Seiiage in Nr. 171 te „Iwrs“.
Samstag den 24. Juli 1909
Has Ranaa Stadt and Fand.
Sana«, 24. Juli.
* Personalien. Kaplan Hilden von Marburg ist vom 1. August ab zum Kuratus in Neuses (Freigericht) bestellt.
* Schutz der Natur und Bund Heimatschutz. Der Geschäftsführer des deutschen Bundes Heimatschutz, Fritz Koch in Meiningen, Feodorenstraße 8, schreibt uns: Ein Berliner Komitee versendet jetzt Aufrufe zur Gründung eines Deutschland und Oesterreich umfassenden „Bundes zur Erhaltung der Naturdenkmäler aus dem Tier- und Pflanzenreich." Es möchte „alle einschlägigen Bestrebungen zusammenfassen und ihnen so mehr Nachdruck verleihen." Was dieses Komitee anstreben will, ist nun aber schon seit über 5 Jahren in die Tat umgesetzt durch den Bund Heimatschutz und die ihm nahestehenden Heimatschutzvereine für einzelne Gebietsteile oder Orte. Man muß sich wundern, daß das Berliner Komitee ihn nicht kennt, oder daß es mit Absicht eine Gründung neben ihm ins Auge faßt. Statt der vom Komitee gewünschten Zusammenfassung würde diese Gründung demnach zu einer Zersplitterung der Kräfte führen. Der Zweck des Bundes Heimatschutz, wie ihn die Satzungen bestimmen, ist, die deutsche Heimat in ihrer natürlichen und geschichtlich gewordenen Eigenart zu schützen und die gesamte deutsche Heimatschutzbewegung zusammenzufassen. Er erstrebt insbesondere: 1. den Schutz der Natur: Schutz der einheimischen Tier- und Pflanzenwelt, sowie der geologischen Eigentümlichkeiten (Pflege der Naturdenkmäler); Schutz der Eigenart des Landschaftsbildes; 2. den Schutz und die Pflege der Werke: Schutz der aus früherer Zeit überkommenen Werke, der Bauten, beweglichen Gegenstände, Straßen- und Flurnamen (Denkmalpflege); Pflege und Fortbildung der überlieferten ländlichen und bürgerlichen Bauweise, der Volkskunst auf dem Gebiet der beweglichen Gegenstände, der Sitten, Gebräuche, Feste und Trachten.. Der Bund schließt also durchaus dieselben Ziele mit ein, wie sie vom Berliner Komitee genannt werden. Daß die Bestrebungen des Bundes nicht auf dem Papier stehen geblieben sind, ist doch auch zur Genüge bekannt: Er ist stets darauf bedacht gewesen, in Deutschland und Oesterreich für den Heimatschutz zu sorgen und hat seine Organisation durch die Gründung von Landes- und Ortsvereinen ausgebaut. Gerade auch die österreichischen Heimatschutzvereine für Tirol, Steiermark und Salzburg sind in enger Fühlung mit ihm entstanden. Nahe üeun.dschaftliche Beziehungen verbinden den Bund mit den Hèimatschutzorganisationen in der Schweiz und Frankreich und auch mit gleichstrebenden Kreisen in Holland und Schweden. Ueber die Fortschritte der Organisation und die Fülle der geleisteten Arbeit auf allen Gebieten des Heimatschutzes berichtet die vom Bund herausgegebene Zeitschrift „Heimatschutz" und die Zeitschriften und Jahresberichte der Einzelvereine, so z. B. des Sächsischen Heimatschutzes, der Landesgruppe Brandenburg des Bundes Heimatschutz, des Heimatbundes Mecklenburg, des Württembergischen Bundes für Heimatschutz. Daneben behandeln die Zeitschriften eingehend wichtige Einzelfragen des Heimatschutzes. Das letzte Heft der Bundeszeitschrift war gerade fast ausschließlich dem Naturschutz gewidmet. — Es muß hervorgehoben werden, daß für den Schutz der Natur einschließlich der Bestrebungen, die sich lediglich auf den Schutz der Naturdenkmäler beschränken, besser gesorgt ist, wenn er in naher Fühlung mit den übrigen Gebieten des Heimatschutzes steht. Nicht nur
Die letzten Tage von Messina.
