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beiter kann keine Beschäftigung finden, weil es an Arbeit fehlt. Besonders im Scehandel, in der Zellulose-Industrie, Konfektion, im Buchhandel, in der TeM-, GlaS- und Eisen» Hüttenindustrie sieht eS für die Arbeiter noch traurig aus. Es fehlt an Aufträgen, und daS Vertrauen auf eine baldige Besserung ist bedenklich erschüttert. Die Kassen der Arbeiter* Organisationen sind nicht nur erschöpft, sondern auch noch mit Schulden belastet, die während des Streiks ausgenommen wurden. Die Mitglieder der Arbeiterorganisationen find in großer Zahl mit ihren Beiträgen im Rückstände, und die Unterstützungen des Auslandes reichen nicht aus, das bestehende Defizit zu decken.
Die L a g e i n G r i e ch e n l a n d hat sich neuerdings wieder mehr zugespitzt und nimmt die öffentliche Aufmerksamkeit in erhöhtem Maße in Anspruch. Den Ausgangspunkt bilden die Reden, die der Kronprinz in Patras und Korfu gegen die Komitee-Offiziere gehalten hat. Daraufhin wandte sich der „Militärbund" mit aller Entschiedenheit gegen den Kronprinzen und verlangte von der Regierung, beim König dahin vorstellig zu werden, daß der Kronprinz sich nicht mehr in die Politik einmische. Ferner stellten die Offiziere die Forderung, der König solle alles, was der Kronprinz in Patras und Korfu gegen die Komitee-Offiziere gesagt hätte, als unverbindliche Aeußerungen desavouieren. Diese Forderungen der aufständischen Offiziere hat der gegenwärtige Ministerpräsident Mauromichalis, der gnnz in den Händen des Militärs ist, dem König übermittelt mit dem Hinweis darauf, daß, wenn sie nicht erfüllt werden sollten, das Kabinett zurücktreten müsse. ES fragt sich nun, ob sich der König dem Ansinnen des Militärbundes fügen wird. Alle diese Vorgänge der letzten Zeit lassen befürchten, daß die Königswürde in Griechenland zur Kulisse für die Kämpf« ehrgeiziger Parteiführer . um die Macht herabsinkt. Demokratie und Königtum vermögen sich eben nirgends zu »«reinigen, ohne daß das Königtum seines Ansehens und seiner Stellung verlustig geht.
Ean dwirtTcbaftlitbes.
_ Wochenbericht der Berliner Produktenbörse.
Die am 15. September beendete Berichtswoche hat dem Berliner Getreidemarkte eine erhebliche Befestigung gebracht. Ihren Ausgang nahm diese von der Lag« des Weizen- geschäfts. Bisher herrscht« die Meinung, daß Rußland an Weizen eine ungewöhnlich große Ernte in diesem Jahre gehabt habe, und diese Anschauung ist auch eine der wesentlichsten Ursachen für die Verstauung am internationalen Markte gewesen, aber jetzt schätzt der amtliche russische Ernte- öericht den Ertrag so niedrig ein, daß er nicht einmal die Größe einer Mittelernte erreicht, wenn er auch die Ergebnisse der drei letzten Jahre übertrifft. Zudem wirkte es für den Getreidrhandel einigermaßen überraschend, daß trotz sehr bedeutender russischer Verladungen der Weizenversand aller Ausfuhrländer zusammen verhältnismäßig nur gering gewesen ist, da der Export Argentiniens angeblich wegen schlechter Ernteaussichten überhaupt stockt und Nordamerika nicht viel verschifft hat. Diese Umstände haben in Konsumentenkreisen die Ansicht durchdringen lassen, daß eine weitere Nachgiebigkeit der Preise vor der Hand schwerlich in Aussicht steht, und infolgedessen hat sich am Berliner Markte bei der mangelnden Versorgung der Bäcker, Müller und Händler eine ziemlich lebhafte Nachfrage entwickelt, die für Weizen mit einer Preisbesserung um etwa 6 Mark verbunden war. Roggen war im Einklang mit Weizen gleichfalls recht fest. Die Bahnzufuhren sind sehr klein geworden, und es findet auch Export bei dem geringer gewordenen russischen Angebot fortgesetzt statt. Die Preise hoben sich um etwa 5 Mark. Hafer war aus der Provinz mehr angeboten, wurde aber nur in feineren Qualitäten zu guten Preisen untergebracht. die unter den Quetschfalten hindurchgeleitet werden, was ihnen ein flottes Gepräge gibt. Ihren viereckigen Ausschnitt füllt ein Latzteil aus Tüll oder Wollbattist, aus welchem Stoff dann auch der lange, in Querfältchen abgenähte Aermel besteht. Diese runde oder viereckige Passe aus abstechendem Stoff