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»7. Ortober

Berlin, 26. Oktbr. Der Ausfall der Wahlen der dritten Abteilung im 5., 6. und 7. Berliner Landtagswahl­kreis bestätigt den Sieg der Sozialdemokraten. Im 12. Wahl­kreise war der Kampf am schärfsten. Um 11 Uhr abends wurden gezählt: 140 freisinnige, 320 sozialdemokratische, 63 Rationalliberale und konservative Wahlmänner. Etwa 170 Stichwahlen sind erforderlich, von deren Ausfall ist es ab­hängig, ob es zu einer Stichwahl zwischen den freisinnigen und sozialdemokratischen Kandidaten kommen wird. Genaue Zahlen liegen noch nicht vor.

Der österreichische Staatshaushalt.

Wien, 26. Oktbr. Abgeordnetenhaus. In dem Finanz- exposs hob der Finanzminister hervor, daß der Fehlbetrag im Staatsbudget etatsmäßig 42 Millionen Kronen beträgt, unter Hinzurechnung des Anlrihebrdürfnisies von 109,6 Millionen und unter Berücksichtigung der auf 47 Millionen veranschlagten Einnahmen aus den erhöhten Staatsbahn­tarifen jedoch auf 198,6 Millionen zu berechnen ist. Die Hauptursache für die Verschlechterung der Finanzen liege in der sinkenden Konjunktur, wofür der beste Beweis der sei, daß sich bei, den indirekten Steuern bis Ende August ein Ausfall von 12,5 Millionen Kronen ergeben habe. Der Minister betonte das Anwachsen der Forderungen aller Resiorts und hob insbesondere den Zinsbedarf für das in Staatsbahnen investierte Kapital hervor. Angesichts der entschiedenen Ablehnung der Biersteuererhöhung könne die Regierung nicht mehr an die Sanierung der Landesfinanzen denken und den Ländern nur die allerdringendsten Mittel gewähren; sie beabsichtige, ihnen noch weitere 20 Millionen auS der Erhöhung der Branntweinsteuer znr Verfügung zu stellen und werde nunmehr auch gegen die Erhöhung der Bierumlagen durch die Länder keine Einwendungen mehr erheben. Der Finanzminister erklärte, daß die progressive Erhöhung der Einkommensteuer, von 21 000 Kronen auge- sangen, ferner die Erbschaftssteuer, sowie die Tantiemen- und Dividendensteuec und die Steuer auf Mineralwasier wieder neu vorgelegt würden. Das gesamte Erfordernis für die Rüstungszwccke der Armee und der Marine betrüge 257 Millionen, die durch Anleihe zu decken seien. Hiervon ent­fielen quotenmäßig 163 Millionen auf Oesterreich; außerdem bedarf die Landwehr 18 Millionen zu ihrer weiteren Aus­rüstung. Insgesamt beziffert der Minister das Defizit der letzten militärischen Bewegung mit rund 184 Millionen, di» in Berücksichtigung der Beseitigung der Rückständigkeiten in der Armee, sowie der Vermeidung eines blutigen Krieges und der von der Monarchie errungenen Machtstellung, so schwer sie aufzubringen sind, nicht als schwerste Last von der Bevölkerung angesehen werden können. Dann kündigte der Minister die Reform der Weinsteuer und Einführung des Zündholzmonopols an. Im Falle der Verweigerung oder Verzögerung der beantragten Maßnahmen müßten die Investitionen und Ausgaben auf den unbedingten äußersten Bedarf eingeschränkt werden. Das Haus verhandelte hier­auf bte Dringlichkeitsanträge betreffend die Lebensmittel­teuerung.

