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Erstes Blatt.

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W«1ch^rkich 1,80 Mt, monatlich <0 Vq.. für «*** W«tige Ntonnem« mit dem betresienden Postaustchlat. Die einzetne Nummer tofat 10 M».

Mtâânck und Berlet der Buchdruckern V* wen.

General-Anzeiger

Amtlilhrs Grgan für Stadt- und FandLrets Hanau.

ö. Waisenhauses in Hasan.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

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Die fäafgefaltete Petttzrür aber beten Raum 99 M, tat Stcktmneatiil die Zeile 45 ^

BeranimoNl. Redakteur: S. Schrecker b H««.

Mf. 26 Aernsprechattschltts; Nr. 605.

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14 Seiten.

Amtliche».

Eandkreis F)anau.

Durch die neue Fassung der Tarisstelle 48 des Landes­stempelgesetzes sind der Versteuerung sämtliche Miel- und Pachtverträge, sowohl die schriftlich als auch die mündlich abgeschlossenen, unterworfn, soweit der Pacht- bezw. Miet­preis den Betrag von jährlich 300 Mk. bei landwirtschaft­lichen Grundstücken und von 360 Mk. bei sonstigen Grund­stücken (Häuser, Wohnungen, Lagerplätze :c.) übersteigt.

Um prüfen tu können, ob die Versteuerung der Pacht- bezw. Mietverträge überall erfolgt, ist es mir erwünscht, von den Gemeindevorstehern Mitteilungen darüber zu erhalten, welche Personen ihres Amtsbezirks Grundstücke vorbezeichneter Art zu Jahresbetrâgen von mehr als 300 bezw. 360 Mk. verpachtet oder vermietet haben re.

Cassel den 10. Januar 1910.

Der Vorstand

des Königlichen Stempel- und Erbschaftssteueramt-, Abt. III. 111 8 Nr. 114 Kleine.

Abschrift wird in Abänderung der Bekanntmachung vom 17. Januar 1910 A 228 den Herren Bürgermeistern mitgeteilt.

Hanau den 28. Januar 1910.

Der Königliche Landrat.

A 383 I. V.: Dr. v. Waldow, Reg.-Assessor.

Geflindciit mid Verlorene Gkntiistiindt ic.

Gefunden: 1 grauer Damengummigürtel mit Blumen, 1 Rosenkranz, 1 Kinder-Photographie.

Verloren: 1 Portemonnaie mit 9 Mk. und 20 Zetteln von Senta-Kaffee, 1 Tellerwage (auf dem Markt­platz stehengelaffen), 1 graue Kaputze von einem Knabcnkapcs, 1 Damenpelz.

Zugelaufen: 1 grauer Wolfshund.

Hanau den 1. Februar 1910.

politische Rundschau.

Der Dank des Kaisers. DerReichsanzeigerâ ver­öffentlicht folgenden Erlaß des Kaiser- an den Reichskanzler: Auch mein diesjähriger Geburt-tag ist durch die herzliche An­teilnahme des deutschen Volkes und der im Auslande lebenden

forfdienbeu 8

Frankfu

Vorsitzender: Sanitätsrat Dr. wenn noeo iger.

Prof. Dr. H. Sachs spricht über:

Die Reaktionsfähigkeit des Organismus gegenüber artfremden Stoffen".

Der unermeßlichen Mannigfaltigkeit äußerer Formen, denen wir in der belebten Welt begegnen, steht in weiten Grenzen eine merkwürdige Monotonie gegenüber, wenn man den Aufbau der einzelnen Organe und Gewebe, sowie ihre Anordnung verfolgt, ober mit den Hilfsmitteln der Chemie ihre Bausteine analysiert. Obwohl man bei rationeller Be- trachtung-rweise aus zahlreichen naheliegenden Gründen bereits annehmen mume, daß mit den auffälligen Ähnlichkeiten auch tiefgreifende Differenzen gepaart sind, ist ei doch erst dem letzten Jahrzehnt Vorbehalten geblieben, die Mittel und Wege aufzufinden, durch die es mit Sicherheit gelingt, die Gewebâ- bestandteile verschiedener Tierarten zu differenzieren.

