KhanS imb Rakbim Khans zu einem Zusammenstoß. Die Leute Satt ar Kbans, von denen 40 gelötet und verwundet sind, wurden zu'ückgewonen. Der persische Postverkehr zwischen Täbris und Dschulfa ist seit einem Monat eingestellt; die Konsularpost wurde gestern von Reiteln mit Schüssen empfangen und ist nach Täbris zurückgekehrt.
Die Krisis im Orient-
Konstantinopel, 22. Febr. (Wien. K -B.) Wie in der Pforte nahestehenden Kreisen versichert wird, erhielt die Pforte von den Botschaftern von London und Paris die bestimmte Mitteilung, daß weder Frankreich noch England von der Haltung Rußlands gegenüber dem Fürsten Ferdinand etwas gewußt hätten. Die Worte ist jedoch hierdurch keineswegs beruhigt und richtete an ihre Botschafter eine Zirkulardepesche, in her sie beauftragt werden, bei den Kabinetten bezüglich ihrer Haltung zum russischen Vorschlag zu sondieren. Der Botschafter in Petersburg soll außerdem beauftragt sein, den Minister des Auswärtigen Iswolski auf alle Konsequenzen seines Vorgehens aufmerksam zu machen und, an Rußlands Friedenswünsche appellierend, die Korrigierung der weiteren Haltung Rußlands zu erwirken suchen.
Konstantinopel, 22. Febr. Die Kammer verhandelte über eine Reihe von Anträgen. Die Reformprojekte der Abgeordneten von Tripolis betr. die Befestigungen von Tripolis wurden wegen ihrer politischen Bedeutung der Kommission für öffentliche Arbeiten und der Militärkommijsion überwiesen.
Wien, 22. Febr. Die in Wien verbreiteten Gerüchte, daß der Krieg mitSerbienbekchlosseneSacheundeinllltimatum bereits ergangen sei, werden oPziöserseits entschieden dementiert. Man erklärt, daß ein entscheidender Schritt der österreichischen Regierung gegen Serbien, falls er nötig sein sollte, erst in zwei bis 3 Wochen zu erwarten sei. Zugegeben wird, daß die Situation infolge der Haltung Rußlands, das das Konferenz- Programm wieder aufgegriffen hat, um einen diplomatischen Erfolg auf, Kosten Oesterreichs zu erzielen und auch bemüht sei, die Mächte zu einem gemeinsamen Schritt in Wien zu bewegen, sich ernster gestaltet hat. Trotz den Schwierigkeiten wird doch noch immer an die Möglichkeit geglaubt, den Frieden zu erhalten.
Wien, 22. Febr. Oesterreich wird demnächst von Serbien bindende Erklärungen fordern, daß Serbien aushören werde, sich durch Zettelungen und illoyale Agitation in die inneren Angelegenheiten der habsburgischen Monarchie einzumifchen und daß es davon ablassen werde, Oesterreich gegenüber als angebliche Vormacht des Serbentums Viufjutreten und sich Rechte anzumaßen, für die ihm kein Titel zusteht. Sollte Serbien in diesem Punkte nicht nachgeben, dann ist die Aufrollung der Machtfrage unvermeidlich. Aller Voraussicht nach ist die teilweise Mobilisierung der für die Expedition gegen Serbien in Aussicht genommenen Armeekorps noch vor Mitte März zu erwarten.
Belgrav, 22. Febr. In dem vom Regierungsorgan „Samou Prava" veröffentlichten Communiquè heißt eS: Die Wiener und Budapester Presse fahren fort, nicht nur Serbien mit einem Ultimatum und Krieg zu bedrohen, sondern die angesehensten Blätter der Nachbarinonarchie sprechen tatsächlich von der Vornahme einer gewissen Strafexpedition gegen Serbien, wenn sich dieses nicht nur den Wiener Anordnungen nicht fügen und sein Recht nicht aufgehen sollte, sich für seine Verteidigung vorzubereiten und zu bewaffnen, sondern wenn es auch verweigern sollte, für die Zukunft Bürgschaften zu geben.
Budapest, 22. Febr. Gegenüber der Meldung, daß die Mächte beabsichtigen, in Belgrad und Wien gleichzeitig vorstellig zu werden, bemerkt der „Pester Lloyd", daß diese Gerüchte, soweit es sich auf Wien bezieht, bezweifelt werden müssen. Es sei nicht denkbar, daß die Mächte einen derartigen Schritt, die der Würde der Monarchie widerspreche, beabsichtigen. '
Belgrav, 22 Febr. Sämtliche Parteien sprachen sich für die Bildung eines Koalitionskabinetts aus.
