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86. M«1

Mittwoch

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tracht 3:1 und am Himmelfahrtstag gegen Berlin Union 2: 2. Zum Teil sind uns die Leipziger keine Unbekannten mehr, Riso, Richter und Albrecht spielten seinerzeit in der deutschen MeisterschastsmannschastD. f. B. Seipup" gegen Hanau 93 auf dem Sportplatz an der schönen Aussicht. ' Leipzig wird uns somit ein Spiel vorffihren, an dem jeder Sportfreund sein Vergnügen haben wird. Der Anfang deS Spieles ist auf 4 Uhr angesetzt und ist heute mit dem Vorverkauf der Karten begonnen worden.

* I. Lanaenviebacher A.-Cl. 1909 I Hanauer kkufsballqeseNschaft 1907 I 3 : 0. - l. Lanqendie- bacher ^.-Cl. II Germania Gr.-Krohenbnra II 6:3 I. Langenviebacher ?y Cl. II Ballspiel- Club Hanau II 5 : 0. Am vergangenen Sonntag stan­den sich auf dem Sportplätze in Langendiebach die beiden obenstehenden ersten Mannschaften im Wettspiel gegenüber. Dasselbe war von Anfang bis Schluß ziemlich ausgeglichen. Langendiebach konnte jedoch durch schöne Kombination der Stürmer und gute Unterstützung der Läuferreihe mit einem Siege von 3 : 0 Goal daS Spielfeld verlassen. Das schönste Tor des Tages war unstreitig das dritte, durch einen Schutz deS Halbrechten. Hanau wandte seine alte Spielrbeise an, sodaß sie 10 Minuten vor Schluß das Spielfeld verließen. Bei einem derartigen Club hüft kein Schiedsrichter mehr. Bei Langendiebach war der Torwächter brillant, auch die Verteidigung und Läuferreihe spielte schön, nur die Stürmerei ist der wund« Punkt in der Mannschaft. Dieselbe spielt zu langsam. Vor diesem Spiele kämpfte die zweite Mannschaft ihr Retourspiel gegen die zweite Mannschaft des Hananer Ballspielclub aus. Langendiebach gewann mit 5 : 0- Das Vorspiel endete mit 0 : 0 in Hanau. Wir weisen jetzt schon darauf hin, daß am zweiten Pfingstfeiertag die erste und zweite Mannschaft gegen die gute Fnßballriege der Hanauer Turngesellschaft spielt, und denken wir, daß sich ein Spazier­gang nach dem Sportplatz lohnen wird.

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(-) Langenvicbach, 25. Mai. (Konzer t.) Der hiesige GesangvereinSängerin ft", Dirigent Herr Ruland Äyßlinaer, wird Sonntag den 6. Juni, abends halb 9 Uhr, im Gasthaus zum Schwan ein Konzert veranstalten und hat dazu ein ausgewähltes Programm zusammengestellt. Bei den Chören ist sowohl dem Kunstgesang, wie auch dem Volksliede gebührend Rechnung getragen und bei der be­kannten feinfühligen Ausarbeitung durch den Dirigenten kann man schon auf gute Durchführung hosten. Ganz besondere Anziehungskraft dürften die diesmaligen Solisten ausüben. Als Jnstrumentalsolist ist Herr Bratsch (Violine) gewonnen, welcher schon im vorigen Jahre vorgesehen, aber leider ver­hindert war und welchem ein sehr guter Ruf vorausgeht. Für die Gesangssoli ist der Bassist Herr Lander aus Hanau engagiert. Herr Lander, welcher jetzt seine Studien am Konservatorium beendet hat, verfügt über prächtige Stimm­mittel und hat die Wahl seiner Lieder so getroffen, daß ihm die volle Entfaltung seiner Stimme möglich ist. Bei der Begleitung ist Herr Gustav Altvater aus Hanau tätig und kann man sich eine Empfehlung dieses Künstlers ersparen. Dem kunstliebenden Publikum von hier und der Umgegend steht somit ein genußreicher Abend bevor und können wir den Besuch des Konzerts nur empfehlen. Daß nach dem Konzert noch ein Tänzchen vorgesehen ist, möchten wir nur nebenbei erwähnen. Der Verein, der bei jeder sich bietenden Gelegenheit bereitwilligst sich in den Dienst der Allgemeinheit stellt möge nun auch für seine große Mühe durch ein volles Haus belohnt werden.

