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* Ctre«s Carr^, Offenbach. Infolge anderweitig getroffene« Disposttione» findet die Abschiedsvorstellung des ursprünglich für 7 Tage vörâisehrnttt Offenbücher Gastspiels tticht am Montag, §6. cr., sondern bereits morgen Freitag den 28. Juli, abends 8^'4 Uhr, statt. Da CircuS Catrè anerkanntermaßen ein wirklich «stklasfigrs Institut von alt- begründetem Ruf ist und ein so vorzügliches Programm zeigt, Mir es ein Circus bisher in Offenbach noch Nicht präsentiert hat, so ist ein sofortiger Besuch dieses leider so bald scheiden­den Unternehmens dringend zu empfehlen. DaS Programm der heutigen Donnerstag-Abendvorstellung weist nicht weniger als 30 Glanznummern auf, so daß den verehrlichen Besuchern affo Gelegenheit geboten ist, für ein einmaliges Eintrittsgeld so Siel zu sehen, als sonst in zwei Vorstellungen.

Neue Stcllngtsetzc.

Ein Teil der vom Reichstage jüngst bewilligten neuen Steuern wird bereits am 1. August in Kraft freiem Wie man hört, sollen die gesamten Etèuèrgesetze nach erfolgter Unterschrift durch den Reichskanzler in den nächsten Tagen amtlich publiziert werden, und zwar die Reichsstempelnovelle zuerst. Wir geben im folgenden eine kurze Inhaltsangabe von vier Steuergesetzen:

*) Brattsteuer: Die Brausteuer betrug bisher 4 bis 10 Mark pro Doppelzentner und soll nunmehr 14 bis 20 Mark betragen; fie bedeutet also eine bedeutende Verteuerung des Bieres. Gleichzeitig mit der Brausteuer tritt das neue Schankgefäßgesetz in Kra^, das eine Eichung der Biergläser nach Zwanzigsteln zuILgl und den Eichstrich tiefer unter den Rand deS Glases setzt. Die Vorschriften sind aber nicht obligatorisch für das Reich, sondern ihre Einführung bleibt den Landesregierungen überlassen.

Dir Staffelung bei derBrausteuer richtet sich nach der Höhe der Produktion. Neuerrichtete und neu­zuerrichtende Brauereien zahlen bis 1915 einen Zuschlag von 50 Prozent, von 1915 bis 1918 einen solchen von 25 Prozent zu der erhöhten Brausteuer. Sogar das im H a us« halt bereitete obergärige Bier wird mit 4 Mark pro Doppelzentner besteuert, wenn der Iahreskonsum unter 0 Doppelzentnern bleibt. Dieses Bier darf aber nicht ver­kauft werden.

b) Reichsstempelttovelle: 1. Effektenstempel: Steuersatz für Aktien und Anteilscheine 3 Prozent, für Kux­scheine 5 Mark pro Urkunde, für inländische Renten- und Schuldverschreibungen 2 Prozent, für ausländische, die von Staaten und Kommunen ausgegeben, 1 Prozent, im übrigen auch 2 Prozent.

2. Talon stempel: Bei der Erneuerung der Talons wird alle Jahre ein Stempel erhoben, der bei Aktien ein Prozent, bei Renten- und Schuldverschreibungen 5 Prozent beträgt (bei Schuldverschreibungen von Kommunen und Landschaften uiw. im Jnlande 2 Prozent). Befreit sind Talons von Reichs- und Staatsanleihen, sowie ZinSbogen, die bei der ersten Ausgabe der Wertpapiere mit diesen in Verkehr gesetzt werden.

