auS bester Quelle, daß man doch noch keinen Grund hat, die Hoffnung aufzugeben. D. von Bodelschwingh hatte im Frühjahr vorigen Jahres einen Schlaganfall erlitten. Sein Befinden besserte sich aber allmählich so erfreulich, daß er im Dezember sogar eine leichte Lungenentzündung verhältnismäßig schnell überstand. Seit einiger Zeit haben sich allerdings wiederholte Darmblutungen eingestellt, die seine körperlichen Kräfte so sehr schwächten, daß man zeitweise sein Ende nahe glaubte. Aber jetzt haben sich die Kräfte wieder etwa« gehoben und er konnte — allerdings mit fremder Unterstützung — sogar feine täglichen Besuche in den Betheler Anstaltshäusern wieder aufnehmen.
Gegen -en Serienlosschwindel soll sitzt auch in Hamburg energischer vorgegangen werden. Der Ham- burger Senat hat der Bürgerschaft einen Gesetzentwurf nor* gelegt, nach dem mit Gefängnis bis zu zwei Jahren und mit Geldstrafe bis zu zehntausend Mark oder mit einer dieser Strafen bestraft werden soll, wer gewerbsmäßig zum Jwecke der Ausbeutung der Spielsucht durch Verbreitung von Prospekten oder Mitglied-bedingungen oder in anderer Weise zur Bälligung an Serie»- oder Prämienlosgesell
schaften auffordert oder mit der Bildung, Leitung oder Vertretung solcher Losgesellschaften sich befaßt.
Ans dem bayerischen Parteitage der Deutschen Volikspartet, der am Sonntag in Würzburg abgehalten wurde, haben 11 von 15 Vereinen für die Fusion mit den Freisinnigen und Nationalsozialen gestimmt und verlangt, daß München der Sitz der neuen Parteileitung werden sollte.
Englische- Unterhaus. Die Unsicherheit der politischen Lage und die Möglichkeit einer Krisis hatten schon bei der Eröffnung der Sitzung ein dicht gefülltes Haus geschaffen, obwohl vorerst lediglich formale Fragen zur Entscheidung standen. Der Premierminister brachte einen Antrag ein, alle Sitzungm bis zum 24. März ausschließlich den Regierung-geschäften vorzubehalten, und zwar sollen sie voll- ständtg dem Budget und den anderen finanziellen Angelegenheiten gewidmet sein, da daS Finanzjahr mit dem 31. März zu Ende geht. Vier Tage würden dem Marinebudget gewidmet. DaS Hans würde sich sodann vom 24. bis 29. März vertagen. Beim Wiederzusammentritt werde die Regierung Vorschläge über die Beziehungen zwischen den beiden Kammern machen. Diese Vorschläge würden zunächst in der Form von Resolutionen eingebracht werden, in denen ganz allgemein die Notwendigkeit ausgesprochen sein würde, die Lords von den Finanzangelegenheiten auszuschließen und in denen ferner daS Unterhaus zu der Erklärung ausgefordert werden solle, daß daS Veto deS Oberhauses mit Bezug auf die Gesetzgebung so eingeschränkt werden müsse, daß die Vorherrschaft des Willens deS Unterhauses innerhalb der Lebensdauer eines und desselben Parlament- als gesichert erscheine. Premierminister ASquith schloß: ES werde klar gelegt werden, daß diese Verfassungsänderungen kein Präjudiz für die endgültige Lösung der Frage bildete,r. Er fasse für eines der nächsten Jahre die Schaffung eine- Oberhauses auf demokratischer Grundlage ins Auge. Wenn die Resolutionen zur Annahme gelangt seien, werde ein Gesetzentwurf vorgelegt werden, der die betreffenden Teile der Resolutionen in Kraft setze. Um Zeit und Arbeit zu sparen, und diese Hauptfrage so bald als möglich zur Entscheidung zu bringen, würden die vom Unterhause angenommenen Resolutionen dem Oberhaus« vorgelegt werden. (Beifall bei den Ministeriellen.) Ob daS Oberhaus den Resolutionen dann zustimme oder nicht, bie Regierung sehe die Einführung von Bestimmungen, die das Unterhaus von dem Veto deS Oberhauses befreien, nicht