ist übrigens eine immer wiederkehrende Erscheinung in der Kindergarderobe, ohne di« selbst das Festkleidchen der kleinen Mädels nicht vollständig wäre. Auch Unterziehblusen sind beliebt, weil sie insofern praktisch sind, als man durch sie das Kleidchen bald wärmer, bald leichter halten kann. Da sie stets einfarbig sind, passen sie sowohl zu den gestreiften wie karierten Geweben, die gerade in der Kinder- garderob« den glatten vorzuziehen sind, weil sie Flecken und kleine Unsauberkeiten weniger hervortreten lassen. Die abstechende Bluse bringt dann immer etwas Abwechslung in das Ganze. Auch die Schürzenkonfektion hat mancherlei neues, hübsches für die kleinen und größeren Fräulein« herausgebracht, das speziell den praktischen Müttern gefallen dürfte. Da sind vor allem die Kleibschürzen, die durch den angeschnittenen oder eingesetzten Glockenärmel japanisch wirkend, in voller Länge und Weite das Kleidchen decken. Aus einfarbigen oder gestreiften Waschstoffen, mit bedruckten Bordüren oder glatten Blenden ausgeputzt, werden diese ebenso hübschen wie kleidsamen Schürzen in der Taille durch einen Gürtel zusammengehalttn, wodurch sie wie ein Kleidchen wirken. Unter den Paletots sind die Biedermeirrmäntel wohl das Eleganteste. Aus weißem, livreefarbigem oder hellbraunem Tuch mit drei Kutscherkragen, kurzem Leibchen, das doppelreihig geknöpft, kleiden sie die kleinen Mädels ganz allerliebst. Auch Sackpaletots mit unten abgerundeten Vorderteilen vervollständigt man gern durch diese dreifachen Pelerinen. Im Uebrigen ist es neben der praktischen Kieler Zacke mit abzuknöpfendem Matrosenkragen vor allem die englische Ueberzieherform der Knaben, die für die größeren Mädchen immer wieder al« elegant und vornehm gilt. Wie denn in der Kindergarderobe eine gewisse Einfachheit als das Ideal erscheint, dessen Erreichung allen Müttern ans Herz gelegt sein sollte. M. H.
Dagegen zogen die Notierungen für spätere Lieferung infolge erhöhter russischer Forderungen um etwa 3 Mk. an. Gerste konnte sich trotz enormer russischer Ausfuhr behaupten, weil Deutschlands Bedarf an dieser Frucht sehr groß ist. Das Geschäft in Mais war ruhig. Am letzten Tage der Berichtswoche stellten sich die Preise für Lieferung im Dezember wie folgt: Weizen 214,75 Mk., Roggen 175,05 Mk., Hafer 158,00 Mk., Mais 155,00 Mk.
Preise des städtischen Schlachtvieh-Marktes. I. Ochsen: a) vollflcischige, ausgemästete höchsten Schlachtwertes, höchstens 6 Jahre alt 74 bis 79 Mk., b) junge, fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete 65 bis 70 Mk., c) mäßig genährte junge und gut genährte ältere 56 bis 61 Mk., d) gering genährte jeden Alters 52—55 Mk. II. Bullen: a) vollfleischige, höchsten Schlachtwertes 69 bis 71 Mk., b) vollfleischige jüngere 62 bis 65 Mk., c) mäßig genährte jüngere und gut genährte ältere 57 bis 60 Mk., d) gering genährte 52 bis 55 Mk. III. Färsen und Kühe: a) vollfleischige, ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwertes 66 bis 69 Mk., b) vollflcischige, ausgemästete Kühe höchsten SchlachtwerteS, höchstens 7 Jahre alt, 62 bis 64 Mk., c) ältere ausgemästete und weniger gut entwickelte jüngere Kühe 57 bis 60 Mk,, d) mäßig genährte Färsen und Kühe 52 bis 55 Mk., e) gering genährte Färsen und Kühe 47 bis 51 Mk., k) gering genährtes Jungvieh (Fresser) 40 bis 50 Mk. IV. Kälber: a) Doppellender feiner Mast 108 bis — Mk., b) feinste Mast- (Vollmilchmast und beste Saugkälber 73 bis 85 Mk., e) mittlere Mast- und gute Saugkälber 71 bis 76 Mk., d) geringe Saugkälber 60 bis 67 Mk. V. Schafe: a) Mastlämmer und jüngere Masthammel 79 bis 83 Mk., b) ältere Masthammel 72 bis 78 Mk., c) mäßig genährte Hammel und Schafe (Märzschafe)
64 bis 70 Mk., d) Marschschafe und Niederungsschafe —,— Mk. VI. Schweine: a) Fettschweinr über 3 Zentner Lebendgewicht 76 bis — Mk., b) vollfleischige, der feineren Rassen und deren Kreuzungen über 21/» Zentner Lebendgewicht 75 bis — Mk., c) vollfleischsge der feineren Rassen und deren Kreuzungen bis 2^/, Zentner Lebendgewicht 73 bis 75 M?., d) fleischige 71 bis 74 M?., e) gering entwickelte 68 bis 71 Mk., f) Sauen 68 bis 70 Mk.