Der Besuch des Zaren bei dem italienischen Königspaare

ist ohne Zwischenfall zur Befriedigung der Nächstbeteiligten verlaufen. DaS italienische Volk, das eben noch in Be­geisterung für den spanischen Revolutionär Ferrer schwelgte, hat den russischen Selbstherrscher freundlich ausgenommen, und die Sozialisten, die früher gegen den Zaren tobten, find, ab­gesehen von einigen lahmen Protesten, still geblieben. Ohne Zweifel hat die antiösterreichische Stimmung im italienischen Volke viel zu der günstigen Aufnahme des Zaren beigetragen, der die ohnehin weite Landreise von Livadia nach Naceonigi noch durch Vermeidung des direkten Weges über Oesterreich- Ungarn verlängerte. In der italienischen Presse ist mancher Artikel erschienen, der die Stellung Italiens im Dreibunde verleugnete. So hieß es z. B., Rußland und Italien wären durch das gemeinsame Interesse daran verbunden, daß die slawischen Elemente im Donaureiche gegen das deutsche unter­stützt würden. Auch war davon die Rede, daß Italien, nachdem kein Gegensatz zu Frankreich im Mittelmeer mehr vorhanden und die Freundschaft mit Rußland begründet sei, neue Bedingungen für sein Verbleiben im Dreibund auf­stellen müsse. Es wäre falsch, solchen Auslassungen eine große Bedeutung beizumeffen. Die Italiener sind im allge­meinen gute Egoisten, di» mehr ans Nehmen denken als anS Geben. Solange Italien am Dreibunde fest­hält, ist e» vor einem Zusammenstoß mit Oesterreich- Ungarn gesichert, und die Stellung, die es heute trotz seiner zurückgebliebenen militärischen Kräfte einnimmt, verdankt eS wesentlich seiner Bundesgenossenschaft mit den europäischen Zentralmächten. Diese Vorteile sind augenfällig. Was von italienischer Seite offiziell und offiziös über die Be­deutung des ZarenbesuchS verlautbart wurde, ließ denn auch die Versicherung nicht vermissen, daß mit der Befestigung der Freundschaft mit Rußland keine neue Orientierung der italienischen Politik beabsichtigt sei. Trotz d»r für Oester­reich-Ungarn unfreundlichen Begleiterscheinungen der Zaren- reise hat man sich weder in Deutschland noch auch in Wien und Pest irgendwie erregt und die Unbesonnenheit italienischer Blätter tragisch genommen. AlS Hauptpunkte zwischen Tit- toni und Iswolski sind der Status quo auf dem Balkan und die Kretafrage bezeichnet worden. Wirkliche Gegensätze zu der Politik Oesterreich-Ungarns können sich dabei nicht herausgestellt haben; denn von Wien aus ist nach der An­nexion Bosniens und der Herzegowina wiederholt feierlich erklärt worden, daß Oesterreich-Ungarn keine weiteren Aspi­rationen verfolge, vielmehr den gegenwärtigen Stand der Dinge in den Balkanstaaten zn erhalten wünsche, und waS die Kretafrage betrifft, so haben Deutschland und Oesterreich» Ungarn ihre Erledigung bekanntlich zunächst den vier Schutz- mächtm Rußland, England, Frankreich und Italien über­lassen. Es ist daher auch noch nicht abuHt^en, welche praktischen Ergebnisse des ZarenbesuchS in Widerspruch mit den BündniSpflichten Italiens stehen könnten.

Nachklänge zur Zarenreise.

Paris, 26. Okt. Der heute nachmittag nach Paris zurückgekehrte Minister Pichon sprach sich zu einem Mit­arbeiter desTemps" in folgenden Worten über seine Be­gegnung mit dem Zaren und dem Minister Iswolski ans: Meine Eindrücke sind in jeder Hinsicht ausgezeichnet. Der Zar zeigte sich von seinem Aufenthalt in Italien entzückt und Iswolski hat mir seine volle Befriedigung über seine Unterredung mit Tittoni geäußert. Sie können sicher sein, daß die Begegnung der beiden Souveräne und der beiden Minister, in der sich das Einvernehmen Rußlands und Italiens zur Erhaltung des Status quo im Orient kund ge­geben hat, eine weitere Bürgschaft für den Frieden Europas bildet. Was uns anbelangt, welche wir dieser, dem Herzen aller Völker teuren Politik dienen, so können wir den Er­gebnissen der Zarenreise nur Beifall spenden. Diese Ergeb­nisse entsprechen unseren Wünschen und unseren Bemühungen zur Herstellung eines Einvernehmens zwischen den Re­gierungen, deren Ziel es ist, diesen Staaten das Gleich­gewicht der Kräfte zu sichern und die Ursache von Zwistig­keiten zu beseitigen, welche aus entgegengesetzten ehrgeizigen Bestrebungen entstehen könnten. Und da alle Großmächte ihre Friedensliebe und zugleich ihren Entschluß bekundet haben, im Orient keinerlei Befriedigung territorialer Gelüste zu suchen, so kann keine derselben über die Vorgänge in Racconigi verstimmt sein, da die Vertreter Rußlands und Italiens sich nur von jenen Gesinnungen leiten ließen, welche ich bei einer anderen Gelegenheit als deneuropäischen Patriotismus" bezeichnet habe.