3. Grundstücks stempel: Der Stempel be­trägt bei Grundstücksübertragungen ein Drittel Prozent. Bis zum Inkrafttreten einer Reichszuwachssteuer, die spätestens bis zum 1. April 1912 in Kraft treten soll, wird ein Zuschlag von lOO Prozent zum GrundstückSumsatz- stempel erhoben. Die Reichswertzuwachssteuer soll 20 Mill. Mark bringen, und den Gemeinden, die vor dem 1. April 1909 eine solche Steuer besaßen, soll sie von 1912 ab noch 5 Jahre lang in der alten Höhe vom Reiche vergütet werden. Von 1912 ab soll der Grundstücksstempel alle 5 Jahre um den Betrag herabgesetzt werden, den die Auwachssteuer um 20 Millionen übersteigt.

c) Erhöhung des Kaffee- und Teezolls: Es werden erhöht der Kaffeezoll von 40 auf 60, der Teezoll von 25 auf 100 Mark pro Doppelzentner. Kaffee und Tee, die am 1, August sich im freien Verkehr befinden, unter­liegen der Nachverzollung (Kaffee 20 Mark, Tee 75 Mark pro Doppelzentner). Kaffee- und Teevorräte im Haushalt unter zehn Kilogramm sind von der Nachverzollung befreit.

d) SchaumweinsLstter: Die Schaumweinsteuer be­trägt für die Flasche bis 4 Mark Preis 1 Mark, von 4 bis 5 Mark 2 Mark, mehr als 5 Mark 3 Mark. Die be­kannten deutschen Marken kosten also 3 Mark Steuer pro Flasche. Der Eingangszoll für Schauinivein beträgt 180 Mark pro Doppelzentner, 10 Flaschen Schaumwein in Privatbesitz bleiben steuerfrei. Lagerbeftânde find nach­zuverzollen.

P a t e n t - E r t e i I u n g r n.

Nr. 212 793. Verfahren zur Herstellung brauner Färbungen und Drucke. Farbwerke vorm. Meister, Luci u » & Brüning in Höchst a. M., vom 7. Juni 1907 ab. F. 23 636. Kl. 8m.

Nr. 212 791. Verfahren zum Netzen von Färbungen der Thioindigorotgruppe; Zus. z. Pat. =200 927. Kalle & ®o. Ak t.-G «s. in Biebrich a. Rh., vom 24. September 1807 ab. K. 35 743. Kl. 8n.

Nr. 212 829. Spreizverschluß für Deckel von elektrischen Anschlußdosen und Rohren. Hartmann & Braun Nkt.-V,r in Frankfurt a. M.-Bockenheim, nein 20. No­vember 1907 ab. H. 42 265. Kl. 21c.

Nr. 212 253. Vorrichtung zum Auszeichnen von Pa- ralltllinien für Schneiderzwecke. Elisabeth Reith, geb. Hoerler, in Frankfurt a. M., Lersnerstraße 25, vom 26. November 1008 ab. R. 27 409. KI. 3d.

Nr. 212 215. Verfahren zur Gewinnung von flüchtigen Chloriden, in-besonder» der Schwermetalle. Paul Prior in Frankfurt a. M., Bockenheimer Anlage 45, vom 13. April 1907 ab. P. 19 783. Kl. 40a.

Nr. 2N 945. Gummiervorrichiung für Maschinen zum Etikettieren von Flaschen u. dgl. Albert Müller in Frank­furt a. M., Kirchplatz 6 a, vom 29. Mai 1907 ab. M.

82 847, ÄL 81b.

Drahtnachrichten

Die Norvlattdreise des Kaisers.

Bergen, 21. Juli. Der Kaiser arbeitete Henie vor­mittag allein auf dem BegleitschiffHamburg" und begab sich dann mit einigen Herren des Gefolges an Land. Das Frühstück, an dem auch König Haakon trilnahm, wurde beim Konsul Mohr eingenommen. Zum Tee begaben sich beide Majestäten zum Staaismiuistèr Michelsen. Das Wetter ist trübe.

Bülow-Reminiszenzen derKöln. Volksztg."

Köln, 21. Juli. DieKöln. VolkSztg." bringt heute allerlei Reminiszenzen aus Bülow» Amtstätigkeit und ver­sichert:Wer engere Fühlung mit den Ministern und den BundeSratSbevollmächtigten hatte, konnte darüber nicht im Zweifel sein, auch wenn inese Herren noch so vorsichtig und zurückhaltend sich aussmachen, daß BülowS Stellung lange schon, auch bei »r maßgebenden höchsten Stelle, erschüttert war. BülowS Stern war seit 1907 im Erbleichen. Damals kursierte im Reichstage eine Karte an einen Führer der Block­mehrheit, bie eine Einladung zu einer Besprechung der poli­tischen Lage enthielt, auf welcher der Verlauf der Unter­redung kurz skizziert und unter anderem auch gesagt war, daß zwei Minister fallen müßten, weil sie die Situation er­schwerten. Beide Minister sitzen aber heute noch fest im Sattel. Die Karte enthielt auch noch manches andere, was ein sehr bezeichnende? Licht auf die Situation warf und noch heute werfen würde, wenn es mitgtteilt werden würd»."