Polnische Heldentaten im Spiegel der Geschichte.
Die Polen beabsichtigen die fünfhundertjährige Wiederkehr der Schlacht bei Tannenberg oder Grundwald am 15. Juli 1410, in der ihre Ahnen einen Sieg über den Deutschen Ritterorden erfochten, als eine Heldentat des polnischen Volkes zu feiern. Die Begeisterung, die bereits in der polnischen Presse laut wurde, könnte durch einige Richtigstellungen der „Schles. Ztg." gedämpft werden. Dieses Blatt gibt an der Hand des Breslauer Historikers Jakob Caro eine fachliche Darstellung jener Waffentat, in welcher der über „alles verhimmelte polnische Sieg eine ganz andere, mit den slawischen Dithyramben durchaus unvereinbare Beleuchtung" gewinne.
Zunächst steht fest, daß die polnischen Streitkräfte dem Ordensheere an Zahl mindestens ums Doppelte überlegen waren, und daß diese Ueberzahl den Polen hauptsächlich zum Siege verhalfen habe; in der ersten Hälfte der Schlacht siegten die Polen nur dadurch, daß sie, ähnlich wie die Oesterreicher und Russen bei Kunersdorf, den ermatteten Siegern frische Truppen entgegenstellen konnten; nicht nur an Zahl auch an innerer Geschlossenheit sei das Ordensheer dem polnischen nicht gewachsen gewesen. Nachdem dann einige Momente aus dem Verlaufe der Schlacht mitgeleilt sind, heißt es weiter: „Verliert schon nach den mrtgeleilten Tatsachen die „polnische Großtat von Tannenberg" recht viel von ihrer Größe, so läßt sich auch gegen ihre Bezeichnung als einer polnischen manches einwenden".
„In dem bei Tannenberg kämpfenden Heere waren", schreibt Caro, „verhältnismäßig die Polen am schwächsten vertreten". Die Hauptmasse der Kämpfenden bildeten Litauer, Ruffen, Walachen, Armenier, Juden und besonders Talaren, von denen nach übereinstimmenden glaubwürdigen Nachrichten 30000 Mann auf polnischer Seite gekämpft haben. Wenn später polnische Schlachtberichle die Zahl der Tataren von 30 000 auf 300 herab drückten und ihre für den Erfolg sehr wesentliche Mitwirkung ganz unterschlugen, so wollte man damit nicht nur den Anteil der Polen am Siege vergrößern, sondern man hatte auch allen Grund, sich der Bundesgenossen zu schämen. Hatten doch die heidnischen Tataren zum Entsetzen der ganzen Christenheit mit einer selbst in jener rauhen Zeit unerhörten Grausamkeit in preußischen Landen gehaust. Kaum hatten skr die Grenze überschritten, so begann „daS Rauben, Plündern und Morden von Weibern und Kindern, das barbarische Werk der Verwüstung dessen, was deutsche Arbeit im Verlauf eines Jahrhunderts auf dem Boden Preußens angebaut hatte". Dadurch wurde der Kampf Polens gegen den Orden, nach Caros treffenden Worte, „zur Ueberschüttung einer hochgestiegenen Zivilisation durch slawisch-talarische Barbarei" ., . . „
Was hat nun daS.Polentum aus Westpreußen, diesem spaten Preise des Tannenberger Sieges, gemacht? Die beste Antwort gibt die farbenreiche, aber durchaus geschichtlich treue Schilderung, die Gustav Freytag in den Bildern aus deutscher Vergangenheit von dem Zustande Westpreußens zur Zeit der preußischen Besitzergreifung entworfen hat. Die einst so blühende Stätte der Kulturarbeit des Ordens war im Jahre 1772 „ein verlassenes Land, ohne Zucht, ohne Gesetz, ohne Herren", eine menschenarme Einöde, die Städte verfallen, das platte Land verwüstet, die Bevölkerung in „Armseligkeit und Aberglauben, in Trunksucht und Trägheit versunken". Das war das Ergebnis dreihundertjähriger polnischer Herrschaft; das war die letzte Nachwirkung des von unserem Großpolentum als nationale Großtat gepriesenen Sieges von Tannenberg 1
Aus aller Mell.