Belgrav, 22. Febr. Das Kabinett dürfte unter dem Präsidium des Fortschrittlers Nooakowitsch gebildet werden. Der Altradikale Milanowitsch wird das Aeußere, Pasitsch die Bauten, Patschu das Finanzministerium, Protitsch das Innere, der Nationalist Ribavatsch das Justiz-, der Jung- radikale Strjanowitsch das Kultus-, Zujowitsch das Handelsministerium und General Zivkowisch das Kriegsministerium übernehmen.
Minute sah sie verlegen zur Erde; dann warf sie sich mit einem „ach, Großel 1" neben der Greisin auf den Boden und barg ihr Gesicht in deren Schoß.
Die Alte streichelte einigemal leise über ihr Haar. „Also Hans Gustav heißt er," sagte sie nach einer kleinen Pause.
„Entzückender Name, nicht?"
„Leutnant natürlich?"
„Ja Großel, und denk mal, gerade Kürassier, gerade, was ich mir immer so schrecklich gewünscht habe."
„Und Ihr habt Euch lieb?"
„Furchtbar lieb habe ich ihn, unb er mich noch viel, viel mehr."
„Woher weißt Du denn das?"
„Aber Großel, er hat's doch gesagt."
„Hm ..."
Hilde stand langsam auf. „Weißt Großes, was ich manchmal denke.
„Nun?"
. „Das ist alles so, ich meine, daß sich alles so wundervoll trifft, das sammt, weil ich ein Sonntagskind bin."
Die Großmutter lächelte.
„Ja, Große!, Du lachst, und Pater und Mutter darf ich erst recht nicht damit kommen; aber es ist was Wahres dran, das kannst Du mir glauben. Ich habe immer Glück. Schon in der Schule. Wie oft hatte ich nicht präpariert und all so was, und es ging immer so gut ab. Ich habe manchmal daran denken müssen, — Und nun jetzt erst, gleich bei dem ersten Ball und ganz, wie ich's mir gewünscht habe."
Das Gesicht der Großmutter hatte einen nachdenklichen Ausdruck angenommen.
»Sag mal, Hildchen, bist Du überzeugt, hm.. . . .weißt tonn auch ganz gewiß, daß HanS Gustav ein guter
„Natürlich, furchtbar gut, zweimal schon hat er unserer Liese drei Mark Trmkgeld gegeben, sie hat mir's selbst erzählt."
Die Großmutter wollte etwas erwidern, besann sich aber eines andern und erhob sich.
„Willst Du schon gehen, Großel?"
Dienst««»_______________________
Sun litt Wcitcrfjihmg litt llMbmW.
DKG Dci der Fortführung der Uiambara^ahn über Tanga hinaus ist beu'e über die Hälfte der im Mai des vorigen Jahres bewilligten 45 km fertiggestellt. Die einstweilige Endstaiion heißt Mkumbara und liegt, vom Mombo etwa 20 km entfernt. Von den Schwierigkeiten, die die Bahn zwischen Mombo und dem fü:S erste in Aussicht genommenen Endpunkte bei Buiko am Pangani zu ithmvinben hat, kann man sich kaum ein Bild machen. Hier mußten bisher alle Frachten per Achte befördert werden!! Besondere Schwierigkeiten bietet die Ueberwindung der Hügelketten, die den Mkomasifluß umgeben. Trotzdem waren auf der 147 km langen Strecke die Erdarbeiten zu Anfang des Jahres bereits bis Kilometer 168 fertiggestellt und die letzten 6 km waren in der Arbeit. Besonders verteuern die großen Brückenbauten den Bau ganz erheblich. Vier Stationen sind auf der Wetterführung in Aussicht genommen und zum Teil schon im Bau fertig, nämlich Masinde Kilometer 142, Mkum- bara Kilometer 149, M ko mast Kilometer 168 und Buiko Kilometer 174,4.
Nun erbebt sich die wichtige Frage der Fortführung bis Aruscka. Die Deutsche Kolonialgesellschaft hat sich auf ihrer letzten Tagung in Berlin ant 4. Dezember des vorigen Jahres mit Nachdruck für einen sofortigen Weiterbau erklärt und auch an den Reichstag eine dahin zielende Eingabe gerichtet. Eine Unterbrechung der Arbeiten hätte Kosten im Gefolge, die sich reckt leicht vermeiden lassen. Dem Ver- nchmm nach ist auch Unterstaatsseki etär von Lindequist zu der Aiischailung gelangt, daß für die Gebiete zwischen dem Pangani und dem Meru und Kilimandscharo der Schienenweg eine dringende, sehr dringende Notwendigkeit ist.