Besuch König Eduards bei Kaiser Frauz Josef.

Berliu, 21. Juli. Nach demB. T.* steht es nun­mehr fest, daß König Eduard auf seiner Rückreise nach Marienbad am 10. August zum Besuche des Kaisers Franz Josts in Ischl eintreffen wird. Die offizielle Mitteilung ist bereits durch die englische Botschaft in Wien den Hofstellen zur Kenntnis gebracht worden.

Die KabinettskrisiS in Frankreich.

Paris, 22. Juli. Die meisten MokgrnblÜtter drücken die Ueberzeugung aus, daß Briand die Bildung des Kabinett» übernehmen und daß dasselbe, von einigen wenigen Personen abgesehen, dieselbe Zusammensetzung wie das Kabinett Clemenceau haben werde.

Paris, 22. Juli. In Narbonne, wo vor zwei Jahren die Winzerunruhen in blutiger Weise niedergeworfett wurden, rief der Sturz Clemenceau» große Freudenkundgebungen hervor. Das Stadthaus wurde beflaggt und der Bürger­meister Perroul ordnete noch in der Nacht ein Böllerschießen an. In Argeliers, das der Hauptherd der Winzerbewegung war, findet nächsten Sonntag zur Feier bei Sturzes Clemenceaus ein große» BolkSbankett statt.

Die Lage in Marokko.

Melilla, 21. Juli. Ein Artilleriehauptmann und 21 Soldaten find verwundet ins Krankenhaus gebracht worden. Die Zahl der vermißten Spanier steht noch nicht genau fest.

Madrid, 22. Juli. Amtlich» Meldungen au» Melilla vom 21. Juli ll1/* Uhr vormittag? besagen: Der Kampf war außerordentlich hart. Auf dem äußersten rechten Flügel mußte der kommandierende Oberstleutnant einen Ausfall machen, um die heftigen Angriffe zum Stillstand zu bringen. Der Feind rückte gegen die zweite Station der Mineseiseu­bahn vor mit der offenbaren Absicht, die Verbindung mit den Vorposten abzuschneiden, wo stch die Generale Peal und Jmaz befanden. Von der genannten Eisenbahnstation werden folgend« Verluste der Spanier gemeldet: »in Artilleriehaupt- mann und sechs Soldaten tot, ein Offizier nnd fünfzehn Soldaten verwundet; in der Stellung bei Sibi Mura mehr als zehn Tote und Verwundete.

Waffenlieferung.

London, 22. Juli. Wir derDaily Chronikle* aus Melbourne meldet, gaben die Regierungen Australiens amt­lich bekannt, daß sie das Angebot der amerikanischen Firma Pratt & Whitney auf Lieferung von Handf,uerwaffeu und Anlagen von Waffenfabriken angenommen haben. Die Handfeuerwaffen d»r Fabrik in Lithgow beweisen, daß die englischen Firmen gar nicht in Frage kommen können, was Preis und Lieferungszeit betrifft. Die amerikanischen Kon­kurrenten behaupten, daß die englischen Waffenfabriken 20 Jahre hinter den modernen Werkstätten des Kontinents zurück und daß verschiedene englische Fabriken für ihren Be­trieb auf den Import amerikanischer Maschinen angewiesen sind. Ein englisches Angebot ist 32 000 Pfd. Sterling höher als das der obengenannten Firma. Gegenüber der englischen Firma, die sich eine Lieferungszeit von 3 Jahren ausbedingt, beträgt die von der amerikanischen Firma ver­langte Frist nur 1 Jahr.