Paris, 26. Okt. Der Minister des Aeußern, Pichon, hat heute dem Präsidenten Falliörcs über seine Zusammen­kunft mit dem Kaiser von Rußland Bericht erstattet.

Rom, 26. Okt. DieTribuna" schreibt, daß die Er­klärung im Kommunique derAgenzia Stefani", die An­näherung zwischen Italien und Rußland könne keinerlei Mißtrauen Hervorrufen und werde gewiß von allen Mächten als wichtiges Element für die Aufrechterhaltung deS Friedens begrüßt werden, auch jene Phantasien zu einer objektiven Betrachtung der Dinge bringen müsse, die in dem engen Freundschaftsverhältnis zwischen Italien und Rußland eine Auflösung des Dreibundes erblicken. Sodamr betont das Blatt, daß die italienisch-russische Entente mit dem gegen­wärtigen Bündnissystem keineswegs in Widerspruch stände, sondern im Gegenteil geeignet sei, eS zu beleben. An der internationalen europäischen Lage habe sich nichts geändert. Es bestehe nur eine Freundschaft, ein wichtiger Faktor des Friedens mehr in Europa.

Rom, 26. Okt. DieTribuna" erklärt: Weder Tittoni und Iswolski hätten Berichterstattern Mitteilungen über den Inhalt ihrer Unterredungen gemacht. Alles, was darüber veröffentlicht worden sei, trage den Charakter von mehr oder weniger wahrscheinlichen Vermutungen.

Die Ermordung deS Fürsten Ito.

Tokio, 26. Oktbr. Die Nachricht von der Ermordung des Fürsten Ito wurde dem Kaiser durch den Minister des Aeußern, dem Grafen KoMura, mitgeteilt. Der Kaiser war auf daS Tiefste erschüttert. Die Botschafter und die hiesigen diplomatischen Vertreter sprachen im Auswärtigen Amte vor, um ihre Teilnahme auszudrücken. Ein Kriegsschiff hat den Befehl zur Abfahrt nach Dalny erhalten, um die Leiche des Fürsten von dort nach Jokohama zn bringen. Viele japa­nische Blätter und einige ausländische verurteilen die Ur­heber des Verbrechens auf daS schärfste: an der Ermordung des Fürsten sollen 5 Koreaner beteiligt gewesen sein.

Chardin, 26. Oktbr. Die Verhaftung der verdächtigen Koreaner auf der Station Tsaitsagou erfolgte nicht gestern, sondern heute vormittag und zwar erst nach der Ermordung des Fürsten Ito. Gestern hatten in Tsaitsagou drei mit Revolvern bewaffnete Koreaner die Aufmerksamkeit der Gen­darmen erregt, doch war man zur Festnahme nicht ge­schritten. Als heute stütz die Nachricht von der Ermordung eintraf, wurden zwei Verdächtige dort verhaftet; der dritte war verschwunden, dieser war, wie der nach Charbin be- beorderte Gendarm bei der Gegenüberstellung seststellte, der Mörder. Die in Tsaitsagou verhafteten beiden Koreaner leugneten beim Verhör zunächst ihre Zugehörigkeit zum Komplott, wurden jedoch dadurch überführt, daß sich auf den zu ihren Revolvern passenden Kugeln die gleichen Einschnitte befanden, wie auf den Kugeln durch die Fürst Ito getötet wurde.

Berlin, 26. Oktbr. DieNordd. Allg. Ztg". schreibt: Die Nachricht über die Ermordung des Fürsten Ito wird in Deutschland mit tiefstem Bedauern ausgenommen. Unter den zeitgenössischen Staatsmännern in Japan war Ito wohl der bedeutendste. Seine außergewöhnliche Persönlichkeit und politischen Leistungen fanden auch bei uns viele Bewunde­rung. In der japanischen Geschichte wird seine Stellung durch die hohen Verdienste bezeichnet, die er bei der Ueber» leitung Japans in eine moderne Staatsform und um die Sicherung der weiteren Fortschritte seines Landes in der neuen Bahn erworben hat. Wir drücken der Regierung in Tokio und dem japanischen Volke unsere herzliche Teil­nahme aus an dem Verlust des großen Patrioten und Staatsmannes".

