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habet wahrscheinlich um Sachen von zweifelhafter Herkunft handelte. Die Beweisaufnahme gestaltete sich für die Angeklagte recht ungünstig. Sogar als Entlastungs- zeugen Geladene sagten so aus, daß sie zu Belastungszeugen wurden. Das Gericht kam zur Ueberzeugung, daß die An­geklagte seit Jahren gewerbsmäßige Hehlerei trieb und ver­urteilte sie zu einem Jahr Zuchthaus, der geringsten zulässigen Strafe. Von einer Verhaftung wurde mit Rück­sicht auf das Alter und die Hinfälligkeit der Angeklagten abgesehen. Der Angeklagte Heindel erhielt 2 Jahre 6 Mo­nate Gefängnis, wovon 6 Monate auf die Untersuchungshaft ungerechnet wurden.

* Liebeskummer, nicht Abneigung gegen den Mili­tärdienst, liegt jedenfalls dem Selbstmordversuch zugrunde, den am Sonntag der Spengler W. verübte.

* Dieh«a«rkt. Morgen Mittwoch dm 28. Juli findet dahier Zucht- und Fettvieh-Markt statt.

* Mairrwafferwârme gestern abend 17 Grad.

4« Fechenheim, 26. Juli. Heute vormittag wurde aaye der Frankfurter Grenze auf Frankfurter Gebiet die Leiche eines etwa 20 Jahre alten Mannes aus dem Maine geländet, der nicht lange vorher, wie Paffanten auf dem jen­seitigen Ufer beobachtet hatten, den Tod im Wasser gesucht hatte.

-s. Dörnigheim, 27. Juli. (Unfall.) Der Maurer Philipp N i x von hier fiel gestern morgen- von dem Gerüst eines Neubauer in den Keller und trug derartig erhebliche Verletzungen davon, daß seine Berbringung in ein Hanauer Krankenhaus notwendig wurde.

(.) Bischofsheim, 27. Juli. (Gerichtliches.) Am 5. Februar gerieten einige Arbeiter von hier auf der Straße mit einem namens Zeitz in Wortwechsel. Die Leute umringten Zeitz und verhinderten ihn am Weitergehen. Zwei derselben beleidigten ihn auch, während ein Dritter ihn auf die Hühneraugen trat und noch sonst mißhandelte. Das Berger Schöffengericht hatte sämtliche Leute, die den Zeitz umringten und ihn nötigten, in ihrer Mitte zu bleiben, zu je 10 Mk. Geldstrafe wegen Nötigung verurteilt, drei davon noch wegen Beleidigung resp. Körperverletzung zu 10 Mk. extra. Zwei der Verurteilten, Adam Johann K. und Wilhelm P., legten Berufung ein. Sie wollen nicht beteiligt gewesen sein. Die Bcrufungsverhandlung, die gestern vor der Hanauer Strafkammer stattfand, wurde zwecks Ladung weiterer Zeugen auf nächsten Donnerstag morgen 88/* Uhr vertagt.

Jg. Großartheim, 27. Juli. (Kirchweihfest.) Morgen Mittwoch den 28. Juli wird in Großauheim der aus alter Zeit herstammende Kerbmittwoch gefeiert, der von je her eine gewiffe Anziehungskraft ausübt. Aus Hanau und Umgegend kommen zahlreiche Gäste, um sich an den von unseren Gastwirten besonders für diesen denk­würdigen Kerbtag hergerichtelen jungen Hahnen und Enten gütlich zu tun. Möge der Himmel morgen ein freundlich Gesicht machen, damit alle lieben Gäste sich der alten Gast­freundschaft unseres von altersher bekannten sauberen Fleckens Großauheims erfreuen mögen. Tanzbelustigungen finden statt im SaaleZur Rose",Zum Löwen",Zum Stern", Zum Anker" undZur Krone".

Bersins- n. DergnügnngsnachrichLen

für Dienstag den 27. Juli.

Ko. Männer- und JânqlingSverein: Unterhaltung (Ev. Vereinshaus), lurngksellschaft: Abends von 810 Uhr: Turnen der JugendabtcNung. klUt'Ngememde: 4l/sS'/a: Mädchenabteilung von 67 Jahren, 5/> bis ß/i: Mndchenabteilnnq von 1014 Jahren, G i71/»: Grauen- abteilung B, 7/<8'/«: Frauenabtellung A, 910: Jugend- abteilung.

tumvercin: Abends von 810 Uhr: Turnen der Jngendabteilung.