Jüdische Sorgen-

London, 21. Juli. Wie dem Reuterschen Bureau aus Simla gemeldet wird, stellt ein afghanisches Blatt fest, daß ein äußerst reger Waffenhandel dem Emir und den Behörden von Kabul die allgemeine Bewaffnung der Afghanen und b«r benachbarten Volksstämme außerordentlich erleichtert. Eine Anzahl von Repetiergewehren ist von Kabul an die afghanischen Truppen in Herat und nach anderen Truppenplätzen gesandt worden. Der Emir erhöhte den Lohn der Arbeiter in den Waffenfabriken und sprach ihnen seine lebhafte Freude über die gute Beschaffenheit der von ihnen gefertigten Waffen aus. Auch die benachbarten Stämme sind unentwegt bemüht, sich mit besseren Waffen zu versehen. Die ganze Angelegenheit ist geeignet, die indische Regierung zu beunruhigen, in der Landschaft Dir fanden mit einzelnen Stämmen Kämpfe statt. Mullah Powindah, der auf Makin in Wazir-i marschiert ist, wurde von einigen 8000 Anhänger» zum König ausgerufen.

Das nette griechische Kabinett.

Athen, 21. Juli. (Agence Havas.) Das neue, unter dem Vorsitz von Rallis gebildete Kabinett ist von dem.WunsL

beseelt, eine aufrichtige und herzliche Annäherung an die Türkei zu bewirken. Die Regierung ist fest entschlüssln, nicht allein alles zu vermeiden, was zu Mißverständnissen Anlaß geben könnte, sondern auch alle Maßnahmen zu treffen, die die Aufrichtigkeit ihres Wunsches, mit dem Nachbarstaat die herzlichsten Beziehungen zu unterhalten, beweisen.

Vorschuß statt Anleihe.

Paris, 21. Juli. DemTempS" zufolge haben Me Verhandlungen zwischen dem serbischen Finanzdelegierte« Patschu und einem französisch-deutschen Finanzsyndikat ht Betreff der geplanten Anleihe zu einem prin­zipiellen Einvernehmen geführt, döch wurde her gegenwärtige Zeitpunkt im Hinblick auf bi« Sommer- ferien alS ungünstig für die Durchführung der Anleiht be­zeichnet. Um ihren guten Willen zu bekunden, hat flch bk französische Grupp« bereit «rklârt, der serbische« Regierung einen beträchtlichen Vorschuß zu gewähren.

Bom Bundesrat.

Berlin, 21. Juli. Am Samstag den 24. Just beginnen unter dem Vorsitz des Staatssekretärs des RetchsschatzamteS, Wermuth, die Beratungen der vereinigten VuSschüffe des Bundesrate» für Zoll- und Gtsuerwesen, für Handel und Verkehr und für Rechnungswesen über die AuSführungsbr- stimmungen zu den neuen Steuergesetzen. Gegenstand bet Beratungen werden zunächst die Brausteuer, Schaumwein- steuer, die Kaffee- und Terzöll« und die Tabaksteuer sein. Die Sitzungen werden sich voraussichtlich über mehrer« Tag» hinziehen. Nach ihrem Abschluß wird sofort bie Bekanntgab' der Ausführungsbestimmungen erfolgen.

WürttembergischeS Brausteuergesetz.

Stuttgart, 21. Juli. Die Regierung hat dem Landtag» einen Entwurf zur Abänderung des württembergischen Brau- steuergesetze» vorgelegt. Der von Württemberg an Stella der Brausteuer an da» Reich zu zahlende Ausgleichung»- betrag bezifferte sich für das Jahr 1908 auf M. 1485 770. Er ist nunmehr durch die Reichsfinanzreform auf 6 435526 Mk. erhöht worden. Dementsprechend legt bte Regierung eine Mehrbelastung bei Bieres vor. Die Steuererhöhung macht auf den Hektoliter Bi« etwa 1,60 Mk. aus.

Witrttembergischs Kammerrnitgliede« M Zeppeltt».

Stuttgart, 21. Juli. Dis Mitglieder bet beiden würt­tembergischen Kammern reifen morgen nach Friedrichshafen und besichtigen dort, im Einverständnis mit dem Grafen Zeppelin, bk Reichslustschifftverst und die Reich-lust- schiffhall«.

verhütetes Unglück.