Groß-Krotzenburg, 25. Mai. (Sel bstmord.) Der Fremdling, der im Walde bei Kahl Selbstmord durch Erhängen verüble, ist als der 60 Jahre alte Bergwerksarbeiter Goldammer aus Kämmerei bei Leipzig, der seinen Wohnsitz in Kahl hatte, ermittelt worden.

st. Oftheim, 26. Mai. (Verunglückt.) Der Dreschmaschinenbesitzer Mehrling, welcher auch Eigentümer einer Holzschneidemaschine ist, verunglückte gestern als er mit letzterer in Windecken eine Steigung nehmen wollte. Die mit Benzin fortbewegte Maschine kam nur langsam vorwärts, weshalb M. mit einem Bein etwas nachdrücken wollte, hier­bei geriet er in die Nähe eines Messers, daß ihm das Fleisch von der Wade wegriß. Nur mit Mühe konnte er aus seiner gefährlichen Lage befreit werden.

GeriMssaal.

Sitzung ves Schöffengerichts Hanau vom 25. Mai.

Der Chauffeur Gustav R. von hier hatte wegen angeb­lichen übermäßig schnellen Fahrens mit einem Kraftwagen einen polizeilichen Strafbefehl über 10 Mark erhalten. Er wurde aber freigesprochen, da die Ecke Akademiestraße und Auheimerweg eine sogenannte Haarnadelkurve bildet, die von einem Automobil nur in langsamer Fahrt genommen werden kann und auch ein sonstiges Schnellfahren nicht nachgewiesen werden konnte. Wegen Unterschlagung eines Ueberziehers erhielt der Goldarbeiter Eugen F., jetzt in Birkenfeld bei Pforzheim, einen Monat Gefängnis. Er befand sich bei einer Witwe hierselbst bis zum Januar in Kost und Logis, wurde aus feiner Arbeitsstelle entlassen und ging dauernd in seine Heimat nach Birkenfeld. Dies verschwieg er aber seiner Wirtin; er sagte, er käme in zwei Tagen wieder und würde dann den Ueberzieher, den diese ihm geliehen, zurückbringen und auch das schuldige Kostgeld bezahlen. Es ist aber bis heute nicht gekommen und hat auch das Kleidungsstück nicht zurückgesandt, obgleich er dort bei Poli­zei und Gericht behauptete, dies getan zu haben. Zwei Söhne Polens einer aus Deutschpolen, der andere aus Galizien die hier am Kasernenneubau arbeiten, stahlen am 9. Mai, einem Sonntage, an dem ihnen der Schnaps ausgegangen war, eine Fahrradlenkstange und verkauften sie für 1 Mark, die sie nun sofort in Branntwein anlegten. Sie wurden jeder mit einer Woche Gefängnis bestraft. Gleichfalls wegen Diebstahls erhielt der Sehmeinefütterer Jakob O. vom Wilhelmsbaderhos 1 Tag Gefängnis. Er hatte seinen Herrn, den Domänenpächter Otto R. um eine Decke und eine Laterne bestohlen. Das sogen.Zwicken", welches sich als ein Glücksspiel in strafqesetzlichem Sinne dar­stellt, hatte der Gastwirt Otto L. in seinem Lokale in Groß­auheim geduldet. Der Gesetzgeber will diese Spiele aber aus öffentlichen Lokalen ferngehalten wissen. Er wurde mit nur 10 Mark event. 2 Tagen Gefängnis bestraft, da das Spiel sich in bescheidenen Grenzen bewegt hatte. Ein Ver­gnügen eigener Art leistete sich der Kaufmann Louis E. von

