«♦ SUH
Samsrag
Seite 1
Tteinheuer, Stübing, Schroeter, Schwabe, Voltz, Wild, I als Volontärin angestellt wurde, betrug in Putbus, WohUarth und Wolff. sie anfangs tätig war, 25 Mk., in Hanau 50 und
Vom Magistrat: Oberbürgermeister Dr. Gebeschus, Bür-
germeister Hild und Siadtrat Nicolay.
Unser Stadttheater beschäftigte gestern nochmals die Stadtverordnetenversammlung. Die sozialdemokratischen Mitglieder der Versammlung batten, wie wir bereits früher mitteilten, einen Antrag eingebracht, den Vertrag mit Herrn Direktor Steffter sofort zu lösen, und zur Unterstützung dieses Antrages eine Anzahl für die betreffenden Schauspieler ungünstige Verträge sowie anderes Material vorgelegt. In der früheren Sitzung, in der dieser Antrag auf der Tagesordnung (taub, wurde die Sache nichtöffentlich beraten und dann der Finanzkommission überwiegen. Diese hatte das vorliegende Belastungsmaterial nicht für so schwerwiegend angesehen, daß es eine einseitige Vertragsauflösung rechtfertigen könnte. Sie sprach sich gegen den Antrag aus. Im übrigen liegt die Sache so: Der Vertrag mit Herrn Direktor (Steffter hätte im Dezember gekündigt werden müssen, wenn eine Erneuerung nicht oder nicht in der alten Form beabsichtigt war. Da dies nicht geschah, läuft der Vertrag ohne weiteres für fernere 3 Jahre. Da dem Magistrat im Dezember nur Wünsche finanzieller Natur bekannt waren, insbesondere bezüglich der Beleuchtung, so traf er in dieser Beziehung eine Vereinbarung mit Herrn Steffter und ließ sodann den Vertrag ungekündigt. Bezüglich des Antrages auf Auflösung des Vertrages sagt der Berichterstatter in dieser Sache, Stadtv. Deines, die Motive zu diesem Antrag deckten sich mit den allgemeinen Differenzen zwischen Bühnenleitern und Bühnenangehörigen, über die man vielfach in den Zeitungen gelesen hat. Die Majorität der Finanzkommission habe den Eindruck gehabt, daß die Gründe, die gegen die Amtsführung Steffters sprechen, nicht derartig sind, um den Vertrag aufzulösen. Die Mißstände sind am Hanauer Theater nicht schlechter, wie an vielen anderen deutschen Theatern auch. Wir sollen das nicht allein in Hanau austragen, sondern erst einmal abwarten, auf welcher Seite das Recht oder Unrecht liegt. Die Schuld an den Differenzen zwischen Bühnenleiter und Bühnenangehörigen wird wohl auf beiden Seiten liegen. Man solle unseren Theaterverhältnissen nicht einen folgen Stoß versetzen. Es sei nicht so leicht, gleich einen anderen geeigneten Mann^zu finden.
Das Material.
Stadtv. Salomon trägt nun das angekündigte Belastungsmaterial im einzelnen vor. Er bittet, dem Antrag nicht parteipolitische Tendenzen nnterzuichieben, es seien nur rein ethische, rein künstlerische Interessen, die ihn bei seinem Vorgehen leiteten. (Rufe: Oho 1) Weiter bittet Redner die Pressevertreter, in Anbetracht der Charaktereigenschaften des Herrn Direktor Steffter die Namen der in Betracht kommenden Schauspieler nicht zu nennen. Redner verliest zunächst einen Brief einer Schauspielerin aus Weimar an Herrn Steffter betr. Engagementsbewerbung, auf das die Antwort erging, fein Gagenetat sei voll besetzt. Er sei aber bereit, sie als Volontärin zn beschäftigen und stellte ihr die Beschäftigung in besseren Stellen nach Möglichkeit in Aussicht. Die Dame habe aber in der Hauptsache im Chor und in