„Es ist dort weit mehr, als nach den Berichten erwartet werden durfte. Dort oben (am Meru und Kilimandscharo) wohnt schon eine ganze Anzahl von Ansiedlern, die sich durch die Bank sehr zufrieden über ihre Verhältnisse aussprachen und durchaus nickt mehr in ihre früheren Verhältnisse in die Heimat rurückwollen," so hat sich Herr v. Lindequist nach der D. O. A. Rundschau geäußert.
Wenn wir recht unterrichtet sind, ist es möglich oder gar wahrscheinlich, daß noch vor feinen Sommerserien an den Reickstag wenigstens eine Tcilrorüerunq der zum Bau bis Arusckâ nötigen Mittel gebracht werde.
Bisher gehen fast säiytlicke Frachten des Kilimaudscharo- Meru-Gebietes über Tave«a-Voi zur britischen Ugandabahn. Die Zubringerstraße Voi-Taveta soll neuerdings von den Engländern gut ausgebaut werden, nachdem sie lange Zeit hindurch dem Verkehr ans unserer Kolonie zur Ugandabahn eher Schwierigreiten in den Weg gelegt, als ihn erleichtert hatten. Jenseits von Buiko sind schon eine ganze Reihe von Pflanzungen in der Anlage begriffen. Sie liegen an beiden Ufern des Pangaiflusses uno am Westabhange des Paregebirges und bedecken große Flächen. An Verkehr wird es also der Fortführung der Usambarabahn keineswegs fehlen.
Bandel, Gewerbe und Verkehr,
Frankfurter Fruchtinarkt vom 22. Febr. Eck notierten: Weizen, hiesiger und Wetterauer 22.75—00.00 Mk., kurhessischer, je nach Qualität 23.00—00 00 norbb. 23.00 bis 00.00, russischer 24:50—25 50, Redwinter 00.00—00.00, Kansas 00.00-00.00, La Plata 00 00-00.00, Rumän. 00.00-00.00. Roggen, hiesiger 17.40—17.60, russischer 19.50—20.50, Rumän. 00.00—00.00. Gerste hiesige und Wetterauer 18.50—19.50. Pmlzer 00.00—00.00, Ried 00.00-00.00, Hafer, hiesig. 17.00 6. 17.50, bayerischer 00.00—00.00, roürtt. 00.00—00.00, russischer 00.00-00.00, Rumän. 00.00- 00.00, La Plata 00.00—00.00, Mais mixed 16.50—17.00, Russischer 00.00-00.00, Donau 00.00—,00.00, La Pinta 16.7 5—OO.CO. Mehl: —.—, Weizenmehl Nr. 0 32.00-00.00 Wr. 1 31.00-00.00. Nr. 2 30.00 bis 00.00. Nr. 3 00,00-00.00, feinere Marken 0.50-0.00 höher. Roggenmehl, Nr. 0 25.00-25.50, Nr. 1 23.00-23.50, Nr.
„Freilich, Kind, es ist Zeit, daß Du zu Bett kommst; ein andermal reden wir mehr davon, wir bleiben ja jetzt lange zusammen. Wie der Wind heult! Ich will doch einmal nachsehen, ob die Fenster ordentlich schließen."
Sie zog die Vorhänge zurück und probierte die Riegel. „Alles ganz fest! Ich werde Christel schicken, daß sie noch einmal Holz auflegt, damit mein Kleines nicht friert. Gute Nacht, Kind >."
„Gute Nacht, Du liebe, liebe Großel Du!"
„Nun, nun, erdrossele mich nicht 1 Schlaf wohl".
Das junge Mädchen war schon zu Bett, als die alte Magd einheizen kam; sie schleppte schwer an einem großen Kohleneimer. .
„Ich hob orndtlich Steinkohle aus der Küche rauf- jebracht, daß Sie nicht friern, Fräulnche", sagte sie verschmitzt lächelnd und machte sich daran, den Inhalt ihres Eimers in den Oien zu schaufeln, „die jeden Hitze. Dat bißche Holz verflackert ja jleich bei den Wind. — Na weiter is denn woll nischt, Fräulnche, na, denn schlafen Se man wohl".
„Gute Nacht, Christel".