hier am 3. Osterkeiertage. In sehr animierter Stimmung fuhr er von Frankfurt nach Hanau und legte sich, da der Spanen etwas überrüllt war, in das Gepäcknetz. Seine herabbaumelnden Gl'edmasien gefährdeten dabei aber die Hüte der unten sitzenden Damen, von denen 2 ihre P'ätze verlassen mußten. Der berbeigerufene Schaffner verhalf ihm zu einem Strafmandat über 10 Mk. wegen,,Betriebsstörung". Das Gericht erachtete eine solche nicht für vorliegend, verurteilte ihn indessen wegen groben Unrugs zu 3 M. ev. 1 Tag Haft. Ein frühreifer und ungewöhnlich veranlagter Mensch ist der Fabrikarbeiter Ludwig H. von hier. Kaum 18 Jahre alt, hat er sehen verschiedene Liebschaften gehabt, die ihn zu allen möglichen Torheiten veranlaßt haben. Ein Adonis ist er nicht und so mag es wohl leicht der Fall sein, daß er häufig zu Eifersucht Veranlassung findet, zu der er übrigens sehr zu neigen scheint. Zweimal hat er sich bereits, weil feine Bräute ihm nicht treu genug erschienen, ertränken wollen. Kürzlich hatte er über den Abfall derneuesten Braut" zu klagen. Aus Zorn darüber ließ er seinem glück­lichen Nebenbuhler, einem Schneidergesellen, sagen, daß er ihn legen werde" und als er einige Tage später das Paar in Bruchköbel vom Tanze kommen sah, feuerte er 2 Revolver­schüsse auf dasselbe ab. Glücklicherweise richtete er damit kein Unheil an. Aber für ihn drohte die Sache sehr ernst zu werden, denn es wurde gegen ihn wegen Todschlagsversuchs Anklage erhoben. Die Strafkammer betrachtete den Fall aber in milderem Lichte und eröffnete das Hauptverfahren nur weaen Bedrohuna mit der Begehung eines Verbrechens und unbe­fugten Waffentragens. Dieserbalb wurde er denn auch zu 40 Mk. evtl. 8 Tagen Freiheitsstrafe verurteilt. Bemerkens­wert war, daß das Herz der auch noch recht jugendlichen Schönen sich bereits wieder von dem Schneidergesellen ab- und dem Angeklagten zugewandt hatte. Die fraglicheGegend muß noch recht holzarm sein, denn die Anwendung von et­was ungebrannter Asche würde sich hier für die Hauptbe- teiligten als sehr heilsam erwiesen haben. 1 Sache wurde vertagt, 2 Einsprüche zurückgezogen, ein ohne Grund aus­gebliebener Zeuge mit 10 Mark evtl. 2 Tagen Haft bestraft.

ßeffcntlirfier Wetterdienst.

(Beobachtungen des Physikalischen Vereins, Frankfurt.) Borausfichtlichc Witterung für vie Zeit vom Abend des 36. Mai bis znm nächsten Slbend.

Wolkig, vielfach Regen, etwas kühler, westliche Winde.

^iir Errichtung eines Anssichtstnrmes auf dem Buchberge bei Langenselbold

gingen ein

Möchte diese Gabe Glück bringen I Dies wünscht Lehrer H., Rückingen . 1. Mk.

Kurt Bernhardt . 1.

Voriger Betrag . . . . . 3133.

Zusammen bis jetzt 3135. Mk.

Weitere Spenden nimmt gerne entgegen die Redaktion der Hanauer Anzeigers."

Rus Hab und fern«

Casscl, 24. Mai. Ein schwerer Unglücksfall ereignete sich am Samstag nachmittag in der Miramschen Zündholz­fabrik. Der 24jährige Arbeiter Steinmetz kam einem Be­hälter mit Zündmasse, die sich von selbst entzündet hatte, mit seiner Arbeitssckürze zu nahe. Seine Kleider fingen Feuer und der Unglückliche erhielt am ganzen Leibe schwere Brand­wunden. Er wurde in das Landkrankenhaus transportiert, wo er schon am Sonntag früh starb.

Wächtersbach, 25. Mai. In gestriger Sitzung der Stadtverordneten wurde der vom Magistrat vorgelegte Kosten- Voranschlag für den Schlachthaus - Neubau in Höhe von 30 000 Mark genehmigt.

Efchtvege, 24. Mai. Eine Reihe wohltätiger Stiftungen hat das kürzlich verstorbene Fräulein Christine Gebhard hinterlassen. Es wurden bedacht das Hospital St. Elisabeth mit 3000 Mark, das Siechevhaus mit 3000 Mark, das evangelische Vereinshaus mit 3000 Mark, der Vaterländische Frauenverein mit 1500 Mark, der evangelische Frauenverein mit 1500 Mark, die Kinderbewabranstalt mit 1000 Mark, der Verschönerungsverein mit 500 Mark. Dem Dienst­mädchen Martha Roth aus Netra, das erst drei Monate bei der Verstorbenen tätig war, sind 300 Mark vermacht.

Vom Eichsfelde, 25. Mai. Ueberfallen und durch neun Messerstiche lebensgefährlich verletzt wurde der Arbeiter Vogler aus Birkenfelde, als dieser abends mit einem Mädchen spazieren ging. Die Täter sind mehrere Burschen, die von einer Tanzmusik in einem Nachbarorte heimkehrten. Der Ge­stochene liegt so schwer darnieder, daß an seinem Aufkommen gezweifelt wird.