der Statisterie mitwirken müssen. Als Herr Steffter später die Bemerkung machte, er behalte die Dame nur aus Gnade an seiner Bühne, bat sie um ihre Entlassung, die auch angenommen wurde. Dann kam ein Brief der Schauspielerin L. R. an einen Sachkundigen, in dem sie fragt, ob sie rerpflidpet sei, so oft im Chor mitzusingen, wie man das von ihr verlange. Sie hatte sich im Vertrag verpflichtet, etwas mitzusingen, aber gehofft, häufiger in größeren Rollen beschäftigt zu werden. Die Gage dieser Dame, die
Volkslied vorzutragen. Der folgende Verein „Liedertafel" (M.-Gladbach) zeigte starke Bässe. Das war die Triebfeder, daß der Chor bedeutend nach oben hinaufgetrieben wurde und der duftige Miltelsatz des Preischores etwas zu stark herauskam. Der Schluß des Preischores aber wurde gewaltig herausgearbeitet und gelaugte zu dramatischer Gestaltung, besonders in den Bässen. Sie schlossen einen Ton zu hoch ■ und sangen dann Hegars kolossal wirksame Komposition „Die beiden Särge". Hier fiel der Verein leider etwas ab. Gleich im Anfang sank er im Ton unb schloß daher in D-Dur statt in Es-Dur. Der „Krefelder Sängerbund", der dann auf
im
dem Podium erschien,
an, war aber sehr bald einen
zartesten Pianissimo halben Ton zu tief,
und es entstand dadurch eine große Unreinheit. Die Bässe drückten nach oben, die Tenöre nach unten. Der erste Mittelsatz gelang ihnen zwar, auch der zweite gelang vortrefflich. Beim Uebergang machten die Tenöre dann plötzlich einen Sprung in die richtige Tonart, und der ganze Chor sang in erfreulicher Weise mit. Der Dirigent zeigte bas unglaubliche Mißgeschick, daß er eine kraftvolle Stelle piano anfangen und forte aushalten ließ. Den Wahlchor „Sturmerwachen" sangen die Krefelder im Anfang ausgezeichnet, konnten ihn aber schließlich nicht bewältigen, entwickelten sich am Schluffe allerdings noch einmal in großartiger Weise und schlossen einen halben Ton zu hoch. Der nächste Chor, der heute zu Worte kam, war der Borbecker „Gregorius." Er hatte den Preischor sehr gut angefangen, wurde aber bald unrein. Noch andere Unreinheiten gesellten sich dazu, da der Dirigent zu oft in die Partitur sah. Die Bässe sangen hier zu dunkel. Der Schluß kam jedoch mit dynamischer Wucht heraus. Der Verein endete beinahe in Eis-Dur. Der Wahlchor „Sturmerwachen" war auch im Anfang gut. Mit sehr zartem Pianissimo fingen sie an, doch sanken sie schon nach wenigen Takten um‘einem halben Ton und die dunkle Färbung der Bässe fiel allgemein auf. Auch das Solo-Quartett versagte und einige Unreinheiten, die dazu kamen, lassen es fraglich erscheinen, ob der Chor in den engeren Wettbewerb kommen wird. — Am Schluffe konferierte' der Kaiser über eine halbe Stunde mit dem Preisrichlerkollegium und begab sich dann mit dem Automobil durch den Taunus nach Wiesbaden zurück.
wo
spâter 70 Mk.
Die Neiseunküsten mußte sie aus ihrer
Tasche tragen. Dann kam die Schauspielerin Pr. an die Reihe. Auch sie sei entgegen den Versprechungen viel in (Statisterie beschäftigt worden. Sie reiste von Leipzig nach Putbus, um dort ein vierwöchiges Engagement anzutreten, für das sie lediglich 25 Mk. Reiieenlschâdignng erhielt. Es wurde ihr eine glänzende Beschäftigung in Aussicht gestellt,
doch habe diese in der bestanden. In Hanau pro Monat erhalten, allein 150 Mk. betragen.