Erster Athleten «Verein: Abends von 911 Uhr: ÜebungSstunde im VercinSlokalc (Restauration Sandhof).

humoristischer MnnkveceinGermania": Von 911 Uhr: Uebungsstuude (Restaurationzum Sandhof").

Dram.-Liter. Verein Hanau: Vereinsabeud imCarlsberg".

©es. Verb. .Normanni«": Klubabend imLowengartchen'.

Kath. KasinoEintrackl" (BereinSI.zum Braustilb'i"): Vereinsabeud.

GesangvereinEintracht": Singstunde.

GesangvereinMetomania": Singstunde in derKarthaune".

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Familien - Marken - KonsumvereinEinigkeit": Abends von 810 Uhr: Mehrausgabe für Kontrahenten iVecelushauSEvrcordla").

Verein für Hmdluugs - Kommis von 1858: Vereinsabend im Restau­ron!^orlsbera".

Gesangveie«Sm'er": Singstunde in derStadt Bremen".

Kalhol. Kauf»! w-Hc Verein: Abends 9 Uhr: Zusammenkunft im Der- einsloka!im» Lindenhsf".

Gabelsberger Sie ogrovhea-Verein (Lokal:Concordia", Eingang Para­platz, 1 Tr. hoch): Abends von 'l-S '/-10 Uhr: Damen-Ab­teilung.

Französischer Klub: Zusammenkunft imBernhardseck".

VereinFreundschaft": Dereinsabend imNeubau".

Verein der Bayern: Vereinsabeud int Gasthauszur Sonne".

Gewerbe- und Handwerker-Verein: Vereinsamend in derCeniralhalle". KegelgeiellschastAlle Neun" zurMainlust"-Kesselstadt.

Verstsigeruusts- re. Kalsttder

für Mittwoch den 28. Juli.

Angebote betr. Uebernahme auf Herstellung 4490 qm Kleinpflaster auf der Ofsenbach-Vilbelerstraße bei Station Mainkur sind bis vormittags 10 Uhr an bat Landes bauamt in Hanau einzureichen (f. Nr. 165Han. Anz.").

Oeffenèltchcr Wetterdienst.

(Beobachtungen des Physikalischen Vereins, Fraisifurt.) VoraussiÄiliche Witterung für sie Zeit vom Abeu­des 27. Juli bis sunt nächsten Abend.

Trübe, Regenfälle mit Gewitter, wärmer.

Schiffsberichte.

(Mitgeieklt von Agent Ad. Treus ch-Hanau.h

Camburg, 24. Juli. Der DampferAffyria" von der Hamburg - Amerika Linie ist gestern in St. Thomas und der DampferEtruria" vorgestern in Montevideo ein» getroffen.

Kunst und Leben.

Zu einer Nibelungen-Halle in Mainz wird jetzt ein Aufruf verbreitet. Es heißt darin : Richard Wagners Ton­dramen haben dem deutschen Volke sein von den Vätern überkommenes Denken und Fühlen in urwüchsiger Größe wiedergegeben. In der Nibelungen-Hallesoll sich am Rhein­strom, im Mainzer Stadtpark, ein Gedächtnis tempel erheben mit farbenprächtigen Gemälden, dir den Wanderer zum Sinnen und Träumen einladen, eine Statt« weihevoller Sammlung und stiller Dankbarkeit an den unsterblichen GetsteShelden. Hermann Hendrich will das von ihm in langer Lebensarbeit geschaffene Werk durch diese monumen­tale Gemälde-Folge krönen. Am Geburtstag« des Meisters, dem 22. Mai 1910, soll die Hall« g«weiht werden, und eine darin anzubringende Marmortafel wird Kund« geben, wer zur Vollendung des Werkes opferwillig beigetragen. Gaben für die Halle sind an die Direktion der Disconto-Gesell- schaff Berlin ober dere^ Niederlassung in Bremen, Frank­furt am Main, Hamburg, Mainz, Wiesbaden zu über­weisen.