Göttingen, 24. Mai. Aus Furcht vor Strafe hat sich gestern der Kammer-Unteroffiüer vom hiesigen Jnf.-Regt., Sergeant Müller, mit seinem Dienstgewehr erschossen, nach­dem er das Fehlen einer großen Anzahl Bekleidungsstücke entdeckt hatte, für die er verantwortlich war. Heute morgen sollte eine Monturen-Besichtigung durch den kommandierenden General stattfinden.

Wiesbaden, 25. Mai. Auf der Ausstellung brach abends an der Sauggasanlage neben der Maschinenhalle Feuer aus, das nach viertelstündiger Tätigkeit der Aus- stellunoswehr und der «Stadtmehr gelöscht wurde.

Frankfurt a. M., 24. Mai. Die Kaiserin beauf­tragte den Oberbürgermeister Adickcs mit der Niederlegung eines Kranzes an der Bahre des verstorbenen Berliner Lehrers Hahn, während sich der Kaiser nach Ort und Zeit­punkt der Beerdigung erkundigte. DieFrankfurter Fest­woche", eine einwöchige Nachfeier zum Sängerfest, wurde durch das Gauturusest der Frankfurter Turuerschaft ringe- leitet. Am Abend schlossen sich in der Festhalle hieran die Vorführungen des Gaunerbandes IX des Dellt scheu Rad­fahrbundes. Das Schauturnen wurde durch Keulen- Übungen von 800 Teilnehmern eröffnet, darauf folgten Vor­führungen von nahezu 100 Turnriegen der Turner.

Mainz, 25. Mai. Von den drei Kindern, die au der Genickstarre erkrankt waren und von denen das eine bereits

vor einigen Tagen verstarb, sind heute die beiden anderen ebenfalls im städtischen Krankenhause gestorben.

Müblbausen, 24. Mai. Die mit dem hiesigen Elek­trizitätswerk gepflogenen Verhandlungen zwecks Errichtung einer Ueberlandzentrale sind tu einem befriedigenden Abschluß gediehen, so daß mit den Vorarbeiten in allernächster Zeit begonnen werden kann. Für die Gründung der Ueberland­zentrale kommen vorerst etwa 2025 Ortschaften in Betracht und zwar in den Kreisen Mühlhausen und Langensalza und in der Enklave Ggiha.

Erfurt 25. Mai. Auf der Chaussee zwischen Töti- leben und Kleinmölsen wurde am Hellen Tage der in Viesel­bach stationierte Postbriefbote von 5 Wegelagerern angefallen. Zwei versuchten, ihm die Tasche abzureißen. Der Ange- fallene besaß aber die Geistesgegenwart, mit seinem Stock« die Kerle derartig zu bearbeiten, daß sie die Flucht ergriffen. Bald danach griffen die Fünf die nach Udestedt zu fahrende Paketpost an. Steine fausten dem Postillon dicht am Kopfe vorbei. Leider gelang es nicht, die Attentäter zu erwischen.

Koblenz, 24. Mai. Heute ist hier eine stark besuchte Versammlung abgehalten worden, in der die Frage einer bessern Organisation des Bauernstandes am Oberrhein auf gesunder wirtschaftlicher Grundlage zur sozialen und geistigen Hebung der oberrheinischen Bauern beraten wurde. Die Einberuier, darunter einige Geistliche, die schon mehrfach öffentlich gegen den Rheinischen Bauernverein vorgegangen sind, haben sich dabei von dem Gedanken leiten lassen, daß der Bauernstand in der Effel, im Hunsrück und im Wester­wald zur wirksamen Wahrung seiner besonders gearteten Interessen nicht genügend zusammengeschloffen sei. Die Be- fprechung war vorläufig vertraulich.

®aatbtÜ#6U, 25. Mai. Das Kriegsgericht hat einen Einjährigen des 70. Infanterie-Regiment- wegen wieder­holter Fahnenflucht, s«wie Gehorsamsverweigerung zu fünf Monaten Festung verurteilt.