nur als die erste und wesentlichste Voraussetzung für die gesetzgeberische Würd« und die nutzbringend« Wirksamkeit deS Unterhauses an, sondern auch alS ihre eigene, höchste Pflicht. (Beifall bei den Ministeriellen.) Im Verfolge dieser Aufgabe werde die Regierung alle Maßregeln treffen, die nach der Verfassung zulässig seien und für ihre erfolgreiche Durchführung setze sie ihre Existenz ein. (Beifall und Ruf« auf den Bänken der Unionisten: Wo bleibt daS Budget?) Balfour erklärte, da- abqeänderie Programm der Regierung beweise den absoluten Mangel an folgerichtiger Staatskunst. In jedem Satze derselben trete die dominierende Erwägung hervor, nämlich, wie da- Kabinett zusammen» gehalten werden könnte, sowie die von allen Seiten drohenden Stürme abgewendet werden können. Er glaube nicht, daß die- Staatskunst sei, aber er leugne nicht, daß eS eine geschickte parlamentarische Leitung sei und wahrscheinlich geeignet, alle Gruppen der Koalition zufrieden zu stellen. Aber wie sehr auch die Erklärung de- Premierminister- geeignet erschein«, eine Aera deS Fliedens für die Regierung zu sichern, sie sei wenig geeignet, im Lande den Eindruck von der Staatskunst der Regierung zu verstärken. Redmond erklärte, seine Absicht sei es nicht, einen Streit mit den Liberalen vom Zaune zu brechen, sondern den Premierminister Asquith zu verhindern, daß er von der kühnen, staatsmännischen Politik, die er in seiner Rede in der Albert-Hall dargelegt habe, zurückweiche. Nach einer weiteren Diskussion wurde die Resolution des Premierminister- bezüglich der Sitzungen des Hauses einstimmig angenommen. Die Nationalisten und Radikalen sind augenscheinlich von den Erklärungen des Ministers befriedigt. — Man glaubt allgemein, daß die Gefahr einer Krisis für wenigstens einige Wochen abgewendet sei. Das Haus nahm im weiteren Verlaufe der Sitzung einstimmig Resolutionen an, durch die die Negierung ermächtigt wird, fernerhin jur Rückzahlung der Schatzwechsel Geld zu leihen und zum Rückkauf deS Restes der Kriegsanleihe von 1900, von der 9 Millionen bereits zurückgezahlt sind, für 21 Mill-onen Bonds aus- zugeben.
' Die Lage in Marokko. Wie aus Fez vom 25. Februar gemeldet wird, bestätigt es sich, daß der Sultan neim Empfang beS französischen Ultimatums die Wesire und Ulemas berief und sich mit ihnen zwei Stunden beriet. Am nächsten Tage wurde der Konsul Gaillard zum Maghzen I berufen, wo er die Bedeutung des Ultimatums klarlegte und
vom Sultan bie Ratifikation her Abkommen erbot. Der Sultan antwortete, er habe sie in Pari- ratifizieren lassen; Konsul Gaillard erklärte jedoch, er habe nicht den Auftrag, in Erörterungen einzugehen. Al- der Sultan darauf wegen der endgültigen Annahme von zwei oder drei Punkten Vorbehalte machte, zog sich der Konsul zurück und ließ die französische Kolonie wissen, daß sie mit den Vorbereitungen zur Abreise beginnen möge. Gleichzeitig traf er selber ent* sprechende Vorbereitungen. Nunmehr ließ der Sultan für Donner-tag den 24. Februar den Konsul wieder zu sich bitten; da- Ergebnis der Unterredung ist noch nicht bekannt, doch nimmt man an, daß die Entscheidung bei Sultan- angesichts der Möglichkeit der Abreise aller Franzosen für bit Regelung der Frage vollkommen günstig aal- fallen werde.
Hus Hab und fern. 1
Wmg hi 35. AmmnMMugtr.
X. Cassel, 28. Februar.
Der 85. Kommunallandtag für den Regierungsbezirk Cassel wurde heute nachmittag 5 Uhr im Sitzungssaal bei Ständehauses feierlich eröffnet. Der Oberpräsident der Provinz Hessen-Nassau, Exz. Hengstenberg, hielt dabei als landesherrlicher Kommissar folgende Ansprache:
Geehrt« Herren!