Inwieweit befriedigen Kabrikbauten das moderne ästhetische Empfinden? Wer die im Laufe der 80er und 90er Jahre entstandenen Fabrikgebäude betrachtet, wird sich des Eindrucks nicht erwehren können, daß ihnen allen etwa» Eintöniges, etwas Alltägliches anhaftet. Die deutschen Industriellen versuchen aber seit einigen Jahren, ihren Kunst­sinn und Geschmack auch bei der Errichtung von Neubauten zu betätigen. In glänzender Weise ist dies bei dem Neubau der Firma Orientalische Tabak- und Cigaretten-Fabrik Uenidze, Inhaber Hugo Zietz, Dresden, gelungen. Der Bau ist voll­ständig aus Eisenbeton errichtet und verdient daS allgemein« Interesse noch besonders um deswillen, weil bei der Ver­blendung des Rohbaues zum ersten Male in großem Um­fange Kunststein verwandt worden ist, ein erheblich wider­standsfähigeres Produkt als Natursandstein und selbst Granit. Der im rein orientalischen Stil gehalten« Bau hebt sich vor­teilhaft von seiner Umgebung ab und trägt wirkungsvoll zu einer Bereicherung des Stadtbildes bei. Einen besonders imposanten Eindruck macht die wundervolle Kupvel, die lediglich aus Eisen und Glas hergestellt ist und deS Abends in magischer Beleuchtung erstrahlt. Die Hauptfassade te3 Baue? liegt an der Weisseritzstraße, an der auch bie farben­prächtigen monumentalen Haupteingänge angeordnet sind. Besonders ragt daS Hauptportal durch seine künstlerische Farbenstimmung hervor, baS sich an die berühmtesten Bauten des Orients anschließt. Mit künstlerischem Verständnis ist auch die Innendekoration der einzelnen Räume ausgeführt worden. Die Malereien, Mosaikfelder, Kunstverglasungen und aller sonstige Schmuck schließen sich in harmonischer Weise dem Stile des ganzen Gebäudes an. Die Verteilung der Räume erfolgte hinsichtlich ihrer Zweckmäßigkeit mit großer Sachkenntnis. Im Dachgeschoß ist der mächtige Speisesaal untergebracht, unweit davon befinden sich die Bäder, bie der Arbeiterschaft unentgeltlich zur Benutzung stehen. Be­friedigend wirkt auch, zu sehen, mit welcher Gründlichkeit alle modernen hygienischen Anforderungen erfüllt werden. In sämtlichen Stockwerken ist Linoleum gelegt, wozu etwa 12 000 Quadratmeter erforderlich waren. In Garderoben-, Toiletten- und Waschräumen, nach deren Passieren die Arbeiter erst in die einzelnen Arbeitsstile gelangen können, sind Fußboden und Wände mit Steinfliesen und weißen Kacheln ausgelegt, sodaß eine gründlich« Reinigung jederzeit schnell vorgenommen werden kann. Die Firma Yènidze hat mit ihren Erzeugnissen schon seit Jahren bewiesen, daß sie den von ihr errungenen ersten Platz in der Zigaretten­industrie mit Erfolg zu behaupten vermag und hat diesem Bestreben durch Errichtung des dkeubauès erneut beredten Ausdruck verliehen, damit zugleich die deutschen Raucher mahnend, der deutschen Erzeugnisse zu gedenken. Hat der Deutsche erst seine durch nichts gerechtfertigte Vorliebe für Auslandsfabrikcrte überwunden, so wird er durch den Kondrin deutscher Fabrikate zugleich beitragen, die deutsche In­dustrie in ihrer Leistungsfähigkeit zu unterstützen und zu fördern.

Ein elektrisches Riesenkrasttverk. Der Kanton St. Gallen plant, wie bieVoss. Ztg." aus Zürich meldet, die Errichtung eines gewaltigen elektrischen Kraftwerkes für 10000 Pferdekräfte beim Kurort Nagaz. Das Nheintal am Taminafluß würde weiter hinten tm Vättisertal zu einem See non 10 000 Kbm. Wassergehalt aufgestaut. Durch einen

7 Kilometer langen Tunnel würde das Wasser durch daS Gebirge nach Pfeiffers geleitet, wo ein starkes Gefälle zu er­zielen ist. Die Kosten sind auf 7 Millionen Franken ver» anschlagt.

Ein neuerWunderdoktor" hat sich auf dem b* reits mit dreiWunderdoktoren", den Gebrüdern Ausmeier, allzu reich gesegneten EichSftlde, und zwar in Bilshausen, niedergelassen. Obwohl er erst einige Monate seine Praxis ausübt, hat er doch schon einen gewaltigen Zulauf von nah und fern, aus Göttingen und Hannover usw. Der neu« Wundermann stammt au» Ostpreußen nahe der russischen Grenze, ist von Hause aus Bäcker, diente als Marinesoldal uns kam als solcher nach China, wo er bei einem chinesischen Arzt als Kutscher und Bedienter mehrer« Jahr« in Stellung war. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland ging er als Bäckergeselle auf die Wanderschaft und kam nach Vilrhause^ wo er als Ackerknecht Stellung fand, bie er aufgab, als ei feineKunst" entdeckte. Durch einen scharfen Blick mittels eines großen Brillenglases (I) in» Auge deS Patienten will er alle Krankheiten sofort erkennen. Er verschreibt dann Rezepte; die Arznei ist fast immer dieselbe: Baldrian, chinesischer Tee, Matte usw. Der Mann verdient, ebenso wie dieHerren Doktoren" AuSmeier, viel Geld, da» der gewesene Bäckergesell und Ackerknecht denen abntrmnt, bie nie alle werden. Angesicht» deS unserer Kultur spottenden Treibens der Kurpfuscher auf dem SichSfeld« ist H wirklich i hohe Zeit, daß das Kurpfuschrrgesetz im Landtag« zur Er» ! ledigung kommt.