Alchaffenburff, 25. Mai. Heute vormittag erschoß sich auf dem hiesigen Friedhöfe auf dem Grabe seines Vater? der 29jâhrige Kaufmann Max Walter aus Ludwig-Hafen a. RH. Der Verstorbene, der schon längere Zeit schwermütig war, hatte die Absicht geäußert, sich hier zu erschießen. Die Polizei, die hiervon benachrichtigt wurde, erhielt die Mitteilung zu spät, so daß sie die Tat nickt mehr verhindern konnte.

W. Pforzheim, 25. Mai. Der hiesige Kreditoren« verein teilt imPforzh. Anz." mit, daß gegenwärtig wieder ein russischer Bijouteriekäufer hier weilt und im HotelPost" die Huldigungen der Fabrikanten entgegennimmt, dessen Schlauheit es zu verdanken ist, daß die mehrere hundert­tausend Mark betragenden Aktivbestände eines 1908 hier zahlungsunfähig gewordenen Exportgeschäftes erst nach Jahren flüssig wurden, infolgedeffen statt 7580 pCt. Masse nur noch 15 pCt. herauskamen. Uneingeweihten sei noch mit­geteilt, daß damals der Hauptteil der Aktiven jenes Export­geschäftes in den Händen des Herrn J. Barjanski in Odessa befand. Der hiesige Kreditorenverein, der die hiesigen Fabrikanten so an Recht und Würde erinnert, ver­dient alle Anerkennung 1

W. Pforzbeim, 25. Mai. In der gestrigen Sitzung beschloß der Bürgerausschuß u. a. den Bau einer neuen Roßbrücke" über die Enz für 88 000 Mk., während zum Bau einer neuenAltsiâdterbrücke", der vorerst zu 205 000 Mark angeschlagen wurde, ein neues Preisausschreiben er­lassen werden soll. Bekanntlich ist auch ein Ersatz der alten Auerbrücke" im Gang. Es werden also mit Ausnahme derWerderbrücke" sämtliche Brücken der hiesigen Stadt erneuert.

Auszüge aus dem Amtsblatt der Königliche» Regierung zu Cassel.

Kassel. Im Wege der Zwangsvollstreckring sollen die in der Gemarkung Maffei belegenen, im Grundbuche von Kastel zur Zeit der Eintragung des Versteigerungsvermerkes auf den Namen des Johann Anton Wagner zu Kassel eingetragenen Grundstücke am 7. Juli 1909, vormittags 9 Uhr, durch das Königliche Amtsgericht zu Bad Orb an der Gerichtsstelle versteigert werden.

Bricslaücll.

Lottchcn. Die eingetrockneten Milchflecke im Kaschmir­rock sind lediglich durch Benzin oder Benzinoform zu lösen und zu beseitigen. ES wird ein reines Läppchen mit der einen oder anderen Flüssigkeit getränkt, und die befleckte Stelle wird so lange Zeit abgerieben, bis der Fleck ver­schwunden ist. Benzinoform hat vor Benzin den Vorzug, daß es ganz ungefährlich ist, da es weder brennt noch explosiv ist. Vielleicht könnte man auch stingeschabten weißen Ton, mit Wasser befeuchtet, als Breimasse auf di» Flecken legen. Ist der Ton trocken, so reibt man ihn heraus. Die etwa kraus gewordene Stelle im Kaschmir wäre links zu plätten.

IV. R. M. 26. Sie sind nur verpflichtet, für die über­mäßige Abnutzung der Kücke den Hauswirt zu entschädigen. In Ihrem Falle können Sie getrost die Forderung des­selben ablehnen, da ein Sachverständiger Ihren Standpunkt billigt.

Altertumsfreunv. Falls sich der Grünspan von dem alten Messing nicht mit heißem Essig und Kochsalz abreiben läßt man müßte wohl mit Steinkohlenasche nachpolie en so kann man einen Versuch mit einem Gemisch von einem Teil Salpetersäure und einem halben Teil Schwefelsäure, das in ein irdenes Gefäß zu gießen ist, machen. Man taucht das Messing darin ein, schwenkt es dann schnell in kaltem Wasser, trocknet in Sägespänen und putzt mit feinem Wiener Kalk nach.

E. B. Apfelsinensaft läßt sich haltbar machen, wenn man ihn durch Fließpapier gießt, abwiegt und ebenso viel Zucker zu einem 30grabigen Sirup kocht. * Mit diesem ziem­lich erkalteten Sirup wird der Saft vermischt, gut verkorkt "nd verlockt. Man kocht diese Flaschen, kalt zugesetzt, im Wasserbade auf, läßt sie darin erkalten und hebt sie im Keller aus.