Roman von Erich Friesen
(7. Fortsetzung.) (Nachdruck verboten.)
„Ich habe eine Bitte an Sie, Signorina."
Ein kaum merkbarer Schimmer von Röte steigt in Pias Wangen. Doch sagt sie nichts. Nur eine leichte Handbewegung fordert ihn zum Sprechen auf.
„Ich habe bereits genügend Gelegenheit gehabt, Ihr gutes Herz zu bewundern —" beginnt er lebhaft, indem er seine Schritte den ihren anzupassen sucht.
Fast heftig wehrt sie ab.
„Ja, ja, es ist so", bekräftigt er eifrig. „Und da wollte ich Sie bitten, ob Sie Ihr Samariterwerk nicht auch auf eine mir sehr teure Person erstrecken wollen "
Pia bleibt stehen. Voll blicken ihre sanften dunklen Augen den Mann an. e
„Wer ist es, Doktor, den See mir so warm empfehlen?"
„Ein junges Mädchen, das mit ihrem Vater ebenfalls SU den Flüchtlingen gehört. Clelia Morgano ist ihr Name."
In seinem Eifer bemerkt der brave Arzt gar nicht, wie das leise Rot daS während der Unterhaltung das Gesicht seiner Begleiterin färbte, tiefer Blässe weicht, sodaß das schmale Gesicht mit der etwas spitzen Nase in diesem Augenblick fast alt und häßlich erscheint.
Hastig bückt sich Pia, um ihre Handschuhe aufzuheben, die ihr entfallen.
Als sie ihr Antlitz ihrem Begleiter wieder zuwendet, ist es heiter und ruhig wie stets, und die schmalen Lippen umspielt das gewohnte, ernst-freundliche Lächeln.
„Ist sie krank, Ihre Clelia Morgano?“ fragt sie leise.
„Nein. Körperlich nicht."
Aber seelisch?"
"Ja. Sie hat all ihre Lieben bei dem Erdbeben verloren. Bis auf den Vater. Und auch er ist nur halb dem Leben wiedergegeben; denn er leidet an Halluzinationen, die ihm und seiner Tochter das Dasein zur Clual machen.
Pia hat aufmerksam zuaedört. Ihr gutes Herz beginnt
der Machtentfaltung halber: Professor Rudorff hat in seinem grundlegenden Buch „Heimatschutz" (Verlag Callwey, München), das den Anstoß zu der ganzen Bewegung gegeben hat, dargetan, wie alle Bestrebungen zum Schutze der Heimat zusammengehören und sich vereinigen müssen zu einer großen Kulturbewegung. Im Hinblick auf dieses große Ziel ist der Bund gegründet worden. Es könnte keinen größeren Rückschritt geben, als ivenn jetzt die einzelnen Gebiete des Heimatschutzes auseinandergerissen würden und der Blick auf die großen Zusammenhänge verloren ginge. — Der deutsche Bund Heimatschutz hält es für seine Pflicht, im Interesse der Sache «nachdrücklich auf diese Umstände aufmerksam zu machen. So gewiß an sich jede Art von Mithilfe für die Heimatschutzbestrebungen mit Freude zu begrüßen ist, so gewiß kommt es darauf an, daß alle vorhandenen Kräfte gesammelt und unzersplitterk bleiben und so organisiert sind, daß sie am besten ausgenutzt werden können. Tausende von Mitgliedern gehören bereits dem Bund Heimatschutz und den ihm nahestehenden lokalen Heimatschutzvereinen an. Aber es gibt unzweifelhaft noch ebenso viele Tausende, die unsere Bestrebungen zwar mit Wohlwollen und Interesse vrrfolgen, die dem Bund jedoch noch fernstehen: An all« diese richten wir hiermit wiederum die dringende Bitte, sich unl anzuschließen. Anmeldungen erbitten wir an die Adresse desjenigen unserer Zweigvereine, der für den Leser dieser Zeilen in Frage kommt, oder an die eingangs erwähnte Adresse. Der Jahresbeitrag des Bundes Heimatschutz beträgt für Einzelpersonen mindestens 2 Mk., für Behörden und Vereine mindestens 5 Mk. Höhere Beiträge sind im Interesse der Sache natürlich sehr erwünscht.