Lustig knatternd brennt der Ofen auf. Hilde hat die Hände unter dem Kopf gefaltet und sieht zur Decke empor, an der ein heller Lichtschein flackert. Sie will noch recht lange wach b'eiben. Das rote Dämmerlicht ist so recht geeignet, um von all dem Schönen zu träumen, was sie kürzlich erlebt hat, und was noch lammen wird. Und sie denkt an ihren ersten Ball, auf dem sie den Geliebten kennen lernte, und die andern Male, wo sie mit ihm zusammen war. Eigentlich hat sie es sich am schönsten gedacht, niemand etwas von ihrer Liebe zu sagen: ein Geheimnis zu haben, so für sich ganz allein, das ist etwas Herrliches, etwas ganz Neues l Aber wenn sie es recht überlegt, so ist es noch schöner, daß die Großmutter darum weiß, da kann man doch mit jemand darüber plaudern — und dann, ein Geheimnis bleibt ihr ja: Hans Gustav will ihr schreiben, postlagernd, und sie soll antworten, oh, das wird himmlisch werden! Morgen kann der erste Brief da fein. Wenn doch schon „morgen" wäre! Nein, daß man in solcher Zeit noch schlafen muß! Wenn
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2 19.50—20.00. Alles per 100 Kilo tntl. Sack loko hier Futtermittel: —.— Weizenschalen 1100—00.00 Mk., Woizenkleie 10.60-00.00, Roggenkleie 11.00—00.00, Futter- mebl 14.00—00.00, Biertreber, getrocknet, 13.00 bis 00.00 Alles per 100 Kilo ab hier.
Biehinarkt in Frankfurt a. M. am 22. Febr. Amtliche Notierung der heutigen Viehmarktpreise. Zum Verkauf standen: 447 Ochsen, 73 Bullen, 1032 Kühe u. Iungrinder, 338 Kälber, 347 Schafe u. Hümmel, 1810Schweine, 0 Ziegen. Bezahlt wurde für IM Pfd. Schlachtgewicht : Ochsen vollfleischige, gemästete, höchsten Schlachtwertes bis zu 6 Jahren 75—78 Mk., b. junge fleischige, nicht gemästete u. ältere gemästete 67—70, c mäßig genährte junge, gut genährte ältere 58—60, d. gering genährte jeden Alters 00—00. Bullen : a. vollfleischige höchsten Schlachtwertes 64—66, b. mäßig genährte jüngere und gut genährte ältere 60—62, c. gering genährte 00.00. Kühe und Rinder: a. vollfleischige junge Kühe und Rinder höchsten Schlachtwertes 68—70, b. vollfleischige Kühe höchsten Schlachtwertes bis 31t 7 Jahren 58—60, c. "ältere Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe und Rinder 47—49, <1. mäßig genährte Kühe und Rinder 00—00, e. gering genährte Kühe und Rinder 00—00. Bezahlt wurde für 1 Pfd, Schlachtgewicht: Kälber: a. feinste Mast- (Vollm. Mast) u. beste Saugkälber (Hannov.s 90—95 Pfg. b. mittlere Mastrind gute Saugkälber 78—86 Pfg. c. geringe Saugkälber 65 b. 68 Pfg., d. ältere gering genährte Kälber (Fresser) 00—00. Schafe: « Mastlämmer und jüngere Masthämmel 70—00. u. ältere Masthümmel 58—60, c. mäßig genährte Hämmel und Schafe (Merz)-Schafe 00—00. Schweine: a. vollfleischige der feineren Rasse und deren Kreuzungen im Alter bis zu l‘/< Jahren 70—72, b. fleischige 69—00, e. gering entwickelte sowie Sanen und Eber 64—68. Bezahlt wurde für 1 Pfd. Lebendgewicht: Ochsen 00—00 Pfg., Kälber a. 53—57 Pfg., b. 46—52, Schweine a. 56—56‘/> Pfg., b. fleischige 55 Pfg. Geschäftsgang in Hornvieh mittelmäßig, Ueberstand unbedeutend, in Kleinvieh gut. Ueberstand keiner. Aus Oesterreich standen 28 Ochsen und 1 Bulle zum Verkauf.
34. KoiMMlüMag für kn RWmBezirl Wl. (Eigener Bericht.)
X CaM, 22. Februar.