Hauptsache nur in Statisterie habe sie dann 100 Mark Doch hätten die Reisekosten In dem Vertrag wurden 600
Mark Konventionalstrafe festgesetzt. Redner gibt zu, daß die Verträge allgemeiner Natur sind, wie sie vom Deutschen Bühnenverein ausgegeben werden, aber die besonderen Verschärfungen blieben jedem einzelnen Bühnenleiter überlasten. Für die Sommerspielzeit in Putibus erhielt die Dame nur 50 Mk. Monatsgage. Frl. P. sandte die Verträge und die zugehörigen Briefe an die Deutsche Bühnengenossenschaft, die damals in Berlin tagte, verlangte dann aber auf telegraphischem Wege das Material zurück, nachdem ihr ein glänzendes Engagement in Aussicht gestellt war. Das Material wurde darauf in Berlin nicht veröffentlicht, aus dem glänzenden Vertrag mürbe aber auch nichts. Schauspieler U. erhielt in Puttbus 75 Mk., in Hanau 100 Mk., die festgesetzte Konventionalstrafe betrug 700 Mk. Um zu beweisen, daß diele hohen Vertragsstrafen nicht so ganz von ohne sind und daß sie wohl eingesetzt wurden, weil der Direktor hoffte, gelegentlich einmal eine solche in die Tasche stecken zu können, führt Redner einen Fall an, wo eine Dame in Putbus auf Zahlung der 300 Mk. Konventionalstrafe verklagt wurde, weil sie einen Tag früher als festgelegt das Engagement verlassen hatte. Die Klage wurde abgewiesen. — Die Vertragsbestimmungen mit Frl. H. resp. Frau U., die Redner dann besprach, sind durch die seinerzeitigen Sprech- saalartikel des Herrn II. bereits allgemein bekannt geworden. Sie wurde als Volontärin mit 40 Mark Monatsgehalt angestellt, mußte aber sehr viel im Chor und als Statistin Mitwirken, während es ihr hauptsächlich darum zu tun war, bessere Rollen zu spielen und sich auszubildeu. Im übrigen sei es Pflicht des Theaterdirektors, sich nach den pekuniären Verhältnissen der bet ihm um Engagement nachsuchenden Schauspielerinnen zu erkundigen, um zu verhüten, daß diele in der Not auf Abwege geraten. Dies habe Herr Dir ektorSteffler nie getan. Dann wies Stadtv. Salomon darauf hin, daß Herr Direktor Sleffter mit einem Hamburger Theaterschulinhaber Vereinbarungen dahin getroffen habe, daß ihm für die Sommerspielzeit Schüler zur Verfügung gestellt werden, die dann wieder in die Schule zurückkehren. Redner hält Herrn Direktor Steffter nicht für würdig und nicht für fähig, unser Theater zu leiten. Die Aktion gegen ihn sei nicht eingeleitet worden, weil gerade er an den Pranger gestellt werden sollte, sondern weil er der Schlimmste unter den Schlimmen sei.
Stadtv. Loßberger bringt die bereits im vorigen Jahre besprochene Sache mit der Souffleuse wieder zur Sprache und verliest als Beweis dafür, daß seine damaligen Behauptungen richtig waren, einen Brief der betreffenden Dame. Die Sache war die: Fräul. Doris Alberti wollte Repertoireverzeichnisse drucken lassen, um sie zu verkaufen. Herr Direktor Steffter erbot sich, als sie eine bessere und teuere Ausstattung wünschte, die Hälfte der Druckkosten zu tragen, wenn ihm die Hälfte des Erlöses eingehändigt würde. Die Unterredung fand kurz vor der Vorstellung statt und dauerte nur wenige Minuten. Während der Vorstellung wurde die Sache besprochen und kritisiert. Als Herrn Steffter dies zu Ohren kam, meinte er zur Souffleuse, sie brauche nicht so viel Umstände damit zu machen, er habe ja gar nicht verstanden, was sie eigentlich wolle und werde sich um die Sache überhaupt nicht mehr kümmern. Sie möge machen, waS sie wolle. Damit war der Fall erledigt. Die Souffleuse ließ die Verzeichnisse in einfacherer, billigerer Weise auf eigene Rechnung drucken und verkaufte sie auch auf eigene Rechnung.