Pari», 22. Juli. Bei den in d« Vallmchalle M Beauval bei Meauz mit den Motoren bei neuen Senf« baUoniColonel Renard" vorgenommenen Versuchen ent­zündete sich das Benzin und groß« Flammen schlugen empor. Die bei den D«such«n anwesend«« G«ntesoldatrn hatt«» bie Geistesgegenwart, das Fen« mit den Ballastsäcken zu er­stick«» und oerbtn betten so große» Unglück.

Explosion im Jurrgsrautuuuel»

Bern, 21. Juli. Bei den Arbeit«« im Jungfiautunn^, dessen Verlängerung vorgenommen wird, «folgt« eine Explo­sion. ElnMheiten fehlen noch.

Die Cholera tu Peter-burg.

Petersburg, 21. Juli. Seit gestern sind 69 nette Er­krankungen und 35 Todesfälle an Cholera vorgekommen. Die Gesamtzahl der Kranken beträgt 84L

Ertrunken.

Berlin, 22. Juli. Der Restaurateur Lamprecht ht Schwanenwerder bei Wannsee ertrank gestern, alS er mit einem Freund« eine Bootfahrt auf her Havel unternahm. Da- Boot wurde durch ben Sturmwind zum Kentern ge­bracht. Der Freund wurde gerettet

Lenkbares Luftschiff.

Petersburg, 22. Juli. Das in Frankreich bestellte große lenkbare LuftschiffRessija" ist ht« «ingetroffen. Di» Flugversuch« beginnen demnächst.

Verstorben.

Bad Nanheim, 22. Juli. Hi« ist d« Literarhistoriker Gustav Karpeles plötzlich an Herzschlag gestorben.

@in Haifisch.

Mailand, 22. Juli. Am Ligurischen Badestrand« un­weit von Setti Nonento taucht« plötzlich ein groß« Haifisch auf und ««folgt« zwei badende Kinder, bie mit knapper Not ans Ufer flüchten konnten. Einigen Fischern gelang ei, das Tier zu erlegen.

Mysteriöser Vorgang.

Brüffel, 22. Juli. Der Schnellzug Brüssel-Köln, der gestern nach 6 Uhr früh Brüssel verlassen hat, wurde zwischen Lüttich und Beroiers durch bie Notleine angehalten. Als bie Beamten zu dem Abteil eilten, wo die Notlein« gezogen worden war, fanden sie einen von einer Revolverkugel schwer getroffenen jungen Mann, ber aus einer Brustwunde blutete. Es war ein englischer Student, der in Gesellschaft mehrerer Kameraden reifte. Die Studenten behaupteten, daß die Kugel durch einen Unglücksfall ihren Kameraden getroffen habe und verweigerten jebe nxitere Auskunft. Sie wurden in Haft genommen.

Diebstahl im Große».

Petersburg, 22. Juli. Der Schriftführer bet Gefängnis« Verwaltung von Kuenetzk im Gouvernement Saratew sandte dem Senator Garin einen Bericht, aus dem hervorgeht, daß Rußland alljährlich um mindestens IV* Millionen Rubel im Gefängnisressort bestohlen wird. Die Unterschlagungen werden dadurch verübt, daß die Beamten dir eine Hälfte all« dem Neffort gespendeten Lebensmittel für eigene Rechnung verkaufen, die andere Hälfte für staatliche Rechnung und dabei den Erlös gleichfalls in ihr« Tasche bringen.

Madrid, 21. Juli. König Alfons und ber Jnfant Ferdinand sind nach San Sebastian abgereist.

Satt Sebastian, 21. Juli. Prinz Heinrich von Preußen begab sich heute nachmittag in das Rathaus, wo herzliche Trinksprüche auSgetauscht wurden. Das Diner nahm der Prinz im Schlosse Miramar ein.

Lisiabon, 21. Juli. Die neuen Minister stellten sich jeute der Deputiertenkammer vor und beantworteten unter anhaltendem Beifall m«hr»re Jntrrvellaüou«».