Die hierzu dienenden Methoden beruhen auf der Reaktionsfäh igkeit des Organismus gegen- ü b e r artfremden Stoffen. Der Teil der bio­logischen Wissenschaften, der sich mit dem Studium dieser Reaktionen beschäftigt, die I m m u n i t â t 8 f o r s ch u n g, trägt ihren Namen heute nicht mehr ganz zu Recht. Ursprüng­lich hatte man nämlich diese Reaktionsfähigkeit des Organis- ums entdeckt bei der Einverleibung von krankheitserregenden Bakterien oder ihren giftigen Stoffwechselprodukten. Man hatte festgestellt, daß der Organismus, falls es nicht zum tödlichen Ausgang kommt, eine Immunität zurückbehält, die ihm gegenüber dem erneuten Eindringen der gleichen Krankheitsursache einen Schutz verleiht, und daß die Blut- Mssiakeit kdas Blutserum) dabei eine neue Eiaenjchaft ge­

Dicilstlig den 1. Februar

Stammesgeuoffen für mich zu einem rechten Freudentag ge­worden. In zahlreichen Telegrammen und Zuschriften sind mir aus allen Schichten der Bevölkerung ohne Unterschied des Bekenntnisses und der Partristellung freundliche Glück- und Segenswünsche dargebracht. Durch diese patriotischen Kundgebungen auf das Freudigste bewegt, drängt es mich, den städtischen und ländlichen Gemeinden, Vereinen und Korporationen, sowie allen, welche mir an diesem Tage An­hänglichkeit und Zuneigung in so mannigfacher Art zum Ausdruck gebracht haben, meinen herzlichen Dank zu sagen. Gott der Herr aber wolle unser teures Vaterland auch ferner in seinen gnädigen Schutz nehmen und daS deutsche Volk durch Einmütigkeit und Opferwilligkeit zur Erfüllung der großen sozialen und kulturellen Aufgaben unserer Zeit stark machen. Ich ersuche Sie, diesen Erlaß zur öffentlichen Kenntnis zu bring-n.

Die preußische Wahlrechtsvorlage hat die Unter­schrift des Königs erhalten und wird nach derVoss. Ztg." am Freitag oder Samstag den Abgeordneten zugehen. Der Hauptinhalt der Vorlage soll halbamtlich veröffentlicht werden.

Bassermann über die Schiffahrtsabgaben. In der am Sonntag in Duisburg abgehaltenen 20. Jahresver­sammlung des Partikulier-Schifferverbande-Jus et Justitia nahm der Vorsitzende des Verbandes, der Reichstag-abgeord­nete Bassermann, nach der Erledigung des geschäftlichen Teiles das Wort zu der Frage der Einführung von Schiff- fahrtsabgaben. Er führte an-, daß bei einer Einführung von Schiffahrtsabgaben unbedingt eine Verfassungsänderung nötig sei. Wenn 14 Stimmen im BundeSrat gegen die Einführung aufgebracht würden, so sei eine Ablehnung der Forderung sicher. Sachsen, Hessen und Baden verfügen zu­sammen über 10 Stimmen. Aller Wahrscheinlichkeit nach werde es gelingen, entweder von Württemberg oder den thüringischen Staaten die vier zur Ablehnung erforderlichen Stimmen zu erhalten. Der Verband selbst bleibe nach wie vor au- prinzipiellen Gründen ein Gegner der Schiffahrts­abgaben. Die Rede Bassermann- wurde mit großem Beifall ausgenommen.

DieKonservative Korrespondenz" veröffent­licht zum Falle Oldenburg eine Erklärung der konservativen Partei, in der versichert wird, daß Herr v. Oldenburg völlig auf dem Boden der ReichSverfassung stehe und mit seinen Worten lediglich in drastischer Weise die äußersten Grenzen militärischer Disziplin habe kennzeichnen wollen.