Herr Loßberger macht dem Magistrat einen Vorwurf daraus, daß er den Stadtverordneten von der Notwendigkeit, den Vertrag im Dezember zu kündigen, keine Mitteilung machte. Das Theater sei ein Erziehungsmittel. Erfülle es sein: Mission, betätige es sich als Kulturfaktor, so wirke es segensreich auf das Volk und dieses lerne unterscheiden zwischen gut und böse. Der Geschmack, an Operetten und ähnlichen leichten Sachen Gefallen zu finden, wirke auf das Nepertoir ein. Die „Dollarprinzessin" wurde dreiundzwanziamal gegeben und würde, wenn die Theaterdebatte nicht dazwischen gekommen wäre, wohl auch zum 25. Male gegeben worden sein. Wenn der Herr Oberbürgermeister sagt, an den drei Pflichtspieltagen nur sei der Direktor verpflichtet, klassische und ähnliche belehrende Stücke zu geben, an den übrigen Tagen könne er machen, was er will, so sei dem nicht so. Wenn der Direktor auch etwas für seine Tasche tun müsse, so sei er (Redner) der Ansicht, daß es zu viel ist, was er tut. Er selbst sei auch ein Freund der Operetten, nur dürfen sie nicht überwiegen. Bei Herrn Direktor Steffter freilich habe er sich die Operetten noch nicht angesehen. Redner fordert, daß Herr Steffter einen Chor engagiere und nicht Schülerinnen dazu benutze. Dann verliest er einen Brief des Vaters der obenerwähnten Schauspielerin P., in dem dieser gegen die Art, wie seine Tochter hier verwendet wurde, protestiert. (Statt zu lernen, sei sie ausgenutzt worden. Finanziell war Frl. P. infolge der Zuschüsse von zu Hause unabhängig. Weiter bringt Herr Loßberger ein Schreiben des früheren Direktors Herrn Jaritz zur Verlesung, in dem sich dieser gegen die Behauptung wendet, unter seiner Regie seien so hohe Gagen wie jetzt nicht bezahlt worden. Danack waren damals eine ganze Anzahl Schauspieler und Schauspielerinnen tätig mit über 200 Mark, einer hatte 350 Mark und ein mit 180 Mark garantiertes Benefiz. Aller- dings gab es auch welche mit 70 Mark. Unter den ietzigen
Gagen sind gleichfalls eine Reihe über 200 Mark und unseres Erinnerns auch eine mit 350 Mark. Nach des Redners Darlegungen betragen die Herrengagen jetzt in 19 Fällen über 150 Mark, in 22 Fällen unter 150 Mark, in 7 Fällen unter 100 Mark, 5 bekommen nichts. In den Ankündigungen zu Beginn der Spielzeit habe Herr Steffter mehr versprochen, als er gehalten hat.
Stadt. Deines weist darauf hin, daß es sich doch nur darum handelt, ob Material vorhanden ist, das genügt, um den Vertrag einseitig aufzulösen. Was Herr Salomon vorgebracht hat, beruht wesentlich auf der Unzufriedenheit einzelner Schauspieler und berechtigt uns auf keinen Fall zu einer Vertragsauflösung. Vom allgemeinen Standpunkt aus betrachtet, muß man anerkennen, daß auch in allgemeinen Verhältnissen die Ursachen liegen. Wenn ein Ueberangebot von Arbeitern vorhanden ist, dann sinkt die Bezahlung. Die betreffenden Schauspielerinnen haben sich dem Direktor völlig zur Verfügung gestellt und er ist darauf eingegangen. Es ist nichts erwähnt von den Leistungen, es ist nicht gesagt, ob sie auch leisten können, was sie verlangten. Wir haben noch eine ganze Reihe von Schauspielerinnen und Schauspieler, von denen nichts erwähnt wurde. Deren Verhältnisse sind jedenfalls ganz andere. Ein guter Schauspieler braucht auch nicht schlechte Verträge einzugehen. Sie werden von einer Bühne zur anderen geholt Man sucht sich ihrer zu sichern. Im übrigen sei die Sache mit dem Magistrat auszufechten, dem die Verträge vorlagen und der diese gut geheißen hat.
Herr Oberbürgermeister Dr. Gebeschus betont, daß die ganze Sache mit Herrn Steffter den Wünschen entsprechend geregelt worden wäre auch ohne die Zeitungsschreiberei. Das Richtige wäre gewesen, die Schauspieler hätten sich mit ihren Beschwerden direkt an die zuständige Stelle, an den Magistrat, gewandt. Nachdem sie es aber vorgczoqen, gleich an die Oeffentlichkeit zu gehen, hatte er seinen Anlaß, die Sache zu untersuchen. Er habe aber doch, wie er bereits in der früheren Sitzung darlegte, eine Anzahl Schauspieler und Schauspielerinnen zu sich bestellt und über ihre Inanspruchnahme befragt. Der Magistrat strebte die Besserung der Bühnenverhältnisse an, lange bevor dieses „bedeutende" Material vorgelegen hat.
Nach weiterer unwesentlicher Debatte schritt man zur Abstimmung, die die A b l e h n u n g des sozialdemokratischen Antrages ergab, und zwar mit überwiegender Mehrheit.
Beschaffung von Rasenschutzgeländern.