Das Ende der Kaiserin Elisabeth. In Budapest ist dieser Tage ein Buch der Gräfin Irma Sztaray, der Hofdame der ermordeten Kaiserin von Oesterreich, erschienen. Bekanntlich war die Gräfin die einzige Begleiterin der Kaiserin, als der Italiener Luccheni in Gens das Attentat aus diese verübte. Die Gräfin schildert den furchtbaren Moment in folgender Weise: „Es war ein herrlicher Herbsttag,
die Kaiserin war in heiterster Laune. Sie hatte ein Grammophon für ihre Enkel gekauft und lächelnd ihren Namen in daS Album geschrieben, das ihr der Geschäftsinhaber überreichte. Als wir am Nachmittag spazieren gingen, bemerkten wir plötzlich einen Menschen, der auf uns zukam, aber sich in merkwürdigen Zickzackschritten zwischen dem Ufer des Sees und der Baumreihe, die sich am Ufer befindet, hin- und herbewegte. Der Mensch wird uns sicher aufhqlten, dachte ich ärgerlich, denn wir hatten Eile und wollten noch rechtzeitig zum Dampfschiff kommen. Ich behielt den Mann unausgesetzt im Auge. Plötzlich änderte er seine Richtung und kam direkt auf uns zu. Instinktiv trat ich einen Schritt vor und deckte mit meinem Körper die Kaiserin vollständig. Luccheni zauderte erst einen Augenblick, stürzte sich dann aber auf die Kaiserin und brachte ihr einen Dolchstoß bei. Die Kaiserin sank ohne einen Schrei und einen Seufzer um. Endlich öffnete sie die Augen, aber man erkannte, daß sie bewußtlos war. Ich kniete neben ihr. Langsam kam die Kaiserin wieder zu sich. „Wie fühlen sich Eure Majestät? Es ist doch kein Unglück passiert?" fragte ich stammelnd. „Nein!" erwiderte sie lachend. Weder ich noch sie hatten in diesem Augenblick eine Ahnung davon, daß der Angreifer einen Dolch in der Hand gehabt hatte. Schließlich erhob sich die Kaiserin, ordnete ihre Frisur, nahm Fächer und Schirm auf, und mir gingen weiter. „Was wollte der Mann eigentlich von mir?" fragte mich ruhig die Kaiserin. „Ich weiß nicht. Aber er ist sicher ein Verbrecher!" „Vielleicht wollte er mir meine Uhr entreißen!" Nach einer Weile fragte die Kaiserin: „Bin ich bleich ? Und bald darauf: „Ich glaube, ich bin herzleidend, aber ich weiß es nicht genau!"' AIs wir auf der Brücke zum Dampfer ankamen, bat mich die Kaiserin um meinen Arm. Ich versuchte sie zu stützen, aber ich konnte sie nicht halten. Sie wurde wieder ohnmächtig und glitt abermals zu Boden. Dann öffnete die Kaiserin langsam die Augen und blieb eine kleine Weile still, als wolle sie sich besinnen, wo sie sich befände und was passiert sei. Ihre Augen waren mit einem Schleier bedeckt und ihr Blick ganz unsicher und irr. Die anderen Passagiere des Dampfers umstanden in respektvoller Entfernung die Leidende. „Was ist mit mir geschehen?" murmelte sie. Das waren ihre letzte Worte, damit fiel sie bewußtlos hin. Die Kaiserin trug eine leichte Bluse aus schwarzer Seide. Ich wollte sie etwas öffnen, damit die Kaiserin leichter atmen könne. Als ich die Bänder gelöst hatte, bemerkte ich auf dem Batisthemd in der Nähe des Herzens einen schwarzen Fleck von der Größe eines Zweimarkstückes. Jetzt wußte ich die schreckliche Wahrheit. Ich schob das Hemd zur Seite und iah in der Gegend des Herzens eine kleine, dreieckige Wunde, bedeckt mit einigen Tropfen geronnenen Blutes. Der Mensch hatte die Kaiserin von Oesterreich erstochen!"