EiterariTcbes.

DieJugendpoft" ist eine neue, von Victor Laverrenz herausgegeben«, wöchrntlich rrscheinend« Zeitschrift für Knaben reiferen Älter», die zugleich anregend und belehrend wirken soll. Jede Nummer ist einzeln zum Preise von 10 Pf. käuf­lich, 24 Seiten stark, reich illustriert und mit zweifarbigem Umschlag nebst wechs«lndem Deckelbild versehen. DieJugend­post", bie von dem Ausschuß zur Verbreitung gediegene» Jugendlektür« unter dem Ehrenvorsitz beS Geheimen Justiz- rats Prof. Dr. Felix Dahn den weitesten Kreisen empfahl«» wird, beabsichtigt in erster Linie bie schlechte Literatur zu verdrängen, gegen die jetzt von allen Seiten Front gemacht wird. Dem genannten Ausschuß gehören bie ersten Namen der deutschen Literatur- und Geisteswelt an. Di« neue Zeit­schrift, zu deren Mitarbeitern bie namhaftesten deutschen Schriftsteller und Illustratoren gehören, erfreut sich bereits bei Anerkennung und Empfehlung Königlicher Behörden.

Ean dwirtTcbaftllcbeSt

Erutsbe^icht und Stand der Knltnren in der Schweiz. DerSchweizerischen Landwirtschaftlichen Zeit­schrift" wird aus Bern unter dem 17. Juli geschrieben: Di« seit Wochen anhaltende schlecht« Witterung ist für di« Land­wirtschaft von unberechenbarem Schade«. Unter deren Ein­fluss« haben sömtliche Kulturen mehr oder weniger gelitten. Nur mit großer Mühe sonnte in den Niederungen da» Heu unter Dach gebracht werden und in den höheren Lagen Hai bie Heuernte erst begonnen. Winn auch die Qualität durch­gehends beftiedigend ist, so kann dies von der Qualität bei eingebrannten Heue» nicht gesagt werden. Einmal hat sich die Heuernte sehr in die Länge gezogen, wodurch das Futter überftânbig geworden ist, anderseits ist eine WertverminderunH infolge des vielen Regens eingetreten. Ein ordentlicher Zu­kauf von Kraftfutter für den Winler wird dem Landwirt nicht erspart bleiben. Auf den Alpen hatte das Vieh des auf 1200 m hinab eingetrelenen Schneefalles wegen sehr zn leiden, Da und dort, wo es die Wegverhältnisse erlaubten, wurde Futter auf die Alpen beschafft, anderorts mußte ein Abtrieb in untere Weiden, ja sogar ins Tal erfolgen. Auch die Kirschen- e r n te hat starken Schaden genommen. Ein großer Teil der schon reifen Kirschen ist teils infolge stürmischer Witterung von den Bäumen geweht, teils infolge des anhaltenden Re­gens aufgesprungen und dadurch weniger marktfähig gewor­den. Die Getreidefelder stehen schön da. Schöne Witterung wäre auch hier von Nuyen, da sonst bie Quali­tät des Getreides leiden würde. Arg sind die Gemüsepftan- zungen mitgenommen worden. Namentlich bie Bohnenpflan­zen sind durch den Regen zum Teil abgestanden und der Ertrag ist dahin. Ein weiterer empfindlicher Schaden wird bei den Kartoffelkulturen zu konstatieren sein. Die Bedingungen für bie Verbreitung der Kartoffelkrankheit waren günstig. Diese wird ein frühzeitiges Absterben der Stauden verur­sachen, wodurch der Ertrag geschmälert, ja sogar die Knollen angesteckt werden. Die rechtzeitige Vornahme der Kartoffel- bespritzung kann zwar noch vieles gut machen, sofern die Witterung ihr nötiges dazu beiträgt.

Absnnemetttr

und

Ittfeeate

für den féi^Sidjl in großem Umfange erscheinenden

GrH-KchtMN Ameigtl

nimmt entgegen

die Agentur in Groß-2luhsim Herr Hch. Jörg sen.