Zur Beschaffung von Rasenschutzgeländern für die Anlage vor der Zeichenakademie und v on Nürnbergertor bis zu Oberrealschule wird der im Etat 1909 unter A.-O. I. 2 eingesetzt« Betrag von 1000 Mk. zur Verfügung gestellt. Begründung: Wie alljährlich stehen auch in diesem Jahre im Etat für 1909 A.-O. I. 2 1000 Mk. für Schutzgeländer in den Anlagen eingetragen. Die Genehmigung haben sich die Stadtverord- neten vorbehalten. Die Baukommission beantragt, diese 1000 Mk. zur Anschaffung von Schutzgeländer der Anlagen vor der Königlichen Zeichenakademie und für diejenigen von dem Nürnbergertor bis zur Oberrealschule zu bewilligen. — Ter Antrag wird genehmigt.
Beschaffn ng von Ba irrn körben.
Die im Etat 1909 unter A.-O. I 3 eingesetzten 600 Mark werden zur Beschaffung von Baumkörben zur Verfügung gestellt. Begründung: Zum Schutz der Bäume gegen Beschädigung durch Pferde, die auf den Straßen am Trottoir stehen, Verunreinigung und demzufolge Beschädigung durch Hunde, wie auch gegen Beschädigung durch Menschen, vor allen Dingen spielende Kinder, hat der Magistrat die Beschaffung einer größeren Anzahl von Baumkörben im Gesamtbeträge von 2221.80 Mk. unter dem 28. Juli 1907 be- schlossen. Die Anschaffung ist auf 4 Jahre verteilt gedacht. Für das Etatsjahr 1908 war die erste Rate mit 600 Mark in den Etat eingestellt. Für das Jahr 1909 sind wiederum 600 Mk., A. O. 1.3, eingestellt, deren Bewilligung die Stadtverordneten sich Vorbehalten haben.
Ausbau des Fischerhüttenweges.
Der Ausbau deS Fischerhüttenweges zwischen Hochwasserdamm und Straße Nr. 53 wird genehmigt; die erforderlichen Mittel im Betrage von 11 400 Mark werden zur Verfügung gestellt. — Begründung: Sobald das neue Gerichtsgebäude dem Verkehr übergeben wird, muß die Zufahrt in den Hof von einer der beiden noch nicht ausgebanten Straßen, entweder 53 (Straße zwischen der Kleinkinderschule und Löwie) oder Fischerhüttenweg ermöglicht werden. Die Baukommission schlug demgemäß vor, die Straße 53 auszubauen, der Magistrat konnte sich jedoch diesem Vorschläge nicht anschließen, weil von dieser Straße aus ein Eingang oder eine Einfahrt in das Gerichtsgebäude nicht statlfindet. Nur an der Kreuzung der Straße 53 mit dem Fischerhüttenweg befindet sich ein Wohngebäude, welches nach dieser Straße einen Ausgang hat, während die Einfahrt in den Hof des Gerichtsgebäudes von dem Fischerhüttenweg aus stattfindet und zwar von demjenigen Teil, der zunächst der Straße 53 liegt. Demgemäß beschloß der Magistrat, die Angelegenheit an die Baukommission zurückzuverweisen. Diese beantragt nunmehr, den Ausbau des Fischerhüttenweges, aber nur in demjenigen Teil, der näher nach der Straße 53 hin liegt. Die Kosten sind auf 11 400 Mark veranschlagt, wovon 2500 Mk. auf Grunderwerb fallen.
DaS Gesuch des Konditors D e b l o n um bauliche Herstellungen in den von ihm gemieteten Räumen im Hause Marktplatz 14 wird genehmigt. Es werden 500 Mk. bewilligt für die Umänderung des Fensters in ein Schaufenster. Deblon verpflichtet sich, 10 Proz. der für die Umänderung aufgewendeten Kosten als erhöhte Miete zu zahlen.
Aufstellung von 6 Laternen in der Freigerichtstraße.
Die Körperschaften haben durch Beschlüsse vom 14. Febr und 30. März 1905 der Gaswerks-Kommission die Beschlußfassung über Aufstellung und Belebung von Laternen und Erhebung von Laternen zu Richtlaternen übertragen. Di« Gaswerks-Kommission hat die Ausstellung von 6 neuen Laternen in der Freigerichtstraße beschlossen, von denen 2 als Richtlaternen und 4 als Abendlaternen vorgesehen sind. Der jährliche Gasverbrauch beträgt 1790 Kbm., die Ausgabe also 179 Mk. Die Anlagekosten betragen 650 Mk. und sind aus dem Erweiterungsfonds bestritten. Die Angelegenheit dient zur Kenntnisnahme.