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Am 25. Oktober ist in Tsingtau die deutsch-chinesische Hochschule, die jungen Chinesen Gelegenheit geben soll, in ihrem Heimatland« deutsche Sprache und abendländische Wiffenschaflen zu lernen, eröffnet worden. Der Nutzen dieser Einrichtung für China ist, wie sich bei den Verhandlungen mit den chinesischen Behörden gezeigt hat, bet diesen sowie bei sonstigen maßgebenden chinesischen Kreisen auf volles Verständnis gestoßen. Auch vom deutschen Standpunkt kann man diese Gründung nur mit Freuden begrüßen, da bei dem friedlichen Wettbewerb, der bei der Erschließung Chinas für westliche Kultur zwischen den einzelnen Nationen herrscht, die Verbreitung deutscher Sprache, deutscher Anschauung und deutschen Wissens nicht nur von idealem Wert, sondern mittelbar auch von erheblichem wirtschaftlichen Nutzen sein wird. Stiller und mubenoder Arbeit, von der nur wenig in die Oeffentlichkeit drang, hat es bedurft, um ip der

kurzen Zeit von einem halben Jahre seit Bewilligung bet Mittel durch den Reichstag die gestellte Aufgabe zu lösen und zu dem mit der chinesischen Regierung vertragsmäßig festgesetzten Termin die Anstalt dem Betrieb zu übergeben.

Bei der Neuartigkeit der Aufgabe stellten sich viele Schwierigkeiten entgegen, deren größte wohl die Gewinnung geeigneter Lehrkräfte war, die nicht nur ihr Fach gründlich beherrschen, sondern auch eine Gewähr dafür bieten mußten, einem in einer ganz anderen Kulturwelt aufgewachsenen Schülerkreis ihr Wissen erfolgreich näher zu bringen.

Bei der Wahl der Lehrkräfte wurde durch das ReichS- $ Marine-Amt von allen formellen Bedenken, Examina, Titel usw. Abstand genommen und nur die wirkliche Geeignetheit als ausschlaggebend angesehen.

Als Leiter der gesamten Anstalt wurde der Geolog» Professor G. Keiper, der bereits an der Kaiserlich chine- I fischen llniversität in Peking tätig war, gewählt. Außer mehreren anderen akademisch gebildeten Lehrern werden auch nach Bedürfnis geeignete höhere Beamte des Schutzgebietes zum Unterricht in technischen Fächern herangezogen werden. Besonderes Augenmerk aber wurde darauf gerichtet, tüchtige deutsche Elementarlehrer den akademisch gebtldeten zur Seite zu stellen, deren Hauptaufgabe darin bestehen soll, in den Unterstufen den deutschen Unterricht zu pflegen.

Außer deutschen werden auch chinesische Lehrer, die dem Vertrag entsprechend von China selbst ausgewählt werden, tätig sein, wodurch vermieden werden soll, daß die jungen Chinesen aus ihrer ganzen bisherigen Vorbildung heraus- gerissen und plötzlich in eine ganz andere Kulturwelt versetzt werden.

AIs außerordentlich günstig muß man es bezeichnen, daß an Ort und Stelle reichliches Anschauungsmaterial, wie Werft, Gasanstalt, Elektrizitätswerk, Eisenbahn, Bergwerks­und Hafenanlagen, zur Verfügung stehen, und daß in dankenswerter Weise von feiten der deutschen Großindustrie Maschinen, Modelle und Abbildungen zum größten Teil kostenlos für die Hochschule zur Verfügung gestellt worden sind, ein Zeichen, daß man auch in diesen Kreisen die B»- deutung des Unternehmens richtig einzuschätzen weiß.

Den auf der deutsch - chinesischen Hochschule ausgebildeten Schülern sollen bekanntlich auch chinesische Staatsstellungefl offenstehen.

Wenn auch mit den jetzt geschaffenen Lehrkräften und Einrichtungen die Organisation noch nicht als abgeschlossen angesehen werden kann, so ist doch eine Grundlage geschaffen, auf der deutsche Sprache und deutsches Wissen den Ange­hörigen eines uralten Kulturvolks im fernen Osten zugänglich gemacht wird.

klonst and Leben.