Das Jeu der „Südwestafrikaner". Unsere „Südwestafrikaner" schlagen ihre freie Zeit, tout comme ehez nous, auch mit Kartenspiel und Würfeln tot. Das kann man ihnen nicht verdenken, solange sie Beim biederen Skat oder gewöhnlichen Schafskopf bleiben. Man hatte sich aber dort unten im fernen Süd dem höheren Jeu, dem ebenso beliebten, wie unterdrückten „Mauscheln", der „lustigen Sieben" und „Glück und Segen bei Cohn" zugewandt, und aehöxM Summen wurden umgesetzt und auch verloren'. ' Da üu«— Keetmannshoop nicht Monte Carlo ist itnb der SanitätS- sergeant Kirchheim kein Privilegium zum Hazardieren hat, Kirchheim sich auch von einem Untergebenen 230 Mark auf Schuldscheine verschrieb, so sah die Militärbehörde darin einen Mißbrauch ’ber Dienstgewalt und stellte den Strafantrag. Das Kriegsgericht der Landwehrinspektion Berlin erkannte auf 8 Tage Mittelarrest, als Memento für Militär- Hazardeure.
Die bedrohte Kuhschweizerfamilie. An das Treiben russischer Banditen erinnert ein Vorgang, der sich in Göls- borf bei Fürstenwalde abspielte. Dort mgrbe der Kuh- schweizer Gehricke abends von einer Anzahl bis an di« Zähne bewaffneter Männer aus feiner Wohnung geschellt und ausgefordert, mitsamt seiner Familie das Haus sofort zu verlassen. Gehricks verrammelte sich aber statt dessen schleunigst, worauf die Räuber mit Revolverschüssen antworteten und die Fenster mit Steinen bombardierten. Da alsbald in die Fenster hineingeschossen wurde, flüchtete Gehricke mit den Seinen auf ein anliegendes Grundstück, worauf die Banditen das Haus völlig verwüsteten. Einer der Räuber wurde von Gehricke durch einen Schuß verwundet.
Das Ende der Geliebten eines Königs. Einem Berliner Mittagsblatt wird aus Wien das Ende der Königsgeliebten Rosa Benzoe, mitgeteilt. Die Chansonettensängerin, die infolge ihrer Schönheit berühmt war, ist Jahre hindurch die Geliebte des Königs Alexander von Serbien gewesen, ja hat sogar an dessen Seite den Konak bewohnt, bis sie durch die Draga verdrängt wurde. Rosa Benzoe hatSelbst- mord verübt.
Aus Furcht vor Dieben ums Leben gekommen. Zwei in Neunkirchen dezw. in Trier ausgebrochene Sträflinge haben in der benachbarten Rheinpfalz eine Anzahl von Einbrüchen verübt Auf dem Eschweilerhof bei Homburg stellte deshalb ein 17jähriger junger Mann ein geladene» Gewehr neben sein Bett. Das Gewehr fiel dabei um, ging los und der Schuß tötete den jungen Mann auf der Stelle.
Durch ein Gerstenkorn gestorben. In Wallendorf in Niederbayern hat sich ein Bauer ein Gerstenkorn zwischen den Zehen in die Haut gestoßen. Es entstand eine Zellengewebsentzündung mit schwerer Blutvergiftung, welcher der Unglückliche trotz ärztlicher Hilfe unter den ärgsten Qualen erlag. Er hinterläßt eine Witwe und 10 Kinder.
Eine elfjährige Mörderin. Als vor 8 Wochen di« kleine 7 Jahr« alte Tochter des Landgerichtsdieners Schneider nach wochenlangem Suchen tot aus der Elster ge* zogen wurde, da glaubte man, daß das Kind selbst hinein- gefallen wäre. Jetzt hat die elf Jahre alte Schöler finge* standen, daß sie das Mädchen in die Elster gestoßen habe, weil sie von ihm geschimpft worden sei. Aus Furcht vor Strafe hat das Mädchen bisher geschwiegen. Gewissensbisse haben eS jetzt zu einem Geständnis veranlaßt.
Blitzschlag. Auf eigenartige Weise würd« in Kranichfeld ein kleines Mädchen schwerverletzt. Während «S in der Nacht zum Montag bei Bern starken Gewitter sanft schlief, fuhr ein Blitzstrahl durch die Kammer. Nachdem die Flammen gelöscht worden waren, bemerkte man, daß eine Hand des Kindes stark verbrannt war.
Unterschlagungen eines Epartassenverwalters wer- den aus Anhalt gemeldet. Der Verwalter der amtlichen Kreissparkaffe in Aken a. d. Elbe ist nach Unterschlagung