Die englischen Wahlen. Gestern wurde nur die Wiederwahl eines Mitgliedes der Arbeiterpartei gemeldet. Die Unionisten haben biS jetzt 271, die Liberalen 272, die Mitglieder derArbeiterpartei 41 u.die Nationalisten 80Mandate; es sind nun noch in dieser Woche weitere sechs Wahlen, und

winnt, die es befähigt, auf die Bakterien ober ihre Gifte so einzuwirken, daß sie ihre krankheitserregende Funktion einbüßen. Man nennt daber solch« Sera (Antisera) Jmmunsera". Mit der Zeit hat sich aber immer allgemeiner ergeben, daß die nämliche Reaktionsfähigkeit des Organis­mus nicht nur gegenüber schädlichen Agentien besteht, sondern gegenüber artfremden Stoffen im allgemeinsten Sinne.

Werden z. B. einem Kaninchen menschliche Eiweißbestand- teile, etwa Blutserum, eingespritzt, so erfolgen im Kaninchen­organismus tiefgreifende Umwälzungen, die wir daran er­kennen, daß das Kaninchenblutserum neue Eigenschaften an­nimmt. Diese Eigenschaften können wir in sinnfälliger Weise Nachweisen. Mischt man nämlich ein derart ge­wonnenesAnti"serum mit einer Lösung von menschlichem Eiweiß, so entsteht ein Niederschlag, der beim Mischen des gleichen Antiserums mit einer andersartigen Eiweißart '(etwa Pferdeserum) ausbleibt. Man nennt diesen Vorgang Präcipitaiion und die im Antiserum erhaltenen wirksamen Stoffe Präcivitine. Ein anderes Verfahren, um die be­sondere Beschaffenheit des Antiserums zum sichtbaren Aus­druck zu bringen, beruht auf dem Prinzip der sogenannten Komplemcutbindnug". Die beim Zusammentreffen einer eiweißhaltigen Flüssigkeit mit dem entsprechenden Antiserum erfolgende Reaktion führt nämlich zu einem Produckt, das die Fähigkeit besitzt, gewisse blutzersiörende Stoffe, die Komplemente genannt werden, zu binden. Man ertenttt also die stattgehabte Wirkung daraus, daß schließlich die Zer- Störung (Hämolyse) von roten Blutkörperchen ausbletbt, während sie dann, wenn die eine der beiden erforderlichen Komponenten fehlt, eintritt. r

Das Gemeinsame beider Methoden, bie von sem Vor- traqendcu demonstriert we-den, ist die Spezifität der Wirkung. Dadurch unterscheiden sich bie in den Anlnera enthaltenen Reagentien, dieAntikörper", von allen anderen bekannten Stoffen. Daher gelingt es, mit diesen Stoffen, welche uns die Reaktionsfähigkeit des Organismus an die Hand gibt,

Fernsprechanschlutz Nr. 605. 1910

Ende der nächsten Woche die Wahlen der Vertreter von Orkney und Shetland zu erledigen. Die Frage, die di« politischen Krei'e am meisten bewegt, geht dahin, ob Asquith dem Rate der Radikalen folgen wird) die sich über die Ab­schaffung des Vetorecht- der LordS auf keinerlei Vergleich einlassen wollen und nötigenfalls die Ernennung von einigen Hundert Peers verlangen, um den Maßnahmen gegen daS Oberhau- zur Annahme zu verhelfen, ober ob der Premier­minister den von den Gemäßigten vorgeschlagenen Weg wählen wird, der zu einer Reform de- Oberhause- in dem Sinne führen soll, wie die Unionisten und die Mehrheit bei Oberhauses es selber billigen.

Die Bildung eine- neuen griechischen Ministeriums ist endgültig Dragumi übertragen worbe«.

Kundgebung.

Delhi, 30. Jan. Bei der Jahresversammlung her tnbl* schen Mohamedaner-Liga wurde, nachdem der Präsident Aga Khan an alle Anwesenden den dringenden Appell gerichtet hatte, die Regierung zu unterstützen, eine Resolution ange­nommen. in der der Regierung für die von ihr durchgeführte« Reformen der herzlichste Dank ausgesprochen und ferner dem Abscheu der Liga vor allen anarchistischen Bestrebungen Aus­druck gegeben wird.

Aus dem deutschen Reichstage.