Ferdinand Von Strantz t* Der frühere DflL'tor deS Berliner Kgl. Opernhauses, Ferdinand von Strantz, ^st gestern gestorben. Ferdinand v. Strantz wurde am 31. Juli 1821 in BreSlau geboten. Ursprünglich wâr er Solbatf er mürbe mit 19 Jahren zum Leutnant befördert. Auf einer Urlaubs­reife in Paris' lernte er im Hause des damaligen bayrischen Gesandten Grafen Luxburg den berühmten Gesanglehrer Mauuel Garcia Tennen. Er debütierte, nachdem er bei Garcia Unterricht genommen hatte, am 5. Mürz 1848 in Hannover mit großem Glück als Graf in derNachtwandlerin", am 10. als Achton inLucie von Lammermoor" und in einem Hofkonzert. Ein Halsleiden zwang ihn jedoch dazu, vom Sängerberuf Abschied zu nehmen und Schauspieler zu wer­den. Zunächst wirkte er am Hoftheater in Darmstadt, dann ging er nach Schwerin und Stettin. Später finden wir ihn in Bremen, Hamburg, Altona, Oldenburg, Breslau, Stettin, Frankfurt a. M., Kreuznach, Wiesbaden sowie vor allem in Leipzig. Nach einer längeren Laufbahn als Regisseur an verschiedenen Bühnen erhielt er die gleiche Wirksamkeit am Königlichen Schauspielhause in Berlin übertragen (186870) und verließ den hervorragenden Posten nur. üm seinem Kol­legen und Freund Friedrich Haase nach Leipzig zu folgen, wo er sechs Jahre hindurch stellvertretender Direktor des Stadttheaters war. Am 1. Juli 1876 wurde er zum Di­rektor der Königlichen Oper in Berlin erwählt, und diesen Posten verwaltete er elf Jahre. In jener Zeit rastloser, nach den höchsten künstlerischen Zielen strebender Tätigkeit gelang eS ihm, neben den ersten Gesangsgrößen: Albert Niemann, Betz, Fricke, Mathilde Mallinger, Lilli Lehmann, Frau von Voggenhuber auch jüngere Kräfte heranzuziehen und auSzu- bilden, die heute noch als Stern glänzen. So die Sänge­rinnen Renard, Beeth, Leisinger und die Sänger Heinrich Ernst, Rothmühl, Lieban usw. Nach dem Tode HülsenS nahm er seinen Abschied.

CuftTport

Berlin, 26. Oktbr. In Doncaster hat, wie offiziös ge­meldet wird, Delagrange bei seinem heutigen Flug den Schnelligkeits-Weltrekord gebrochen, indem er 1 Meile 860 DardS in 1:471/« zurücklegte.

Berlin, 26. Oktbr. Wie der Vorstand deS Berliner Vereins für Luftschiffahrt mitteilt, wird der Ingenieur Grade den BewerbungSflug um den Lanz-PreiS in Gegenwart des Stifters, Dr. Lanz-Mannheim, SamStag den 30. Oktober, nachmittags 3 Uhr, auf dem Flugfeld der Deutschen Flug- platz-Gesellschaft in Johannisthal auSführen.

Friedrichshafen, 26. Oktbr. Es ist geplant, heute mittag noch eine Fahrt mit demZ III zu unternehmen und, wenn die Witterung günstig ist, schon morgen die Ueber- führung deS Luftschiffes in bte Zelthalle zu bewerkstelligen Der gesamte Umzug von Manzell nach den Hallen und Werkstätten am Riedle-Park beginnt hiermit und wird stück­weise betrieben. Mit dem Abbruch der schwimmenden Ha»^ soll dann so bald als möglich begonnen werden.

Wien, 26. Oktbr. Das KriegSministerium hat daS An­erbieten des in Paris lebenden Clemens v. Radowitz, der österreichischen Militärverwaltung einen Blèriot-Apparat zur freien Verfügung zu überlassen, dankend angenommen. Der Monoplan soll in der ersten Hälfte der April fertig sein.

Hus aller Welt.

Der Kronprinz und diehöheren Töchter" vo« Allenftein. Gelegentlich bei kürzlichen Jagdauseothalte»