* Das 34. Gauturnseft des Gaues Offenbach-Hanau der Deutschen Turnerschaft findet heute Samstag, morgen Sonntag und nächsten Montag in Heusenstamm statt. Alle Vorbereitungen zu diesem Feste sind in vollem Gang. Der Festplatz liegt ganz in der Nähe des Bahnhofes. Durch das Aufstellen großer, ausgedehnter, überdeckter Hallen ist das Publikum gegen schlechte Witterung hinlänglich geschützt.
* Selbstmord. Der seit acht Tagen von Fechenheim verschwundene 30jährige Eisendreher Seibel, Vater einer größeren Familie, ist in Groß-Karben als Leiche aus der Nidda geländet worden. Es liegt unzweifelhaft Selbstmord vor. Der Grund ist in zerrütteten Familienverhältnissen zu suchen.
* Ertränkt. An dem Seemenbachwehr bei Düdelsheim wurde die Leiche des etwa 80 Jahre alten Klietsch im Wasser gefunden. Der Greis war vorher noch mit einem Fuhrmann von Lindheim nach Düdelsheim gefahren und hatte sich von diesem mit der Bemerkung verabschiedet, er hätte noch etwas auf dem Finndörfer Hof zu besorgen. Er entfernte sich auch in der Richtung. Als seine Angehörigen ihn am Abend suchten, fand man seine Leiche an dem genannten Ort und seine Mütze am Ufer. Von der Straße bis zu dem Fundort führte eine Fußspur durch einen Weizenacker, die das Suchen wesentlich erleichtert hat.
* Von den Apotheken ist morgen nachmittag von '2—9 Uhr die Altstadt - Apotheke geöffnet; auch ist dieselbe nachts in Anspruch zu nehmen.
* Das Hahnenkammhaus ist täglich geöffnet.
* Die Stadtbibliothek ist von Mittwoch den 14. bis einschließlich Mittwoch den 28. Juli geschlossen.
* Sehenswürdigkeiten. „Museum der Wetteram- schen Gesellschaft" (Altstädter Schloß, eine Stiege hoch): Ge- ösfiret an Sonn- und Feiertagen vormittags von 11 bis ^sl Uhr. Kindern ohne Begleitung Erwachsener ist der Eintritt
bereits, sich für das unglückliche junge Mädchen zu erwärmen.
„Führen Sie mich zu ihr!" sagt sie einfach. „Wo ist sie untergebracht?"
„In der Villa Miranda. Bei der Contessa Doria."
Also nicht weit von meiner Wohnung. Kommen Sie!"
„Und noch eins, Signorina! Clelia Morgano war verlobt. Der Verlust des von ihr heißgeliebten Bräutigams ist für sie am schwersten zu ertragen. Vielleicht, daß Sie — ? Die weiche Hand einer Mitschwester —"
Pia nickt.
Ihre Augen blicken plötzlich viel freudiger darein.
Ist eS nur die allgemeine Menschenliebe, die ihr Antlitz mit einem jugendlich rosigen Schimmer überhaucht? Oder bewegt noch ein andres Gefühl das Herz dieses seltsam verschlossenen Mädchens?
7.
Schon seit Jahren bestand in Messina zwischen Dr. Röder und dem Marchese Ludooicio Martinelli eine stille Feindschaft.
Obgleich sie nie ein Wort miteinander gesprochen, obgleich ihre Lebenswege sich eigentlich niemals gekreuzt, — so sieht doch jeder von beiden in dem andern einen Gegner, ja einen direkten Antipoden in Ansichten und Lebensauffassung.
Als Dr. Röder vor einigen Wochen seine beiden Schutz- linge der als mildtätig bekannten Contessa Erminia empfahl, hatte er keine Ahnung, daß sie die Schwester jenes berüchtigten Marchese Martinelli ist; noch weniger, daß dieser als sogenannter „Flüchtling" sich bereits in der Villa Miranda häuslich niedergelassen.