Indem ich Sie bet Ihrem heutigen Zusammentritt za den diesjährigen Kornmunallandlagsverhandlungen namens der Kgl. StaatSregierung begrüße, folge ich zunächst dem von mir aufrichtig empfundenen Bedürfnis, Ihnen und Ihrer Verwaltung warmen Dank für die Unterstützungen auszu-- sprechen, die der Hessische Bezirksverband zur Beseitigung der letzten Hochwasserschäden bewilligt hat. Mit ihrer Hilfe und dank dem tatkräftigen Eintreten der Bevölkerung und des Staate» ist el gelungen, einem wirtschaftlichen Rückgänge der betreffenden Gegenden vorzubeugen und Verbesserungen durchzuführen, bit in der Zukunft ihr« Wirkung äußer« werden.
Mit Allerhöchster Ermächtigung legt die Königliche Staats- regierung Ihnen zur gutachtlichen Aeußerung den Entwurf eine- Gesetze-, betreffend daS Höferecht im Kreise Graffchast Schaumburg, vor, durch den einzelne Mängel und Lücken bei dort jetzt geltenden Anerbenrecht» durch Anlehnung an bie in der Provinz Hannover bestehende Gesetzgebung beseitigt werden sollen.
Weitere Vorlagen hat Ihnen die kbnigliche Staats- regierung nicht zu machen. Ihre Hauptaufgaben werden, wie regelmäßig, auf dem Gebiete der Bezirksständischen Verwaltung liegen. Ich freue mich, in dieser Hinsicht mit Ihrer Verwaltung die in dem diesmaligen Geschäftsbericht über die fünf letzten Jahre festgestellte zeitgemäße Fortentwickelung der verschiedenen Dermal tungSzweige bestätigen zu können und eS gereicht mir namentlich zur Genugtuung, daß die ihnen staatlicherseit» zugewiesenen Dotationsfonds auf dem Gebiete deS Wege- und Brückenbaues so segensreich gewirkt haben. Weiter» bedeutsame Aufgaben stehen bevor. Namentlich werden die Umgestaltung der Land- wegeverwaimng die noch immer steigende Zahl der Fürsorge- zöglinge und bie Durchführung bei WanderarbektSstätten- gesetzeS große Anforderungen auch an Ihre Verwaltung stellen. Ich zweifle auch nicht, daß hier daS gedeihliche Zusammenwirken der verschiedenen Organe deS BezirkSverbandeS untereinander und mit der Königlichen StaatSregierung, wie es bisher zum Vorteil der Sache bestand, so auch künftig unserem weiteren Vaterlande, besonders auch dem Heffenland« zum Segen gereichen wird und erkläre, indem ich in diesem Sinne ihren Verhandlungen reichen Erfolg wünsche, den 35. Kommunallandtag des Regierungsbezirks Caffel für eröffnet — Herr Bürgermeister Hold (Obermeiser) überriahm danach als ältestes Mitglied bei Landtages den Vorsitz. Er bestimmte zu provisorischen Schriftführern die Herren Landrat D. Gröning und Bürgermeister Gertz. Altem Herkommen gemäß brachte Herr Bürgermeister Hold sodann da» Kaiser- hoch aus, in das die Versammelten lebhaft einstimmten. @1 wurde danach zur Wahl bei Vorsitzenden geschritten. Herr Oberbürgermeister Antoni-Fulda empfahl namen- der Wahlvorprüfungskommission bte Wiederwahl des bewährten bisherigen Präsidenten, des Herrn Landtagsabgeordneten Kammerherrn von Pappenheim (Liebenau). Die Wahl würd« per Akklamation vorgenommen. Herr v. Pappenheim nahm seine einstimmige Wiederwahl dankend an. Zu seinem Stellvertreter wurde weiter Herr Oberbürgermeister Dr. G e b e s ch u 8 (Hanau) gewählt. Zu Schriftführern wurden bestimmt die Herren Landrat v. Ditfurth (Rinteln) und Bürgermeister Vocke (Eschwege). Der Präsident wies sodann in einer kurzen Ansprache darauf hin,' daß der Tod in den Reihen der Abgeordneten eine Lücke gerissen habe. Herr Abg. Schüßler sei vom Tode feinet srigen Mitarbeit im Kommunallandtag entrissen worden. Die Versammelten ehrten das Andenken des Verstorbenen durch Erheben von den Sitzen. — AIs neue Mitglieder begrüßte der Redner bie Herren Regierungsrat Dr. v. Waldhausen, Oberbürgermeister Troje (Marburg) und Kammerherr v. Strahl.