In der heutigen letzten Plenarsitzung des K 0 m m u n a l» l a n d t a g s, die um 11 Uhr vormittags durch den 2. Vorsitzenden OberbürgermeistcrDr.G ebeschu s-H a n a u eröffnet wurde, kam zunächst der Voranschlag der ordentlichen Einnahmen und Ausgaben des Bezirksverbandes des Regierungsbezirkes Cassel für das Etats fahr 1909 zur Beratung. Den Bericht erstatteten die Abg. Wirkl. Geh. Oberregierungsrat Dr. Steinmetz- Marburg und Oberbürgermeister Mülle r-Cassel. Der Voranschlag schließt im Ordinarium in Einnahmen unb Ausgaben mit 4061 300 M., im Exiraorbinarium in Einnahmen mit 75000 M., in Ausgabe mit 60435,99 M. ab, sodaß hier der Bestand 14564,01 M. beträgt. Trotz des Mehrbedarfs des Eiats ist eine Erhöhung der Bezirkssteuer nicht erforderlich, vielmehr wird die im letzten Jahre erhobene von 9.8 Prozent genügen. Die Steuer wird damit auf 843 540 Mark festgesetzt. Abg. Landrat von Ditfurt h-Riiueln regte im Verlauf der an die Referate anschließenden Debatte die etatsw.âßigc Anstellung von B u r e a u.g e h i l f i n n e n im Hilfsdienst an.
Abg. Geb. Regierungsrat Landrat v. B u t t l a r-Wolf» Hagen nahm Beyig auf die im Etat für K u n st und Wissenschaft vorge'chene Beihilfen. Darunter befindet sich eine Position von 18350 M. In diesem Betrage sind u. ä. enthalten: für Beihilfen zu den Kosten der Restaurierung von Baudenkmälern 2620 M. und für Weiterfühmnq der Baudenkmäler innerhalb des Regierungsbesirks Cassel 8000 M.
Der Habichtswald als Naturpark?
Abg. v. Buttlar führte hierzu aus: In der vorigen Sitzung hat der Vertreter des Herrn Landeshauptmann uns mitgeteilt, was in der Pflege der Bau- und Kunstdenkmäler bisher geschehen und was demuäckst noch zu erwarten ist. Lassen Sie mich nun Sie bitten, Ihren Blick
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man doch die Nacht überspringen könnte! Müde ist sie gar nicht, nein wirklich, gar nicht! Wie der Sturm heult, schaurig I Sie hat kürzlich eine Erzählung gelesen, in der ein Schiff im Sturm untergeht. Das o^ht ihr jetzt deutlich vor Augen. Sie schauert. Niemals würde sie au's Meer hinausfahren, nie, niemals. Wie konnte es nur Menschen geben, die das taten 1 So ins Ungewisse, in die Gefahr! Die Angst, wenn sich ein Sturm erhebt aber Nebel im Anzuge ist l Wie viele Schiffe gehen unter 1 Und sterben, entsetzlich 1 Das Leben ist so wunderschön, und wie viel schöner wird es erst später werden, wenn man verheiratet ist! Immer mit Hans Gustav zusammen sein zu können und alles zu bürfen, was man gern möchte: Torte und Schokolade essen, anstatt dumme Vokabeln zu lernen, ins Theater gehen und morgens so lange schlafen, wie man mag. Uud gleich zu ihrem ersten Geburtstag muß Hans Gustav ihr einen rosa Morgenrock schenken mit langer Atlassckleife und cremefarbenen Spitzen garniert und mit einer Schleppe natürlich. Ach, himmlisch! — Und was wird das Leben ihr erst Herrliches bringen, wovon sie noch nichts ahnt, ihr, die sie ein Sonntagskind ist ... .
Der'Sturm wütete ärger; im Schornstein polterte es; im Ofen gab es ein Geräusch, daß Hilde erschreckt auffuhr. Dann war es wieder still. „Wie gut, daß ich in Großvaters solidem Haus bin, in einem Bauernhaus würde ich heute fürchten, daß es über mit zusanNnenstürzt," backte sie unb träumte weiter von der goldenen Zukunft. — Allmäh. lich wurde ihr der Kopf schwer, die Gedanken verwirrten sich. „Jetzt schlafe ich ein," fühlte sie, schon halb im Schlaf, „jetzt muß ich an Hans Gustav denken, damit ich auch von ihm träume. . . ."----
Das neue Tageslicht fand Hilde als Leiche auf dem großen altväterlichen Sofa im Wohnzimmer im Erdgeschoß. Dorthin hatte man sie gebracht, als Christel sie frühmorgens bleich und leblos in ihrem Bett ausgefunden hatte. DaS Zimmer war von Kohlendunst erfüllt gewesen, das Abzug», rohr deS OfenS augenscheinlich verstopft. Ob der Sturm daran schuld, ob etwas beim Setzen des OlenS verfehlt war, noch wußte man eS nicht.
Die Großmutter war neben dem Lager der Toten auf