Als er hiervon Kenntnis erhielt, war es zu spät. Wie hätte er Clelia und ihren kranken Vater aus ihrem behaglichen Schlupfwinkel herausreißen können — um einer „Marotte" willen, wie er sich selbst mit ärgerlichem Lachen eingestand. Denn der brave Doktor ist überzeugt, daß selbst ein" Mann wie der Marchese Ludovico Martinelli es nicht wagen wird, sich dem unglücklichen Mädchen in frivoler Weise zu nähern, zumal Clelias Unschuld und hoheitsvolle
nicht gestattet. — „Museum des Hanauer Geschichtsvereins" (Altstädter Rathaus, eine Stiege hoch): Geöffnet jeden Sonntag vormittag von 11—121 /» Uhr. Kinder unter 12 Jahren haben keinen Zutritt.
Vereins- u. Vergnügungsnachrichte«
für SamStag den 24. Juli.
Ev. Männer- n. Jünglingsverein: Sparkasse, Unterhaltung (Tv. Verein-- Haus).
Turngemeinde: V»n 8—9 Uhr: Kürturnen und Borturnerstund« d« Jugendabteilnng.
Fußballklub »Melitia": Klubabend in der »Brauerei Orschler".
Verein „Frohsinn 1903": Vereinsabend im „Grafen Philipp Ludwig". Erster Athleten-Verein: Vereinsabend (Restauration „Sandhoff. Radfahrer-Verein 1898; Vereinsabend „zur deutschen Eiche".
Radsport „Adler": Vereinsabend im „Schützenhos".
Radfahrer-Verein „Union": Vereinsabend im „WilhelmSeck". Kegelklub „Nachtschwärmer": Tasthaus „zur guten Quelle". Ges. Verbindung „Hassonia": Vereinsabend im „Restaurant Spefolbt Klub „Concordia": Klubabend im „Karpfen" (Paradeplatz). Gesellige Verbindung »Patria" : Verbindungsab-end im „Ratskeller". Humoristischer Musikverein „Germania": Vereinsabend „zum Sandhof", Gesellschaft „Lustig Kippe": Zusammenkunft »zur gold'neu Rebe". Gesangverein „Eintracht": Vereinsabend in den ,3 Schwanen". Akademkeschütcr-Vereinigung: Vereinsabend in der „Sonne". Turnverein: Vereinsabend im Gasthaus „zur Karthaune". Evangelischer Arbeiterverein: Vereinsabend und Mitglickeratlsnahm« iw Dereinslokale (Paradeplatz Nr. 1.)
Gesangverein „Fröhlichkeit": Vereinsabend im „Deutschen Haus". Gesangverein „Sumser": Vereinsabend in der „Stadt Bremen". Gesangverein „Germania": Vereinsabend im „Äwengârtchen". Gesangverein „Melomania": Vereinsabend in der „Karthaune". Gesangverein „Tonblüthe": Vereinsabend in der „Stadt Bremen . Vergnügungsgesellschaft „Fidelio": Vereinsabend „zum Anker", Kasino „Eintracht": Vereinsabend „zum Lraustüb'l". Verein „Einigkeit": Vereinsabend in der „großen Krone". Verein „Fidelitas": Vereinsabend in der „Karthaune". Gesellige Verbindung „Arminia": Klubabend in der „Stadt Bremen Gesellige Verbindung „Haiwvia": Klubabend im „Bernhardseck". Fußballklub »Kickers 1907": Vereinsabend im „Nordend". Gesangsabteilung der Turngenreindc: Abends 9 Uhr: Singstunde. Gesellige Verbindung „Melitia": '/»10 Uhr: Versammlung im Gasthaus „zur gelbetten Gerste".
Klub „Freundschaft": Klubabend im „goldnen Faß". „Hanauer Sportverein 1906": Vereinsabend im „Römischen Kaiser . Dramatischer Klub „Thalia": Abends von 9—11 Uhr: UebungSstnud« im Eisenbabngärtchen.
1. Hanauer Fußballgesellschaft 1907: Vereinsabend im „Kühlen Grunde". Christlicher Zentral-Verband der Staats-, Gemeinde-, Verkehrs-, Hilss- und sonstige Industriearbeiter Deutschlands, Zahlstelle Hanau: Abends 9 Uhr: Mitgliederaufnahme und Versammlung in der „goldnen Gerste", Romerstraße.