Von den vorgestrigen Tumultszenen war am Montag zu Be­ginn der Sitzung nicht die geringste Spur mehr geblieben. Man trat ohne weiteres in die sachliche Arbeit, und als zu der üblichen Ablösungsstunde Dr. Spahn, der jetzt die Würde und Bürde des ReichStagspräsidenten zu tragen hat, sich zu­rückzog und Erbprinz zu Hohenlohe auf dem Präsidenten­stuhl Platz nahm, war nichts davon zu merken, daß er beim letzten Zusammensein das Mißfallen eines Teiles dieses hohen Hauses erregt hatte. Erst am Schlüsse der Sitzung, in der achten Abendstunde lebte die vorgestrige Auseinandersetzung wieder auf. Man hatte bekanntlich die Abstimmung über den Einspruch Ledebours gegen den Ordnung-ruf auf morgen vertagt, weil man das amtliche Stenogramm der Sitzung von vorgestern abwarten wollte. Es stellte sich nun heran», daß an der entscheidenden Stelle die amtlichen Stenographen den Vorgang nicht genau so wiedergegeben haben, wie ihn Erbprinz zu Hohenlohe, al- er den Ordnungsruf erteilte, aufgefaßt hatte, und es ergab sich daraus eine Abweichung der ursprünglichen Fassung bei Stenogramm- von der durch den Vizepräsidenten entsprechend verbesserten. Herr Bebel, der sich heute nach langer Zeit wieder in alter lebendiger Frische an der Verhandlung beteiligte, verlangte deshalb ein« Vertagung der Angelegenheit auf den nächsten SitzvngStag, den Donnerstag, und die Freisinnigen hielten diese Forderung für berechtigt. Denn da die vom Erbprinzen zu Hohenloh«

die Differenzen in der Konstitution der Materie verschieden« Arten, die man früher nicht nachweisen konnte, mit Sicher­heit aufzudecken. Andererseits ist daraus eine erfolgreich« Methode entstanden, um die Verwandtschaft im Tierreiche zu verfolgen und neue- Material im Sinne der Deszendenzlehre aufzufinden.

Die Reagentien, welche die Antikörper darstellen, haben aber auch eine vielseitige praktische Bedeutung. So sind sie mit größtem Erfolg der gerichtlichen Praxi- nutzbar gemacht worden, indem e- auf die geschilderte Weise gelingt, die Her­kunft von Blutspuren zu bestimmen. Das Verfahren kommt ferner auch in der Fleischbeschau und zum Nachweis von Fleisch- und Wurschverfälschungen (Pferdefleisch) zur An­wendung. Auch zu zahlreichen anderen Zwecken (Honigver­fälschungen, Unterscheidung verschiedener Milchsrten, Nachwei- von Blut in blutsaugenden Insekten usw.), ist die Methode herangezogen worden.

Obwohl man das Studium der Reaktionen bei OrgamS- mui, die zu dem Auftreten der Antikörper im Blutserum führen, allgemein als Jmmunitätsforschung bezeichnet, ist diese Bezeichnung für die hier behandelten Reaktionen, wie schon anfangs erörtert, nur in einem stark übertragenen Sinne zu verstehen. Ja, bei geeigneter Versuchsanordnung tritt sogar, wie die Erfahrungen der letzten Jahre gezeigt haben, mit großer Regelmäßigkeit eine Zustandsänderung im Organismus ein, die das Gegenteil von Immunität barftedt. Die mit artfremdem, ungiftigem Material vorbehandelten Tiere werden nämlichschutzlos" gegenüber der sonst für sie gefahrlosen Einverleibung des gleichen Materials, mbem sie nunmehr mit den schwersten Krankheitserscheinungen reagieren. Man hat die derart veränderte Reaktionsfähigkeit bei Organismus Anaphylaxie" genannt. Da auch die Anaphylaxie spezifisch ist, hat man sie ebenso wie die Antikörper zu prak­tisch-diagnostischen Zwecken herangezogen.

Man kann also in diesem Falle nicht mehr von Im­munisierung und Immunität sprechen. Wenn trotzdem nach