Würfelklub International: Klubabend zur „Stadt Bremen". „Hamburger" : Vereinsabend „zur guten Quelle".
Vergnügungs-Verein „Humor": Vereinsabend im ,Mcd«rd". VergnügungSverein „Ostend-Klub": Abends 9 Uhr im „Bernhards««'^. für Sonntag de« 25. Juli.
Freiwillige Sanitäts-Kolonne vom Stelen Kreuz: Vormittags 61/» Uhr: Uebung in der Brauerei Kaiser.
Ev. Männer- und Jünglingsoerein: Bon 3—8 Uhr r Unterhaltung; von 8—9 Uhr: Bibelstunde (Ev. VereinShaus).
Hanauer Fußballklub „Melitia": Nachmittags 2 Uhr: Uebungèspiel auf dem Exerzierplatz.
Hanauer Fußballklub „Viktoria" 1894: Nachmittags 3 Uhr: Lebungs» spiel auf seinem Sportplatz an der Leipzigerstraßc.
Erster Hanauer Fußballklub 1893: Nachmittags 3 Uhr: Uebungsspiet auf seinem Sportplatz an der „Schönen Aussicht".
„Hanauer Sportverein 1906": Nachmittags 3 Uhr: Übungsspiel auf dem Exerzierplatz.
Guttempler-Logc zur Höhe in der stâdt. Eßhalle, Eitigang Stadtbibliothek uns Wallweg: Abeuds: Freie Zusammenkunst. Gäste willkommen.
Kathol. Arbeiterverein: Abends 8 Uhr: Zusammenkunft im Berriuslokal »zum Braustüb'l".
Weiblichkeit ohnehin eine unsichtbare Schranke um chr« Person zieht.
Umso empörter war er, als Clelia ihm damals den Blumengruß des Marchese geigte.
Der weltkundige Arzt witterte in dieser duftigen Spende sofort die böse Absicht, und er beschloß, dem unerfahrenen Mädchen in der viel älteren Pia Danielli eine beratend- Freundin zuzuführen.
Der Plan gelang überraschend gut.
Schon nach wenigen Tagen hat Clelia, die sich in ihrem Unglück unbewußt nach einer Freundin sehnte, Pia ihr ganze? übervolles Herz ausgeschüttet.
Und das alternde Mädchen, auf deren Seele ebenfalls ein geheimer Kummer zu lasten scheint, umfängt die so mel jüngere Freundin mit der ganzen selbstlosen, fast mütterlichen Liebe, die so lange in ihrem einsamen Herzen nach
tätiaung rang. „ . m
Langsam, ganz langsam beginnt Clelias bedrucktes Gemüt unter Pias Fürsorge sich wieder aufzurichten. Zarte Blüten der Hoffnung ersprießen dem durch das Uebermaß bey Unglücks niedergetretenen Boden ihres Herzens.
Auch das Befinden ihres Vaters bessert sich unter Dr. Röders geschickter Hand.
Schon erkennt er seine Tochter wieder und fangt an, vernünftige Unterhaltungen mit ihr zu führen, die auf Gesundung des kranken Geistes schließen lassen.
Nur selten noch zuckt er schreckhaft zulammen und blickt sich ängstlich um, weil er glaubt, die unbarmherzige Erd« schwanke aufs neue unter ihm. —
Noch immer steht Palermo im Zeichen tiefer Trauer.
Anstatt, daß die improvisierten Hospitäler leerer werden, füllen sie sich mehr und mehr.
Immer riesigere Dimensionen nimmt die Messina- Tragödie an.
Wahre Heldentaten verrichten Aerzte und Pflegerinnen, wenn sie in erhabener Selbstverleugnung gleich Engeln der Barniherzigkeit an den Schmerzenslagern der Verunglückte»» ausharren, von denen hier ein bleicher Kopf mit hohlen Augenlöchern daherglotzt, dort ein abgezehrter Rumpf ohne Arm« oder Beine hilflos wie ein kleines Kind balieat